[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bereitstellung von Verkehrszustandsdaten,
ein Verfahren zur Übertragung von Verkehrszustandsdaten, ein Verfahren zur Generierung
und Aussendung von Verkehrszustandsdaten und ein Computer-Programm-Produkt zur Verwendung
in einem Kraftfahrzeug und zur Generierung und Aussendung von Verkehrszustandsdaten
nach dem Oberbegriff des betreffenden unabhängigen Patentanspruchs.
[0002] Bekannte Fahrzeuge versenden sogenannte Floating Car Data (FCD). Das dafür eingesetzte
System besteht aus einem GPS-Empfänger und einem GSM-Modul. Beide Module sind in vielen
Fahrzeugen auch ohne FCD-Funktionalität bereits vorhanden. Der GPS-Empfänger misst
die Position und die FCD-Verfahren ermitteln aus vielen dieser Positionsdaten Reisezeiten
des Fahrzeugs. Per GSM-Netz werden diese Reisezeiten als Perlenketten (einzelne Punkte
der Fahrtstrecke mit Ortskoordinaten und Zeitstempel versehen) an die Verkehrsdatenzentrale
übermittelt. Diese kann aus diesen Reisezeiten Rückschlüsse auf die Verkehrslage ziehen.
Auf diese Weise erfolgt eine Datenerhebung von Verkehrszustandsdaten für Verkehrsinformationsdienste.
[0003] Die Datenübertragung über das GSM-Netz ist mit erheblichen Kosten verbunden.
[0004] Um zukünftig die Verkehrslage präziser und zusätzlich mit Informationen über Wetter,
Straßenzustand und lokale Gefahren zu erheben, wird FCD zu XFCD (Extended Floating
Car Data) weiterentwickelt. XFCD nutzt die diversen im Fahrzeug vorhandenen Sensoren
und Subsysteme, die ihre Daten schon jetzt auf zentralen Datenbussen im Fahrzeug zur
Verfügung stellen. Die Auswertung der diversen Daten während der Fahrt können Aufschluss
geben über Verkehrszustände, Sichtbehinderungen, Straßenzustände (Straßenoberfläche,),
infrastrukturelle Gegebenheiten (Serpentinen), lokale Gefahren, Niederschläge, Glätte
und Rutschgefahren.
[0005] Aus der
US-B-6 633 811 ist ein Verfahren zur Anzeige von Geschwindigkeitsgrößen in einem Fahrzeug bekannt.
Es wird vorgeschlagen, die aktuelle Position des Fahrzeugs über eine in dem Fahrzeug
angeordnete Ortungsvorrichtung zu ermitteln und der Position des Fahrzeugs eine Position
in einer digitalen Karte zuzuweisen. Der Position des Fahrzeugs wird aus der Position
in der digitalen Karte ein Gebiet, insbesondere ein Staat, ein Land oder ein Stadtgebiet,
zugeordnet und es erfolgt eine Anzeige einer aktuellen Fahrzeuggeschwindigkeit bzw.
einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit für mindestens eine Straßenklasse in dem Gebiet
in einer physikalischen Einheit, die in dem Gebiet für den Straßenverkehr im Wesentlichen
vorgesehen wird.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist insbesondere ein Verfahren zur Bereitstellung qualitativ
hochwertiger Verkehrszustandsdaten bei akzeptablen Kosten.
[0007] Diese Aufgabe wird durch die unabhängigen Patentansprüche jeweils entsprechend ihrer
Gattung gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0008] Ein wesentlicher Aspekt des erfindungsgemäßen Verfahren zur Bereitstellung von Verkehrszustandsdaten
im Rahmen einer Verkehrszustandserkennung durch ein Kraftfahrzeug besteht darin, dass
in einem ersten Schritt ermittelt wird, ob das Fahrzeug mindestens einem Verkehrseinfluss
ausgesetzt ist, der oder die üblicherweise zu einer Herabsetzung der Geschwindigkeit
des Fahrzeugs ggü. der Normalgeschwindigkeit ohne derlei Verkehrseinflüsse führen,
in einem zweiten Schritt für jeden entsprechenden Verkehrseinfluss ein Wert für den
betreffenden Verkehrseinfluss gesetzt wird, in einem dritten Schritt eine Addition
der Werte der Verkehrseinflüsse vorgenommen und damit ein Gesamtwert für die Verkehrseinflüsse
gebildet wird, in einem vierten Schritt ein Vergleich des ermittelten Gesamtwerts
mit einem vorbestimmten Referenz-Wert vorgenommen wird, und in einem fünften Schritt
eine untere Geschwindigkeitsschwelle und/oder eine obere Geschwindigkeitsschwelle
herabgesetzt wird, wenn der ermittelte Gesamtwert größer oder gleich dem Referenz-Wert
ist.
[0009] Durch diese Maßnahmen werden in die erfindungsgemäße Verkehrszustandserkennung negative
Verkehrseinflüsse mit einbezogen, die üblicherweise dazu führen, dass der Fahrer die
Geschwindigkeit ggü. einer Situation reduziert, bei der negative Verkehrseinfluss
oder die negativen Verkehrseinflüsse nicht vorliegen. Die Berücksichtigung negativer
Verkehrseinflüsse, wie Glatteisgefahr, Glatteis, Nebel, Dunkelheit, starker Regen,
Schneefall, kurvige Strecke etc., erhöht die Zuverlässigkeit der Erkennung einer Verkehrszustandsänderung,
wie beispielsweise das Einfahren in einen Stau (Staueinfahrt) oder das Herausfahren
aus einem Stau, wenn der Stau zu Ende ist (Stauausfahrt), weil zwischen einer reduzierten
Geschwindigkeit aufgrund der genannten Verkehrseinflüsse, die nicht zwangsläufig zu
einem Stau führen, und einer reduzierten Geschwindigkeit aufgrund eines Staus sehr
zuverlässig unterschieden werden kann.
[0010] Damit wird die Akzeptanz zur Nutzung des erfindungsgemäßen Verfahrens aufgrund der
steigenden Zuverlässigkeit erhöht und Kosten für die Übermittlung von falschen Staumeldungen
vom Fahrzeug zu einer entsprechenden die Verkehrslage rekonstruierenden und darstellenden
Institution, insbesondere eine Verkehrsdatenzentrale, eingespart. Bei den Kosten handelt
es sich insbesondere um Kosten für entsprechende SMS-Nachrichten (Short-Message-Service)
oder um Kosten für eine anderweitige Übermittlung.
[0011] Durch dieses Verfahren, insbesondere zur Bereitstellung von Verkehrszustandsdaten
für die Verkehrslageerfassung im gesamten Straßennetz, ist es möglich, einen Verkehrszustand
weitgehend zuverlässig zu erkennen und den Verkehrszustand nur dann als gegeben zu
übermitteln, wenn er tatsächlich auftritt, d.h. das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht
eine ereignisorientierte bzw. zustandsorientierte Generierung von Verkehrszustandsdaten.
Verkehrszustandsdaten werden nur dann übertragen, wenn der erkannte Verkehrszustand,
z.B. ein Verkehrs-Stau, dies veranlasst.
[0012] Der Datenverkehr zur einer die Verkehrslage rekonstruierenden und darstellenden Institution,
insbesondere eine Verkehrsdatenzentrale, vorzugsweise per SMS, und damit die Kosten
der Datenübertragung werden begrenzt auf das zur Verkehrslageermittlung bzw. Verkehrslagedarstellung
notwendige Minimum, ohne dass dies zu Lasten der Qualität der Verkehrlageerfassung
geht.
[0013] Vielmehr erlaubt erst das erfindungsgemäße Verfahren eine kostengünstige und sogar
noch zeitnahe Datenerhebung durch das Fahrzeug für das gesamte Straßennetz, insbesondere
auf Autobahnen, Landstrassen und auf Straßen im Stadtverkehr.
[0014] Alternativ oder ergänzend ist bei einer Ausführungsform der Erfindung vorgesehen,
dass die Werte für die unterschiedlichen Verkehrseinflüsse zumindest teilweise unterschiedlich
sind. Hierdurch können die verschiedenen Verkehrseinflüsse flexibel hinsichtlich ihrer
individuellen Einflussnahme auf die übliche Geschwindigkeit mit der sich das Fahrzeug
über den betreffenden Straßenabschnitt bewegt, gewichtet werden.
[0015] Alternativ oder ergänzend ist bei einer Ausführungsform der Erfindung vorgesehen,
dass der Wert für den betreffenden Verkehrseinfluss erst dann gesetzt bzw. addiert
wird, wenn der betreffende Verkehrseinfluss eine vorbestimmte Zeitdauer ununterbrochen
vorliegt.
[0016] Alternativ oder ergänzend ist bei einer anderen Ausführungsform der Erfindung vorgesehen,
dass für unterschiedliche Verkehrseinflüsse zumindest teilweise unterschiedliche Zeitdauern
vorgesehen werden.
[0017] Alternativ oder ergänzend ist bei einer Ausführungsform der Erfindung vorgesehen,
dass die Zeitdauer während der der betreffende Verkehrseinfluss besteht, über einen
dem betreffenden Verkehrseinfluss zugeordneten Zähler erfasst wird und der Zählerstand
des Zählers auf "0" gesetzt wird, wenn der Verkehrseinfluss nicht mehr besteht.
[0018] Durch diese Maßnahmen kann sehr zuverlässig zwischen geschwindigkeitsrelevanten und
nicht geschwindigkeitsrelevanten Ereignissen unterschieden werden. Dies ermöglicht
eine signifikante Verbesserung der Zuverlässigkeit der Verkehrszustandserkennung,
insbesondere einer Stauerkennung.
[0019] Alternativ oder ergänzend ist bei einer Ausführungsform der Erfindung vorgesehen,
dass der Verkehrseinfluss "Regen" durch eine Abfrage des Status des Scheibenwischers
der Frontscheibe und/oder der Verkehrseinfluss "glatte Fahrbahn" durch eine Abfrage
des Status des ASC und/oder DSC und/oder ABS und/oder der Verkehrseinfluss "Nebel"
durch eine Abfrage des Status der Nebellampe und/oder der Verkehrseinfluss "kurvige
Strecke" durch eine Überwachung des Lenkwinkels und/oder der Verkehrseinfluss "Helligkeit"
durch eine Abfrage eines Tageslichtsensors bzw. eine Abfrage des Status des Abblendlichts
und/oder der Verkehrseinfluss "Außen-Temperatur" durch eine Überprüfung, ob die Temperatur
unter vier Grad Celsius beträgt und zudem der Frontscheibenwischer eingeschaltet ist,
festgestellt wird.
[0020] Durch die Überwachung und geeignete Gewichtung einer, mehrerer oder aller genannten
Verkehrseinflüsse lassen sich geschwindigkeitsrelevante Ereignisse bzw. Randbedingungen
sehr gut feststellen. Ebenso lässt sich der Umfang bzw. das Maß der Einflussnahme
auf die übliche Geschwindigkeit unter normalen Straßen- und Wetterbedingungen recht
genau abschätzen.
[0021] Alternativ oder ergänzend ist bei einer Ausführungsform der Erfindung vorgesehen,
dass die untere Geschwindigkeitsschwelle und/oder die obere Geschwindigkeitsschwelle
auf ca. 90% des Werts vor der Herabsetzung herabgesesetzt wird, wenn der ermittelte
Gesamtwert größer oder gleich dem Referenz-Wert ist. Dies hat sich bisher in der Praxis
als geeignet erwiesen. Es versteht sich, dass der Prozentsatz auch anders oder für
die beiden Geschwindigkeitsschwellen unterschiedlich gewählt werden kann, wenn sich
hierdurch eine zuverlässigere Verkehrszustandserkennung bzw. Stauerfassung erreichen
lässt.
[0022] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Datengewinnung ermöglicht ferner ein vorteilhaftes
Verfahren zur Übertragung von Verkehrszustandsdaten von einem ersten Fahrzeug an ein
zweites Fahrzeug, insbesondere über ein Ad-hoc-Netz, oder von einer Verkehrsdatenzentrale
an ein oder mehrere Kraftfahrzeuge, gegebenenfalls modifiziert, insbesondere über
Broadcast. Ebenso ermöglicht es eine vorteilhafte Verfahren und ein Computer-Programm-Produkt
zur Verwendung in einem Kraftfahrzeug zur Generierung und Aussendung von Verkehrszustandsdaten.
[0023] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Diagrammen einer Ablauf-Steuerung näher
erläutert. Es zeigen:
- Figur 1:
- das Flussdiagramm eines Software-Moduls zur Ermittlung des Geltungsbereichs des ermittelten
Verkehrszustands,
- Figur 2:
- das Flussdiagramm eines Software-Moduls zur Ermittlung des zu erwartenden Geschwindigkeitsniveaus,
- Figur 3:
- das Flussdiagramm eines Software-Moduls zur Ermittlung der Randbedingungen Wetter
und Straßenführung,
- Figur 4:
- das Flussdiagramm eines Software-Moduls zur Erkennung von Kreuzungsbereichen, und
- Figur 5:
- das Flussdiagramm eines Software-Moduls zur Erkennung des Verkehrszustands.
[0024] Fahrzeuggenerierte Daten werden von den Fahrzeugdatenbussen per bekanntem Standard
Sensor Interface, bevorzugt sekündlich, einem Rechenalgorithmus zur Verfügung gestellt.
Im Einzelnen sind das :
- Ortskoordinaten aus: Navigationssystem
- Straßenkategorie aus: Navigationssystem
- Entfernung zur nächsten Kreuzung aus: Navigationssystem
- Entfernung zum Ende des befahrenen
Straßensegments aus: Navigationssystem
- durchschnittliche Normal-Geschwindigkeit aus: Navigationssystem
- Innerorts/Außerorts (Straßentyp) aus: Navigationssystem
- Geschwindigkeit aus: Fahrzeug-Bus
- Lenkwinkel aus: Fahrzeug-Bus
- Gang aus: Fahrzeug-Bus
- Wamblinkanlage, Blinker aus: Fahrzeug-Bus
- ABS aus: Fahrzeug-Bus
- DSC / ASR aus: Fahrzeug-Bus
- Crash-Sensor aus: Fahrzeug-Bus
- Airbag aus: Fahrzeug-Bus
- Türenstatus aus: Fahrzeug-Bus
- Nächster POI-Typ aus: Navigationssystem
- Entfernung POI aus: Navigationssystem
- Temperatur aus: Fahrzeug-Bus
- Licht aus: Fahrzeug-Bus
- Nebellicht aus: Fahrzeug-Bus
- Wischereinstellung aus: Fahrzeug-Bus
- Wischfrequenz aus: Fahrzeug-Bus
- Handbremse aus: Fahrzeug-Bus
[0025] POI steht für "Point of Interest", wie Restaurants, Tankstellen, Krankenhaus etc.
[0026] Für die Überprüfung des Geltungsbereiches entsprechend Figur 1 wird anhand der Daten
- Ortskoordinaten
- Straßenkategorie
- Innerorts/Außerorts (Straßentyp)
- Gangwahl
- Türenstatus
- Nächster POI Typ
- Entfernung nächster POI
- Lenkeinschlag
- Handbremse
- Airbag
- Crash-Sensor
festgestellt, ob das Fahrzeug aktuell am fließenden Verkehr teilnimmt. Der Status
der Fahrzeugtüren sowie die aktuelle Gangwahl geben z. B. Aufschluss darüber, ob Personen
ein- oder aussteigen (Tür öffnet sich).
[0027] Mittels Auswertung der Lenkwinkeleinschläge im Zusammenhang mit der Geschwindigkeit
können Parkvorgänge erkannt werden. Daten aus der digitalen Karte geben Aufschluss
darüber, ob das Fahrzeug überhaupt auf einer öffentlichen Straße fährt oder sich z.
B. auf einem großen Parkgelände, einer Rastanlage oder Tankstelle befindet.
[0028] Das Flussdiagramm des Software-Moduls 100 zur Ermittlung des Geltungsbereichs des
ermittelten Verkehrszustands verwendet die folgenden der Reihe nach durchgeführten
Vergleiche, um Anhaltspunkte zu finden, dass sich das Fahrzeug nicht in üblicher Weise
im Straßenverkehr bewegt. Beim Vergleich 101 wird geprüft, ob die Tür geöffnet ist,
beim Vergleich 102 wird geprüft, ob sich ein POI (Point of Interest) in der Nähe befindet,
beim Vergleich 103 wird überprüft, ob eine hohe Lenkaktivität vorliegt, beim Vergleich
104 wird geprüft, ob der Rückwärtsgang oder der Leerlauf des Fahrzeugs eingelegt ist,
beim Vergleich 105 wird anhand der vom Navigationssystem (nicht dargestellt) gelieferten
Daten geprüft, ob sich das Fahrzeug abseits einer Strasse befindet, beim Vergleich
106 wird geprüft, ob die Handbremse angezogen ist, beim Vergleich 107 wird überprüft,
ob der Airbag ausgelöst worden ist. Ist das Ergebnis einer oder mehrerer dieser Vergleiche
positiv bzw. lautet die Antwort "ja" auf einen der Vergleiche 101 bis 107, wird dies
als Hinweis darauf gewertet, dass sich das Fahrzeug in einer Situation bewegt oder
auch steht, die bei der Erkennung eines Staus bzw. bei der Erkennung "Freie Fahrt"
bzw. "Go" nicht berücksichtigt werden sollte.
[0029] Bei positivem Vergleich eines oder mehrerer der Vergleiche 101 bis 107, vorzugsweise
findet jede Sekunde ein Vergleich statt, wird ein Zähler 108 um "1" erhöht. Wird beispielsweise
die Tür geöffnet, ergibt der Vergleich 101 ein erstes "Ja" und der Zähler wird auf
"1" gesetzt. In der nächsten Sekunde erfolgt ein neuer Vergleich 101 und der Zähler
wird bei geöffneter Tür auf "2" gesetzt usw. Ist die Tür geschlossen, ist das Ergebnis
"Nein", und in der nächsten Sekunde erfolgt der Vergleich 102. Ist das Ergebnis "Ja"
wird der Zähler um "1" auf "3" erhöht. Ist bei einem Durchlauf der Vergleiche 101
bis 107 kein positiver Vergleich erfolgt, wird der Zählerstand des Zählers zurück
auf "0" gesetzt. Jeder positive Vergleich erhöht also den Zählerstand des Zählers
108, allerdings nur so lange, bis es einen Durchlauf durch die Vergleiche 101 bis
107 gibt, bei dem das Ergebnis der Vergleiche stets "Nein" war. Ggf. wird der Zähler
101 auf "0" gesetzt, wie in 109 angegeben.
[0030] Der Wert t1 in einem Vergleich 110 wird in diesem Ausführungsbeispiel auf "60" festgesetzt.
Erreicht der Zählerstand des Zählers 108 den Zählerstand "60" nicht, so ist das Ergebnis
des Vergleichs 110 "Nein" und die Erkennung, ob ein Stau vorliegt wird ausgesetzt,
wie mit "Erkennung PAUSE" 111 angegeben. Ist das Ergebnis des Vergleichs 110 "Ja",
d.h. liegt einer der Zustände der Vergleiche 101 bis 107 länger als 60 Sekunden vor,
wird ein Reset der Erkennung, ob ein Stau vorliegt oder nicht durchgeführt. Dies ist
durch "Erkennung RESET" 112 angegeben. Wie der "Erkennung RESET" durchgeführt wird
bzw. was er bewirkt wird später im Zusammenhang mit Figur 5 näher erläutert. Ist das
Ergebnis der Vergleiche 101 bis 107 stets "nein" gewesen gilt dies als eine Situation,
in der kein Ausnahmezustand vorliegt und die Stauererkennung wird - wie nachfolgend
näher beschrieben - durchgeführt. Dies ist durch "Erkennung GO" 113 angegeben.
[0031] Von Vorteil ist es die Vergleiche 101 bis 107 durchlaufend der Reihe nach auszuführen
- anstelle einer parallelen Durchführung der Vergleiche (nicht dargestellt), weil
bei mindestens einem positiven Vergleich die nachfolgenden Vergleiche nicht mehr durchgeführt
werden und damit Rechenzeit bzw. Hardware-Ressourcen eingespart werden. Ebenso können
die Vergleiche 101 bis 107 auch in anderer Reihenfolge durchlaufen werden. Beispielsweise
könnte die Abfrage 106, ob die Handbremse angezogen ist, vor die Abfrage 101, ob eine
Tür geöffnet ist, vorgenommen werden.
[0032] In Figur 2 zeigt das Flussdiagramm des Software-Moduls 200 zur Ermittlung des zu
erwartenden Geschwindigkeitsniveaus. Das bekannte Standard-Sensor-Interface (SSI)
201 liefert für einige Straßen die Normalgeschwindigkeit (übliche Geschwindigkeit
bei einem ungestörten Verkehrsfluss) anhand einer digitalen Karte (nicht dargestellt),
die diese Information aufweist. Für alle anderen Straßen ist auf der digitalen Karte,
üblicherweise eine DVD des Navigationssystems, verzeichnet, welchem Straßentyp 202
und welcher Straßenkategorie 203 die konkrete Straße angehört. Falls die zu erwartende
Normalgeschwindigkeit nicht zur Verfügung steht, wird erfindungsgemäß für alle anderen
Straßen das zu erwartende Geschwindigkeitsniveau für einen ungestörten Verkehrsfluss
anhand einer Tabelle 204 mit Einträgen für die unterschiedlichen "Straßentypen" und
ggf. für die unterschiedlichen "Straßenkategorien" zugeordnet.
[0033] Die Tabelle 204 weist für den betreffenden Straßentyp eine untere Geschwindigkeitsschwelle
S1 und eine obere Geschwindigkeitsschwelle S2 (zu erwartendes Geschwindigkeitsniveau)
auf, wobei ggf. auch unterschieden wird, ob sich das Fahrzeug innerorts oder außerorts
auf diesem Straßentyp (Straßenkategorie) bewegt. Befindet sich das Fahrzeug auf einer
ausgebauten Bundesstrasse ist die Normalgeschwindigkeit z. B. entsprechend der zulässigen
Höchstgeschwindigkeit, insbesondere ca.100 km/h. Die untere Geschwindigkeitsschwelle
S1 ist in der Tabelle mit 35 km/h und die obere Geschwindigkeitsschwelle S2 ist mit
45 km/h sind in der Tabelle jeweils festgesetzt. Hierbei handelt es sich um einen
Erfahrungswerte, der auf der Annahme beruht, dass unter 35 km/h wohl von einer Verkehrsstörung
auszugehen ist, bei einer Geschwindigkeit von 35 bis 45 km/h eine Verkehrsstörung
vorliegen könnte und bei einer Geschwindigkeit von mehr als 45 km/h wohl keine Verkehrsstörung
bzw. kein Stau gegeben ist. Entsprechendes ist auch für die anderen Straßentypen in
der Tabelle eingetragen.
[0034] Die Normalgeschwindigkeit für die konkrete Strasse kann auch auf der digitalen Karte
angegeben sein. Ggf. wird bevorzugt die untere Geschwindigkeitsschwelle S1 mit 35%
der Normalgeschwindigkeit und die obere Geschwindigkeitsschwelle S2 mit 45% der Normalgeschwindigkeit
festgesetzt. Die untere Geschwindigkeitsschwelle S1 und die obere Geschwindigkeitsschwelle
S2 orientieren sich also an der Normalgeschwindigkeit.
[0035] Die nachfolgende Tabelle 204 gibt bevorzugte Werte an:
| Straßenkategorle gemäß SSI |
Innerorts (S1/S2) [km/h] |
Außerorts (S1/S2) [km/h] |
| 0 nicht spezifiziert |
wie vorher |
wie vorher |
| 1 highway |
- |
46/60 |
| 2 fast road |
15/25 |
35/45 |
| 3 regional road |
15/25 |
30/40 |
| 4 main road |
15/25 |
30/40 |
| 5 local road |
15/25 |
30/40 |
| 6 connecting road |
15/25 |
30/40 |
| 7 slow road |
10/20 |
25/35 |
| 8 minor road |
10/20 |
25/35 |
| 9 service road |
10/20 |
25/35 |
[0036] Die Geschwindigkeitsschwellen S1 und S2 werden einem Software-Modul zur Ermittlung
der Randbedingungen Wetter und Straßenführung entsprechend Figur 3 übergeben, das
die Geschwindigkeitsschwellen ggf. an die Randbedingungen anpasst.
[0037] Es versteht sich, dass diese Werte Erfahrungswerte sind, die bevorzugt gewählt werden
können, um die Zuverlässigkeit der Staudetektion zu optimieren. Ebenso können die
Geschwindigkeitsschwellen S1 und S2 auch dann über die Tabelle ermittelt werden, wenn
die Normalgeschwindigkeit auf der digitalen Karte verzeichnet ist.
[0038] Unter "Straßentyp" im SSI werden insbesondere unterschieden: Autobahn (freeway bzw.
highway bzw. throughway), ausgebaute Bundesstrasse (highway bzw. fast road), nicht
ausgebaute Bundesstrasse (fast road bzw. regional road), Hauptstrasse (main road),
Hauptstrasse, die durch einen Ort führt (local road), Verbindungsstrasse (connecting
road), langsame Strasse (slow road), Nebenstrasse (minor road), und Feldweg (service
road). Unter "Straßenkategorie" wird im SSI zwischen "innerorts" und "außerorts" unterschieden.
[0039] Figur 3 zeigt das Flussdiagramm des Software-Moduls 300 zur Ermittlung der Randbedingungen
Wetter und Straßenführung.
[0040] Die SSI-Daten:
- Wischerschalter
- Wischfrequenz
- Querbeschleunigung
- ABS
- ASR/DSC
- Lenkwinkel
- Temperatur
- Licht
- Nebellampe
ermöglichen die Einschätzung von Rand- und Umfeldbedingungen wie Schneefall, Regen,
Glätte, oder kurvenreiche Strecken (Serpentinen). Im Falle eines erheblichen Auftretens
einer dieser Randbedingungen werden die Schwellenwerte S1 und S2 für die in Figur
5 beschriebene Verkehrszustandserkennung entsprechend angepasst.
[0041] Im Schritt 301 wird der Wert M, ein Wert, der die Schwere der herrschenden Randbedingungen
angibt, auf "0" gesetzt, d.h. der Ausgangswert für M ist M0=0. Im Sekundentakt wird
die in Figur 3 dargestellte Kette durchlaufen. Im Schritt 302 wird verglichen, ob
der Scheibenwischer des Fahrzeugs wischt. Ist das Ergebnis des Vergleichs 302 "ja",
wird ein Wert Tw1, der die Länge der Scheibenwischer-Aktivität angibt, im Schritt
303 um den Wert "1" erhöht. Im Schritt 304 wird verglichen, ob der aktuelle Wert von
Tw1 höher als ein Wert K1 ist, der eine untere Zeitschwelle angibt. Läuft der Scheibenwischer
länger als die untere Zeitschwelle K1, d.h. ist das Ergebnis des Vergleichs 304 "ja",
wird der Wert M0 im Schritt 305 um den Wert N1 erhöht, M1=M0+N1. N1 ist ein Wert,
der ausdrückt, wie groß die Einflussnahme auf die ohne nachteilige Randbedingungen
normale Geschwindigkeit des Fahrzeugs ist und stellt damit ein Gewicht für die Bedingung
"Scheibenwischer wischt" dar. Nach der Addition von N1 im Schritt 305 geht es mit
den nachfolgenden Schritten weiter.
[0042] Wischt der Scheibenwischer nicht, ergibt der Vergleich 302 ein "Nein" und der Wert
Tw1 wird im Schritt 306 auf "0" gesetzt. In diesem Fall, in dem Fall, dass der Vergleich
304 mit "Nein" ausgegangen ist oder in dem Fall, dass M1=M0+N1 addiert worden ist,
geht es weiter mit dem Schritt 307. War das Ergebnis "nein" im Schritt 302 wird der
Wert von Tw1 auf "0" zurückgesetzt.
[0043] Im Schritt 307 werden die vom SSI gelieferten Daten daraufhin überprüft, ob das ASC,
das DSC oder das ABS eingreift. Ggf. ist das Ergebnis des Vergleichs 307 "ja". Da
die in Figur 3 dargestellte Kette sekündlich durchlaufen wird, wird der Wert Tw2 sekündlich
im Schritt 308 um den Wert "1" erhöht, wenn der Eingriff weiterhin besteht. Ist der
Wert von Tw2 größer als eine untere Zeitschwelle K2, ist das Ergebnis des Vergleichs
309 "ja" und zum Wert M1 aus Schritt 305 wird der Wert N2 im Schritt 310 addiert,
d.h. M2=M1+N2. N2 ist ein Wert, der ausdrückt, wie groß die Einflussnahme auf die
ohne nachteilige Randbedingungen normale Geschwindigkeit des Fahrzeugs ist und stellt
damit ein Gewicht für die Bedingung "ASC, DSC oder ABS aktiv" dar. Ist das Ergebnis
des Vergleichs 307 "Nein", wird Tw2 im Schritt 311 auf "0" gesetzt.
[0044] Im nächsten Schritt 312 wird überprüft, ob die Nebellampe eingeschaltet ist. Ggf.
ist das Ergebnis des Vergleichs 312 "Ja" und zum Wert M2 aus dem Schritt 310 wird
im Schritt 313 der Wert N3 addiert, d.h. M3=M2+N3. N3 ist ein Wert, der ausdrückt,
wie groß die Einflussnahme auf die ohne nachteilige Randbedingungen normale Geschwindigkeit
des Fahrzeugs ist und stellt damit ein Gewicht für die Bedingung "Nebel bzw. Nebellampe
ein" dar.
[0045] Ist das Ergebnis des Vergleichs im Schritt 312 "Nein" gewesen oder wurde der Wert
N3 im Schritt 313 addiert, wird der Schritt 314 ausgeführt. In diesem Schritt wird
überprüft, ob es sich um eine kurvige Strecke handelt. Dies kann anhand der vom SSI
gelieferten Daten zum Lenkwinkel und dessen zeitliche Änderung ermittelt werden. Ist
das Ergebnis des Vergleichs 314 "Ja", wird zum Wert M3 im Schritt 315 der Wert N4
addiert, d.h. M4=M3+N4. Ist das Ergebnis des Vergleichs 314 "Nein" oder wurde der
Schritt 315 ausgeführt, geht es weiter mit dem Schritt 316. N4 ist ein Wert, der ausdrückt,
wie groß die Einflussnahme auf die ohne nachteilige Randbedingungen normale Geschwindigkeit
des Fahrzeugs ist und stellt damit ein Gewicht für die Bedingung "kurvige Strecke"
dar.
[0046] Im Schritt 316 wird überprüft. ob das Abblendlicht eingeschaltet ist. Alternativ
könnte anhand eines Tageslichtsensors überprüft werden, ob es dunkel ist und das Abblendlicht
eingeschaltet werden sollte. Ein solcher Sensor, der das Abblendlicht bei Dunkelheit
automatisch einschaltet ist als Sonderausstattung "Fahrlichtsteuerung" bekannt. Wird
festgestellt, dass das Abblendlicht eingeschaltet ist oder eingeschaltet werden sollte,
weil es dunkel ist, ist das Ergebnis des Vergleichs 316 "Ja" und zum Wert M4 wird
der Wert N5 im Schritt 317 addiert, d.h. M5=M4+N5. N5 ist ein Wert, der ausdrückt,
wie groß die Einflussnahme auf die ohne nachteilige Randbedingungen normale Geschwindigkeit
des Fahrzeugs ist und stellt damit ein Gewicht für die Bedingung "Dunkelheit bzw.
Abblendlicht ein" dar.
[0047] Ist das Ergebnis des Vergleichs "Nein" bzw. wurde N5 im Schritt 317 addiert, geht
es weiter mit Schritt 318. Im Schritt 318 wird überprüft, ob die Temperatur niedriger
als 4 Grad Celsius ist und zudem der Scheibenwischer eingeschaltet ist. Ggf. ist das
Ergebnis des Vergleichs 318 "Ja" und im Schritt 319 wird zum Wert M5 der Wert N6 addiert,
d.h. M6=M5+N6. N6 ist ein Wert, der ausdrückt, wie groß die Einflussnahme auf die
ohne nachteilige Randbedingungen normale Geschwindigkeit des Fahrzeugs ist und stellt
damit ein Gewicht für die Bedingung "Temperatur niedriger als 4 Grad Celsius und zudem
Scheibenwischer eingeschaltet" dar.
[0048] Ist das Ergebnis des Vergleichs "Nein" bzw. wurde N6 im Schritt 319 addiert, geht
es weiter mit Schritt 320.
[0049] Im Schritt 320 wird überprüft, ob der Wert M6 größer als ein vorgegebener Wert Mb
ist. Mb ist ein Erfahrungswert bzw. wird beispielsweise durch Versuchsfahrten ermittelt
und gibt an, ab welchem Wert mit einer niedrigeren Geschwindigkeit aufgrund der genannten
Randbedingungen ggü. der Normalgeschwindigkeit gerechnet wird. Ist das Ergebnis des
Vergleichs 320 "Ja" wird die untere Geschwindigkeitsschwelle S1 und die obere Geschwindigkeitsschwelle
S2 aus dem Software-Modul 200 zur Ermittlung des zu erwartenden Geschwindigkeitsniveaus
durch eine Multiplikation mit einem Wert P1, der kleiner als 1 ist, jeweils reduziert.
In der Praxis hat sich herausgestellt, dass ein Wert P1 von ca. 0,9 geeignet ist,
d.h. dass die S1 und S2 bei den genannten Randbedingungen auf ca. 90% ihres Normalwerts
reduziert werden sollten.
[0050] Im nächsten Schritt wird die in Figur 3 dargestellte Kette erneut (bevorzugt) etwa
sekündlich durchlaufen, es sei denn es wird festgestellt, dass sich das Fahrzeug außerhalb
des Geltungsbereichs der erfindungsgemäßen Stauerkennung (vgl. Figur 1) befindet.
[0051] Diese ggf. durch die genannten Randbedingungen verringerten Werte für S1 und S2 stellen
die Werte für S1 und S2 in der Figur 5 dar, die das Flussdiagramm des Software-Moduls
zur Erkennung des Verkehrszustands zeigt. Hierdurch wird vermieden, das widrige Randbedingungen,
die zu einer Reduzierung der gefahrenen Geschwindigkeit führen, ohne das ein Stau
besteht, zur vermeintlichen Erkennung eines Staus führen.
[0052] Ferner wird der entsprechend verringerte Wert für S1 anstelle des Werts S1 in Figur
4, die das Flussdiagramm eines Software-Moduls zur Erkennung von Kreuzungsbereichen
zeigt, verwendet.
[0053] Figur 4 zeigt das Flussdiagramm eines Software-Moduls 400 zur Erkennung von Kreuzungsbereichen.
Verzögerungen im Fahrtfluss die durch Kreuzungen, sowohl lichtsignalgesteuerte als
auch nicht lichtsignalgesteuerte auftreten, werden als solche erkannt und bei normaler
Verzögerung und anschließender Kreuzungsüberfahrt herausgefiltert. So wird praktisch
ein kreuzungsfreies Fahrprofil emuliert und damit die Zustandserkennung auch in Kreuzungsbereichen
ermöglicht. Genutzt werden dafür die SSI-Daten "Entfernung zur nächsten Kreuzung"
(aus dem Navigationssystem mit digitaler Karte) und "Geschwindigkeit". Ein Stau vor
einem Kreuzungsbereich wird in der eigentlichen Verkehrszustandserkennung, Fig. 5,
identifiziert.
[0054] In einem Schritt 401 wird überprüft, ob der Abstand s des Fahrzeugs bis zur nächsten
Kreuzung kleiner als ein vorgegebener Abstand S3 ist. Aufgrund von Versuchsfahrten
erscheint derzeit bevorzugt ein Wert von ca. 160 m für S3 geeignet. Ist das Ergebnis
des Vergleichs "Ja", wird im Schritt 402 überprüft, ob die Geschwindigkeit v des Fahrzeugs
kleiner als die aktuell geltende untere Geschwindigkeitsschwelle S1 ist. Wie bereits
ausgeführt, handelt es sich hierbei ggf. um den reduzierten Wert für S1 (vgl. Fig.
3). Ist das Ergebnis des Vergleichs "Ja", wird nicht die tatsächliche Geschwindigkeit
v des Fahrzeugs als Geschwindigkeit v2 an die Verkehrszustandserkennung der Figur
5 weitergegeben, sondern im Schritt 403 die Durchschnittsgeschwindigkeit des Fahrzeugs
während der letzten 60 Sekunden vor dem Vergleich im Schritt 402, d.h. v2 = v (t-60).
Diese Durchschnittsgeschwindigkeit v2 ist also eine kreuzungsbereinigte (modifizierte)
Geschwindigkeit.
[0055] Ist das Ergebnis des Vergleichs 401 "Nein", d.h. das Fahrzeug fährt nicht im Bereich
einer Kreuzung, wird die tatsächliche Geschwindigkeit v des Fahrzeugs als Geschwindigkeit
v2 im Schritt 404 an die Verkehrszustandserkennung der Figur 5 weitergegeben.
[0056] Im nächsten Schritt wird die in Figur 4 dargestellte Kette erneut (bevorzugt) etwa
sekündlich durchlaufen, es sei denn es wird festgestellt, dass sich das Fahrzeug außerhalb
des Geltungsbereichs der erfindungsgemäßen Stauerkennung (vgl. Figur 1) befindet.
[0057] Figur 5 zeigt schließlich das Flussdiagramm eines Software-Moduls 500 zur Erkennung
des Verkehrszustands mittels eines Schwellenwertverfahrens, d.h. zur Ermittlung, ob
ein Stau vorliegt oder freie Fahrt gegeben ist. Zudem erlaubt das erfindungsgemäße
Software-Modul 500 die Ermittlung einer Positionsangabe für die Staueinfahrt und einer
Positionsangabe für die Stauausfahrt.
[0058] Im Anschluss an die Schritte 111 (Erkennung PAUSE), 112 (Erkennung RESET) oder 113
(Erkennung GO) wird überprüft, ob "Erkennung PAUSE" vorliegt. Ist das Ergebnis "nein"
werden die in Figur 5 dargestellten Verfahrensschritte ohne eine Veränderung der Zählerstände
der nachfolgend beschriebenen Zähler durchlaufen. Ist das Ergebnis "ja", wird überprüft,
ob auch "Erkennung RESET" vorliegt. Liegt "Erkennung RESET" vor, d.h. ist das Ergebnis
dieses Vergleichs "ja", werden die Zählerstände der nachfolgend beschriebenen zwei
Zähler jeweils auf den Zählerstand "0" zurückgesetzt und die Verfahrensschritte der
Figur 5 werden dann mit den Zählerständen "0" fortgesetzt. Liegt kein "Erkennung RESET"
vor, werden die Verfahrensschritte der Figur 5 nach der Pause (Erkennung PAUSE) mit
den zu diesem Zeitpunkt gegebenen Zählerständen fortgesetzt.
[0059] Zusammenfassend sind die Basisdaten für das vom Software-Modul 500 ausgeführte Schwellenwertverfahren
die aus den obigen vier Software-Modulen ermittelten Daten und die aktuellen Geschwindigkeitsdaten
des Fahrzeugs. Falls das Software-Modul 100 (Geltungsbereiche) ermittelt, dass das
Fahrzeug nicht am fließenden Verkehr teilnimmt, wird die Verkehrzustandserkennung
gemäß Figur 5 unterdrückt. Nach festgestellter Teilnahme am Verkehr werden die Moduldaten
zur Modifikation der Geschwindigkeitswerte v2 und zur Bestimmung der aktuellen Schwellenwerte
S1 und S2 genutzt. Über die ermittelten Randbedingungen Wetter, Straßenzustand und
Straßenführung (Kreuzungen, Serpentinen) werden die Geschwindigkeitsdaten verändert.
Die modifizierten Geschwindigkeitsdaten werden für die weiteren Berechnungen verwendet.
Die Schwellenwerte werden über die Soll-Geschwindigkeit (Software-Modul 200) bestimmt.
Sie teilen den gesamten Geschwindigkeitsbereich in drei Teile ein; Geschwindigkeit
v kleiner als S1, v zwischen S1 und S2 und v größer als S2. Die modifizierten Geschwindigkeitsdaten
werden bevorzugt sekündlich einem der drei Bereiche zugeordnet. Die Bestimmung der
aktuell herrschenden Verkehrszustände geschieht dann über die Häufigkeiten der modifizierten
Geschwindigkeitsdaten in den einzelnen Bereichen. Ampel- und Kreuzungsbereiche sind
durch die Modifizierung der Geschwindigkeitsdaten bereits berücksichtigt. Staus in
Ampel- oder Kreuzungsbereichen werden genauso erkannt wie in kreuzungsfreien Bereichen.
[0060] Im ersten Schritt 501 des Flussdiagramms des Software-Moduls 500 wird überprüft,
ob die Geschwindigkeit v2 (ggf. eine kreuzungsbereinigte Geschwindigkeit der Figur
4) kleiner als die untere Geschwindigkeitsschwelle S1 ist (ggf. durch die Randbedingungen
Wetter, Straßenzustand und Straßenführung modifiziert). Ist das Ergebnis des Vergleichs
501 "ja", was als Anhaltspunkt für einen Stau gilt, wird im Schritt 502, ausgehend
vom Zählerstand "0", durch einen ersten Zähler um den Wert W1 hochgezählt (Zählerstand
1 + W1). Der erste Zähler berücksichtigt also eine niedrige Geschwindigkeit v2<S1
des Fahrzeugs. Da das Flussdiagramm (bevorzugt) sekündlich durchlaufen wird, wird
bei gleichbleibendem Vergleichsergebnis sekündlich hochgezählt. Bevorzugt erhöht sich
ggf. der Zählerstand im Schritt 502 sekündlich um den Wert "1", d.h. bevorzugt ist
W1=1. Selbstverständlich könnte auch ein anderer Wert, wie "0,5", addiert werden.
Der Stand des Zählers im Schritt 502 wird im Schritt 503 mit einem Wert S5 verglichen
(Zählerstand 1 > S5).
[0061] Ist das Ergebnis des Vergleichs 501 "Nein", d.h. ist v2 kleiner als die untere Geschwindigkeitsschwelle
S1, wird im Schritt 504 überprüft, ob die (ggf. modifizierte) Geschwindigkeit des
Fahrzeugs v2 kleiner als die obere Geschwindigkeitsschwelle S2 ist. Ist das Ergebnis
des Vergleichs 504 "Ja", was als Anhaltspunkt für freie Fahrt bzw. kein Stau gilt,
wird im Schritt 505 ausgehend vom Zählerstand "0" durch einen zweiten Zähler um den
Wert W2 hochgezählt (Zählerstand 2 + W2). Der zweite Zähler berücksichtigt also eine
hohe Geschwindigkeit v2>S2 des Fahrzeugs. Da das Flussdiagramm (bevorzugt) sekündlich
durchlaufen wird, wird bei gleichbleibendem Vergleichsergebnis sekündlich hochgezählt.
Bevorzugt erhöht sich ggf. der Zählerstand des zweiten Zählers im Schritt 505 sekündlich
um den Wert "1", d.h. W2 ist bevorzugt "1". Selbstverständlich könnte auch ein anderer
Wert, wie "0,5", addiert werden. Der Stand des zweiten Zählers im Schritt 505 wird
im Schritt 506 mit dem Wert S8 verglichen. Ist das Ergebnis "ja", wird der Zählerstand
des ersten Zählers im Schritt 508 auf "0" zurückgesetzt, Ist das Ergebnis "nein",
geht es mit Schritt 517 weiter.
[0062] Ausgehend vom Vergleich 501 wird also bei Stau im Schritt 502 der erste Zähler hochgezählt.
Der Zählerstand des ersten Zählers überschreitet ggf. den Wert S5 und das Ergebnis
des Vergleichs 503 ist "Ja". Dann wird im Schritt 507 der zweite Zähler, der zählt,
wie viele Sekunden freie Fahrt gegeben ist, auf "0" zurückgesetzt (Zählerstand 2 =
0). Ausgehend vom Vergleich 504 wird bei freier Fahrt im Schritt 505 der zweite Zähler
hochgezählt (Zählerstand 2 + W2). Der Zählerstand des zweiten Zählers überschreitet
ggf. den Wert S8 und das Ergebnis des Vergleichs 506 ist "Ja". Dann wird im Schritt
508 der erste Zähler, der zählt, wie viele Sekunden Stau vorliegt, auf "0" zurückgesetzt
(Zählerstand 1 = 0).
[0063] Im Schritt 513 wird überprüft, ob der Zählerstand des zweiten Zählers (Zählerstand
2) im Schritt 507 erstmalig auf "0" zurückgesetzt worden ist. Ist das Ergebnis "ja",
wird im Schritt 514 der Ort und der Zeitpunkt zu dem erstmalig der Zählerstand des
Zählers 1 im Schritt 503 größer als der Wert S5 war, gespeichert (potenzielle Staueinfahrt).
Potenziell deshalb, weil sich im Schritt 509 erst noch zeigen muss, ob wirklich ein
Stau vorliegt. Im Schritt 515 wird überprüft, ob der Zählerstand des ersten Zählers
(Zählerstand 1) im Schritt 508 erstmalig auf "0" zurückgesetzt worden ist. Ist das
Ergebnis "ja" wird im Schritt 516 der Ort und der Zeitpunkt zu dem erstmalig der Zählerstand
des Zählers 2 im Schritt 506 größer als der Wert S8 war, gespeichert (potenzielle
Stauausfahrt). Potenziell deshalb, weil sich im Schritt 511 erst noch zeigen muss,
ob wirklich kein Stau vorliegt.
[0064] Nach den Schritten 513, 514, 515 und 516 wird jeweils im Schritt 517 überprüft, ob
der Absolutbetrag der Differenz von Zählerstand 1 und Zählerstand 2 größer als ein
Wert S9 ist (|Zählerstand 1- Zählerstand 2|> S9). Ist das Ergebnis des Vergleichs
"ja", wird der Schritt 509 ausgeführt. Ist das Ergebnis des Vergleichs "nein", wird
der Schritt 509 nicht ausgeführt und die in Figur 5 dargestellte Verfahrenskette beginnt
erneut mit dem Schritt 501, wie bei dem vorzugsweise sekündlichen Durchlauf.
[0065] Liegt die Geschwindigkeit v2 zwischen S1 und S2, ist das Ergebnis des Vergleichs
im Schritt 504 "Nein". Diese Situation wird als nicht definierter Zustand betrachtet,
d.h. es ist nicht klar, ob ein Stau oder kein Stau bzw. freie Fahrt vorliegt.
[0066] Ist der Zählerstand des ersten Zählers kleiner als S5 oder gleich S5, ist das Ergebnis
des Vergleichs 503 "Nein". Im Schritt 504' wird dann der Zählerstand des ersten Zählers
um den Wert W3 und der Zählerstand des zweiten Zählers ebenfalls um den Wert W3, ggf.
sekündlich, erhöht, wenn der Durchlauf durch die in Figur 5 dargestellte Kette sekündlich
erfolgt. Bevorzugt haben W1 und W2 den gleichen Wert, wobei W3 bevorzugt die Hälfte
des Werts von W1 bzw. W2 hat. Bevorzugt ist der Wert von W1 bzw. W2 "1" und der Wert
von W3 "0,5". Es versteht sich, dass auch eine andere Gewichtung verwendet werden
kann, wenn dies zu einer zuverlässigeren Stauerkennung führt.
[0067] Der Zählerstand des ersten Zählers (niedrige Geschwindigkeit) wird im Schritt 509
sekündlich mit dem Wert S6 verglichen (Zählerstand 1 > S6). Ist der Zählerstand des
ersten Zählers größer als S6, ist das Ergebnis des Vergleichs "Ja", wird im Schritt
510 ein erster Datensatz erzeugt, der den Zustand "Stau" beschreibt. Im Schritt 518
wird überprüft, ob eine Zustandsänderung vorliegt, d.h. ob dem Zustand "Stau" der
Zustand "Frei" vorausging. Bei jeder Wieder-Inbetriebnahme des Fahrzeugs wird der
Zustand "Frei" als Ausgangszustand festgelegt. Ist das Ergebnis des Vergleichs "ja",
wird der erste Datensatz und der Ort und die Zeit der (vormals lediglich potentiellen)
Staueinfahrt im Schritt 519 zum Zweck der Datenerhebung an eine die Verkehrslage rekonstruierende
und darstellende Institution, insbesondere eine Verkehrsdatenzentrale, bevorzugt eine
regionale Verkehrsdatenzentrale, bevorzugt per SMS, übertragen.
[0068] Ist der Zählerstand des ersten Zählers kleiner oder gleich ein Wert S6, ist das Ergebnis
des Vergleichs "nein". Ggf. wird im Schritt 511 überprüft, ob der Zählerstand des
zweiten Zählers größer als ein Wert S7 ist. Ist das Ergebnis des Vergleichs "ja",
wird im Schritt 512 ein zweiter Datensatz erzeugt, der den Zustand "Frei" beschreibt.
[0069] Im Schritt 520 wird überprüft, ob eine Zustandsänderung vorliegt, d.h. ob dem Zustand
"Frei" der Zustand "Stau" vorausging. Ist das Ergebnis des Vergleichs "ja", wird der
zweite Datensatz und der Ort und die Zeit der (vormals lediglich potentiellen) Stauausfahrt
im Schritt 521 zum Zweck der Datenerhebung an eine die Verkehrslage rekonstruierende
und darstellende Institution, insbesondere eine Verkehrsdatenzentrale, bevorzugt eine
regionale Verkehrsdatenzentrale, bevorzugt per SMS, übertragen.
[0070] Ist das Ergebnis der Vergleiche in den Schritten 518 oder 520 "nein", findet keine
Datenübermittlung statt. Vielmehr beginnt das in Figur 5 beschriebene Verfahren erneut
mit dem Schritt 501.
[0071] Ist der Zählerstand des ersten Zählers (Staueinfahrt) im Schritt 509 kleiner oder
gleich S6, ist das Ergebnis des Vergleichs 509 "Nein". Dann wird im nächsten Schritt
511 überprüft, ob der Zählerstand des zweiten Zählers (Stauausfahrt bzw. freie Fahrt)
größer oder gleich S7 ist. Ist der Zählerstand des zweiten Zählers größer oder gleich
S7, ist das Ergebnis des Vergleichs "Ja" und an die die Verkehrslage rekonstruierende
und darstellende Institution wird bevorzugt wiederum per SMS der Zustand "Frei" im
Schritt 512 zum Zweck der Verkehrslageerhebung übertragen.
[0072] Nach der Ausgabe des Zustands "Stau" oder "Frei" oder wenn der Vergleich 511 "Nein"
ist, wird die in Figur 5 dargestellte Kette erneut durchlaufen.
[0073] Um den Ort der Staueinfahrt zu ermitteln und an die die Verkehrslage rekonstruierende
und darstellende Institution übermitteln zu können (nicht dargestellt), wird im Anschluss
an die Zurücksetzung des zweiten Zählers im Schritt 507 im Schritt 513 überprüft,
ob es sich um den ersten Durchlauf handelt bzw. ob dieser Vergleich 513 zum ersten
Mal durchgeführt wird. Wurde der zweite Zähler im Schritt 507 zum ersten Mal auf "0"
zurückgesetzt ist das Ergebnis des Vergleichs 513 "Ja" und die anhand der Daten des
Navigationssystems ermittelte Position des Fahrzeugs zu diesem Zeitpunkt wird als
"Staueinfahrt" im Schritt 514 gespeichert. Bei der Übermittlung des Zustands "Stau"
im Schritt 510 wird bevorzugt auch die im Schritt 514 gespeicherte Position des Fahrzeugs,
d.h. die "Staueinfahrt" an die die Verkehrslage rekonstruierende und darstellende
Institution bevorzugt per SMS übertragen.
[0074] Um auch den Ort der Stauausfahrt zu ermitteln und an die die Verkehrslage rekonstruierende
und darstellende Institution übermitteln zu können (nicht dargestellt), wird im Anschluss
an die Zurücksetzung des ersten Zählers im Schritt 508 im Schritt 515 überprüft, ob
es sich um den ersten Durchlauf handelt bzw. ob dieser Vergleich 515 zum ersten Mal
durchgeführt wird. Wurde der erste Zähler im Schritt 508 zum ersten Mal auf "0" zurückgesetzt,
ist das Ergebnis des Vergleichs 515 "Ja" und die anhand der Daten des Navigationssystems
ermittelte Position des Fahrzeugs zu diesem Zeitpunkt wird als "Stauausfahrt" im Schritt
516 gespeichert. Bei der Übermittlung des Zustands "Frei" im Schritt 512 wird bevorzugt
auch die im Schritt 516 gespeicherte Position des Fahrzeugs, d.h. die "Stauausfahrt"
an die die Verkehrslage rekonstruierende und darstellende Institution bevorzugt per
SMS übertragen.
[0075] Ist das Ergebnis des Vergleichs 513 oder 515 "Nein" oder wurde die "Staueinfahrt
im Schritt 514 oder die Stauausfahrt im Schritt 516 gespeichert, geht es mit dem Vergleich
in Schritt 509 weiter.
[0076] Bevorzugt wird für S5 ein Wert von ca. 60 Sekunden und für S6 und S7 ein Wert von
ca. 180 Sekunden gewählt. Es versteht sich, dass auch andere Werte als diese Praxiswerte
gewählt werden können, wenn diese eine zuverlässigere Erkennung von Staus ermöglichen.
1. Verfahren zur Bereitstellung von Verkehrszustandsdaten im Rahmen einer Verkehrszustandserkennung
(500) durch ein Kraftfahrzeug, dadurch gekennzeichnet, dass
in einem ersten Schritt (302, 307, 312, 314, 316, 318) ermittelt wird, ob das Fahrzeug
mindestens einem Verkehrseinfluss ausgesetzt ist, der oder die üblicherweise zu einer
Herabsetzung der Geschwindigkeit des Fahrzeugs ggü. der Normalgeschwindigkeit ohne
derlei Verkehrseinflüsse führen,
in einem zweiten Schritt für jeden entsprechenden Verkehrseinfluss ein Wert (N1, N2,
N3, N4, N5, N6) für den betreffenden Verkehrseinfluss gesetzt wird,
in einem dritten Schritt eine Addition (305, 310, 313, 315, 317, 319) der Werte der
Verkehrseinflüsse vorgenommen und damit ein Gesamtwert für die Verkehrseinflüsse gebildet
wird,
in einem vierten Schritt (320) ein Vergleich des ermittelten Gesamtwerts (M6) mit
einem vorbestimmten Referenz-Wert (Mb) vorgenommen wird, und
in einem fünften Schritt (321) eine untere Geschwindigkeitsschwelle (S1) und/oder
eine obere Geschwindigkeitsschwelle (S2) herabgesetzt wird (321) wenn der ermittelte
Gesamtwert (M6) größer oder gleich dem Referenz-Wert (Mb) ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Werte (N1, N2, N3, N4, N5, N6) für die unterschiedlichen Verkehrseinflüsse (302.
307. 312, 314, 316, 318) zumindest teilweise unterschiedlich sind.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Wert (N1. N2) für den betreffenden Verkehrseinfluss erst dann gesetzt bzw. addiert
wird, wenn der betreffende Verkehrseinfluss eine vorbestimmte Zeitdauer (K1, K2) ununterbrochen
vorliegt.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass für unterschiedliche Verkehrseinflüsse (303, 307) zumindest teilweise unterschiedliche
Zeitdauern (K1, K2) vorgesehen werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Zeitdauer (Tw1, Tw2) während der der betreffende Verkehrseinfluss besteht, über
einen dem betreffenden Verkehrseinfluss zugeordneten Zähler (303, 308) erfasst wird
und der Zählerstand des Zählers auf "0" gesetzt wird (306, 311), wenn der Verkehrseinfluss
nicht mehr besteht.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass
der Verkehrseinfluss "Regen" durch eine Abfrage des Status des Scheibenwischers der
Frontscheibe (302) und/oder der Verkehrseinfluss "glatte Fahrbahn" durch eine Abfrage
des Status des ASC und/oder DSC und/oder ABS (307) und/oder der Verkehrseinfluss "Nebel"
durch eine Abfrage des Status der Nebellampe (312) und/oder der Verkehrseinfluss "kurvige
Strecke" (314) durch eine Überwachung des Lenkwinkels und/oder der Verkehrseinfluss
"Helligkeit" durch eine Abfrage eines Tageslichtsensors bzw. eine Abfrage des Status
des Abblendlichts (316) und/oder der Verkehrseinfluss "Außen-Temperatur" durch eine
Überprüfung, ob die Temperatur unter vier Grad Celsius beträgt und zudem der Frontscheibenwischer
eingeschaltet ist (318), festgestellt wird.
7. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die untere Geschwindigkeitsschwelle (S1) und/oder die obere Geschwindigkeitsschwelle
(S2) auf ca. 90% des Werts vor der Herabsetzung herabgesetzt wird (321) wenn der ermittelte
Gesamtwert größer oder gleich dem Referenz-Wert ist (320).
8. Verfahren zur Übertragung von Verkehrszustandsdaten von einem ersten Fahrzeug an ein
zweites Fahrzeug, dadurch gekennzeichnet, dass die Datengewinnung über die Verkehrszustände mit einem Verfahren nach einem der vorstehenden
Verfahrensansprüche erfolgt.
9. Verfahren zur Generierung und Aussendung von Verkehrszustandsdaten in einem Kraftfahrzeug,
dadurch gekennzeichnet, dass die Generierung von Verkehrszustandsdaten mit einen Verfahren nach einen der Ansprüche
1 bis 7 erfolgt
10. Computer-Programm-Produkt zur Verwendung in einem Kraftfahrzeug und zur Generierung
und Aussendung von Verkehrszustandsdaten, dadurch gekennzeichnet, dass das Computer-Programm-Produkt ein Verfahren nach einem der Verfahrensansprüche 1
bis 7 ablaufen lässt.
1. A method for providing traffic condition data within a traffic condition detection
system (500) by a motor vehicle, characterised in that in a first step (302, 307, 312, 314, 316, 318) it is determined whether the vehicle
is exposed to at least one traffic influence which usually lead(s) to a reduction
in the speed of the vehicle with respect to the normal speed without such traffic
influences, in a second step for each corresponding traffic influence, a value (N1,
N2, N3, N4, N5, N6) is set for the relevant traffic influence, in a third step the
values of the traffic influences are added together (305, 310, 313, 315, 317, 319),
thus forming a total for the traffic influences, in a fourth step (320) the determined
total (M6) is compared with a predetermined reference value (Mb), and in a fifth step
(321) a lower speed threshold (S1) and/or an upper speed threshold (S2) is reduced
(321) if the determined total (M6) is greater than or equal to the reference value
(Mb).
2. A method according to claim 1, characterised in that the values (N1, N2, N3, N4, N5, N6) for the different traffic influences (302, 307,
312, 314, 316, 318) differ at least to some extent.
3. A method according to either claim 1 or claim 2, characterised in that the value (N1, N2) for the relevant traffic influence is set or added up only if
the relevant traffic influence prevails without interruption for a predetermined period
of time (K1, K2).
4. A method according to claim 3, characterised in that periods of time (K1, K2) which differ at least to some extent are provided for different
traffic influences (303, 307).
5. A method according to either claim 3 or claim 4, characterised in that the period of time (Tw1, Tw2) during which the relevant traffic influence prevails
is detected by a counter (303, 308) associated with the relevant traffic influence
and the count of the counter is set to "0" (306, 311) when the traffic influence no
longer prevails.
6. A method according to any one of claims 1 to 5, characterised in that the traffic influence "rain" is established by querying the status of the wiper of
the windscreen (302) and/or the traffic influence "slippery road surface" by querying
the status of the ASC and/or DSC and/or ABS (307) and/or the traffic influence "fog"
by querying the status of the fog light (312) and/or the traffic influence "winding
stretch of road" (314) by monitoring the steering angle and/or the traffic influence
"lightness" by querying a daylight sensor or by querying the status of the dimmed
headlight (316) and/or the traffic influence "outside temperature" by checking whether
the temperature is below four degrees Celsius and also whether the front windscreen
wiper has been switched on (318).
7. A method according to any one of the preceding claims, characterised in that the lower speed threshold (S1) and/or the upper speed threshold (S2) is reduced (321)
to approximately 90 % of the value before the reduction if the determined total is
greater than or equal to the reference value (321).
8. A method for transferring traffic condition data from a first vehicle to a second
vehicle, characterised in that the data is obtained via the traffic conditions using a method according to one of
the preceding method claims.
9. A method for generating and transmitting traffic condition data in a motor vehicle,
characterised in that traffic condition data is generated using a method according to one of claims 1 to
7.
10. A computer program product for use in a motor vehicle and for generating and transmitting
traffic condition data, characterised in that the computer program product allows the operation of a method according to one of
the method claims 1 to 7.
1. Procédé pour fournir des données d'état du trafic dans le cadre d'une reconnaissance
de l'état du trafic 500 par un véhicule,
caractérisé en ce que
- dans une première étape 302, 307, 312, 314, 315, 318, on détermine si le véhicule
est exposé à au moins une influence du trafic qui aboutit habituellement à une réduction
de la vitesse du véhicule par rapport à la vitesse normale sans influence du trafic
;
- dans une seconde étape, pour chaque influence du trafic, correspondante, on fixe
une valeur N1, N2, N3, N4, N5, N6 pour l'influence du trafic concernée ;
- dans une troisième étape, on additionne 305, 310, 313, 315, 317, 319 les valeurs
des influences du trafic pour former une valeur totale des influences du trafic ;
- dans une quatrième étape 320 on compare la valeur totale obtenue M6 à une valeur
de référence prédéfinie Mb ; et
- dans une cinquième étape 321, on réduit 321 un seuil inférieur de vitesse S1 et/ou
un seuil supérieur de vitesse S2, si la valeur totale M6 est supérieure ou égale à
la valeur de référence Mb.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
les valeurs N1, N2, N3, N4, N5, N6, pour les différentes influences de circulation
302, 307, 312, 314, 316, 318 sont au moins en partie différentes.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce qu'
on fixe ou on additionne la valeur N1, N2 de l'influence du trafic concerné seulement
si cette influence du trafic est ininterrompue pendant une durée prédéfinie K1, K2.
4. Procédé selon la revendication 3,
caractérisé en ce qu'
on a des durées K1, K2 au moins en partie différentes pour des influences de circulation
différentes 303, 307.
5. Procédé selon l'une des revendications 3 ou 4,
caractérisé en ce que
l'on saisit la durée Tw 1, Tw2, pendant laquelle existe l'influence de circulation
concernée à l'aide d'un compteur 303, 308 associé à cette influence du trafic et on
met à « 0 » l'état de comptage du compteur 306, 311 lorsque l'influence du trafic
disparaît.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5,
caractérisé en ce qu'
on détermine l'influence du trafic « pluie » en demandant l'état des essuie-glace
du pare-brise 302 et/ou l'influence du trafic « chaussée glissante » en interrogeant
l'état du système ASC et/ou DSC ou ABS 307, et/ou l'influence du trafic « brouillard
» en interrogeant l'état des feux de brouillard 312 et/ou l'influence de circulation
« trajet sinueux » 314 en surveillant l'angle de braquage et/ou l'influence du trafic
luminosité en interrogeant un capteur de lumière diurne ou en interrogeant l'état
des feux de croisement 316 et/ou l'influence du trafic « température extérieure »
en vérifiant si la température extérieure est inférieure à 4°C et si de plus les essuie-glace
de pare-brise sont en marche 318.
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'
on réduit à environ 90 % de la valeur avant réduction le seuil inférieur de vitesse
S1 et/ou le seuil supérieur de vitesse S2 si la valeur totale obtenue est supérieure
ou égale à la valeur de référence 320.
8. Procédé de transmission de données d'état du trafic d'un premier véhicule vers un
second véhicule,
caractérisé en ce que
la collecte des données concernant l'état du trafic se fait à l'aide d'un procédé
selon l'une des revendications de procédé précédentes.
9. Procédé pour générer et émettre des données d'état du trafic dans un véhicule,
caractérisé en ce que
la génération des données d'état du trafic se fait à l'aide d'un procédé selon l'une
des revendications 1 à 7.
10. Programme d'ordinateur en tant que produit utilisé dans un véhicule pour générer et
émettre des données d'état du trafic,
caractérisé en ce que
le programme d'ordinateur exécute un procédé selon l'une des revendications de procédé
1 à 7.