[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Transport- und Lagergestell, insbesondere
eine Langgutpalette, mit mindestens zwei U-förmigen Trägem, die über Profile miteinander
verbunden und durch diese beabstandet gehalten sind.
[0002] Es gibt Paletten für Langgut, die aus miteinander verschweißten Stahlprofilen bestehen,
sodass auch große Gewichtslasten aufgenommen werden können und die Palette sowohl
über einen Kran als auch mit einem Gabelstapler transportiert werden kann. Die Herstellung
dieser Paletten ist jedoch relativ aufwendig und die Handhabung ist aufgrund des hohen
Eigengewichtes nur mit entsprechenden Maschinen möglich.
[0003] Aus der DE 199 23 328 ist eine Vorrichtung zur Aufnahme von Stückgut bekannt, bei
der mehrere U-förmige Bügel vorgesehen sind, die über Hohlprofile miteinander verbunden
sind. In den Hohlprofilen sind Spannelemente vorgesehen, die die Bügel zusammen ziehen.
Nachteilig bei dieser Vorrichtung ist, dass bei Angreifen eines Gabelstaplers in einem
mittigen Bereich die Hohlprofile seitlich stark nach unten biegen können. Auch beim
Transport über einen Kran kann sich der mittlere Bereich relativ stark nach unten
durchbiegen. Neben den statischen Schwächen besteht bei der vorbekannten Vorrichtung
der Nachteil, dass die Montage und die Demontage der einzelnen Teile relativ aufwendig
ist, da bei der Montage ein Spannelement von ca. 6 Meter Länge durch eine Vielzahl
von Wangen und Hohlprofilen geführt werden muss.
[0004] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Transport- und Lagergestell zu
schaffen, das bei einfachem Aufbau hohe statische Belastungen aufnehmen kann.
[0005] Diese Aufgabe wird mit einem Transport- und Lagergestell mit den Merkmalen des Anspruches
1 gelöst.
[0006] Erfindungsgemäß sind zwischen zwei Trägem mehrere winklig zu den Profilen angeordnete
Spannelemente vorgesehen, mittels denen die Träger zueinander vorgespannt sind. Dadurch
sind die Träger nicht nur über horizontal angeordnete Profile miteinander verbunden,
sondern die quer zu den Profilen angeordneten Spannelemente verstärken fachwerkartig
die Verbindung zwischen zwei Trägern. Dadurch können Belastungen durch einseitiges
Anheben des Transport- und Lagergestelles besser aufgenommen werden und es findet
nur eine geringe Verbiegung statt. Zudem sind die Spannelemente leichter zugänglich
und können einfacher montiert werden, da sie nicht in den Profilen verdeckt angeordnet
sind.
[0007] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung sind jeweils zwei Spannelemente
diagonal gekreuzt zwischen zwei Trägem gespannt. Dadurch können die Kraftkomponenten
quer zu den Profilen jeweils ausgeglichen werden und es entsteht ein stabiler fachwerkartiger
Aufbau.
[0008] Vorzugsweise sind die Profile senkrecht zu einer durch die U-förmigen Träger aufgespannten
Ebene angeordnet und die Spannelemente an Schenkeln der Träger festgelegt. Die Spannelemente
sind dadurch in einem seitlichen Bereich des Transport- und Lagergestells angeordnet
und somit gut zugänglich, gerade für Reparaturarbeiten. Dabei können zwei Profile
pro Schenkel vorgesehen sein, zwischen denen zwei diagonal gekreuzte Spannelemente
angeordnet sind, sodass die Spannelemente von den Profilen umgeben sind. Das Transport-
und Lagergestell kann beispielsweise drei bis neun U-förmige Träger aufweisen, die
über Profile und Spannelemente miteinander verbunden sind. Die Spannelemente können
dabei jeweils zwischen zwei benachbarten Trägem gespannt sein, es ist natürlich auch
möglich, die Spannelemente zu dem übernächsten Träger zu spannen. An einem mittleren
Träger kann beispielsweise auch nur eine Umlenkung für die Spannelemente vorgesehen
sein.
[0009] Für eine einfache Montage weisen die Träger Aufnahmen auf, in die die Profile formschlüssig
oder mit Presssitz einsteckbar sind. Ferner sind an den Trägem Befestigungsmittel
vorgesehen, um die Spannelemente in einer gespannten Position zu fixieren. Die Spannelemente
können dabei als Spanngurte, Seile, Bänder oder Bleche ausgebildet sein.
[0010] Damit das Transport- und Lagergestell nur ein geringes Eigengewicht aufweist, sind
die Träger vorzugsweise aus Kunststoff hergestellt, der bei Bedarf auch mit festigkeitssteigernden
Füllstoffen, wie Glasfasern usw. angereichert sein kann. Auch die Profile können aus
Kunststoff und/oder Metall hergestellt sein.
[0011] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen mit Bezug auf die
beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Ansicht eines Ausführungsbeispiels eines Transport- und Lagergestells;
- Figur 2
- eine Detailansicht der Befestigung an einem Träger, und
- Figur 3
- eine Detailansicht einer modifizierten Ausgestaltung der Befestigung an einem Träger.
[0012] Ein Transport- und Lagergestell 1 dient zur Aufnahme von länglichen Gegenständen,
wie Stangen und Profilen, die beispielsweise 6 Meter lang sein können, und wird daher
auch als "Langgutpalette" bezeichnet. Das Transport- und Lagergestell 1 umfasst U-förmige
Träger 2, 3, 4, die aus Kunststoff hergestellt sind und jeweils einen bodenseitig
angeordneten Balken 7 aufweisen, von dem sich zwei Schenkel 8 nach oben erstrecken.
Die Träger 2, 3, 4 spannen mit dem Balken 7 und den Schenkeln 8 eine Ebene auf, von
der sich senkrecht Profile 5 erstrecken, die zwei Träger 2, 3, 4 miteinander verbinden
und auf Distanz halten. Die Profile 5 sind derart an den Schenkeln 8 montierbar, dass
diese an den Trägem 2, 3, 4 eingesteckt und vorfixiert werden können. Anschließend
werden bei der Montage Spannelemente 6 vorgesehen, die zwischen zwei Trägem 2, 3,
und 4 in einem Winkel von mehr als 20° zu den Profilen diagonal vorgespannt und fixiert
werden. Hierdurch werden statisch vorteilhafte Dreieckselemente gebildet, die eine
besonders hohe Stabilität für eine Lastabtragung besitzen.
[0013] In Figur 2 ist ein Endabschnitt eines Schenkels 8 des aus Kunststoff einstückig hergestellten
Trägers 2, 3, 4 dargestellt. Das Profil 5 ist als Hohlprofil ausgebildet und weist
eine im Querschnitt im Wesentlichen rechteckförmige Kontur auf, wobei das Profil 5
in eine Aufnahme 9 an dem Schenkel 8 eingesteckt werden kann. Dabei kann auch ein
Vorsprung in die Hohlkammer des Profils 5 eingreifen.
[0014] Als Spannelement 6 ist ein Seil vorgesehen, das aus Stahl besteht und eine Schlaufe
um einen Zapfen 10 bildet. Das Seil lässt sich mit der Schlaufe schnell an dem Zapfen
10 montieren und über bekannte Klemmelemente festlegen.
[0015] Das Profil 5 wird vorzugsweise für eine klemmende Verbindung mit einem Übermaß in
die Aufnahme 9 gesteckt. Hierdurch entsteht eine stabile Verbindung zwischen Profil
5 und Träger 2, 3, 4. Es können auch noch zusätzliche Sicherungselemente, wie Querstifte,
Rastmittel oder dergleichen eingesetzt werden, sodass sich hierdurch bereits eine
gewisse Festigkeit und eine Vorfixierung ergibt. Die Aufnahme 9 für die Profile ist
an die Geometrie des Profils 5 angepasst. Es können statt rechteckförmigen Profilen
5 natürlich auch elliptische, kreisförmige und andere Profile eingesetzt werden, deren
Wandstärke sich an den erforderlichen Belastungen orientiert, insbesondere auch an
den Kräften durch die Spannelemente 6.
[0016] In Figur 3 ist eine modifizierte Ausführungsform eines Schenkels 8 eines Trägers
2, 3, 4 gezeigt. Das Profil 5 ist an einer Aufnahme 9 eingesteckt und dort festgelegt.
Das Spannelement 6 ist mittig an dem Schenkel 8 angeordnet und über einen Bolzen 11
festgelegt, der an dem Schenkel 8 über eine Mutter 12 fixiert ist. Durch den Bolzen
11 und die Mutter 12 lässt sich das als Bandblech ausgebildete Spannelement 6 in der
gewünschten Position an dem Schenkel 8 fixieren. Statt dem Bolzen 11 kann auch ein
anderes Befestigungsmittel eingesetzt werden, das über ein Verrasten, Verschrauben
oder Klemmen eine Fixierung des Spannelementes 6 erreicht. Der Bolzen 11 kann auch
als Exzenter ausgebildet sein, sodass hierüber noch Toleranzen ausgeglichen werden
können oder zusätzlich eine Spannung auf das Spannelement 6 aufgebracht werden kann.
[0017] In den dargestellten Ausführungsbeispielen sind verschiedene Spannelemente 6 dargestellt.
Natürlich können auch andere Spannelemente 6 vorgesehen sein, die über Hebel, Schrauben
oder andere Mittel gespannt und fixiert werden können. Die Profile 5 können dabei
getrennt von den Spannelementen 6 montiert werden, sodass im Falle einer Beschädigung
eines Elementes dieses einzeln ausgewechselt werden kann und das Transport- und Lagergestell
1 im Übrigen weiter benutzt werden kann. Das Gesamtgewicht des Transport- und Lagergestelles
1 ist aufgrund des Einsatzes von Kunststoffmaterialien relativ leicht.
1. Transport- und Lagergestell (1), insbesondere Langgutpalette, mit mindestens zwei
U-förmigen Trägem (2, 3, 4) die über Profile (5) miteinander verbunden und durch diese
beabstandet gehalten sind, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen zwei Trägem (2, 3, 4) mehrere winklig zu den Profilen (5) angeordnete Spannelemente
(6) vorgesehen sind, mittels denen die Träger (2, 3, 4) zueinander vorgespannt sind.
2. Transport- und Lagergestell nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils zwei Spannelemente (6) diagonal gekreuzt zwischen zwei Träger (2, 3, 4) gespannt
sind.
3. Transport- und Lagergestell nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Profile (5) senkrecht zu einer durch die U-förmigen Träger (2, 3, 4) aufgespannten
Ebene angeordnet sind und die Spannelemente (6) an Schenkeln (8) der Träger (2, 3,
4) festgelegt sind.
4. Transport- und Lagergestell nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass zwei U-förmige Träger (2, 3, 4) an ihren Schenkeln (8) über jeweils zwei Profile
(5) miteinander verbunden sind und innerhalb der Profile (5) zwei diagonal gekreuzte
Spannelemente (6) angeordnet sind.
5. Transport- und Lagergestell nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass drei bis neun U-förmige Träger (2, 3, 4) vorgesehen sind, die über Profile (5) und
Spannelemente (6) miteinander verbunden sind.
6. Transport- und Lagergestell nach einem Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Profile (5) in Aufnahmen an den Trägem (2, 3, 4) einsteckbar sind.
7. Transport- und Lagergestell nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass an den Trägem (2, 3, 4) Befestigungsmittel vorgesehen sind, um die Spannelemente
(6) in einer vorgespannten Position zu fixieren.
8. Transport- und Lagergestell nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannelemente (6) als Spanngurte, Stahlseile oder Bandbleche ausgebildet sind.
9. Transport- und Lagergestell nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Träger (2, 3, 4) aus Kunststoff hergestellt ist.