[0001] Die Erfindung betrifft eine Kombi-Spundwand nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Kombi-Spundwände der eingangs genannten Art sind aus der DE 297 18 052 U1, der EP
0 072 118 A1 oder auch der DE 103 8 769 A1 bekannt und werden beispielsweise zur Uferabsicherung
in Häfen und an Flüssen oder auch zur Abstützung von Böschungen, zur Errichtung von
Kaimauern und ähnliches verwendet. Die bekannten Kombi-Spundwände werden aus Trägerelementen,
wie Doppel-T-Trägern, und diese miteinander direkt verbindenden Verbindungsprofile
gebildet, welche eine zumindest annähernd wasserdichte Verbindung zwischen den Trägerelementen
gewährleisten sollen. Die Verbindungsprofile sind hierzu mit Schlosselementen ausgestattet,
welche mit entsprechend ausgebildeten Schlosselementen an den Trägerelementen in Eingriff
stehen. Sind die durch das Erdreich entstehenden Belastungen an den Kombi-Spundwänden
moderat, wird zwischen jeweils zwei nebeneinander angeordneten Trägerelementen jeweils
wenigstens eine Spundbohle, auch Füllbohle genannt, positioniert, wodurch die Anzahl
zu verwendender Trägerelemente, welche für das Widerstandsmoment der Kombi-Spundwand
maßgeblich verantwortlich sind, reduziert werden kann. Um eine geschlossene, wasserdichte
Spundwand zu bilden, werden auch die Spundbohlen an ihren Längskanten durch Schlosselemente,
wie Haken- oder Klauenleisten miteinander gekoppelt, während die unmittelbar benachbart
zu den Trägerelementen angeordneten Spundbohlen durch die Verbindungsprofile mit den
Trägerelementen verbunden werden. Die Verbindungsprofile sind hierzu gleichfalls mit
entsprechenden Schlosselementen ausgestattet.
[0003] Bei den bekannten Kombi-Spundwänden besteht das Problem, dass die miteinander in
Eingriff stehenden Schlosselemente entweder so gefertigt sind, dass sie kaum relativ
zueinander bewegbar sind, oder die Schlosselemente sind so gestaltet, dass sie über
große Winkelbereich von bis zu ±45° schwenkbar sind. Werden nun die einzelnen Trägerelemente,
zwischen denen gegebenenfalls Spundbohlen positioniert sind, in den Boden gerammt,
besteht bei den Schlössern, bei denen die Schlosselemente nahezu keine Relativbewegung
untereinander zulassen, die Gefahr, dass die Schlosselemente beim Einrammen zumindest
abschnittsweise außer Eingriff gelangen oder die Schlösser ausbrechen. Hierdurch wird
einerseits die Standfestigkeit und Steifigkeit der gesamten Kombi-Spundwand beeinträchtigt,
während die Kombi-Spundwand andererseits an den nicht mehr miteinander in Eingriff
stehenden oder beschädigten Abschnitten der Schlosselemente wasserdurchlässig ist.
Werden dagegen Kombi-Spundwände eingesetzt, bei denen die Schlosselemente große Schwenkwinkel
ermöglichen, besteht das Problem, dass die Trägerelemente und Spundbohlen beim Einrammen
in das Erdreich ausweichen und sich aus ihren vorgegebenen Stellungen bewegen, so
dass eine exakte Positionierung der Kombi-Spundwand erschwert ist.
[0004] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es nun Aufgabe der Erfindung, eine Kombi-Spundwand
anzugeben, die ein genaues Positionieren der einzelnen Komponenten der Kombi-Spundwand
bei gleichzeitig ausreichender Standfestigkeit und Wasserdichtigkeit sicherstellt.
[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Kombi-Spundwand mit den Merkmalen nach
Anspruch 1 gelöst.
[0006] Bei der erfindungsgemäßen Kombi-Spundwand werden die Trägerelemente durch Verbindungsprofile
miteinander verbunden, deren Schlosselemente einerseits so gestaltet sind, dass eine
Mindestschwenkbarkeit des Trägerelementes mit seinem Schlosselement im Schlosselement
des Verbindungsprofils in einem Winkelbereich von ±3° gewährleistet ist. Hierdurch
wird erreicht, dass eventuelle Relativbewegungen der Trägerelemente untereinander
beim Einrammen ausgeglichen werden können, wodurch ein Herausspringen oder Lösen der
miteinander in Eingriff stehenden Schlosselemente des Verbindungsprofils und des Trägerelementes
oder eine Beschädigung der Schlösser wirksam verhindert ist. Andererseits sind die
Schlosselemente so ausgebildet, dass ein maximal zulässiger Schwenkbereich von ±10°
vorgegeben ist, bis zum dem eine Relativbewegung der miteinander in Eingriff stehenden
Schlosselemente des Verbindungsprofils und des Trägerelementes noch zugelassen wird,
so dass hierdurch die gewünschte, verhältnismäßig exakte Positionierung der Kombi-Spundwand
insgesamt noch gewährleistet ist. Die Schwenkbarkeit der miteinander in Eingriff stehenden
Schlosselemente wird beschränkt, sobald die Schlosselemente an zumindest zwei Berührungspunkten
oder Berührungslinien aneinander zur Anlage kommen.
[0007] Weitere Vorteile und Weiterbildungen der Erfindung werden aus der nachfolgenden Beschreibung
der Zeichnung sowie den Unteransprüchen ersichtlich.
[0008] Um eine möglichst exakte Positionierung der Kombi-Spundwand zu gewährleisten, wird
bei einer bevorzugten Ausführungsform vorgeschlagen, den zulässigen Winkelbereich,
in dem das Trägerelement und das mit diesem in Eingriff stehende Verbindungsprofil
zueinander verschwenkt werden können, auf einen maximal zulässigen Winkel von ±7°
zu begrenzen, während eine minimale Schwenkbarkeit von mindestens ±3° nach wie vor
erhalten bleibt.
[0009] Besonders bevorzugt wird das Verbindungsprofil mit sogenannten Keulen-Trägern verwendet,
also Doppel-T-Trägern, bei denen an den Enden der T-Balken jeweils ein im Querschnitt
keilförmiger Halteabschnitt vorgesehen ist. Zum Befestigen des Verbindungsprofils
an einem derartigen Trägerelement, wie einem Keulen-Träger, weist das Verbindungsprofil
als Schlosselement vorzugsweise zwei im Querschnitt gesehen von einer Mittelleiste
abstehende Halteleisten auf, zwischen die das Trägerelement mit dem im Querschnitt
keilförmigen Halteabschnitt einzuführen ist, Die erste der Halteleisten steht hierzu
etwa rechtwinklig von der Mittelleiste des Verbindungsprofils ab, während die zweite
der Halteleisten in Richtung der ersten Halteleiste unter einem Winkel geneigt von
der Mittelleiste absteht. Der Abstand und der Verlauf der Halteleisten zur Querschnittsform
des keilförmigen Halteabschnittes des Trägerelementes sind dabei so gestaltet, dass
das Verbindungsprofil relativ zum Trägerelement in einem Winkelbereich von ±3° bis
±10°, vorzugsweise in einem Winkelbereich von ±3° bis ±7° schwenkbar ist.
[0010] Bei einer alternativen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Spundwand, bei der herkömmliche
Doppel-T-Träger oder T-Träger als Trägerelemente zum Einsatz kommen, weist das Verbindungsprofil
vorzugsweise zwei im Querschnitt gesehen von einer Mittelleiste abstehende, zumindest
annähernd parallel zueinander verlaufende Halteleisten auf, zwischen die das Trägerelement
mit seinem im Querschnitt etwa rechteckigen Halteabschnitt eingeführt ist.
[0011] Um Kombi-Spundwände zu errichten, die einerseits eine hohe Standfestigkeit aufweisen,
bei denen jedoch andererseits die Anzahl an Trägerelementen, die für das gewünschte
Widerstandsmoment der Kombi-Spundwand erforderlich ist, auf ein Minimum reduziert
ist, wird bei einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Kombi-Spundwand
vorgeschlagen, zwischen zwei jeweils benachbarten Trägerelementen eine Spundbohle,
vorzugsweise eine Z-Spundbohle oder eine U-Spundbohle, zu positionieren, welche mit
den an den Trägerelementen jeweils gehaltenen Verbindungsprofilen gekoppelt ist.
[0012] Um das Verbauen der mit Trägerelementen und Spundbohlen ausgestatteten Kombi-Spundwänden
zu erleichtern, ist es von Vorteil, an dem mit der Spundbohle gekoppelten Verbindungsprofil
ein zweites Schlosselement auszubilden, welches mit einem an der Spundbohle ausgebildeten
Schlosselement in Eingriff kommt. Die miteinander in Eingriff stehenden Schlosselemente
des Verbindungsprofils und der Spundbohle sind im Querschnitt betrachtet vorzugsweise
derart gestaltet, dass die beiden Schlosselemente in einem Winkelbereich von mindestens
±3° bis maximal ±10°, vorzugsweise in einem Winkelbereich von mindestens ±3° bis maximal
±7° zueinander schwenkbar sind.
[0013] Bei einer besonders bevorzugten Weiterbildung dieser Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Kombi-Spundwand wird ferner vorgeschlagen, Verbindungsprofile zum Verbinden der Spundbohlen
mit den Trägerelementen zu verwenden, die mit einer sich über die gesamte Länge des
Verbindungsprofils erstreckenden C-förmigen Klauenleiste versehen sind. Durch die
C-förmige Gestaltung der Klauenleiste des Verbindungselementes wird ein sicherer Halt
des mit der Klauenleiste in Eingriff stehenden Schlosselementes der Spundbohle, beispielsweise
einer im Querschnitt ovalen Kopfleiste, gewährleistet. Dabei wird das Schlosselement
der Spundbohle beim Einrammen axial in die Klauenleiste eingeführt, wobei das Schlosselement
selbst von der Klauenleiste teilweise umgriffen ist, während die C-förmige Gestaltung
der Klauenleiste gleichzeitig die gewünschte Schwenkbarkeit des Schlosselementes der
Spundbohle in der Klauenleiste zulässt.
[0014] Soll dagegen eine Spundwand, bei der das Schlosselement als eine im Querschnitt C-förmige
Klauenleiste ausgebildet ist, mit dem benachbarten Trägerelementen verbunden werden
wird vorzugsweise ein Verbindungsprofil verwendet, welches eine im Querschnitt ovale
Kopfleiste aufweist, die in das als im Querschnitt C-förmige Klauenleiste ausgebildete
Schlosselement der Spundbohle eingesetzt werden kann. Hierdurch wird gleichfalls eine
ausreichende Schwenkbarkeit der Spundwand relativ zum Trägerelement sichergestellt.
[0015] Die beiden zuvor beschriebenen Grundformen für die Schlosselemente des Verbindungsprofils
stellen nur mögliche Gestaltungsformen dar. Grundsätzlich können die Schlosselemente
des Verbindungsprofils andere Querschnittsformen aufweisen, sofern die eingeschränkte
Schwenkbarkeit des Schlosselementes des Trägerelementes bzw. des Schlosselementes
der Spundwand im jeweiligen Schlosselement des Verbindungsprofils gewährleistet ist.
[0016] Müssen größere Abschnitte durch die Kombi-Spundwand abgestützt werden, können zwischen
jeweils zwei benachbarten Trägerelementen auch mehrere Spundbohlen eingesetzt werden,
welche gleichfalls durch Schlösser miteinander verbunden entsprechende Spundwandabschnitte
bilden.
[0017] Vorzugsweise können dabei zumindest zwei unmittelbar benachbart nebeneinander angeordnete
Spundbohlen durch ein Mittelgleitschloss miteinander verbunden sein, wobei das Mittelgleitschloss
mit zwei Schlosselementen versehen ist, welche mit zu diesen komplementär ausgebildeten
Schlosselementen, die an den beiden Spundbohlen vorgesehen sind, in Eingriff stehen.
Hierdurch ergibt sich eine besonders hohe Flexibilität bei der Gestaltung und dem
Verlauf des aus den Spundbohlen gebildeten Spundwandabschnittes.
[0018] Das Mittelgleitschloss ist vorzugsweise so gestaltet, dass die Schlosselemente des
Mittelgleitschlosses sowie die Schlosselemente der beiden miteinander verbundenen
Spundbohlen, die jeweils miteinander in Eingriff stehenden, jeweils in einem Winkelbereich
von mindestens ±3° bis maximal ±10°, besonders bevorzugt in einem Winkelbereich von
mindestens ±3° bis maximal ±7°, zueinander schwenkbar sind.
[0019] Um die gewünschte Flexibilität beim Aufbau der Kombi-Spundwand zu gewährleisten,
weist das Mittelgleitschloss bei einer besonders bevorzugten Weiterbildung zwei in
entgegengesetzte Richtungen weisende, im Querschnitt gesehen etwa C-förmige Klauenleisten
auf, in die die Spundbohlen mit ihren Schlosselementen eingehängt werden können.
[0020] Um die Spundwand im Bereich des Mittelgleitschlosses gegebenenfalls zusätzlich abstützen
zu können, wird ferner vorgeschlagen, am Mittelgleitschloss eine zusätzliche Anschlussleiste
vorzusehen, an der geeignete Stützelemente, wie zusätzliche T-Träger, mit der Kombi-Spundwand
verbunden werden können. Ist das Mittelgleitschloss mit den zuvor beschrieben C-förmigen
Klauenleisten versehen, ist es von besonderem Vorteil, wenn sich die Anschlussleiste
im Querschnitt des Mittelgleitschlosses betrachtet etwa rechtwinklig zu den Richtungen
der beiden C-förmigen Klauenleisten erstreckt.
[0021] Die Erfindung wird nachfolgend anhand zweier Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme
auf die beigefügte Zeichnung näher erläutert. Darin zeigt:
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf eine erste Ausführungsform eines Wandabschnittes einer erfindungsgemäßen
Kombi-Spundwand aus Keulen-Trägern und durch ein Mittelgleitschloss miteinander verbundenen
Z-Spundbohlen,
- Fig. 2
- einen vergrößerten Ausschnitt auf ein Verbindungsprofil, mit dem eine der Z-Spundbohlen
der Kombi-Spundwand an einem der Keulen-Träger befestigt ist,
- Fig. 3
- einen vergrößerten Ausschnitt auf das Mittelgleitschloss, das zwei Z-Spundbohlen der
Kombi-Spundwand miteinander verbindet,
- Fig. 4
- eine Draufsicht auf eine zweite Ausführungsform eines Wandabschnittes einer erfindungsgemäßen
Kombi-Spundwand aus Keulen-Trägern und Z-Spundbohlen, und
- Fig. 5
- einen vergrößerten Ausschnitt auf ein weiteres Verbindungsprofil, mit dem eine der
Z-Spundbohlen der Kombi-Spundwand an einem der Keulen-Träger befestigt ist.
[0022] Fig. 1 zeigt in Draufsicht ein erstes Ausführungsbeispiel eines Wandabschnittes einer
erfindungsgemäßen Kombi-Spundwand 10. Die Kombi-Spundwand 10 ist im vorliegenden Fall
aus zwei beanstandet zueinander angeordneten Keulen-Trägern 12 gebildet, zwischen
die zwei Z-förmige Spundbohlen 14 eingesetzt sind. Anstelle der beiden miteinander
gekoppelten Z-förmigen Spundbohlen 14 kann beispielsweise auch eine einzige U-förmige
Spundbohle zum Einsatz kommen. Zwischen jeder Spundbohle 14 und jedem Keulen-Träger
12 ist ein Verbindungsprofil 16 angeordnet, an dem der Keulen-Träger 12 mit dem einen
Ende eines seiner beiden T-Balken 18 und die Spundbohle 14 mit einer ihrer Längskanten
eingehängt ist. Die beiden anderen Längskanten der Spundbohlen 14 sind an einem gemeinsamen
Mittelgleitschloss 20 eingehängt. Sowohl das Verbindungsprofil 16 als auch das Mittegleitschloss
20 haben im Querschnitt betrachtet eine gleichbleibende Querschnittsform und sind
in ihren Längen an die Längen der Keulen-Träger 12 und der Spundbohlen 14 angepasst.
[0023] In Fig. 2 ist in vergrößerter Darstellung ein Ausschnitt der Kombi-Spundwand 10 gezeigt,
in dem das den in Fig. 1 links gezeigten Keulen-Träger 12 mit der Spundbohle 14 verbindende
Verbindungsprofil 16 gezeigt ist. Das Verbindungsprofil 16 weist eine Mittelleiste
22 auf, von deren einem Ende eine erste Halteleiste 24 rechtwinklig absteht. Vom anderen
Ende der Mitteleiste 22 steht in gleicher Richtung eine zweite Halteleiste 26 ab,
welche unter einem Winkel von etwa 45° geneigt in Richtung der ersten Halteleiste
24 verläuft und etwa auf gleicher Höhe mit dieser endet. Hierdurch ist ein in im Querschnitt
dreieckiger Aufnahmekanal 28 gebildet, der an seiner der Mittelleiste 22 abgewandten,
sich verjüngenden Seite offen ist.
[0024] In den Aufnahmekanal 28 ist das eine Ende des T-Balkens 18 des Keulen-Trägers 12
eingesetzt. Um ein Herausrutschen des T-Balkens 18 aus dem Aufnahmekanal 28 zu verhindern,
ist das Ende des T-Balkens 18 im Querschnitt betrachtet zu einem keilförmigen Halteabschnitt
30 erweitert. Der Aufnahmekanal 28 und der Halteabschnitt 30 sind dabei so bemessen,
dass das Verbindungsprofil 16 in einem Winkelbereich α von mindestens ±3° und einem
Winkelbereich von maximal ±7° gegenüber dem T-Balken 16 schwenkbar ist, wie in Fig.
2 angedeutet ist. Die Schwenkbewegung endet, sobald der Halteabschnitt 30 im Aufnahmekanal
28 mit seiner Außenkontur an mindestens zwei Berührungslinien an der Innenkontur des
Aufnahmekanals 28 anliegt.
[0025] Von der entgegengesetzten Flachseite der Mittelleiste 22 steht etwa mittig als Anschlusselement
eine Halsleiste 32 rechtwinklig ab, an deren Ende eine im Querschnitt ovale Kopfleiste
34 angeformt ist. Die ovale Kopfleiste 34 ist in einer im Querschnitt C-förmigen Klauenleiste
36 aufgenommen, welche an dem einen Ende der Spundbohle 14 ausgeformt ist. Die Kopfleiste
34 und die Klauenleiste 36 sind auch hier so gestaltet und ausgeformt, dass die Spundbohle
14 und das Verbindungsprofil 16 zumindest in einem Winkelbereich β von mindestens
±3° und einem Winkelbereich von maximal ±7° relativ zueinander schwenkbar sind, wie
in Fig. 2 angedeutet ist. Auch hier endet die Schwenkbewegung, wenn die Kopfleiste
34 mit ihrer Außenkontur an mindestens zwei Berührungslinien an der Innenkontur der
C-förmigen Klauenleiste 36 anliegt.
[0026] In Fig. 3 ist in vergrößerter Darstellung das Mittelgleitschloss 22 mit den beiden
eingehängten Spundbohlen 14 gezeigt. Das Mittelgleitschloss 22 weist zwei in entgegengesetzte
Richtungen weisende, im Querschnitt C-förmige Klauenleisten 38 auf, die jeweils ein
als Kopfleiste 40 ausgebildetes Schlosselement einer der beiden Spundbohlen 14 umgreifen.
Auch hier sind die Klauenleisten 38 des Mittelgleitschlosses 22 sowie die Kopfleisten
40 der beiden Spundbohlen 14 so gestaltet und bemessen, dass das Mittelgleitschloss
22 relativ zu jeder Spundbohle 14 in einem Winkelbereich γ von mindestens ±3° bis
maximal ±7° schwenkbar ist. Die Schwenkbewegung endet, wenn die Kopfleisten 40 im
Mittelgleitschloss 22 jeweils an mindestens zwei Berührungslinien anliegen.
[0027] Durch die beschränkte Schwenkbarkeit der Keulen-Träger 12 und der Spundbohlen 14
relativ zu den Verbindungsprofilen 16 und dem Mittelgleitschloss 22 ist einerseits
ein Herausspringen der Schlosselemente, wie den Kopfleisten 34 und 40, aus den C-förmigen
Klauenleisten 36 und 38 verhindert, da die Schlosselemente in begrenztem Umfang relativ
zueinander beweglich sind, während andererseits durch die Einschränkung der Schwenkbarkeit
auf maximal ±7° ein ordnungsgemäßes Verbauen der Kombi-Spundwand 10 möglich ist.
[0028] In Fig. 4 ist ein zweites Ausführungsbeispiel einer Kombi-Spundwand 50 gezeigt, die
gleichfalls aus zwei Keulen-Trägern 52 und zwei Spundbohlen 54 gebildet ist. Die beiden
Z-förmigen Spundbohlen 54 entsprechen den zuvor beschriebenen Spundbohlen 14, sind
jedoch so verbaut, dass jeweils eine Kopfleiste 56 einer Spundbohle 54 mit der C-förmigen
Klauenleiste 58 der anderen Spundbohle 54 in Eingriff steht. Hierdurch kann auf die
Verwendung des beim ersten Ausführungsbeispiel geschilderten Mittelgleitschlosses
22 verzichtet werden.
[0029] Das andere Ende der einen Spundbohle 54, an dem gleichfalls die C-förmige Klauenleiste
58 ausgebildet ist, ist durch ein Verbindungsprofil 60, das dem zuvor beschriebenen
Verbindungsprofil 16 entspricht, mit dem Keulen-Träger 52 verbunden. Auch hier ist
das Verbindungsprofil 60 so bemessen, dass es relativ zum Keulen-Träger 52 sowie relativ
zur Spundbohle 54 jeweils in einem Winkelbereich α bzw. β von mindestens ±3° bis maximal
±7° schwenkbar ist.
[0030] Die andere Spundbohle 54 ist durch ein zweites Verbindungsprofil 62, dessen Aufbau
nachfolgend unter Bezugnahme auf die Fig. 5 näher erläutert wird, mit dem Keulen-Träger
52 verbunden.
[0031] Das zweite Verbindungsprofil 62 hat gleichfalls eine Mittelleiste 64, von der eine
erste Halteleiste 66 rechtwinklig absteht, während bestandet von dieser eine zweite
Halteleiste 68 unter einem Winkel von etwa 45° geneigt zur Mittelleiste 64 verläuft.
Die beiden Halteleisten 66 und 68 bilden einen im Querschnitt offenen etwa dreieckigen
Aufnahmekanal 70 zur Aufnahme des keilförmigen Halteabschnittes 72 des Keulen-Trägers
52. Auch hier ist eine relative Schwenkbarkeit des zweiten Verbindungsprofils 62 zum
keilförmigen Halteabschnitt 72 des Keulen-Trägers 52 in einem Winkelbereich α von
mindestens ±3° bis maximal ±7° im Querschnitt betrachtet gegeben.
[0032] An der dem Aufnahmekanal 70 entgegengesetzten Seite der Mittelleiste 64 ist eine
im Querschnitt C-förmige Klauenleiste 74 ausgebildet, in die die Kopfleiste 56 der
zweiten Spundbohle 54 eingehängt ist. Die im Querschnitt C-förmige Klauenleiste 74
sowie die Kopfleiste 56 sind dabei gleichfalls so bemessen und gestaltet, dass die
Spundbohle 56 sowie das zweite Verbindungsprofil 64 in einem Winkelbereich δ von mindestens
±3° bis maximal ±7° im Querschnitt betrachtet relativ zueinander verschwenkt werden
können.
[0033] Dadurch dass die unterschiedlichen Komponenten der Kombi-Spundwände 10 und 50 jeweils
in einem begrenzten Winkelbereich α, β, γ und δ von mindestens ±3° bis maximal ±7°
relativ zueinander schwenkbar sind, können die Komponenten der Kombi-Spundwände 10
und 50 einerseits sehr genau in das Erdreich gerammt werden, während andererseits
ein sich Lösen einzelner miteinander in Eingriff stehender Schlosselemente der Komponenten
durch die zugelassene Schwenkbarkeit verhindert ist.
[0034] Die beiden zuvor gezeigten Abschnitte der Kombi-Spundwände 10 und 50 stellen nur
zwei der vielseitigen Möglichkeiten dar, Trägerelemente, Spundbohlen, Verbindungsprofile
und Mittelgleitschlösser zur Bildung von Kombi-Spundwänden miteinander zu verbinden.
Selbstverständlich bestehen nahezu unbegrenzte weitere Variationsmöglichkeiten der
Anordnung und Kopplung. So können mehrere Spundbohlen zwischen den Trägerelementen
angeordnet sein. Auch können herkömmliche Verbindungsprofile, deren Schlosselemente
keine ausreichende Schwenkbarkeit gewährleisten, kombiniert mit den erfindungsgemäß
gestalteten Verbindungsprofilen verwendet werden. Erfindungswesentlich ist nur, dass
die Schlosselemente zumindest eines Teiles der Verbindungsprofile und die mit diesen
in Eingriff stehenden Schlosselemente der betreffenden Trägerelemente bzw. Spundbohlen
so gestaltet sind, dass die begrenzte Schwenkbarkeit mit einem Winkel α, β, γ bzw.
δ in einem vorgegebenen Winkelbereich gegeben ist. Der zulässige Schwenkwinkel liegt
dabei in einem Winkelbereich von mindestens ±3° bis maximal ±10°. In bestimmten Fällen,
wenn ein sehr exaktes Verbauen der Kombi-Spundwand gewünscht ist, sollte der Schwenkwinkel
auf einen Bereich von mindestens ±3° bis maximal ±7° begrenzt sein.
Bezugszeichenliste:
[0035]
- 10
- Kombi-Spundwand
- 12
- Keulen-Träger
- 14
- Z-Spundbohle
- 16
- Verbindungsprofil
- 18
- T-Balken
- 20
- Mittelgleitschloss
- 22
- Mittelleiste
- 24
- Halteleiste
- 26
- Halteleiste
- 28
- Aufnahmekanal
- 30
- keilförmiger Halteabschnitt
- 32
- Halsleiste
- 34
- Kopfleiste
- 36
- C-förmige Klauenleiste
- 38
- C-förmige Klauenleiste
- 40
- Kopfleiste
- 50
- Kombi-Spundwand
- 52
- Keulen-Träger
- 54
- Z-Spundbohlen
- 56
- Kopfleiste
- 58
- C-förmige Klauenleiste
- 60
- Verbindungsprofil
- 62
- zweites Verbindungsprofil
- 64
- Mittelleiste
- 66
- erste Halteleiste
- 68
- zweite Halteleiste
- 70
- dreieckiger Aufnahmekanal
- 72
- keilförmiger Halteabschnitt
- 74
- C-förmige Klauenleiste
1. Kombi-Spundwand, die zumindest aus Trägerelementen (12; 52), insbesondere T-Trägern
und Doppel-T-Trägern, sowie die Trägerelemente (12; 52) direkt oder indirekt miteinander
verbindenden Verbindungsprofilen (16; 60, 62) gebildet ist, wobei jedes Verbindungsprofil
(16; 60, 62), das mit einem der Trägerelemente (12; 52) direkt gekoppelt ist, ein
Schlosselement (24, 26; 66, 68) aufweist, welches mit einem an dem betreffenden Trägerelement
(12; 52) ausgebildeten Schlosselement (30; 72) in Eingriff steht,
dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden miteinander in Eingriff stehenden Schlosselemente (24, 26, 30; 66, 68,
72) des Verbindungsprofils (16; 60) und des Trägerelementes (12; 52) im Querschnitt
betrachtet derart gestaltet sind, dass die beiden Schlosselemente (24, 26, 30; 66,
68, 72) in einem Winkelbereich (α) von mindestens ±3° bis maximal ±10° zueinander
schwenkbar sind.
2. Kombi-Spundwand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Schlosselemente (24, 26, 30; 66, 68, 72) so gestaltet sind, dass sie in
einem Winkelbereich von mindestens ±3° bis maximal ±7° zueinander schwenkbar sind.
3. Kombi-Spundwand nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungsprofil (16; 60) als Schlosselement zum Befestigen am Trägerelement
(12; 52) zwei im Querschnitt gesehen von einer Mittelleiste (22; 64) abstehende Halteleisten
(24, 26; 66, 68) aufweist, zwischen die das Trägerelement (12; 52) mit einem im Querschnitt
keilförmigen Halteabschnitt (30; 72) eingeführt ist, wobei die erste der Halteleisten
(24; 66) etwa rechtwinklig von der Mittelleiste (22; 64) des Verbindungsprofils (16;
60) absteht, während die zweite der Halteleisten (26; 68) in Richtung der ersten Halteleiste
(24; 66) unter einem Winkel geneigt von der Mittelleiste (22; 64) absteht.
4. Kombi-Spundwand nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungsprofil zum Befestigen am Trägerelement zwei im Querschnitt gesehen
von einer Mittelleiste abstehende, zumindest annähernd parallel zueinander verlaufende
Halteleisten aufweist, zwischen die das Trägerelement mit einem Halteabschnitt eingeführt
ist.
5. Kombi-Spundwand nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen jeweils zwei benachbarten Trägerelementen (12; 52) mindestens eine Spundbohle
(14; 54) angeordnet ist, welche durch die Verbindungsprofile (16; 60) mit den beiden
Trägerelementen (12; 52) gekoppelt ist.
6. Kombi-Spundwand nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Verbindungsprofil (16; 60) ein zweites Schlosselement (34; 74) ausgebildet
ist, welches mit einem an der Spundbohle (14; 54) ausgebildeten Schlosselement (36,
40; 56, 58) in Eingriff steht, wobei die miteinander in Eingriff stehenden Schlosselemente
(34, 36; 56, 58, 74) des Verbindungsprofils (16; 60, 62) und der Spundbohle (14; 54)
im Querschnitt betrachtet derart gestaltet sind, dass die beiden Schlosselemente (34,
36; 56, 58, 74) in einem Winkelbereich (β, γ, δ) von mindestens ±3° bis maximal ±10°,
vorzugsweise in einem Winkelbereich (β, γ, δ) von mindestens ±3° bis maximal ±7° zueinander
schwenkbar sind.
7. Kombi-Spundwand nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass das das Trägerelement (12; 52) mit der Spundbohle (54) verbindende Verbindungsprofil
(16; 62) eine im Querschnitt C-förmige Klauenleiste (74) aufweist, in welche das vorzugsweise
als im Querschnitt ovale Kopfleiste (56) ausgebildete Schlosselement der Spundbohle
(54) eingehängt ist.
8. Kombi-Spundwand nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass das das Trägerelement (12; 52) mit der Spundbohle (14; 54) verbindende Verbindungsprofil
(16; 60) eine im Querschnitt ovale Kopfleiste (34) aufweist, welche in das als im
Querschnitt C-förmige Klauenleiste (36; 58) ausgebildete Schlosselement der Spundbohle
(14; 54) eingehängt ist.
9. Kombi-Spundwand nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen jeweils zwei benachbarten Trägerelementen (12; 52) mehrere Spundbohlen (14;
54) angeordnet sind, welche unter Bildung der Spundwand (10; 50) durch Schlösser miteinander
verbunden sind.
10. Kombi-Spundwand nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest zwei der Spundbohlen (14), die benachbart nebeneinander angeordnet sind,
durch ein Mittelgleitschloss (20) miteinander verbunden sind, wobei das Mittelgleitschloss
(20) mit zwei Schlosselementen (38) versehen ist, welche mit zu diesen komplementär
ausgebildeten Schlosselementen (40), die an den beiden Spundbohlen (14) vorgesehen
sind, in Eingriff stehen.
11. Kombi-Spundwand nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlosselemente (38) des Mittelgleitschlosses (20) sowie die Schlosselemente
(40) der beiden durch dieses miteinander verbundenen Spundbohlen (14) derart ausgebildet
sind, dass die jeweils miteinander in Eingriff stehenden Schlosselemente (38, 40)
in einem Winkelbereich (γ) von mindestens ±3° bis maximal ±10°, vorzugsweise in einem
Winkelbereich (γ) von mindestens ±3° bis maximal ±7° zueinander schwenkbar sind.
12. Kombi-Spundwand nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittelgleitschloss (20) zwei in entgegengesetzte Richtungen weisende, im Querschnitt
etwa C-förmige Klauenleisten (38) aufweist.
13. Kombi-Spundwand nach Anspruch 10, 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittelgleitschloss eine Anschlussleiste zum Anschluss eines Abstützelementes
für die Kombi-Spundwand aufweist.