| (19) |
 |
|
(11) |
EP 1 699 580 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
21.04.2010 Patentblatt 2010/16 |
| (22) |
Anmeldetag: 28.12.2004 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
|
| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
|
PCT/AT2004/000458 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
|
WO 2005/063421 (14.07.2005 Gazette 2005/28) |
|
| (54) |
VERFAHREN UND VORRICHTUNG ZUM HERSTELLEN EINES ZYLINDRISCHEN HOHLK RPERS AUS EINEM
ROHLING
METHOD AND DEVICE FOR THE PRODUCTION OF A HOLLOW CYLINDER FROM A BLANK
PROCEDE ET DISPOSITIF POUR PRODUIRE UN CORPS CREUX CYLINDRIQUE A PARTIR D'UNE EBAUCHE
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU MC NL PL PT RO SE SI
SK TR |
| (30) |
Priorität: |
30.12.2003 AT 20972003
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
13.09.2006 Patentblatt 2006/37 |
| (73) |
Patentinhaber: GFM Beteiligungs- und Management GmbH & Co KG |
|
4403 Steyr (AT) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- KOPPENSTEINER, Robert
A-4400 Steyr (AT)
|
| (74) |
Vertreter: Hübscher, Helmut et al |
|
Spittelwiese 7 4020 Linz 4020 Linz (AT) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 610 509 US-A- 4 157 026
|
US-A- 4 129 022
|
|
| |
|
|
- DATABASE WPI Section PQ, Week 198038 Derwent Publications Ltd., London, GB; Class
P52, AN 1980-J2481C XP002318576 & SU 715 195 A (ERMAKOV V V) 15. Februar 1980 (1980-02-15)
in der Anmeldung erwähnt
- DATABASE WPI Section Ch, Week 199207 Derwent Publications Ltd., London, GB; Class
M21, AN 1992-054916 XP002318577 & SU 1 634 355 A (URALS KIROV POLY) 15. März 1991
(1991-03-15)
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen eines
zylindrischen Hohlkörpers aus einem Rohling, wobei das Werkstück durch aufeinanderfolgende,
gegeneinander um die Achse des Werkstücks winkelversetzte Schmiedeverformungen im
Kernbereich geöffnet und zugleich auf einen Lochdorn aufgeschoben wird, gemäß Oberbegriffe
der Ansprüche 1 und 4.
[0002] Ein solches Verfahren und eine solche Vorrichtung sind aus der
SU 715 195 A bekannt.
Stand der Technik
[0003] Zum Herstellen eines zylindrischen Hohlkörpers aus einem vollen Rohling durch ein
Schmieden ist es bekannt (
EP 0 610 509 B1), den Rohling aufeinanderfolgenden, radialen Schmiedeverformungen auszusetzen und
zwischen den einzelnen Schmiedeverformungen um seine Achse zu drehen. Es hat sich
nämlich gezeigt, daß bei einem bestimmten, den Kernbereich des Rohlings erfassenden
Verformungsgrad durch Schmiedekräfte, die von einander diametral gegenüberliegenden
Seiten auf den Rohling einwirken, im Kernbereich des Rohlings Zugspannungen auftreten,
die ein Öffnen des Kerns bewirken, so daß durch ein schrittweises Drehen des Werkstücks
zwischen den einzelnen Schmiedeverformungen aus einem vollen Rohling ein zylindrischer
Hohlkörper geschmiedet werden kann. Nachteilig ist allerdings, daß durch die unvermeidbaren
Inhomogenitäten der Kernwerkstoff unregelmäßig geöffnet wird und im Bereich der Innenwandung
des entstehenden Hohlkörpers Risse verbleiben, die die Festigkeitseigenschaften des
Werkstücks erheblich beeinträchtigen. Zur Vermeidung solcher Risse im Bereich der
inneren Oberfläche des Hohlkörpers wurde bereits vorgeschlagen (
SU 715 195 A), den Kern durch einen Lochdorn zu öffnen, der in den Bereich der Schmiedeverformung
des Rohlings ragt, also in einen Bereich in dem die durch die Schmiedeverformung bedingten
Zugspannungen wirksam werden. Diese auf den Kern einwirkenden Zugspannungen erleichtern
das Eindringen des Lochdorns in den Kern des Werkstücks, wobei Risse vermieden werden,
wenn durch die axiale Lage des Dorns ein Öffnen des Kerns vor dem Dorn unterbunden
wird. Da der Lochdorn im wesentlichen nur während der Schmiedeverformungen des Werkstücks
in den Rohling eindringt, wird der axiale Werkstückvorschub zwischen den einzelnen
Schmiedeverformungen durch die elastische Verformbarkeit des Lochdorns in axialer
Richtung bestimmt, was den Werkstückvorschub erheblich einschränkt. Wird jedoch der
Lochdorn im wesentlichen nur zum Aufweiten des bereits geöffneten Kerns des Werkstücks
eingesetzt (
RU 2 010 655 C1) so können die beim Öffnen des Kerns entstehenden Oberflächenrisse durch den Dorn
nur geglättet und zum Teil überdeckt werden, weil der Werkstoff im Rißbereich soweit
oxidiert und abkühlt, daß selbst bei einem Warmschmieden ein Verschweißen der Risse
im Bereich des Lochdorns nicht mehr möglich ist.
Darstellung der Erfindung
[0004] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Herstellen eines
zylindrischen Hohlkörpers aus einem Rohling der eingangs geschilderten Art so auszugestalten,
daß der Werkstückvorschub erheblich gesteigert werden kann, ohne eine Rißbildung im
inneren Oberflächenbereich des Hohlkörpers befürchten zu müssen.
[0005] Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, daß das Werkstück während der Schmiedeverformungen
mit einer vorgebbaren Axialkraft gegen den entgegen dieser Axialkraft gegen das Werkstück
vorschiebbaren Lochdorn gedrückt wird, der zwischen den aufeinanderfolgenden Schmiedeverformungen
synchron mit dem axialen Vorschub des Werkstücks in seine Ausgangsstellung zurückbewegt
wird.
[0006] Da zufolge dieser Maßnahmen der Lochdorn während der Schmiedeverformung des Werkstücks
gegen das Werkstück vorgeschoben wird, um zwischen den einzelnen Schmiedeverformungen
während des axialen Werkstückvorschubes synchron mit dem Werkstück in seine Ausgangslage
zurückgestellt zu werden, hängt der Werkstückvorschub vom Arbeitshub des Lochdorns
ab, so daß der Werkstückvorschub entsprechend den jeweiligen Lochungsbedingungen gewählt
werden kann. Voraussetzung ist, daß das Werkstück mit einer ausreichenden Axialkraft
beaufschlagt wird, um ein Nachgeben des Werkstücks gegenüber dem Lochdorn während
dessen Arbeitshubes auszuschließen. Die auf das Werkstück aufzubringende Axialkraft
hängt daher unter anderem vom jeweiligen Werkstoff, von der Temperatur und von den
Verformungseigenschaften des Werkstücks sowie den Reibungsverhältnissen zwischen dem
Lochwerkzeug und dem Werkstück ab.
[0007] Wird das Werkstück vor der Schmiedeverformung auf seiner dem Lochdorn zugekehrten
Stirnseite mit einer zentrischen Vertiefung versehen, in die der Lochdorn am Beginn
der Schmiedeverformung eingreift, so können bereits im Bereich der dem Lochdorn zugekehrten
Stirnseite des Werkstücks Verformungsbedingungen geschaffen werden, die eine rißfreie
innere Oberfläche des zu fertigenden Hohlkörpers sicherstellen.
[0008] Reicht die mit Hilfe eines Lochdorns im Zusammenwirken mit einem Querschmieden bedingte
Werkstückverformung nicht aus, um einen vorgegebenen Lochdurchmesser zu erreichen,
so kann der Lochdurchmesser des Werkstücks in aufeinanderfolgenden Schritten jeweils
unter einer Schmiedeverformung stufenweise vergrößert werden.
[0009] Zur Durchführung eines Verfahrens zum Herstellen eines zylindrischen Hohlkörpers
kann von einer Vorrichtung mit wenigstens zwei einander bezüglich des Werkstücks diametral
gegenüberliegenden Schmiedewerkzeugen, mit einem den Schmiedewerkzeugen in Vorschubrichtung
des Werkstücks vorgelagerten Spannkopf, der mit einem axialen Vorschubantrieb und
einem Drehantrieb verbunden ist, und mit einem über einen Stelltrieb axial verlagerbaren
Lochdorn auf der dem vorgelagerten Spannkopf gegenüberliegenden Seite der Schmiedewerkzeuge
ausgegangen werden. Wird bei einer solchen Vorrichtung der den Schmiedewerkzeugen
vorgelagerte Spannkopf mit einem stirnseitigen Anschlag für das Werkstück sowie mit
einem Preßzylinder für das stirnseitig abgestützte Werkstück versehen, so braucht
nur mehr der Lochdorn über seinen Stelltrieb in Abhängigkeit vom Vorschubantrieb des
Spannkopfes axial hin- und hergehend verschiebbar ausgeführt zu werden, um bei einer
entsprechenden axialen Beaufschlagung des Werkstücks den Lochdorn während des Eingriffs
der Schmiedewerkzeuge entgegen der Werkstückvorschubrichtung zwischen den Schmiedewerkzeugen
vorzuschieben, um das Werkstück aufgrund der durch den Lochdorn bedingten Druckspannungen
und der zugleich im Öffnungssinn des Werkstückkerns wirksamen Zugspannungen zufolge
der Schmiedverformung in vorteilhafter Weise zu lochen. Werden die Schmiedewerkzeug
außer Eingriff mit dem Werkstück gebracht, so ist das Werkstück mit Hilfe des den
Schmiedewerkzeugen vorgelagerten Spannkopfes um einen vorgegebenen Winkel um seine
Achse zu drehen und entsprechend dem Arbeitshub des Lochdorns axial gegen die Schmiedewerkzeuge
vorzuschieben, wobei mit dem Werkstückvorschub synchron der Lochdorn in seine Ausgangsstellung
zurückzubewegen ist, um die Lochung in sich wiederholenden Verformungsschritten fortzusetzen
und zu beenden. Es versteht sich wohl von selbst, daß diese Lochung über die Werkstücklänge
durchgehen, sich aber auch nur über eine Teillänge erstrecken kann.
[0010] Die axiale Beaufschlagung des Werkstücks kann mit Hilfe des den Schmiedewerkzeugen
vorgelagerten Spannkopfes selbst erfolgen, wenn für eine stirnseitige Abstützung des
Werkstücks im Spannkopf gesorgt wird und der Preßzylinder am Spannkopf angreift. Günstigere
Konstruktionsverhältnisse ergeben sich allerdings, wenn der Preßzylinder am Spannkopf
vorgesehen ist und den eine Aufnahmeöffnung für den Lochdorn bildenden, stirnseitigen
Anschlag für das Werkstück beaufschlagt. Damit kann der Vorschubantrieb des Spannkopfes
vom Preßzylinder getrennt werden, so daß der Hub des Preßzylinders im Vergleich mit
dem für den Vorschubantrieb erforderlichen Stellweg klein gehalten werden kann. Zum
Vermeiden einer Behinderung der zwischen den Eingriffen der Schmiedewerkzeuge erforderlichen
Werkstückdrehung durch die axiale Beaufschlagung des Werkstücks mit Hilfe des Preßzylinders
kann der Preßzylinder mit einem Drehantrieb für den stirnseitigen Anschlag verbunden
werden, um das Werkstück mit dem stirnseitigen Anschlag synchron zu verdrehen.
[0011] Sind zwei den Schmiedewerkzeugen vor- und nachgeordnete Spannköpfe vorgesehen, was
im allgemeinen stets dann erforderlich wird, wenn für die Herstellung eines rohrförmigen
Werkstücks die Lochung über die gesamte Werkstücklänge vorgenommen wird, so ist auch
der den Schmiedewerkzeugen nachgeordnete Spannkopf mit einem Drehantrieb zu versehen.
Muß nämlich beim Lochen des dem vorgelagerten Spannkopf zugekehrten Werkstückendes
das Werkstück vom vorgelagerten Spannkopf freigegeben werden, so ist der Werkstückvorschub
durch den nachgeordneten Spannkopf sicherzustellen, der mit dem axialen Werkstückvorschub
auch die Drehung des Werkstücks vornehmen muß.
[0012] Zur stufenweisen Vergrößerung des Lochdurchmessers kann der Lochdorn ein Lochwerkzeug
mit abgestuften Durchmesserabschnitten aufweisen. Der Lochdorn ist dabei entsprechend
dem jeweiligen Arbeitsbereich gegenüber den Schmiedewerkzeugen zu positionieren, so
daß für jeden Durchmesserabschnitt des Lochwerkzeuges die Kernöffnung durch ein Querschmieden
für das Lochen ausgenützt werden kann. Dieses stufenweise Lochen des Werkstücks braucht
jedoch nicht auf eine Werkstückdurchlaufrichtung beschränkt zu werden. So ist es durchaus
möglich, beide Spannköpfe mit einem Preßzylinder zur stirnseitigen Beaufschlagung
des Werkstücks auszurüsten, um das Werkstück in beiden Vorschubrichtungen mit einer
entsprechenden Axialkraft beaufschlagen zu können. Der Lochdorn muß in einem solchen
Fall den Preßzylinder des zugehörigen Spannkopfes axial durchsetzen. Dieses Lochen
in entgegengesetzten Vorschubrichtungen kann mit Hilfe eines einzigen Lochdorns durchgeführt
werden, wenn das für die Lochung maßgebende Lochwerkzeug ausgewechselt wird. Es ist
aber auch möglich, jedem Spannkopf einen gesonderten Lochdorn zuzuordnen, der dann
den jeweiligen Preßzylinder axial durchsetzt.
Kurze Beschreibung der Zeichnung
[0013] Anhand der Zeichnung wird das erfindungsgemäße Verfahren näher erläutert.
[0014] Es zeigen
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Herstellen eines zylindrischen Hohlkörpers in
einer schematischen Seitenansicht,
- Fig.
- 2 diese Vorrichtung ausschnittsweise im Bereich der Schmiedewerkzeuge und des diesen
Schmiedewerkzeugen vorgelagerten Spannkopfes in einem schematischen Axialschnitt in
einem größeren Maßstab und
- Fig. 3
- eine abgewandelte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung in einem schematischen
Axialschnitt ausschnittsweise im Bereich der Schmiedewerkzeuge in einem größeren Maßstab.
Weg zur Ausführung der Erfindung
[0015] Die dargestellte Vorrichtung weist Schmiedewerkzeuge 1 in Form von Schmiedehämmern
auf, die bezüglich des Werkstücks 2 einander diametral gegenüberliegen. Obwohl lediglich
zwei Schmiedewerkzeuge ersichtlich sind, werden im allgemeinen zur Leistungssteigerung
zwei zueinander um 90° winkelversetzte Hammerpaare vorgesehen, die abwechselnd betätigt
werden. Das Werkstück 2, das in Form eines Rohlings mit vollem Querschnitt angeliefert
wird, aber auch bereits rohrförmig ausgebildet sein kann, wird mit Hilfe eines den
Schmiedewerkzeugen 1 in Vorschubrichtung 3 des Werkstücks 2 vorgelagerten Spannkopfes
4 geführt. Zu diesem Zweck ist der Spannkopf 4 in einem Gehäuse 5 drehbar gelagert,
das einen Drehantrieb 6 für den Spannkopf 4 trägt. Das Gehäuse 5 mit dem Spannkopf
4 ist mittels eines Schlittens 7 über einen Vorschubantrieb 8, vorzugsweise einen
Stellzylinder, entlang einer Führung 9 verstellbar. Der Spannkopf 4 weist außerdem
einen stirnseitigen Anschlag 10 für das Werkstück 2 auf. Dieser Anschlag 10 wird über
die Kolbenstange 11 eines Preßzylinders 12 axial beaufschlagt, der am Gehäuse 5 des
Spannkopfes 4 angeflanscht ist. Um das Mitdrehen des im Spannkopf 4 axial verschiebbar
gelagerten Anschlages 10 mit dem Spannkopf 4 sicherzustellen, kann ein synchron mit
dem Drehantrieb 6 für den Spannkopf 4 ansteuerbarer Drehantrieb 13 für die Kolbenstange
11 vorgesehen werden. Dabei ist darauf zu achten, daß trotz der drehfesten Verbindung
die axiale Verschiebbarkeit der Kolbenstange 11 nicht beeinträchtigt wird.
[0016] Wie insbesondere aus der Fig. 1 ersichtlich ist, ist den Schmiedewerkzeugen 1 ein
weiterer Spannkopf 14 nachgeordneten, der ebenfalls in einem Gehäuse 15 drehbar gelagert
ist und über einen Drehantrieb 16 angetrieben wird. In analoger Weise wird der Spannkopf
14 mit dem Gehäuse 15 über einen Schlitten 17 gelagert, der von einem Vorschubantrieb
18 entlang einer Führung 19 verfahren werden kann. Der hohl ausgebildete Spannkopf
14 wird jedoch von einem Lochdorn 20 durchsetzt, der über einen Stelltrieb 21 in Abhängigkeit
vom Werkstückvorschub hin- und hergehend angetrieben werden kann. Das Lochwerkzeug
22 des Lochdorns 20, das in den Bereich der Schmiedeverformungen des Werkstücks 2
zwischen die Schmiedewerkzeuge 1 ragt, weist ein sich verjüngendes Ende 23 und einen
daran anschließenden, zylindrischen Kalibrierabschnitt 24 auf, so daß das Lochen und
das Kalibrieren in einem Arbeitsgang vorgenommen werden kann.
[0017] Um den Einstich des Lochwerkzeuges 22 in die einlaufseitige Stirnseite des Werkstücks
2 zu erleichtern und Rißbildungen am Beginn der Lochung zu vermeiden, wird das Werkstück
2 vor dem eigentlichen Lochvorgang mit einer zentrischen Vertiefung 25 versehen, die
vor dem Einspannen des Werkstücks 2 gebohrt, aber auch nach dem Einspannen durch das
Lochwerkzeug 22 selbst oder ein in die Maschinenmitte positionierbares spezielles
Werkzeug hergestellt werden kann.
[0018] Zum Lochen wird das Werkstück 2 in den Zeitspannen, in denen es von den Schmiedewerkzeugen
1 freigegeben wird, mit Hilfe des Vorschubantriebes 8 schrittweise durch die Schmiedeeinrichtung
bewegt und gleichzeitig mit Hilfe des Drehantriebs 6 um einen vorgegebenen Winkelschritt
um seine Achse gedreht. Die nach diesen Vorschubbewegungen über die Schmiedewerkzeuge
1 durchgeführten Schmiedeverformungen bedingen im Kern des Werkstücks 2 Zugspannungen,
die im Öffnungssinn auf den Kern wirken und die vom Lochwerkzeug 22 herrührenden Druckspannungen
unterstützen, so daß die Lochung des Werkstücks 2 über den Lochdorn 20 mit einem vergleichsweise
geringen Kraftaufwand vorgenommen werden kann. Um einen größeren Durchsatz sicherzustellen,
wird der Lochdorn 20 während der Schmiedeverformung des Werkstücks 2 zwischen die
Schmiedewerkzeuge 1 entgegen der Vorschubrichtung 3 des Werkstücks 2 vorgeschoben,
wobei das Werkstück 2 mit einer entsprechenden Preßkraft in Vorschubrichtung 3 durch
den Preßzylinder 12 beaufschlagt wird. Während der Vorschubbewegung des Werkstücks
2 zwischen den Schmiedeverformungen wird der Lochdorn 20 über den Stellzylinder 21
synchron mit dem Vorschubantrieb 8 in seine Ausgangslage zurückgestellt, um bei der
darauffolgenden Schmiedeverformung wieder entgegen der Vorschubrichtung 3 gegen das
Werkstück 2 vorgeschoben zu werden. Wird das Werkstück 2 über seine gesamte axiale
Erstreckung gelocht, so kann der Werkstückvorschub in axialer Richtung und in Umfangsrichtung
nicht mehr durch den den Schmiedewerkzeugen 1 vorgelagerten Spannkopf 4 durchgeführt
werden, sobald das diesem Spannkopf 4 zugeordnete Werkstückende bearbeitet wird. In
diesem Fall übernimmt der gegenüberliegende Spannkopf 14 die Vorschubbewegungen sowohl
in axialer als auch in Umfangsrichtung. Die Beaufschlagung des Werkstücks 2 über den
Preßzylinder 12 des Spannkopfes 4 bleibt jedoch aufrecht. Der stirnseitige Anschlag
10 für das Werkstück 2 ist mit einer Aufnahmeöffnung 26 für das Lochwerkzeug 22 versehen,
so daß die Werkstückabstützung über den Preßzylinder 12 durchgehend gesichert ist.
[0019] Reicht die mit einem Durchmesser des Lochwerkzeuges 22 erreichbare Lochweite nicht
aus, so kann das Werkstück 2 stufenweise bearbeitet werden. Eine solche Bearbeitung
mit Hilfe eines Lochdorns 20, dessen Lochwerkzeug 22 zwei abgestufte Durchmesserabschnitte
27, 28 aufweist, ist in der Fig. 3 dargestellt. Nachdem das Werkstück 2 entsprechend
dem kleineren Durchmesserabschnitt 27 gelocht wurde, wird die vorhandene Lochung mit
Hilfe des größeren Durchmesserabschnittes 28 aufgeweitet, und zwar wiederum unter
einer gleichzeitigen Schmiedeverformung, so daß die durch diese Schmiedeverformung
wirksamen Zugspannungen vorteilhaft für den Lochvorgang genützt werden können. Um
die Aufweitung der Lochung vorzunehmen, ist der Lochdorn 20 mittels des Stelltriebes
21 so zu verlagern, daß der Durchmesserabschnitt 28 des Lochwerkzeuges 22 im Bereich
der Schmiedeverformungen des Werkstücks 2 durch die Schmiedewerkzeuge 1 zu liegen
kommt.
[0020] Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele
beschränkt. Es kommt ja lediglich auf eine entsprechende axiale Beaufschlagung des
Werkstücks während des Arbeitshubes des Lochdorns 20 an, wobei der Arbeitshub während
der Schmiedeverformung durchgeführt wird. Die Schmiedeverformung kann durch Schmiedehämmer,
aber auch durch Schmiedepressen erfolgen. Das Werkstück 2 kann außerdem in der geschilderten
Weise sowohl warm-, halbwarm-, aber auch kaltverformt werden. In besonderen Fällen
können außerdem die Schmiedewerkzeuge so angesteuert werden, daß sie nach einer Lochung
des Werkstückes von einer kernlockernden auf eine gleichzeitige, kernverdichtende
Schlagfolge umgeschaltet werden. Der Lochdorn 20 selbst kann undrehbar gehalten werden,
sich aber auch mit dem Werkstück drehen oder zusätzlich gegenüber dem Werkstück drehend
angetrieben werden.
1. Verfahren zum Herstellen eines zylindrischen Hohlkörpers aus einem Rohling, wobei
das Werkstück (2) durch aufeinanderfolgende, gegeneinander um die Achse des Werkstücks
winkelversetzte Schmiedeverformungen im Kernbereich geöffnet und zugleich auf einen
Lochdorn (20) aufgeschoben wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Werkstück (2) während der Schmiedeverformungen mit einer vorgebbaren Axialkraft
gegen den entgegen dieser Axialkraft gegen das Werkstück (2) vorschiebbaren Lochdorn
(20) gedrückt wird, der zwischen den aufeinanderfolgenden Schmiedeverformungen synchron
mit dem axialen Vorschub des Werkstücks in seine Ausgangsstellung zurückbewegt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Werkstück vor der Schmiedeverformung auf seiner dem Lochdorn zugekehrten Stirnseite
mit einer zentrischen Vertiefung versehen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Lochdurchmesser des Werkstücks in aufeinanderfolgenden Schritten jeweils unter
einer Schmiedeverformung stufenweise vergrößert wird.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zum Herstellen eines zylindrischen Hohlkörpers
nach einem der Ansprüche 1 bis 3 mit wenigstens zwei einander bezüglich des Werkstücks
diametral gegenüberliegenden Schmiedewerkzeugen (1), mit einem den Schmiedewerkzeugen
in Vorschubrichtung des Werkstücks vorgelagerten Spannkopf (4), der mit einem axialen
Vorschubantrieb (8) und einem Drehantrieb (6) verbunden ist, und mit einem über einen
Stelltrieb (21) axial verlagerbaren Lochdorn (20), auf der dem vorgelagerten Spannkopf
(4) gegenüberliegenden Seite der Schmiedewerkzeuge (1), dadurch gekennzeichnet, daß der den Schmiedewerkzeugen (1) vorgelagerte Spannkopf (4) einen stirnseitigen Anschlag
(10) für das Werkstück (2) sowie einen Preßzylinder (12) für das stirnseitig abgestützte
Werkstück (2) aufweist und daß der Lochdorn (20) über seinen Stelltrieb (21) in Abhängigkeit
vom Vorschubantrieb (8) des Spannkopfes (4) axial hin- und hergehend verschiebbar
ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Preßzylinder (12) dem Spannkopf (4) zugeordnet ist und den eine Aufnahmeöffnung
(26) für den Lochdorn (20) bildenden, stirnseitigen Anschlag (10) für das Werkstück
(2) beaufschlagt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Preßzylinder (12) mit einem Drehantrieb (13) für, den stirnseitigen Anschlag
(10) verbunden ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Lochdorn (20) ein Lochwerkzeug (22) mit abgestuften Durchmesserabschnitten (27,
28) aufweist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7 mit einem den Schmiedewerkzeugen nachgeordneten,
mit einem Vorschubantrieb für das Werkstück verbundenen, vom Lochdorn durchsetzten
Spannkopf, dadurch gekennzeichnet, daß beide Spannköpfe (4, 14) mit einem Preßzylinder (12) zur stirnseitigen Beaufschlagung
des Werkstücks (2) ausgerüstet sind und der Lochdorn (20) den Preßzylinder (12) des
zugehörigen Spannkopfes (4, 14) durchsetzt.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß beiden Spannköpfen (4, 14) ein den zugehörigen Preßzylinder (12) durchsetzender Lochdorn
(20) zugeordnet ist.
1. Method for producing a cylindrical hollow body from a blank, wherein the workpiece
(2) is opened in the core region by successive forging deformations, which are angularly
offset with respect to each other about the axis of the workpiece, and is simultaneously
slid onto a piercer (20), characterised in that the workpiece (2) is pressed during the forging deformations with a predeterminable
axial force against the piercer (20) which can be displaced against the workpiece
(2) against this axial force, which piercer is moved back to its initial position
in a synchronous manner with the axial feed of the workpiece between the successive
forging deformations.
2. Method as claimed in Claim 1, characterised in that prior to the forging deformation the workpiece is provided with a centric depression
on its end side facing the piercer.
3. Method as claimed in Claim 1 or 2, characterised in that the bore diameter of the workpiece is increased in a graduated manner in each case
in successive steps under a forging deformation.
4. Apparatus for implementing the method for producing a cylindrical hollow body as claimed
in any one of Claims 1 to 3 having at least two forging tools (1) which are diametrically
opposite one another in relation to the workpiece, having a chuck head (4) disposed
upstream of the forging tools in the feed direction of the workpiece and connected
to an axial feed drive (8) and a rotary drive (6), and having a piercer (20), which
can be axially displaced via an actuator (21), on the side of the forging tools (1)
opposite the upstream chuck head (4), characterised in that the chuck head (4) upstream of the forging tools (1) comprises an end-side stop (10)
for the workpiece (2) as well as a pressing cylinder (12) for the workpiece (2) supported
on the end-side, and in that the piercer (20) can be axially displaced in a reciprocal manner via its actuator
(21) in dependence upon the feed drive (8) of the chuck head (4).
5. Apparatus as claimed in Claim 4, characterised in that the pressing cylinder (12) is allocated to the chuck head (4) and influences the
end-side stop (10) for the workpiece (2), which stop forms a receiving opening (26)
for the piercer (20).
6. Apparatus as claimed in Claim 4 or 5, characterised in that the pressing cylinder (12) is connected to a rotary drive (13) for the end-side stop
(10).
7. Apparatus as claimed in any one of Claims 4 to 6, characterised in that the piercer (20) comprises a piercing tool (22) having graduated diameter sections
(27, 28).
8. Apparatus as claimed in any one of Claims 4 to 7, having a chuck head which is disposed
downstream of the forging tools, is connected to a feed drive for the workpiece and
is penetrated by the piercer, characterised in that the two chuck heads (4, 14) are equipped with a pressing cylinder (12) for influencing
the workpiece (2) on the end-side and the piercer (20) penetrates the pressing cylinder
(12) of the associated chuck head (4, 14).
9. Apparatus as claimed in Claim 8, characterised in that a piercer (20) penetrating the associated pressing cylinder (12) is allocated to
the two chuck heads (4, 14).
1. Procédé pour produire un corps creux cylindrique à partir d'une ébauche, la pièze
d'oeuvre (2) étant ouverte dans la zone centrale, en procédant à des étapes de formage
successives, décalées angulairement les unes par rapport aux autres autour de l'axe
de la pièce d'oeuvre, et étant en même temps enfilée sur un poinçon (20), caractérisé en ce que, pendant les formages par forgeage, la pièce d'oeuvre (2) est pressée, avec une force
axiale susceptible d'être prédéterminée, contre le poinçon (20) susceptible d'être
avancé contre la pièze d'oeuvre (2), à l'encontre de cette force axiale, le poinçon,
entre les formages par forgeage successifs, étant rappelé à sa position initiale de
manière synchrone avec l'avance axiale de la pièce d'oeuvre.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que, avant le formage par forgeage, la pièce d'oeuvre est munie d'une cavité cylindrique,
sur sa face frontale tournée vers le poinçon.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le diamètre de trou de la pièze d'oeuvre est agrandi petit à petit, par étapes successives,
en procédant chaque fois à un formage par forgeage.
4. Dispositif de mise en oeuvre du procédé pour produire un corps creux cylindrique selon
l'une des revendications 1 à 3, avec au moins deux outils de forgeage (1), diamétralement
opposée par rapport à la pièce d'oeuvre, avec une tête de serrage (4), montée à l'avant
des outils de forgeage en observant dans la direction d'avancement de la pièce d'oeuvre,
la tête de serrage étant reliée à un entraînement d'avancement (8) axial et à un entraînement
en rotation (6), et avec un poinçon (20) déplaçable axialement par l'intermédiaire
d'une transmission de réglage (21), sur le côté, opposé à la tête de serrage (4) disposée
à l'avant, des outils de forgeage (1), caractérisé en ce que la tête de serrage (4), montée à l'avant des outils de forgeage (1), présente une
butée (10), côté frontal, pour la pièce d'oeuvre (2), ainsi qu'un cylindre de pressage
(12) pour la pièce d'oeuvre (2) soutenue côté frontal, et en ce que le poinçon (20) est déplaçable axialement, dans un sens et dans l'autre, par l'intermédiaire
de sa transmission de réglage (21), en fonction de l'entraînement d'avancement (8)
de la tête de serrage (4).
5. Dispositif selon la revendication 4, caractérisé en ce que le cylindre de pressage (12) est associé à la tête de serrage (4) et sollicite la
butée (10), située côté frontal, formant une ouverture de réception (26) pour le poinçon
(20), pour la pièce d'oeuvre (2).
6. Dispositif selon la revendication 4 ou 5, caractérisé en ce que le cylindre de pressage (12) est relié à un entraînement en rotation (13) pour à
butée (10), située côté frontal.
7. Dispositif selon l'une des revendications 4 à 6, caractérisé en ce que le poinçon (20) présente un outil de perçage (22) avec des tronçons d'un certain
diamètre (27, 28) étagés.
8. Dispositif selon l'une des revendications 4 à 7, avec une tête de serrage traversée
par un poinçon, reliée à un entraînement d'avancement pour la pièce d'oeuvre, disposée
en aval des outils de forgeage, caractérisé en ce que les deux têtes de serrage (4, 14) sont équipées d'un cylindre de pressage (12) pour
la sollicitation, côté frontal, de la pièce d'oeuvre (2), et le poinçon (20) traverse
le cylindre de pressage (12) de la tête de serrage (4, 14) afférente.
9. Dispositif selon la revendication 8, caractérisé en ce qu'aux deux têtes de serrage (4, 14) est associé un poinçon (20) traversant le cylindre
de pressage (12) afférent.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information
des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes.
Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei
Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente