[0001] Die Erfindung betrifft ein orthopädisches Sitzschalensystem mit mehreren, relativ
zueinander verstellbaren, inelastischen Schalenteilen.
[0002] Orthopädische Sitzschalensysteme können von Personen verwendet werden, die zeitweilig
oder dauerhaft körperlich beeinträchtigt sind und beim Sitzen eine zusätzliche Unterstützung
benötigen. Es wird versucht, die Sitzschale bestmöglich an den Körper und die gewünschte
Haltung der Person anzupassen, um über einen langen Zeitraum eine angenehme Sitzhaltung
zu ermöglichen und gleichzeitig die erforderliche Stützung und gegebenenfalls Haltungskorrektur
der in dem Sitzschalensystem sitzenden Person zu gewährleisten.
[0003] Es sind einfache Sitzschalensysteme aus gegebenenfalls mehrteiligen Rahmengestellen
bekannt, die lediglich mit einem Polster bezogen sind. Derartige Sitzschalensysteme
sind nur eingeschränkt an verschiedene Personen anpassbar und erlauben weder eine
wünschenswerte Stützung oder Vorgabe der Haltung der sitzenden Person noch ein unbeschwertes,
angenehmes Sitzgefühl über einen längeren Zeitraum.
[0004] Üblicherweise wird deshalb beispielsweise durch einen Gipsabdruck des Körpers der
betreffenden Person eine Vorlage erzeugt, nach welcher dann durch mechanisches oder
optisches Abtasten eine Sitzschale aus einem massiven Materialblock geformt bzw. gefräst
wird. Derartige Sitzschalen können individuell an die persönlichen Bedürfnisse und
die gewünschte Haltung angepasst werden und ermöglichen auch über einen längeren Zeitraum
ein angenehmes Sitzen. Auf Grund der individuell angepassten Formgebung jeder einzelnen
Sitzschale ist die Herstellung solcher Sitzschalen mit einem erheblichen Zeitaufwand
und mit großen Kosten verbunden. Diese Nachteile werden insbesondere bei einer Verwendung
solcher Sitzschalen für Kinder offensichtlich, bei welchen wachstumsbedingt eine häufige
Neuanpassung und damit Neuherstellung der Sitzschale erforderlich wird. Oftmals verändert
sich der Körper und damit auch die Sitzhaltung der Kinder bereits in dem Zeitraum
zwischen dem Anpassen der Sitzschale und deren Herstellung und Auslieferung, so dass
eine bestmögliche Anpassung und Stützung durch die Stützschale nur über vergleichsweise
kurze Zeiträume erreicht werden kann.
[0005] Die aus einem mehrteiligen, verstellbaren Rahmengestell bestehenden gepolsterten
Sitzschalensysteme der eingangs genannten Gattung ermöglichen zwar einen modularen,
mit wenigen Handgriffen verstellbaren Aufbau, werden jedoch hinsichtlich einer individuell
anpassbaren Positionierung und Stützung unterschiedlicher Körper, ihrer nur ungenügenden
therapeutischen Wirkung und auf Grund des mangelhaften Sitzkomforts als ungeeignet
angesehen.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es demzufolge, ein schnell und kostengünstig
herstellbares orthopädisches Sitzschalensystem so auszugestalten, dass eine möglichst
weitgehende individuelle Anpassung an den Körper und die Sitzhaltung des Benutzers
ermöglicht wird.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das Sitzschalensystem eine
mit losem Schüttgut gefüllte Kisseneinlage aufweist, in welcher ein Vakuum erzeugbar
ist. Derartige Vakuumkissen lassen sich in einfacher Weise und beliebig oft an ganz
unterschiedliche Körperkonturen anpassen. Dazu wird die betreffende Person an oder
auf das belüftete, beispielsweise mit kleinen Styroporkugeln gefüllte Kissen gesetzt,
wobei sich die Kissenfüllung den Körperkonturen anpasst. Wird anschließend in dem
Kissen ein Vakuum erzeugt, so wird die äußere Form des Kissens dauerhaft fixiert.
Es ist deshalb bereits seit längerem bekannt und zunehmend genutzt, dass anstelle
eines Gipsabdrucks eines Körpers ein entsprechender Vakuumkissenabdruck angefertigt
wird, der als Vorlage für das jeweils individuelle Ausfräsen einer Sitzschale verwendet
werden kann.
[0008] Durch die Kombination einer solchen Kisseneinlage mit einer aus mehreren, relativ
zueinander verstellbaren, inelastischen Schalenteilen bestehenden Sitzschalen lassen
sich einerseits der Aufwand und die Kosten für die Herstellung reduzieren und andererseits
eine bestmögliche Anpassung an den jeweiligen Benutzer ermöglichen. Durch sukzessives
Verstellen der inelastischen Schalenteile jeweils in Verbindung mit einer erneuten
Anpassung der Kisseneinlage kann das erfindungsgemäße Sitzschalensystem insbesondere
in Verbindung mit Kindern oder bei einer sich kontinuierlich verändernden Körperhaltung
des Benutzers vorteilhaft eingesetzt werden. Die Sitzschale kann aus mehreren Schalenteilen
modular aufgebaut sein und trotz einer vergleichsweise geringen Anzahl an Grundformen
vielseitig an unterschiedliche Körpergrößen und Körperhaltungen angepasst werden.
Die mit losem Schüttgut befüllte Kisseneinlage kann durch Erzeugen eines geeigneten
Unterdrucks bzw. vorheriges Belüften sowohl an eine veränderte Anordnung der inelastischen
Schalenteile der Sitzschale als auch bei unveränderter Sitzschalenform an eine beispielsweise
wachstumsbedingte Änderung der Körperhaltung bzw. der Körperkonturen angepasst werden.
Auf diese Weise wird eine möglichst gleichmäßige und damit optimale Druckverteilung
bei der Aufnahme des Körpers in dem Sitzschalensystem erreicht. Gleichzeitig kann
die Kisseneinlage mehrfach individuell angepasst werden, so dass auch eine erneute
Wiederverwendung des Sitzschalensystems bei veränderter Körperhaltung oder für einen
anderen Benutzer ermöglicht wird.
[0009] Einer Ausgestaltung des Erfindungsgedankens zufolge ist vorgesehen, dass das Sitzschalensystem
zwei ausziehbare miteinander verbindbare Sitzflächen-Schalenteile aufweist. Damit
lässt sich in einfacher Weise die Breite oder die Tiefe der Sitzfläche im Rahmen der
vorgebbaren Ausziehlänge verändern und optimal anpassen. Eine zuverlässige und kostengünstige
Verbindung von zwei Sitzflächen-Schalenteilen kann beispielsweise mittels langlochartigen
Aussparungen in einem der beiden Sitzflächen-Schalenteile ermöglicht werden, durch
welche hindurch jeweils ein mit dem anderen Sitzflächen-Schalenteil verbundener Stift
ragt, wobei die beiden Sitzflächen-Schalenteile in der gewünschten Anordnung relativ
zueinander beispielsweise klemmend oder rastend fixiert werden können. Auf diese Weise
lassen sich ohne weiteres Auszugslängen von etwa 3cm - 5 cm vorgeben, ohne dass nachteilige
Beeinträchtigungen der Stabilität oder der Handhabung des Sitzschalensystems in Kauf
genommen werden müssen.
[0010] Wäre beispielsweise wachstumsbedingt bei Kindern eine darüber hinausgehende Anpassung
und Verstellung des Sitzschalensystems erforderlich, so kann zweckmäßigerweise auf
zwei oder drei Grundmodelle mit unterschiedlichen Abmessungen zurückgegriffen werden,
die jeweils eine vorangehend beschriebene Verstellmöglichkeit aufweisen. Mit einigen
wenigen Schalenteilmodellen in aufeinander abgestimmten Abmessungen können dann sämtliche
gewünschten Größen für eine Sitzschale abgedeckt werden. Die Ausgleichsfunktion der
Kisseneinlage ist auf den jeweiligen Unterschied zwischen zwei Sitzschalengrößen beschränkt,
so dass auch deshalb keinerlei Einbußen bei dem Komfort oder der Funktionalität der
Kisseneinlage zu befürchten sind. Insbesondere bei Kindern, die wachstumsbedingt in
vergleichsweise kurzer Zeit von einem kleineren Sitzschalensystem in ein größeres
Sitzschalensystem wechseln können und müssen, führt die Möglichkeit der Wiederverwendung
des nicht mehr benötigten Sitzschalensystems zu einer erheblichen Kosteneinsparung
und einer schnellen Verfügbarkeit der von verschiedenen Benutzern jeweils benötigten
Sitzschalensystem-Modelle.
[0011] Vorteilhafterweise ist vorgesehen, dass das Sitzschalensystem laterale Führungselemente
aufweist, deren jeweiliger Abstand zur zugeordneten seitlichen Sitzflächenkante veränderbar
ist. Die Anordnung und Formgebung der lateralen Führungselemente dient einer seitlichen
Stützung der Oberschenkel und kann ebenfalls hinsichtlich der Anordnung der lateralen
Führungselemente sowie durch die bedeckende Kisseneinlage an die Körperkonturen und
die Haltung des Benutzers angepasst werden.
[0012] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass das Sitzschalensystem Pelottenträger aufweist,
deren jeweiliger Abstand zur zugeordneten seitlichen Sitzflächenkante veränderbar
ist. Die Pelottenträger dienen im wesentlichen dazu, dem sitzenden Benutzer eine Stütze
für seinen Oberkörper zu geben. Sollte es erforderlich sein, so kann durch an dem
Pelottenträger angeordnete Seitenpelotten auch eine unter therapeutischen Gesichtspunkten
wünschenswerte Körperhaltung unterstützt oder vorgegeben werden. Der Abstand der Pelottenträger
zueinander bzw. zu der jeweils zugeordneten seitlichen Sitzflächenkante bzw. der Sitzschalenseite
lässt sich für jeden Pelottenträger individuell einstellen und ist insbesondere nicht
an die Breite der Sitzfläche oder die Breite einer Rückenlehne gebunden.
[0013] Ebenfalls ist vorgesehen, dass die Höhe der Pelottenträger veränderbar ist. Gepolsterte
Pelotten können damit auch so angeordnet werden, dass sie den Oberkörper unter den
Achseln stützen, auch wenn der Oberkörper verdreht oder verkrümmt sein sollte.
[0014] Einer vorteilhaften Ausgestaltung des Erfindungsgedankens zufolge ist vorgesehen,
dass die Kisseneinlage mehrere, getrennt mit der Sitzschale verbindbare Kissen aufweist.
Ein vollständiges Sitzschalensystem weist üblicherweise sechs Kissen auf. Neben einem
Sitz und einem Rückenkissen können weitere Kissen jeweils an den lateralen Führungselementen
und den Pelottenträgern angeordnet sein. Der Körper eines sitzenden Benutzers wird
dann vollständig in der Kisseneinlage gelagert, ohne mit einem inelastischen Schalenteil
in Berührung zu kommen. Die Füllmenge des jeweils in die Kissen gefüllten losen Schüttguts
kann je nach Körperform und Körperhaltung individuell und unabhängig von anderen Kissenfüllungen
angepasst werden. Sollte ein einzelnes Kissen beschädigt werden, so kann dieses Kissen
kostengünstig und mit geringem Aufwand ausgetauscht werden.
[0015] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die mehreren Kissen luftdicht miteinander verbindbar
sind. So können die einzelnen Kissen mit Schläuchen untereinander und mit einer Vakuumpumpe
verbunden sein, die mittels einer Bedien- und Steuerungseinheit gesteuert werden kann.
Durch das gleichzeitige und einheitliche Erzeugen eines Vakuums in den getrennten,
untereinander luftdicht verbundenen Kissen wird die Handhabung des Sitzschalensystems
und insbesondere jeder Anpassungsvorgang vereinfacht und erleichtert. Ebenfalls kann
jedes Kissen geeignete Absperrventile aufweisen, so dass für jedes einzelne Kissen
der gewünschte Unterdruck gesondert vorgegeben und erforderlichenfalls erneuert, bzw.
angepasst werden kann.
[0016] Es ist vorgesehen, dass die Kisseneinlage eine Polsterung aufweist. Eine für viele
Anwendungen geeignete und ausreichende Polsterung kann beispielsweise durch eine ausreichend
dicke, elastische Kissenhülle bewirkt werden, welche die einzelnen Kissen der Kisseneinlage
umgibt.
[0017] Nachfolgend werden einige Ausführungsbeispiele des Erfindungsgedankens näher erläutert,
die in der Zeichnung dargestellt sind. Es zeigt:
Fig. 1 eine schematische Ansicht eines Sitzschalensystems mit einer seitlichen Pelotte,
Fig. 2 eine schematische Darstellung von zwei miteinander verbundenen Sitzflächen-Schalenteilen
und daran befestigten lateralen Führungselementen,
Fig. 3 eine schematisch Darstellung eines Bereichs des Sitzschalensystems mit einer
höhen- und seitenverstellbaren Pelotte und
Fig. 4 eine schematische Ansicht des in Fig. 3 gezeigten Bereichs mit einer höhenverstellbaren
Pelotte.
[0018] In Fig. 1 wird in schematischer Darstellung beispielhaft ein Ausführungsbeispiel
eines orthopädischen Sitzschalensystems 1 dargestellt, welches aus mehreren inelastischen,
relativ zueinander verstellbar miteinander befestigten Schalenteilen besteht. Die
einzelnen Schalenteile können aus Aluminium, Plastik, Holz oder einem anderen geeigneten
Material hergestellt sein. An einer im wesentlichen U-förmigen Sitzschale 2 sind eine
Rückenlehne 3, zwei seitlich angeordnete laterale Führungselemente 4 und ein Pelottenträger
5 jeweils verstellbar gelagert. Die beiden lateralen Führungselemente 4 sind seitlich
verstellbar an der Sitzschale gelagert, so dass durch den relativen Abstand der beiden
lateralen Führungselemente 4 zueinander die Sitzbreite vorgegeben werden kann. Der
Pelottenträger 5 ist unmittelbar an dem zugeordneten lateralen Führungselement 4 befestigt,
so dass durch die Anpassung und Einstellung des zugeordneten lateralen Führungselements
4 auch die seitliche Ausrichtung des Pelottenträgers 5 vorgegeben wird. Der Pelottenträger
5 ist höhenverstellbar und lässt sich oberhalb des zugeordneten lateralen Führungselements
4 an die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Benutzers anpassen.
[0019] Auf der Sitzschale 2, an der Rückenlehne 3, an den beiden lateralen Führungselementen
4 und an dem Pelottenträger 5 sind jeweils mit losem Schüttgut befüllte Kissen 6,
7, 8 und 9 angeordnet, in welchen ein Vakuum erzeugbar ist. Im belüfteten Zustand
sind die Kissen 6, 7, 8 und 9 entsprechend der mechanischen Eigenschaften ihrer Füllung
verformbar und gegebenenfalls elastisch und können sich den Körperkonturen einer in
dem orthopädischen Sitzschalensystem 1 sitzenden Person eng anliegend anpassen. Sobald
in den Kissen 6, 7, 8 und 9 ein ausreichender Unterdruck erzeugt wird, werden die
einzelnen Kissen 6, 7, 8 und 9 in ihrer jeweiligen Formgebung fixiert und behalten
ihre an die Körperkonturen angepasste Gestalt dauerhaft bei. Das in den einzelnen
Kissen 6, 7, 8 und 9 erzeugte Vakuum muss regelmäßig kontrolliert und üblicherweise
alle 3-4 Wochen nachgebessert werden, damit die Kissen 6, 7, 8 und 9 nicht wieder
verformbar werden und die gewünschte Oberflächenkontur verlieren.
[0020] Jedes der Kissen 6, 7, 8 und 9 ist mit einem nicht dargestellten Umfüllventil ausgestattet,
so dass es je nach Bedarf unterschiedlich befüllt und damit optimal an den jeweiligen
Benutzer angepasst werden kann. Die Kissen 6, 7, 8 und 9 sind untereinander mit nicht
dargestellten Schläuchen luftdicht verbunden und können gemeinsam mit einer ebenfalls
nicht dargestellten Steuerungseinheit und einer damit verbundenen elektrischen Luftpumpe
einheitlich belüftet oder entlüftet werden. Für eine Anpassung der Kissen 6, 7, 8
und 9 an die Haltung und die Körperkonturen des jeweiligen Benutzers ist es nicht
erforderlich, zunächst einen Körperabdruck des Benutzers zu erstellen und anschließend
in einem aufwendigen Herstellverfahren eine individualisierte, nicht wieder verwendbare
Sitzschale herzustellen. Für eine individuelle Anpassung ist es ausreichend, wenn
der Benutzer in der gewünschten Haltung in dem Sitzschalensystem 1 bei belüfteten
Kissen, 6, 7, 8 und 9 sitzt und anschließend in den Kissen 6, 7, 8 und 9 ein ausreichender
Unterdruck erzeugt wird. Sollte eine erste Anpassung nicht zu dem gewünschten Ergebnis
geführt haben oder aber beispielsweise wachstumsbedingt bei Kindern nach einiger Zeit
eine erneute Anpassung mit geringfügigen Korrekturen vorgenommen werden, so müssen
lediglich die Kissen 6, 7, 8 und 9 erneut belüftet werden und anschließend darin zur
Fixierung der neuen Kissenform ein Vakuum erzeugt werden.
[0021] Die Kissen sind zweckmäßigerweise mit einer hautfreundlichen, beispielsweise 3 mm
starken elastischen Hülle aus mit Nylon-Jersey kaschiertem Neopren oder Polyurethan
bezogen. Das in die Kissen gefüllte lose Schüttgut besteht aus stabilen, extrem feinen
Styroporkügelchen. Die Kissenhülle kann zusätzlich zur Verbesserung de Sitzeigenschaften
und zur Erhaltung eines optimalen Mikroklimas ein elastisches Abstandsgewirk aufweisen.
[0022] In den Fig. 2, 3 und 4 sind verschiedene Verstellmöglichkeiten der einzelnen elastischen
Schalenteile schematisch dargestellt. Die Sitzschale 2 besteht aus zwei im Wesentlichen
U-förmigen Sitzflächen-Schalenteilen 10, 11, die ineinander relativ zueinander verschiebbar
gelagert sind. Mit dem äußeren, geringfügig größeren Sitzflächen-Schalenteil 10 verbundene
Stifte ragen durch Langlöcher 12 in dem Sitzflächen-Schalenteil 11 und ermöglichen
eine klemmende Festlegung der entsprechend den Abmessungen der Langlöcher 12 längsverschiebbar
miteinander verbundenen Sitzflächen-Schalenteilen 10, 11.
[0023] Die ebenfalls zweigeteilten lateralen Führungselemente 4 weisen an ihrem oberen Ende
waagrecht abgewinkelte Stützflächen 13 auf, die auf daran angepassten Stützflächen
14 der ebenfalls oben waagrecht abgewinkelten Sitzschale 2 aufliegen. Durch die zweigeteilte
Ausführung der lateralen Führungselemente 4 kann eine einfache Anpassung an eine veränderbare
Sitztiefe ermöglicht werden, die über die Anordnung der beiden Sitzflächen-Schalenteile
10, 11 vorgegeben wird. Alternativ oder zusätzlich dazu kann vorgesehen sein, die
lateralen Führungselemente 4 relativ zur Rückenlehne 3 verschiebbar, bzw. verstellbar
anzuordnen. Über Langlöcher 15 im Bereich der Stützflächen 13 wird eine seitliche
Verstellbarkeit der lateralen Führungselemente 4 erreicht. Sofern erforderlich können
an die jeweils eingestellte Anordnung der lateralen Führungselemente 4 angepasste
Abstandshalter 16 die lateralen Führungselemente 4 zusätzlich abstützen. Auf die gleiche
Art und Weise kann ein jeweils an dem zugeordneten lateralen Führungselement 4 gelagerter
Pelottenträger 5 entweder nur höhenverstellbar (siehe Fig. 4) oder aber höhen- und
seitenverstellbar (Fig. 3) gelagert sein. Es ist auch denkbar, dass abweichend von
dem gezeigten Ausführungsbeispiel die Pelottenträger 5 unmittelbar an der Sitzschale
2 oder an der Rückenlehne 3 angeordnet sind. Die jeweiligen Verstellmöglichkeiten
der einzelnen Schalenteile relativ zueinander betragen zweckmäßigerweise 3-5 cm, so
dass ohne weiteres beispielsweise wachstumsbedingte Körperkonturen bzw. Haltungsänderungen
von 16-20 cm in der Höhe und 8-10 cm in der Breite mit einem dargestellten orthopädischen
Sitzschalensystem 1 korrigiert werden können. Um eine optimale Anpassbarkeit des Sitzschalensystems
an verschiedene Benutzer mit unterschiedlicher Körpergröße und Sitzhaltung zu erreichen,
sind zweckmäßigerweise drei oder vier unterschiedliche Sitzschalensystemmodelle zweckmäßig,
die jeweils unterschiedliche Abmessungen aufweisen und eine individuelle Anpassung
an nahezu alle Benutzer ermögliche. Durch den modularen Aufbau jeweils aus mehreren
inelastischen Schalenteilen und beispielsweise sechs Kissen lassen sich der Aufwand
und die Kosten für die Herstellung eines individuell anpassbaren Sitzschalensystems
1 ganz erheblich reduzieren. Auch können erforderlichenfalls einzelne beschädigte
oder defekte Teile ausgetauscht werden, ohne dass das gesamte Sitzschalensystem 1
unbrauchbar wurde oder vollständig für eine Reparatur außer Haus gegeben werden muss.
[0024] Es sind natürlich auch andere, mehrteilige Sitzschalenkonstruktionen oder beispielsweise
eine einteilige, vorgeformte Kisseneinlage denkbar. Ebenso können anstelle der im
Ausführungsbeispiel beschriebenen klemmenden Verbindung rastende oder formschlüssige
Verbindungen vorgesehen sein, die eine zueinander verstellbare Lagerung und Festlegung
der einzelnen inelastischen Schalenteile ermöglichen.
1. Orthopädisches Sitzschalensystem (1) mit mehreren, relativ zueinander verstellbaren,
inelastischen Schalenteilen, dadurch gekennzeichnet, dass das Sitzschalensystem (1) eine mit losem Schüttgut befüllte Kisseneinlage aufweist,
in welcher ein Vakuum erzeugbar ist.
2. Orthopädisches Sitzschalensystem (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Sitzschalensystem (1) zwei ausziehbar miteinander verbindbare Sitzflächen-Schalenteile
(10, 11) aufweist.
3. Orthopädisches Sitzschalensystem (1) nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Sitzschalensystem (1) laterale Führungselemente (4) aufweist, deren jeweiliger
Abstand zur zugeordneten seitlichen Sitzflächenkante und/oder zur Rückenlehne (3)
veränderbar ist.
4. Orthopädisches Sitzschalensystem (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Sitzschalensystem (1) Pelottenträger (5) aufweist, deren jeweiliger Abstand zur
zugeordneten seitlichen Sitzflächenkante veränderbar ist.
5. Orthopädisches Sitzschalensystem (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe der Pelottenträger (5) veränderbar ist.
6. Orthopädisches Sitzschalensystem (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kisseneinlage mehrere, getrennt mit dem Sitzschalensystem (1) verbindbar Kissen
(6, 7, 8, 9) aufweist.
7. Orthopädisches Sitzschalensystem (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die mehreren Kissen (6, 7, 8, 9) luftdicht miteinander verbindbar sind.
8. Orthopädisches Sitzschalensystem (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kisseneinlage eine Polsterung aufweist.
1. Orthopaedic tray system (1) for a seat, with several non-elastic tray parts that are
adjustable relative to one another, characterized in that the tray system (1) for a seat has a cushion insert which is filled with loose bulk
material and in which a vacuum can be generated.
2. Orthopaedic tray system (1) for a seat according to Claim 1, characterized in that the tray system (1) for a seat has two seat surface tray parts (10, 11) that can
be connected to each other in a retractable manner.
3. Orthopaedic tray system (1) for a seat according to Claim 1 or Claim 2, characterized in that the tray system (1) for a seat has lateral guide elements (4) whose respective distance
from the associated lateral seat surface edge and/or from the backrest (3) can be
changed.
4. Orthopaedic tray system (1) for a seat according to one of the preceding claims, characterized in that the tray system (1) for a seat has pad supports (5) whose respective distance from
the associated lateral seat surface edge can be changed.
5. Orthopaedic tray system (1) for a seat according to Claim 4, characterized in that the height of the pad supports (5) can be changed.
6. Orthopaedic tray system (1) for a seat according to one of the preceding claims, characterized in that the cushion insert has several cushions (6, 7, 8, 9) that can be connected separately
to the tray system (1) for a seat.
7. Orthopaedic tray system (1) for a seat according to Claim 6, characterized in that the several cushions (6, 7, 8, 9) can be connected to one another in an airtight
manner.
8. Orthopaedic tray system (1) for a seat according to one of the preceding claims, characterized in that the cushion insert has a padding.
1. Système de plateaux pour siège orthopédique (1) avec plusieurs parties de plateau
non élastiques, déplaçables l'une par rapport à l'autre, caractérisé en ce que le système de plateaux pour siège (1) présente une garniture de coussin remplie d'une
matière en vrac libre, et dans laquelle on peut produire un vide.
2. Système de plateaux pour siège orthopédique (1) selon la revendication 1, caractérisé en ce que le système de plateaux pour siège (1) présente deux parties de plateau (10, 11) de
surface de siège, aptes à être assemblées l'une à l'autre de façon extensible.
3. Système de plateaux pour siège orthopédique (1) selon la revendication 1 ou la revendication
2, caractérisé en ce que le système de plateaux pour siège (1) comporte des éléments de guidage latéraux (4),
dont la distance respective à l'arête de surface de siège latérale associée et/ou
au dossier (3) est variable.
4. Système de plateaux pour siège orthopédique (1) selon l'une quelconque des revendications
précédentes, caractérisé en ce que le système de plateaux pour siège (1) comprend des supports de rembourrage (5), dont
la distance respective à l'arête de surface de siège latérale associée est variable.
5. Système de plateaux pour siège orthopédique (1) selon la revendication 4, caractérisé en ce que la hauteur des supports de rembourrage (5) est variable.
6. Système de plateaux pour siège orthopédique (1) selon l'une quelconque des revendications
précédentes, caractérisé en ce que la garniture de coussins comprend plusieurs coussins (6, 7, 8, 9) aptes à être assemblés
séparément au système de plateaux pour siège (1).
7. Système de plateaux pour siège orthopédique (1) selon la revendication 6, caractérisé en ce que les multiples coussins (6, 7, 8, 9) sont aptes à être assemblés l'un à l'autre de
façon étanche à l'air.
8. Système de plateaux pour siège orthopédique (1) selon l'une quelconque des revendications
précédentes, caractérisé en ce que la garniture de coussins présente un capitonnage.