(19)
(11) EP 1 700 795 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
13.09.2006  Patentblatt  2006/37

(21) Anmeldenummer: 05004932.9

(22) Anmeldetag:  07.03.2005
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B65D 81/05(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA HR LV MK YU

(71) Anmelder: Armacell Enterprise GmbH
48153 Münster (DE)

(72) Erfinder:
  • Karl, Reinhard
    88171 Weiler (DE)

(74) Vertreter: Finck, Dieter et al
v. Füner Ebbinghaus Finck Hano Patentanwälte-European Patent Attorneys Mariahilfplatz 2&3
81541 München
81541 München (DE)

   


(54) Schutzprofil für einen plattenförmigen Körper


(57) Das Schutzprofil für einen im wesentlichen plattenförmigen Körper (30) hat eine Profilleiste (40) aus thermoplastischem Schaumstoff mit zwei Schenkeln (41, 42) und einem Steg (43). In dem Aufnahmeraum (44) der Profilleiste (40) ist eine Folieneinlage (50) so eingelegt, dass die freien Enden ihrer Seitenwände (51, 52) mit den freien Stirnflächen (45, 46) der Schenkel (41, 42) fest verbunden sind und ihre Bodenwand (53) in einem solchen Abstand (54) von dem Steg (43) angeordnet ist, dass auch bei eingesetztem plattenförmigen Körper (30) in die Folieneinlage (50) die Bodenwand (53) nicht mit dem Steg (43) in Berührung kommt, unter dem Gewicht des plattenförmigen Körpers (30) die Folieneinlage (50) jedoch die Schenkel (41, 42) der Profilleiste gegen den plattenförmigen Körper (30) drückt.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Schutzprofil für einen im wesentlichen plattenförmigen Körper. Das Schutzprofil hat eine Profilleiste aus Kunsstoffschaum, die zwei Schenkel mit jeweils einer Schenkelinnenfläche und einer freien Stirnfläche sowie einen die Schenkel verbindenden Steg mit einer Steginnenfläche aufweist. Die Schenkelinnenflächen und die Steginnenfläche begrenzen einen Aufnahmeraum, der zwischen den freien Stirnflächen der Schenkel eine sich in Längsrichtung der Profilleiste erstreckende Leistenöffnung hat. Im Aufnahmeraum ist für einen Kontakt mit dem plattenförmigen Körper eine Einlage vorgesehen, die profilseitig festgelegt ist und eine Festigkeit hat, die größer ist als die des Schaumstoffs.

[0002] Aus der DE 36 26 765 C2 ist ein Verpackungskörper bekannt, der eine Basisplatte aus Wellpappe hat, auf der eine Trägerschicht aus vernetztem Polyethylenschaum mit einer Dicke von etwa 10 mm und einer Dichte von 0,025 bis 0,3 g/cm3 angeordnet ist. Auf der freien Oberfläche des Polyethylenschaums ist eine glatte Oberflächenschicht in Form einer 50 µm dicken Polyethylenfolie aufgeklebt oder aufgeschweißt. Mit Hilfe eines erhitzten Stempels wird die Oberflächenschicht mit der darunter befindlichen Trägerschicht zur Bildung eines Fachs für die Aufnahme eines Gegenstandes thermisch verformt. Dabei wird in dem Bereich für die Aufnahme des Gegenstands der Polyethylenschaum soweit verdichtet, dass noch eine Restelastizität vorhanden bleibt. Die dadurch in den Seitenflächen des Fachs wirkenden Rückstellkräfte halten den in das Fach eingepassten Gegenstand fest. Die Oberflächenschicht, mit der der Gegenstand in Kontakt steht, verbessert die Gleiteigenschaften, so dass der Gegenstand aus dem Fach leicht entnommen werden kann.

[0003] Aus der US 3 836 043 (Fig. 1 B) ist ein Eckprofil aus einem elastischen Material und einer Metalleinlage zum Aufbringen auf die Ecke eines Gegenstandes bekannt. Das Eckprofil ist somit ein Profil aus einem elastischen Material, wie Gummi, das einen Innenbereich hat, der mit einer Materialschicht aus Metall abgedeckt ist, wobei das Metall einen größeren Widerstand gegenüber Durchdringen und/oder Abscheren und/oder Zerreißen und/oder Abtragung hat als der Gummi des elastischen Materials.

[0004] Das Profil der US 3 836 043 entspricht im Wortsinn dem im Anspruch 1 der DE 694 19 556 T2 (EP 0 621 207 B1) beschriebenen Profil, das insbesondere zur Anbringung an zumindest zwei aneinanderliegenden Seiten von Gegenständen bestimmt ist, die voneinander beabstandet zu halten und gegen Stöße bei ihrer Handhabung, Lagerung und Transport zu schützen sind. Das Profil besteht aus einem elastischen Material zum Absorbieren der Stöße, beispielsweise einem Schaummaterial, insbesondere Kunststoff. Das Profil weist in seinem Innenbereich, der für den Kontakt mit den Seiten des Gegenstands bestimmt ist, eine Materialschicht auf, die einen Widerstand gegenüber Durchdringen und/oder Abscheren und/oder Zerreißen und/oder Abtragung aufweist, der größer ist als der Widerstand des elastischen Materials. Die Materialschicht des Innenbereichs kann an der Materialschicht des elastischen Materials des Profils fixiert sein. Gemäß einer speziellen Ausgestaltung können das elastische Material und die Materialschicht aus der Gruppe der Polyolefine und der Kopolymere ausgewählt werden. Das Profil kann ein Eckprofil oder eine U-Profil mit zwei Schenkeln und einem Steg sein, wobei zwischen den Innenflächen der Schenkel und des Stegs ein Aufnahmeraum für den aufzunehmenden Gegenstand ausgebildet ist. Die Materialschicht ist dabei auf der Steginnenfläche angeordnet und kann sich davon ausgehend etwas in den stegseitigen Bereich der Schenkel innenflächen erstrecken.

[0005] Bei diesem den gattungsgemäßen Stand der Technik bildenden Profil wird der Gegenstand in Form eines plattenförmigen Körpers mit seinem Randbereich in den Aufnahmeraum eingeführt und auf der Materialschicht zum Aufsitzen gebracht, die aufgrund ihres höheren Widerstands zwar ein Reißen des mit ihr direkt in Kontakt stehenden Schaumstoffs bei eingesetztem zu schützenden Gegenstand verhindert, ein Reißen im angrenzenden materialschichtfreien Schaumstoff aber begünstigt. Es hat sich gezeigt, dass die mit dem bekannten Profil erreichbare Dämpfung der Randbereiche des plattenförmigen Körpers für viele Anwendungen unzureichend ist. Die Halterung des Randbereichs des plattenförmigen Körpers in dem Aufnahmeraum ist allein von der Passgenauigkeit zwischen Plattendicke und Abstand der Profilschenkel sowie durch den Reibungskoeffizient des Schaumstoffs bestimmt und deshalb nicht immer ausreichend.

[0006] Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe besteht darin, das Schutzprofil der eingangs genannten Art so auszugestalten, dass neben einer ausgezeichneten Dämpfung für den plattenförmigen Körper in dem Schutzprofil auch belastungsabhängig die Reibung zwischen dem Schutzprofil und dem Randbereich des eingesetzten plattenförmigen Körpers gesteigert und die abstützende Kraft auf eine größere Fläche verteilt werden kann.

[0007] Diese Aufgabe wird ausgehend von dem Schutzprofil der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass die Einlage eine Folieneinlage mit einer sich in Längsrichtung der Profilleiste erstreckenden Einlageöffnung und mit einem Innenraum ist, der von sich längs der Schenkelinnenflächen der Profilleiste erstreckenden Seitenwänden und von einer der Steginnenfläche der Profilleiste zugewandten Bodenwand begrenzt ist. Die Seitenwände der Folieneinlage stehen über die Leistenöffnung der Profilleiste vor und sind wenigstens an den freien Stirnflächen der Schenkel der Profilleiste befestigt. Die Bodenwand der Folieneinlage ist in einem Abstand von der Steginnenfläche der Profilleiste angeordnet. Dieser Abstand ist so bemessen, dass der in die Folieneinlage durch die Einlageöffnung eingeführte, mit einem Rand auf der Bodenwand der Folieneinlage aufliegende plattenförmige Körper die Schenkel der Profilleiste mit der Folieneinlage aufgrund der Befestigung der Folieneinlage an den freien Stirnflächen der Profilleiste ausgehend von der Einlage- und Leistenöffnung aufeinander zu biegt und gegen den plattenförmigen Körper presst, ohne dass die Bodenwand der Folieneinlage mit der Steginnenfläche der Profilleiste in Berührung kommt.

[0008] Bei dieser Ausgestaltung des Schutzprofils sorgt die Folieneinlage, wenn der plattenförmige Körper in ihrem Innenraum eingesetzt ist, für eine starke Dämpfung während des Einsetzens und bei Auftreten von Stößen während des Transports. Diese ausgezeichnete Dämpfung ergibt sich sowohl durch die plastische als auch die elastische Dehnung der Folieneinlage sowie des Schaumstoffs an den Verbindungsstellen mit der Folieneinlage, ohne dass dabei die Bodenwand der Folieneinlage mit der Steginnenfläche in Berührung kommt, also innerhalb dieses Teils des luftgefüllten Aufnahmeraums der Profilleiste eine bestimmte Federwirkung möglich ist. Der auf der Bodenwand der Folieneinlage aufliegende plattenförmige Körper übt auf diese einen Druck aus, der sich in der Folieneinlage fortsetzt und dadurch, dass die Folieneinlage an den freien Stirnflächen der Profilleiste festgelegt ist, zu einem Moment führt, das die Schenkel der Profilleiste mit der Folieneinlage aufeinander zu bewegt, wodurch der Haltedruck auf den plattenförmigen Körper erhöht und dadurch der plattenförmige Körper sicher in dem Schutzprofil gehalten wird und gleichzeitig eine erhöhte Traglast erreicht wird.

[0009] Als Kunststoffschaum für die Profilleiste eignen sich bevorzugt alle den gewünschten Schutz bietende Schäume, insbesondere Polyethylen-, Polystyrol-, Polyvinylchlorid-oder Polypropylenschäume sowie Kombinationen davon, sowie Polyurethan- und gegebenenfalls auch elastomere Schäume.

[0010] Die Folieneinlage besteht vorteilhafterweise aus einschichtigen oder mehrschichtigen Folien aus Polyvinylchlorid, Polyethylen, Polyethylenterephthalat, Polypropylen, Polypropylenoxid, usw.

[0011] Zweckmäßigerweise bestehen Schaumstoff und Folie aus der gleichen Materialfamilie, wodurch eine sortenreine Wiederverarbeitung möglich ist. Wenn spezielle Anforderungen an den Schutz, die Dämpfung, die Schnittfestigkeit, die Haftung, die Lastverteilung usw. des Schutzprofils gestellt werden, kann eine Folieneinlage in Form einer Mehrschichtfolie zum Einsatz kommen, wobei die einzelnen Schichten der Folie, insbesondere die Außenschichten, unterschiedliche Eigenschaften haben und aus unterschiedlichen Materialien bestehen können. Beispielsweise kann die mit dem plattenförmigen Körper in Kontakt kommende Schicht eine sehr gute Haftwirkung aufweisen, während die der Profilleiste zugewandte Schicht mit dieser gut verschweiß- oder verklebbar sein kann. Zur Stabilisierung kann auch eine Zwischenlage, beispielsweise aus Polyethylenterephthalat, vorgesehen werden.

[0012] Die Befestigung der Folieneinlage an der Profilleiste erfolgt zweckmäßigerweise, wie erwähnt, durch Verkleben oder Verschweißen, oder auch durch Koextrudieren der Profilleiste und der Folieneinlage.

[0013] Für bestimmte Anwendungszwecke kann es zweckmäßig sein, dass die Folie im Bereich der Seitenwände und/oder im Bereich der Bodenwand und/oder im Übergang zwischen den Seitenwänden und der Bodenwand mit einer Auflage versehen ist. Eine solche Auflage kann eine Verstärkung aus dem gleichen Folienmaterial oder aus einem anderen Folienmaterial sein, wobei das Folienmaterial in der gewünschten Position wieder durch Verschweißen oder Verkleben oder Koextrusion angebracht werden kann. Die Auflage kann auch eine Haftmittelschicht oder ein Antirutschbelag sein, wenn die Folieneinlage glatt ist und umgekehrt. Durch Verstärkung der Bodenwand lässt sich beispielsweise der Schneidschutz erhöhen.

[0014] Ein besonders stabiles Schutzprofil ergibt sich dann, wenn die Folieneinlage außenseitig die ganze Profilleiste umschließt und an ihr entweder an ihrer Außenfläche unbefestigt oder mit ihr durch Verkleben verbunden ist. In dieser Ausgestaltung benutzt die Einlagefolie die gesamte Profilleiste zur Kraftverteilung und kommt insbesondere dann zum Einsatz, wenn sich die Einlagefolie schlecht mit der Profilleiste verbinden lässt.

[0015] Für einen konformen Kontakt mit dem Rand des plattenförmigen Körpers, der eine bestimmte Form haben oder Dichtlippen aufweisen kann, können an einer oder beiden Seitenwänden und/oder der Bodenwand der Folieneinlage Abstützleisten vorgesehen werden, die für diesen Kontakt entsprechend geformt sind. Die Abstützleisten können beispielsweise aus Hartschaumstoff oder einem Vollmaterial bestehen.

[0016] Zur Steigerung der Dämpfung seitens der Folieneinlage beim Einsetzen des plattenförmigen Körpers in das Schutzprofil können in der Folieneinlage Löcher oder Ausschnitte vorgesehen werden. Die Folieneinlage kann auch netzförmig ausgebildet sein. Zur Gewährleistung einer ausreichenden Haftung der Folieneinlage an der Profilleiste kann an den Seitenwänden der Folieneinlage eine sich in Richtung der Steginnenfläche hin öffnende Längsfalte mit verdeckt integriertem Kleber oder Haftmittel vorgesehen werden. Dadurch soll ein einfaches Aufbringen des Schutzprofils unter leichtem Rutschen und ausschließender Haftung möglich sein.

[0017] Als zweckmäßig hat sich auch erwiesen, wenn der Aufnahmeraum sich stegseitig erweitert, was durch Extrudieren einfach erreicht werden kann und was eine größere Flexibilität ergibt, Platz für empfindliche Dichtlippen schafft, und die Kerbwirkung verringert, wenn die Stege der Profilleiste durch Schneiden erzielt werden.

[0018] Bei einer besonders bevorzugten Ausgestaltung bildet die Steginnenfläche mit den angrenzenden Bereichen der Schenkelinnenflächen einen sich erweiternden Teil des Aufnahmeraums, der beispielsweise einen im wesentlichen kreisförmigen Querschnitt haben kann.

[0019] Ohne Verringerung der verlangten Dämpfung und Reibung kann zur Materialeinsparung die Folieneinlage aus einer Vielzahl von Folieneinlageelementen bestehen, die in Richtung der Längserstreckung der Profilleiste im Abstand voneinander angeordnet sind.

[0020] Zweckmäßigerweise hat die Profilleiste einen U- oder V-förmigen Querschnitt.

[0021] Anhand von Zeichnungen werden beispielsweise Ausführungsformen der Erfindung näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1
perspektivisch eine erste Ausführungsform eines Schutzprofils,
Fig. 2
eine Stirnansicht des Schutzprofils von Fig. 1,
Fig. 3
das Schutzprofil von Fig. 1 mit eingesetztem plattenförmigen Körper,
Fig. 4
eine Stirnansicht des Schutzprofils von Fig. 3,
Fig. 5
in einer Ansicht wie Fig. 2 eine erste Modifizierung der Folieneinlage,
Fig. 6
in einer Ansicht wie Fig. 5 eine zweite Modifizierung der Folieneinlage,
Fig. 7
in einer Ansicht wie Fig. 1 eine dritte Modifizierung der Folieneinlage,
Fig. 8
in einer Ansicht wie Fig. 1 eine vierte Modifizierung der Folieneinlage,
Fig. 9
eine Stirnansicht von Fig. 8,
Fig. 10
das Schutzprofil von Fig. 1 mit einer fünften Modifizierung der Folieneinlage und eingesetztem plattenförmigen Körper mit Lippendichtung,
Fig. 11
einen Querschnitt durch das Schutzprofil von Fig. 10 mit dem plattenförmigen Körper während des Einsetzens,
Fig. 12
in einer Ansicht wie in Fig. 11 das Schutzprofil mit eingesetztem plattenförmigen Körper,
Fig. 13
perspektivisch eine zweite Ausführungsform eines Schutzprofils,
Fig. 14
einen Querschnitt durch das Schutzprofil von Fig. 13,
Fig. 15
in einer Ansicht wie in Fig. 14 eine sechste Modifizierung der Folieneinlage mit einer Faltung für die Aufnahme eines Haftmittels und
Fig. 16
einen vergrößerten Ausschnitt von Fig. 15,
Fig. 17
in einer Ansicht wie Fig. 2 eine dritte Ausführungsform eines Schutzprofils,
Fig. 18
zeigt in einer Ansicht wie Fig. 11 eine modifizierte Auflage.


[0022] Das in Fig. 1 bis 4 gezeigte Schutzprofil hat eine U-Profilleiste 40 aus einem thermoplastischen Schaumstoff. Die U-Profilleiste 40 hat zwei Schenkel 41 und 42 sowie einen Steg 43, die ein Stück bilden. Auf der dem Steg 43 gegenüberliegenden Seite hat jeder Schenkel 41 und 42 jeweils eine freie Stirnfläche 45 bzw. 46. Der Schenkel 41 hat eine Schenkelinnenfläche 47, der Schenkel 42 eine Schenkelinnenfläche 48. Der Steg 43 hat eine Steginnenfläche 49. Die in die Steginnenfläche 49 übergehenden Schenkelinnenflächen 47 und 48 begrenzen einen Aufnahmeraum 44, der zwischen den freien Stirnflächen 45 und 46 der Schenkel 41 und 42 eine sich in Längsrichtung der U-Profilleiste 40 erstreckende Leistenöffnung 60 hat.

[0023] In dem Aufnahmeraum 44 ist für den Kontakt mit dem plattenförmigen Körper 30 eine U-förmige Folieneinlage 50 angeordnet, deren Festigkeit, insbesondere Zugfestigkeit, aber auch Schneidfestigkeit, Rutschfestigkeit und dergleichen, größer ist als die des Schaumstoffs oder andere Eigenschaften besitzt. Die Folieneinlage 50 hat Seitenwände 51, 52 und eine Bodenwand 53, die ein Stück bilden und einen Innenraum 74 mit einer sich in Längsrichtung der Profilleiste 40 erstreckenden Einlageöffnung 70 begrenzen. Die Seitenwände 51 und 52 erstrecken sich längs der Schenkelinnenflächen 47 und 48. Die Seitenwände 51 und 52 der Folieneinlage 50 erstrecken sich über die Leistenöffnung 60 hinaus und sind auf die freien Stirnflächen 45, 46 der Schenkel 41, 42 der U-Profilleiste 40 abgebogen und mit ihnen durch Kleben, Verschweißen oder Koextrudieren verbunden. Diese Befestigung kann sich auch noch in den Bereich der oder ganz über die Schenkelinnenflächen 47 und 48 erstrecken.

[0024] Die Bodenwand 53 der Folieneinlage 50 ist in einem Abstand 54 von der Steginnenfläche 49 angeordnet. Der Abstand 54 der Bodenwand 53 der Folieneinlage 50 von der Steginnenfläche 49 ist so bemessen, dass der in die Folieneinlage 50 durch die Einlageöffnung 70 eingeführte, mit einem Rand 31 auf der Bodenwand 53 der Folieneinlage 50 aufliegende plattenförmige Körper 30 die Schenkel 41 und 42 mit Folieneinlage 50 aufgrund der Befestigung der Folieneinlage 50 an ihren freien Stirnflächen 45, 46 ausgehend von der Leistenöffnung 60 bzw. der Einlageöffnung 70 aufeinander zu biegt und gegen den plattenförmigen Körper 30 presst, ohne dass die Bodenwand 53 mit der Steginnenfläche 49 in Berührung kommt. Dieser Zustand ist in Fig. 3 und 4 gezeigt.

[0025] Bei der Ausführungsform von Fig. 1 bis 4 sind die Schenkelinnenflächen 47 und 48 leicht gegeneinander gerichtet oder zunächst weitgehend parallel und leicht voneinander weggerichtet und gehen dann in die Steginnenfläche 49 so über, dass der Aufnahmeraum 44 in dem stegseitigen Bereich sich einen erweiterten Querschnitt hat, der bei der gezeigten Ausführung im wesentlichen kreisförmig ist.

[0026] Wie aus Fig. 3 und 4 zu ersehen ist, reduziert sich der Abstand 54 durch plastische und elastische Dehnung der Folieneinlage 50 unter dem Gewicht des eingesetzten plattenförmigen Körpers 30, ohne dass jedoch die Folieneinlage 50 bodenwandseitig mit der Steginnenfläche 49 der Profilleiste 40 in Kontakt kommt.

[0027] Bei der in Fig. 5 gezeigten Modifizierung ist an der Innenseite der Bodenwand 53 der Folieneinlage 50 eine Verstärkung 56 vorgesehen, die beispielsweise als Schneidschutz dient.

[0028] Bei der in Fig. 6 gezeigten Modifizierung ist eine Verstärkung 56 jeweils innen an jeder Seitenwand 51, 52 der Folieneinlage 50 vorgesehen, die beispielsweise abhängig von den Eigenschaften der Folieneinlage 50 rutschhemmend oder glatt sein kann.

[0029] Bei der in Fig. 7 gezeigten Modifizierung der Profilleiste in der Ausführung von Fig. 1 bis 4 ist die Folieneinlage 50 in Richtung der Längserstreckung der U-Profilleiste 40 unterbrochen und besteht aus zueinander beabstandeten Folieneinlageelementen 55, von denen jedes Seitenwände 51 und 52 und eine Bodenwand 53 hat.

[0030] Das Schutzprofil von Fig. 8 und 9 unterscheidet sich von dem der Figuren 1 bis 4 dadurch, dass die Folieneinlage 50 um alle Außenwände der U-Profilleiste 40 herumgelegt und mit diesen verbunden ist. Der thermoplastische Schaumstoff der U-Profilleiste 40 ist somit nur an den Stirnflächen des Schutzprofils sichtbar. Diese Ausgestaltung verteilt die Kräfte in der Folieneinlage 50 bei eingesetztem plattenförmigen Körper über einen Großteil der Außenfläche der U-Profilleiste 40 auch für thermisch schlecht verschweißbare Materialien.

[0031] Das in Fig. 10 bis 12 gezeigte Schutzprofil entspricht im wesentlichen dem von Fig. 1 bis 4 mit der Ausnahme, dass an der Bodenwand 53 der Folieneinlage 50 auf der der Einlageöffnung 70 zugewandten Innenfläche eine Abstützleiste 57 aus Hartschaum aufgebracht ist, die für einen konformen Kontakt mit einem plattenförmigen Körper 30 vorgesehen ist, von dem sich randseitig zwei Lippen so weg erstrecken, dass ein Y-Rand 32 gebildet wird, d.h. ein Rand, der im Querschnitt die Form eines auf dem Kopf stehenden Y hat. Dabei ist wie bei der Ausführungsform von Fig. 1 bis 4 der stegseitige Teil des Aufnahmeraums 44 der U-Profilleiste 40 im Querschnitt sich kreisförmig erweiternd ausgebildet.

[0032] Wenn, wie in Fig. 11 gezeigt ist, der plattenförmige Körper 30 mit dem Y-Rand 32 durch die Einlageöffnung 70 in die Folieneinlage 50 eingeführt wird, drückt sein Y-Rand 32 die Seitenwände 51 und 52 der Folieneinlage 50 auseinander, wobei sich die die Abstützleiste 57 tragende Bodenwand 53 horizontal ausrichtet.

[0033] Wenn der plattenförmige Körper 30 mit seinem Y-Rand 32 voll in die Folieneinlage 50 des Schutzprofils eingesetzt ist, liegt, wie in Fig. 12 gezeigt ist, die Folieneinlage 50 fest an der Außenkontur des plattenförmigen Körpers 30 an, wobei die Abstützleiste 57 in den Y- Rand 32 ragt und am Boden des Y mit dem plattenförmigen Körper 30 in Kontakt steht. Auf diese Weise wird der plattenförmige Körper 30 in den Innenraum 74 der Einlagefolie 50 eingebracht und ist gut gedämpft gegen Stöße und dergleichen, wobei durch das durch den vertikalen Pfeil in Fig. 12 veranschaulichte Gewicht des plattenförmigen Körpers 30 die Schenkel 41 und 42 in Richtung der horizontalen Pfeile nach innen gegen den plattenförmigen Körper 30 gedrückt werden, so dass dessen Reibhalterung innerhalb der Folieneinlage 50 gesteigert wird. Durch die Abstützleiste 57 wird der Y-Rand 32 bzw. werden die Lippen fixiert und gegen Verbiegen geschützt. Die Kraft wird also nicht über die zu schützende Lippe sondern über die Abstützleiste 57 und den plattenförmigen Körper 30 eingeleitet.

[0034] Bei der in Fig. 13 und 14 gezeigten Ausführungsform hat das Schutzprofil eine U-Profilleiste 40 mit einem langen geraden Steg 43, wobei die Steginnenfläche 49 in etwa parallel zu der im Abstand 54 befindlichen Bodenwand 53 der Folieneinlage 50 angeordnet ist. Im übrigen hat das Schutzprofil den gleichen Aufbau und die gleiche Funktion wie das der Fig. 1 bis 4.

[0035] Bei der Modifizierung von Fig. 15 und 16 bilden die Seitenwände 51 und 52 der Folieneinlage 50 an den Schenkelinnenflächen 47 und 48 der Schenkel 41 und 42 eine Falte 58, die vergrößert in Fig. 16 dargestellt ist. In der von dieser Falte 58 gebildeten Tasche ist schenkelinnenflächenseitig ein Klebstoff oder Haftmittel enthalten. Wenn in den Innenraum 74 der Folieneinlage 50 ein nicht gezeigter plattenförmiger Körper eingesetzt wird, können sich unter dem Gewicht des Körpers die Falten 58 öffnen, wodurch die Bodenwand 53 weiter in Richtung des Stegs 43 verschoben wird und dabei beim Öffnen der Falten 58 einen Dämpfungswiderstand herbeiführt. Durch den nach Öffnen der Falten 58 mit den Schenkelinnenflächen 47 bzw. 48 in Kontakt kommenden Klebstoff wird dann die jeweilige Seitenwand 51, 52 an dem zugehörigen Schenkel 41 bzw. 42 der U-Profilleiste 40 zusätzlich festgelegt. Die Falten 58 sind in Fig. 15 und 16 überdimensioniert dargestellt. Nach Öffnen der Falten sowie nach plastischer und elastischer Dehnung der Folieneinlage 50 unter dem Gewicht des nicht gezeigten plattenförmigen Körpers kommt die Bodenwand 53 der Folieneinlage 50 nicht mit der Steginnenfläche 49 des Stegs 43 der U-förmigen Profilleiste 40 in Kontakt.

[0036] Aufgrund der Tatsache, dass der Kleber, das Haftmittel oder die Antirutschschicht verdeckt ist, kann der zu schützende Körper 30 leicht und hemmungsfrei ins Schutzprofil eingeleitet werden, weil sich die Falten 58 nur bei Belastung der Bodenwand 53 der Einlagefolie 50 öffnen. Die Position der Falte 58 spielt dabei keine wesentliche Rolle, sie muss nur an der Schenkelinnenfläche 47 anliegen. Somit wird auch ein automatisiertes Einbringen des plattenförmigen Körpers 30 vereinfacht.

[0037] Bei der in Figur 17 gezeigten dritten Ausführungsform hat das Schutzprofil eine V-förmige Profilleiste 40 mit zwei Schenkeln 41 und 42 sowie einem am Übergang der Schenkel 41 und 42 vorhandenen spitzzulaufenden Steg 43. Im Bereich des Stegs 43 ist ein Aufnahmeraum 44 vorgesehen, in dem, wie gezeigt, eine Einlagenfolie 50 angeordnet ist, wobei diese Anordnung und die Festlegung der Einlagenfolie 50 der der übrigen Ausführungsformen entspricht. Ferner ist ein in die Einlagenfolie 50 eingeführter plattenförmiger Körper 30 gezeigt.

[0038] Das in Figur 18 gezeigten Schutzprofil unterscheidet sich von dem in Figur 11 gezeigten dadurch, dass die Abstützleiste 57 ein Teil der bodenwandseitigen Auflage 56 von Figur 5 ist und sich an der einen Schenkelinnenfläche 47 der U-Profilleiste 40 befindet. Der plattenförmige Körper 30 hat einen Rand 32', der eine einseitig von ihm abstehende, der anderen Schenkelinnenfläche 48 der Profilleiste 40 zugewandte Lippe 33 hat. Wenn der Rand 32' des plattenförmigen Körpers 30 auf der Abstützleiste 57 aufliegt, erstreckt sich seine Lippe 33 an der Abstützleiste 57 vorbei in den von der Einlagenfolie 50 begrenzten Innenraum 74. Obwohl der plattenförmige Körper 30 auf diese Weise näher an der Schenkelinnenwand 47 der U-Profilleiste 40 als an der Schenkelinnenwand 48 angeordnet ist, ergibt sich, dass die aus dem Gewicht des plattenförmigen Körpers 30 resultierende Kraft konform über die asymmetrisch angeordnete Abstützleiste 57 und die mit ihr ein Stück bildende Auflage 56 über die Einlagefolie 50 in die Schenkel 41, 42 der Profilleiste 40 eingeleitet wird und dadurch die Schenkel 41, 42 wieder mit gleicher Kraft gegen den plattenförmigen Körper 30 angepresst werden. Außerdem bleibt der Innenraum 70 der Folieneinlage 50 für die ungestörte Aufnahme der Lippe 33 erhalten.


Ansprüche

1. Schutzprofil für einen im wesentlichen plattenförmigen Körper (30),

- wobei das Schutzprofil eine Profilleiste (40) aus Kunststoffschaum aufweist, die zwei Schenkel (41, 42) mit jeweils einer Schenkelinnenfläche (47, 48) und einer freien Stirnfläche (45, 46) sowie einen die Schenkel (41, 42) verbindenden Steg (43) mit einer Steginnenfläche (49) hat,

- wobei die Schenkelinnenflächen (47, 48) und die Steginnenfläche (49) einen Aufnahmeraum (44) begrenzen, der zwischen den freien Stirnflächen (45, 46) der Schenkel (41, 42) eine sich in Längsrichtung der Profilleiste (40) erstreckende Leistenöffnung (60) hat, und

- wobei in dem Aufnahmeraum (44) für einen Kontakt mit dem plattenförmigen Körper (30) eine Einlage angeordnet ist, die profilseitig festgelegt ist und eine Festigkeit hat, die größer ist als die des Schaumstoffs,

dadurch gekennzeichnet,

- dass die Einlage eine Folieneinlage (50) mit einer sich in Längsrichtung der Profilleiste (40) erstreckenden Einlageöffnung (70) und mit einem Innenraum (74) ist, der von sich längs der Schenkelinnenflächen (47, 48) der Profilleiste (40) erstreckenden Seitenwänden (51, 52) und von einer der Steginnenfläche (49) der Profilleiste (40) zugewandten Bodenwand (53) begrenzt ist,

- dass die Seitenwände (51, 52) der Folieneinlage (50) über die Leistenöffnung (60) der Profilleiste (40) vorstehen und wenigstens an den freien Stirnflächen (45, 46) der Schenkel (41, 42) der Profilleiste (40) befestigt sind,

- dass die Bodenwand (53) der Folieneinlage (50) in einem Abstand (54) von der Steginnenfläche (49) der Profilleiste (40) angeordnet ist, und

- dass der Abstand (54) der Bodenwand (53) der Folieneinlage (50) von der Steginnenfläche (49) der Profilleiste (40) so bemessen ist, dass der in die Folieneinlage (50) durch die Einlageöffnung (70) eingeführte, mit einem Rand (31, 32) auf der Bodenwand (53) der Folieneinlage (50) aufliegende plattenförmige Körper (30) die Schenkel (41, 42) der Profilleiste (40) mit der Folieneinlage (50) aufgrund der Befestigung der Folieneinlage (50) an den freien Stirnflächen (45, 46) der Profilleiste (40) ausgehend von der Einlageöffnung (70) und der Leistenöffnung (60) aufeinander zu biegt und gegen den plattenförmigen Körper (30) presst, ohne dass die Bodenwand (53) der Folieneinlage (50) mit der Steginnenfläche (49) der Profilleiste (40) in Berührung kommt.


 
2. Schutzprofil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigung der Folieneinlage (50) an der Profilleiste (40) durch Verkleben, Verschweißen oder Koextrudieren erfolgt.
 
3. Schutzprofil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Folieneinlage (50) im Bereich ihrer Seitenwände (51, 52) und/oder im Bereich ihrer Bodenwand (53) und/oder im Übergang zwischen ihren Seitenwänden (51, 52) und ihrer Bodenwand (53) mit einer Auflage (56) versehen ist.
 
4. Schutzprofil nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflage (56) eine Verstärkung, eine Haftmittelschicht oder ein Antirutschbelag ist.
 
5. Schutzprofil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Folieneinlage (50) außenseitig die ganze Profilleiste (40) umschließt.
 
6. Schutzprofil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an den Seitenwänden (51, 52) und/oder der Bodenwand (53) der Folieneinlage (50) wenigstens eine Abstützleiste (57) für eine konforme Einleitung der aus dem Gewicht des plattenförmigen Körpers (30) resultierenden Kraft in die Schenkel (41, 42) der Profilleiste (40) vorgesehen sind.
 
7. Schutzprofil nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstützleisten (57) aus Hartschaumstoff oder einem Vollmaterial bestehen.
 
8. Schutzprofil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenwände (51, 52) der Folieneinlage (50) eine sich in Richtung zur Steg innenfläche (49) hin öffnende Längsfalte (58) mit verdeckt integriertem Kleber, Haftmittel oder Antirutschbelag aufweisen.
 
9. Schutzprofil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufnahmeraum (44) im Bereich der Steginnenfläche (49) der Profilleiste (40) und ihren angrenzenden Bereichen der Schenkelinnenflächen (47, 48) sich erweiternd ausgebildet ist.
 
10. Schutzprofil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Folieneinlage (50) aus einer Vielzahl von Folieneinlageelementen (55) besteht, die in Richtung der Längserstreckung der Profilleiste (40) im Abstand voneinander angeordnet sind.
 
11. Schutzprofil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Folieneinlage (50) eine Mehrschichtfolie ist.
 
12. Schutzprofil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Folieneinlage (50) Löcher und/oder Ausschnitte aufweist oder netzförmig ausgebildet ist.
 
13. Schutzprofil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Profilleiste (40) einen U- oder V-förmigen Querschnitt hat.
 




Zeichnung

























Recherchenbericht










Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente