(19)
(11) EP 1 700 804 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
13.09.2006  Patentblatt  2006/37

(21) Anmeldenummer: 06405077.6

(22) Anmeldetag:  23.02.2006
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B65H 19/12(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA HR MK YU

(30) Priorität: 11.03.2005 DE 102005011335

(71) Anmelder: Maschinenfabrik Wifag
3001 Bern (CH)

(72) Erfinder:
  • Moser, Hans
    3068 Ultzigen (CH)

   


(54) Rollenbremse mit Rollenabstreifer


(57) Aufnahmevorrichtung für eine Bahnrolle (1), umfassend:

a) einen Achszapfen (3), der die Bahnrolle (1) aufnehmen kann,

b) einen Abstreifer (4),

c) ein Antriebsmittel (5), das den Abstreifer (4) relativ zu der Längsachse (L) des Achszapfens (3) bewegen kann,

d) wobei die Bahnrolle (1) relativ zu dem Abstreifer (4) drehbar ist und

e) wobei das Antriebsmittel (5) den Abstreifer (4) in einen Bremseingriff mit der Bahnrolle (1) bewegen kann, um bei einer sich drehenden Bahnrolle (1) die Bahnrolle (1) abzubremsen.






Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Abbremsen einer sich drehenden Bahnrolle, insbesondere einer Papierbahnrolle für eine Druckmaschine.

[0002] Aus dem Stand der Technik sind unterschiedliche Bremsvorrichtungen für eine sich drehende Bahnrolle bekannt. Ein Abbremsen der Bahnrolle kann z. B. mit einer Motor-Generator-Bremse erreicht werden, indem der Motor zum Bremsen als Generator verwendet wird, wobei die erzeugte elektrische Energie der Rotationsenergie der Bahnrolle entzogen wird.

[0003] Aus dem Stand der Technik sind ferner Wirbelstrombremsen bekannt, bei denen in einem sich in einem magnetischen Feld bewegenden Körper Flussänderungen entstehen, die Wirbelströme hervorrufen. Diese Wirbelströme üben ein Bremsmoment aus, sich durch den Erregerstrom für das Magnetfeld auf gewünschte Werte einstellen lässt.

[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren bereitzustellen, mit denen ein einfaches Abbremsen einer sich drehenden Bahnrolle möglich ist.

[0005] Die Aufgabe wird gelöst durch die unabhängigen Ansprüche. Vorteilhafte Weiterentwicklungen ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.

[0006] Die Erfindung betrifft eine Aufnahmevorrichtung für eine Bahnrolle. Die Bahnrolle kann z. B. aus einem Rollenkern und, bei einer darauf aufgewickelten Materialbahn, der Materialbahn gebildet werden. Bei der Bahnrolle kann es sich insbesondere um einen Rollenkern für eine Papierbahn handeln. Vorzugsweise wird die Aufnahmevorrichtung für eine Druckmaschine, insbesondere eine Rollenrotationsdruckmaschine, verwendet.

[0007] Die erfindungsgemäße Aufnahmevorrichtung umfasst einen Achszapfen, der die Bahnrolle aufnehmen kann. Der Achszapfen kann die Bahnrolle vorzugsweise drehbar lagern. Eine Möglichkeit ist den Achszapfen und die Bahnrolle relativ zueinander bewegbar, insbesondere drehbar anzuordnen. Eine andere, bevorzugte Möglichkeit ist, den Achszapfen drehbar z. B. an einem Rollenarm anzuordnen, wobei die Bahnrolle dann fest, insbesondere drehfest auf dem Achszapfen befestigbar ist. Bei den zwei aufgezeigten Möglichkeiten ist eine Drehbarkeit der Bahnrolle möglich. Vorzugsweise ist der Achszapfen so ausgebildet, dass er mit der Bahnrolle zusammenwirken und diese aufnehmen bzw. drehbar lagern kann. Beispielsweise kann der Achszapfen zylindrisch gebildet sein, wobei auch eine konische Form denkbar ist. Bei einem zylindrischen Achszapfen ist es von Vorteil, wenn die Bahnrolle einen hohlzylindrischen Querschnitt aufweist. Eine Verdrehbarkeit oder eine Längsbewegbarkeit der Bahnrolle relativ zu dem Achszapfen kann beispielsweise durch an dem Achszapfen gebildete Klemmbacken, insbesondere Radialklemmbacken verhindert werden, wenn diese in einen Eingriff mit der Bahnrolle gebracht werden.

[0008] Die erfindungsgemäße Aufnahmevorrichtung weist ferner einen Abstreifer und ein Antriebsmittel auf, das den Abstreifer relativ zu der Längsachse des Achszapfens bewegen kann. Insbesondere bei Druckmaschinen besteht oftmals die Notwendigkeit, auch Bahnrollen aus der Aufnahmevorrichtung auszuwechseln, bei denen die Material- oder Papierbahn nicht oder nicht vollständig abgewickelt wurde. Da derartige Bahnrollen mit einer Materialbahn eine Masse von mehreren Tonnen aufweisen können, ist oftmals ein großer Kraftaufwand nötig, um die Bahnrolle von dem Achszapfen zu bewegen. Ein Abstreifer kann das Auswechseln bzw. das Entfernen der Bahnrolle von dem Achszapfen erleichtern, indem der Abstreifer die Bahnrolle relativ zu dem Achszapfen abstreift. Geeignete Antriebsmittel für den Abstreifer können beispielsweise ein Motor, ein Kolben, ein Energiespeichermittel, wie z. B. eine Feder, oder andere aus dem Stand der Technik bekannte Antriebe sein.

[0009] Für die Erfindung ist besonders ein Abstreifer geeignet, der den Achszapfen ringförmig umgibt. Der Abstreifer kann außerdem scheibenförmig sein. Die Bahnrolle ist erfindungsgemäß relativ zu dem Abstreifer drehbar. Vorteilhaft ist die Bahnrolle, zumindest während sie sich dreht, mit einer Abstreifsicherung derart gesichert, dass ein Abstreifen der Bahnrolle, insbesondere während des Drehens oder während eines Abbremsens der Bahnrolle, verhindert werden kann. Das Antriebsmittel kann den Abstreifer in einen Bremseingriff mit der Bahnrolle bewegen, um bei einer sich drehenden Bahnrolle die Bahnrolle abzubremsen. Dies erfolgt vorzugsweise dadurch, dass das Antriebsmittel den Abstreifer auf eine Stirnseite der vorzugsweisen zylinderförmigen Bahn-oder Papierrolle drückt, wodurch eine Reibkraft bzw. ein Reibmoment erzeugt wird, das die Drehgeschwindigkeit der Rolle verringert. Da bei dem Abbremsvorgang aufgrund der Reibung zum Teil hohe Temperaturen erzeugt werden, kann zur Schonung der Material-oder Papierbahn bzw. der Bahnrolle eine geeignete Materialwahl für den Abstreifer erforderlich sein. Als besonders geeignet haben sich Abstreifer aus Metall, insbesondere aus Aluminium oder aus Stahl herausgestellt, um die Wärme möglichst rasch von der Reibstelle abzuleiten. Insbesondere Metalle, die eine hohe Wärmeleitfähigkeit aufweisen, weisen bei einem Abbremsen eine geringe Abriebsfestigkeit auf als Metalle mit einer niedrigeren Wärmeleitfähigkeit. Besonders vorteilhaft sind daher Abstreifer aus einer Keramik oder aus einer Metall-Keramik-Kombination, wie z. B. ein keramikbeschichtetes Metall. Vorteilhaft lassen sich faserverstärkte Keramiken, wie z. B. C/SiC einsetzen. Die Bahnrolle kann z. B. aus Metall, Kunststoffen oder Pappe bzw. Papier sein. Beim Bremsen fährt der Abstreifer direkt auf z. B. den Rollenkern und/oder auf die auf ihm aufgewickelte Materialbahn. Es kann daher in einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung die Stirnseite der Bahnrolle, die mit dem Abstreifer abgebremst werden kann, mit einem abriebsfesten Abschnitt versehen werden. Der abriebsfeste Abschnitt kann beispielsweise in etwa deckungsgleich mit der Stirnseite des Abstreifers sein.

[0010] Der Abstreifer kann bei der erfindungsgemäßen Aufnahmevorrichtung beispielsweise als einziges Bremsmittel oder als zusätzliches, insbesondere als Notbremsmittel, für die Bahnrolle vorgesehen werden. Beispielsweise kann die Bahnrolle bei einem Stromausfall oder bei einem Ausfall der regulären Bremseinrichtung mit dem Abstreifer abgebremst werden.

[0011] Bei einem Betriebszustand, der ein Abbremsen der Rolle erfordert, kann z. B. ein Motor, eine Feder oder ein anderes Antriebsmittel den Abstreifer in einen Bremseingriff gegen die Rolle bewegen. Beispielsweise kann mit einem Freigabe- oder Schaltelement eine elektrische Energie oder eine Druckenergie eines Fluids, wie z. B. einer Pneumatik oder Hydraulik, freigegeben werden, um das Antriebsmittel anzutreiben oder das Antriebsmittel für einen Antrieb freizugeben. Bei einer mit dem Druckfluid gespeicherten Energie kann das Druckfluid bei einer Freigabe z. B. auf einen Kolben wirken, der den Abstreifer in den Bremseingriff bewegt. In einer anderen Ausführungsform kann das Druckfluid, wie z. B. in einer Federspeicherbremse, auf einen Kolben wirken, der eine als Energiespeichermittel dienende Feder vorspannt. Bei einem Entweichen des Fluids aus dem Kolben kann sich die Feder entspannen und den Kolben antreiben, der den Abstreifer in den Bremseingriff bewegt.

[0012] Da insbesondere ein Abreißen der Materialbahn während des Bremsvorgangs verhindert werden soll, kann vorteilhaft eine Steuerung oder eine Regelung vorgesehen sein, die den Bremseingriff des Abstreifers mit der Bahnrolle steuert oder regelt. Beispielsweise kann die elektrische Energie oder die Druckenergie fiir das Antriebsmittel und daher auch der Bremseingriff des Abstreifers mit der Bahnrolle in Abhängigkeit von einer Zustandsgröße der ablaufenden Materialbahn, wie z. B. der Bahnspannung oder der Bahngeschwindigkeit geregelt werden. Erfindungsgemäß kann daher eine Messeinrichtung vorgesehen sein, die z. B. die Bahnspannung oder die Bahngeschwindigkeit der ablaufenden Materialbahn messen kann. Geeignete Messeinrichtungen können eine Tänzerwalze oder ein Bahngeschwindigkeits- oder Bahnspannungssensor sein. Der von der Messeinrichtung aufgenommene Istwert wird mit einer Sollgröße verglichen. Zum Beispiel kann eine Reißfestigkeit, bei der die Materialbahn gerade nicht abreißt, als Sollwert hinterlegt sein, der mit einem Istwert der Bahnspannung verglichen wird. Alternativ oder in Kombination dazu kann als Sollgröße ein maximaler Verzögerungswert der Materialbahn dienen. Gegebenenfalls kann es erforderlich sein, für den Vergleich mit der maximalen Verzögerung die aufgenommene Bahngeschwindigkeit nach der Zeit abzuleiten, um einen Istwert der Verzögerung zu erhalten. Mit einem Regler wird in Abhängigkeit von der Regeldifferenz eine entsprechende Signalgröße für das Stellglied, nämlich das Antriebsmittel, erzeugt, das den Anpressdruck des Abstreifers mit der Rolle und somit das Bremsmoment entsprechend erhöht oder senkt. Ein Abreißen der ablaufenden Warenbahn wird aufgrund des geregelten Abbremsens verhindert.

[0013] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist auf der anderen Stirnseite der Bahnrolle ein weiterer Achszapfen vorgesehen, so dass die Bahnrolle beidseitig von jeweils einem Achszapfen aufgenommen werden kann. Um die Bahnrolle erfindungsgemäß abbremsen zu können, kann ein als Bremse dienender Abstreifer nur an einem Achszapfen angeordnet sein. Die Abstreifsicherung kann z. B. an dem Achszapfen, an dem die Bremse gebildet ist und/oder an dem anderen Achszapfen gebildet oder dem anderen Achszapfen zugeordnet sein. In einer Ausführungsform kann die Abstreifsicherung ein Axialanschlag sein. Besonders bevorzugt weist auch der andere Achszapfen einen Abstreifer auf, der insbesondere zum Bremsen verwendet werden kann. Für den weiteren Abstreifer kann das zu dem oben genannten Abstreifer Gesagte gelten. Vorzugsweise werden bei einer Steuerung oder Regelung die Abstreifer von einer gemeinsamen Steuerung oder Regelung gesteuert oder geregelt.

[0014] In einer anderen bevorzugten Ausführungsform. können der Achszapfen und der Abstreifer und insbesondere das Antriebsmittel an einem Tragarm befestigt sein, der um eine von der Längsachse des Achszapfens beabstandete Schwenkachse schwenkbar ist. Bei für die Bahnrolle beidseitig vorgesehenen Achszapfen können beide Achszapfen jeweils mit einem Abstreifer an jeweils einem Tragarm befestigt werden, wobei dann beide Tragarme um die von der gemeinsamen Längsachse der Achszapfen beabstandete Schwenkachse schwenkbar sind. Bei Druckmaschinen besteht oft das Erfordernis, die Papierrollen während des Betriebs ohne Unterbrechung der Zuführung der Papierbahn auszuwechseln. Dabei ist es vorteilhaft, mindestens zwei Bahnrollen an der Aufnahmevorrichtung anzubringen, die um die Schwenkachse schwenkbar sind. Daher kann mindestens ein weiterer Tragarm oder ein weiteres Paar Tragarme vorgesehen sein, die um die von den jeweiligen Achszapfen beabstandete gemeinsame Schwenkachse schwenkbar sind.

[0015] Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Abbremsen einer Bahnrolle, die in einer Aufnahmevorrichtung aufgenommen werden kann. Das Verfahren umfasst insbesondere das Antreiben des Abstreifers relativ zu der sich drehenden Bahnrolle und das Anpressen des Abstreifers auf die Bahnrolle, um eine Reibung zwischen dem Abstreifer und der Bahnrolle zu erzeugen, die die Drehgeschwindigkeit der Bahnrolle abbremst. Vorteilhafte Weiterbildungen des Verfahrens ergeben sich aus der Verwendung der erfindungsgemäßen Aufnahmevorrichtung und des für die Verwendung der erfindungsgemäßen Aufnahmevorrichtung notwendigen Verfahrens.

[0016] Die Erfindung wurde anhand mehrerer Ausführungsbeispiele ausfiihrlich beschrieben. Die Erfindung wird nachfolgend anhand mehrerer Ausführungsbeispiele mit Hilfe von Figuren erläutert. An den Ausführungsbeispielen offenbar werdende Merkmale bilden je einzeln und in jeder Merkmalskombination die Gegenstände der Ansprüche vorteilhaft weiter. Auch Merkmale, die nur an einem Beispiel offenbart sind, bilden das jeweils andere Beispiel weiter oder zeigen eine Alternative auf, soweit nichts Gegenteiliges offenbart wird oder nur der Fall sein kann. Es zeigen:
Figur 1
eine erfindungsgemäße Aufnahmevorrichtung mit einer ungebremsten Bahnrolle,
Figur2
die Aufnahmevorrichtung aus Figur 1 mit einer gebremsten Bahnrolle,
Figur 3
eine erfindungsgemäße Aufnahmevorrichtung mit einer ungebremsten Bahnrolle,
Figur 4
die Aufnahmevorrichtung aus Figur 3 mit einer geregelt gebremsten Bahnrolle.


[0017] Die Figuren 1 und 2 zeigen eine erfindungsgemäße Aufnahmevorrichtung für eine Bahnrolle 1 mit der die Bahnrolle 1 mit den Abstreifern 4, 8 abgebremst werden kann. In der gezeigten Ausführungsform ist auf die Bahnrolle 1 eine Materialbahn 2, insbesondere eine Papierbahn, aufgewickelt. Die Erfindung ist sowohl bei einer leeren Bahnrolle als auch bei einer teilweise oder vollständig auf die Bahnrolle 1 aufgewickelten Materialbahn 2 anwendbar.

[0018] Die in diesem Ausführungsbeispiel dargestellte hohlzylindrische Bahnrolle 1 wird an ihren beiden Stirnseiten von jeweils einem Achszapfen 3, 7 aufgenommen. Die Bahnrolle 1 ist um ihre Längsachse drehbar, die mit der Längsachse L der beiden axial fluchtend angeordneten Achszapfen 3, 7 zusammenfällt. Die Bahnrolle 1 wird von den Achszapfen 3, 7 drehbar gelagert, d. h. dass zwischen der Bahnrolle 1 und den Achszapfen 3, 7 eine relative Drehbewegung stattfinden kann oder dass die Bahnrolle 1 fest auf den Achszapfen 3, 7 sitzt, wobei die Achszapfen 3, 7 in ihrem jeweils zugeordneten Gehäuse 6 drehbar gelagert sind. Um die Bahnrolle 1 an den Achszapfen 3 drehfest und/oder verschiebefest entlang der Längsachse L fixieren zu können, können an wenigstens einem der Achszapfen 3 oder 7 Radialspannbacken (nicht gezeigt) vorgesehen sein, die die Bahnrolle an ihrer inneren Umfangsfläche festklemmen können. Um die Verschiebbarkeit der Bahnrolle 1 entlang der Längsachse L zu verhindern, kann unter einem anderen Aspekt wenigstens einer der Abstreifer 4, 8 als Axialanschlag dienen.

[0019] Der Abstreifer 4 umgibt seinen ihm zugeordneten Achszapfen 3, der Abstreifer 8 seinen ihm zugeordneten Achszapfen 7 jeweils ringförmig. Die Abstreifer 4, 8 sind ferner scheibenförmig gebildet. Die Bahnrolle 1 kann relativ zu den Abstreifern 4, 8, wie in Figur 1 dargestellt, gedreht werden.

[0020] Die Abstreifer 4, 8 sind jeweils mit einem Antriebsmittel 5 verbunden. In dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist das Antriebsmittel 5 eine Feder, insbesondere eine Druckfeder. In einem Betriebszustand, bei dem die Bahnrolle 1 abgebremst werden muss, kann das Antriebsmittel 5 wenigstens eines Abstreifers 4; 8 den Abstreifer 4; 8 entlang der Längsachse L in einen Eingriff mit der Stirnseite der Bahnrolle 1 bewegen. Bei einer auf den Achszapfen 3, 7 festsitzenden Bahnrolle 1 wird zwischen der Stirnseite der Bahnrolle 1 und dem Abstreifer 4; 7 eine Reibkraft bzw. ein Reibmoment erzeugt, wodurch die Bahnrolle 1 abgebremst wird. Bei einer Bahnrolle 1, die nicht auf dem Achszapfen 3, 7 festsitzt, kann z. B. der Abstreifer 3 bei seiner Bewegung entlang der Längsachse L die Bahnrolle 1 mitnehmen und bis zu einem Längsanschlag drücken. Ein derartiger Längsanschlag kann z. B. durch den anderen Abstreifer 8 bereitgestellt werden. In der in Figur 2 dargestellten Ausfiihrungsform, werden beide Abstreifer 4, 8 von ihrem jeweiligen Antriebsmittel 5 auf jeweils eine Stirnseite der Bahnrolle 1 gedrückt, so dass die Bahnrolle 1 durch das beidseitig an ihrer Stirnseite erzeugte Reibmoment abgebremst wird.

[0021] Die Figuren 3 und 4 zeigen eine erfindungsgemäße Aufnahmevorrichtung für eine Bahnrolle, mit der die Bahnrolle 1 geregelt abgebremst werden kann. Die Regelung findet anhand der Bahnspannung der von der Bahnrolle 1 abgewickelten Materialbahn 9 statt. Dazu wird in die ablaufende Materialbahn 9 zwischen zwei Walzen eine Tänzerwalze 10 angeordnet, die mit einem Regler 11 gekoppelt ist. Abhängig von der Bahnspannung wird die Tänzerwalze 10 unterschiedlich stark ausgelenkt. Der Regler 11 regelt einen Druck P einer Pneumatik. Als Energiespeicher für den Druck P kann z. B. ein Druckbehälter dienen, der abhängig von der Druckbehältergröße z. B. einen quasi-konstanten Eingangsdruck für den Regler 11 liefern kann. Abhängig von der Auslenkung der Tänzerwalze 10 wird der Eingangsdruck des Reglers verringert und an das oder die Antriebsmittel 5 für den oder die Abstreifer 4; 8 weitergeleitet.

[0022] Das Antriebsmittel 5 ist in dem gezeigten Beipiel ein Zylider mit einem einfach wirkenden Kolben, wobei der Kolben in einem unbedruckten Zustand von einer Feder in einem eingefahrenen Zustand, nämlich in einer Freigabeposition des Abstreifers 4 gehalten wird. Zusätzlich kann der Regelung ein Schaltelement 12, wie z. B. ein 3/2-Wegeventil vorgeschaltet sein, um die Regelung bei einem entsprechenden Betriebszustand, der ein Abbremsen der Bahnrolle 1 erfordert, mit dem Druck P zu beaufschlagen und in Gang zu setzen. Das 3/2-Wegeventil 12 sperrt in einem Ruhezustand die Druckzufuhr zu dem Regler 11 und zu den Antriebsmitteln 5. Insbesondere kann in der gleichen Schaltstellung über das 3/2-Wegeventil 12 das Pneumatiksystem vom Wegeventil bis zu den Antriebsmitteln 5 drucklos geschaltet werden. Bei einer Betätigung des 3/2-Wegeventils mit z. B. einem Magnet, einem Drucktaster oder dergleichen, wird der Druck P bis zum Regler 11 durchgeschaltet, wodurch die Regelung der Antriebsmittel 5 in Gang gesetzt wird. Zunächst wird der Abstreifer 4 aus der in Figur 3 dargestellten Position in die in Figur 4 dargestellte Position gefahren. Durch die Reibung zwischen der Bahnrolle 1 und dem Abstreifer 4 ergibt sich eine Bremswirkung, wodurch die Bahnspannung der ablaufenden Bahn 9 erhöht wird und die Tänzerwalze 10 entsprechend bewegt wird. Über die Bewegung der Tänzerwalze 10 wird der Druck P von dem Regler 11 verringert. Abhängig wie stark der Druck P von dem Regler 1 verringert wird, ändert sich der Anpressdruck, der von dem Antriebsmittel über den Abstreifer 4; 8 auf die Bahnrolle 1 ausgeübt wird. Eine Beschädigung, insbesondere ein Reißen der ablaufenden Materialbahn 9 kann somit verhindert werden. Vorteilhaft sind die in den Figuren 3 und 4 dargestellten Antriebsmitteln und die Abstreifer 4; 8 an beiden Stirnseiten der Bahnrolle 1 angeordnet und werden durch eine gemeinsame Regelung 11 bezüglich ihrer Bremskraft geregelt.


Ansprüche

1. Aufnahmevorrichtung für eine Bahnrolle (1), umfassend:

a) einen Achszapfen (3), der die Bahnrolle (1) aufnehmen kann,

b) einen Abstreifer (4),

c) ein Antriebsmittel (5), das den Abstreifer (4) relativ zu der Längsachse (L) des Achszapfens (3) bewegen kann,

d) wobei die Bahnrolle (1) relativ zu dem Abstreifer (4) drehbar ist, und

e) wobei das Antriebsmittel (5) den Abstreifer (4) in einen Bremseingriff mit der Bahnrolle (1) bewegen kann, um bei einer sich drehenden Bahnrolle (1) die Bahnrolle (1) abzubremsen.


 
2. Aufnahmevorrichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei der Abstreifer (4) den Achszapfen (3) ringförmig umgibt.
 
3. Aufnahmevorrichtung nach einem der zwei vorhergehenden Ansprüche, wobei der Abstreifer (4) die Bahnrolle (1) von dem Achszapfen (3) abstreifen kann.
 
4. Aufnahmevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei eine Abstreifsicherung vorgesehen ist, das ein Abstreifen der Bahnrolle (1) während des Abbremsens verhindert.
 
5. Aufnahmevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei eine Steuerung oder eine Regelung vorgesehen ist, die den Bremseingriff des Abtreifers (4) mit der Bahnrolle (1) steuert oder regelt.
 
6. Aufnahmevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Bremseingriff in Abhängigkeit von einer Zustandsgröße der ablaufenden Materialbahn (2), wie z. B. einer Bahnspannung oder einer Bahngeschwindigkeit, geregelt wird.
 
7. Aufnahmevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein Schaltelement (12) vorgesehen ist, das eine Antriebsenergie fiir das Antriebsmittel (5) freigeben kann.
 
8. Aufnahmevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wnhei der Achszapfen (3) ein erster Achszapfen (3) ist, der die Bahnrolle (1) an ihrer ersten Stirnseite aufnehmen kann, und ein zweiter Achszapfen (7) vorgesehen ist, der die Bahnrolle (1) an ihrer zweiten Stirnseite aufnehmen kann.
 
9. Aufnahmevorrichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei der zweite Achszapfen (7) einen zweiten Abstreifer (8) aufweist, der die Merkmale des Abstreifers (4) des ersten Achszapfens (3) aufweist.
 
10. Aufnahmevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der erste Achszapfen (3) und der erste Abstreifer (4) an einem ersten Tragarm (6) und der zweite Achszapfen (7) und der zweite Abstreifer (8) an einem zweiten Tragarm (13) angeordnet sind, wobei die Tragarme (6; 13) um eine von der gemeinsamen Längsachse (L) der Achszapfen (3; 7) beabstandete Schwenkachse schwenkbar sind.
 
11. Aufnahmevorrichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei mindestens ein weiteres Paar aus erstem Tragarm (6) und zweitem Tragarm (13) vorgesehen sind, um einen Rollenwechsel während des Abrollens einer Materialbahn (2) vornehmen zu können.
 
12. Verfahren zum Abbremsen einer für eine Materialbahn (2) vorgesehenen Bahnrolle (1), die in einer Aufnahmevorrichtung aufgenommen werden kann, folgende Schritte umfassend:

a) Antreiben eines Abstreifers (4) relativ zu der sich drehenden Bahnrolle (1)

b) Anpressen des Abstreifers (4) auf die Bahnrolle (1), um eine Reibung zwischen dem Abstreifer (4) und der Bahnrolle (1) zu erzeugen, die die Drehgeschwindigkeit der Bahnrolle (1) abbremst.


 
13. Verfahren nach Anspruch 12, wobei für die Aufnahmevorrichtung eine Aufnahmevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11 verwendet wird.
 




Zeichnung