[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Abbremsen einer sich
drehenden Bahnrolle, insbesondere einer Papierbahnrolle für eine Druckmaschine.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind unterschiedliche Bremsvorrichtungen für eine sich
drehende Bahnrolle bekannt. Ein Abbremsen der Bahnrolle kann z. B. mit einer Motor-Generator-Bremse
erreicht werden, indem der Motor zum Bremsen als Generator verwendet wird, wobei die
erzeugte elektrische Energie der Rotationsenergie der Bahnrolle entzogen wird.
[0003] Aus dem Stand der Technik sind ferner Wirbelstrombremsen bekannt, bei denen in einem
sich in einem magnetischen Feld bewegenden Körper Flussänderungen entstehen, die Wirbelströme
hervorrufen. Diese Wirbelströme üben ein Bremsmoment aus, sich durch den Erregerstrom
für das Magnetfeld auf gewünschte Werte einstellen lässt.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren bereitzustellen,
mit denen ein einfaches Abbremsen einer sich drehenden Bahnrolle möglich ist.
[0005] Die Aufgabe wird gelöst durch die unabhängigen Ansprüche. Vorteilhafte Weiterentwicklungen
ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
[0006] Die Erfindung betrifft eine Aufnahmevorrichtung für eine Bahnrolle. Die Bahnrolle
kann z. B. aus einem Rollenkern und, bei einer darauf aufgewickelten Materialbahn,
der Materialbahn gebildet werden. Bei der Bahnrolle kann es sich insbesondere um einen
Rollenkern für eine Papierbahn handeln. Vorzugsweise wird die Aufnahmevorrichtung
für eine Druckmaschine, insbesondere eine Rollenrotationsdruckmaschine, verwendet.
[0007] Die erfindungsgemäße Aufnahmevorrichtung umfasst einen Achszapfen, der die Bahnrolle
aufnehmen kann. Der Achszapfen kann die Bahnrolle vorzugsweise drehbar lagern. Eine
Möglichkeit ist den Achszapfen und die Bahnrolle relativ zueinander bewegbar, insbesondere
drehbar anzuordnen. Eine andere, bevorzugte Möglichkeit ist, den Achszapfen drehbar
z. B. an einem Rollenarm anzuordnen, wobei die Bahnrolle dann fest, insbesondere drehfest
auf dem Achszapfen befestigbar ist. Bei den zwei aufgezeigten Möglichkeiten ist eine
Drehbarkeit der Bahnrolle möglich. Vorzugsweise ist der Achszapfen so ausgebildet,
dass er mit der Bahnrolle zusammenwirken und diese aufnehmen bzw. drehbar lagern kann.
Beispielsweise kann der Achszapfen zylindrisch gebildet sein, wobei auch eine konische
Form denkbar ist. Bei einem zylindrischen Achszapfen ist es von Vorteil, wenn die
Bahnrolle einen hohlzylindrischen Querschnitt aufweist. Eine Verdrehbarkeit oder eine
Längsbewegbarkeit der Bahnrolle relativ zu dem Achszapfen kann beispielsweise durch
an dem Achszapfen gebildete Klemmbacken, insbesondere Radialklemmbacken verhindert
werden, wenn diese in einen Eingriff mit der Bahnrolle gebracht werden.
[0008] Die erfindungsgemäße Aufnahmevorrichtung weist ferner einen Abstreifer und ein Antriebsmittel
auf, das den Abstreifer relativ zu der Längsachse des Achszapfens bewegen kann. Insbesondere
bei Druckmaschinen besteht oftmals die Notwendigkeit, auch Bahnrollen aus der Aufnahmevorrichtung
auszuwechseln, bei denen die Material- oder Papierbahn nicht oder nicht vollständig
abgewickelt wurde. Da derartige Bahnrollen mit einer Materialbahn eine Masse von mehreren
Tonnen aufweisen können, ist oftmals ein großer Kraftaufwand nötig, um die Bahnrolle
von dem Achszapfen zu bewegen. Ein Abstreifer kann das Auswechseln bzw. das Entfernen
der Bahnrolle von dem Achszapfen erleichtern, indem der Abstreifer die Bahnrolle relativ
zu dem Achszapfen abstreift. Geeignete Antriebsmittel für den Abstreifer können beispielsweise
ein Motor, ein Kolben, ein Energiespeichermittel, wie z. B. eine Feder, oder andere
aus dem Stand der Technik bekannte Antriebe sein.
[0009] Für die Erfindung ist besonders ein Abstreifer geeignet, der den Achszapfen ringförmig
umgibt. Der Abstreifer kann außerdem scheibenförmig sein. Die Bahnrolle ist erfindungsgemäß
relativ zu dem Abstreifer drehbar. Vorteilhaft ist die Bahnrolle, zumindest während
sie sich dreht, mit einer Abstreifsicherung derart gesichert, dass ein Abstreifen
der Bahnrolle, insbesondere während des Drehens oder während eines Abbremsens der
Bahnrolle, verhindert werden kann. Das Antriebsmittel kann den Abstreifer in einen
Bremseingriff mit der Bahnrolle bewegen, um bei einer sich drehenden Bahnrolle die
Bahnrolle abzubremsen. Dies erfolgt vorzugsweise dadurch, dass das Antriebsmittel
den Abstreifer auf eine Stirnseite der vorzugsweisen zylinderförmigen Bahn-oder Papierrolle
drückt, wodurch eine Reibkraft bzw. ein Reibmoment erzeugt wird, das die Drehgeschwindigkeit
der Rolle verringert. Da bei dem Abbremsvorgang aufgrund der Reibung zum Teil hohe
Temperaturen erzeugt werden, kann zur Schonung der Material-oder Papierbahn bzw. der
Bahnrolle eine geeignete Materialwahl für den Abstreifer erforderlich sein. Als besonders
geeignet haben sich Abstreifer aus Metall, insbesondere aus Aluminium oder aus Stahl
herausgestellt, um die Wärme möglichst rasch von der Reibstelle abzuleiten. Insbesondere
Metalle, die eine hohe Wärmeleitfähigkeit aufweisen, weisen bei einem Abbremsen eine
geringe Abriebsfestigkeit auf als Metalle mit einer niedrigeren Wärmeleitfähigkeit.
Besonders vorteilhaft sind daher Abstreifer aus einer Keramik oder aus einer Metall-Keramik-Kombination,
wie z. B. ein keramikbeschichtetes Metall. Vorteilhaft lassen sich faserverstärkte
Keramiken, wie z. B. C/SiC einsetzen. Die Bahnrolle kann z. B. aus Metall, Kunststoffen
oder Pappe bzw. Papier sein. Beim Bremsen fährt der Abstreifer direkt auf z. B. den
Rollenkern und/oder auf die auf ihm aufgewickelte Materialbahn. Es kann daher in einer
vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung die Stirnseite der Bahnrolle, die mit dem
Abstreifer abgebremst werden kann, mit einem abriebsfesten Abschnitt versehen werden.
Der abriebsfeste Abschnitt kann beispielsweise in etwa deckungsgleich mit der Stirnseite
des Abstreifers sein.
[0010] Der Abstreifer kann bei der erfindungsgemäßen Aufnahmevorrichtung beispielsweise
als einziges Bremsmittel oder als zusätzliches, insbesondere als Notbremsmittel, für
die Bahnrolle vorgesehen werden. Beispielsweise kann die Bahnrolle bei einem Stromausfall
oder bei einem Ausfall der regulären Bremseinrichtung mit dem Abstreifer abgebremst
werden.
[0011] Bei einem Betriebszustand, der ein Abbremsen der Rolle erfordert, kann z. B. ein
Motor, eine Feder oder ein anderes Antriebsmittel den Abstreifer in einen Bremseingriff
gegen die Rolle bewegen. Beispielsweise kann mit einem Freigabe- oder Schaltelement
eine elektrische Energie oder eine Druckenergie eines Fluids, wie z. B. einer Pneumatik
oder Hydraulik, freigegeben werden, um das Antriebsmittel anzutreiben oder das Antriebsmittel
für einen Antrieb freizugeben. Bei einer mit dem Druckfluid gespeicherten Energie
kann das Druckfluid bei einer Freigabe z. B. auf einen Kolben wirken, der den Abstreifer
in den Bremseingriff bewegt. In einer anderen Ausführungsform kann das Druckfluid,
wie z. B. in einer Federspeicherbremse, auf einen Kolben wirken, der eine als Energiespeichermittel
dienende Feder vorspannt. Bei einem Entweichen des Fluids aus dem Kolben kann sich
die Feder entspannen und den Kolben antreiben, der den Abstreifer in den Bremseingriff
bewegt.
[0012] Da insbesondere ein Abreißen der Materialbahn während des Bremsvorgangs verhindert
werden soll, kann vorteilhaft eine Steuerung oder eine Regelung vorgesehen sein, die
den Bremseingriff des Abstreifers mit der Bahnrolle steuert oder regelt. Beispielsweise
kann die elektrische Energie oder die Druckenergie fiir das Antriebsmittel und daher
auch der Bremseingriff des Abstreifers mit der Bahnrolle in Abhängigkeit von einer
Zustandsgröße der ablaufenden Materialbahn, wie z. B. der Bahnspannung oder der Bahngeschwindigkeit
geregelt werden. Erfindungsgemäß kann daher eine Messeinrichtung vorgesehen sein,
die z. B. die Bahnspannung oder die Bahngeschwindigkeit der ablaufenden Materialbahn
messen kann. Geeignete Messeinrichtungen können eine Tänzerwalze oder ein Bahngeschwindigkeits-
oder Bahnspannungssensor sein. Der von der Messeinrichtung aufgenommene Istwert wird
mit einer Sollgröße verglichen. Zum Beispiel kann eine Reißfestigkeit, bei der die
Materialbahn gerade nicht abreißt, als Sollwert hinterlegt sein, der mit einem Istwert
der Bahnspannung verglichen wird. Alternativ oder in Kombination dazu kann als Sollgröße
ein maximaler Verzögerungswert der Materialbahn dienen. Gegebenenfalls kann es erforderlich
sein, für den Vergleich mit der maximalen Verzögerung die aufgenommene Bahngeschwindigkeit
nach der Zeit abzuleiten, um einen Istwert der Verzögerung zu erhalten. Mit einem
Regler wird in Abhängigkeit von der Regeldifferenz eine entsprechende Signalgröße
für das Stellglied, nämlich das Antriebsmittel, erzeugt, das den Anpressdruck des
Abstreifers mit der Rolle und somit das Bremsmoment entsprechend erhöht oder senkt.
Ein Abreißen der ablaufenden Warenbahn wird aufgrund des geregelten Abbremsens verhindert.
[0013] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist auf der anderen Stirnseite der
Bahnrolle ein weiterer Achszapfen vorgesehen, so dass die Bahnrolle beidseitig von
jeweils einem Achszapfen aufgenommen werden kann. Um die Bahnrolle erfindungsgemäß
abbremsen zu können, kann ein als Bremse dienender Abstreifer nur an einem Achszapfen
angeordnet sein. Die Abstreifsicherung kann z. B. an dem Achszapfen, an dem die Bremse
gebildet ist und/oder an dem anderen Achszapfen gebildet oder dem anderen Achszapfen
zugeordnet sein. In einer Ausführungsform kann die Abstreifsicherung ein Axialanschlag
sein. Besonders bevorzugt weist auch der andere Achszapfen einen Abstreifer auf, der
insbesondere zum Bremsen verwendet werden kann. Für den weiteren Abstreifer kann das
zu dem oben genannten Abstreifer Gesagte gelten. Vorzugsweise werden bei einer Steuerung
oder Regelung die Abstreifer von einer gemeinsamen Steuerung oder Regelung gesteuert
oder geregelt.
[0014] In einer anderen bevorzugten Ausführungsform. können der Achszapfen und der Abstreifer
und insbesondere das Antriebsmittel an einem Tragarm befestigt sein, der um eine von
der Längsachse des Achszapfens beabstandete Schwenkachse schwenkbar ist. Bei für die
Bahnrolle beidseitig vorgesehenen Achszapfen können beide Achszapfen jeweils mit einem
Abstreifer an jeweils einem Tragarm befestigt werden, wobei dann beide Tragarme um
die von der gemeinsamen Längsachse der Achszapfen beabstandete Schwenkachse schwenkbar
sind. Bei Druckmaschinen besteht oft das Erfordernis, die Papierrollen während des
Betriebs ohne Unterbrechung der Zuführung der Papierbahn auszuwechseln. Dabei ist
es vorteilhaft, mindestens zwei Bahnrollen an der Aufnahmevorrichtung anzubringen,
die um die Schwenkachse schwenkbar sind. Daher kann mindestens ein weiterer Tragarm
oder ein weiteres Paar Tragarme vorgesehen sein, die um die von den jeweiligen Achszapfen
beabstandete gemeinsame Schwenkachse schwenkbar sind.
[0015] Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Abbremsen einer Bahnrolle, die in
einer Aufnahmevorrichtung aufgenommen werden kann. Das Verfahren umfasst insbesondere
das Antreiben des Abstreifers relativ zu der sich drehenden Bahnrolle und das Anpressen
des Abstreifers auf die Bahnrolle, um eine Reibung zwischen dem Abstreifer und der
Bahnrolle zu erzeugen, die die Drehgeschwindigkeit der Bahnrolle abbremst. Vorteilhafte
Weiterbildungen des Verfahrens ergeben sich aus der Verwendung der erfindungsgemäßen
Aufnahmevorrichtung und des für die Verwendung der erfindungsgemäßen Aufnahmevorrichtung
notwendigen Verfahrens.
[0016] Die Erfindung wurde anhand mehrerer Ausführungsbeispiele ausfiihrlich beschrieben.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand mehrerer Ausführungsbeispiele mit Hilfe von
Figuren erläutert. An den Ausführungsbeispielen offenbar werdende Merkmale bilden
je einzeln und in jeder Merkmalskombination die Gegenstände der Ansprüche vorteilhaft
weiter. Auch Merkmale, die nur an einem Beispiel offenbart sind, bilden das jeweils
andere Beispiel weiter oder zeigen eine Alternative auf, soweit nichts Gegenteiliges
offenbart wird oder nur der Fall sein kann. Es zeigen:
- Figur 1
- eine erfindungsgemäße Aufnahmevorrichtung mit einer ungebremsten Bahnrolle,
- Figur2
- die Aufnahmevorrichtung aus Figur 1 mit einer gebremsten Bahnrolle,
- Figur 3
- eine erfindungsgemäße Aufnahmevorrichtung mit einer ungebremsten Bahnrolle,
- Figur 4
- die Aufnahmevorrichtung aus Figur 3 mit einer geregelt gebremsten Bahnrolle.
[0017] Die Figuren 1 und 2 zeigen eine erfindungsgemäße Aufnahmevorrichtung für eine Bahnrolle
1 mit der die Bahnrolle 1 mit den Abstreifern 4, 8 abgebremst werden kann. In der
gezeigten Ausführungsform ist auf die Bahnrolle 1 eine Materialbahn 2, insbesondere
eine Papierbahn, aufgewickelt. Die Erfindung ist sowohl bei einer leeren Bahnrolle
als auch bei einer teilweise oder vollständig auf die Bahnrolle 1 aufgewickelten Materialbahn
2 anwendbar.
[0018] Die in diesem Ausführungsbeispiel dargestellte hohlzylindrische Bahnrolle 1 wird
an ihren beiden Stirnseiten von jeweils einem Achszapfen 3, 7 aufgenommen. Die Bahnrolle
1 ist um ihre Längsachse drehbar, die mit der Längsachse L der beiden axial fluchtend
angeordneten Achszapfen 3, 7 zusammenfällt. Die Bahnrolle 1 wird von den Achszapfen
3, 7 drehbar gelagert, d. h. dass zwischen der Bahnrolle 1 und den Achszapfen 3, 7
eine relative Drehbewegung stattfinden kann oder dass die Bahnrolle 1 fest auf den
Achszapfen 3, 7 sitzt, wobei die Achszapfen 3, 7 in ihrem jeweils zugeordneten Gehäuse
6 drehbar gelagert sind. Um die Bahnrolle 1 an den Achszapfen 3 drehfest und/oder
verschiebefest entlang der Längsachse L fixieren zu können, können an wenigstens einem
der Achszapfen 3 oder 7 Radialspannbacken (nicht gezeigt) vorgesehen sein, die die
Bahnrolle an ihrer inneren Umfangsfläche festklemmen können. Um die Verschiebbarkeit
der Bahnrolle 1 entlang der Längsachse L zu verhindern, kann unter einem anderen Aspekt
wenigstens einer der Abstreifer 4, 8 als Axialanschlag dienen.
[0019] Der Abstreifer 4 umgibt seinen ihm zugeordneten Achszapfen 3, der Abstreifer 8 seinen
ihm zugeordneten Achszapfen 7 jeweils ringförmig. Die Abstreifer 4, 8 sind ferner
scheibenförmig gebildet. Die Bahnrolle 1 kann relativ zu den Abstreifern 4, 8, wie
in Figur 1 dargestellt, gedreht werden.
[0020] Die Abstreifer 4, 8 sind jeweils mit einem Antriebsmittel 5 verbunden. In dem gezeigten
Ausführungsbeispiel ist das Antriebsmittel 5 eine Feder, insbesondere eine Druckfeder.
In einem Betriebszustand, bei dem die Bahnrolle 1 abgebremst werden muss, kann das
Antriebsmittel 5 wenigstens eines Abstreifers 4; 8 den Abstreifer 4; 8 entlang der
Längsachse L in einen Eingriff mit der Stirnseite der Bahnrolle 1 bewegen. Bei einer
auf den Achszapfen 3, 7 festsitzenden Bahnrolle 1 wird zwischen der Stirnseite der
Bahnrolle 1 und dem Abstreifer 4; 7 eine Reibkraft bzw. ein Reibmoment erzeugt, wodurch
die Bahnrolle 1 abgebremst wird. Bei einer Bahnrolle 1, die nicht auf dem Achszapfen
3, 7 festsitzt, kann z. B. der Abstreifer 3 bei seiner Bewegung entlang der Längsachse
L die Bahnrolle 1 mitnehmen und bis zu einem Längsanschlag drücken. Ein derartiger
Längsanschlag kann z. B. durch den anderen Abstreifer 8 bereitgestellt werden. In
der in Figur 2 dargestellten Ausfiihrungsform, werden beide Abstreifer 4, 8 von ihrem
jeweiligen Antriebsmittel 5 auf jeweils eine Stirnseite der Bahnrolle 1 gedrückt,
so dass die Bahnrolle 1 durch das beidseitig an ihrer Stirnseite erzeugte Reibmoment
abgebremst wird.
[0021] Die Figuren 3 und 4 zeigen eine erfindungsgemäße Aufnahmevorrichtung für eine Bahnrolle,
mit der die Bahnrolle 1 geregelt abgebremst werden kann. Die Regelung findet anhand
der Bahnspannung der von der Bahnrolle 1 abgewickelten Materialbahn 9 statt. Dazu
wird in die ablaufende Materialbahn 9 zwischen zwei Walzen eine Tänzerwalze 10 angeordnet,
die mit einem Regler 11 gekoppelt ist. Abhängig von der Bahnspannung wird die Tänzerwalze
10 unterschiedlich stark ausgelenkt. Der Regler 11 regelt einen Druck P einer Pneumatik.
Als Energiespeicher für den Druck P kann z. B. ein Druckbehälter dienen, der abhängig
von der Druckbehältergröße z. B. einen quasi-konstanten Eingangsdruck für den Regler
11 liefern kann. Abhängig von der Auslenkung der Tänzerwalze 10 wird der Eingangsdruck
des Reglers verringert und an das oder die Antriebsmittel 5 für den oder die Abstreifer
4; 8 weitergeleitet.
[0022] Das Antriebsmittel 5 ist in dem gezeigten Beipiel ein Zylider mit einem einfach wirkenden
Kolben, wobei der Kolben in einem unbedruckten Zustand von einer Feder in einem eingefahrenen
Zustand, nämlich in einer Freigabeposition des Abstreifers 4 gehalten wird. Zusätzlich
kann der Regelung ein Schaltelement 12, wie z. B. ein 3/2-Wegeventil vorgeschaltet
sein, um die Regelung bei einem entsprechenden Betriebszustand, der ein Abbremsen
der Bahnrolle 1 erfordert, mit dem Druck P zu beaufschlagen und in Gang zu setzen.
Das 3/2-Wegeventil 12 sperrt in einem Ruhezustand die Druckzufuhr zu dem Regler 11
und zu den Antriebsmitteln 5. Insbesondere kann in der gleichen Schaltstellung über
das 3/2-Wegeventil 12 das Pneumatiksystem vom Wegeventil bis zu den Antriebsmitteln
5 drucklos geschaltet werden. Bei einer Betätigung des 3/2-Wegeventils mit z. B. einem
Magnet, einem Drucktaster oder dergleichen, wird der Druck P bis zum Regler 11 durchgeschaltet,
wodurch die Regelung der Antriebsmittel 5 in Gang gesetzt wird. Zunächst wird der
Abstreifer 4 aus der in Figur 3 dargestellten Position in die in Figur 4 dargestellte
Position gefahren. Durch die Reibung zwischen der Bahnrolle 1 und dem Abstreifer 4
ergibt sich eine Bremswirkung, wodurch die Bahnspannung der ablaufenden Bahn 9 erhöht
wird und die Tänzerwalze 10 entsprechend bewegt wird. Über die Bewegung der Tänzerwalze
10 wird der Druck P von dem Regler 11 verringert. Abhängig wie stark der Druck P von
dem Regler 1 verringert wird, ändert sich der Anpressdruck, der von dem Antriebsmittel
über den Abstreifer 4; 8 auf die Bahnrolle 1 ausgeübt wird. Eine Beschädigung, insbesondere
ein Reißen der ablaufenden Materialbahn 9 kann somit verhindert werden. Vorteilhaft
sind die in den Figuren 3 und 4 dargestellten Antriebsmitteln und die Abstreifer 4;
8 an beiden Stirnseiten der Bahnrolle 1 angeordnet und werden durch eine gemeinsame
Regelung 11 bezüglich ihrer Bremskraft geregelt.
1. Aufnahmevorrichtung für eine Bahnrolle (1), umfassend:
a) einen Achszapfen (3), der die Bahnrolle (1) aufnehmen kann,
b) einen Abstreifer (4),
c) ein Antriebsmittel (5), das den Abstreifer (4) relativ zu der Längsachse (L) des
Achszapfens (3) bewegen kann,
d) wobei die Bahnrolle (1) relativ zu dem Abstreifer (4) drehbar ist, und
e) wobei das Antriebsmittel (5) den Abstreifer (4) in einen Bremseingriff mit der
Bahnrolle (1) bewegen kann, um bei einer sich drehenden Bahnrolle (1) die Bahnrolle
(1) abzubremsen.
2. Aufnahmevorrichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei der Abstreifer (4) den
Achszapfen (3) ringförmig umgibt.
3. Aufnahmevorrichtung nach einem der zwei vorhergehenden Ansprüche, wobei der Abstreifer
(4) die Bahnrolle (1) von dem Achszapfen (3) abstreifen kann.
4. Aufnahmevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei eine Abstreifsicherung
vorgesehen ist, das ein Abstreifen der Bahnrolle (1) während des Abbremsens verhindert.
5. Aufnahmevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei eine Steuerung
oder eine Regelung vorgesehen ist, die den Bremseingriff des Abtreifers (4) mit der
Bahnrolle (1) steuert oder regelt.
6. Aufnahmevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Bremseingriff
in Abhängigkeit von einer Zustandsgröße der ablaufenden Materialbahn (2), wie z. B.
einer Bahnspannung oder einer Bahngeschwindigkeit, geregelt wird.
7. Aufnahmevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein Schaltelement
(12) vorgesehen ist, das eine Antriebsenergie fiir das Antriebsmittel (5) freigeben
kann.
8. Aufnahmevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wnhei der Achszapfen
(3) ein erster Achszapfen (3) ist, der die Bahnrolle (1) an ihrer ersten Stirnseite
aufnehmen kann, und ein zweiter Achszapfen (7) vorgesehen ist, der die Bahnrolle (1)
an ihrer zweiten Stirnseite aufnehmen kann.
9. Aufnahmevorrichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei der zweite Achszapfen
(7) einen zweiten Abstreifer (8) aufweist, der die Merkmale des Abstreifers (4) des
ersten Achszapfens (3) aufweist.
10. Aufnahmevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der erste Achszapfen
(3) und der erste Abstreifer (4) an einem ersten Tragarm (6) und der zweite Achszapfen
(7) und der zweite Abstreifer (8) an einem zweiten Tragarm (13) angeordnet sind, wobei
die Tragarme (6; 13) um eine von der gemeinsamen Längsachse (L) der Achszapfen (3;
7) beabstandete Schwenkachse schwenkbar sind.
11. Aufnahmevorrichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei mindestens ein weiteres
Paar aus erstem Tragarm (6) und zweitem Tragarm (13) vorgesehen sind, um einen Rollenwechsel
während des Abrollens einer Materialbahn (2) vornehmen zu können.
12. Verfahren zum Abbremsen einer für eine Materialbahn (2) vorgesehenen Bahnrolle (1),
die in einer Aufnahmevorrichtung aufgenommen werden kann, folgende Schritte umfassend:
a) Antreiben eines Abstreifers (4) relativ zu der sich drehenden Bahnrolle (1)
b) Anpressen des Abstreifers (4) auf die Bahnrolle (1), um eine Reibung zwischen dem
Abstreifer (4) und der Bahnrolle (1) zu erzeugen, die die Drehgeschwindigkeit der
Bahnrolle (1) abbremst.
13. Verfahren nach Anspruch 12, wobei für die Aufnahmevorrichtung eine Aufnahmevorrichtung
nach einem der Ansprüche 1 bis 11 verwendet wird.