[0001] Die Erfindung betrifft eine Aufzuganlage mit mindestens einem in einem Schacht verfahrbaren
Fahrkorb, der über zwei Seilstränge, die unterschiedlichen Seiten des Fahrkorbs zugeordnet
sind, mit einem Gegengewicht verbunden ist, und mit einer motorisch antreibbaren Treibscheibe,
über die die beiden Seilstränge geführt sind, wobei der Fahrkorb in einem Aufhängungsverhältnis
von 1:1 gehalten ist.
[0002] Derartige Aufzuganlagen sind aus der
EP-A-1 329 412 bekannt. Bei dieser Aufzuganlage kommen zwei in einem Schacht unabhängig voneinander
aufwärts und abwärts verfahrbare Fahrkörbe zum Einsatz. Der obere Fahrkorb ist über
einen einzigen, aus mehreren Einzelseilen bestehenden Seilstrang mit einer Treibscheibe
und einem Gegengewicht verbunden. Ausgehend von diesem Gegengewicht wird der Seilstrang
dann zu einer Treibscheibe des unteren Fahrkorbes geführt, und anschließend wird der
Seilstrang aufgeteilt in zwei Seilstränge, die im Abstand zueinander verlaufen und
jeweils einer Seite des unteren Fahrkorbs zugeordnet sind. Die seitliche Anordnung
der beiden Seilstränge des unteren Fahrkorbs ermöglicht es, die Seilstränge jeweils
an einer Seite des oberen Fahrkorbs vorbei zu führen, wobei dieser eine Position zwischen
den beiden Seilsträngen einnimmt. Für die beiden Fahrkörbe kommt jeweils ein eigener
Antrieb zum Einsatz, der mit der jeweiligen Treibscheibe gekoppelt ist und diese in
Drehung versetzt.
[0003] Der Einsatz zweier im Abstand zueinander angeordneter Seilstränge zum Antrieb eines
Fahrkorbs führt im allgemeinen dazu, daß die beiden Seilstränge eine unterschiedliche
Dehnung aufweisen, da die Seilstränge in aller Regel auf unterschiedlichen Wegen mit
unterschiedlichen Biegebelastungen geführt werden. Ein unterschiedliches Dehnungsverhalten
der Seilstränge ist auch bei einer gleichmäßigen Belastung des Fahrkorbes nicht auszuschließen,
da die Seilstränge in aller Regel unterschiedlichen Reibungsverhältnissen unterliegen.
Das unterschiedliche Dehnungsverhalten kann dazu führen, daß der an den beiden Seilsträngen
gehaltene Fahrkorb schief steht. Es ist deshalb bekannt, die Seilstränge über Federelemente
am Fahrkorb zu lagern. Allerdings kann mittels derartiger Federelemente das unterschiedliche
Dehnungsverhalten der Seilstränge nicht an allen Fällen vollständig kompensiert werden,
da insbesondere bei langen Seilsträngen die Federelemente mit ihrer üblichen Federlänge
nicht zum vollständigen Ausgleich ausreichen.
[0004] Vor allem bei Hochgeschwindigkeitsaufzügen, bei denen mindestens ein Fahrkorb mit
Hilfe von zwei Seilsträngen mit Geschwindigkeiten von meist über 4 m/s verfahren wird,
ist das unterschiedliche Dehnungsverhalten der beiden Seilstränge nicht vernachlässigbar.
Um Fahrgeräusche und Schwingungen des Fahrkorbes sowie Geräusche der Umlenkrollen
und Seilstränge auch bei verhältnismäßig hohen Geschwindigkeiten im Fahrkorb gering
zu halten, ist der Fahrkorb in einem Aufhängungsverhältnis von 1:1 gehalten, so daß
die Höhenveränderung des Fahrkorbs identisch ist mit dem Vorschub der Seilstränge
und folglich keine Relativbewegung zwischen den Seilsträngen und dem Fahrkorb vorliegt.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Aufzuganlage der eingangs genannten
Art derart weiterzubilden, daß ein unterschiedliches Dehnungsverhalten der beiden
Seilstränge ausgeglichen werden kann.
[0006] Diese Aufgabe wird bei einer Aufzuganlage der gattungsgemäßen Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, daß die beiden Seilstränge über eine am Fahrkorb und/oder am Gegengewicht
angeordnete Seillängenausgleichseinrichtung miteinander gekoppelt sind.
[0007] Mittels der Seillängenausgleichseinrichtung kann ein unterschiedliches Dehnungsverhalten
der beiden Seilstränge ausgeglichen werden, insbesondere können auch größere, beim
Betrieb der Aufzuganlage entstehende Längenunterschiede der beiden Seilstränge kompensiert
werden trotz des Aufhängungsverhältnisses von 1:1 mit einer Seilführung der Seilstränge
auf zwei unterschiedlichen Wegen. Die beiden Seilstränge werden bei der erfindungsgemäßen
Aufzuganlage mit der gleichen Zugkraft belastet, so daß sich für beide Seilstränge
praktisch dasselbe Reibungsverhalten im Bereich der Treibscheibe einstellt. Außerdem
wird eine Schrägstellung des Fahrkorbes vermieden.
[0008] Die Seillängenausgleichseinrichtung kann am Fahrkorb oder auch am Gegengewicht positioniert
sein. Sie kann beispielsweise über oder unter dem Fahrkorb bzw. dem Gegengewicht angeordnet
sein. Als Fahrkorb wird vorliegend sowohl eine vom Benutzer betretbare Fahrkorbkabine
ohne Fahrkorbrahmen als auch eine Fahrkorbkabine einschließlich eines Fahrkorbrahmens,
an dem die Fahrkorbkabine gehalten ist, bezeichnet.
[0009] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Aufzuganlage
weist die Seillängenausgleichseinrichtung zwei Verbindungsglieder auf, über die die
beiden Seilstränge mit dem Fahrkorb bzw. dem Gegengewicht wirkverbunden sind, wobei
die Seilstränge zwischen den beiden Verbindungsgliedern oder über die beiden Verbindungsglieder
miteinander gekoppelt sind. Die Seilstränge greifen jeweils an einem Verbindungsglied
an, das dem jeweiligen Seilstrang zugeordnet ist. Vorzugsweise ist das Verbindungsglied
einer Ebene benachbart angeordnet, die durch die Seite des Fahrkorbs bzw. des Gegengewichts
definiert wird, der der jeweilige Seilstrang zugeordnet ist.
[0010] In vielen Fällen umfassen die Seilstränge mehrere Einzelseile. Hierbei ist es von
Vorteil, wenn die Verbindungsglieder mehrere Verbindungselemente umfassen, wobei jedem
Einzelseil ein Verbindungselement zugeordnet ist und Einzelseile der beiden Seilstränge
zwischen den jeweiligen Verbindungselementen oder über die jeweiligen Verbindungselemente
miteinander gekoppelt sind. Eine derartige Ausgestaltung hat den Vorteil, daß zwischen
Einzelseilen der beiden Seilstränge ein Seillängenausgleich und damit auch ein Zugausgleich
ermöglicht wird, so daß ein unterschiedliches Dehnungsverhalten der Einzelseile ausgeglichen
werden kann.
[0011] Von Vorteil ist es, wenn zwischen den Verbindungsgliedern eine Arretiereinrichtung
angeordnet ist zur unverschieblichen Halterung der Seilstränge relativ zum Fahrkorb
bzw. zum Gegengewicht. Eine derartige Ausgestaltung gibt die Möglichkeit, einen Seillängenausgleich
bei Vorliegen bestimmter Betriebsbedingungen der Aufzuganlage zu unterbinden, beispielsweise
bei Vorliegen einer Betriebsstörung. In diesem Falle kann mittels der Arretiereinrichtung
eine unverschiebliche Halterung der beiden Seilstränge bezogen auf den Fahrkorb bzw.
das Gegengewicht sichergestellt werden. Während des Normalbetriebs der Aufzuganlage
kann die Arretiereinrichtung deaktiviert werden, so daß während des Normalbetriebs
der Aufzuganlage ein Seillängenausgleich möglich ist.
[0012] Die Arretiereinrichtung kann beispielsweise eine Seilklemme umfassen, mit der die
Seilstränge unverschieblich am Fahrkorb bzw. am Gegengewicht festgelegt werden können.
[0013] Von besonderem Vorteil ist es, wenn den Verbindungsgliedern zumindest ein Seilspannungsausgleichselement
zugeordnet ist zum Ausgleich der in den Seilsträngen herrschenden Seilspannungen.
Mittels der Seilspannungsausgleichselemente kann zusätzlich zum Ausgleich der Seillängen
unmittelbar einem Unterschied in den Seilspannungen entgegengewirkt werden, indem
die Seilspannung in dem einen Seilstrang erhöht und in dem anderen Seilstrang verringert
wird.
[0014] Weisen die Seilstränge mehrere Einzelseile auf, so ist es von besonderem Vorteil,
wenn den Verbindungsgliedern mehrere Seilspannungsausgleichselemente zugeordnet sind
zum Ausgleich der in den Einzelseilen herrschenden Seilspannungen. Dadurch kann auf
konstruktiv einfache Weise sichergestellt werden, daß die Einzelseile eines Seilstranges
praktisch dieselbe Seilspannung aufweisen und daher in gleicher Weise belastet und
nicht überlastet werden.
[0015] Das mindestens eine Seilspannungsausgleichselement kann in unterschiedlicher Weise
mit mindestens einem Seilstrang und einem Verbindungsglied zusammenwirken. So kann
beispielsweise vorgesehen sein, daß zwischen einem Seilstrang und einem Verbindungsglied
ein Seilspannungsausgleichselement angeordnet ist.
[0016] Alternativ oder ergänzend kann vorgesehen sein, daß zwischen einem Verbindungsglied
und dem Fahrkorb bzw. dem Gegengewicht ein Seilspannungsausgleichselement angeordnet
ist.
[0017] Das Seilspannungsausgleichselement umfaßt bei einer konstruktiv besonders einfachen
Ausgestaltung ein Federelement.
[0018] Es kann auch vorgesehen sein, daß die beiden Verbindungsglieder über ein Seillängenausgleichselement
miteinander gekoppelt sind. Die Verbindungsglieder können hierbei beweglich am Fahrkorb
bzw. am Gegengewicht gehalten sein, so daß durch Bewegen von mindestens einem Verbindungsglied
ein Unterschied in den Seillängen der beiden Seilstränge ausgeglichen werden kann.
[0019] Von Vorteil ist es, wenn das Seillängenausgleichselement ein lineares Verstellsystem
aufweist, beispielsweise ein lineares Antriebselement, insbesondere ein elektrisches,
mechanisches, hydraulisches oder pneumatisches Antriebselement für eine geradlinige
(lineare) Bewegung, zum Beispiel ein hydraulisches oder pneumatisches Kolben-Zylinderaggregat.
Der Einsatz eines linearen Verstellsystems hat den Vorteil, daß mittels einer elektrischen,
mechanischen, hydraulischen oder pneumatischen Verstellgliedes aktiv einem Unterschied
in den Seillängen der beiden Seilstränge entgegengewirkt werden kann, indem das lineare
Verstellsystem entsprechend einem vorliegenden Seillängenunterschied aktiviert und
somit verlängert oder verkürzt wird.
[0020] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform sind die Verbindungsglieder im Abstand
zueinander angeordnet und die beiden Seilstränge sind zwischen den Verbindungsgliedern
vorzugsweise einstückig miteinander verbunden. Eine derartige Ausgestaltung gibt die
Möglichkeit, die miteinander verbundenen Seilstränge um die Verbindungsglieder herumzuführen
und dadurch einen unmittelbaren Zug- und Längenausgleich zwischen den Seilsträngen
zu erzielen.
[0021] Bei einer konstruktiv einfachen Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Aufzuganlage
sind die Verbindungsglieder als Umlenkglieder ausgestaltet, um die jeweils ein Seilstrang
herumgeführt ist. Hierbei kann vorgesehen sein, daß die Seilstränge am jeweiligen
Umlenkglied gleitend gehalten sind, so daß sie sich relativ zum Umlenkglied verschieben
können, um eine ungleiche Zugbelastung der beiden Seilstränge auszugleichen.
[0022] Vorzugsweise sind die Umlenkglieder als frei drehbare Umlenkrollen ausgestaltet.
[0023] Umfassen die beiden Seilstränge mehrere Einzelseile, so ist es von Vorteil, wenn
die Umlenkrollen mehrere Umlenkscheiben aufweisen, wobei jedes Einzelseil um eine
separate Umlenkscheibe herumgeführt ist. Dies ermöglicht einen besonders einfachen
Zug- und Längenausgleich zwischen den Einzelseilen der beiden Seilstränge.
[0024] Um eine gegenseitige Beeinflussung der Einzelseile bei einem Längenausgleich zu vermeiden,
ist es von Vorteil, wenn die Umlenkscheiben einer Umlenkrolle relativ zueinander drehbar
gehalten sind. Bei einer derartigen Ausführungsform können die Umlenkscheiben unabhängig
voneinander rotieren, so daß bei einem Seillängenausgleich jeweils nur das betroffene
Einzelseil bewegt wird, während die anderen Einzelseile des Seilstrangs keine Relativbewegung
erfahren.
[0025] Es kann vorgesehen sein, daß die Umlenkglieder an einem gemeinsamen Träger gehalten
sind, der am Fahrkorb bzw. am Gegengewicht angeordnet ist.
[0026] Alternativ kann vorgesehen sein, daß die Umlenkglieder jeweils an einem separaten
Träger gehalten sind, der am Fahrkorb bzw. am Gegengewicht angeordnet ist. Die Träger
können beispielsweise jeweils einen Lagerbock ausbilden, an dem ein Umlenkglied in
Form einer Umlenkrolle frei drehbar gelagert ist.
[0027] Vorzugsweise sind die Umlenkglieder mittels eines Federelements am Fahrkorb bzw.
am Gegengewicht gehalten. Das Federelement ermöglicht nicht nur den Ausgleich unterschiedlicher
Seillängen und Seilspannungen, sondern sichert auch eine sehr schwingungsarme Lagerung
des Fahrkorbs bzw. des Gegengewichts. Alternativ oder ergänzend kann vorgesehen sein,
daß die Umlenkglieder mittels eines linearen Verstellsystems, zum Beispiel eines Kolben-Zylinderaggregats,
am Fahrkorb bzw. am Gegengewicht gehalten sind. Durch Aktivierung des linearen Verstellsystems
können die Umlenkglieder relativ zum Fahrkorb bzw. zum Gegengewicht bewegt werden.
[0028] Von Vorteil ist es, wenn der gegenseitige Abstand der Umlenkglieder veränderbar ist.
So kann beispielsweise vorgesehen sein, daß die Umlenkglieder jeweils über eine Seite
des Fahrkorbs bzw. des Gegengewichts hervorstehen und senkrecht zu der durch die jeweilige
Fahrkorb- bzw. Gegengewichtsseite definierten Ebene beweglich gehalten sind, um dadurch
den Abstand zwischen den Umlenkgliedern zu verändern. Ebenso kann die Ausgleichsbewegung
der Umlenkglieder auch in vertikaler Richtung erfolgen.
[0029] Anstatt die Verbindungsglieder in Form von Umlenkgliedern auszubilden, ist bei einer
vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung vorgesehen, daß die Verbindungsglieder
jeweils einen schwenkbar gelagerten Hebelarm ausbilden, an dem ein Seilstrang gehalten
ist. Durch Schwenken des Hebelarmes kann auf konstruktiv einfache Weise ein Seillängenausgleich
erzielt werden.
[0030] Weisen die Seilstränge mehrere Einzelseile auf, so ist es von Vorteil, wenn die Hebelarme
mehrere Hebelarmelemente aufweisen, an denen jeweils ein Einzelseil gehalten ist.
Dadurch kann ein unterschiedliches Dehnungsverhalten der Einzelseile eines Seilstrangs
ausgeglichen werden.
[0031] Bevorzugt sind die beiden Hebelarme starr miteinander verbunden und bilden eine Wippe
aus. Die Wippe kann beispielsweise an einem vom Fahrkorb abstehenden Lagerbock gelagert
sein.
[0032] Vorzugsweise ist die Wippe im Bereich einer vertikalen Mittelachse des Fahrkorbs
bzw. des Gegengewichts schwenkbar gehalten. Bei einer derartigen Ausgestaltung ist
die Wippe symmetrisch ausgebildet dergestalt, daß die beiden Hebelarme jeweils dieselbe
Länge aufweisen.
[0033] Von besonderem Vorteil ist es, wenn die Einzelseile der beiden Seilstränge jeweils
über eine Wippe miteinander gekoppelt sind. Die Einzelseile können jeweils an einem
Seilspannungsausgleichselement an den Enden der Wippe angeordnet sein. Die Seilspannungsausgleichselemente
können beispielsweise als einteilige oder mehrteilige Feder ausgestaltet sein.
[0034] Es kann vorgesehen sein, daß die beiden Seilstränge eine unterschiedliche Anzahl
von Einzelseile aufweisen. Eine derartige Ausgestaltung kann insbesondere bei hohen
Schächten von Vorteil sein. Günstig ist es, wenn eine Wippe zum Einsatz kommt, die
in Richtung des Seilstrangs mit der größeren Anzahl von Einzelseilen versetzt zur
vertikalen Mittelachse des Fahrkorbs bzw. des Gegengewichts schwenkbar gehalten ist.
Der Seilstrang mit der größeren Anzahl von Einzelseilen ist somit an einem kürzeren
Hebelarm gehalten als der Seilstrang mit der geringeren Anzahl von Einzelseilen. Somit
kann trotz unterschiedlicher Anzahl von Einzelseilen auf einfache Weise ein Seillängenausgleich
und damit auch ein Zugausgleich zwischen den Seilsträngen erzielt werden.
[0035] Vorzugsweise ist die Schwenkbewegung der Wippe mittels eines Sensors überwachbar.
Hierzu kann insbesondere ein berührungsloser Sensor, beispielsweise ein Magnetfeldsensor,
vorzugsweise ein Hallsensor, zum Einsatz kommen oder auch ein üblicher Inkrementalgeber,
der mit der Schwenkachse der Wippe gekoppelt ist. Es kann auch die Annäherung eines
Hebelarmes der Wippe an den Fahrkorb überwacht werden, indem der Abstand zwischen
dem Hebelarm und dem Fahrkorb mittels eines Sensors erfasst wird.
[0036] Um eine sehr starke Längenänderung eines der beiden Seilstränge erkennen zu können,
ist es günstig, wenn bei Überschreiten eines vorgegebenen Schwenkwinkels der Wippe
oder eines vorgegebenen Abstandes zwischen Hebelarm und Fahrkorb vom Sensor ein Steuersignal
ausgebbar ist. Das Steuersignal kann einer Aufzugsteuerung der Aufzuganlage bereitgestellt
werden kann, so daß die Aufzugsteuerung bei Vorliegen des Steuersignals ein optisches
oder akustisches Warnsignal ausgeben kann, um dem Benutzer anzuzeigen, daß die beiden
Seilstränge eine sehr unterschiedliche Seillänge aufweisen, beispielsweise aufgrund
einer längeren Nutzungsdauer der Seilstränge.
[0037] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind die beiden Verbindungsglieder
jeweils als schwenkbar gelagerte Winkelhebel ausgestaltet mit einem ersten Seitenarm
und einem winklig, vorzugsweise rechtwinklig zu diesem ausgerichteten zweiten Seitenarm,
wobei am ersten Seitenarm ein Seilstrang gehalten ist und die zweiten Seitenarme über
ein Kopplungsglied miteinander verbunden sind. Die ersten Seitenarme können jeweils
über eine Seitenwand des Fahrkorbs bzw. des Gegengewichts vorstehen und in einander
entgegengerichtete Richtungen weisen, wobei jeweils dem freien Ende des ersten Seitenarms
benachbart ein Seilstrang gehalten ist. Der Seilstrang kann starr mit dem jeweiligen
Seitenarm verbunden sein. Von besonderem Vorteil ist es allerdings, wenn der Seilstrang
über ein Seilspannungsausgleichselement, insbesondere ein Federelement, am ersten
Seitenarm festgelegt ist. Die zweiten Seitenarme können vertikal ausgerichtet sein,
wobei sie über das Kopplungsglied miteinander verbunden sind.
[0038] Das Kopplungsglied kann ein Federelement umfassen, das zwischen die zweiten Seitenarme
eingespannt ist.
[0039] Alternativ oder ergänzend kann vorgesehen sein, daß das Kopplungsglied ein lineares
Verstellsystem aufweist, so daß die zweiten Seitenarme beispielsweise elektrisch,
mechanisch, pneumatisch oder hydraulisch miteinander gekoppelt sind.
[0040] Weisen die Seilstränge mehrere Einzelseile auf, so ist es günstig, wenn die Winkelhebel
jeweils mehrere Winkelhebelelemente mit einem ersten und einem zweiten Seitenarm umfassen,
wobei jeweils an einem ersten Seitenarm eines Winkelhebelelements, vorzugsweise über
ein Seilspannungsausgleichselement, ein Einzelseil gehalten ist und die zweiten Seitenarme
zweier Winkelhebelelemente über jeweils eigene Kopplungsglieder miteinander verbunden
sind. Unterschiedlichen Seillängen von Einzelseilen kann damit besonders wirkungsvoll
entgegengewirkt werden. Vorzugsweise sind die Winkelhebelelemente zueinander schwenkbar
gehalten.
[0041] Die nachfolgende Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung dient im
Zusammenhang mit der Zeichnung der näheren Erläuterung. Es zeigen:
- Figur 1:
- eine schematische Darstellung einer ersten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Aufzuganlage;
- Figur 2:
- eine schematische Darstellung einer zweiten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Aufzuganlage;
- Figuren 3 bis 9:
- ausschnittsweise schematische Darstellungen von dritten bis neunten Ausführungsformen
der erfindungsgemäßen Aufzuganlage.
[0042] In Figur 1 ist eine Aufzuganlage 10 dargestellt mit einem Fahrkorb 12, der in einem
Schacht 13 zur Beförderung von Personen und/oder Lasten verfahrbar ist und einen Fahrkorbrahmen
14 sowie eine Fahrkorbkabine 15 aufweist. Der Fahrkorb 12 ist in einem Aufhängungsverhältnis
von 1:1 über zwei Seilstränge 17, 18 mit einem Gegengewicht 20 verbunden, wobei die
Seilstränge 17, 18 über eine gemeinsame Treibscheibe 21 geführt sind, die mittels
eines Antriebs 22 drehend antreibbar ist. Die Seilstränge 17 und 18 sind jeweils einer
Fahrkorbseite 24 bzw. 25 zugeordnet.
[0043] An seiner Oberseite trägt der Fahrkorb eine Seillängenausgleichseinrichtung 30 mit
zwei im Abstand zueinander angeordneten Verbindungsgliedern in Form zweier Umlenkrollen
32, 33, um die jeweils ein fahrkorbseitiger Endbereich der Seilstränge 17 bzw. 18
herumgeführt ist. Die beiden Umlenkrollen 32, 33 sind jeweils an einem Träger in Form
eines starr mit dem Fahrkorb 12 verbundenen Lagerbockes 35 bzw. 36 frei drehbar gelagert.
Zwischen den beiden Umlenkrollen 32, 33 sind die beiden Seilstränge 17, 18 einstückig
miteinander verbunden.
[0044] Die Seilstränge 17, 18 sind auch im Bereich des Gegengewichts 20 einstückig miteinander
verbunden und um eine oberseitig am Gegengewicht 20 frei drehbar gelagerte Gegengewichtsrolle
38 herumgeführt.
[0045] Tritt beispielsweise aufgrund einer längeren Nutzungsdauer von sehr langen Seilen
oder auch einer unsymmetrischen Gewichtsbelastung des Fahrkorbs 12 eine unterschiedliche
Dehnung der beiden Seilstränge 17, 18 auf, so kann die damit einhergehende Längenänderung
über die einstückige Verbindung der beiden Seilstränge 17, 18 und deren Halterung
am Fahrkorb 12 mittels der Umlenkrollen 32, 33 durch Verschiebung des Verbindungsbereiches
der Seilstränge 17, 18 gegenüber dem Fahrkorb 12 ausgeglichen werden.
[0046] In Figur 2 ist eine zweite Ausführungsform einer insgesamt mit dem Bezugszeichen
40 belegten erfindungsgemäßen Aufzuganlage dargestellt. Diese ist ebenso wie die nachfolgend
im einzelnen beschriebenen Ausführungsformen, die in den Figuren 3 bis 9 dargestellt
sind, weitgehend identisch ausgestaltet wie die Aufzuganlage 10. Für identische Bauteile
werden daher in den Figuren 2 bis 9 dieselben Bezugszeichen verwendet wie in Figur
1. Zur Vermeidung von Wiederholungen wird diesbezüglich auf die voranstehenden Erläuterungen
Bezug genommen.
[0047] Die in der Figur 2 dargestellte Aufzuganlage 40 unterscheidet sich von der Aufzuganlage
10 dadurch, daß unterhalb der Fahrkorbkabine 15 eine Seillängenausgleichseinrichtung
42 angeordnet ist. Diese umfaßt Umlenkrollen 44 und 45, die jeweils frei drehbar an
einem gemeinsamen Träger 47 gelagert sind, der über Federelemente 49, 50 an der Fahrkorbkabine
15 gehalten ist. Ein Fahrkorbrahmen, wie er bei der in Figur 1 dargestellten Aufzuganlage
10 zum Einsatz kommt, entfällt bei der Aufzuganlage 40.
[0048] Auch bei der Aufzuganlage 40 sind die Seilstränge 17, 18 im Bereich zwischen den
Umlenkrollen 44 und 45 einstückig miteinander verbunden, wobei sie in diesem Bereich
mit einer Arretiereinrichtung in Form einer Seilklemme 52 zusammenwirken. Mittels
der Seilklemme 52 können die beiden Seilstränge 17, 18 relativ zur Fahrkorbkabine
15 unverschieblich gehalten werden, indem sie am Träger 47 fest geklemmt werden. Damit
kann beispielsweise im Falle einer Betriebsstörung ein Längenausgleich zwischen den
Seilsträngen 17 und 18 gezielt unterbunden werden, wodurch dann hilfsweise die Fahrkorbkabine
15 auch mit nur einem Seilstrang 17 oder 18 bewegt werden könnte.
[0049] Von der Aufzuganlage 10 unterscheidet sich die Aufzuganlage 40 außerdem dadurch,
daß die beiden Seilstränge 17 und 18 unmittelbar am Gegengewicht 20 festgelegt sind.
Eine Gegengewichtrolle, wie sie bei der Aufzuganlage 10 zum Einsatz kommt, entfällt
bei der Aufzuganlage 40.
[0050] In Figur 3 ist eine dritte Ausführungsform einer Aufzuganlage ausschnittsweise dargestellt,
die insgesamt mit dem Bezugszeichen 60 belegt ist. Bei dieser Aufzuganlage kommen
Seilstränge 61 und 62 zum Einsatz, die jeweils mehrere Einzelseile 63 bzw. 64 aufweisen.
Entsprechend der in Figur 2 dargestellten Ausführungsform sind die Seilstränge 61
und 62 um unterseitig am Fahrkorb 12 gelagerte Umlenkrollen einer Seillängenausgleichseinrichtung
67 herumgeführt, wobei allerdings jedem Einzelseil 63 bzw. 64 eine separate Umlenkscheibe
65 bzw. 66 der Umlenkrollen zugeordnet ist. Die einzelnen Umlenkscheiben 65 und 66
sind relativ zueinander drehbar am Träger 47 gehalten, so daß jeweils zwischen zwei
Einzelseilen 63 und 64 der beiden Seilstränge 61 bzw. 62 ein Längenausgleich erfolgen
kann, ohne daß hiervon die anderen Einzelseile 63 bzw. 64 beeinflußt werden. Hierbei
kann auch vorgesehen sein, daß jede Umlenkrolle und insbesondere jede Umlenkscheibe
65, 66 separat federnd gehalten ist. Die federnde Lagerung des Trägers 47 mittels
der Federelemente 49, 50 ist dann nicht erforderlich.
[0051] In Figur 4 ist eine insgesamt mit dem Bezugszeichen 70 belegte vierte Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Aufzuganlage mit einer Seillängenausgleichseinheit 74 dargestellt,
bei der unterseitig am Fahrkorb 12 angeordnete Umlenkrollen 71 und 72 an einem Seillängenausgleichselement
in Form eines hydraulischen Kolben-Zylinderaggregates 73 gehalten sind, das unterseitig
am Fahrkorb 12 festgelegt ist. Das Kolben-Zylinderaggregat 73 bildet ein lineares
Verstellsystem, mit dessen Hilfe die Umlenkrollen 71, 72 relativ zueinander in einander
entgegengesetzte Richtungen versetzt werden können, um den Abstand zwischen den Umlenkrollen
71 und 72 zu verändern. Durch Veränderung dieses Abstands können Änderungen der Seillängen
der Seilstränge 61, 62 gezielt ausgeglichen werden. Auch bei dieser Ausführungsform
können die Umlenkrollen 71, 72, wie schon in Figur 3 gezeigt, aus einzelnen, gegeneinander
drehbaren Umlenkscheiben bestehen, um die jeweils ein Einzelseil der Seilstränge 61,
62 herumgeführt ist. Jeweils eine Umlenkscheibe der Umlenkrolle 71 kann über ein Kolben-Zylinderaggregat
73 mit einer Umlenkscheibe der Umlenkrolle 72 gekoppelt sein, so daß die Seillängen
der Einzelseile der Seilstränge 61, 62 individuell ausgeglichen werden können.
[0052] In Figur 5 ist eine fünfte Ausführungsform einer insgesamt mit dem Bezugszeichen
80 belegten erfindungsgemäßen Aufzuganlage mit einer Seillängenausgleichseinrichtung
85 dargestellt, bei der zwei Umlenkrollen 81, 82 zum Einsatz kommen, die jeweils über
ein Seilspannungsausgleichselement in Form eines Federelements 83 bzw. 84 an der Unterseite
des Fahrkorbs 12 frei drehbar gelagert sind. Die Seilstränge 61, 62 sind im Bereich
zwischen den Umlenkrollen 81 und 82 einstückig miteinander verbunden, so daß zwischen
den Seilsträngen 61, 62 ein Längenausgleich während des Betriebs der Aufzuganlage
80 erfolgen kann. Die Lagerung der Umlenkrollen 81 und 82 mittels der Federelemente
83 bzw. 84 ermöglicht es, unterschiedlichen Seilspannungen der Seilstränge 61, 62
auf konstruktiv einfache Weise entgegenzuwirken. Wiederum können die Umlenkrollen
81, 82 einzelne, gegeneinander drehbare Umlenkscheiben aufweisen, um die jeweils ein
Einzelseil der Seilstränge 61, 62 herumgeführt ist. Die einzelnen Umlenkscheiben können
jeweils über ein separates Federelement 83, 84 am Fahrkorb 12 gelagert sein, so daß
die Seilspannungen der Einzelseile individuell ausgeglichen werden können.
[0053] Bei den voranstehend erläuterten Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Aufzuganlage
sind die beiden Seilstränge einstückig miteinander verbunden. Im Gegensatz hierzu
ist in Figur 6 eine mit dem Bezugszeichen 90 belegte sechste Ausführungsform einer
erfindungsgemäßen Aufzuganlage dargestellt mit einer Seillängenausgleichseinrichtung
107, bei der Seilstränge 91 und 92 endseitig über Seilspannungsausgleichselemente
in Form von Federelementen 93 bzw. 94 an einem Hebelarm 95 bzw. 96 festgelegt sind.
Die beiden Hebelarme 95, 96 sind einstückig miteinander verbunden und bilden eine
Wippe 97 aus, die im Bereich einer vertikalen Mittelachse 98 des Fahrkorbs 12 um eine
horizontal ausgerichtete Schwenkachse 99 schwenkbar an einem Träger 100 gelagert ist,
der starr mit dem Fahrkorb 12 verbunden ist.
[0054] Die Seilstränge 91 und 92 weisen jeweils mehrere Einzelseile 101 bzw. 102 auf, und
die Hebelarme 95 und 96 umfassen jeweils Hebelarmelemente 103 bzw. 104, an denen jeweils
ein Einzelseil 101 bzw. 102 über ein Federelement 93 bzw. 94 festgelegt ist. Jeweils
zwei Hebelarmelemente bilden ein Wippenelement 105 aus, das bezogen auf die restlichen
Wippenelemente 105 am Träger 100 schwenkbar gelagert ist.
[0055] Sämtliche Wippenelemente 105 wirken jeweils mit einem Drehwinkelgeber 106 zusammen,
mit dessen Hilfe die Schwenkstellung des Wippenelements 105 erfaßbar ist und das bei
Überschreiten eines maximal zulässigen und vorgebbaren Schwenkwinkels einer an sich
bekannten und deshalb in der Zeichnung nicht dargestellten Aufzugsteuerung ein Steuersignal
bereitstellt, so daß letztere bei Überschreiten des zulässigen Schwenkwinkels ein
Warnsignal ausgeben kann.
[0056] Eine siebte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Aufzuganlage mit einer Seillängenausgleichseinrichtung
108 ist in Figur 7 ausschnittsweise dargestellt und insgesamt mit dem Bezugszeichen
110 belegt. Bei dieser Aufzuganlage kommen zwei Seilstränge 111 und 112 zum Einsatz,
die eine unterschiedliche Anzahl von Einzelseilen 113 bzw. 114 aufweisen. Die Einzelseile
113 und 114 sind über Seilspannungsausgleichselemente in Form von Federelementen 115
bzw. 116 jeweils an einem Hebelarm 117 bzw. 118 festgelegt. Die Hebelarme 117 und
118 bilden jeweils ein Verbindungsglied der Seillängenausgleichseinrichtung 108 und
sind schwenkbar am Träger 100 gelagert. Der Hebelarm 117, an dem der Seilstrang 111
mit der größeren Anzahl von Einzelseilen 113 federnd gehalten ist, ist kürzer als
der Hebelarm 118, der die Einzelseile 114 des Seilstrangs 112 federnd lagert. Die
beiden Hebelarme 117, 118 bilden eine Wippe 119 aus, die im Unterschied zu der in
Figur 6 dargestellten Ausführungsform versetzt zur vertikalen Mittelachse 98 am Träger
100 schwenkbar gelagert ist. Somit kann mittels der Wippe 119 trotz des Einsatzes
von Seilsträngen 111, 112 mit einer unterschiedlichen Anzahl von Einzelseilen 113
bzw. 114 auf konstruktiv einfache Weise eine gleich hohe Belastung und ein Längenausgleich
der Seilstränge 111, 112 erzielt werden. Über die Federelemente 115 und 116 ist zusätzlich
ein Ausgleich der in den Einzelseilen 113, 114 herrschenden Seilspannungen möglich.
[0057] In Figur 8 ist eine insgesamt mit dem Bezugszeichen 130 belegte achte Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Aufzuganlage dargestellt, bei der eine Seillängenausgleichseinrichtung
131 zum Einsatz kommt, die zwei im Abstand zueinander angeordnete Verbindungsglieder
in Form zweier Winkelhebel 133, 134 aufweist mit jeweils einem ersten Seitenarm 135
bzw. 136 und einem rechtwinklig zu diesem ausgerichteten zweiten Seitenarm 137 bzw.
138. Die Winkelhebel 133, 134 sind um horizontale Schwenkachsen 139 bzw. 140 schwenkbar
an unterseitig am Fahrkorb 12 festgelegten Trägern 141 bzw. 142 gehalten. An den freien
Enden der ersten Seitenarme 135, 136 ist jeweils ein Seilstrang 143 bzw. 144 festgelegt,
und die zweiten Seitenarme 137, 138 sind über ein Kopplungsglied in Form einer Spannfeder
145 miteinander verbunden. Durch Schwenken der Winkelhebel 133, 134 kann ein unterschiedliches
Dehnungsverhalten der beiden Seilstränge 143, 144 ausgeglichen werden, wobei mittels
der Spannfeder 145 auch die Seilspannungen der beiden Seilstränge 143, 144 ausgeglichen
werden.
[0058] In Figur 9 ist eine insgesamt mit dem Bezugszeichen 150 belegte neunte Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Aufzuganlage mit einer Seillängenausgleichseinrichtung 164
dargestellt, bei der entsprechend der Aufzuganlage 130 zwei Winkelhebel 151 und 152
zum Einsatz kommen mit jeweils einem ersten Seitenarm 153 bzw. 154 und einem zweiten
Seitenarm 155 bzw. 156. Wiederum ist an den ersten Seitenarmen 153, 154 jeweils ein
Seilstrang 157 bzw. 158 festgelegt. Im Gegensatz zur Aufzuganlage 130 sind jedoch
die zweiten Seitenarme 155, 156 nicht über eine Spannfeder sondern über ein lineares
Verstellsystem in Form eines hydraulischen Kolben-Zylinderaggregats 159 miteinander
gekoppelt. Außerdem sind die beiden Winkelhebel 151, 152 an einem gemeinsamen Träger
160 gelagert, der im wesentlichen U-förmig ausgebildet ist und zwei am Fahrkorb 12
festgelegte Tragarme 161, 162 aufweist, die über einen Tragsteg 163 einstückig miteinander
verbunden sind. Das Kolben-Zylinderaggregat 159 ist zwischen den beiden Tragarmen
161, 162 gehalten und wird somit oberseitig vom Fahrkorb 12 und unterseitig vom Tragsteg
163 abgedeckt. Es bildet ein Seillängenausgleichselement zum Ausgleich unterschiedlicher
Seillängen der Seilstränge 157, 158.
[0059] Auch bei den Seillängenausgleichseinrichtungen 131 und 164 können die Seilstränge
143, 144 bzw. 157, 158 mehrere Einzelseile aufweisen, denen jeweils ein separater
Winkelhebel 133, 134 bzw. 151, 152 zugeordnet ist, wobei jeweils ein Winkelhebel 133
bzw. 151 über ein separates Kopplungsglied 145 oder 159 mit einem zugeordneten Winkelhebel
134 bzw. 152 gekoppelt ist. Somit können auch bei den in den Figuren 8 und 9 dargestellten
Ausführungsformen die Seillängen von Einzelseilen der Seilstränge 143, 144 bzw. 157,
158 unabhängig von den Seillängen der restlichen Einzelseile ausgeglichen werden.
Insbesondere bei der in Figur 9 dargestellten Seillängenausgleichseinrichtung 164
kann außerdem vorgesehen sein, daß die Einzelseile der Seilstränge 157, 158 jeweils
über ein Federelement, wie es beispielsweise in Figur 6 dargestellt und mit den Bezugszeichen
93, 94 belegt ist, am jeweiligen Winkelhebel 151 bzw. 152 gehalten sind. Die Federelemente
ermöglichen einen Ausgleich der Seilspannungen der Einzelseile.
1. Aufzuganlage mit mindestens einem in einem Schacht (13) verfahrbaren Fahrkorb (12),
der über zwei Seilstränge (17, 18; 61, 62; 91, 92; 111, 112; 143, 144; 157, 158),
die unterschiedlichen Seiten (24, 25) des Fahrkorbs (12) zugeordnet sind, mit einem
Gegengewicht (20) verbunden ist, und mit einer motorisch antreibbaren Treibscheibe
(21), über die die beiden Seilstränge (17, 18; 61, 62; 91, 92; 111, 112; 143, 144;
157, 158) geführt sind, wobei der Fahrkorb (12) in einem Aufhängungsverhältnis von
1:1 gehalten ist, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Seilstränge (17, 18; 61, 62; 91, 92; 111, 112; 143, 144; 157, 158) über
eine am Fahrkorb (12) und/oder am Gegengewicht (20) angeordnete Seillängenausgleichseinrichtung
(30; 42; 67; 74; 85; 107; 108; 131; 164) miteinander gekoppelt sind.
2. Aufzuganlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Seillängenausgleichseinrichtung (30; 42; 67; 74; 85; 107; 108; 131; 164) über
oder unter dem Fahrkorb (12) bzw. dem Gegengewicht (20) angeordnet ist.
3. Aufzuganlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Seillängenausgleichseinrichtung (30; 42; 67; 74; 85; 107; 108; 131; 164) zwei
Verbindungsglieder (32, 33; 44, 45; 71, 72; 81, 82; 95, 96; 117, 118; 133, 134; 151,
152) aufweist, über die die beiden Seilstränge (17, 18; 61, 62; 91, 92; 111, 112;
143, 144; 157, 158) mit dem Fahrkorb (12) bzw. dem Gegengewicht (20) wirkverbunden
sind, wobei die Seilstränge (17, 18; 61, 62; 91, 92; 111, 112; 143, 144; 157, 158)
zwischen den beiden Verbindungsgliedern (32, 33; 44, 45; 71, 72; 81, 82) oder über
die beiden Verbindungsglieder (95, 96; 117, 118; 133; 134; 151; 152) miteinander gekoppelt
sind.
4. Aufzuganlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Seilstränge (61, 62; 91, 92; 111, 112) mehrere Einzelseile (63, 64; 101, 102;
113, 114) aufweisen und die Verbindungsglieder (44, 45; 95, 96) mehrere Verbindungselemente
(65, 66; 103, 104) umfassen, wobei jedem Einzelseil (63, 64; 101, 102) ein Verbindungselement
(65, 66; 103, 104) zugeordnet ist und Einzelseile (63, 64; 101, 102) der beiden Seilstränge
(61, 62; 91, 92) zwischen den jeweiligen Verbindungselementen (65, 66) oder über die
jeweiligen Verbindungselemente (103, 104) miteinander gekoppelt sind.
5. Aufzuganlage nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Verbindungsgliedern (44, 45) eine Arretiereinrichtung (52) angeordnet
ist zur unverschieblichen Halterung der Seilstränge (17, 18) relativ zum Fahrkorb
(12) bzw. zum Gegengewicht (20).
6. Aufzuganlage nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Arretiereinrichtung eine Seilklemme (52) umfaßt.
7. Aufzuganlage nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß den Verbindungsgliedern (44, 45; 71, 72; 81, 82; 95, 96; 117, 118; 133, 134; 151,
152) zumindest ein Seilspannungsausgleichselement (49, 50; 83, 84; 93, 94; 115, 116)
zugeordnet ist zum Ausgleich der in den Seilsträngen (17; 18; 61; 62; 91, 92; 111,
112) herrschenden Seilspannungen.
8. Aufzuganlage nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Seilstränge (91, 92; 111, 112) mehrere Einzelseile (101, 102; 113, 114) aufweisen
und den Verbindungsgliedern (95, 96; 117, 118) mehrere Seilspannungsausgleichselemente
(93, 94; 115, 116) zugeordnet sind zum Ausgleich der in den Einzelseilen (101, 102;
113, 114) herrschenden Seilspannungen.
9. Aufzuganlage nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen einem Seilstrang (91, 92; 111, 112) und einem Verbindungsglied (95, 96;
117, 118) zumindest ein Seilspannungsausgleichselement (93, 94; 115, 116) angeordnet
ist.
10. Aufzuganlage nach Anspruch 7, 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen einem Verbindungsglied (44, 45; 71, 72; 81, 82) und dem Fahrkorb (12) bzw.
dem Gegengewicht (20) zumindest ein Seilspannungsausgleichselement (49, 50; 83, 84)
angeordnet ist.
11. Aufzuganlage nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Seilspannungsausgleichselement ein Federelement (49, 50; 83, 84; 93, 94; 115,
116) umfaßt.
12. Aufzuganlage nach einem der Ansprüche 3 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Verbindungsglieder (71; 72; 133, 134; 151, 152) über ein Seillängenausgleichselement
(73; 145; 159) miteinander gekoppelt sind.
13. Aufzuganlage nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Seillängenausgleichselement ein lineares Verstellsystem (73; 145; 159) umfaßt.
14. Aufzuganlage nach einem der Ansprüche 3 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsglieder (32, 33; 44, 45; 71, 72; 81, 82) im Abstand zueinander angeordnet
sind und die beiden Seilstränge (17, 18; 61, 62) zwischen den Verbindungsgliedern
(32; 33; 44, 45; 71, 72; 81, 82) miteinander verbunden sind.
15. Aufzuganlage nach einem der Ansprüche 3 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsglieder als im Abstand zueinander angeordnete Umlenkglieder (32; 33;
44, 45; 71, 72; 81, 82) ausgestaltet sind, um die jeweils ein Seilstrang (17, 18;
61, 62) herumgeführt ist.
16. Aufzuganlage nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Umlenkglieder als frei drehbare Umlenkrollen (32; 33; 44, 45; 71, 72; 81, 82)
ausgestaltet sind.
17. Aufzuganlage nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Seilstränge (61, 62) mehrere Einzelseile (63, 64) aufweisen und die Umlenkrollen
(44, 45) mehrere Umlenkscheiben (65, 66) umfassen, wobei jedes Einzelseil (63, 64)
um eine separate Umlenkscheibe (65, 66) herumgeführt ist.
18. Aufzuganlage nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Umlenkscheiben (65, 66) einer Umlenkrolle (44, 45) relativ zueinander drehbar
gehalten sind.
19. Aufzuganlage nach einem der Ansprüche 15 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Umlenkglieder (44, 45; 71, 72) an einem gemeinsamen Träger (47; 73) gehalten
sind, der am Fahrkorb (12) bzw. am Gegengewicht (20) angeordnet ist.
20. Aufzuganlage nach einem der Ansprüche 15 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Umlenkglieder (32, 33; 81, 82) jeweils an einem separaten Träger (35, 36; 83,
84) gehalten sind, der am Fahrkorb (12) bzw. am Gegengewicht (20) angeordnet ist.
21. Aufzuganlage nach einem der Ansprüche 15 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß die Umlenkglieder (44, 45; 81, 82) mittels eines Federelements (49, 50; 83, 84) am
Fahrkorb (12) bzw. am Gegengewicht (20) gehalten sind.
22. Aufzuganlage nach einem der Ansprüche 15 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß die Umlenkglieder (71, 72) mittels eines linearen Verstellsystems (73) am Fahrkorb
(12) bzw. am Gegengewicht (20) gehalten sind.
23. Aufzuganlage nach einem der Ansprüche 15 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß der gegenseitige Abstand der Umlenkglieder (71, 72) veränderbar ist.
24. Aufzuganlage nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, daß der gegenseitige Abstand der Umlenkglieder (71, 72) mittels eines linearen Verstellsystems
(73) veränderbar ist.
25. Aufzuganlage nach einem der Ansprüche 3 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsglieder jeweils einen schwenkbar gelagerten Hebelarm (95, 96; 117,
118) ausbilden, an dem ein Seilstrang (91, 92; 111, 112) gehalten ist.
26. Aufzuganlage nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, daß die Hebelarme (95, 96) mehrere Hebelarmelemente (103, 104) aufweisen, an denen jeweils
ein Einzelseil (101, 102) des Seilstrangs (91, 92) gehalten ist.
27. Aufzuganlage nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, daß die Hebelarmelemente (103, 104) jedes Hebelarms (95, 96) relativ zueinander schwenkbar
gehalten sind.
28. Aufzuganlage 25, 26 oder 27, dadurch gekennzeichnet, daß die Hebelarme (95, 96; 117, 118) starr miteinander verbunden sind und eine Wippe
(97; 119) ausbilden.
29. Aufzuganlage nach Anspruch 28, dadurch gekennzeichnet, daß die Wippe (97) im Bereich einer vertikalen Mittelachse (98) des Fahrkorbs (12) bzw.
des Gegengewichts (20) schwenkbar gehalten ist.
30. Aufzuganlage nach Anspruch 28, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Seilstränge (111, 112) eine unterschiedliche Anzahl von Einzelseilen (113,
114) aufweisen und die Wippe (119) in Richtung des Seilstrangs (111) mit der größeren
Anzahl von Einzelseilen (113) versetzt zur vertikalen Mittelachse (98) des Fahrkorbs
(12) bzw. des Gegengewichts (20) schwenkbar gehalten ist.
31. Aufzuganlage nach Anspruch 28, 29 oder 30, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkbewegung der Wippe (97) mittels eines Sensors (106) überwachbar ist.
32. Aufzuganlage nach Anspruch 31, dadurch gekennzeichnet, daß bei Überschreiten eines vorgegebenen Schwenkwinkels der Wippe (97) vom Sensor (106)
ein Steuersignal ausgebbar ist.
33. Aufzuganlage nach einem der Ansprüche 3 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Verbindungsglieder als schwenkbar gelagerte Winkelhebel (133, 134; 151,
152) ausgestaltet sind mit einem ersten Seitenarm (135, 136; 153, 154) und einem winklig
zu diesem ausgerichteten zweiten Seitenarm (137, 138; 155, 156), wobei jeweils am
ersten Seitenarm (135, 136; 153, 154) ein Seilstrang (143, 144; 157, 158) gehalten
ist und die zweiten Seitenarme (137, 138; 155, 156) über ein Kopplungsglied (145;
159) miteinander verbunden sind.
34. Aufzuganlage nach Anspruch 33, dadurch gekennzeichnet, daß das Kopplungsglied ein Federelement (145) umfaßt.
35. Aufzuganlage nach Anspruch 33 oder 34, dadurch gekennzeichnet, daß das Kopplungsglied ein lineares Verstellsystem (159) umfaßt.
36. Aufzuganlage nach Anspruch 33, 34 oder 35, dadurch gekennzeichnet, daß die Seilstränge (143, 144; 157, 158) mehrere Einzelseile umfassen und die Winkelhebel
(133, 134; 151, 152) mehrere Winkelhebelelemente mit einem ersten und einem zweiten
Seitenarm aufweisen, wobei jeweils an einem ersten Seitenarm eines Winkelhebelelements
ein Einzelseil gehalten ist und die zweiten Seitenarme zweier Winkelhebelelemente
über ein Kopplungsglied miteinander verbunden sind.
37. Aufzuganlage nach Anspruch 36, dadurch gekennzeichnet, daß die Winkelhebelelemente relativ zueinander schwenkbar gehalten sind.