[0001] Gegenstand der Erfindung ist eine Näh- oder Stickmaschine gemäss Oberbegriff des
Patentanspruchs 1.
[0002] Beim Nähen und Sticken mit einer Nähmaschine werden bekanntlich zwei Fäden, der Oberfaden
und der Unterfaden, miteinander verschlauft. Der Oberfaden, auch Nadelfaden genannt,
wird von einer auf oder neben der Nähmaschine angeordneten, frei zugänglichen und
austauschbaren Spule geliefert. Deren Grösse ist im wesentlichen frei wählbar. Der
Unterfaden ist auf eine Unterfadenspule gewickelt, welche in das Innere des drehbar
gelagerten und antreibbaren Greifers der Nähmaschine eingelegt wird und dort frei
drehbar gelagert ist. Der Durchmesser des Greifers bestimmt folglich auch die maximale
Grösse bzw. der Durchmesser der darin liegenden Unterfadenspule. Die auf der Unterfadenspule
aufgespulte Unterfadenmenge, d.h. der Unterfadenvorrat, ist in jedem Fall im Verhältnis
zum Oberfadenvorrat auf der ausserhalb des Maschinengehäuses angeordneten Spule um
ein Vielfaches kleiner. Zudem ist die Unterfadenspule beim Nähen von aussen nicht
einsehbar, da sie sich innerhalb des Greifergehäuses und letzteres innerhalb des Gehäuses
der Nähmaschine befindet. Aus diesem Grunde ist das Überwachen des momentanen Unterfadenvorrats
und des Fadenendes während des Stick-oder Nähvorgangs schwierig und mit technischem
Aufwand verbunden.
[0003] Aus dem Stand der Technik sind bereits Messvorrichtungen bekannt, mit denen versucht
wird, die Restmenge des Unterfadens auf der Unterfadenspule möglichst exakt festzustellen
und die Nähmaschine anzuhalten, bevor das Ende des Unterfadens vom Oberfaden durch
das Nähgut herausgezogen wird und bevor Stiche genäht werden, die auf der Nähgutunterseite
folglich nicht von einem Unterfaden gehalten werden.
[0004] Aus der
DE-C2 34 47 138 ist eine solche Einrichtung an einer Doppelsteppstichnähmaschine bekannt, mit welcher
die Bewicklung der Unterfadenspule und der Nähbetrieb überwacht werden können. An
der Unterfadenspule sind im vorderen Flansch in gleichbleibendem radialem Abstand
zur Spulendrehachse, d.h. auf einem gemeinsamen Teilkreis, Bohrungen vorgesehen, durch
welche von einer Lichtquelle Lichtstrahlen durch den zwischen den kreisringförmigen
Flanschen des Spulenkörpers liegenden Fadenraum der Spule hindurch an den hinteren
Flansch geleitet und bei geringem Fadenvorrat vom hinteren Flansch reflektiert und
durch einen Strahlungsempfänger registriert werden. Diese Einrichtung ermöglicht das
Feststellen einer Restfadenmenge, wenn deren Durchmesser auf der Spule kleiner wird
als der Durchmesser, auf dem die Bohrungen liegen. Im weiteren kann durch die intermittierende
Reflektion, hervorgerufen durch die beabstandeten Bohrungen festgestellt werden, ob
die Spule stillsteht (Fadenbruch oder Fadenende) oder ob sie weiter rotiert (angetrieben
durch den Fadenabzug). Mit dieser Vorrichtung kann also das Unterschreiten einer minimalen
Fadenmenge und der Drehzustand der Spule festgestellt werden. Es ist jedoch nicht
möglich, die Abnahme der Fadenmenge pro Zeiteinheit auf der Spule festzustellen und
folglich daraus auch der mutmassliche Zeitpunkt des Fadenendes zu errechnen. Es fehlt
auch die Möglichkeit, die Fadendicke zu bestimmen.
[0005] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Schaffung einer Näh- oder Stickmaschine
mit einer Vorrichtung zur Bestimmung des momentanen Vorrats an Unterfaden auf der
Unterfadenspule, zur Errechnung der Fadendicke und damit der Restfadenlänge.
[0006] Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Näh- oder Stickmaschine mit den Merkmalen des
Patentanspruchs 1.
[0007] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen wiedergegeben.
[0008] Mit der erfindungsgemässen Näh- oder Stickmaschine kann die Restfadenlänge auf der
Unterfadenspule und die Fadendicke mit einfachen Mitteln und hoher Zuverlässigkeit
errechnet werden. Das Fadenende und der Fadenverbrauch pro Zeiteinheit oder pro Stich
kann aus der pro Zeiteinheit gemessenen Abnahme des Fadenvorrats ebenfalls sehr genau
errechnet werden. Die Vorrichtung (Spulenkörper und Mess-Elektronik) ist kostengünstig
und mit geringem Raumbedarf einbaubar.
Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus der Kenntnis der Fadendicke, nämlich die Möglichkeit,
die Oberfadenspannung und allenfalls weitere Nähparameter wie Nähgutvorschub durch
den Transporteur oder die Stichfrequenz der Nadel automatisch an die jeweiligen Parameter
des Unterfadens anzupassen.
[0009] Anhand eines illustrierten Ausführungsbeispiels wird die Erfindung näher erläutert.
Es zeigen
- Figur 1
- eine schematische Darstellung der Seitenansicht einer Nähmaschine (Unterarm teilweise
aufgeschnitten),
- Figur 2
- eine vergrösserte stirnseitige Darstellung des Greifers mit eingesetzter Unterfadenspule,
- Figur 3
- eine perspektivische Darstellung der Unterfadenspule sowie der Sensoren,
- Figur 4
- eine Aufsicht (axial) auf den vorderen Flansch der Unterfadenspule,
- Figur 5
- eine Aufsicht (axial) auf den vorderen Flansch der Unterfadenspule und die Sensoren,
- Figur 6
- eine axiale Aufsicht auf die Unterfadenspule mit ganz und teilweise abgedeckten Löchern,
- Figur 7
- eine weitere Ausführungsform der Erfindung mit unterschiedlich grossen Löchern, deren
Zentrum auf einem gemeinsamen konzentrischen Kreis liegen,
- Figur 8
- eine axiale Aufsicht auf eine volle Unterfadenspule sowie auf das Impuls-/Umdrehungsdiagramm,
- Figur 9
- eine Aufsicht auf eine Spule mit einem freien Lochpaar und eine axiale Aufsicht auf
eine nicht ganz volle Unterfadenspule sowie auf das Impuls-/Umdrehungsdiagramm,
- Figur 10
- eine Aufsicht auf eine Spule mit zwei freien Lochpaaren und eine axiale Aufsicht auf
eine halbvolle Unterfadenspule sowie auf das Impuls-/Umdrehungsdiagramm,
- Figur 11
- eine Aufsicht auf eine Spule mit drei freien Lochpaaren und eine axiale Aufsicht auf
eine zu einem Viertel volle Unterfadenspule sowie auf das Impuls-/Umdrehungsdiagramm.
[0010] Die in Figur 1 dargestellte Haushaltnähmaschine 1 umfasst eine Grundplatte 3, einen
Unter- oder Freiarm 5, einen Oberarm 7 mit Nadelstange 9 sowie das Maschinengehäuse
11, in dem die für den Nähvorgang notwendigen Antriebsorgane untergebracht sind. Ein
benutzerseitig angeordneter Deckel 13 am benutzerseitigen vorderen Ende des Unterarms
5 ist teilweise aufgeschnitten, um die Lage des um eine horizontale Achse umlaufenden
Greifers 15 sichtbar zu machen. Selbstverständlich könnte die Drehachse des Greifers
15 auch vertikal angeordnet sein und der Deckel 15 in der Ebene der Stichplatte 14
auf dem Freiarm 5 liegen. Im Greifer 15 ist ein Unterfaden-Spulenkörper, kurz eine
Unterfadenspule 17 mit einer Mehrzahl von Löchern 19 im vorderen Flansch 21 eingesetzt.
Die Unterfadenspule 17 ist in Figur 2 nur ausschnittweise sichtbar. Die übrigen Teile
des handelsüblichen Greifers 15, wie der Greiferkörper 23, die Antriebswelle 25 und
das auf der Antriebswelle 25 sitzende Ritzel sowie das Fadenfangblech 29 mit der Spitze
31, werden nicht näher beschrieben oder gezeigt.
In Figur 3 sind der besseren Übersichtlichkeit halber der Greifer 15 mit dem Greiferkörper
23 sowie die Befestigungsmittel für die Sensoren 35,39 weggelassen und es werden nur
die Unterfadenspule 17 allein und die Lichtstrahlenverläufe von und zu den Sensoren
dargestellt. Sichtbar ist in dieser Figur auch der Spulendorn oder -kern 33, an dessen
Enden die beiden kreisringförmigen Flanschen 21 und 22 befestigt sind.
Im vorderen, einer Lichtquelle 35 näherliegenden Flansch 21 sind die Löcher 19 ausgebildet.
Sie liegen im ersten Ausführungsbeispiel auf einer zur Spulenachse A spiralförmig
verlaufenden fiktiven Linie L. Je zwei paarweise nebeneinander angeordnete Löcher
19 können auch auf einem gemeinsamen Teilkreis liegen (vergl. Figuren 5, 8-11). Die
Grösse, Form und Anzahl der Löcher 19 ist für die Funktionsfähigkeit der Erfindung
in geeignetem Rahmen frei wählbar. Die Unterfadenspule 17 kann aus Metall oder Kunststoff
hergestellt sein. Vorzugsweise ist sie im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung
aus Metall gefertigt. Es könnten auch im hinteren Flansch 22 erfindungsgemäss angeordnete
Löcher 19 angebracht sein. Diese sind vorzugsweise nicht deckungsgleich zu denjenigen
im vorderen Flansch 21 angeordnet. Dies hat den Vorteil, dass beim Spulen, d.h. Befüllen
der Spule mit Faden, nicht auf die Aufspulrichtung geachtet werden muss.
[0011] Die in den Figuren beispielsweise kreisrund dargestellten Löcher 19 sind radial derart
versetzt, dass das am nächsten zur Spulendrehachse A angeordnete Loch oder Lochpaar
19' nahe der Oberfläche des Spulendorns 33 liegt (r1) und das zuäusserst liegende
Loch oder Lochpaar 19" nahe am peripheren Rand 21' des Flansches 21 liegt (r2). Die
Löcher 19',19,19" können sich über einen Winkel von 360° oder, wie im Beispiel gemäss
Figur 4 dargestellt, über einen Winkel von ca. 270° erstrecken.
Die Löcher 19 können - als Extremfall einer gestreckten Spirale - auch auf einer Sehne
angeordnet sein (keine Abb.).
[0012] Axial beabstandet zur Oberfläche des in den Beispielen vorderen Flansches 21 der
Spule 17 ist ein Sensor in Gestalt einer Lichtquelle 35 für sichtbares oder unsichtbares
Licht angebracht, beispielsweise eine LED, mit der ein Lichtstrahl, es kann ein gepulster
Lichtstrahl 36 sein, achsparallel oder wie dargestellt, in einem spitzen Winkel auf
die vordere Oberfläche des vorderen Flansches 21 gerichtet und - falls der Lichtstrahl
36 auf ein Loch 19 auftrifft - nach dem Durchqueren des Spulenraums vom hinteren Flansch
22 reflektiert wird.
Auch ein gelochter, hinterer Flansch kann zur Reflektion verwendet werden, wenn die
Löcher zu den Löchern im vorderen Flansch versetzt sind. Falls der hintere Flansch
22 mit deckungsgleich angeordneten Löchern 19 versehen ist, kann die Reflektion des
Lichtstrahls 36 an einer hinter der Spule 17 angeordneten reflektierenden Fläche erfolgen
(Fläche nicht dargestellt). Der spitzwinkelig reflektierte Strahl 38 verlässt die
Spule 17 je nach Einfallswinkel durch das Einfallloch oder durch ein benachbartes
Loch 19. Die an der Oberfläche des hinteren Flansches 22 reflektierten Strahlen 38
oder bei noch vorhandenem Fadenvorrat an den Fäden nicht detektierbar reflektierten
Strahlen werden von einem Lichtempfänger 39, z.B. einem Transistor, empfangen. Es
ist dabei unerheblich, ob die Reflektion direkt als Strahl erfolgt oder ob nur Streulicht
auf den Lichtempfänger 39 fällt (Figuren 3 und 5).
[0013] Der in gebrochener Linie dargestellte Kreis K in Figur 6 stellt die Peripherie des
auf der Unterfadenspule 17 befindlichen momentanen Fadenvorrats 37 dar. Die Löcher
19, die ausgefüllt sind (schwarz dargestellt), werden vom Fadenvorrat 37 verdeckt;
die restlichen Löcher 19 (als Kreisringe dargestellt), die ausserhalb des Fadenvorrats
37 liegen, sind unverdeckt und es können die von der Lichtquelle 35 gegen die Unterfadenspule
17 gerichteten Lichtstrahlen 36,38 in den Spulenraum eintreten und an der Oberfläche
des hinteren Flansches 22 reflektiert werden (siehe Figuren 3 und 5). Lichtstrahlen
36, die auf eines der Löcher 19 treffen, welche vor dem Fadenvorrat 37 liegen, werden
nicht reflektiert. An der Oberfläche des vorderen Flansches 21 neben den Löchern 19
direkt reflektierte Strahlen werden vom Lichtempfänger 39 nicht erfasst, da die reflektierten
Strahlen nicht auf dem Lichtempfänger 39 auftreffen können; sie führen am Lichtempfänger
39 vorbei.
[0014] Wenn folglich die Unterfadenspule 17 vollständig mit Unterfaden gefüllt ist und alle
Löcher 19 hinten vom Faden abgedeckt sind, so erfolgt keine für den Lichtempfänger
39 empfangbare Reflektion. Zusätzlich kann die Oberfläche des vorderen Flansches 21
nicht-reflektierend gestaltet sein, zum Beispiel geschwärzt sein, um Streulicht zu
verhindern, welches eine Verfälschung des Resultats der Messung bewirken kann. Je
mehr reflektierte Strahlen pro Umdrehung der Spule auf den Lichtempfänger 39 fallen,
umso kleiner ist folglich der Fadenvorrat auf der Unterfadenspule 17. Anders herum
ausgedrückt: Je grösser die empfangene Lichtmenge, umso geringer der Fadenvorrat.
[0015] Es können jeweils zwei benachbarte Löcher 19 auf dem gleichen Teilkreis nebeneinander
angeordnet sein. Der von der Lichtquelle 35 abgesendete Lichtstrahl 36 wird in spitzem
Winkel zur Spulenachse A auf die Unterfadenspule 21 gerichtet und kann, in Drehrichtung
gesehen, beim ersten Loch 19 eintreten und wird, sofern am hinteren Flansch 22 reflektiert,
beim zweiten Loch 19 austreten. Bei dieser Ausgestaltung der Erfindung kann die Oberfläche
des ersten Flansches 21 herkömmlich ausgebildet sein, d.h. auch reflektierend sein,
wie bei Metallspulen üblich.
[0016] Die Lichtquelle 35 sendet ihr Licht vorzugsweise nicht, wie in Figur 3 dargestellt,
punktförmig auf den Flansch 21, sondern in Gestalt eines radial zur Spulendrehachse
A liegenden Streifens 41, wie dargestellt in Figur 5. Auch der Lichtempfänger 39 ist
entsprechend streifenförmig ausgebildet, um die reflektierten Lichtstrahlen, die dann
in einem unterschiedlichen Abstand von der Achse A auftreffen, über die radiale Ausdehnung
der Flanschen 21 oder 22 empfangen zu können.
[0017] Die axiale Ansicht der Spule 17 in Figur 7 zeigt beispielsweise fünf Löcher 19 mit
unterschiedlichen Durchmessern D, die auf einem konzentrischen Teilkreis T mit Radius
r3 angeordnet sind. Die der Drehachse A der Spule 17 zugewendeten Scheitel S liegen
wiederum auf einer spiralförmig verlaufenden fiktiven Linie L. Selbstverständlich
liegen auch die aussenliegenden Scheitel S' auf einer spiralförmig verlaufenden Linie
und bei Abnahme des Durchmessers des Fadenvorrats wird ein Loch 19 nach dem andern
sukzessive für die Lichtstrahlen durchlässig. Liegt die Peripherie des Fadenvorrats
K wie in Figur 7 dargestellt, so sind die Querschnitte von drei der fünf Löcher 19
teilweise freigelegt. Zwei Löcher sind noch vollständig vom Faden verdeckt.
[0018] Die Figuren 8 - 11 zeigen die Impulse, welche in Abhängigkeit des Füllstandes der
Spule 17 pro Spulenumdrehung gemessen werden können. Ist die Spule 17 vollständig
mit Faden gefüllt, so kann kein Impuls gemessen werden, denn keines der Löcher 19
ist freigelegt.
[0019] Der Betriebszustand der Spule (Stillstand, Vor- oder Rückwärtslauf) kann zu diesem
Zeitpunkt nur anhand der Markierungen 45 in der Peripherie des Flansches 21 und den
Sensoren 47, 49 festgestellt werden. In Figur 9 ist das erste Lochpaar 19" vollständig
freigelegt und es erfolgt bei jeder Spulenumdrehung ein Impuls 51 mit einem Maximum
M. Bei zwei freigelegten Lochpaaren 19 gemäss Figur 10 fallen bereits zwei Impulse
51 pro Umdrehung der Spule 17 an. Ab diesem Moment kann der Betriebszustand der Spule
17, da die geometrische Lage der beiden Lochpaare 19 bekannt ist, auch allein durch
die Impulse 51 bzw. die gegenseitige Abstände a der Maxima M festgestellt werden.
In Figur 11 sind bereits drei Lochpaare 19 ausserhalb des Fadenvorrats und es kann
durch die zwischen dem ersten Durchtreten von Lichtstrahlen durch die einzelnen Lochpaare
19 vergangenen Zeitspanne, den Abstand r der Löcher von der Drehachse und der Umdrehungszahl
der Verlauf des Fadenverbrauchs und damit der Zeitpunkt des Fadenendes errechnet werden.
[0020] Alternativ zu den peripher angebrachten Markierungen 45 zur Messung des Betriebszustandes
können ausserhalb der Peripherie des maximalen Füllstandes Bohrungen 53 angebracht
sein, durch die auch bei maximalem Füllgrad Lichtstrahlen reflektiert werden, anhand
welcher der Betriebszustand der Spule 17 errechnet werden kann (vgl. Figur 7). Vorzugsweise
sind die Abstände der Bohrungen 53 ungleich, um dadurch auch die Drehrichtung der
Spule 17 feststellen zu können.
[0021] Die Ausführungsbeispiele sind vorzugsweise mit einer Vorrichtung, wie sie in der
EP-A2 1 375 725 beschrieben ist, kombiniert. Mit der bekannten Vorrichtung kann der momentane Betriebszustand
der Unterfadenspule 17 (Drehzahl pro Minute und Drehrichtung) gemessen werden. Auf
der Oberfläche des vorderen Flansches 21 sind Markierungen oder Löcher 45 ringförmig
angeordnet. Die Markierungen 45 liegen vorzugsweise ausserhalb der für die Messung
des Fadenvorrats notwendigen Löcher 19. Mit einem Lichtsender 47 und zwei Empfängern
49 wird die Drehrichtung und die Drehgeschwindigkeit der Spule 17 festgestellt.
Eine Auswertelektronik ist mit einem weiteren Sensor verbunden, der die Drehzahl n
0 der Hauptwelle oder des Antriebmotors der Nähmaschine feststellt, um einen erfassten
Stillstand der Unterfadenspule 17 bei Nähunterbruch (Stillstand der Nähmaschine) nicht
unrichtig als Fadenbruch oder Fadenende zu deuten.
Aus oben gewonnenen Messwerten lässt sich exakt nebst dem momentanen Füllgrad der
Unterfadenspule 17 (Restfadenmenge) auch der Zeitpunkt des Fadenendes errechnen. Erscheint
nämlich pro Umdrehung der Unterfadenspule 17 kein reflektierter Lichtstrahl auf dem
Empfänger 39, so ist der Fadenvorrat oberhalb des detektierbaren Bereichs, d.h. die
Spule 17 ist annähernd voll. Je mehr Reflektionen pro Umdrehungen gemessen oder je
grösser die empfangene Lichtmenge werden, umso kleiner ist der Vorrat. Werden gemäss
Beispiel fünf Reflektionen pro Umdrehung gemessen, so nähert sich der Zeitpunkt des
Fadenendes, denn hinter keinem der Löcher 19 befindet sich Faden, der eine Reflektion
der Lichtstrahlen verhindert. Mit den Messwerten, nämlich Drehzahl der Unterfadenspule
17 und Abnahme des Durchmessers der Fadenpackung auf der Unterfadenspule 17 pro Zeiteinheit,
kann die Fadendicke und damit die Restfadenmenge in Metern bestimmt werden. Aus der
Restfadenmenge lässt sich auch die Anzahl der Stiche bzw. die Länge der Naht bestimmen,
die noch mit der Restfadenmenge genäht werden kann.
Die Kenntnis der Fadendicke erlaubt weiter das automatische Anpassen der Oberfadenspannung,
mit welcher die Lage des Knotens von Ober- und Unterfaden innerhalb des Nähguts eingestellt
werden kann.
Die Messwerte erlauben es folglich auch, den Fadenverbrauch pro Zeiteinheit bzw. pro
Stich zu errechnen. Ist der Fadenverbrauch pro Stich grösser als ein gespeicherter
Sollwert, so liegen entweder die Knoten zwischen Ober- und Unterfaden zu nahe der
Nähgutoberfläche oder das Verhältnis zu Stoffvorschub und Stichzahl entspricht nicht
dem Sollwert. Es kann folglich mit der Abweichung des Fadenverbrauchs pro Stich vom
Sollwert entweder der Nähgutvorschub des Transporteurs gesteuert und/oder, falls der
Transporteur ausser Eingriff mit dem Nähgut steht, die Stichzahl pro Zeiteinheit erhöht
oder reduziert werden, um die Stichlänge konstant zu halten.
[0022] Zur Erhöhung der Genauigkeit der Messdaten kann anstelle der Impulse, welche von
einem Loch generiert werden, zusätzlich die Intensität, d.h. die prozentuale Querschnittsfläche
des Lochs, die bereits freigegeben worden ist, gemessen und in die Rechnung einbezogen
werden. Dies bedeutet, dass nicht nur die Anzahl der Impulse pro Umdrehung der Spule,
sondern zusätzlich der Impulspegel jedes Lochs in jeder Umdrehung detektiert wird.
[0023] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung sind die Lichtquelle 35 und der
Lichtempfänger 39 in einem gemeinsamen Gehäuse 55 nebeneinander eingesetzt, welches
am Deckel 13, der gelenkig mit dem Unterarm 5 der Nähmaschine verbunden ist, aufgesetzt
ist (vgl. Figur 5). Diese Anordnung ermöglicht es, diese Elemente ohne zusätzliche
Haltevorrichtungen und damit auch ohne weitere Kosten an den bestehenden Teilen (d.h.
am Deckel 13) der Nähmaschine 1 anzubringen und beim Öffnen des Deckels 13 den Zugang
zur Unterfadenspule 17 und zu diesen Elementen freizulegen. Auch können so die vorzugsweise
vor der Lichtquelle 35 und dem Lichtempfänger 39 aufgesetzten Linsen leicht von Flusen
befreit werden.
Die Lichtquellen und Lichtempfänger können auch hinter der Spule 17 angeordnet sein
(bei vertikaler Spulenachse unter der Spule).
Die Lichtquellen können auch vor und die Lichtempfänger hinter der Spule 17 angeordnet
sein. Das Licht geht ohne Reflektion durch beide Spulenflansche hindurch oder es wird
unterbrochen, wenn der Fadenvorrat den Weg versperrt.
1. Näh- oder Stickmaschine (1) mit einem von einem Antriebsmotor antreibbaren Greifer
(15) und mit einer im Greifer (15) drehbar gelagerten Unterfadenspule (17) zur Aufnahme
eines Unterfadenvorrats (37) mit einem Dorn und an den Dornenden aufgesetzten ringförmigen
Flanschen (21,22), von denen mindestens einer der Flansche (21) mit einer Mehrzahl
von Löchern (19) durchsetzt ist, und mit einer axial vor oder hinter der Unterfadenspule
(17) angeordneten Lichtquelle (35) und einem vor oder hinter der Unterfadenspule (17)
angeordneten Lichtempfänger (39) zum Empfangen der von der Lichtquelle (35) emittierten
Lichtstrahlen sowie eine Rechen- und Steuereinheit zur Verarbeitung des vom Lichtempfänger
(39) gelieferten Empfangssignals,
dadurch gekennzeichnet, dass
die bezüglich der Drehachse (A) der Unterfadenspule (17) radial aussen liegenden Scheitel
(S') der Löcher (19) im Flansch (21) der Unterfadenspule (17) unterschiedliche Abstände
zur Drehachse (A) aufweisen.
2. Näh- oder Stickmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zentren der Löcher (19) oder die aussen liegenden Scheitel (S") der Löcher (19)
entlang einer zur Drehachse (A) der Spule (17) spiralförmig verlaufenden Linie (L')
angeordnet sind.
3. Näh- oder Stickmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Löcher (19) auf einer Sehne angeordnet sind.
4. Näh- oder Stickmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass je paarweise benachbart auf gemeinsamen Teilkreisen liegende Löcher (19) angeordnet
sind.
5. Näh- oder Stickmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtstrahlen (36) der Lichtquelle (35) achsparallel zur Drehachse (A) auf die
Unterfadenspule (17) gerichtet sind.
6. Näh- oder Stickmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtstrahlen (36) der Lichtquelle (35) in einem spitzen Winkel zur Drehachse
(A) auf die Unterfadenspule (17) gerichtet sind.
7. Näh- oder Stickmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Löcher (19) unterschiedliche Durchmesser (D) aufweisen und auf einem gemeinsamen
Teilkreis (T) angeordnet sind.
8. Näh- oder Stickmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass alle Löcher (19) den gleichen Durchmesser aufweisen.
9. Verwendung der Vorrichtung nach Anspruch 1 zum Errechnen der Restfadenmenge, der Fadendicke,
des Fadenverbrauchs pro Zeiteinheit und/oder pro Stich.