TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reinigung und insbesondere zur
Wiederverwertung von Streichfarbenresten in einer Papiermaschine und/oder einer Streichmaschine
für Papiere. Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung eine Vorrichtung zur Durchführung
eines solchen Verfahrens.
STAND DER TECHNIK
[0002] Bei der Herstellung von gestrichenen Papieren unterschiedlicher Qualitäten auf einer
Streichmaschine oder auf einer Papiermaschine mit Streicheinheiten müssen beim Streichfarbenwechsel
die einzelnen Coaterkreisläufe vollständig entleert und gespült werden, um Vermischungen
der Streichfarben zu vermeiden. Diese nicht mehr genutzten Streichfarben werden als
Streichfarbenreste bezeichnet. Der Feststoffgehalt dieser Streichfarbenreste kann
zwischen 0,5 und 70 % Trockensubstanz (TS) schwanken.
[0003] Lang bekannter Stand der Technik ist es, die unverdünnten Streichfarbenreste zu sammeln
und anteilig der Produktion, d.h. normalerweise dem gleichen Streichfarbenzyklus mit
der gleichen oder wenigstens ähnlichen Streichfarbenformulierung, wieder zuzuführen,
während die Spülwässer, die auch Anteile an Verunreinigungen enthalten können, entsorgt
werden. Dadurch treten erhebliche Rohstoffverluste und Entsorgungskosten auf. Darüber
hinaus kann die Qualität des daraus gefertigten Papiers negativ beeinflusst werden,
insbesondere wenn stark unterschiedliche Streichfarbenzusammensetzungen verwendet
werden.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0004] Der Erfindung liegt demnach die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes und flexibles
Verfahren zur Wiederverwertung von Streichfarbenreste in einer Papiermaschine mit
einer Streicheinheit und/oder einer Streichmaschine für Papiere vorzuschlagen.
[0005] Die Lösung dieser Aufgabe wird dadurch erreicht, dass die Streichfarbenreste gesammelt,
bevorzugt gereinigt z.B. durch Filtration, und anschliessend einem Mahlprozess unterzogen
werden, bevor sie der Papiermaschine und/oder der Streichmaschine zur Verwendung in
Streichprozessen wieder zugeführt werden.
[0006] Der Kern der Erfindung besteht somit darin, die bei den Streichfarbenresten möglichen
Agglomerate, Verunreinigungen etc., welche bei einer Rückführung der Streichfarben
ohne Zwischenverarbeitung normalerweise anfallen, aus den Streichfarbenresten zu entfernen,
indem wenigstens ein Mahlprozess verwendet wird. So kann die Beschichtung von Papier
unter Verwendung von so aufgearbeiteten Streichfarbenresten mit wesentlich höherer
Qualität gewährleistet werden. Zudem ergibt sich die Möglichkeit, Streichfarbenreste
aus unterschiedlich formulierten Streichfarben zusammenzuführen und in einem zentralen
Prozess aufzubereiten. Die Streichfarbenreste werden gewissermassen homogenisiert
und können anschliessend wiederum Streicheinheiten mit unterschiedlichen Streichrezepturenzugeführt
werden, ohne dass dabei aufgrund unterschiedlicher Qualitäten Probleme auftreten.
So können alle Streichfarbenreste ohne Qualitätsbeeinflussung der daraus herzustellenden
Papiere wieder verwendet werden und dadurch Rohstoffkosten, Energiekosten, Transportkosten
und Deponiekosten gesenkt werden.
[0007] Um sicherzustellen, dass beim Mahlprozess die Partikel auf eine für die anschliessende
Verwendung als Streichfarben genügende Verteilung gebracht werden, wird gemäss einer
ersten Ausführungsform die Mahlung so eingestellt, dass 50-90% der bei der Mahlung
resultierenden Partikel kleiner als 2µm sind. So kann der Streichfarbenrest für eine
breite Palette von unterschiedlichen Strichen wieder verwendet werden. Selbstverständlich
ist es auch möglich, den Mahlprozess auf spezifische Bedürfnisse einzustellen. So
kann beispielsweise für eine Wiederverwendung für matte Striche (normalerweise zwischen
<60 % nach TAPPI 75deg und/oder <30% nach DIN 75deg) der Mahlgrad eingestellt werden,
so dass 50-70% der bei der Mahlung resultierenden Partikel kleiner als 2µm sind.
[0008] Alternativ ist es möglich, für eine Wiederverwendung für glänzende Striche (normalerweise
> 60 % nach TAPPI 75deg und/oder >30 %,nach DIN 75deg) den Mahlgrad einzustellen,
so dass 80-90% der bei der Mahlung resultierenden Partikel kleiner als 2µm sind.
[0009] Das Verfahren kann gemäss einer weiteren Ausführungsform der Erfindung Anwendung
finden, wenn Streichfarbenreste aus dem kontinuierlichem Betrieb der Papiermaschine
und/oder der Streichmaschine, insbesondere bevorzugt aus verschiedenen Streicheinheiten,
handelt, rückgeführt werden sollen. Insbesondere bevorzugt kann es dann angewendet
werden, wenn es sich bei den Streichfarbenresten um bei Streichfarbenwechsel oder
Revision o.ä. aus Streicheinheiten (der Papiermaschine und/oder der Streichmaschine)
anfallende Entleerungsströme und Spülwässer handelt. Ganz besonders vorteilhaft ist
das Verfahren dann, wenn es sich bei den Streichfarbenresten um bei Streichfarbenwechsel
aus unterschiedlichen Streicheinheiten mit unterschiedlich formulierten Streichfarben
anfallende Entleerungsströme und Spülwässer handelt.
[0010] Ganz besonders geeignet ist das Verfahren dann, wenn die Strichformulierung umgestellt
werden soll, da es die vorgeschlagene Aufbereitung erlaubt, die Korngrösse des aufbereiteten
Materials auf jene des neuen Striches anzupassen, wobei sämtliche Abwässer und Spülwässer
aus den alten Formulierungen verwendet und rückgeführt werden können. Die insbesondere
bei solchen Umstellungen zu erwartenden Einsparungen sind enorm.
[0011] Insbesondere wenn auch Entleerungsströme und/oder Spülwässer aus Streicheinheiten
verarbeitet werden sollen, erweist es sich als vorteilhaft, gemäss einer weiteren
bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens die Streichfarbenreste vor dem Mahlprozess
mit wenigstens einem Flockungsmittel und/oder einem Entwässerungsbeschleuniger zu
versetzen. Es kann sich dabei bevorzugt um Polymere, insbesondere ausgewählt aus der
Gruppe der Polyacrylamide, der Polyethylenimine, der Polyamine, oder Derivate respektive
Mischungen davon handeln. Dieser Schritt wird üblicherweise gefolgt durch einen Schritt,
in welchem vor dem Mahlprozess aufkonzentriert wird. Dies insbesondere bevorzugt auf
einen Feststoffanteil im Bereich von 15 - 25 % Trockensubstanz. Die Aufkonzentration
kann durch Sedimentation, Hydrocyclon, Bandpressen, Microfiltration, thermische Trocknung,
Zentrifugieren, in einem Dekanter oder durch eine Kombination respektive Sequenz dieser
Verfahren respektive Vorrichtungen erfolgen.
[0012] Die aufkonzentrierten Streichfarbenreste werden, wie bereits erläutert, zur gezielten
Korngrösseneinstellung und zur Reduzierung der sichtbaren Verunreinigungen einem Mahlprozess
unterzogen.
[0013] Da bei gewissen Pigmenten beim Mahlprozess das Verklumpen des Mahlgutes und die Bildung
von Wandablagerungen in der Mühle problematisch sein können, kann es sich als vorteilhaft
erweisen, den Streichfarbenresten vor dem Mahlprozess Dispergiermittel und/oder Mahlhilfsmittel
zuzugeben. Dabei handelt es sich zum Beispiel um anionische, niedermolekulare Pigmentdispergatoren,
Natriumsilikate, Triisopropanolamin, Kieselhydrogel, Natriumpolyacrylate oder Kombinationen
davon.
[0014] Gemäss einer anderen bevorzugten Ausführungsform werden die Streichfarbenreste, wie
bereits erwähnt, in einem ersten Schritt gereinigt, bevorzugt gesiebt, um grobe Verunreinigungen
respektive Agglomerate auszusondern. Dies beispielsweise mittels eines Vibrationssiebes.
In der Praxis erweist es sich als sinnvoll, mit einer Maschenweite von im Bereich
50-100 µm, bevorzugt im Bereich von 60-80 µm zu arbeiten. Beispielsweise kann konkret
eine Maschenweite von 63 µm verwendet werden.
[0015] Der Mahlprozess kann in unterschiedlichen Vorrichtungen, welche solche Aufschlämmungen
verkleinern können, durchgeführt werden beispielsweise ist es möglich, eine Rohrmühle,
eine Walzenstuhle, einen Hochdruckhomogenisator, eine Kolloidmühle, einen Kneter,
eine Kugelmühle, oder einen Mazerator zu verwenden. Auch Kombinationen davon respektive
Sequenzen (Kaskaden) unterschiedlicher oder gleicher solcher Vorrichtungen sind möglich.
[0016] Um die Rückführung der Streichfarbenreste nach dem Mahlprozess optimal an die Bedürfnisse
der nachgeschalteten Streicheinheiten anzupassen, erweist es sich gemäss einer weiteren
Ausführungsform der Erfindung als insbesondere vorteilhaft, wenn die dem Mahlprozess
unterzogenen Streichfarbenreste aufkonzentriert werden. Dies beispielsweise, indem
sie mit wenigstens einem Flockungsmittel und/oder einem Entwässerungsbeschleuniger
versetzt werden. Dabei kann es sich um Polymere, insbesondere ausgewählt aus der Gruppe
der Polyacrylamide, der Polyethylenimine, der Polyamine, oder Derivate respektive
Mischungen davon handeln. Die Streichfarbenreste werden bevorzugtermassen nach einer
solchen Zugabe von Flockungsmittel und/oder Entwässerungsbeschleuniger aufkonzentriert,
insbesondere bevorzugt auf einen Feststoffanteil im Bereich von 50-70 % Trockensubstanz.
Die Aufkonzentration kann durch Sedimentation, Hydrocyclon, Bandpressen, Microfiltration,
thermische Trocknung, Zentrifugieren, in einem Dekanter oder durch eine Kombination
respektive Sequenz (Kaskade) dieser Verfahren erfolgen.
[0017] Grundsätzlich kann es in jedem der bereits genannten oder in der Folge angeführten
Verfahrensschritte zur Einstellung des jeweiligen Verfahrensschrittes erforderlich
sein, die Bedingungen hinsichtlich Anteil Trockensubstanz, Viskosität etc. einzustellen.
Entsprechend wird gemäss einer weiteren Ausführungsform der Erfindung vorgeschlagen,
den Feststoffanteil über die Zuführung von Frischwasser einzustellen. Auch ist es
möglich, Überschüsse direkt ans Abwasser abzuführen.
[0018] Wie bereits erwähnt, ist das Verfahren insbesondere dann von Vorteil, wenn die gemahlenen
und gegebenenfalls aufkonzentrierten Streichfarbenreste in ggf. unterschiedliche Streichfarbenkreisläufe
mit unterschiedlich formulierten Streichfarben zurückgeführt werden sollen, respektive
zur Herstellung von Streichfarbe für ggf. unterschiedliche Streichfarbenkreisläufe
mit unterschiedlich formulierten Streichfarben verwendet werden sollen. Die rückgeführten
Streichfarbenreste werden dabei typischerweise nicht als alleinige Komponente verwendet,
sondern die gemahlenen und meist aufkonzentrierten Streichfarbenreste werden bei der
Herstellung von frischen Streichfarben als Teil der Rezeptur in einem Anteil von 1-50%,
insbesondere bevorzugt in einem Anteil von 20-30%, insbesondere als Pigmentersatz,
beigefügt.
[0019] Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung eine Vorrichtung zur Durchführung eines
Verfahrens, wie es oben beschrieben wurde. Die Vorrichtung verfügt über eine eine
Sammelgrube, in welcher die Streichfarbenreste gesammelt werden. Optional verfügt
sie nachgeschaltet über Mittel zur Siebung, bevorzugt in Form wenigstens eines Vibrationssiebes.
Ebenfalls optional verfügt sie, vor oder nach diesem Mittel zur Siebung, über Mittel
zur Entwässerung respektive Flockung, bevorzugt in Form einer Flockungskaskade, in
welcher die Streichfarbenreste mit Flockungsmittel (oder Entwässerungsmittel oder
ähnliches) versetzt werden. Diese Einheit wird gefolgt von oder ist integriert mit
Mitteln zur Aufkonzentration. Dies beispielsweise in Form einer Einheit zur Sedimentation,
Zentrifuge, Dekanter o.ä.. Auf jeden Fall verfügt die Vorrichtung über eine Mühle,
insbesondere bevorzugt in Form einer Rohrmühle, einer Walzenstuhle, einem Hochdruckhomogenisator,
einer Kolloidmühle, einem Kneter, einer Kugelmühle, einem Mazerator oder einer Kombination
respektive Kaskade davon. Wiederum optional folgen darauf Mittel zur Entwässerung
respektive Flockung, bevorzugt in Form einer Mischstation für Entwässerungsbeschleuniger,
in welcher die Streichfarbenreste mit Entwässerungsmittel versetzt werden, gefolgt
oder integriert mit Mitteln zur Aufkonzentration bevorzugt in Form eines Dekanters.
Danach sind Mittel zur Verteilung der recyclierten Streichfarbenreste auf insbesondere
bevorzugt unterschiedliche Streicheinheiten respektive auf deren Formulierungseinheiten
angeordnet.
[0020] Weitere bevorzugte Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.
KURZE ERLÄUTERUNG DER FIGUR
[0021] Die Erfindung soll nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen im Zusammenhang mit
der Zeichnung näher erläutert werden. Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung
einer Anlage zur Streichfarbenaufbereitung nach der Erfindung, wobei a) den ersten
Abschnitt bis unmittelbar vor Einleitung in den Mazerator darstellt, und b) den zweiten
Abschnitt mit Mazerator und Abschlussbehandlung der aufgearbeiteten Streichfarbenreste.
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0022] Das hier vorgeschlagene Verfahren, respektive die dafür geeignete Vorrichtung, zeichnet
sich dadurch aus, dass alle Streichfarbenreste gesammelt und gemischt werden, mit
Flockungsmitteln versetzt und auf einen einheitlichen Feststoffgehalt aufkonzentriert
werden. Als Flockungsmittel können sowohl anorganische als auch organische Flockungsmittel
zum Einsatz kommen. Besonders geeignet sind Polymere, wie z.B. Polyacrylamide, Polyethylenimine,
Polyamine. Die Aufkonzentration kann z.B. durch Sedimentation, Hydrozyclon, Bandpressen,
Microfiltration, thermische Trocknung oder Zentrifugieren erfolgen. Das aufkonzentrierte
Gemenge wird danach unter Zusatz von speziellen Mahlhilfsmitteln auf eine definierte
Korngrösse vermahlen. Dafür können Rohrmühlen, Walzenstuhle, Hochdruckhomogenisatoren,
Kolloidmühlen, Kneter oder vorzugsweise Kugelmühlen verwendet werden.
[0023] Damit werden Agglomerationen zerstört und die Feinschmutzbestandteile soweit zerkleinert,
dass sie visuell nicht mehr wahrgenommen und zu keiner Beschädigung des Streichblades
oder der Streichfarbenoberfläche auf dem Papier führen können.
[0024] Nach der Mahlung erfolgt eine weitere Aufkonzentration wie bereits oben beschrieben.
Dadurch kann der für die Streichmasse erforderliche Trockengehalt eingestellt werden,
der in der Regel höher als 50 % TS sein sollte.
[0025] Der Vorteil des Verfahrens ist unter anderem, dass durch die spezielle Vermahlung
die Streichfarbenreste einschliesslich der Feinschmutzfraktion exakt den Bedürfnissen
der neuen Streichfarbe angepasst werden und damit unabhängig von der Zusammensetzung
der Ausgangsstreichfarben die Porenstruktur des neuen Striches eingestellt werden
kann.
[0026] In Figur 1 wird eine Vorrichtung dargestellt, welche die Durchführung eines solchen
Verfahrens ermöglicht. Dabei zeigt Figur 1a) den ersten Abschnitt dieser Vorrichtung
bis kurz vor der Mühle, und Figur 1b) den abschliessenden zweiten Abschnitt. Die beiden
Abschnitte sind direkt miteinander verbunden, und der Prozess verläuft beginnend in
Figur 1 a) am linken Rand nach rechts, bis zum rechten Rand der Figur 1 a). Der rechte
Rand der Figur 1a) schliesst unmittelbar an an den linken Rand der Figur 1b) und das
Verfahren geht weiter zum rechten Rand der Figur 1b).
[0027] Die Vorrichtung verfügt zunächst beim Eintritt über eine Sammelgrube 1. In diese
Sammelgrube 1 können die Streichfarben-Abwässer 3 verschiedener Offline-Streichmaschinen
sowie die Streichfarben-Abwässer 4 verschiedener Online-Streichaggregate eingeleitet
werden. Zudem ist es möglich, die Streichfarben-Abwässer 5 der Streichfarbenaufbereitung
einzuleiten. Gleichermassen ist es möglich, zudem die Streichfarben-Abwässer 6 der
Pigmentaufbereitung in diese Sammelgrube 1 abzuführen.
[0028] Typischerweise fallen dabei bei grösseren Papiermaschinen und Streichmaschinen mehrere
1000 1 pro Stunde allein aus den Streichmaschine und den Papiermaschinen an. Der Feststoffanteil
beträgt bei den Streichfarben-Abwässern der Papiermaschine zum Beispiel im Bereich
von circa 10-100 kg/h otro, bei den Streichfarben Abwässern der Streichmaschine circa
10-20 kg/h otro, bei den Streichfarben-Abwässern der Streichfarbenaufbereitung circa
10-20 kg/h otro und bei den Streichfarben-Abwässern der Pigmentaufbereitung circa
100 kg/h otro. Es handelt sich also um ein Gemisch mit äusserst unterschiedlichem
Feststoffgehalt.
[0029] Bei einem Sortenwechsel ändert sich der Feststoffanteil der individuellen Einträge,
der Feststoffanteil ist wiederum sehr unterschiedlich für die unterschiedlichen Einträge.
Zur Kontrolle der Verhältnisse in der Sammelgrube wird zusätzlich die Möglichkeit
vorgesehen, Biozid 2 einzubringen. Dabei handelt es sich um Stoffe, die Bakterien
oder Mikroorganismen töten bzw. in ihrer Wirkung beeinträchtigen. Ausserdem sind Überwachungsanlagen
vorgesehen, namentlich ist eine Niveaumesseinrichtung LSH/LSL vorgesehen. Zudem sind
einzelne Leitungen über pneumatische Ventile 12 regulierbar.
[0030] In der Sammelgrube 1 werden die einzelnen Einträge mit einem Rührwerk gerührt und
zwischengelagert. Die Sammelgrube 1 verfügt über einen Inhalt von 6000 l.
[0031] Über eine Zentrifugalpumpe 10 werden aus der Sammelgrube 1 die Streichfarbenreste
über eine Leitung 16 einem ersten Verfahrensschritt zugeführt, nämlich zwei parallel
angeordneten Vibrationssieben 14 und 15. Diese verfügen über Siebgewebe einer Maschenweite
von 63 µm, und sind mit einem Unwuchtantrieb sowie mit Frequenzumrichtern SIC und
mit einer Überfüll-Sicherheitseinrichtung LSHA versehen.
[0032] Die groben Anteile mit Partikelgrössen, welche grösser sind als die Maschenweite,
werden in den Vorrichtungen 14 und 15 zurückgehalten respektive ausgesondert. Sie
werden in den Schmutzcontainer 13 entsorgt. Die beiden Vibrationssiebe verfügen zur
Einstellung des Prozesses und zum Spülen über Anschlüsse an ein Frischwassernetz 7.
[0033] Die gesiebten Streichfarbenreste werden über eine Leitung 18 einem Transferbehälter
17 zugeführt, in welchem die Streichfarbenreste mit einem Rührwerk 19 gerührt werden.
Der Transferbehälter 17 verfügt über ein Volumen von 18m
3 und ist ebenfalls mit einem Frequenzumrichter SIC, mit einer Niveaumesseinrichtung
LISHL und mit einer Überfüll-Sicherheitseinrichtung LSHA ausgestattet. Der Transferbehälter
17 verfügt einerseits über einen Ausgang, mit welchem notfalls Streichfarbenreste
direkt an ein Abwassersammelsystem 11 übergeben werden können, insbesondere verfügt
er aber über einen Ausgang zur Leitung 22, welche zur nächsten Stufe im Verfahren
führt.
[0034] Die Streichfarbenreste werden in dieser Leitung 22 über eine volumetrische Pumpe
21 gefördert. Gegebenenfalls ist die Zugabe von Frischwasser 20 zur Einstellung von
Feststoffgehalt respektive Viskosität möglich. Weiterhin ist in der Leitung 22 eine
automatische Durchfluss-Dichtemesseinrichtung FIQ-DIC zur Kontrolle des Prozesses
vorgesehen.
[0035] In der nächsten Stufe, welche durch eine Flockungskaskade 23 mit nachgeschalteter
Sedimentationsanlage (Sediflottbehälter) 27 gebildet wird, findet eine Aufkonzentration
der Streichfarbenreste statt. Zunächst wird Flockungsmittel 24 in einer Verdünnungsstation
25, welche über einen Rohrleitungsmischer 26 verfügt, zur geeigneten Konzentration
aufgemischt, wobei Frischwasser von der Leitung 7 verwendet wird. Flockungsmittel
(Koagulantien) sind Stoffe, durch deren Zusatz die Koagulation kollodial gelöster
oder sehr fein verteilter ungelöster Stoffe gefördert wird. Als Flockungsmittel werden
z.B. Kalziumhydroxid, Eisen(II)- und Aluminiumsalze verwendet. Besonders geeignet
sind, wie bereits erwähnt, aber auch Polymere, wie z.B. Polyacrylamide, Polyethylenimine,
Polyamine.
[0036] In der Flockungskaskade 23 findet die eigentliche Flockung nach Beimischung des Flockungmittels
24 statt. Die Flockungskaskade verfügt über zwei Stufen mit je 1500 1 Inhalt. In jeder
Stufe ist eine Rührwerk angeordnet. Bei der Flockung handelt es sich um ein Verfahren
zur Aufbereitung und Reinigung, bei dem feinstverteilte (kolloidale) Substanzen durch
Zugabe des Flockungsmittels in grössere "Flocken" überführt werden (Agglomeration).
Durch das Ausflocken und die dadurch geänderten physikalischen Bedingungen (grössere
Teilchen) findet eine schnellere Sedimentation statt, wodurch dann eine Fest-Flüssig-Trennung
möglich wird. Die Auswahl des Flockungsmittels und bei Bedarf auch Flockungshilfsmittels
erfolgt in Abhängigkeit der abzutrennenden Substanzen.
[0037] Unmittelbar angeschlossen an die Flockungskaskade 23 folgt die bereits genannte Sedimentationsanlage
27. In diesem werden die festen Bestandteile sedimentiert, und es findet eine Aufkonzentration
statt. Der Behälter 27 verfügt über 15m
3 Inhalt.
[0038] Der Ausgang der Sedimentationsanlage 27 verfügt über eine Einleitung von Frischwasser
20, welche über eine Dosierstation 28 verfügt. Die folgende Leitung 30 zum Vorratsbehälter
31 verfügt über eine volumetrische Pumpe, mit welcher die Streichfarbenreste gefördert
werden. Auch in dieser Leitung 30 ist eine automatische Durchfluss-Dichtemesseinrichtung
FIQ-DIC zur Kontrolle des Prozesses vorgesehen.
[0039] Der Vorratsbehälter 31 dient der Pufferung respektive der Zwischenlagerung und verfügt
über ein Volumen von 18m
3. Er ist darauf ausgelegt, die eingedickten Streichfarbenreste aufzunehmen. Sein Ausgang
ist wiederum mit der Möglichkeit ausgerüstet, Frischwasser 20 einzuleiten, und die
anfolgende Leitung 33 führt zur eigentlichen Mühle 34 (vergleiche Figur 1b), welche
in diesem Fall als Kugelmühle 34 (Mazerator) mit einem Mahlraumvolumen von 220 1 und
mit einem Mahlgutvolumen von 100 1 ausgebildet ist, wobei z.B. ein Satz von Trinex-Scheiben
(Netzsch, DE) mit Spaltrohr-System Anwendung findet. Mazeratoren sind Apparate zur
Zerkleinerung, Homogenisieren und Dispergieren fliessfähiger Flüssig-/Feststoffgemische.
Der Mahlgrad kann in einem Bereich von 2 - 40 µm eingestellt werden.
[0040] Der Ausgang der Kugelmühle 34 wird über eine Leitung 36 einem Zwischenbehälter 35
zugeführt. Diesem kann unter Rühren wiederum Frischwasser 20 zugeführt werden. Aus
diesem Zwischenbehälter 35 werden die nun gemahlenen Streichfarbenreste über eine
Leitung 47, deren Inhalt über die volumetrische Pumpe 37 angetrieben wird, einer nächsten
Aufkonzentration zugeführt.
[0041] Diese Aufkonzentration findet in einem Dekanter 40 statt. Zunächst wird dafür Entwässerungsbeschleuniger
38, welcher in einer Verdünnungsstation 39 auf die korrekte Konzentration gebracht
wurde, den Streichfarbenresten beigemischt und dieses Gemisch wird dem Dekanter 40
zugeführt.
[0042] Ein Dekanter, auch Vollmantelschneckenzentrifuge genannt, dient in der Aufbereitung
zum Eindicken. Er funktioniert nach dem Prinzip der Röhrenzentrifugen, besitzt aber
im Ggs. zu diesen eine Schnecke, die sich mit einer geringen Differenzdrehfrequenz
zur Trommel dreht und dabei kontinuierlich die abgetrennten Feststoffe von der Zentrifugentrommel
abschert und aus der Trennzone entfernt. Dadurch werden Betriebsunterbrechungen, die
bei den konventionellen Röhrenzentrifugen durch Demontage und Reinigung der Trommel
bedingt sind, vermieden. Bauartbedingt sind Dekanter relativ langsame Zentrifugen,
daher liegt der Trennschnitt bei >2 µm bei kleinen Durchsätzen. Bei hohen Durchsätzen
(bis zu 140 m
3/h) wird dem Zulauf häufig Flockungsmittel zudosiert um eine ausreichende Abscheidung
(Gesamtabscheidegrad η = 0,95-0,98) zu erzielen. Als Entwässerungshilfsmittel respektive
Retentionshilfsmittel können kationische / anionische Polymere verwendet werden. Die
Wirkung eines Retentionsmittels beruht auf der Flockung der festen Inhaltsstoffe einer
Stoffsuspension. Fein- und Füllstoffe werden in das Gefüge eingebunden die Entwässerung
durch eine optimale Flockenstruktur verbessert.
[0043] Auf den Dekanter 40 folgt ein Dispergierbehälter 45, welcher einerseits mit Dispergiermittel
44, welches mit einer Dosierstation 41 geregelt wird, beaufschlagt wird, und welcher
andererseits mit Natronlauge 43 zur Einstellung des pH Wertes, ebenfalls mit einer
Dosierstation 42 geregelt, beaufschlagt wird. Der Dispergierbehälter 45 hat einen
Inhalt von 500 1 und verfügt über ein Rührwerk sowie über eine elektronische Wiegeeinrichtung
WIQ.
[0044] Im Dekanter 40 und dem folgenden Dispergierbehälter 45 wird der Feststoffanteil auf
circa 50% gebracht. Die so erhaltenen aufgearbeiteten Streichfarbenreste werden über
die Leitung 48 einem Vorratsbehälter 46 zugeführt, wo gegebenenfalls wiederum über
Frischwasser der Feststoffanteil eingestellt werden kann. Über eine nachgeschaltete
Dosierstation 50 kann die aufgearbeitete Streichfarbe nun als Rezepturkomponente den
frischen Streichfarben für die verschiedenen Streichaggregatezudosiert werden.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0045]
- 1
- Sammelgrube
- 2
- Biozid
- 3
- Abwasser Streichmaschine
- 4
- Abwasser Papiermaschine
- 5
- Abwasser Streichfarbenaufbereitung
- 6
- Abwasser Pigmentaufbereitung
- 7
- Frischwasser
- 8
- Druckluft
- 9
- zu Sedimentationsbehältem
- 10
- Zentrifugalpumpe
- 11
- Abwassersammelsystem
- 12
- pneumatisches Ventil
- 13
- Schmutzcontainer
- 14,15
- Vibrationssieb
- 16
- Leitung zu 14 respektive 15
- 17
- Transferbehälter
- 18
- Leitung zu 17
- 19
- Rührwerk
- 20
- Frischwasser
- 21
- volumetrische Pumpe
- 22
- Leitung zu 23
- 23
- Flockungskaskade
- 24
- Flockungsmittel
- 25
- Verdünnungsstation für Flockungsmittel
- 26
- Rohrleitungsmischer
- 27
- Sedimentationsanlage, Sediflottbehälter
- 28
- Dosierstation für Frischwasser
- 29
- volumetrische Pumpe
- 30
- Leitung zu 31
- 31
- Vorratsbehälter
- 32
- Automatische Durchfluss-/Dichtemesseinrichtung
- 33
- Leitung zu 34
- 34
- Kugelmühle, Mazerator, Mühle
- 35
- Zwischenbehälter
- 36
- Leitung zu 35
- 37
- volumetrische Pumpe
- 38
- Entwässerungsbeschleuniger
- 39
- Verdünnungsstation für Entwässerungsbeschleuniger
- 40
- Dekanter
- 41
- Dosierstation für Dispergiermittel
- 42
- Dosierstation für Natronlauge
- 43
- Natronlauge
- 44
- Dispergiermittel
- 45
- Dispergierbehälter
- 46
- Vorratsbehälter
- 47
- Leitung zu 40
- 48
- Leitung zu 46
- 49
- volumetrische Pumpe
- 50
- Dosierstation
- 51
- Leitungen zu Dosiermaschinen
- LSH/LSL/LISHL
- Niveaumesseinrichtungen
- SIC
- Frequenzumrichter
- LSHA
- Überfüll-Sicherheitseinrichtung
- FIQ-DIC
- Massedurchflussmesser
- FI
- Rotameter
- LIC
- pneumatisches Absperrventil
- FCV
- pneumatisches Durchflussregelventil
1. Verfahren zur Reinigung und Wiederverwertung von Streichfarbenresten in einer Papiermaschine
und/oder einer Streichmaschine für Papiere, bei welchem Streichfarbenreste gesammelt
und anschliessend einem Mahlprozess unterzogen werden, bevor sie der Papiermaschine
und/oder der Streichmaschine zur Verwendung in Streichprozessen wieder zugeführt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich von 50-90% der bei der Mahlung resultierenden Partikel kleiner als 2µm
sind.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass für eine Wiederverwendung für matte Striche der Mahlgrad eingestellt wird, so dass
50-70% der bei der Mahlung resultierenden Partikel kleiner als 2µm sind.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass für eine Wiederverwendung für glänzende Striche der Mahlgrad eingestellt wird, so
dass 80-90% der bei der Mahlung resultierenden Partikel kleiner als 2µm sind.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei den Streichfarbenresten um bei kontinuierlichem Betrieb der Papiermaschine
und/oder der Streichmaschine anfallende Streichfarbenreste, insbesondere bevorzugt
aus verschiedenen Streicheinheiten, handelt.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei den Streichfarbenresten um bei Streichfarbenwechsel aus Streicheinheiten
anfallende Entleerungsströme und Spülwässer handelt.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei den Streichfarbenresten um bei Streichfarbenwechsel aus unterschiedlichen
Streicheinheiten mit unterschiedlich formulierten Streichfarben anfallende Entleerungsströme
und Spülwässer handelt.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Streichfarbenreste vor dem Mahlprozess mit wenigstens einem Flockungsmittel und/oder
einem Entwässerungsbeschleuniger versetzt werden, wobei es sich dabei bevorzugt um
Polymere, insbesondere ausgewählt aus der Gruppe der Polyacrylamide, der Polyethylenimine,
der Polyamine, oder Derivate respektive Mischungen davon handelt.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Streichfarbenreste nach Zugabe von Flockungsmittel respektive Entwässerungsbeschleuniger
und vor dem Mahlprozess aufkonzentriert werden, insbesondere bevorzugt auf einen Feststoffanteil
im Bereich von 15-25 % Trockensubstanz, wobei die Aufkonzentration bevorzugtermassen
durch Sedimentation, Hydrocyclon, Bandpressen, Microfiltration, thermische Trocknung,
Zentrifugieren, in einem Dekanter oder durch eine Kombination respektive Sequenz dieser
Verfahren erfolgt.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass den Streichfarbenresten vor dem Mahlprozess Dispergiermittel und/oder Mahlhilfsmittel
zugegeben werden, wobei es sich dabei bevorzugt um anionische, niedermolekulare Pigmentdispergatoren,
Natriumsilikate, Triisopropanolamin, Kieselhydrogel, Natriumpolyacrylate oder Kombinationen
davon handelt.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Streichfarbenreste in einem ersten Schritt gesiebt werden, vorzugsweise in einem
Vibrationssieb, insbesondere bevorzugt mit einer Maschenweite von im Bereich 50-100
µm, bevorzugt im Bereich von 60-80 µm.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Mahlprozess in einer Rohrmühle, einer Walzenstuhle, einem Hochdruckhomogenisator,
einer Kolloidmühle, einem Kneter, einer Kugelmühle, einem Mazerator oder einer Kombination
respektive Sequenz davon durchgeführt wird.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die dem Mahlprozess unterzogenen Streichfarbenreste aufkonzentriert werden, insbesondere
bevorzugt indem sie mit wenigstens einem Flockungsmittel und/oder einem Entwässerungsbeschleuniger
versetzt werden, wobei es sich dabei bevorzugt um Polymere, insbesondere ausgewählt
aus der Gruppe der Polyacrylamide, der Polyethylenimine, der Polyamine, oder Derivate
respektive Mischungen davon handelt.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Streichfarbenreste nach Zugabe von Flockungsmittel und/oder Entwässerungsbeschleuniger
aufkonzentriert werden, insbesondere bevorzugt auf einen Feststoffanteil im Bereich
von 40-60 % Trockensubstanz, wobei die Aufkonzentration bevorzugtermassen durch Sedimentation,
Hydrocyclon, Bandpressen, Microfiltration, thermische Trocknung, Zentrifugieren, in
einem Dekanter oder durch eine Kombination respektive Sequenz dieser Verfahren erfolgt.
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass vor und/oder nach einer Aufkonzentration respektive vor und/oder nach dem Mahlprozess
der Feststoffanteil über die Zuführung von Frischwasser eingestellt wird.
16. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die gemahlenen und gegebenenfalls aufkonzentrierten Streichfarbenreste in unterschiedliche
Streichfarbenkreisläufe mit unterschiedlich formulierten Streichfarben zurückgeführt
werden, respektive zur Herstellung von Streichfarbe für unterschiedliche Streichfarbenkreisläufe
mit unterschiedlich formulierten Streichfarben verwendet wird.
17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die gemahlenen und aufkonzentrierten Streichfarbenreste Streichfarbenkreisläufen
zugeführt werden, welche im wesentlichen die bei der Mahlung der Streichfarbenreste
eingestellte Korngrösse erfordern.
18. Verfahren nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass die gemahlenen und gegebenenfalls aufkonzentrierten Streichfarbenreste den Streichfarbenkreisläufen
in einem Anteil von 1-50%, insbesondere bevorzugt in einem Anteil von 20-30% als Pigmentersatz
beigefügt werden, respektive bei der Herstellung der Streichfarben für Streichfarbenkreisläufe
in solchen Anteilen eingesetzt werden.
19. Vorrichtung zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Sammelgrube (1) vorhanden ist, in welcher die Streichfarbenreste gesammelt werden,
dass der Sammelgrube (1) optional Mittel zur Siebung (14,15) bevorzugt in Form wenigstens
eines Vibrationssiebes (14,15) nachgeschaltet sind,
dass diesem Element Mittel zur Entwässerung respektive Flockung (23) bevorzugt in
Form einer Flockungskaskade (23), in welcher die Streichfarbenreste mit Flockungsmittel
(24) versetzt werden, nachgeschaltet sind, gefolgt oder integriert mit Mitteln zur
Aufkonzentration bevorzugt zur Sedimentation (27),
dass danach eine Mühle (34), insbesondere bevorzugt in Form einer Rohrmühle, einer
Walzenstuhle, einem Hochdruckhomogenisator, einer Kolloidmühle, einem Kneter, einer
Kugelmühle, einem Mazerator oder einer Kombination respektive Sequenz davon, angeordnet
ist,
dass danach Mittel zur Entwässerung respektive Flockung (39) bevorzugt in Form einer
Einheit, in welcher die Streichfarbenreste mit Entwässerungsmittel (38) versetzt werden,
nachgeschaltet sind, gefolgt oder integriert mit Mitteln zur Aufkonzentration bevorzugt
in Form eines Dekanters (40),
und dass danach Mittel (50, 51) zur Verteilung der recyclierten Streichfarbenreste
auf insbesondere bevorzugt unterschiedliche Streicheinheiten respektive auf deren
Formulierungseinheiten angeordnet sind, wobei bevorzugt auf Streicheinheiten verteilt
wird, welche eine Korngrösse erfordern, welche der in der Mühle (34) eingestellten
Korngrösse im wesentlichen entspricht.