[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Hitzeschild an einer Tragstruktur mit einer
Anzahl von Hitzeschildelementen, welche unter Belassung von Spalten zwischen benachbarten
Hitzeschildelementen flächendeckend an der Tragstruktur befestigt sind, mit einer
Anzahl Halteelementen, mit denen die Hitzeschildelemente an der Tragstruktur befestigt
sind und die einen in die Hitzeschildelemente ein greifenden Greifabschnitt aufweisen,
und mit einem Kühlsystem zum Kühlen der Halteelemente. Außerdem betrifft die vorliegenden
Erfindung ein Hitzeschildelement sowie ein Halteelement zum Halten eines Hitzeschildelementes
an einer Tragstruktur.
[0002] Hitzeschilde kommen beispielsweise in Brennkammern oder Flammrohren, die etwa Teil
eines Brennofens, eines Heißgaskanals oder einer Gasturbine sein können und in denen
ein heißes Medium erzeugt oder geführt wird, zum Einsatz. So werden beispielsweise
thermisch hochbelastete Gasturbinenbrennkammern zum Schutz vor übermäßiger thermischer
Beanspruchung mit einem Hitzeschild ausgekleidet. Der Hitzeschild umfasst typischerweise
eine Anzahl flächendeckend an einer Tragstruktur angeordneter Hitzeschildelemente,
welche die Wandung der Brennkammer gegen das heiße Verbrennungsabgas abschirmen. Um
die thermische Ausdehnung der Hitzeschildelemente bei Kontakt mit den heißen Verbrennungsabgasen
nicht zu behindern, werden diese unter Belassung von Spalten zwischen benachbarten
Hitzeschildelementen an der Tragstruktur befestigt.
[0003] Ein derartiger Hitzeschild an einer Tragstruktur ist beispielsweise in EP 0 558 540
B1 beschrieben. In diesem Hitzeschild weisen keramische Hitzeschildelemente eine dem
heißen Abgas zuzuwendende Heißseite, eine der Heißseite gegenüberliegende Kaltseite
sowie vier die Heißseite mit der Kaltseite verbindende Umfangsseiten auf. Zwei einander
abgewandte Umfangsseiten weisen dabei Nuten auf, in welche Greifabschnitte von Haltern
eingreifen können. Die Halter weisen einen Befestigungsabschnitt zum Befestigen an
der Tragstruktur sowie einen Haltekopf mit dem Greifabschnitt auf. Zum Befestigen
der Hitzeschildelemente an der Tragstruktur werden die Befestigungsabschnitte an der
Tragstruktur fixiert und die Greifabschnitte der Halteköpfe in Eingriff mit den Nuten
der Hitzeschildelemente gebracht.
[0004] Die Halter sind aus Metall hergestellt und weisen Federeigenschaften auf. Die Federeigenschaften
ermöglichen ein Nachgeben des Haltekopfes bei einer thermisch bedingten Ausdehnung
der Hitzeschildelemente und verhindern dadurch Rissbildung in den Hitzeschildelementen
bzw. ein Brechen der Halteelemente. Zudem ermöglicht die Federwirkung in gewissen
Grenzen eine Beweglichkeit der Hitzeschildelemente relativ zur Tragstruktur.
[0005] Damit die thermische Ausdehnung und/oder die Beweglichkeit der Hitzeschildelemente
nicht durch benachbarte Hitzeschildelemente beeinträchtigt wird, sind diese in EP
0 558 540 B1 unter Belassung von Spalten zu den benachbarten Hitzeschildelementen
angeordnet. Durch die Spalte kann jedoch Heißgas in Richtung auf die metallischen
Halter in den Hitzeschild eindringen. Da die metallischen Halter in der Regel thermisch
weniger belastbar sind als die keramischen Hitzeschildelemente, werden die Spalte
mit Kühlluft gespült, um ein Eindringen des heißen Gases in die Spalte zu verhindern.
Die Spülung führt zu einem Luftmassenstrom, welcher durch die Spalte in die Brennkammer
eintritt und die Spalte dadurch gegen Eindringen der heißen Gase sperrt. Zur Kühlung
ist jedem Halteelement ein Kanal zum Zuführen eines Kühlfluids zugeordnet. Die Sperrung
der Spalte zwischen den Hitzeschildelementen erfolgt dabei jedoch nicht gleichmäßig,
was dazu führt, dass für eine sichere Sperrung mehr Kühlluft erforderlich ist, als
theoretisch zur Spaltsperrung nötig wäre.
[0006] Der zur Sperrung der Spalte erforderliche Luftmassenstrom steht nicht zur Verbrennung
zur Verfügung und führt zu einer Verschlechterung des Potentials der NOx-Minimierung.
Desweiteren ist aufgrund der Geometrie und der Anordnung der Halter eine effektive
Kühlung der dem Heißgas ausgesetzten Halteköpfe erschwert.
[0007] Gegenüber diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen
Hitzeschild an einer Tragstruktur zur Verfügung zu stellen, in dem eine vorteilhafte
Kühlung von die Hitzeschildelemente des Hitzeschildes haltenden Halteelementen möglich
ist.
[0008] Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, ein vorteilhaftes Halteelement zum Halten
eines wenigstens eine Nut aufweisenden Hitzeschildelementes an einer Tragstruktur
zur Verfügung zu stellen.
[0009] Außerdem ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Hitzeschildelement zur
Verfügung zu stellen, welches in vorteilhafter Weise eine Kühlung eines das Hitzeschildelement
haltenden Haltelements ermöglicht.
[0010] Die erste Aufgabe wird durch einen Hitzeschild nach Anspruch 10, die zweite Aufgabe
durch ein Halteelement nach Anspruch 1 und die dritte Aufgabe durch ein Hitzeschildelement
nach Anspruch 7 gelöst. Die abhängigen Ansprüche enthalten vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung.
[0011] Ein erfindungsgemäßes Haltelement zum Halten eines wenigstens eine Nut aufweisenden
Hitzeschildelementes an einer Tragstruktur umfasst einen Halterkopf, welcher einen
zum Eingriff in die Nut des Hitzeschildelementes geeignet ausgebildeten Greifabschnitt
und einen zum Befestigen des Halteelementes an der Tragstruktur geeignet ausgebildeten
Befestigungsabschnitt aufweist. Im erfindungsgemäßen Halteelement ist wenigstens eine
Durchgangsöffnung im Befestigungsabschnitt derart angeordnet und ausgebildet, dass
bei an der Tragstruktur befestigtem Befestigungsabschnitt ein direktes Zuführen von
Kühlfluid zum Greifabschnitt durch die Durchgangsöffnung hindurch von der Tragstruktur
aus möglich ist.
[0012] Das direkte Zuführen des Kühlfluids zum Greifabschnitt des Halteelementes ermöglicht
es, diesen effektiv zu kühlen, ohne zwingend den gesamten Spalt zwischen benachbarten
Hitzeschildelementen mit Sperrluft sperren zu müssen.
[0013] In einer Ausgestaltung der Erfindung, die einen besonders geringen Sperrluftverbrauch
ermöglicht und in welcher der Greifabschnitt eine einem heißen Medium zuzuwendende
Heißfläche und eine von der Heißfläche abgewandte angeordnete Kaltfläche aufweist,
ist die Durchgangsöffnung derart angeordnet, dass das Kühlfluid zur Kaltfläche zuführbar
ist. Auf diese Weise muss das der Kaltfläche zugeführte Kühlfluid zuerst die Kaltfläche
umströmen, bevor es in den Spalt zwischen benachbarten Hitzeschildelementen eindringen
kann. Beim Umströmen der Kaltfläche wird diese gekühlt, sodass die gleiche Kühlleistung
wie im Stand der Technik mit einer geringeren Menge an Kühlfluid zu erzielen ist.
[0014] Die Kühlleistung lässt sich weiter erhöhen, wenn die Durchgangsöffnung derart im
Befestigungsabschnitt angeordnet ist, dass wenigstens ein Abschnitt der Kaltfläche
direkt mit Kühlfluid aus einer Richtung anzublasen ist, die einen spitzen Winkel mit
der Oberflächennormalen des angeblasenen Abschnitts einschließt. Diese Ausgestaltung
ermöglicht insbesondere eine effektive Prallkühlung der Kaltfläche, d.h. eine Kühlung,
in der ein Kühlfluidstrahl auf die zu kühlende Fläche prallt. Nach dem Aufprallen
auf den angeblasenen Abschnitt der Kaltfläche strömt das Kühlfluid entlang der übrigen
Abschnitte der Kaltfläche in den Spalt zwischen den Hitzeschildelementen. Dabei führt
das strömende Kühlfluid zu einer konvektiven Kühlung der übrigen Bereiche des Greifabschnittes.
[0015] Im erfindungsgemäßen Halteelement kann die Durchgangsöffnung als Langloch ausgebildet
sein. Die Ausbildung als Langloch vergrößert den Spielraum beim Befestigen des Halteelementes
and der Tragstruktur ohne die Möglichkeit des direkten Zuführens von Kühlfluid zum
Greifabschnitt zu beeinträchtigen. Außerdem kann das Langloch auch derart ausgebildet
sein, dass es gleichzeitig als Demontageloch Verwendung finden kann.
[0016] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Halteelementes
weist der Greifabschnitt einen Längsquerschnitt auf, welcher eine Wölbung besitzt,
deren Bauch vom Befestigungsabschnitt wegweist. Auf diese Weise lässt sich zwischen
dem Greifabschnitt des Halteelementes und einem gehaltenen Hitzeschildelement ein
Kühlfluidkanal ausbilden, der einerseits durch das Hitzeschildelement und andererseits
durch den gewölbten Greifabschnitt gebildet wird. Je nach Ausprägung der Wölbung lässt
sich dabei ein größerer oder kleinerer Strömungsquerschnitt für das Kühlfluid schaffen,
so dass dieser optimal an die erforderliche Kühlleistung angepasst werden kann.
[0017] Der Bedarf an Kühlfluid kann noch weiter verringert werden, wenn die Heißfläche des
Greifabschnittes eine wärmedämmende Beschichtung aufweist. Zusätzlich oder alternativ
kann die Heißfläche auch mit einer korrosionshemmenden und/oder oxidationshemmenden
Beschichtung versehen sein. Alle Wirkungen können dabei auch in einer einzigen Beschichtung
realisiert sein.
[0018] Ein erfindungsgemäßes Hitzeschildelement umfasst eine einem heißen Medium zuzuwendende
Heißseite, eine der Heißseite gegenüberliegende Kaltseite und die Heißseite mit der
Kaltseite verbindende Umfangsseiten. In wenigstens einer der Umfangsseiten ist eine
Nut ausgebildet, welche wenigstens einen für den Eingriff eines Greifabschnittes eines
Halteelementes geeignet ausgebildeten Eingriffsabschnitt aufweist. Der Materialabschnitt
zwischen der Nut und der Kaltseite bildet einen Halteriegel, welcher im Bereich des
Eingriffsabschnittes wenigstens eine die Nut zur Kaltseite hin öffnende Aussparung
aufweist.
[0019] Die Aussparung im Halteriegel ermöglicht es, einem in die Nut des Hitzeschildelementes
eingreifenden Halteabschnitt eines Halteelementes Kühlfluid direkt zuzuführen und
so die Kühlwirkung im Bereich des Greifabschnittes zu verbessern.
[0020] Insbesondere können Nuten mit die jeweilige Nut zur Kaltseite hin öffnenden Aussparungen
in wenigstens zwei einander abgewandten Umfangsseiten des Hitzeschildelementes vorhanden
sein. Dies ermöglicht es, das Hitzeschildelement an zwei einander abgewandten Seiten
mit direkt zu kühlenden Halteelementen zu halten und so mit den direkt zu kühlenden
Halteelementen eine das Hitzeschildelement haltende Klammerwirkung zu erzielen.
[0021] Eine besonders hohe Widerstandsfähigkeit und Wärmedämmfähigkeit bietet das erfindungsgemäße
Hitzeschildelement, wenn es als keramisches Hitzeschildelement ausgebildet ist.
[0022] Ein erfindungsgemäßer Hitzeschild an einer Tragstruktur umfasst eine Anzahl Hitzeschildelemente,
welche unter Belassung von Spalten zwischen benachbarten Hitzeschildelementen flächendeckend
an der Tragstruktur befestigt sind, eine Anzahl Haltelemente, mit denen die Hitzeschildelemente
an der Tragstruktur befestigt sind und die einen in die Hitzeschildelemente eingreifenden
Greifabschnitt aufweisen, sowie ein Kühlsystem zum Kühlen der Halteelemente. Im erfindungsgemäßen
Hitzeschild ist das Kühlsystem derart ausgebildet, dass ein direktes Zuführen von
Kühlfluid zu den Greifabschnitten der Haltelemente möglich ist.
[0023] Mit der aufgrund der erfindungsgemäßen Ausgestaltung des Hitzeschildes möglichen
effektiven Kühlung der kritischen Bereiche der metallischen Halteelemente, nämlich
der Greifabschnitte, können die Anforderungen an die Sperrung der Spalte zwischen
benachbarten Hitzeschildelemente vermindert werden. Dadurch ergibt sich ein verminderter
Kühlluftverbrauch. Infolge der Absenkung des Kühl-/Sperrluftverbrauchs kann die Verbrennungstemperatur
absinken und so die thermische Spannungsbelastung in den Hitzeschildelementen vermindert
werden. Zudem werden die NOx-Emissionen positiv beeinflusst. So können entweder die
NOx-Emissionen einer mit dem erfindungsgemäßen Hitzeschild ausgestatteten Gasturbinenanlage
bei gleicher Leistung wie die einer Gasturbinenanlage nach Stand der Technik gesenkt
bzw. die Leistung und der Wirkungsgrad bei gleichbleibenden NOx-Emissionen erhöht
werden. Außerdem verringert die Verminderung der Beanspruchung der Hitzeschilde die
Austauschraten der Hitzeschildelemente sowie das Risiko eines Verlusts eines Hitzeschildelementes.
[0024] Eine besonders effektive Kühlung der Greifabschnitte der Haltelemente im Hitzeschild
ist möglich, wenn das Kühlsystem derart ausgelegt ist dass eine Prallkühlung der Greifabschnitte
möglich ist.
[0025] In einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Hitzeschildes umfasst das Kühlsystem
eine Anzahl von in der Tragstruktur angeordneten Kühlfluidöffnungen zum Ausblasen
eines Kühlfluids. Außerdem sind die Hitzeschildelemente wenigstens zum Teil als erfindungsgemäße
Hitzeschildelemente und die Halteelemente wenigstens zum Teil als erfindungsgemäße
Halteelemente ausgebildet. Die Halteelemente sind derart an der Tragstruktur befestigt
und die Hitzeschildelemente derart von den Halteelementen gehalten, dass die Durchgangsöffnungen
der Halteelemente jeweils mit einer Kühlfluidöffnung der Tragstruktur und einer Aussparung
eines Hitzeschildelementes fluchten. Diese Ausgestaltung ermöglicht insbesondere eine
Prallkühlung der Greifabschnitte der Halteelemente, in der ein aus einer Kühlfluidöffnung
austretender Kühlfluidstrahl ungehindert auf die Kaltseite des Greifabschnittes eines
Hitzeschildelementes prallt.
[0026] Zusätzlich kann das Kühlsystem weitere Kühlfluidöffnungen umfassen, die derart in
der Tragstruktur angeordnet sind, dass aus ihnen austretendes Kühlfluid in Richtung
auf Befestigungsabschnitte von Haltelementen austritt. Insbesondere können diese weiteren
Kühlfluidöffnungen derart in der Tragstruktur angeordnet sein, dass das aus ihnen
austretende Kühlfluid zu einer Prallkühlung der Befestigungsabschnitte führt.
[0027] Weitere Merkmale, Eigenschaften und Vorteile der vorliegenden. Erfindung ergeben
sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die beiliegenden Figuren.
[0028] Fig. 1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel für einen erfindungsgemäßen Elementhalter
in einer perspektivischen Darstellung.
[0029] Fig. 2 zeigt einen Ausschnitt aus einem erfindungsgemäßen Elementhalter in einer
vergrößerten Darstellung.
[0030] Fig. 3 zeigt einen erfindungsgemäßen Elementhalter und ein erfindungsgemäßes Hitzeschildelement
in einer geschnittenen Seitenansicht.
[0031] Fig. 4 zeigt den Elementhalter und das Hitzeschildelement aus Fig. 3 in einer ausschnittsweisen
perspektivischen Darstellung.
[0032] Fig. 5 zeigt das Hitzeschildelement aus Fig. 4 ohne das Halteelement.
[0033] Fig. 6 zeigt zwei Hitzeschildelemente eines Hitzeschildes, die mittels Elementhaltern
an einer Tragstruktur befestigt sind.
[0034] Fig. 7 zeig ein Hitzeschildelement und einen Elementhalter gemäß einer zweiten Ausführungsform
der Erfindung in einer geschnittenen Seitenansicht.
[0035] Ein erfindungsgemäßes Halteelement ist in Figur 1 in einer perspektivischen Darstellung
gezeigt. Das Halteelement 1 ist aus Metall hergestellt und umfasst einen Befestigungsabschnitt
3, auch Haltefeder genannt, mit dem das Halteelement 1 an einer Tragstruktur einer
Brennkammerwand, beispielsweise der Brennkammerwand einer Gasturbinenanlage befestigt
werden kann.
[0036] Die Halteelemente sind an der Tragstruktur 30 in einer Nut 31 geführt (vgl. Fig.
5). Hierbei greift ein verbreiterter Abschnitt 4 des Befestigungsabschnittes 3, der
sog. Schuh des Haltelementes 1, eng toleriert in eine parallel zur Oberfläche der
Tragstruktur 30 eingelassene ca. 10 mm tiefe Nut 31 ein. Die Nut 31 ist so ausgeführt,
dass sie nur im Nutgrund 33 die für das Einschieben der Schuhe 4 erforderliche Breite
hat. Bei einem Hochziehen des Haltelementes 1 in der Nut 31 stützt dieses sich an
dem engen Bereich 35 der Nut 31 ab, wodurch eine das Haltelement 1 haltende Haltekraft
vermittelt wird. Der nicht verbreiterte Teil des Befestigungsabschnitts 3 kann ungehindert
in der Nut 31 angehoben werden. Die Befestigungsöffnung 5 im Schuh 4 dient zur Fixierung
mancher Haltelemente 1 in Nutrichtung. Üblicherweise wird ein Hitzeschildelement an
zwei gegenüberliegenden Seiten von jeweils zwei Haltelementen 1, also insgesamt von
vier Haltelementen 1, gehalten. Die Haltelemente 1 an einer der beiden Seiten sind
mit sich durch die Befestigungsöffnung 5 der Befestigungsabschnitte 3 erstreckenden
Arretiermaden gesichert. Die Befestigungsabschnitte 3 der an der anderen Seite angeordneten
Halteelemente 1 sind nicht gesichert, sodass sie gleiten können, um die thermische
Dehnung des Hitzeschildelementes nicht zu behindern.
[0037] An dem dem Ende mit der Befestigungsöffnung 5 gegenüberliegenden Ende der Haltefeder
3 ist ein Halterkopf 7 ausgebildet, welcher einen im Wesentlichen rechtwinklig zur
Haltefeder 3 angewinkelten Abschnitt 9 sowie ein Greifabschnitt 11, der wiederum im
Wesentlichen senkrecht zum Abschnitt 9 abgewinkelt ist, aufweist. Der Greifabschnitt
11, auch Greiflasche genannt, dient zum Eingriff in die Nut eines Hitzeschildelementes.
Ein Hitzeschildelement kann durch Eingriff von Greiflaschen 11 von Halteelementen
1, die an einer Tragstruktur befestigt sind in die Nuten einander abgewandter Seiten
des Hitzeschildelementes mit der Tragstruktur verklammert werden (siehe Fig. 3).
[0038] Das Halteelement 1 umfasst im Bereich des Übergangs von der Haltefeder 3 zum Abschnitt
9 eine sich wenigstens teilweise durch die Haltefeder 3 erstreckende Öffnung, die
im vorliegenden Ausführungsbeispiel als Langloch 13 ausgebildet ist und ein Anblasen
der der Haltefeder 3 zugewandten Seite der Greiflasche 11 mit Kühlluft ermöglicht.
Ein Ausschnitt des Halteelementes 1 mit der Haltefeder 3, dem Abschnitt 9 sowie dem
Langloch 13 ist in Figur 2 vergrößert dargestellt.
[0039] Figur 3 zeigt als ein Ausführungsbeispiel für ein erfindungsgemäßes Hitzeschildelement
ein keramisches Hitzeschildelement 15, mit einer Heißseite 17, einer Kaltseite 19
sowie die Heißseite 17 mit der Kaltseite 19 verbindenden Umfangsseiten 21 in einer
geschnittenen Seitenansicht. Zwei einander abgewandte Umfangsseiten 21, von denen
in Figur 3 lediglich eine zu erkennen ist, weisen Nuten 23 auf, in die die Greiflaschen
11 von Haltelementen 1 eingreifen können. Der Materialabschnitt zwischen der Nut 23
und der Kaltseite 19 des Hitzeschildelementes 15 bildet einen Halteriegel 25, der
ein Verklammern des Hitzeschildelementes 15 an der Tragstruktur mittels eines in die
Nut 23 eingreifenden Halteelementes 1 an ermöglicht. Der Eingriff des Halteelementes
1 in die Nut 23 des Hitzeschildelementes 15 erfolgt mittels der Greiflasche 11, die
an der kaltseitigen Nutwand zur Anlage kommt.
Das Halteelement 1 weist federelastische Eigenschaften auf, welche ein problemloses
Einführen der Greiflasche 11 in die Nut 23 und ein sicheres Halten des keramischen
Hitzeschildelementes 15 an der Tragstruktur ermöglichen.
[0040] Da benachbarte Hitzeschildelemente 15 unter Spaltbelassung aneinander grenzen (Figur
6), ist die dem Halteriegel 25 abgewandte Oberfläche der Greiflasche 11, die im folgenden
Heißfläche 27 genannt wird, dem Angriff von in den Spalt 14 eindringendem Heißgas
ausgesetzt. Um die thermische Belastung des metallischen Halteelementes 1 im Bereich
der Greiflasche 11 zu vermindern, erfolgt ein Anblasen der der Heißfläche 27 abgewandten
Fläche 29 der Greiflasche 11, im folgenden Kaltfläche 29 genannt, mit Kühlluft, die
im vorliegenden Ausführungsbeispiel als Kühlfluid dient.
[0041] Kühlluft wird über in der Tragstruktur 30 vorhandene Kühlluftkanäle 32 zugeführt
und in Richtung auf die Kaltseite 29 der Greiflasche 11 ausgeblasen. Die ausgeblasene
Kühlluft tritt durch das Langloch 13 in Richtung auf die Kaltfläche 29 durch das Halteelement
1 hindurch. Um den Durchtritt der Kühlluft auch durch den Halteriegel 25 des keramischen
Hitzeschildelementes 15 zu ermöglichen, weist dieser im Bereich der Greiflasche 11
eine Aussparung 26 auf. Zur Verdeutlichung zeigen die Figuren 4 und 5 ausschnittsweise
eine perspektivische Darstellung des keramischen Hitzeschildelementes 15, einmal mit
der Greiflasche 11 eines Haltelementes 1 im Eingriff mit der Nut 23 (Figur 4) und
einmal ohne Haltelement 1 (Figur 5).
[0042] Die aus den Kühlluftkanälen 32 ausgeblasene Kühlluft kann durch das Langloch 13 und
die Aussparung 26 ungehindert die Kaltfläche 29 der Greiflasche 11 erreichen und trifft
dort im Wesentlichen senkrecht auf die Kaltfläche 29 auf. Im Wesentlichen senkrecht
soll hierbei dahingehend zu verstehen sein, dass die Anströmrichtung mit der Oberflächennormale
der Kaltfläche 29 in demjenigen Bereich, in dem die Kühlluft auf die Kaltfläche 29
auftrifft, einen spitzen Winkel, vorzugsweise einen Winkel von maximal 20° einschließt.
Dadurch wird eine sogenannte Prallkühlung möglich, die eine besonders effektive Kühlung
der Greiflasche 11 gewährleistet.
[0043] Die auf die Kaltseite 29 aufprallende Kühlluft wird abgelenkt und strömt an der Kaltfläche
29 entlang durch den zwischen dem Halteriegel 25 und der Kaltfläche 29 gebildeten
Strömungskanal. An den beiden Enden 22 und 24 der Greiflasche 11 tritt die Kühlluft
schließlich aus diesem Strömungskanal in den Spalt 14 zwischen den Hitzeschildelementen
15 aus. Die Kühlung der Greiflasche 11 erfolgt dabei in demjenigen Bereich, in dem
die Kühlluft auf die Kaltfläche 29 prallt als Prallkühlung und in den Bereichen, in
denen die Kühlluft an der Kaltfläche 29 entlang strömt, konvektiv. Ebenso erfolgt
die Kühlung des Abschnittes 9 konvektiv.
[0044] In der Tragstruktur 30 sind außerdem optionale zweite Kühlluftkanäle 34 angeordnet,
durch deren Öffnung Kühlluft in Richtung auf die der Tragstruktur zugewandte Seite
der Haltefeder 3 ausgeblasen wird. Die aus den Kühlluftkanälen 34 ausgeblasene Kühlluft
strömt dann an den Haltefedern 3 entlang und führt so zu einer Konvektivkühlung der
Haltefedern. Die zur Konvektivkühlung der Haltefedern 3 dienende Kühlluft tritt schließlich
durch die Spalte 14 zwischen benachbarten Hitzeschildelementen 15 in die Brennkammer
ein, wobei sie auch zur Konvektivkühlung der Abschnitte 9 der Halterköpfe 7 dient.
Im Vergleich zu Hitzeschilden nach Stand der Technik können die Öffnungen der Kühlluftkanäle
34 jedoch in ihren Dimensionen verringert sein.
[0045] Da im Gegensatz zum Stand der Technik auch eine Kühlung der Innenseite des Halterkopfes
7, und insbesondere der Greiflasche 11, erfolgt, lässt sich im erfindungsgemäßen Hitzeschild
eine verbesserte Kühlwirkung erzielen. Diese kann dazu genutzt werden, den Kühlluftausstoß,
und damit den Fluss an Kühlluft in die Brennkammer, zu vermindern.
[0046] Der Kühlluftverbrauch kann weiter verringert werden, wenn die Heißfläche 27 der Greiflasche
11 mit einer wärmedämmenden Beschichtung, einer sogenannten Thermal Barrier Coating
(TBC) versehen ist. Zusätzlich oder alternativ kann auch eine korrosions- und/oder
oxidationshemmende Beschichtung vorhanden sein.
[0047] Eine zweite Ausführungsform des erfindungsgemäßen Haltelementes ist in Figur 7 zusammen
mit einem keramischen Hitzeschildelement 15 in einer geschnittenen Seitenansicht dargestellt.
Das Haltelement 101 gemäß der zweiten Ausführungsform unterscheidet sich vom Halteelement
1 gemäß der ersten Ausführungsform dadurch, dass die Greiflasche 111 des Halterkopfes
107 eine Wölbung 112 aufweist, deren Bauch von der Haltefeder 103 wegweist. Dadurch
lässt sich die Abströmung der auf die Kaltfläche 129 der Greiflasche 11 prallenden
Kühlluft verbessern. Der im Vergleich zum ersten Ausführungsbeispiel vergrößerte Strömungsquerschnitt
des zwischen der Kaltfläche 129 und dem Halteriegel 25 gebildeten Strömungskanals
ermöglicht ein verbessertes Abführen der Kühlluft in Richtung auf die Außenbereiche
der Greiflasche 11, wodurch diese und insbesondere die Heißfläche 127 besser gekühlt
werden können. Die Haltefeder 103 und das Durchgangsloch 113 entsprechen der Haltefeder
3 bzw. dem Durchgangsloch 13 des ersten Ausführungsbeispiels.
[0048] Figur 6 zeigt einen Ausschnitt aus einem erfindungsgemäßen Hitzeschild. Dieser umfasst
flächig an der Tragstruktur 30 einer Brennkammerwand, beispielsweise der Wand einer
Gasturbinenbrennkammer, angeordnete keramische Hitzeschildelemente 15. Die Hitzeschildelemente
15 werden von erfindungsgemäßen Haltelementen 1 an der Tragstruktur 30 gehalten. Zwischen
benachbarten Hitzeschildelementen 15 verbleiben Spalte 14, welche eine ungehinderte
thermische Ausdehnung der Hitzeschildelemente 15 ermöglichen, wenn diese mit den heißen
Verbrennungsabgasen der Gasturbinenanlage beaufschlagt werden.
[0049] In Abweichung zum in Figur 6 dargestellten Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Hitzeschildes kann die Tragstruktur zusätzliche Kühlluftöffnungen aufweisen, die insbesondere
mit den Spalten 14 zwischen benachbarten Hitzeschildelementen 15 fluchten können.
Dadurch wird ein direktes Ausblasen von Sperrluft durch die Spalte 14 in die Brennkammer
möglich.
[0050] Es sei angemerkt, dass die Durchgangsöffnung 13 in den Haltefedern der Halteelemente
nicht in Form eines Langlochs ausgeführt zu sein braucht. Es können beispielsweise
auch ovale oder runde Löcher vorhanden sein. Ebenso braucht sich die Durchgangsöffnung
13 nicht in den Abschnitt 9 des Halterkopfes hinein zu erstrecken.
[0051] Außerdem kann die Durchgangsöffnung auch als sogenanntes Zupferloch zur Demontage
des Hitzeschildes dienen, insbesondere wenn sich die Durchgangsöffnung 13 in den Abschnitt
9 des Halterkopfes 7 hinein erstreckt.
1. Haltelement (1, 101) zum Halten eines wenigstens eine Nut (23) aufweisenden Hitzeschildelementes
(15) an einer Tragstruktur (30) mit
- einem Halterkopf (7, 107), welcher einen zum Eingriff in die Nut (23) des Hitzeschildelementes
(15) geeignet ausgebildeten Greifabschnitt (11, 111) aufweist und
- einem zum Befestigen des Haltelementes (1, 101) an der Tragstruktur (30) geeignet
ausgebildeten Befestigungsabschnitt (3, 103),
dadurch gekennzeichnet , dass im Befestigungsabschnitt (3, 103) wenigstens eine Durchgangsöffnung (13, 113) derart
angeordnet und ausgebildet ist, dass bei an der Tragstruktur (39) befestigtem Befestigungsabschnitt
(3, 103) ein direktes Zuführen von Kühlfluid zum Greifabschnitt (11, 111) durch die
Durchgangsöffnung (13, 113) hindurch von der Tragstruktur (30) aus möglich ist.
2. Haltelement (1, 101) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Greifabschnitt (11, 111) eine einem heißen Medium zuzuwendende Heißfläche (27,
127) und eine von der Heißfläche (27, 127) abgewandt angeordnete Kaltfläche (29, 129)
aufweist und die Durchgangsöffnung (13, 113) derart angeordnet ist, dass das Kühlfluid
zur Kaltfläche (29, 129) zuführbar ist.
3. Haltelement (1, 101) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchgangsöffnung (13, 113) derart im Befestigungsabschnitt (3, 103) angeordnet
ist, dass wenigstens ein Abschnitt der Kaltfläche (29, 129) direkt mit Kühlfluid aus
einer Richtung anzublasen ist, die einen spitzen Winkel mit der Oberflächennormalen
des angeblasenen Abschnittes einschließt.
4. Haltelement (1, 101) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchgangsöffnung (3, 103) als Langloch ausgebildet ist.
5. Haltelement (1, 101) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Greifabschnitt (111) einen Längsquerschnitt mit einer Wölbung aufweist, deren
Bauch vom Befestigungsabschnitt (103) weg weist.
6. Haltelement (1, 101) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Heißfläche (27, 127) des Greifabschnittes (11, 111) eine wärmedämmende und/oder
korrosionshemmende und/oder oxidationshemmende Beschichtung aufweist.
7. Hitzeschildelement (15) mit einer einem heißen Medium zuzuwendenden Heißseite (17),
einer der Heißseite (17) gegenüber liegenden Kaltseite (19) und die Heißseite (17)
mit der Kaltseite (19) verbindenden Umfangsseiten (21), wobei in wenigstens einer
Umfangsseite (21) eine Nut (23) ausgebildet ist, welche wenigstens einen für den Eingriff
eines Greifabschnittes (11, 111) eines Haltelementes (1, 101) geeignet ausgebildeten
Eingriffsabschnitt aufweist, wobei der Materialabschnitt zwischen der Nut (23) und
der Kaltseite (19) einen Halteriegel (25) bildet, dadurch gekenn- zeichnet, dass der Halteriegel (25) im Bereich des Eingriffsabschnittes eine die Nut (23) zur
Kaltseite (19) hin öffnende Aussparung (26)aufweist.
8. Hitzeschildelement (15) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass Nuten (23) mit die jeweilige Nut (23) zur Kaltseite (19) hin öffnenden Aussparungen
(26) in wenigstens zwei einander abgewandten Umfangsseiten (21) vorhanden sind.
9. Hitzeschildelement (15) nach Anspruch 7 oder 8, gekennzeichnet durch seine Ausgestaltung als keramisches Hitzeschildelement.
10. Hitzeschild an einer Tragstruktur (30) mit
- einer Anzahl von Hitzeschildelementen (15), welche unter Belassung von Spalten (14)
zwischen benachbarten Hitzeschildelementen (15) flächendeckend an der Tragstruktur
(30) befestigt sind,
- einer Anzahl Haltelementen (1, 101), mit denen die Hitzeschildelemente (15) an der
Tragstruktur (30) befestigt sind und die einen in die Hitzeschildelemente (15) eingreifenden
Greifabschnitt (11,111) aufweisen, und
- einem Kühlsystem (32, 13, 113, 26) zum Kühlen der Haltelemente (1, 101)
dadurch gekennzeichnet , dass das Kühlsystem (32, 13, 113, 26) derart ausgelegt ist, dass ein direktes Zuführen
von Kühlfluid zu den Greifabschnitten (11, 111) der Haltelemente (1, 101) möglich
ist.
11. Hitzeschild nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlsystem (32, 13, 113, 26) derart ausgelegt ist, dass es eine Prallkühlung
der Greifabschnitte (11, 111) ermöglicht.
12. Hitzeschild nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das Kühlsystem eine Anzahl von in der Tragstruktur angeordneten Kühlfluidöffnungen
(32) zum Ausblasen eines Kühlfluids umfasst,
- wenigstens ein Teil der Hitzeschildelemente (15) nach einem der Ansprüche 7 bis
9 ausgebildet ist,
- wenigstens diejenigen Haltelemente (1, 101), welche ein Hitzeschildelement (15)
nach einem der Ansprüche 7 bis 9 an der Tragstruktur (30) befestigen, nach einem der
Ansprüche 1 bis 6 ausgebildet sind, und
- die Haltelemente (1, 101) derart an der Tragstruktur (30) befestigt sind und die
Hitzeschildelemente (15) derart von den Halteelementen (1, 101) gehalten werden, dass
die Durchgangsöffnungen (13, 113) der Haltelemente (1, 101) jeweils mit einer Kühlfluidöffnung
(32) der Tragstruktur (30) und einer Aussparung (26) eines Hitzeschildelementes (15)
fluchten.
13. Hitzeschild nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlsystem zusätzlich eine Anzahl von Kühlfluidöffnungen (34) umfasst, die derart
in der Tragstruktur (30) angeordnet sind, dass aus ihnen austretendes Kühlfluid in
Richtung auf Befestigungsabschnitte (3) von Haltelementen (1) austritt.
14. Hitzeschild nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlsystem zusätzlich eine Anzahl von Kühlfluidöffnungen (34) umfasst, die derart
in der Tragstruktur (30) angeordnet sind, dass das aus ihnen austretende Kühlfluid
zu einer Prallkühlung der Befestigungsabschnitte (3) führt.