[0001] Die Erfindung betrifft ein verfahren zur berührungslosen Detektion von flächigen
Objekten gemäß Oberbegriff des Anspruches 1 sowie eine Vorrichtung gemäß Oberbegriff
des Anspruches 3.
[0002] Verfahren und Vorrichtungen dieser Art werden z.B. in der Druckindustrie eingesetzt,
um bei Papier, Folien oder ähnlichen flächigen Materialien im Druck- und Fertigungsvorgang
festzustellen, ob ein Einfachbogen oder Mehrfachbögen bzw. ein Fehlbogen vorliegt.
Üblicherweise ist das Erfordernis beim Druckvorgang einen Einfachbogen vorliegen zu
haben, während bei der Feststellung eines Mehrfachbogens, z.B. eines Doppelbogens
eine Aussonderung eines derartigen Doppelbogens zum Schutz der Druckmaschine normalerweise
erforderlich ist. In analoger Weise wird auch bei der Feststellung, dass kein Einfachbogen
vorliegt, sozusagen ein "Fehlbogen" vorhanden ist, der normale Druckvorgang abgeändert
oder unterbrochen bis wieder ein Einfachbogen detektiert wird.
[0003] Im vergleichbarer Weise werden diese Verfahren und Vorrichtungen auch in der Verpackungsindustrie
eingesetzt, in der beispielsweise auf Grund- oder Trägermaterial aufgebrachte Etiketten
gezählt oder auf Vorhandensein oder Nichtvorhandensein geprüft werden. Ein weiterer
Einsatzbereich ist das Erkennen von Aufreißfäden oder Abrissstellen, insbesondere
bei dünnen, als Umhüllung benutzten Folien, wie z.B. Zigarettenpackungen.
[0004] Aber auch metallkaschierte Papiere, flächige Kunststoffbögen oder Folien und Bleche
lassen sich mittels derartiger Verfahren und Vorrichtungen berührungslos in Fertigungsvorgängen
detektieren.
[0005] Das bei einem gattungsgemäßen Verfahren und einer Vorrichtung eingesetzte Messprinzip
bei Verwendung von z.B. Ultraschall und der Detektion von Papieren in flächiger Bogenform,
beruht darauf, dass die vom Sender emittierte Ultraschallwelle das Papier durchdringt
und der transmittierte Anteil der Ultraschallwelle vom Empfänger als Messsignal empfangen
wird und bezüglich seiner Amplitude ausgewertet wird. Beim Vorliegen eines Mehrfach-
bzw. Doppelbogens stellt sich daher im Empfänger eine wesentlich kleinere Amplitude
ein, als beim Vorliegen eines Einfachbogens.
[0006] Die nachfolgende Auswertung des empfangenen Messsignales erfolgte bisher in der Praxis
mit näherungsweise linear arbeitenden Verstärkern oder ähnlich ausgelegten Verstärkungsschaltungen
und nachgeschalteten Filtern. Durch den dabei vorliegenden relativ geringen Dynamikbereich,
insbesondere von linearen Verstärkern, waren dicke Papiere, Kartonagen oder gar Wellpappe
oftmals schwierig oder nicht zu detektieren. Zudem war das Flatterverhalten, das insbesondere
bei sehr dünnen Papieren bzw. Folien oftmals auftritt, wobei hierunter eine Bewegung
des dünnen, flexiblen Bogens während der Detektion zwischen Sender und Empfänger in
Richtung der Bogennormalen verstanden wird, nur unzureichend mit derartigen Verstärkern
zu beherrschen. Ein vergleichbares Verhalten offenbaren stark inhomogene Materialien.
[0007] Im Hinblick auf eine bessere Beherrschung der vorausgehend genannten Probleme, speziell
bei stark unterschiedlicher materialspezifischer Dämpfung des transmittierten Signals,
wobei im Weiteren in Anlehnung an die Praxis diesbezüglich nur noch von Flächengewichten
und Grammaturen gesprochen wird, wurde ein Einlernverfahren bzw. ein Teach-in-Schritt
durchgeführt. Hierbei wird vor Beginn des eigentlichen Detektionsverfahrens das zu
detektierende flächige Objekt, wie z.B. ein Papierbogen, im Hinblick auf seine Grammatur
bzw. seine Schallabsorptionscharakteristik erfasst und der Auswerteeinrichtung im
Sinne eines Einlernens eingegeben.
Ein erheblicher Nachteil besteht darin, dass bei anderen flächigen Objekten mit unterschiedlicher
Grammatur erneut ein entsprechender Teach-in-Schritt durchgeführt und eingelernt werden
muss, was einerseits aufwändig ist und andererseits üblicherweise zu erheblichen Stillstandszeiten
bei den entsprechenden Anlagen führt.
[0009] Aus der
DE 200 18 193 U1 bzw.
EP 1 201 582 A ist eine Vorrichtung zur Detektion von Einfachbögen oder Mehrfachbögen bekannt. Zur
Detektion dieser Bögen weist diese bekannte Vorrichtung wenigstens einen kapazitiven
Sensor und wenigstens einen Ultraschallsensor auf. Hierbei ist eine Auswerteeinheit
zur Ableitung eines Signals für die Feststellung des Einfach- bzw. Mehrfachbogens
vorgesehen. Dieses Signal wird aus einer logischen Verknüpfung der Ausgangssignale
der Sensoren abgeleitet, wobei das zutreffende Detektionssignal in einer Abgleichphase
festgelegt wird.
[0010] Eine andere Vorrichtung ist als kapazitiver Sensor aus der
DE 195 21 129 C1 bekannt. Diese primär auf die berührungslose Detektion von Etiketten auf einem Trägermaterial
abzielende Vorrichtung arbeitet mit zwei Kondensatorelementen und einem diese beeinflussenden
Oszillator. Die dielektrischen Eigenschaften des Papiers bzw. von anderen flächigen
Objekten beeinflussen daher den Schwingkreis des Oszillators hinsichtlich der Frequenz,
welche zur Detektion ausgewertet wird.
Nachteilig hierbei ist jedoch, dass relativ dünne Papiere nur schwer oder gar nicht
detektiert werden können, ebenso wie metallkaschierte Papiere. Auch sehr dünne Folien
sind aufgrund ihrer geringen Dicke und der teils nur wenig von eins verschiedenen
Dielektrizitätskonstante nur schwer zu detektieren.
[0011] Weitere Detektionsverfahren mit Ultraschall-Näherungsschaltern sind z.B. in der
EP 0 997 747 A2 bzw.
EP 0 981 202 B1 beschrieben. Bei diesen tastenden Sensoren erfolgt ein automatischer Frequenzabgleich,
in dem nach dem Aussenden eines Ultraschallimpulses und anschließender Reflektion
an dem zu detektierenden Objekt, die optimale Sendefrequenz in Abhängigkeit von der
Höhe der empfangenen Ultraschall-Echoamplitude ausgewertet wird.
[0012] Eine andere Vorrichtung der Eingangs genannten Art ist aus der
DE 203 12 388 U1 bekannt. Diese mit Ultraschall arbeitende Vorrichtung ermittelt über die Transmission
und Reflektion der Strahlung die Anwesenheit und Stärke der entsprechenden Objekte.
Allerdings verwendet diese Vorrichtung auch Referenzreflektoren, so dass ein relativ
aufwändiger Aufbau der Vorrichtung vorliegt.
[0013] Weiterhin ist aus der
DE 297 22 715 U1 eine induktiv arbeitende Vorrichtung zur Messung der Dicke von Blechen bekannt, welche
aus Nichteisenmetallen oder Eisenmetallen bestehen können. Die Messung der Dicke der
Bleche erfolgt hierbei über die Auswertung der Arbeitsfrequenz eines Frequenzgenerators
bzw. über die Auswertung seiner Amplitude. Zur Einstellung dieser Vorrichtung bedarf
es zunächst eines Teach-in-Schrittes, bei dem ein Eichblech in den Messraum eingeführt
wird und die Arbeitsfrequenz bzw. die Amplitude des Frequenzgenerators entsprechend
einer Standard-Dickenkurve eingestellt wird.
Mittels dieser Vorrichtung kann zwar eine Unterscheidung zwischen Einfach-, Fehl-
und Mehrfach-Blechen durchgeführt werden, wobei hierzu jedoch unterschiedliche Standard-Dickenkurven
gespeichert und zu dieser Entscheidung ausgewertet werden müssen. Zudem eignet sich
diese Vorrichtung zu einer Detektion von Blechdicken bis zu ca. 6 mm. Die Detektion
dünner Bleche oder Folien ist aufgrund der geringen Änderung der Dämpfung nicht sehr
sicher.
[0014] In der
DE 44 03 011 C1 wird eine Vorrichtung zur Vereinzelung von unmagnetischen Blechen beschrieben. Hierzu
ist vorgesehen, dass ein Wanderfeldinduktor bei Vorliegen eines Doppelbleches eine
entgegengesetzt zur Förderrichtung des Blechpaketes vorgesehene Kraft ausübt, so dass
das vorliegende Doppelblech in zwei Bleche vereinzelt wird. Für nichtmetallische flächige
Objekte oder Folien ist diese Vorrichtung vollkommen ungeeignet.
[0015] Die
DE 42 33 855 C2 beschreibt ein Verfahren zur Kontrolle und zum Erkennen von Inhomogenitäten bei Bögen.
Dieses Verfahren arbeitet optisch und auf der Grundlage einer Transmissionsmessung.
Allerdings besteht insbesondere bei der Kontrolle von Papierbögen im Hinblick auf
Einfach- und Mehrfachbögen das Problem, dass aufgrund der Materialbeschaffenheit der
Bögen sehr starke Schwankungen aufgrund von Inhomogenitäten oder dem Reflektionsverhalten
und dem Flattern der Bögen hervorgerufen werden. Zur Überwindung dieses Problems sieht
diese Druckschrift eine Messwertauswertung mit Hilfe der Fuzzy-Logik-Regeln vor.
[0016] Aus der
US 2003/0006550 ist ein Verfahren bekannt, das auf der Basis von Ultraschallwellen und der Phasendifferenz
zwischen einer Referenzphase und der empfangenen Phase, eine digitale Auswertung durchführt,
und auf dieser Basis ein Signal zur Bestimmung von Fehlbogen-, Einfach- oder Mehrfachbogen
ermittelt. Die alleinige Auswertung der Phasendifferenz kann jedoch bei speziellen
Papieren bzw. Folien unzureichend sein und zu Fehlinformation führen, was bei einer
sicheren Detektion ausgeschlossen werden sollte.
[0017] Ein insbesondere zur Zählung von Banknoten, aber auch bei anderen Papieren und Folien
einsetzbares Verfahren, ist aus der
DE 30 48 710 C2 bekannt. Dieses Verfahren, das auf die Bestimmung des Flächengewichtes bzw. der Dicke
der zu erfassenden Materialien abstellt, arbeitet mit impulsförmigen Ultraschallwellen,
wobei zur Detektion eines Doppelbogens, d.h. dem Vorliegen zweier überdeckender oder
überlappender Banknoten, insbesondere die Auswertung der Integration der Phasenverschiebung
eingesetzt wird. Der Einsatzbereich dieses Verfahrens ist daher primär auf das Zählen
von Banknoten bzw. von vergleichbaren Papieren und Folien unter Berücksichtigung der
Flächengewichte derartiger Materialien ausgerichtet. Für den Einsatz bei Verpackungsmaterialien
oder dem Zählen von Etiketten erscheint daher dieses Verfahren ungeeignet.
[0018] Ein weiteres Verfahren auf akustischer bzw. Ultraschall-Basis ist aus der
DE 40 22 325 C2 bekannt. Dieses Verfahren, das auf die Kontrolle von Fehl- oder Mehrfachbögen von
blatt- oder folienartigen Gegenständen abstellt, benötigt einen Erstdurchlauf des
entsprechenden flächigen Gegenstandes mit einem Eich- und Einstellvorgang, der mikroprozessorgesteuert
selbsttätig durchgeführt wird. Es ist daher bei diesem Verfahren eine Art Teach-in
zunächst auf die Dicke des Objektes in Bezug auf einen optimalen Mess- und Frequenzbereich
erforderlich und weiterhin bei einem derartigen Erstdurchlauf das Erfassen und Abspeichern
eines entsprechenden Schwellwertes.
[0019] Im Anwendungsbereich der Detektion bzw. des Zählens von Etiketten sind vergleichbare
Verfahren und Vorrichtungen bekannt. Hierbei ist zunächst der Unterschied bei einer
Etikette zu sehen, da diese auf einem Grund- oder Trägermaterial als aufgebrachte
Materialschicht vorgesehen ist. Dieses geschichtete Material verhält sich nach außen
hin im Hinblick auf Opazität, das Dielektrikum, die elektromagnetische Leitfähigkeit
oder die Schalllaufzeit wie ein verbundenes Materialstück, so dass es bei diesen Detektionsmöglichkeiten
nur zu einer vergleichsweisen geringen Bedämpfung kommt, die jedoch noch auswertbar
ist.
[0020] Aus der
DE 199 21 217 A1 ist zusammen mit der
DE 199 27 865 A1 und
EP 1 067 053 B1 eine Vorrichtung zur Detektion von Etiketten bzw. flächigen Objekten bekannt. Diese
Vorrichtung nutzt Ultraschallwellen mit einer Modulationsfrequenz, wobei zur Unterscheidung
von Einfach- und Mehrfachbögen ein Schwellwert während eines Abgleichvorganges bzw.
eines Teach-in-Schrittes bestimmt wird. Mittels des Teach-in-Schrittes ist die Detektion
zwar auf das spezielle flächige Objekt im Sinne eines Etiketts einstellbar. Dieser
Teach-in-Schritt macht jedoch die Vorrichtung komplexer und erfordert längere Einstellzeiten
beim Wechsel auf ein anderes flächiges Objekt. Dies zeigt, dass ein größeres Materialspektrum
nicht per se, sondern nur abgestimmt auf das spezifische einzelne Material, detektiert
werden kann.
[0021] Unter Berücksichtigung dieses Standes der Technik liegt daher der Erfindung die
Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes Verfahren und eine Vorrichtung zur berührungslosen
Detektion von flächigen Objekten zu konzipieren, das bzw. die sehr flexibel und über
ein großes Materialspektrum eine sichere Detektion von Einfach-, Fehl- oder Mehrfachbögen
bei unterschiedlichen flächigen Materialien, insbesondere bei Papieren, ermöglicht,
wobei weitgehend ohne Teach-in-Schritt ausgekommen werden kann und unterschiedliche
Strahlen bzw. Wellen wie optischer oder akustischer Art einsatzbar sind.
[0022] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei Verfahren durch die Merkmale des Anspruchs
1 und bei Vorrichtungen durch die Merkmale des Anspruchs 3 gelöst.
[0023] Die Erfindung berücksichtigt, dass eine unmittelbare Umwandlung des Messsignales
im Rahmen einer A/D-Wandlung durchgeführt werden kann, wobei die dabei erhaltenen
digitalen Werte der Messsignal-Kennlinie der entsprechenden rein digitalen Korrektur-Kennlinie
unterworfen werden, um sozusagen unmittelbar die auswertbare Zielkennlinie zu erreichen.
[0024] Dieses Prinzip der Anwendung einer Korrektur-Kennlinie hat zudem den großen Vorteil,
dass unterschiedliche Sensoreinrichtungen, insbesondere als Schranken- bzw. Schrankenanordnung,
z.B. in Gabelform, verwendet werden können, wobei vorteilhafterweise Ultraschall-Sensoren
oder optische Sensoren eingesetzt werden können, wobei für diese Sensoren gleichermaßen
dasselbe Verfahren verwendet werden kann.
[0025] Sofern verfahrensmäßig das am Ausgang des Empfängers bzw. des Messsignalwandlers
erhaltene Messsignal zur weiteren Auswertung einer Signalverstärkung unterzogen wird,
wird vorzugsweise der entsprechenden Verstärkereinrichtung die entsprechende Korrektur-Kennlinie,
die auch aus einer Kombination mehrerer Korrektur-Kennlinien bestehen kann, eingeprägt,
um ausgangsseitig zur weiteren Bewertung eine gut auswertbare Zielkennlinie über den
gesamten Flächengewichtsbereich zu erhalten. Mittels dieser Zielkennlinie kann dann
in einem nachgeschalteten Verfahrensschritt, der z.B. in einem Mikroprozessor realisiert
werden kann, die Detektion des entsprechenden flächigen Objektes im Hinblick auf bestimmte
Schwellwerte erfolgen, so dass ein klares Detektionssignal zu Einfachbogen, Fehlbogen
oder Mehrfachbogen erhalten wird.
[0026] Als Alternative sieht das Verfahren auch vor, dass das im Empfänger erhaltene Messsignal
bzw. dessen Messsignal-Kennlinie direkt einer Analog-Digital-Wandlung unterzogen wird,
wobei diese digitalen Werte unter Berücksichtigung einer entsprechenden rein digitalen
Korrektur-Kennlinie zu einer Zielkennlinie mit Erzeugung eines entsprechenden Detektionssignales
verarbeitet werden.
[0027] Erfindungsgemäß erreicht man mit diesen Maßnahmen den Vorteil, dass man eine sichere
Detektion der entsprechenden flächigen Objekte über einen sehr großen Grammatur- und
Flächengewichtsbereich ohne das Erfordernis eines Teach-in-Vorganges erreicht, was
zu Stillstandzeiten der Anlage führen würde. Zudem wird der Dynamikbereich der Auswerteeinrichtung
erheblich erweitert, so dass die Detektion sehr dünner oder sehr inhomogener Materialien,
welche zu Flatterverhalten neigen, mit guter Sicherheit realisierbar ist. Das erfindungsgemäße
Verfahren ermöglicht es daher auf der Basis der Amplitudenauswertung des im Empfänger
erhaltenen Messsignales, mittels Korrektur-Kennlinie und Zielkennlinie eine sichere
Unterscheidung von Einfachbogen, Fehlbogen und Mehrfach- bzw. Doppelbogen, und dies
für sehr dünne bzw. sehr schalltransmissive Objekte, z.B. mit einem Flächengewicht
von 8 g/m
2 bzw. ca. 10 µm Dicke, bis zu relativ dicken und stark schallintransmissiven Objekten
bis zu 4000 g/m
2, z.B. mit einer Dicke von 4 mm, ohne einen vorherigen Teach-in-Vorgang sicher zu
unterscheiden.
[0028] Im Hinblick auf eine hohe Flexibilität, nicht nur bezüglich unterschiedlichster Materialien
wie Wellpappe oder Kunststoffverpackungen, sieht die Erfindung auch vor, Korrektur-Kennlinien
zu berücksichtigen, die eine Kombination von verschiedenen Korrektur-Kennlinien darstellen,
wobei diese kombinierten Korrektur-Kennlinien auch nur abschnittsweise über Teilbereiche
des gesamten Grammaturbereiches angesetzt werden können.
Dies eröffnet es, die Zielkennlinien mit verbesserter Approximation an die Idealkennlinie
zur Erkennung von Einfachbogen zu erreichen.
[0029] Entsprechend den Gegebenheiten der schaltungstechnischen Auslegung der Auswerteeinrichtung,
der eingesetzten Sensoreinrichtung und/oder dem untersuchten Materialspektrum, kann
die Korrektur-Kennlinie auch abschnittsweise als lineare oder nichtlineare Kennlinie,
als einfach- oder mehrfach-logarithmische Kennlinie, als exponentielle Kennlinie,
als hyperbolische Kennlinie, als Polygonzug, als Funktion beliebigen Grades oder als
empirisch ermittelte oder errechnete Kennlinie oder als Kombination mehrerer dieser
Kennlinien ausgelegt sein.
[0030] Gemäß der Erfindung wird die Zielkennlinie für unterschiedliche Materialspektren
in drei Abschnitte unterteilt.
Bei drei Bereichen kann z.B. eine Teil-Zielkennlinie für den Grammaturbereich oberhalb
von 1200 g/m
2 für sehr dicke Papiere und ein anderer Abschnitt unterhalb von 20 g/m
2 für ein sehr dünnes Papierspektrum gebildet werden. Die Einführung von Abschnitten
der Zielkennlinie ermöglicht daher eine verbesserte Zuverlässigkeit im Hinblick auf
die Einfach-, Fehl- oder Mehrfachbogenerkennung.
[0031] Im Hinblick auf eine klare Detektion von Einfachbogen, Fehlbogen oder Mehrfachbogen,
insbesondere Doppelbogen, wird der Amplitudenwert anhand der Zielkennlinie mit Schwellwerten
verglichen. Dies sind insbesondere ein oberer Schwellwert für Luft und ein unterer
Schwellwert für Doppel- oder Mehrfachbogen.
Ist daher das empfangene Messsignal mit dem entsprechenden Wert der Zielkennlinie
größer als der obere Schwellwert, so wird dies als "Fehlbogen" ausgewertet. Ein empfangenes
Messsignal kleiner als der untere Schwellwert bedeutet einen "Mehrfach- bzw. Doppelbogen".
Bei einem empfangenen Messsignal mit dem entsprechenden Wert auf der Zielkennlinie
zwischen den Schwellwerten, wird dies als "Einfachbogen" detektiert.
[0032] Zur Verbesserung der Detektionsmöglichkeiten, insbesondere im Hinblick auf eine genauere
Einstellung auf das zu erfassende Materialspektrum, können die Schwellwerte, insbesondere
für Mehrfachbogen, durchgehend oder abschnittsweise fest definiert oder dynamisch
mitführbar ausgelegt werden.
Eine dynamische Doppelbogenschwelle kann in diesem Sinn zu einer zusätzlichen Erweiterung
der messbaren Grammaturen benutzt werden. Hierzu kann z.B. der Einzelbogenwert gemessen
und mit dem zugehörigen Mehrfachbogenwert z.B. als Polygon-Funktion bewertet werden,
wenn es sich dabei um eine einfache Funktion, wie z.B. eine abfallende Gerade oder
einen konstanten Wert für den Einzelbogen handelt.
[0033] Verfahren und Vorrichtung lassen sich insbesondere mittels mindestens einer Ultraschall-Sensoreinrichtung
gut realisieren. Die Sensoreinrichtung weist hierbei vorzugsweise mindestens ein aufeinander
abgestimmtes und koaxial ausgerichtetes Ultraschall-Wandlerpaar auf.
Verfahren und Vorrichtung gemäß der Erfindung sind jedoch auch mit optischen Sensoren
anwendbar.
[0034] Bei Ultraschall-Sensoren hat es sich insbesondere gezeigt, dass sich auch flächige
Objekte mit Bedruckung, Farbbedruckung oder spiegelnden Oberflächen gut detektieren
lassen. Auch ist es möglich, das Sensorpaar, insbesondere bei Schranken und bei einer
Montage in Gabelform, senkrecht oder geneigt zur Bogenebene anzubringen.
[0035] Zweckmäßigerweise ist die Betriebsart der Sensoreinrichtung abhängig von den zu detektierenden
Materialspektren und den Betriebsbedingungen als Impulsbetrieb oder kontinuierlicher
Betrieb wählbar bzw. umschaltbar.
Bei kontinuierlichem Betrieb ist eine geneigte Montage des Sensorpaares vorzuziehen,
um mittels dieser Maßnahme Interferenzen bzw. stehende Wellen zu vermeiden. Zweckmäßigerweise
wird der kontinuierliche Betrieb sozusagen als quasi-kontinuierlicher Betrieb ausgelegt,
indem z.B. periodisch, im Vergleich zur Auswertzeit kurzen Zeiträumen, das Signal
abgeschaltet und wieder eingeschaltet wird. Zur Vermeidung von stehenden Wellen können
auch Phasensprünge im Sendesignal vorgesehen werden.
[0036] Um bei der Detektion von Fehl-, Einfach- und Mehrfachbogen das Materialspektrum von
geringen Grammaturen, z.B. sehr feinen und dünnen Wellpappen, sogenannten Mikrowellpappen,
zu großen Grammaturen bzw. sehr großen Materialdicken, z.B. bis zu mehreren mm erweitern
zu können, können mindestens zwei unterschiedliche Sensoren bzw. Sensorpaare eingesetzt
werden, wobei Ultraschallsensoren bevorzugt werden.
Hierbei würde der erste Sensor, z.B. nach dem Ultraschall-Transmissionsverfahren,
und dem Prinzip der Kennlinien - Korrekturarbeiten -, während der zweite Sensor nach
dem Tastprinzip arbeiten würde.
Im Vergleich zum Stand der Technik bietet eine derartige Ausführungsform den Vorteil,
dass der erste Sensor, welcher nach dem Prinzip der Korrektur-Kennlinie arbeitet,
ohne einen Teach-in-Vorgang auskommt, und alle mechanischen Materialien, welche unterhalb
der örtlichen Auflösung des Dicken messenden zweiten Sensors liegt, praktisch ausnahmslos
detektiert werden können. Hierbei wird von einer örtlichen Auflösung des Dicken messenden
zweiten Sensors von etwa 0,3 mm bis 0,5 mm ausgegangen.
Der zweite Sensor, der zweckmäßigerweise, mit einem Metallbügel korrigiert ist, benötigt
daher nicht zwangsweise einen Einlernvorgang, da er aufgrund der großzügigen Mindestauflösung,
von z.B. 0,5 mm, Fehl-, Einfach- und Mehrfachbogen als Schichthöhe detektieren kann.
[0037] Auf ein Einlernen des zweiten Sensors kann in dem Fall beispielsweise verzichtet
werden, wenn der Abstand vom zweiten Sensor zum Material führenden Bodenmaterial der
Maschine bekannt ist und wenn gewährleistet ist, dass beim Einschalten der Maschine
für einen definierten Mindestzeitraum ein Einfachbogen einliegt.
[0038] Es hat sich auch als vorteilhaft erwiesen, das Sendesignal mit mindestens einer Modulationsfrequenz
zu modulieren. Hiermit können insbesondere bei Ultraschall-Sensoren Toleranzen der
Wandler korrigiert bzw. kompensiert werden. Obwohl die Sensorelemente aufeinander
abgestimmt werden, haben sie in der Regel verschiedene Resonanzfrequenzen. Wird zu
einer Frequenzmodulation ein Frequenzsweep f
s mit einer Frequenz, deutlich kleiner als die anregende Frequenz genutzt, so wird
das Resonanzmaximum der Sensorelemente periodisch überschritten. Sofern die Ansprechzeit
des Sensors deutlich kleiner ist als 1/f
s, können auf diese Art und Weise die Wandlereigenschaften eines jeden individuellen
Sensorelementes bzw. Sensorpaares optimal zur Ultraschall-Transmission genutzt werden.
Der Frequenzsweep wird normalerweise bis zu einigen 10 kHz betragen.
[0039] Die Toleranzen der Sensorelemente werden zweckmäßigerweise automatisch vor oder während
des laufenden Betriebes korrigiert. Dies geschieht durch Normierung der Sensorelementpaare
auf einen festen Wert bei einem vorgegebenen festen Abstand, insbesondere dem optimalen
Montageabstand. Hierdurch werden schlechte Sensorelemente besser gemacht und gute
Sensorelemente bzw. Wandler schlechter gemacht. Um dies auszugleichen, ist ein Korrekturfaktor
notwendig. Verfahrensgemäß kann dies durch die Verwendung von einer im Mikroprozessor
als Wertepaare abgelegten oder berechneten Geraden geschehen, da das Messsignal bereits
mit z.B. einer einfach-logarithmischen Korrektur-Kennlinie bewertet ist und die Korrektur-Kennlinie
eine etwa linear fallende Zielkennlinie über den Wandler- bzw. Sensorelementabstand
erzeugt. D.h. das Eingangssignal am Mikroprozessor einer Auswerteeinrichtung fällt
in guter Näherung linear mit dem Wandlerabstand ab. Daher fällt die Korrektur der
Werte auch bei variablem Abstand einfach, da beim Einschalten einer entsprechenden
Vorrichtung nur eine Geradenfunktion für den richtigen Anfangswert berechnet oder
als Wertepaar abgelegt werden muss. Die korrekte Bestimmung des Sensorkopfabstands
wird durch eine Laufzeitmessung vorgenommen.
[0040] Das erfindungsgemäße Verfahren wird vorteilhafterweise dadurch weitergebildet, dass
nicht nur ein Sensor einer bestimmten Art, z.B. ein Ultraschallsensor oder ein optischer
Sensor, verwendet werden, sondern dass abhängig von den spezifischen Kriterien der
zu detektierenden flächigen Objekte, auch unterschiedliche Sensoren miteinander kombiniert
werden.
[0041] Diese Art von Kombination betrifft auch die Sensoreinrichtungen selbst. So kann beispielsweise
eine Sensoreinrichtung aus mehreren Sensoren gleicher Art, wie z.B. Ultraschall-Sensoren
mit Sender und Empfänger bestehen. Die Sensoreinrichtung kann hierbei in einer Linie,
vorzugsweise quer zur Lauf- und Förderrichtung der flächigen Objekte mehrere Sensoren
aufweisen.
[0042] In einem derartigen Fall, mit der Ausrichtung quer zur Laufrichtung der flächigen
Objekte, ist es empfehlenswert, mindestens einen Sensor mittig und z.B. zwei weitere
Sensoren jeweils dem Randbereich der flächigen Objekte zuzuordnen. Hiermit können
auch Strukturfehler bzw. Materialausriß- oder Ausbruchstellen im Randbereich gut detektiert
werden.
[0043] Insbesondere im Hinblick auf die Feststellung der Transportrichtung zeigt sich eine
in Längsrichtung der geförderten flächigen Objekte angebrachte Sensoreinrichtung mit
mehreren hintereinander geschalteten Sensoren, gleicher oder unterschiedlicher Art,
für geeignet.
[0044] So empfiehlt sich insbesondere bei der Detektion von Papierbögen und derartigen Materialien
eine Sensoreinrichtung mit Ultraschallsensoren und eine vor- bzw. nachgeschaltete
Sensoreinrichtung mit optischen Sensoren.
[0045] Die typspezifischen Sensoreinrichtungen werden hierbei vorzugsweise mit unterschiedlichen
Korrektur-Kennlinien eingesetzt.
Unter Berücksichtigung von gleichartigen, insbesondere nichtlinearen Verstärkungs-Kennlinien
in der nachgeschalteten Auswertung, können auch gleiche oder gleichartige Korrektur-Kennlinien
eingesetzt werden.
[0046] Die Auswertung der auf diese Weise erreichten Zielkennlinien kann dabei analog oder
digital erfolgen.
Auch eine Digitalisierung durch Analog-Digital-Umwandlung der Messsignale am Ausgang
der einzelnen Sensoren mit nachfolgender digitaler Bewertung in der Auswerteeinrichtung
bzw. einem Mikroprozessor ist zweckmäßigerweise möglich.
Die Auswertung einzelner Sensoren, speziell jedoch unterschiedlicher Sensoreinrichtungen
mit unterschiedlichen Typen von Sensoren, erfolgt, geeigneterweise über separate Kanäle.
Hierzu können beispielsweise Bus-Leitungen vorgesehen sein, die die entsprechenden
Signale der Auswerteeinrichtung mit Mikroprozessor zuleiten.
[0047] Die Auswahl der entsprechenden Sensortypen und Sensoreinrichtungen erfolgt entsprechend
den Materialgegebenheiten Für Papierbögen unterschiedlicher Grammatur eignen sich
besonders optische Sensoren, bei denen als Empfangssignal die Lichtstärke I in cd
erfasst wird oder Ultraschallsensoren mit der Erfassung Schalldruckes p in Pa.
[0048] Für die Einfach-, Fehl- oder Mehrfachmaterial Erkennung eignet sich insbesondere
eine Sensoreinrichtung auf der Basis von Ultraschall-Sensoren, welche nachgeschaltet
mit mechanischen, kapazitiven, optischen und/oder induktiven Sensoren kombiniert ist.
Die in den einzelnen unterschiedlichen Sensoreinrichtungen erfassten und einer oder
mehreren Auswerteeinrichtungen zugeführten Signale, werden logisch verknüpft, z.B.
mittels UND/ODER-Verknüpfung, so dass fehlerhafte Detektionssignale für das Vorliegen
von Einfach- oder Mehrfachbogen ausgeschlossen werden können.
Auch eine Selektion und Bewertung von Ausgangssignalen verschiedener Sensoren kann
zur Ermittlung des Detektionssignales getroffen werden.
[0049] Für die Erfassung sehr dünner bis sehr dicker Bleche zeigt sich insbesondere eine
Kombination einer Sensoreinrichtung mit Ultraschallsensoren zusammen mit induktiven
Sensoren für sehr gut geeignet, wobei insbesondere unter Berücksichtigung einer logischen
Verknüpfung der entsprechenden Ausgangssignale eine sichere Detektion zu Einfach-,
Fehl- oder Doppelbogen getroffen werden kann.
[0050] Der Aufbau der Sensoreinrichtung, insbesondere mit Ultraschall-Sensoren kann hierbei
vorteilhafterweise in Gabelform erfolgen. Sender und Empfänger liegen sich hierbei
in ihrer Hauptstrahlungsrichtung koaxial gegenüber. Hierbei können auch zylindrische
Gehäuse verwendet werden.
In einfachster Weise kann die Sensoreinrichtung mit Sender und Empfänger z.B. auf
einer Leiterplatte aufgelötet oder geklebt sein, wobei die zu detektierenden Bögen
im freien Spalt zwischen Sender und Empfänger geführt werden.
[0051] Ein besonderer Vorteil des Verfahrens mittels Ultraschall kann darin gesehen werden,
dass der Abstand zwischen Sender und Empfänger in der Sensoreinrichtung für dieses
Teach-in-freie Verfahren variabel gestaltbar ist. Mit anderen Worten, die Sensoreinrichtung
kann an unterschiedliche Applikationen im Hinblick auf ihren Abstand relativ rasch
angepasst werden, ohne dass hierdurch die Messpräzision des Verfahrens beeinträchtigt
wird. Eine weitere Verbesserung des Verfahrens kann durch die Überwachung des Abstandes
zwischen Sender und Empfänger und dessen Bestimmung herbeigeführt werden. Diese Bestimmung
des Abstandes zwischen Sender und Empfänger kann einerseits durch Reflexion der Strahlung
zwischen Sender und Empfänger realisiert werden und andererseits auch mittels Reflexion
zwischen Sender und Empfänger trotz eines im Zwischenraum vorliegenden flächigen Materials,
sogar eines dicken Bogens. Sollte ein Überschreiten des zulässigen maximalen Sensorabstandes
festgestellt werden, so kann die Auswerteeinrichtung, z.B. ein Mikroprozessor, eine
entsprechende Korrektur der ermittelten. Amplitudenwerte des Messsignales abhängig
vom Abstand zwischen Sender und Empfänger durchführen.
[0052] Die Ausrichtung des Senders und Empfängers zueinander erfolgt in der Hauptstrahlungsrichtung,
insbesondere koaxial, zueinander, wobei nahezu beliebige Neigungswinkel zur Bogenebene
vorgesehen werden können.
[0053] Im Hinblick auf eine optimale Detektion kann verfahrensmäßig auch eine Rückkopplung
zwischen Sender und Auswerteeinrichtung, insbesondere ein Mikroprozessor, vorgesehen
sein, um unter Berücksichtigung der Materialspezifikation der zu untersuchenden flächigen
Objekte und weiterer Betriebsbedingungen, am Ausgang eine maximale Amplitude zu erhalten.
Es ist auch eine Regelung auf die optimale Sendefrequenz möglich. Mit dieser Maßnahme
können auch Alterungseffekte der Sensorelemente ausgeglichen und eine Produktprüfung
der erfindungsgemäßen Vorrichtung, in besonders vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung
bei der Serienherstellung voll automatisiert werden.
[0054] In vorteilhafter Weiterbildung ist zwischen der Auswerteeinrichtung und dem Sender
eine Rückkopplung vorgesehen, mittels der eine Maximierung der Amplitude des empfangenen
Messsignales durchführbar ist. Auch wird bevorzugt, einen Selbstabgleich zwischen
Sender und Empfänger im Hinblick auf eine optimale Sendefrequenz und/oder Amplitude
vorzusehen.
Dieser Selbstabgleich kann in zur Sendefrequenz synchronisierten Zeiten, in fest definierten
Pausenzeiten oder auch über einen extern an der Sensoreinrichtung vorgesehenen separaten
Eingang durchgeführt werden.
[0055] Im Hinblick auf eine optimale Prozesssteuerung für Anlagen, in denen das Verfahren
und die Vorrichtung angewendet werden, eignet es sich, zur Digitalisierung des analogen
Messsignales wenigstens einen A/D-Wandler oder einen Schwellwertgenerator vorzusehen,
um die weitere Verarbeitung der Werte digital durchführen zu können.
Insbesondere bei der Verarbeitung und Selektion verschiedener Signale mehrerer Signalverstärkungseinrichtungen
wird die Ansteuerung und Auswahl der entsprechenden Kanäle und Signale bevorzugt über
Zeitmultiplex-Einrichtungen durchgeführt.
[0056] Die Erfindung wird nachfolgend anhand schematischer Darstellungen und Diagramme sowie
mit Bezug auf zugrunde liegende Messprinzipien näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- das Prinzip eines erfindungsgemäßen Verfahrens sowie blockschaltartig eine entsprechende
Vorrichtung unter Einbeziehung von Spannungsdiagrammen nach den Fig. 1a, 1b, 1c, welche
die Struktur der Kennlinien bei der Detektion von Bögen aus Papier, Folien oder dergleichen
Materialien verdeutlichen;
- Fig. 2
- das Prinzip eines Verfahrens sowie blockschaltartig eine entsprechende Vorrichtung
unter Einbeziehung von Spannungsdiagrammen nach den Fig. 2a, 2b, 2c, 2d welche die
Struktur der Kennlinien bei der Detektion von Etiketten, Aufreißstellen und dergleichen
Materialien verdeutlichen;
- Fig. 3a
- ein Kurvendiagramm, welches die schematische Abhängigkeit der Ausgangsspannung eines
Verstärkers, wie in Fig. 1 beispielhaft aufgezeigt, in Abhängigkeit von der Grammatur
bzw. dem Flächengewicht von zu detektierenden Materialien zeigt, wobei idealisierte
Zielkennlinien miteinbezogen sind;
- Fig. 3b
- ein schematisches Diagramm analog zu Fig. 3a mit der Ausgangsspannung eines Verstärkers
in Abhängigkeit von der Grammatur bzw. dem Flächengewicht der zu untersuchenden Materialien,
wobei mehrere Zielkennlinien zusammen mit entsprechenden Schwellwerten, z.B. Luftschwelle,
Doppelbogenschwelle, dargestellt sind;
- Fig. 4a
- eine schematische Darstellung, wie bei bekannter Messwert-Kennlinie und idealer Zielkennlinie
für Einfach- bzw. Doppelbogenerkennung im kartesischen Koordinatensystem die Korrektur-Kennlinie
ermittelt werden kann;
- Fig. 4b
- eine schematische Darstellung, bezogen auf die Etikettenerkennung mit idealer Zielkennlinie,
bekannter Messwert-Kennlinie und einer zur Transformation erforderlichen Korrektur-Kennlinie;
- Fig. 4c
- eine schematische Darstellung der Kennlinien bei Doppelbogenerkennung, sofern keine
ideale Zielkennlinie vorliegt;
- Fig. 4d
- eine Darstellung von Kennlinien zur Doppelbogenerkennung mit Spiegelung an einer gedachten
Achse unter Einbeziehung der Transformation nach Fig. 4f;
- Fig. 4e
- eine schematische Darstellung von Kennlinien für die Etikettenerkennung mit Spiegelung
an der gedachten Achse unter Berücksichtigung Fig. 4f;
- Fig. 4f
- schematisch eine Transformation des kartesischen Koordinatensystems um einen Winkel
α mit Darstellung einer Bezugsachse des neuen Koordinatensystems;
- Fig. 4g
- eine schematische Darstellungen von idealer Zielkennlinie und realen Zielkennlinien
bei der Doppelbogenerkennung;
- Fig. 4h
- eine schematische Darstellung einer idealen Zielkennlinie und einer realistischen
Zielkennlinie für die Etikettenerkennung;
- Fig. 4i
- schematische Darstellungen einer Messwert-Kennlinie und Korrektur-Kennlinie bei der
Einfach- bzw. Doppelbogenerkennung, wobei die Korrektur-Kennlinie eine aus einer e-Funktion
und einer Umkehrfunktion abgeleitete Kennlinie darstellt, mit daraus ermittelten Zielkennlinien;
- Fig. 4j
- schematische Darstellung einer aus einer gewichteten Hyperbel abgeleiteten Messwert-Kennlinie
sowie eine aus einer logarithmischen Funktion abgeleiteten Korrektur-Kennlinie mit
daraus ermittelter Zielkennlinie für die Einfach- bzw. Doppelbogenerkennung;
- Fig. 5a
- eine schematische Prinzipdarstellung der bei der Detektion eines Doppelbogens von
Material mittels Ultraschallwellen beispielhaft vorliegenden Messkriterien;
- Fig. 5b
- in vergleichbarer Weise wie in Fig. 5a die schematische Darstellung einer Klebestelle
zwischen einem Material-Doppelbogen und die sich hierbei erhebenden Messkriterien
bei Erfassung mittels Ultraschall;
- Fig. 5c
- die schematische Darstellung von auf einem Grund- oder Trägermaterial haftend aufgebrachte
Materialien, teils als einfach geschichtete und teils als mehrfach geschichtete Materialien,
wobei dieser Aufbau die Struktur einer Etikette zeigt;
- Fig. 6
- in blockschaltartiger Darstellung das Verfahren und eine Vorrichtung am Beispiel einer
Kombination von verschiedenen Korrektur-Kennlinien;
- Fig. 7
- eine schematische Darstellung ähnlich Fig. 6, wobei das Prinzip für das Einstellen
einer Korrektur-Kennlinie und das Berechnen einer Korrektur-Kennlinie mit Rückwirkung
auf die Schaltungsblöcke dargestellt ist;
- Fig. 8
- eine schematische Darstellung für die empirische Bestimmung einer Messwert-Kennlinie
über einen großen Grammatur- bzw. Flächengewichtsbereich;
- Fig. 9
- eine schematische blockschaltartige Darstellung eines Verfahrens bzw. der entsprechenden
Vorrichtung mit der Kombination z.B. der Mehrfachbogenerkennung mit der Erkennung
von auf Trägermaterial haftend aufgebrachten Materialschichten bzw. Etiketten;
- Fig. 10
- schematisch ein Diagramm der normierten Ausgangsspannung UA über den Grammaturbereich mit konstanter bzw. dynamischen Doppelbogenschwellen,
- Fig. 11
- eine Zielkennlinie mit eingezeichnetem oberen und unteren Flatterbereich,
- Fig. 12
- mit den Darstellungen zu Fig. 12a, 12b und 12c die Anordnung eines Sensors mit optimaler
Ausrichtung bei einer einwelligen Wellpappe, Fig. 12a, und entsprechend Fig. 12b,
die analoge Ausrichtung eines Sensors bei zweiwelliger Wellpappe sowie nach Fig. 12c
die schematische Darstellung der Anordnung von zwei Sensoren zur Erfassung der Laufrichtung
eines Wellpappenbogens,
- Fig. 13
- eine Draufsicht auf das Schema einer Vorrichtung mit zwei Sensoreinrichtungen und
- Fig. 14
- einen vertikalen Schnitt durch die Vorrichtung nach Fig. 13 im Bereich der zwei Sensoreinrichtungen.
[0057] Die in den Fig. 2-5 und 9-12 gezeigten Inhalte gehören nicht zur Erfindung.
[0058] Die Darstellung nach Fig. 1 zeigt schematisch das erfindungsgemäße Verfahren und
eine Vorrichtung mit blockschaltartigem Aufbau und den an bestimmten Punkten erzielbaren
Spannungsverläufen im Sinne von Kennlinien über einen Grammatur- bzw. Flächengewichtsbereich
g/m
2 eines zu detektierenden Materialspektrums.
[0059] Die weitere Erörterung erfolgt auf der Basis einer Ultraschall-Sensoreinrichtung,
wobei prinzipiell jedoch auch andere Sensoreinrichtungen optischer, kapazitiver oder
induktiver Art eingesetzt werden können.
[0060] Eine entsprechende Sensoreinrichtung 10 weist hierbei einerseits einen Sender T und
einen dazu ausgerichteten, gegenüberliegenden Empfänger R auf, zwischen denen die
zu detektierenden flächigen Objekte, im Beispiel in Bogenform berührungslos hindurchbewegt
werden.
In Fig. 1 ist beispielhaft ein Mehrfachbogen als Doppelbogen 2 dargestellt.
Da für dieses prinzipielle Beispiel die Amplitudenauswertung des Messsignales UM zur
Detektion eines Einzelbogens, eines Fehlbogens, d.h. keines Bogens, oder eines Doppel-
bzw. Mehrfachbogens, vorausgesetzt wird, ist ein möglicher Spannungsverlauf UM in
Abhängigkeit von der Grammatur bzw. dem Flächengewicht g/m
2 für die Messkennlinie MK in Fig. 1a gezeigt.
[0061] Im Hinblick auf eine eindeutige sichere Entscheidung, ob ein Einfachbogen, ein Doppelbogen
oder ein Fehlbogen vorliegt, ist es Ziel der Erfindung, unter Berücksichtigung von
Schwellwerten, wie z.B. für die Luftschwelle oder als Doppelbogenschwelle, eindeutige
Schnittpunkte mit diesen Schwellwerten bzw. möglichst große Spannungsabstände zu diesen
Schwellwerten zu erhalten.
[0062] Die der Erfindung zugrunde liegende Kenntnis geht davon aus, dass bei gattungsgemäßen
Verfahren und Vorrichtungen im Stand der Technik, bei der Mehrfachbogen-Erkennung
und einer angenommenen, nachfolgenden näherungsweise linearen Verstärkung, gegebenenfalls
mit weiterer Filterung und Auswertung, in Abhängigkeit von der Grammatur bzw. dem
Flächengewicht, eine Kennlinie für das verstärkte Messsignal erhalten wird, die im
Wesentlichen stark nichtlinear, insbesondere exponentiell, mehrfach exponentiell bzw.
hyperbelförmig oder ähnlich verläuft, wobei über einen großen gewünschten Einsatzbereich
des Materialspektrums eine unsichere und Fehler behaftete Detektion häufig vorliegt,
dies mit einem einfachen Prinzip abzuändern.
[0063] Das erfindungsgemäße Prinzip lautet deswegen, eine Korrektur-Kennlinie zu berücksichtigen
und diese z.B. der dem Empfänger nachfolgenden Auswerteschaltung einzuprägen, wozu
insbesondere die nachfolgende Verstärkereinrichtung geeignet ist, um über den gewünschten
Grammaturbereich eine gut auswertbare ZielKennlinie für eine sichere Detektion mit
der Entscheidung zu erreichen, ob ein Einfachbogen, kein Bogen oder ein Mehrfachinsbesondere
Doppelbogen, vorliegt.
[0064] Eine derartige Korrektur-Kennlinie KK ist in Fig. 1b schematisch dargestellt. Diese
Korrektur-Kennlinie, die in Fig. 1b die Abhängigkeit zwischen der Ausgangsspannung
U
A von der Eingangs-spannung U
E nur prinzipiell zeigt, verdeutlicht im Vergleich mit der Mess-Kennlinie MK nach Fig.
1a, die ebenfalls nur schematisch den Verlauf des Messsignales UM zeigt, dass relativ
hohe Spannungswerte UM über den Grammaturbereich gesehen, keine oder nur eine geringe
Verstärkung erfahren, während kleinere Spannungswerte, z.B. bei relativ großen Flächengewichten
(g/m
2) eine wesentlich höhere, gegebenenfalls exponentielle Verstärkung erfahren.
[0065] Die daraus resultierende Zielkennlinie ZK mit der Spannung U
z in Abhängigkeit von der Grammatur (g/m
2) ist in Fig. 1c ebenfalls nur schematisch dargestellt.
Die gewünschte Zielkennlinie ZK kann ebenfalls aus einer punktweisen Abbildung des
Messsignals U
M zum gewünschten Ausgangssignal U
z transformiert werden und somit die gewünschte Zielkennlinie ZK erreicht werden. Dazu
wird ein Verstärker mit einstellbarer Verstärkung notwendig, der dann die Korrektur-kennlinie
aus einem Mikroprozessor erhält.
[0066] Die Abbildung des Messsignals U
M zum gewünschten Ausgangssignal U
z anhand der Korrekturkennlinie KK kann ebenfalls statt wertdiskret bzw. punktweise
auch wertkontinuierlich erfolgen.
[0067] Diese in Fig. 1c gezeigte Zielkennlinie weist den mit durchgezogener Linie dargestellten
Verlauf auf, der drei Bereiche hat. Einen ersten und einen dritten relativ steil abfallenden
Bereich sowie einen mittleren, nur relativ geringfügig zur Abszisse geneigten Bereich,
der einen großen Grammaturbereich umfasst.
[0068] Da der erste und der dritte Bereich im Hinblick auf eine sichere Detektionsanzeige
bzw. eindeutiges Schaltverhalten der Vorrichtung einen optimaleren Verlauf zeigen
könnte, ist mit unterbrochenem Linienzug eine durch die Endpunkte der ersten Zielkennlinie
ZK1 gehende, linear abfallende Zielkennlinie ZK2 als verbesserte Zielkennlinie dargestellt.
Diese fällt jedoch nicht unter die Erfindung.
Im Hinblick auf die in Fig. 1 vom Prinzip her und blockschaltmäßig dargestellte Vorrichtung
1 zur Detektion von Einfachbogen, Fehlbogen oder Mehrbogen, ist das am Empfänger R
erhaltene Messsignal U
M einer Auswerteeinrichtung 4 zugeführt. Die Auswerteeinrichtung 4 ist vereinfachend
mit der Verstärkereinrichtung 5 und nachgeschaltet einem Mikroprozessor 6 dargestellt.
Der Verstärkereinrichtung 5 wird im Beispiel die Korrektur-Kennlinie KK vorgegeben
bzw. eingeprägt, so dass am Ausgang die Zielkennlinie ZK1 bzw. ZK2 zur weiteren Auswertung
im Mikroprozessor 6 erhalten wird. Der Mikroprozessor 6 kann dann unter Berücksichtigung
gespeicherter oder dynamisch errechneter Daten, wie Schwellwerte, ein entsprechendes
Detektionssignal im Hinblick auf Einfachbogen, Fehlbogen oder Mehrfachbogen, insbesondere
Doppelbogen erzeugen.
[0069] In Fig. 2 und den zugeordneten Fig. 2a, 2b, 2c, 2d ist schematisch das Verfahren
und eine Vorrichtung dargestellt zur Detektion von Etiketten und gleichartigen Materialien,
ohne dass ein Teach-in-Schritt durchgeführt werden müsste.
Die Bezugszeichen entsprechen hierbei den Bezugszeichen aus Fig. 1.
Der blockschaltartige Aufbau zeigt einen Sender T, z.B. für die Abstrahlung von Ultraschallwellen,
und einen zugeordneten Empfänger R als Sensoreinrichtung 10. Zwischen Sender T und
Empfänger R werden Etiketten 7 hindurchgeführt. Ziel der Vorrichtung ist es daher
einerseits zu erkennen, ob Etiketten oder keine Etiketten vorliegen. Andererseits
ist es auch möglich die Anzahl der durch die Sensoreinrichtung geführten Etiketten
festzustellen.
[0070] Das bei Vorhandensein eines Etiketts im Empfänger R erhaltene Messsignal UM bzw.
U
E kann z.B. den schematisch angedeuteten Kennlinien-Verlauf über die Grammatur mit
etwa linear, nichtlinear, exponentiell oder dergleichen ähnlich abfallenden Verlauf
haben.
[0071] Die nachfolgende Auswerteeinrichtung, die z.B. eine Verstärkereinrichtung 5 und nachgeschaltet
einen Mikroprozessor 6 aufweisen kann, erhält im Verstärker 5 eine Korrektur-Kennlinie,
welche z.B. linear ansteigend (I.) oder exponentiell ansteigend (II.) wie in Fig.
2b gezeigt, ausgelegt sein kann. Am Ausgang des Verstärkers 5 wird unter Berücksichtigung
der Korrektur-Kennlinie z.B. nach Fig. 2b eine Zielkennlinie über den Grammaturbereich
erreicht, wie sie in Fig. 2c durch denn Kurvenverlauf I. oder II. dargestellt ist.
[0072] Ein idealer Verlauf der Zielkennlinie ist in dem Diagramm nach Fig. 2 vom Prinzip
her gezeigt.
[0073] Diese Zielkennlinie ZK
I hat den Verlauf einer negativ fallenden Geraden, von kleineren Grammaturen zu größeren
Grammaturen, wobei optimalerweise eine konstante Steigung und eine maximale Spannungsdifferenz
für die Ausgangsspannung U
z bei kleinen Grammaturunterschieden über den gesamten zur Detektion von Etiketten
vorgesehenen Grammatur- bzw. Flächengewichtsbereich erreicht werden sollte.
[0074] Wie nachfolgend noch erläutert, kann die Korrektur-Kennlinie KK auch eine Kombination
einzelner unterschiedlicher Kennlinien sein. Auch andere Korrektur-Kennlinien wie
logarithmisch oder mehrfachlogarithmisch können abhängig vom Kennlinien-Verlauf des
Messsignales UM und der Verstärkungs-Kennlinie eingesetzt werden. Hierbei ist es das
Ziel, nach Möglichkeit eine ideale Kennlinie ZK
I, wie in Fig. 2 dargestellt, zu erreichen.
[0075] Die Kurvenverläufe nach den Fig. 2a, 2b, 2c zeigen zwei Beispiele unterschiedlicher
Kennlinien. Einerseits für das Messsignal U
M nach Fig. 2a mit dem Kennlinien-Verlauf MK einer ersten Kennlinie I und einer Kennlinie
II mit unterbrochenem Linienzug.
Diese unterschiedlichen Kennlinien für das Messsignal MK I und MK II werden dann über
beispielhaft dargestellte schematische Korrektur-Kennlinien KK in Fig. 2b derart transformiert,
dass am Ausgang der Auswertung ein Kennlinien-Verlauf für die Zielkennlinie ZK entsprechend
der Fig. 2c erreicht werden kann.
[0076] Zur weiteren Verdeutlichung ist in Fig. 2d in schematischer Darstellung die Ausgangsspannung
U
A einer Verstärkereinrichtung über den Grammaturbereich mit einem exemplarischen Verlauf
einer Messwert-Kennlinie MK
E für ein Etikett und der Zielkennlinie ZK
E dargestellt, wie dies unter Berücksichtigung einer dem Verstärker eingeprägten Korrektur-Kennlinie
KK erreichbar ist. Die Darstellung gilt exemplarisch für die Erkennung von Etiketten
bzw. von Klebestellen. Zur Erreichung der gewünschten Zielkennlinie ZK
E wird die Messwert-Kennlinie MK
E mittels einer geeigneten Korrektur-Kennlinie KK transformiert. Hierbei wird sozusagen
jeder Punkt der Messwert-Kennlinie MK
E kontinuierlich oder wertdiskret bei digitalen Systemen, in einen entsprechenden Wert
auf der Zielkennlinie ZK
E transformiert. Dies ist zur Verdeutlichung anhand der Pfeile dargestellt.
Im Eingangsbereich bei sehr dünnen Materialien, z.B. bei einer Grammatur zwischen
1 bis 8 g/m
2 kann die Verstärkerspannung sehr leicht im Sättigungsbereich liegen. Andererseits
kann durch die Verwendung von Folien bei Etiketten auch rasch der Grenzbereich des
Verstärkers zum Rauschen erreicht werden, da Folien sehr stark bedämpfen.
Im Diagramm ist dies etwa im Bereich der Grammatur von 100 bis 300 g/m
2 erkennbar.
[0077] Speziell bei derartigen Messwert-Kennlinien MK
E lässt sich das Verfahren der Kennlinienkorrektur besonders vorteilhaft einsetzen,
so dass eine Sättigung des Messsignales bei sehr dünnen und stark dämpfenden Materialien
vermieden wird, wodurch letztlich eine einwandfreie Detektion des Vorliegens bzw.
Nichtvorliegens von Etiketten gewährleistet wird.
[0078] Exemplarisch ist in der Fig. 2d noch ein möglicher Verlauf der Messwert-Kennlinie
MK
DB für einen Doppelbogen dargestellt, welche sich im oberen Grammaturbereich etwa asymptotisch
der Doppelbogenschwelle DBS nähert.
[0079] Das Diagramm gemäß Fig. 3a zeigt als schematische Darstellung die prinzipielle Abhängigkeit
eines normierten Ausgangsspannungssignals U
A/p.u. eines Signalverstärkers in Abhängigkeit vom Flächengewicht bzw. der Grammatur
(g/m
2) bei unterschiedlich ausgelegten Signalverstärkern für Einfach- und Mehrfachbogen,
speziell Doppelbogen.
Die Linie I in Fig. 3a symbolisiert einen weitgehend idealisierten Verlauf in der
Ausgangsspannung von Einfachbögen in Abhängigkeit von der Grammatur bei Verwendung
eines näherungsweise linearen Signalverstärkers 5, wobei ein näherungsweiser exponentieller
Abfall der Spannungslinie vorliegt. Diese Spannungskennlinie I berücksichtigt noch
keine Korrektur-Kennlinie KK.
Aus dieser etwa exponentiell abfallenden Spannungskennlinie I wird durch Verwendung
der dem entsprechenden Signalverstärker inhärenten bzw. eingeprägten nichtlinearen,
insbesondere logarithmischen und/oder doppellogarithmischen Korrektur-Kennlinie KK,
eine angestrebte Zielkennlinie II für Einfachbögen über einen sehr großen Grammaturbereich,
d.h. verschiedenster Materialien.
Die Zielkennlinie II symbolisiert somit eine Kennlinie für das Ausgangssignal bei
Einzelbögen bei Verwendung eines logarithmischen Signalverstärkers, wobei die Zielkennlinie
II einen näherungsweise linearen Abfall aufweist.
[0080] Als Schaltschwellen sind im Diagramm nach Fig. 3a einerseits die Luftschwelle und
andererseits die Doppelbogenschwelle beispielhaft eingetragen. Die Schnittpunkte der
Zielkennlinie II nach Fig. 3a mit der Luftschwelle bzw. der Doppelbogenschwelle zeigen
eine ausreichend große Steilheit, um einen definierten relativ kleinen Materialbereich
herum.
Der in der Nähe der Doppelbogenschwelle weitgehend asymptotische Verlauf der Kurve
I wird durch die vorgesehene Transformation einer Kurve I mit einer Korrektur-Kennlinie
KK zur Zielkennlinie II, wodurch ein größerer Abstand des Spannungswertes für Einzelbögen
gegenüber der Doppelbogenschwelle für schwerere Grammaturen bzw. Flächengewichte erreicht
wird.
Dieses Beispiel verdeutlicht, dass die Detektion als "Fehlbogen" bzw. Luft" oder als
"Mehrfach- oder Doppelbogen" über einen großen Grammatur- und Flächengewichtsbereich
ohne einen Teach-in-Vorgang sehr gut erreichbar ist.
Eine Signaltransformation von dem Messsignal UM auf ein konstantes Ausgangssignal
U
A des Einfachbogens über den gesamten Grammaturbereich bei im Idealfall mittigem Spannungswert
zwischen den beiden Schwellwerten, nämlich oberem Schwellwert für Fehlbogen bzw. Luft
und unterem Schwellwert für Mehrfachbogen bzw. Doppelbogen, wäre das erreichenswerte
Ideal, d.h. entspräche der idealen Zielkennlinie ZK für den Einfachbogen. Diese ideale
Zielkennlinie ist in Fig. 3b mit I markiert.
[0081] Weiterhin ist in Fig. 3a eine Kurve Ia gezeigt, die ein Mehrfachbogensignal, insbesondere
ein Doppelbogensignal bei Verwendung eines näherungsweise linearen Signalverstärkers
zeigt, wobei die Kurve Ia eine näherungsweise doppelt-exponentiellen Abfall der Mehrfachbogen-Kennlinie
aufweist.
Die weiterhin beispielhaft dargestellte Kurve IIa symbolisiert ein Mehrfachbogensignal,
insbesondere ein Doppelbogensignal, mit logarithmischer Korrektur-Kennlinie, wodurch
näherungsweise ein einfach exponentieller Abfall der Mehrfachbogen-Kennlinie IIa erreicht
wird.
[0082] Fig. 3b zeigt mehrere Zielkennlinien von Einzelbogen mit der Darstellung der normierten
Ausgangsspannung U
A/p.u. des Signalverstärkers in Abhängigkeit von der Grammatur bzw. dem Flächengewicht
(g/m
2) bei Verwendung unterschiedlicher Signalverstärker.
[0083] Es sind verschiedene Grenz- und Schwellenwerte eingezeichnet. So kennzeichnet die
oberste horizontale Linie mit unterbrochenem Linienzug beispielhaft die Sättigungsgrenze
bzw. maximale Versorgungsspannung für einen eingesetzten Signalverstärker. Weiterhin
ist exemplarisch bei etwa 0,7 U
A/p.u. der Schwellwert für Luft bzw. einem Fehlbogen dargestellt. Bei einem Wert von
U
A mit etwa 0,125 ist die Doppelbogenschwelle und darunter liegend die Schwelle für
das Rauschen von elektrischen Signalverstärkern beispielhaft eingezeichnet.
[0084] Die horizontale Linie I in Fig. 3b kennzeichnet eine ideale Zielkennlinie für Einfachbögen.
Diese ideale Zielkennlinie zeigt keine Sättigung für dünne Materialien und hat einen
hohen Abstand zur Schwelle des Rauschens bzw. zur Doppelbogenschwelle. Diese ideale
Zielkennlinie bedeutet, dass die Ausgangsspannung U
A der Signalverstärkung bei Eingabe verschiedenster Grammaturen bzw. Flächengewichte
in idealer Weise ein konstantes Signal ergeben würde.
Da hohe Störabstände bei dieser idealen Zielkennlinie für Einfachbogen gegenüber den
eingezeichneten Schwellwerten vorliegen, kann von einem sicheren Schalten und einer
sicheren Detektion von Einfachbogen, Fehlbogen oder Doppelbogen ausgegangen werden.
[0085] Mit der Kurve II ist eine nichtlineare Zielkennlinie mit zwei Zweigen IIa und IIb
dargestellt, die aufgrund des Wendepunkts relativ schwierig zu realisieren ist, aber
als eine der idealen Zielkennlinie I für Einzelbogen angenäherte Kennlinie betrachtet
werden kann.
[0086] Die relativ flach verlaufenden Teilbereiche von IIa und IIb könnten realisiert werden,
wobei der Bereich IIa für leichtere Grammaturen zweckmäßigerweise über eine nahezu
lineare Signalverstärkung realisiert werden kann. Der Bereich IIb für schwerere Grammaturen
kann z.B. mittels einer doppelt-logarithmischen Signalverstärkung realisiert werden,
wobei der stark nach unten abfallende Knick aufgrund der Bedämpfungseigenschaften
von Papieren mit sehr hoher Grammatur sich bei der technischen Realisierung als zu
aufwändig erweist.
[0087] Die Kurve III stellt eine Zielkennlinie dar, die die Endpunkte der Kurve II auf einfachste
Art und Weise mittels einer 2-Punkt-Geraden Verbindung einem Idealverlauf wie in der
Kurve I dargestellt annähert. Z.B. kann dies durch die Verwendung eines mindest einfach-logarithmischen
Signalverstärkers bewirkt werden und zeigt die Linearisierung der Messwerte für Einfachbogen
über einen großen Grammaturbereich unter Berücksichtigung einer entsprechenden Korrektur-Kennlinie.
[0088] Die Kurve III weist eindeutige Durchgänge für die Schwellwerte für Luft bzw. für
einen Doppelbogen auf, so dass eindeutige Schaltpunkte und Detektionskriterien in
Bezug auf diese Schwellwerte vorliegen.
Zielkennlinien gemäß den Kurven I, II und III erlauben daher eindeutige Detektionen
über ein gegenüber dem Stand der Technik verbreiterten Materialspektrum.
[0089] Die weiterhin dargestellte Kurve IV zeigt eine ungeeignete Zielkennlinie für Einzelbogen.
Einerseits liegt sowohl im oberen Bereich ein asymptotischer Verlauf der Kurve IV
zur Sättigungsgrenze und andererseits im unteren Bereich zum Schwellwert des Rauschens
vor. Ein derartiger asymptotischer Verlauf sollte auch gegenüber den Schaltschwellen
zu Luft bzw. zum Doppelbogen vermieden werden, da aufgrund geringer Signalunterschiede
zu diesen Schwellen eine klare Unterscheidung der Zustände, Fehlbogen oder Doppelbogen,
dann problematisch wäre.
[0090] Der steile Abfall der Kurve IV im mittleren Bereich erfasst in diesem Beispiel nur
einen kleinen Grammaturbereich mit klarer Unterscheidung zu Fehlbogen oder Doppelbogen.
Da die Zielkennlinie über ein sehr großes Materialspektrum eine eindeutige Detektion
für Einfachbogen, Fehlbogen oder Doppelbogen zulassen soll, sollte ein Verlauf gemäß
Kurve IV, vermieden werden.
Die in den Fig. 1, 2, 3a und 3b aufgezeigten Grundsätze zeigen daher, bei der Auswertung
des empfangenen Messsignales eine Signalverstärkung einzusetzen, der eine Korrektur-Kennlinie
vorgegeben wird, die die Kennlinie der Ausgangsspannung U
A/p.u. in Abhängigkeit von der Grammatur der flächigen Objekte über einen großen Grammaturbereich
invers oder nahezu invers oder der idealen Kennlinie zur Einfachbogenerkennung angenäherten
Zielkennlinie in geeigneter Weise nachbildet. In dieser Weise wird eine lineare bzw.
nahezu lineare Abhängigkeit zwischen dem von dem Empfänger empfangenen Messsignal
U
E und der Signalspannung U
A am Ausgang des Signalsverstärkers erreicht.
[0091] Fig. 4a zeigt schematisch im kartesischen Koordinatensystem mit dem Materialspektrum
g/m
2 auf der Abszisse und der prozentualen Signalausgangsspannung U
A auf der Ordinate einen beispielhaften Verlauf einer Messwert-Kennlinie MK
DB für die Erkennung von Einfach- bzw. Doppelbogen.
Die ideale Zielkennlinie ZK
i für die Erkennung von Einfach-, Fehl- oder Doppelbogen ist eine Konstante mit Steigung
0 (H
DB=0). Die erforderliche Korrektur-Kennlinie KK
DB ist für dieses Beispiel ebenfalls dargestellt. Hieraus wird erkennbar, dass zunächst
eine Transformation der Punkte der Messwert-Kennlinie MK in Richtung der Pfeile P
nach unten und anschließend für größer werdende Grammaturen eine Transformation nach
oben erfolgt, um die ideale Zielkennlinie ZK
i für die Einfachbogenerkennung zu erreichen.
[0092] Das Beispiel nach Fig.4b zeigt entsprechende Verläufe der Kennlinien für Etiketten.
Die Messwertkennlinie MK
E ist mit durchgezogenem Linienzug ex-emplarisch dargestellt.
Die ideale Zielkennlinie ZK
E stellt eine Gerade mit negativer Steigung bzw. hohem Hub dar.
Die für die Transformation erforderliche Korrektur-Kennlinie KK
E ist mit unterbrochenem Linienzug gezeigt und weist in diesem Fall eine Unstetigkeitsstelle
im Schnittpunkt zwischen Messwert-Kennlinie MK
E und Zielkennlinie ZK
E auf.
[0093] Die Fig. 4c zeigt schematisch den Verlauf der Kennlinien für die Einfach- bzw. Doppelbogenerkennung
für einen Fall, in dem nicht die ideale Zielkennlinie, sondern eine reale Zielkennlinie
ZK
DBr erreicht wird. Die reale Zielkennlinie ZK
DBr hat daher einen Hub H
DBr, der größer als 0 ist. Die eingezeichnete Messwert-Kennlinie MK
DB könnte in diesem Fall durch das Einprägen, z.B. der Korrektur-Kennlinie KK
DB, als oberer, durchgezogener Linienzug, in die Zielkennlinie ZK
DBr transformiert werden. Diese Transformation ist mittels der Pfeile P angedeutet.
[0094] Das Diagramm nach Fig. 4d zeigt schematisch die Transformation einer Messwert-Kennlinie
MK
DB für die Einfach- bzw. Doppelbogenerkennung zur gewünschten Zielkennlinie ZK
DB.
Die Abszisse kennzeichnet das Materialspektrum g/m
2, wobei der realistische Messbereich M
DBr angedeutet ist.
Auf der Ordinate ist die Signalausgangsspannung U
A des Messwertes prozentual angedeutet. Diese entspricht etwa dem Dämpfungsmaß dB.
Weiterhin sind die virtuellen Endpunkte E1 und E2 als gedachte Schnittpunkte der Messwert-Kennlinie
MK
DB mit der Zielkennlinie ZK
DB gezeigt.
[0095] Bei bekannter Messwert-Kennlinie MK
DB bei der Doppelbogenerkennung ist daher zur Erreichung einer, linearen Zielkennlinie
ZK
DB eine Korrektur-Kennlinie KK
DB erforderlich, wie sie mit unterbrochenem Linienzug zwischen den Endpunkten E1 und
E2 gezeigt ist. Gedanklich erfolgt daher die Transformation der Messwert-Kennlinie
MK
DB in Richtung der Pfeile zur realen Zielkennlinie ZK
DB. Dies wird sozusagen durch eine Spiegelung der Messwert-Kennlinie MK
DB an der Achse ZK
DB nach Koordinatentransformation erreicht.
Diese Koordinatentransformation aus dem kartesischen Koordinatensystem in ein neues
Koordinatensystem x', y' ist vereinfacht in Fig.4f dargestellt.
[0096] Die weitere Darstellung nach Fig. 4e zeigt schematisch die Transformation der Messwert-Kennlinie
MK
E bei Etiketten in die gewünschte, ideale Zielkennlinie ZK
E mittels der erforderlichen Korrektur-Kennlinie KK
E.
Bei bekannter Messwert-Kennlinie MK
E kann die Korrektur-Kennlinie KK
E mittels Spiegelung von MK
E an der Achse der Zielkennlinie ZK
E nach erfolgter Koordinatentransformation (siehe Fig. 4f) erreicht werden. Die in
Fig. 4f dargestellte Koordinatentransformation zeigt vereinfachend die Verschiebung
für ein geradliniges Koordinatensystem x, y um einen Winkel α. X, y sind hierbei z.B.
die Achsen des kartesischen geradlinigen Koordinatensystem.
[0097] Durch die Koordinatentransformation wird das neue Koordinatenbezugssystem durch die
gedachte Bezugsachse der Zielkennlinien ZK
DB oder ZK
E vorgegeben.
Unter Beibehaltung des kartesischen Koordinatensystems gilt für die Transformation:

[0098] Im Hinblick auf die erforderliche Korrektur-Kennlinie KK gilt, dass sich diese erst
nach der Koordinatentransformation in Bezug auf die Neuausrichtung durch die gewünschte
Zielkennlinie ZK
DB oder ZK
E, durch Spiegelung an der entsprechenden Zielkennlinie ZK
DB oder ZK
E ergibt.
[0099] In den Fig. 4g und 4h wird schematisch der grundsätzliche Unterschied zwischen idealer
und realer Zielkennlinie für den Einfach- bzw. Doppelbogen (Fig. 4g) und die Etikettenerkennung
(Fig. 4h) dargestellt.
Die Fig. 4g für den Einfachbogen zeigt die ideale Zielkennlinie ZK
i, die im Idealfall geradlinig, ohne Steigung verläuft, also konstant ist. Hierbei
wäre der Hub H
i = 0 über den gesamten idealen Bereich über des Materialspektrums M
i.
Bei der Einfachbogenerkennung würde man daher mit einer derartigen idealen Zielkennlinie
ZK
i einen maximalen Abstand zur oberen Luftschwelle ebenso wie einen maximalen Abstand
zur darunter angezeigten Doppelbogen-Schwelle erreichen.
[0100] Der Pfeil im Diagramm kennzeichnet den Übergang von der idealen Zielkennlinie ZK
i zu realen Zielkennlinien, z.B. ZK
1 bzw. ZK
2.
[0101] Es wird hierbei erkennbar, dass je flacher die reale Zielkennlinie verläuft, desto
breiter ist das detektierbare Materialspektrum Ml bzw. M2.
[0102] Die Fig. 4h zeigt ein vergleichbares Diagramm zu Zielkennlinien ZK für die Etikettenerkennung.
Die ideale Zielkennlinie ZK
i für die Etikettenerkennung hat hierbei einen maximalen Hub H
i über einen relativ großen Bereich des Materialspektrums, der als ideales Materialspektrum
Mi gekennzeichnet ist.
[0103] Reale Zielkennlinien ZK
1 bei der Etikettenerkennung weichen jedoch von der idealen Zielkennlinie ZK
i in Richtung des Pfeiles ab. Dementsprechend hat die realere Zielkennlinie ZK
1 einen geringeren Hub H
l und auch ein kleineres Materialspektrum M
1.
[0104] Je steiler daher die reale Zielkennlinie ist und sich der idealen Zielkennlinie ZK
i nähert, desto mehr Hub steht für ein vorgegebenes Materialspektrum zur Verfügung.
[0105] In den Fig. 4i und 4j sind exemplarisch Messwert-Kennlinien und Korrektur-Kennlinien
und daraus abgeleitete Zielkennlinien dargestellt.
So ist in Fig. 4i eine Messwert-Kennlinie MK gezeigt, welche bei einem bestimmten
Materialspektrum für die Einfach- bzw. Doppelbogenerkennung eingesetzt werden könnte.
Die Korrektur-Kennlinie KK hat die Funktion

[0106] Die Korrektur-Kennlinie ist hierbei eine aus einer e-Funktion und einer Invers- bzw.
Umkehrfunktion x=ln(1/y) abgeleitet. Die dargestellten Zielkennlinien ZK
1 und ZK
2 können daher aus der Messwert-Kennlinie MK und der Korrektur-Kennlinie KK im Wesentlichen
durch die Differenz hergeleitet werden.
[0107] Das Beispiel nach Fig. 4j zeigt ebenfalls schematisch Kennlinien zur Einfach- bzw.
Doppelbogenerkennung.
Die Messwert-Kennlinie MK ist in diesem Beispiel näherungsweise aus einer gewichteten
Hyperbel abgeleitet. Die Korrektur-Kennlinie KK ist eine aus einer logarithmischen
Funktion abgeleitete Korrektur-Kennlinie. Die Messwert-Kennlinie MK kann in diesem
Beispiel unter Berücksichtung der Korrektur-Kennlinie KK zu einer Zielkennlinie ZK
transformiert werden, die näherungsweise einer idealen Zielkennlinie für die Einfach-
bzw. aDoppelbogenerkennung entspricht.
[0108] Anhand der Fig. 5a, 5b und 5c werden nachfolgend einige grundlegende Prinzipien des
Verfahrens und der entsprechenden Vorrichtung am Beispiel einer mit Ultraschall arbeitenden
Sensoreinrichtung und den zur klaren Detektion wesentlichen physikalischen Unterschieden
anhand eines Doppelbogens, eines Doppelbogens mit Klebestelle und am Beispiel von
Etiketten kurz dargelegt.
Diese grundsätzlichen Überlegungen gelten wengistens teilweise auch für andere Sensoreinrichtungen,
z.B. optischer,induktiver kapazitiver Art.
[0109] In Fig. 5a ist schematisch die Überlappung zweier Einzelbogen dargestellt, so dass
in dem Überlappungsbereich von einem Doppelbogen 11 gesprochen werden kann. Dieser
Doppelbogen 11 soll aus zwei Papierbögen bestehen, wobei der Zwischenraum zwischen
den beiden Einfachbögen ein von deren Material verschiedenes Medium ist. Da eine berührungslose
Detektion vorgesehen ist, kann davon ausgegangen werden, dass zu beiden Seiten des
Doppelbogens Luft mit dem Parameter Z
0 vorhanden ist und auch das Zwischenmedium im Überlappungsbereich der Einfachbögen
Luft mit Z
0 ist, welche als Luftpolster durch die Oberflächenrauigkeit der Materialien bei diesem
Doppelbogen vorhanden ist.
[0110] Die Wirkungsrichtung des Messverfahrens, z.B. mittels Ultraschall, ist im Beispiel
senkrecht zum Doppelbogenbereich, so dass ein transmittiertes Ultraschallsignal bei
einem derartigen "echten Doppelbogen" durch die Mehrfachbrechung über mindestens drei
Grenzflächen sehr klein wird, d.h. der Transmissionsfaktor über drei Schichten in
idealer Weise gegen null geht.
[0111] In allgemeinerer Betrachtung kann daher ein Doppelbogen bzw. Mehrfachbogen als eine
Materialstruktur angesehen werden, die eine Bogenschichtung oder eine Schachtelschichtung
aufweist und in einem der Zwischenräume zwischen der Bogenschichtung mindestens ein
von den verschiedenen Bogenmaterialien verschiedenes Medium, insbesondere Luft, vorhanden
ist, welches zu den Bogenmaterialien im Falle eines Ultraschall-Messverfahrens eine
deutlich unterschiedlichen akustischen Widerstand aufweist und somit zu Signalreflexionen
führt. Bei Einlegen zweier oder mehrerer Bögen ist die Signalbedämpfung durch Signalbrechung
und Reflexion so groß, dass das ausgesendete Signal überproportional stark bedämpft
wird. Bei anderen Messverfahren betrifft dies die Opazität und die Oberflächenbeschaffenheit
und Farbe und Dicke, ein anderes Dielektrikum, andere elektro-magnetische Leitfähigkeit
oder andere magnetische Bedämpfung.
[0112] Unter einem derartigen Doppelbogen fällt auch eine Verbindung von Bögen, welche nicht
haftend ausgelegt ist, z.B. mittels einer mechanischen Verzahnung oder Rändelung von
Bögen, da das entsprechende Zwischenmedium ebenfalls Luft wäre.
Diese Betrachtung gilt auch für Mehrfachbogen, bei denen drei oder mehr einzelne Lagen
von Bogenmaterialien übereinander geschichtet sind.
[0113] In der Fig. 5b ist schematisch ein Doppelbogen 12 mit Klebestelle 13 gezeigt.
[0114] Die Wirkungsrichtung des eingesetzten Messverfahrens, wobei wiederum von Ultraschall
ausgegangen wird, ist mit Pfeilen angedeutet.
Als Klebestelle im Rahmen dieser Betrachtung werden stumpfe, mehr oder weniger überlappende
oder dergestalt ausgeführte Verbindungen von Bögen, insbesondere Papierbögen, Kunststoffen,
Folien und Stoffen (Vliesen), angesehen. Die Verbindung geschieht dabei überwiegend
mittels mindestens eines teilflächig oder vollflächig haftenden Mediums, insbesondere
mittels ein- oder zweiseitig vorgesehener Haft- und Klebestreifen bzw. Kleber.
[0115] In physikalischer Hinsicht bedeutet daher eine Klebestelle für ein Verfahren mittels
Ultraschall einen "akustischen Kurzschluss" durch das der Zwischenraum zwischen oberem
Bogen Z
1 und unterem Bogen Z
2 ausfüllende und diese innig verbindende Klebematerialschicht, wobei oberhalb und
unterhalb der Einfachbogen Luft mit Z
0 angenommen wird.
Eine Klebestelle könnte daher im Detektionsverfahren mittels Ultraschall im Wesentlichen
als Einfachbogen mit hoher Grammatur detektiert werden.
[0116] In Fig. 5c sind schematisch zwei Ausführungsformen von Etiketten 15, 17 dargestellt.
Im Rahmen dieser Anmeldung wird unter Etikett.mindestens eine oder mehrere auf einem
Grund- oder Trägermaterial haftend aufgebrachte Materialschicht oder Materialschichten
verstanden. Das geschichtete Material verhält sich z.B. bezüglich der Schalltransmission
nach außen hin wie ein verbundenes Materialstück, so dass teilweise keine signifikante
Bedämpfung der jeweiligen physikalischen Größen vorliegt, sondern nur eine vergleichsweise
geringe, aber noch gut auswertbare Bedämpfung. Mögliche Inhomogenitäten im Trägermaterial
oder aufgebrachtem Material finden bei dieser Betrachtung keine Berücksichtigung,
da inbesondere bei Etiketten von einem fehlerfreien Material ausgegangen werden kann.
[0117] Das Etikett 15 weist im Beispiel nach Fig. 5c ein auf einem Trägermaterial mittels
einer innigen Haftverbindung aufgebrachtes oberes Material mit dem Parameter Z
2 auf. Auf beiden Seiten des Etikettes ist Luft mit dem Parameter Z
0 vorhanden. Durch diese innige Haftverbindung liegt zwischen den Materialien bei einem
Detektionsverfahren mittels Ultraschall ein akustischer Kurzschluss vor, so dass eine
Analogie zu Klebestellen nach Fig. 5b vorhanden ist.
[0118] Gleiches gilt auch für das Etikett 17 nach Fig. 5c, was sich lediglich durch eine
zweite, obere aufgebrachte Materialschicht von dem Etikett 15 unterscheidet. Auch
in diesem Fall kann von einem akustischen Kurzschluss zwischen den Materialien ausgegangen
werden.
[0119] Diese grundlegenden Betrachtungen zur Detektion von Doppelbogen, Klebestelle, Etikett
und dergleichen, erlaubt es daher mittels des Verfahrens bzw. der Vorrichtung auch
anders geschichtete Einfachbögen oder mehrfach geschichtete Materialien zu detektieren
und zu unterscheiden. Insbesondere ist hierdurch auch die Detektion bzw. das Zählen
von auf flachen Materialien aufgebrachten Etiketten, die eine dazwischen liegende
Objektlücke aufweisen, möglich.
[0120] In Fig. 6 ist schematisch und blockschaltartig eine Vorrichtung zur Fehl-, Einfach-.und
Mehrfachbogenerkennung gezeigt, wobei die Korrektur-Kennlinie als Kombination einzelner
Kennlinien erzeugt wird.
Zwischen dem Sender T und dem Empfänger R werden die zu detektierenden flächigen Materialien
bzw. Bogen geführt. Die nach den Verstärkern resultierend e Korrektur-Kennlinie wird
im Beispiel mit einer ersten Korrektur-Kennlinie in der Verstärkereinrichtung 21 und
wenigstens einer zweiten Korrektur-Kennlinie in der Verstärkereinrichtung 22, die
parallel geschaltet ist, verwirklicht. Das am Ausgang des Empfängers R vorliegende
Messsignal bzw. dessen Kennlinienverlauf über die Grammatur wird daher einer kombinierten
Korrektur-Kennlinie unterzogen, um eine gut auswertbare Zielkennlinie 23 zu erhalten,
die in einem Mikroprozessor 6 weiter bewertet wird.
[0121] Im Hinblick auf die Kombination von Korrektur-Kennlinien kann dies auch in einem
Signalverstärker realisiert werden oder in mehreren in Reihe geschalteten oder parallel
geschalteten einzelnen Signalverstärkern zur Erzeugung der Gesamtverstärkung. Die
Realisierung der Korrektur-Kennlinie kann daher auf unterschiedlichste Weise erfolgen,
da der wesentliche Grundgedanke der Erfindung, eine Detektion von Einfachbogen, Fehlbogen
oder Mehrfachbogen durchzuführen, und dies über einen großen Grammaturbereich, ohne
einen Teach-in-Vorgang integrieren zu müssen, beibehalten wird.
[0122] In Fig. 7 ist der schematische und blockschaltartige Aufbau einer modifizierten Vorrichtung
zur Realisierung der Erfindung dargestellt. Das Messsignal des Empfängers R wird nachfolgend
auf eine Verstärkereinrichtung 24 geführt, deren Signalausgang auf einen Mikroprozessor
6 geleitet ist.
[0123] Der Mikroprozessor 6 erlaubt es in diesem Beispiel über die Rückkopplung im Pfad
A eine vorgegebene Korrektur-Kennlinie über das symbolisierte Potenziometer 25 einzustellen.
In einer alternativen Schaltungsweise wird eine entsprechende Korrektur-Kennlinie
mittels des Mikroprozessors 6 und den erhaltenen oder gespeicherten Daten errechnet
und über den Pfad B auf die Verstärkereinrichtung 24 rückgekoppelt und eingeprägt.
Auch ist es möglich, eine Korrektur-Kennlinie empirisch oder über die Messung eines
repräsentativen Materialspektrums, welches detektiert werden soll, zu ermitteln und
der Auswerteeinheit inklusive Mikroprozessor 6 einzugeben. Hierbei kann die ermittelte
Korrektur-Kennlinie C über den Pfad B der Verstärkereinrichtung 24 wertdiskret oder
wertkontinuierlich eingeprägt werden oder die Bewertung des verstärkten Ausgangssignales
direkt im Mikroprozessor 6 auf der Basis der Korrektur-Kennlinie C durchgeführt werden.
[0124] In Fig. 8 ist in schematischer Darstellung die empirische Bestimmung einer Messsignal-Kennlinie
gezeigt. Hierzu werden zwischen dem Sender T und dem Empfänger R eine Vielzahl am
Markt übliche Materialien vorbeigeführt und hierüber die entsprechende Messsignal-Kennlinie
ermittelt. Üblicherweise wird hierbei der Messbereich durch das Einbringen des dünnsten
verfügbaren Bogenmaterials A und des dicksten zu detektierenden Bogenmaterials B festgelegt
werden.
Die derart ermittelte Messsignal-Kennlinie kann dann dem weiterverarbeitendem System,
z.B. einem Mikroprozessor, zugeführt werden, um zu dieser Messsignal-Kennlinie eine
weitgehende optimale Korrektur-Kennlinie zu ermitteln um die geforderte Zielkennlinie
zu erreichen.
[0125] In Fig. 9 ist schematisch eine Vorrichtung 40 zur berührungslosen Detektion von Mehrfachbogen
A, ohne die Durchführung eines Teach-in-Schrittes, und der Detektion von auf einem
Trägermaterial haftend aufgebrachten Materialschichten B, z.B. Etiketten, dargestellt.
Ein wesentlicher Gedanke hierbei ist, die Messsignalauswertung für Mehrfachbogen einem
separaten Kanal A mit entsprechender Korrektur-Kennlinie zuzuleiten sowie parallel
dazu die Messsignalauswertung für Etiketten B einem separaten Kanal B mit angepasster
Korrektur-Kennlinie zuzuführen.
Das am Ausgang des Empfängers R erhaltene Messsignal wird daher über einen seitens
des Mikroprozessors 6 gesteuerten Multiplexer 34 auf den entsprechenden Kanal A oder
Kanal B geschaltet. Die Signalverstärkung im Kanal A unterliegt hierbei einer separaten
Korrektur-Kennlinie mit optimaler Auslegung zur Mehrfachbogenerkennung. Die Signalverstärkung
im Kanal B unterliegt einer Korrektur-Kennlinie für das Etiketten-Messsignal. Beide
Kanäle A, B werden über einen nachfolgenden Multiplexer 35, der ebenfalls mikroprozessorgesteuert
ist, dem nachgeschalteten Mikroprozessor 6 zur weiteren Auswertung und Detektion von
Mehrfachbogen oder Etikett zugeführt.
[0126] Diese Vorrichtung 40 eignet sich sowohl für die Detektion mittels Ultraschallwellen.
Der wesentliche Vorteil ist die gezielte Möglichkeit, die jeweils geeignetsten Korrektur-Kennlinien
für die grundsätzlich verschiedenen Messaufgaben, nämlich für die unterschiedlichsten
Materialtypen, wie im vorliegenden Fall Mehrfachbogen und Etiketten, zur Auswertung
mit einzubeziehen.
[0127] Fig. 10 zeigt schematisch ein Diagramm der normierten Ausgangsspannung U
A in % in Abhängigkeit von der Grammatur. Eingetragen ist die Zielkennlinie 42 eines
Einfachbogens bei logarithmischer Verstärkung über den Grammaturbereich. Dargestellt
sind weiterhin im oberen Bereich mit durchgezogener Linie die Luftschwelle LS und
im unteren Bereich mit unterbrochenem Linienzug die Doppelbogenschwelle DBS.
[0128] Wesentlich ist jedoch, dass die Doppelbogenschwelle dynamisch vorgesehen werden kann,
wobei dies über Abschnitte des Grammaturbereiches konstant erfolgen kann. Dies ist
durch die Linienzüge B1, B2 und B3 verdeutlicht.
Andererseits ist die dynamische Einstellung der Doppelbogenschwelle auch linear bzw.
als Polynomzug beliebigen Grades verlaufend einstellbar, wie dies beispielsweise zwischen
den Punkten P1, P2, P3 und P4 gezeigt ist.
Mit dieser dynamischen Einstellung der Doppelbogenschwelle lässt sich eine zusätzliche
Erweiterung der messbaren Grammaturen bzw. Flächengewichte erreichen, so dass das
detektierbare Materialspektrum noch vergrößert werden kann.
[0129] Die Fig. 11 betrifft ein weitgehend ähnliches Diagramm wie die Fig. 10, wobei der
Verlauf der Zielkennlinie 42 für den Einfachbogen über den gesamten Grammaturbereich
weitgehend übereinstimmt. Eingezeichnet ist einerseits die dynamische Schwelle MBS
für den Mehrfachbogen und deren Verlauf zwischen den Punkten P1a, P2a und P3a.
Der Kurvenverlauf 44 markiert hierbei den oberen Wert des Flatterbereiches für einen
Einfachbogen und die Kurve 45 den unteren Wert des Flatterbereichs für einen Einfachbogen.
[0130] In den Fig. 12a, 12b, 12c ist in schematischer Weise die prinzipielle Anordnung zur
Detektion von einwelliger Wellpappe 51 bzw. zweiwelliger Wellpappe 60 sowie die Laufrichtung
L unter Berücksichtigung von zwei Sensoren 61, 62, insbesondere Ultraschallsensoren,
dargestellt.
[0131] Die Wellpappe 51 nach Fig. 12a ist einwellig und hat an ihren Adhäsionspunkten mit
einer unteren Bodenlage 52 bzw. einer oberen Decklage 53 Klebstoffbereiche 54. Diese
Klebstoffbereiche 54 zwischen Pappwelle und den entsprechenden, z.B. horizontal verlaufenden
Boden- bzw. Decklagen, stellen sozusagen einen "akustischen Kurzschluss" bei der Verwendung
von Ultraschall dar.
[0132] Der im Beispiel nach Fig. 12a eingesetzte Sensor weist einerseits den Sender T und
den Empfänger R auf, die in ihrer Hauptachse koaxial zueinander ausgerichtet sind.
Die Ausrichtung von Sender T und Empfänger R erfolgt bevorzugterweise etwa senkrecht
zur größten Wellenfläche 55 bzw. unter einem Winkel β
1 zur Lotrechten der einwelligen Wellpappe.
Der weiterhin angeführte Winkel β
2 markiert den Winkel zwischen der Lotrechten zur Wellpappe und der Flächenrichtung
der Hauptfläche der Welle.
[0133] Der optimale Winkel β
1 zur Schalleinkopplung bei einem Ultraschallsensor auf eine einwellige Wellpappe,
welche einen erforderlichen akustischen Kurzschluss AK zwischen Bodenlage 52 und Decklage
53 aufweist, wird durch die Steigung t/2h bestimmt. Hierbei ist t der Abstand zwischen
zwei Wellenbergen und h die Höhe der Welle bzw. der Abstand zwischen Bodenlage und
Decklage.
[0134] Bei einer optimalen Anordnung des Sensors ist man bestrebt, eine Ausrichtung mit
β
1=β
2 zu erreichen, wobei diese Winkel dann 45° wären. Die Übereinstimmung der Winkel β
1 und β
2 ist jedoch nicht zwangsläufig zur Detektion von Fehl-, Einfach- oder Mehrfachlagen
von Wellpappen erforderlich.
[0135] In Fig. 12b ist eine zweilagige Wellpappe 60 mit der unteren ersten Welle 58 und
der oberen zweiten Welle 59 dargestellt. Die Anordnung eines Ultraschall-Sensors T,
R entspricht dem nach Fig. 12a.
Wesentlich für die Detektion bei zweiwelligen oder mehrwelligen Wellpappen ist auch
hier der akustische Kurzschluss AK1 und AK2 zwischen den einzelnen Lagen, d.h. eine
materialmäßige Verbindung im Sinne eines Klebstoffes zwischen den Wellen und den einzelnen
Decklagen. Auf diese Weise ist es möglich, bei einem Ultraschall-Sensor eine hohe
Schallenergie auf die mehrwellige Wellpappe zu übertragen, so dass eine maximale Krafteinwirkung
etwa lotrecht zur aufgespannten Fläche der Welle erreicht wird.
[0136] Die Darstellung nach Fig. 12c zeigt das Prinzipschema, gemäß dem die Laufrichtung
L, z.B. einer einwelligen oder mehrwelligen Wellpappe detektiert werden kann.
Es sind hierfür zwei Sensoren 61, 62 erforderlich.
Ein erster Sensor 61, der z.B. als Ultraschall-Sensor ausgebildet ist, wird in der
Anordnung, wie vorausgehend in den Fig. 12a und 12b dargestellt, vorgesehen.
Weiterhin wird ein zweiter Sensor 62 um 90° gedreht eingesetzt. In dieser Lage, die
sozusagen längs der Wellenvertiefung bzw. der Richtung des Wellenberges orientiert
ist, wird ausschließlich das Signal "Mehrfachbogen" detektiert. Dies auch, wenn sogar
ein "Einfachbogen" vorliegt.
[0137] Diese Gegebenheiten können zur Fehlerauswertung bei falsch eingelegten Wellpappenbogen
verwendet werden, d.h. dass die Wellenrichtung nicht mit der Durchzugsrichtung bzw.
Laufrichtung der Wellpappe übereinstimmt.
Es ist auch möglich, zwei Sensoren einzusetzen und die Ausgangssignale der Sensoren
zu verknüpfen, so dass die Detektion von Einfach- bzw. Mehrfachbogen bei Wellpappen
möglich ist.
[0138] Fig. 13 zeigt in schematischer Darstellung eine Draufsicht auf eine Vorrichtung 1
zur berührungslosen Detektion von flächigen Objekten, z.B. Papierbogen oder metallkaschierten
Bogen. In Förderrichtung F werden Papierbogen 3 oder alternativ Blechbögen als Einfachbogen
transportiert. Die Vorrichtung 1 besteht beispielsweise aus drei quer zur Förderrichtung
F angeordneten ersten Sensoren 9 einer Sensoreinrichtung 10, die mit Ultraschall-Sensoren
ausgestattet ist. Vorgeschaltet in Förderrichtung F sind weiterhin drei optische oder
z.B. drei induktive oder drei kapazitive Sensoren 44 einer zweiten Sensoreinrichtung
45 angeordnet. Die Sensoren 9, 44 sind dabei über eine Bus-Leitung 46 auf eine Auswerteeinrichtung
4 geführt, die eine Verstärkereinrichtung 5 und eine Auswerteeinheit, z.B. einen Mikroprozessor
6 aufweist. Alternativ kann auf die Verstärkereinrichtung 5 verzichtet werden, wenn
eine Verstärkung und Signalaufbereitung bis zur Ausgangssignalanzeige in den Sensoren
9 und 44 erfolgt, so dass die Ausgangssignale direkt an der Auswerteeinheit 6 anliegen.
Die Bereiche 2 stellen dabei einen Mehrfachbogen, insbesondere einen Doppelbogen 2
dar.
[0139] In Fig. 14 ist der vertikale Schnitt durch die Vorrichtung 1 nach Fig. 13 schematisch
dargestellt.
Es ist insbesondere erkennbar, dass die Sender T der Sensoren 9, 44 sehr dicht unterhalb
der zu ermittelnden Bogen angeordnet sind. Insbesondere gilt dies bei Ultraschall-Sensoren.
[0140] Im Abstand gegenüber den Sendern T sind oberhalb der Transportbahn Empfänger R der
verschiedenen Sensoren 9, 44 angeordnet.
Gleiche Elemente der Baugruppen sind in beiden Figuren 12, 13 mit gleichen Bezugszeichen
versehen.
[0141] Betrachtet man in Fig. 13 die Transportbahn von rechts nach links, so ist zunächst
ein Einfachbogen 3 erkennbar. Diesem schließt sich zwischen den Ultraschallsensoren
9 ebenfalls ein Teil eines Einfachbogens 3 an.
Der Sensor 44 mit Sender T und Empfänger R hingegen ist auf einen Doppelbogen 2 gerichtet,
so dass das transmittierte Signal relativ stark gedämpft ist und nachfolgend in der
Auswerteeinrichtung 4 ein entsprechendes Detektionssignal erzeugt wird.
Die besonders vorteilhafte Kombination der Sensoren ergibt sich in der Weise, dass
bei Nicht-Detektion eines Mehrfachbogens durch den Sensor 44 dieser durch den nach
einem anderen physikalischen Sensorprinzip arbeitenden Sensor 9 mit höherer Sicherheit
detektiert wird. Hierbei können zu den Sensoren 44 und 9 in gleicher Analogie weitere
Sensoren über dem flächigen Bogenmaterial angeordnet werden.
[0142] An Stelle der transmittierend arbeitenden Sensoren können beispielsweise bei optisch
opaken Materialien und akustisch ab einer bestimmten, schwer durchdringbaren Dicke,
für Blechbögen auch induktive Sensoren in Kombination zu Ultraschallsensoren eingesetzt
werden. Hierbei erweist es sich als besonders vorteilhaft, wenn der Ultraschallsensor
und der induktive Sensor nach dem Verfahren der Korrekturkennlinie arbeiten. Dies
erweitert für beide physikalischen Sensorprinzipien das Blechspektrum, bezüglich Dicke
bzw. Material, wobei die sehr dünnen Bleche bevorzugt mit dem Ultraschallsensor auf
Fehl-, Einfach-, und Mehrfachbogen überprüft werden können und die sehr dicken Bleche
von dem induktiven Sensor detektiert werden. Insbesondere kann auch die Kombination
von wenigstens zwei Ultraschallsensoren, z.B., nach dem Transmissionsprinzip und dem
Reflexionsprinzip verwendet werden.
[0143] Die der Auswerteeinrichtung 4 zugeführten Signale können dabei kanalweise, additiv
oder logisch verknüpft verarbeitet werden, wobei abhängig von den Sensortypen unterschiedliche
Korrektur-Linien eingesetzt werden können.
[0144] Muss die Sensorkombination zur Fehl-, Einfach-, und Mehrfachbogenerkennung nicht
zwangsweise berührungsfrei arbeiten, dann kann zu den berührungsfrei arbeitenden Sensoren
wenigstens ein mechanischer Sensor hinzugenommen werden, um die Detektion von sehr
dicken und stabilen Materialien auf einfache und günstige Art und Weise zu gewährleisten.
Hierbei kann die mechanische Mehrfachbogenkontrolle auf einen Mindestabstand, z.B.
2 mm, eingestellt werden. Fehl-, Einfach- und Doppelbogenerkennung unterhalb des Mindestabstandes
der mechanischen Mehrfachbogenkontrolle wird durch die berührungsfrei arbeitenden
Sensoren, wie optisch, kapazitiv, induktiv oder per Ultraschall, gewährleistet.
[0145] Unter Berücksichtigung der vorausgehenden Beschreibung schafft die Erfindung verfahrens-
wie vorrichtungsmäßig eine Lösung zur sicheren Erkennung von Einfachbögen, Fehlbögen
und Mehrfachbögen, speziell Doppelbögen, wobei dies nicht nur über einen sehr breiten
Grammatur- und Flächengewichtsbereich gilt, sondern auch im Hinblick auf flexible
Einsatzmöglichkeiten und unterschiedliche Materialspektren.
[0146] Durch Einsatz von nach verschiedenen physikalischen Wirkprinzipien arbeitenden Sensoren,
welche zugleich mit dem kennlinienkorrigierenden Verfahren arbeiten, lässt sich im
Vergleich zum Stand der Technik ein signifikant breiteres und zugleich das breiteste
Materialspektren detektieren. Somit wird in vorteilhafter weise das bereits erweiterte
Materialspektrum eines einzelnen Sensors, welcher nach dem Verfahren der Kennlinienkorrektur
arbeitet, nochmals durch die Hinzunahme wenigstens eines weiteren Sensors erweitert.
[0147] Zudem verbessert sich durch die Hinzunahme wenigstens eines anderen Sensors und die
logische Verknüpfung der Ausgangssignale die Redundanz und somit die Detektionssicherheit.
Durch das Verfahren der Kennlinienkorrektur kann auf ein Einlernvorgang bei den Sensoren
verzichtet werden, die nach dem Verfahren arbeiten. Dazu kombinierte Sensoren ohne
Kennlinienkorrektur, d.h. nach dem Stand der Technik, benötigen weiterhin einen Einlernvorgang.
Das Einlernverfahren wird jedoch deutlich vereinfacht, da die Sensoren welche nach
dem Verfahren der Kennlinienkorrektur arbeiten bei einem Einlernvorgang der Sensorkombination
nicht zu berücksichtigen sind.