[0001] Die Erfindung betrifft ein Bauelement zur Schub- und/oder Durchstanzbewehrung, insbesondere
zur Kraftübertragung im Anschlussbereich von Stützen an bewehrte Bauteile wie Flachdecken
und Bodenplatten, bestehend aus einer Mehrzahl von im Wesentlichen stabförmigen Bewehrungselementen,
die sich in vertikaler Ebene erstrecken und voneinander beabstandet angeordnet sind.
[0002] Im Stand der Technik sind verschiedene Ausführungsformen solcher Schubbewehrungsbauelemente
bekannt: So beschreibt beispielsweise die EP-A-1 033 454 ein Schubbewehrungselement,
das aus mehreren parallel zueinander angeordneten Bewehrungselementen in Form von
Doppelkopfbolzen sowie einem die Bewehrungselemente miteinander verbindenden Verbindungselement
besteht, welches zwischen der oberen und der unteren Biegebewehrung des zugehörigen
Bauteils an den Bewehrungselementen festgelegt ist. Hierbei dient nicht etwa das Verbindungselement
zur erforderlichen Kraftübertragung zwischen den Bewehrungselementen, sondern statt
dessen sorgt die obere und die untere Biegebewehrung mit den dazwischen angeordneten
vertikalen Bewehrungselementen für die gewünschte Schubkraftübertragung, die in bekannter
Weise nach dem Fachwerkmodell erfolgt, indem die Schubkraft aufgeteilt ist in aneinander
anschließende vertikale und diagonale Kraftkomponenten (die vertikalen Kraftkomponenten
verlaufen durch die Bewehrungselemente und die diagonalen Kraftkomponenten vom oberen
Bolzenkopf eines Bewehrungselements zum unteren Bolzenkopf des benachbarten Bewehrungselementes).
[0003] Entsprechendes gilt dann, wenn das Verbindungselement in einer anderen Ausführungsform
die einzelnen Bewehrungselemente nicht zwischen oberer und unterer Biegebewehrung
aneinander festlegt, sondern wenn dieses die oberen endständigen Bolzenköpfe der Bewehrungselemente
umgreift und somit in bzw. auf der oberen Biegebewehrung angeordnet wird. Auch dann
erfolgt die wesentliche Kraftübertragung nicht über das in der Regel aus einem C-förmig
gebogenen Blechmaterial bestehenden Verbindungselement, sondern allenfalls über die
benachbarte obere Biegebewehrung.
[0004] Derartige Schubbewehrungselemente sind bei normaler Dimensionierung jedoch nur für
"normale" Deckenstärken geeignet; allerdings geht das Bestreben in jüngerer Zeit immer
mehr dahin, die mit den Schubbewehrungselementen zu bestückenden Bauteile, also insbesondere
die auf Stützen aufgelagerten Flachdecken hinsichtlich ihrer Höhe zu reduzieren, um
damit einerseits Material einzusparen und andererseits Raumhöhe zu gewinnen. Hiervon
ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Bauelement zur
Schub- und/oder Durchstanzbewehrung der eingangs genannten Art zur Verfügung zustellen,
das entweder - bei gleichbleibender Höhe - eine vergrößerte Tragfähigkeit oder - bei
gleichbleibender Tragfähigkeit - eine reduzierte erforderliche Bauhöhe aufweist.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das Bauelement ein zusätzliches
Kraftverteilerelement aufweist und dass das Kraftverteilerelement aus hochfestem Beton
besteht. Mit Hilfe dieses Beton-Kraftverteilerelementes ist es möglich, dass ein Teil
der Schubkraft, die von der Stütze abgeleitet werden muss und ansonsten zum sogenannten
Durchstanzen der Stütze durch die Flachdecke führen würde, durch das Kraftverteilerlement
abgefangen und in unkritischere Bereiche weitergeleitet wird, um so auf der anderen
Seite die in der Regel aus Metall bestehenden Bewehrungselemente, also insbesondere
die Doppelkopfbolzen, hinsichtlich der aufzunehmenden Schubkraft zu entlasten.
[0006] Als Material für das Kraftverteilerelement kommt ein Beton in Frage, der höherfest
als der üblicherweise verwendete Ortbeton ist, also zumindest der Festigkeitsklasse
C 60 oder C 65 angehört. Dadurch unterbricht ein solches Kraftverteilerlement den
Schubkraftverlauf durch den Ortbeton ähnlich wie ein Stahlbewehrungselement; aufgrund
des Betonmaterials ist es jedoch einerseits deutlich günstiger als die Stahlbewehrungselemente
herzustellen und auf der anderen Seite kann das Betonkraftverteilerelement sogar in
dem korrosionsanfälligen Randbereich der zu bewehrenden Bauteile angeordnet werden,
in die sich Metallbewehrungselemente nicht erstrecken dürfen.
[0007] Für den Einsatz der Betonkraftverteilerelemente ist es natürlich besonders von Vorteil,
wenn diese in demjenigen Bereich der zu bewehrenden Bauteile positioniert werden,
der den höchsten Belastungen ausgesetzt ist, nämlich im stützennahen Bereich der Bauteile.
[0008] Für die Ausgestaltung des Kraftverteilerlementes gibt es verschiedene Varianten mit
unterschiedlichen Vorteilen: Einerseits kann das Kraftverteilerelement aus einem die
Bewehrungselemente gegenseitig festlegenden Verbindungselement bestehen, so dass die
Bewehrungselemente beispielsweise in das Beton-Kraftverteilerelement eingegossen und
zusammen mit diesem auf der Baustelle eingebaut werden. In diesem Fall ist natürlich
zwangsläufig sichergestellt, dass das Kraftverteilerelement alle Bewehrungselemente
des gleichen Bauelementes zur Schub- bzw. Durchstanzbewehrung hinsichtlich ihrer Schubkraftübertragung
unterstützt. Da das Kraftverteilerelement aufgrund der beliebigen Gestaltbarkeit des
Betons auch beispielsweise mit einer recht breiten Unterseite versehen sein kann,
kann diese Unterseite gleichzeitig zum Positionieren und großflächigen Auflegen des
gesamten Bauelements zur Schub- bzw. Durchstanzbewehrung auf der unteren Biegebewehrung
dienen.
[0009] Andererseits kann das Kraftverteilerelement aber auch zumindest mittelbar an einem
die Bewehrungselemente gegenseitig festlegenden - beispielsweise aus Stahl bestehenden
- Verbindungselement und/oder an den Bewehrungsetementen festgelegt sein, um so als
Zusatzbauteil aufgrund der Verbindung mit dem Verbindungselement oder den Bewehrungselementen
beim Positionieren des Bauelements zur Schub- bzw. Durchstanzbewehrung automatisch
in die richtige Einbaulage zu gelangen. Auch in diesem Fall kann es das Bauelement
zur Schub- bzw. Durchstanzbewehrung dadurch unterstützen (bzw. sonstige übliche Teile
des Bauelements zur Schubbewehrung ersetzen), dass das Kraftverteilerelement als Abstandhalter
zur Auflagerung des Bauelements zur Schubbewehrung auf einer unteren Betonschalung
für das bewehrte Bauteil fungiert.
[0010] Was die Orientierung der vorzugsweise aus mit endständigen Bolzenköpfen versehenen
Doppelkopfbolzen bestehenden Bewehrungselemente betrifft, die aus Stahl (oder aber
einem ähnlich zugfesten Material) bestehen, so sind diese zweckmäßigerweise in einer
vertikalen Ebene angeordnet, wobei sie entweder genau vertikal orientiert sind oder
aber auch in einer zur Vertikalen abweichenden Richtung verlaufen können; hierdurch
ist es möglich, diese geneigten Bewehrungselemente in der vertikalen Ebene etwa senkrecht
zu dem theoretischen Schubrissverlauf anzuordnen, der sich ohne derartige Bewehrungselemente
einstellen würde, so dass sich eine Aktivierung dieser Bewehrungselemente ergibt,
die mit weniger Schlupf oder Verformung verbunden ist, als bei genau vertikaler Anordnung.
Dies bedeutet gleichzeitig eine entsprechende Vergrößerung der Tragfähigkeit. Ein
weiterer Vorteil ergibt sich dadurch, dass die schräggestellten Bewehrungselemente
- zumindest mit ihren oberen Elementabschnitten - in Horizontalrichtung näher an der
Stütze angeordnet werden können, was den Anschluss des Schub- und/oder Durchstanzbewehrungselementes
und damit auch dessen Funktion noch einmal verbessert.
[0011] Bevorzugterweise erstrecken sich die geneigten Bewehrungselemente in dem in Anschlussbereich
von Stützen eingebauten Zustand in einem Winkel von zwischen 30° und 60° gegenüber
der Vertikalen und insbesondere in einem Winkel von 45°, wobei benachbarte Bewehrungselemente
einerseits parallel zueinander angeordnet sein können, andererseits aber auch unterschiedliche
Neigungen aufweisen können.
[0012] Wenn das Kraftverteilerelement zumindest auf der der Stütze zugewandten Seite des
Bauelements zur Schub- bzw. Durchstanzbewehrung angeordnet ist, dann befindet es sich
nicht nur in dem höher belasteten Bereich, sondern es kann gleichzeitig auch zur Kennzeichnung
der Einbauorientierung dienen oder selbst eine Kennzeichnung in Form einer Markierung
aufweisen. Dadurch kann beispielsweise bei geneigten Bewehrungselementen sichergestellt
werden, dass die Bewehrungselemente in der richtigen Neigung eingebaut und nicht etwa
durch ein Vertauschen der Orientierung des Bauelements zur Schub- bzw. Durchstanzbewehrung
mit entgegengesetzter Neigung eingebaut werden.
[0013] Um den Verbund des Kraftverteilerelements mit seiner Umgebung und insbesondere mit
dem umgebenden Ortbeton des zu bewehrenden Bauteils zu verbessern, empfiehlt es sich,
wenn das Kraftverteilerelement an seinen Außenflächen profiliert ist. Dadurch wird
sichergestellt, dass der Kraftfluss nicht einfach um das Kraftverteilerelement umgeleitet
wird, sondern dass er auch tatsächlich durch den Verbund zwischen Kraftverteilerelement
und Ortbeton in dieses eingeleitet und von diesem entsprechend abgefangen und weiterverteilt
wird.
[0014] Was die Dimensionierung des Kraftverteilerelementes betrifft, so empfiehlt es sich,
dass es bezogen auf einen Horizontalquerschnitt eine Breite und eine Länge zumindest
in der Größenordnung einiger Zentimeter aufweisen sollte, um entsprechend Kräfte aufnehmen
zu können. Hinsichtlich der Form sind verschiedenste Varianten denkbar; so kommen
aber am einfachsten Quader, Zylinder etc. in Frage, die vor allem eine verglichen
mit ihrer sonstigen Erstreckung relativ große horizontale Grundfläche aufweisen sollten.
[0015] Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung; hierbei zeigen
- Figur 1
- ein erfindungsgemäßes Bauelement zur Schub- bzw. Durchstanzbewehrung in Seitenansicht;
- Figur 1a
- ein Detail aus Figur 1;
- Figur 2
- ein weiteres erfindungsgemäßes Bauelement zur Schub- bzw. Durchstanzbewehrung in Seitenansicht;
- Figur 3
- eine alternative Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Bauelements zur Schub- bzw.
Durchstanzbewehrung in Seitenansicht; und
- Figur 4
- das Bauelement zur Schub- bzw. Durchstanzbewehrung aus Figur 3 im zu Figur 3 senkrechten
Vertikalschnitt.
[0016] In Figur 1 ist ein erfindungsgemäßes Bauelement zur Schub- bzw. Durchstanzbewehrung
1 dargestellt, das in einem damit bewehrten Bauteil 2 in Form einer Flachdecke 2 angeordnet
ist, welche wiederum auf einer Stütze 3 aufgelagert ist. Die Stütze 3 weist im Vertikalschnitt
aus Figur 1 exemplarisch dargestellte vertikale Stützenbewehrungselemente 4 auf, die
sich bis in den Bereich der Flachdecke 2 nach oben erstrecken. Dort überlappen sie
eine obere Biegebewehrung 5 der Flachdecke 2 sowie eine untere Biegebewehrung 6, die
aus sich kreuzenden Bewehrungsstäben bzw. gitterförmigen Bewehrungsmatten bestehen.
Das Bauelement zur Schub- bzw. Durchstanzbewehrung 1 ist so angeordnet, dass es sich
in der Höhe genau auf den Bereich zwischen oberer Biegebewehrung 5 und unterer Biegebewehrung
6 der Flachdecke 2 beschränkt.
[0017] Das Bauelement zur Schub- bzw. Durchstanzbewehrung 1 besteht aus mehreren parallel
zueinander angeordneten und sich in einer Vertikalebene erstreckenden Doppelkopfbolzen
7, 8 mit endständigen Bolzenköpfen 7a, 7b, 8a, 8b, die fluchtend zur oberen bzw. unteren
Biegebewehrung positioniert sind.
[0018] Im Ausführungsbeispiel aus Figur 1 sind die Bewehrungselemente 7, 8 in der Vertikalebene
geneigt zur Vertikalen angeordnet, wobei natürlich auch eine Orientierung möglich
ist, bei der sich die Bewehrungselemente genau in Vertikalrichtung erstrecken. Die
Bewehrungselemente 7, 8 sind über ein Verbindungselement 9 aneinander festgelegt,
welches sich in horizontaler Ebene parallel zur oberen und unteren Biegebewehrung
erstreckt. Dieses Verbindungselement 9 sorgt aber nicht nur für die Festlegung der
einzelnen Bewehrungselemente, sondern dient auch über Abstandshalter 10, 11 zur Lagefixierung,
indem das Verbindungselement über die Abstandshalter 10, 11 auf die untere Betonschalung
vor dem Betonieren der Flachdecke 2 aufgelegt werden. Die Abstandshalter bestehen
aus Beton-Sockelplatten 10a und metallenen U-förmigen Bügeln 10b, auf die das Verbindungselement
9 aufgelegt ist, wie es aus dem Detail 1 a ersichtlich ist.
[0019] Die Beton-Sockelplatte 10a stellt das erfindungsgemäße Kraftverteilerelement dar
und ist nicht nur im unteren korrosionsanfälligen Randbereich unterhalb der unteren
Biegebewehrung 6 angeordnet, sondern auch in dem kritischen stützennahen Bereich der
Flachdecke, in welchem Schubrisse auftreten würden, falls die Flachdecke 2 kein Schubbewehrungselement
hätte. Ein solcher Schubrissverlauf ist zur Veranschaulichung auf der linken Seite
der Stütze angedeutet und mit dem Bezugszeichen 15 versehen. Entlang dieses Schubrisses
würde die Flachdecke ohne Schub- bzw. Durchstanzbewehrung reißen und die Stütze durch
die Flachdecke entsprechend durchstanzen.
[0020] Zur Verhinderung eines solchen Schubrisses sind nicht nur die Bewehrungselemente
7, 8 vorgesehen, sondern nun in erfindungsgemäßer Art und Weise auch das Kraftverteilerelement
10a, das aus höherfestem bzw. Hochleistungsbeton besteht. Vergleicht man die rechte
Seite der Stütze 3 und die Platzierung des Kraftverteilerelements 10a im Übergangsbereich
von Stütze zu Flachdecke und stellt diese Position dem Schubrissverlauf 15 auf der
linken Seite der Stütze gegenüber, so sieht man unschwer, dass das Kraftverteilerelement
10a genau dort angeordnet ist, wo der Schubriss sonst auftreten würde. Allerdings
muss man hier anmerken, dass der Schubrissverlauf insbesondere in Abhängigkeit der
Tragfähigkeit der Flachdecke natürlich auch anders ausfallen kann. Auf jeden Fall
ist es aber empfehlenswert, das Kraftverteilerelement 10a im Bereich der Flachdecke
möglichst nahe an der Stütze anzuordnen.
[0021] Der Abstandshalter 11 kann natürlich in ähnlicher Weise wie der Abstandshalter 10
aufgebaut sein, wobei aber die untere Sockelplatte 11a des Abstandshalters 11 aufgrund
der von der Stütze entfernten Position kaum bzw. gar nicht als Kraftverteilerelement
fungieren wird.
[0022] Figur 2 zeigt eine ähnliche Bauform eines Bauelements zur Schub- bzw. Durchstanzbewehrung
21, bei dem gleiche Bauteile mit gleichen Bezugszeichen versehen sind. Das Bauelement
zur Schub- bzw. Durchstanzbewehrung 21 unterscheidet sich vom Bauelement zur Schub-
bzw. Durchstanzbewehrung 1 aus Figur 1 eigentlich nur dadurch, dass das Verbindungselement
9 über Abstandshalter 11, 12, 13 auf der unteren Betonschalung aufgelagert ist (bzw.
während des Betonierens war), wobei der Abstandshalter 12 ebenfalls noch distanziert
von der Stütze angeordnet ist und somit kaum Kraftverteilerfunktion aufweisen dürfte,
wohingegen der Abstandshalter 13 an der gleichen Position wie der als Kraftverteilerelement
10a fungierende Abstandshalter 10 aus Figur 1 angeordnet ist. Allerdings ist die untere
Sockelplatte 13a des Abstandshalters 13 sehr viel kleiner ausgeführt als das Kraftverteilerelement
10a aus Figur 1, da das Verbindungselement 9 ein weiteres Kraftverteilerelement 14
aufweist, das oberhalb der unteren Biegebewehrung benachbart zur Stützenbewehrung
4 angeordnet ist. Dieses Kraftverteilerelement 14 besteht aus einem quaderförmigen
Betonblock, der jedoch auf seiner den Bewehrungselementen 7, 8 zugewandten Seitenfläche
geneigt ausgeführt ist in Anpassung an die Neigung der Bewehrungselemente 7, 8. An
dem Kraftverteilerelement 14 sind die Abstandshalter 12, 13 angeschlossen, um nicht
nur das Kraftverteilerelement 14, sondern das gesamte Bauelement zur Schub- bzw. Durchstanzbewehrung
21 höhengenau zu positionieren.
[0023] Figur 3 zeigt schließlich ein Bauelement zur Schub- bzw. Durchstanzbewehrung 31,
das ganz ohne Abstandshalter auskommt, indem das Verbindungselement 19 aus höherfestem
Beton besteht und selbst das Kraftverteilerelement bildet, wobei das Verbindungs-
bzw. Kraftverteilerelement 19 mit einer ebenen großflächigen Unterseite 19a versehen
ist, so dass es eine ebene und stabile Auflagefläche des Bauelements zur Schub- bzw.
Durchstanzbewehrung 31 auf die untere Biegebewehrung 6 bildet. Hierdurch kann das
Bauelement zur Schubbewehrung 31 ohne Abstandshalter auskommen und dennoch höhengenau
in der Flachdecke 2 angeordnet sein. Dies ist auch aus dem Vertikalschnitt aus Figur
4 erkennbar.
[0024] Da auch im Ausführungsbeispiel aus Figur 3 bzw. 4 die Bewehrungselemente 7, 8 geneigt
zur Vertikalen in der Vertikalebene verlaufen, ist es für eine stabile Lagefixierung
wichtig, dass das Kraftverteilerelement 19 bzw. das Verbindungselement 19 entsprechend
über einen großen Teil der Gesamtlänge des Bauelements zur Schub- bzw. Durchstanzbewehrung
31 verläuft.
[0025] Darüber hinaus ist es von Vorteil, wenn - wie es beispielsweise bei der Ausführungsform
aus Figur 1 der Fall ist - das erfindungsgemäße Kraftverteilerelement eindeutig die
nötige Einbaulage kennzeichnet, indem an ihm entweder eine Markierung vorgesehen ist
oder es selbst als Markierung fungiert, um beim Einbau sicherzustellen, dass die Bewehrungselemente
so geneigt zur Flachdecke 2 bzw. Stütze 3 angeordnet sind, dass die oberen Enden der
Bewehrungselemente 7, 8, also die oberen Bolzenköpfe 7a, 8a näher an der Stütze positioniert
sind als die unteren Bolzenköpfe 7b, 8b. Erst dadurch erstrecken sich die Bewehrungselemente
7, 8 ungefähr senkrecht zum theoretischen Schubrissverlauf 12 und können dadurch weitaus
besser die Schubkräfte aufnehmen, als wenn sie fast parallel zu dem theoretischen
Schubrissverlauf angeordnet wären (in diesem Fall des parallelen Verlaufs wäre es
sogar möglich, dass die Bewehrungselemente 7, 8 gar nicht aktiviert würden, sondern
dass sich der Schubriss einfach entlang der Bewehrungselemente durch den Ortbeton
erstrecken würde).
[0026] Zusammenfassend bietet die vorliegende Erfindung den Vorteil, mit Hilfe des Kraftverteilerelements
ein sehr kostengünstiges, nahezu beliebig formbares und sogar im korrosionsanfälligen
Randbereich positionierbares Bauteil zur Verfügung zu stellen, das die Tragfähigkeit
der herkömmlichen Schub- bzw. Durchstanzbewehrungselemente erhöht und es so ermöglicht,
dass die Flachdecken entsprechend dünner ausgeführt werden können, in einem Beispielsfall
etwa statt 35 cm stark nur noch 30 cm stark sein müssen. Dadurch spart man über die
gesamte Fläche der Flachdecke nicht nur 5cm Betonhöhe ein, sondern gewinnt auf der
anderen Seite auch noch 5cm nutzbare Raumhöhe.
1. Bauelement zur Schub- bzw. Durchstanzbewehrung, insbesondere zur Kraftübertragung
im Anschlussbereich von Stützen (3) an bewehrte Bauteile (2) wie Flachdecken und Bodenplatten,
bestehend aus einer Mehrzahl von Bewehrungselementen (7, 8), die sich in vertikaler
Ebene erstrecken und voneinander beabstandet angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Bauelement (1, 21, 31) ein Kraftverteilerelement (10a, 13a, 14, 19) aufweist
und dass das Kraftverteilerelement aus hochfestem Beton besteht.
2. Bauelement nach zumindest Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kraftverteilerelement aus Beton der Festigkeitsklasse C 60 oder höher besteht.
3. Bauelement nach zumindest Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kraftverteilerelement (19) aus einem die Bewehrungselemente (7, 8) gegenseitig
festlegenden Verbindungselement besteht.
4. Bauelement nach zumindest Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kraftverteilerelement (10a, 13a, 14) zumindest mittelbar an einem die Bewehrungselemente
(7, 8) gegenseitig festlegenden Verbindungselement (9) und/oder an den Bewehrungselementen
festgelegt ist.
5. Bauelement nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kraftverteilerelement (10a, 13a) als Abstandshalter zur Auflagerung des Bauelements
zur Schub- und/oder Durchstanzbewehrung (1, 21) auf einer unteren Betonschalung für
das bewehrte Bauteil (2) fungiert.
6. Bauelement nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass in dem im Anschlussbereich von Stützen (3) eingebauten Zustand zumindest einige der
Bewehrungselemente (7, 8) in vertikaler Ebene und in einer zur Vertikalen abweichenden
geneigten Richtung verlaufen.
7. Bauelement nach zumindest Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Stirnseiten der Bewehrungselemente (7, 8) fluchtend zueinander und geneigt zur
Achse des zugehörigen Bewehrungselementes (7, 8) angeordnet sind.
8. Bauelement nach zumindest Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bewehrungselemente (7, 8) in dem im Anschlussbereich von Stützen (3) eingebauten
Zustand einen Winkel gegenüber der Vertikalen von zwischen 30° und 60° und insbesondere
in der Größenordnung von etwa 45° aufweisen.
9. Bauelement nach zumindest Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass benachbarte Bewehrungselemente (7, 8) eines Bauelementes (1, 21, 31) parallel zueinander
angeordnet sind.
10. Bauelement nach zumindest Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass benachbarte Bewehrungselemente eines Bauelements unterschiedliche Neigungen aufweisen.
11. Bauelement nach zumindest Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bewehrungselemente (7, 8) aus mit endständigen Bolzenköpfen (7a, 8a, 7b, 8b)
versehenen Doppelkopfbolzen bestehen.
12. Bauelement nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kraftverteilerelement (10a, 13a, 14) in dem im Anschlussbereich von Stützen (3)
eingebauten Zustand zumindest auf der der Stütze zugewandten Seite des Bauelements
zur Schub- und/oder Durchstanzbewehrung angeordnet ist.
13. Bauelement nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kraftverteilerelement an seinen Außenflächen profiliert ist.
14. Bauelement nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kraftverteilerelement zur Kennzeichnung der Einbauorientierung eine Markierung
aufweist.
15. Bauelement nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kraftverteilerelement quader- oder zylinderförmig oder in sonstiger großvolumiger
gleichmäßiger Form ausgebildet ist.
16. Bauelement nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kraftverteilerelement bezogen auf seinen Horizontalquerschnitt eine Breite und
eine Länge zumindest im Zentimeterbereich aufweist.