Stand der Technik
[0001] Die ErFmdung betrifft eine Einspritzdüse für eine Brennkraftmaschine, insbesondere
in einem Kraftfahrzeug, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Eine derartige Einspritzdüse ist aus der EP 1 174 615 A2 bekannt und umfasst eine
Düsennadel, die in einem Düsenkörper hubverstellbar gelagert ist und mit der eine
Einspritzung von Kraftstoff durch wenigstens ein Spritzloch steuerbar ist. Die Einspritzdüse
enthält einen Übersetzerkolben, der mit einem Aktor antriebsgekoppelt ist, derart,
dass eine Hubverstellung des Aktors zwangsläufig eine identische Hubverstellung des
Übersetzerkolbens bewirkt. Des Weiteren ist ein Kopplerkolben vorgesehen, der eine
erste Kopplerfläche und eine zweite Kopplerfläche aufweist. Der Übersetzerkolben ist
mit einer Übersetzerfläche ausgestattet, die mit der ersten Kopplerfläche hydraulisch
gekoppelt ist. Des Weiteren ist die Düsennadel mit einer Steuerfläche ausgestattet,
die mit der zweiten Kopplerfläche hydraulisch gekoppelt ist. Zum Öffnen der Düsennadel
führt der Übersetzerkolben, angetrieben durch den Aktor einen Öffnungshub durch, der
zu einem Druckabfall an der Übersetzerfläche und somit an der ersten Kopplerfläche
führt. In der Folge führt auch der Kopplerkolben einen Hub durch, der seinerseits
zu einem Druckabfall an der zweiten Kopplerfläche und somit an der Steuerfläche führt.
Durch den Druckabfall an der Steuerfläche überwiegen die an der Düsennadel angreifenden
Öffnungskräfte und treiben die Düsennadel zum Öffnen an.
[0003] Um die Düsennadel möglichst direkt zum Öffnen ansteuern zu können, ist bei der bekannten
Einspritzdüse eine Mitnehmerkopplung vorgesehen, die zumindest zu Beginn eines zum
Öffnen der Düsennadel dienenden Öffnungshubs des Übersetzerkolbens den Kopplerkolben
mit der Düsennadel mechanisch antriebskoppelt. Hierdurch ist die Öffnungsbewegung
der Düsennadel zumindest zu Beginn des Öffnungshubs des Übersetzerkolbens unmittelbar
und mechanisch mit der Öffnungsbewegung des Kopplerkolbens zwangsgekoppelt. Die Düsennadel
spricht somit beim Öffnungsvorgang sehr direkt an und bewegt sich zumindest zu Beginn
des Öffnungshubs synchron zum Kopplerkolben.
[0004] Problematisch ist dabei, dass zur Realisierung einer derartigen Mitnehmerkopplung
sehr enge Toleranzen eingehalten werden müssen, was die Herstellung der bekannten
Einspritzdüse entsprechend aufwändig und teuer macht.
Vorteile der Erfindung
[0005] Die erfindungsgemäße Einspritzdüse mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs hat
demgegenüber den Vorteil, dass keine mechanische Kopplung zwischen Düsennadel und
Kopplerkolben vorliegt, so dass Kopplerkolben und Düsennadel hinsichtlich ihrer Toleranzen
voneinander entkoppelt sind. Die Fertigung der Einspritzdüse wird dadurch erheblich
vereinfacht. Zwar sind bei der erfindungsgemäßen Einspritzdüse Toleranzen zwischen
Übersetzerkolben und Kopplerkolben einzuhalten, um die Mitnehmerkopplung realisieren
zu können, jedoch sind diese Toleranzen weniger eng und liegen insbesondere in üblichen
Toleranzbereichen.
[0006] Die erfindungsgemäß vorgeschlagene Mitnehmerkopplung wirkt somit zwischen dem Übersetzerkolben
und dem Kopplerkolben und führt somit zumindest zu Beginn des Öffnungshubs des Übersetzerkolbens
zu einer direkten antriebsmäßigen Zwangskopplung zwischen Übersetzerkolben und Kopplerkolben.
Das bedeutet, dass der Kopplerkolben unmittelbar den Hub des Übersetzerkolbens und
somit unmittelbar den Hub des Aktors durchführt, zumindest zu Beginn des Öffnungshubs
des Übersetzerkolbens. Unabhängig von den Druckverhältnissen an der Übersetzerfläche
und an der ersten Kopplerfläche bewirkt die Hubverstellung des Kopplerkolbens den
Druckabfall an der zweiten Kopplerfläche und somit an der Steuerfläche unmittelbar,
wodurch die Düsennadel ausschließlich durch die hydraulischen Öffnungskräfte zum Öffnen
angetrieben wird.
[0007] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform kann der Düsenkörper eine Zwischenplatte
aufweisen, die einen Nadelbereich, in dem die Düsennadel angeordnet ist, von einem
Steuerbereich trennt, in dem der Aktor, der Übersetzerkolben und der Kopplerkolben
angeordnet sind. Dabei ist dann ein Steuerpfad, der die zweite Kopplerfläche mit der
Steuerfläche hydraulisch koppelt, durch die Zwischenplatte hindurchgeführt. Auf diese
Weise werden im Düsenkörper die beiden Bereiche, nämlich der Nadelbereiche und der
Steuerbereich, realisiert, die grundsätzlich, insbesondere im Hinblick auf Toleranzen,
unabhängig voneinander gefertigt werden können. Auf diese Weise vereinfacht sich die
serienmäßige Produktion der Einspritzdüsen.
[0008] Weitere wichtige Merkmale und Vorteile der erfindungsgemäßen Einspritzdüse ergeben
sich aus den Unteransprüchen, aus den Zeichnungen und aus der zugehörigen Figurenbeschreibung
anhand der Zeichnungen.
Zeichnungen
[0009] Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Einspritzdüse sind in den Zeichnungen
dargestellt und werden im Folgen näher erläutert, wobei sich gleiche Bezugszeichen
auf gleiche oder ähnliche oder funktional gleiche Komponenten beziehen. Es zeigen,
jeweils schematisch,
- Fig.1 bis 3
- jeweils einen stark vereinfachten, prinzipiellen Längsschnitt durch eine Einspritzdüse
nach der Erfindung bei unterschiedlichen Ausführungsformen.
[0010] Entsprechend den Fig. 1 bis 3 umfasst eine erfindungsgemäße Einspritzdüse 1 einen
Düsenkörper 2, in dem auf geeignete Weise eine Düsennadel 3 hubverstellbar gelagert
ist. Die Einspritzdüse 1 dient zum Einspritzen von Kraftstoff in einen Einspritzraum
4 einer Brennkraftmaschine, die insbesondere in einem Kraftfahrzeug angeordnet sein
kann. Die Einspritzung von Kraftstoff durch zumindest ein Spritzloch 5 ist mit Hilfe
der Düsennadel 3 steuerbar. Die Düsennadel 3 wirkt hierzu mit einem Nadelsitz 6 zusammen.
In ihrer hier gezeigten Ausgangsstellung oder Schließstellung oder Sperrstellung sitzt
die Düsennadel 3 im Nadelsitz 6 und trennt dadurch das wenigstens eine Spritzloch
5 von einem Zuführpfad 7, der dem wenigstens einen Spritzloch 5 unter Hochdruck stehenden
Kraftstoff zuführt. Dieser Zuführpfad 7 erstreckt sich innerhalb des Düsenkörpers
2 und ist an eine Kraftstoffversorgung 8 angeschlossen, die hier durch einen Pfeil
symbolisiert ist. Der Zuführpfad 7 verläuft dabei so im Düsenkörper 2, dass die inneren
Komponenten der Einspritzdüse 1 quasi in dem unter Hochdruck stehenden Kraftstoff
schwimmen. Bei einem sogenannten Common-Rail-System umfasst die Kraftstoffversorgung
8 eine gemeinsame Hochdruckleitung, an welche die Zuführpfade 7 mehrerer Einspritzdüsen
1 angeschlossen sind.
[0011] Die Düsennadel 3 ist hier Bestandteil eines Nadelverbands 9, der aus mehreren Gliedern
besteht, die gemeinsam hubverstellbar sind. Die einzelnen Glieder können lose aneinander
liegen oder aneinander befestigt sein oder aus einem Stück hergestellt sein.
[0012] Die Düsennadel 3 bzw. der Nadelverband 9 wirkt mit einer Schließdruckfeder 10 zusammen,
welche die Düsennadel 3 bzw. den Nadelverband 9 in Schließrichtung, also in den Nadelsitz
6 vorspannt. Hierzu stützt sich die Schließdruckfeder 10 einenends am Nadelverband
9 bzw. an der Düsennadel 3 ab und anderenends einer Dichthülse 11, die den Nadelverband
9 an einem von dem wenigstens einen Spritzloch 5 entfernten Ende koaxial umschließt.
Über die Schließdruckfeder 10 wird diese Dichthülse 11 gleichzeitig gegen eine Zwischenplatte
12 angepresst, die einen Bestandteil des Düsenkörpers 2 bildet. Die Dichthülse 11
umschließt einen Steuerraum 13, der außerdem von der Zwischenplatte 12 axial begrenzt
ist.
[0013] Die Düsennadel 3 bzw. der Nadelverband 9 weist eine Steuerfläche 14 auf, die ebenfalls
den Steuerraum 13 begrenzt. Die Steuerfläche 14 ist von dem wenigstens einen Spritzloch
5 abgewandt, so dass daran angreifende Druckkräfte Schließkräfte in die Düsennadel
3 bzw. in den Nadelverband 9 Schließkräfte einleiten.
[0014] Die Zwischenplatte 12 unterteilt den Düsenkörper 2 in einen in den Figuren unten
liegenden Nadelbereich 15 und einen oberhalb der Zwischenplatte 12 angeordneten Steuerbereich
16. Die im Nadelbereich 15 angeordnete Düsennadel 3 bzw. der Nadelverband 9 ist mechanisch
von den im Steuerbereich 16 angeordneten Komponenten der Einspritzdüse 1 entkoppelt.
Insbesondere sind die Komponenten des Nadelbereichs 15 von den Komponenten des Steuerbereichs
16 hinsichtlich Toleranzen unabhängig, was die Fertigung vereinfacht. Der Verbindungspfad
7 ist dabei auf geeignete Weise durch die Zwischenplatte 12 hindurchgeführt.
[0015] Die Einspritzdüse 1 enthält in ihrem Steuerbereich 16 einen Aktor 17, der vorzugsweise
als Piezoaktuator ausgestaltet ist, und der in Abhängigkeit seines Energielevels bzw.
des anliegenden Stroms eine variierende axiale Länge aufweist, wobei die Axialrichtung
parallel zur Hubrichtung der Düsennadel 3 verläuft. Bei einem ersten Energielevel,
der im folgenden auch als Bestromung bezeichnet wird, besitzt der Aktor 17 eine große
bzw. seine größte axiale Ausdehnung. Im Unterschied dazu weist er bei einem zweiten
Energielevel, der im folgenden auch als Entstromung bezeichnet wird, eine kleinere
bzw. seine kleinste axiale Erstreckung auf.
[0016] Der Aktor 17 ist mit einem Übersetzerkolben 18 antriebsgekoppelt, derart, dass ein
Hub des Aktors 17 zwangsläufig denselben Hub am Übersetzerkolben 18 bewirkt. Der Übersetzerkolben
18 ist in einer Lagerhülse 19 hubverstellbar gelagert, die an der Zwischenplatte 12
axial abgestützt ist. Des Weiteren ist eine Öffnungsdruckfeder 20 vorgesehen, die
sich einenends an der Lagerhülse 19 und anderenends an einer Scheibe 21 abstützt,
über welche der Übersetzerkolben 18 mit dem Aktor 17 fest verbunden ist. Die Öffnungsdruckfeder
20 treibt somit den Übersetzerkolben 18 in einer von der Düsennadel 3 weg gerichteten
Richtung an.
[0017] Der Übersetzerkolben 18 weist eine Übersetzerfläche 22 auf, die einen Übersetzerraum
23 begrenzt. Der Übersetzerraum 23 ist dabei innerhalb der Lagerhülse 19 ausgebildet
und somit von der Lagerhülse 19 eingefasst.
[0018] Des Weiteren ist ein Kopplerkolben 24 vorgesehen, der ebenfalls in der Lagerhülse
19 hubverstellbar gelagert ist. Der Kopplerkolben 24 besitzt eine erste Kopplerfläche
25, die vom wenigstens einen Spritzloch 5 abgewandt ist, sowie eine zweite Kopplerfläche
26, die dem wenigstens einen Spritzloch 5 zugewandt ist. Die erste Kopplerfläche 25
begrenzt ebenfalls den Übersetzerraum 23 und liegt der Übersetzerfläche 22 gegenüber.
Übersetzerfläche 22 und erste Kopplerfläche 25 sind miteinander hydraulisch gekoppelt.
[0019] Im Unterschied dazu ist die zweite Kopplerfläche 26 mit der Steuerfläche 14 hydraulisch
gekoppelt. Dabei begrenzt die zweite Kopplerfläche 26 einen Kopplerraum 27, der außerdem
gegenüber der zweiten Kopplerfläche 26 von der Zwischenplatte 12 begrenzt ist sowie
von der Lagerhülse 19 eingefasst ist. Die Zwischenplatte 12 enthält zumindest einen
Steuerkanal 28, über welchen der Steuerraum 13 mit dem Kopplerraum 27 kommuniziert.
Die hydraulische Kopplung zwischen Steuerfläche 14 und zweiter Kopplerfläche 26 erfolgt
somit über den Steuerraum 13, durch den Steuerkanal 28 und über den Kopplerraum 27.
Ein Steuerpfad, der die zweite Kopplerfläche 26 mit der Steuerfläche 14 hydraulisch
koppelt, umfasst somit den Steuerraum 13, den Kopplerraum 27 sowie den wenigstens
einen Steuerkanal 28 und ist somit durch die Zwischenplatte 12 hindurchgeführt.
[0020] Erfindungsgemäß ist nun außerdem eine Mitnehmerkopplung 29 vorgesehen, die so ausgestaltet
ist, dass sie den Kopplerkolben 24 zumindest zu Beginn eines Öffnungshubs des Übersetzerkolbens
18, der zum Öffnen der Düsennadel 3 dient, mit dem Übersetzerkolben 18 mechanisch
antriebskoppelt. Durch diese antriebsmäßige Zwangskopplung wird der Kopplerkolben
24 zumindest am Anfang des Öffnungshubs des Übersetzerkolbens 18 synchron zum Übersetzkolben
18 hubverstellt. Das bedeutet, dass ein Hub des Aktors 17, den dieser beim Entstromen
durchführt, zunächst direkt auf den Übersetzerkolben 18 und mit Hilfe der Mitnehmerkopplung
29 direkt auf den Kopplerkolben 24 übertragen wird, so dass der Kopplerkolben 24 letztlich
denselben Hub durchführt wie der Aktor 17.
[0021] Die Mitnehmerkopplung 29 umfasst bei den hier gezeigten Ausführungsformen eine erste
Mitnehmerkontur 30, die fest mit dem Übersetzerkolben 18 verbunden ist, sowie eine
zweite Mitnehmerkontur 31, die fest mit dem Kopplerkolben 24 verbunden ist.
[0022] Bei der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform enthält der Übersetzerkolben 18 einen
ersten Mitnehmerraum 32, innerhalb dem die erste Mitnehmerkontur 30 in Form eines
Hinterschnitts ausgebildet ist. Der Kopplerkolben 24 weist eine Stange 33 auf, die
vom Kopplerkolben 24 axial absteht und in den ersten Mitnehmerraum 32 hineinragt.
Dort trägt die Stange 33 einen Kopf 34, an dem die zweite Mitnehmerkontur 31 ausgebildet
ist, so dass diese die erste Mitnehmerkontur 30 innerhalb des ersten Mitnehmerraums
32 hintergreift. Der erste Mitnehmerraum 32 ist zum Kopplerkolben 24 hin offen und
ist mit dem Übersetzerraum 23 hydraulisch gekoppelt, was beispielsweise über wenigstens
einen Verbindungskanal 35 erfolgt.
[0023] Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 2 ist ebenfalls ein Mitnehmerraum vorgesehen,
der jedoch nicht im Übersetzerkolben 18, sondern im Kopplerkolben 24 ausgebildet ist
und im folgenden als zweiter Mitnehmerraum 36 bezeichnet wird. Im zweiten Mitnehmerraum
36 ist dann die zweite Mitnehmerkontur 31 angeordnet und zweckmäßig als Hinterschnitt
ausgestaltet. Die erste Mitnehmerkontur 30 ist dann an einem Kopf 37 einer Stange
38 ausgebildet, die fest mit dem Übersetzerkolben 18 verbunden ist und in den zweiten
Mitnehmerraum 36 eintaucht. Dementsprechend hintergreift die erste Mitnehmerkontur
30 innerhalb des zweiten Mitnehmerraums 36 die zweite Mitnehmerkontur 31. Auch der
zweite Mitnehmerraum 36 kommuniziert insbesondere über wenigstens einen Verbindungskanal
39 mit dem Übersetzerraum 23 und ist zum Übersetzerkolben 18 hin offen.
[0024] Bei der in Fig. 3 gezeigten Ausführungsform sind zwei Mitnehmerräume vorgesehen,
nämlich der im Übersetzerkolben 18 ausgebildete erste Mitnehmerraum 32 und der im
Kopplerkolben 24 ausgebildete zweite Mitnehmerraum 36. Die erste Mitnehmerkontur 30
ist im ersten Mitnehmerraum 32, insbesondere in Form eines Hinterschnitts, ausgebildet.
Die zweite Mitnehmerkontur 31 ist hier im zweiten Übersetzerraum 36 angeordnet, vorzugsweise
in Form eines Hinterschnitts. Zur Kopplung der beiden Mitnehmerkonturen 30, 31 ist
ein Koppelglied 40 vorgesehen, das eine Stange 41 aufweist, die an beiden axialen
Enden jeweils in einen der Mitnehmerräume 32 und 36 hineinragt und dort jeweils einen
Kopf 42 bzw. 43 aufweist, der die jeweilige als Hinterschnitt ausgebildete Mitnehmerkontur
30 bzw. 31 hintergreift.
[0025] Bei den hier gezeigten Ausführungsformen ist außerdem jeweils zumindest eine Rückstellfeder
44 vorgesehen, die einenends am Übersetzerkolben 18 und anderenends am Kopplerkolben
24 abgestützt ist und welche die genannten Kolben 18, 24 axial voneinander weg antreibt.
Angetrieben durch die Rückstellfeder 44 kann sich ein Abstand 45 zwischen Übersetzerkolben
18 und Kopplerkolben 24 vergrößern. Der maximal einstellbare Abstand 45 ist dabei
durch die Mitnehmerkopplung 29 definiert bzw. begrenzt. Bei Erreichen des maximalen
Abstands 45 stehen die Mitnehmerkonturen 30, 31 entweder direkt wie bei den Ausführungsformen
der Fig. 1 und 2 oder indirekt über das Kopplerglied 40 wie in Fig. 3 miteinander
in Eingriff.
[0026] Bei den hier gezeigten Ausführungsformen ist die Mitnehmerkopplung 29 außerdem so
gestaltet, dass eine Relativverstellung zwischen Übersetzerkolben 18 und Kopplerkolben
24 möglich ist, und zwar so, dass sich der Abstand 45 dabei verkleinert. Erreicht
wird dies bei den hier gezeigten Ausführungsformen dadurch, dass die jeweiligen Köpfe
34, 37, 42 und 43 am jeweiligen Hinterschnitt 30, 31 nur lose aufliegen und sich dadurch
in den jeweiligen Mitnehmerraum 32 bzw. 36 hinein bewegen und vom jeweiligen Hinterschnitt
30, 31 abheben bzw. entfernen können. Diese Relativbewegung zwischen Übersetzerkolben
18 und Kopplerkolben 24 erfolgt dann entgegen der Druckkraft der Rückstellfeder 44.
[0027] Die Funktionsweise der erfindungsgemäßen Einspritzdüse 1 wird im folgenden anhand
der Ausführungsform gemäß Fig. 1 näher erläutert.
[0028] Im gezeigten Ausgangszustand ist der Aktor 17 bestromt und besitzt seine größte axiale
Ausdehnung. Die Düsennadel 3 sitz in ihrem Sitz 6 und versperrt das wenigstens eine
Spritzloch 5. Der Kopplerkolben 24 besitzt seinen größten Abstand 45 vom Übersetzerkolben
18. Die Mitnehmerkonturen 30, 31 der Mitnehmerkopplung 29 stehen in Eingriff. Im Steuerraum
13, im Kopplerraum 27, im Übersetzerraum 23 und im Mitnehmerraum 32 herrscht jeweils
derselbe Druck wie im Zuführpfad 7, also der Kraftstoffhochdruck. Dieser Druckausgleich
kann beispielsweise durch gezieltes Spiel bzw. durch gezielte Leckagen im Bereich
der Lagerungen von Übersetzerkolben 18, Kopplerkolben 24 und Düsennadel 3 bzw. Nadelverband
9 realisiert werden. Ebenso können geeignete Drosselbohrungen vorgesehen sein, welche
die jeweiligen Räume mit dem Zuführpfad 7 verbinden.
[0029] Zum Starten eines Einspritzvorgangs wird der Aktor 17 entstromt, wodurch sich dieser
zusammenzieht. Der Aktor 17 wird hierbei invers betrieben, d.h., eine Bestromung des
Aktors 17 bewirkt ein Schließen der Düsennadel 3, während ein Entstromen des Aktors
17 das Öffnen der Düsennadel 3 bewirkt. Da sich die axiale Länge des Aktors 17 durch
seine inverse Betätigung reduziert, führt der damit zwangsgekoppelte Übersetzerkolben
18 einen Öffnungshub aus. Zu Beginn dieses Öffnungshubs, der vom wenigsten einen Spritzloch
5 weggerichtet ist, erzwingt die Mitnehmerkopplung 29 zwangsläufig auch eine Hubverstellung
des Kopplerkolbens 24. Auf diese Weise entfernt sich die zweite Kopplerfläche 26 von
der Zwischenplatte 12, wodurch sich das Volumen des Kopplerraums 27 vergrößert. Damit
geht ein Druckabfall im Kopplerraum 27 einher, der sich über den Steuerpfad bis zu
Steuerfläche 14 fortpflanzt. Der Druckabfall an der Steuerfläche 14 reduziert die
an der Düsennadel 3 bzw. am Nadelverband 9 angreifenden, in Schließrichtung wirksamen
Kräfte. In der Folge kommt es zu einer in Öffnungsrichtung orientierten resultierenden
Kraft, so dass die Düsennadel 3 aus ihrem Sitz 6 abhebt. Das wenigstens eine Spritzloch
5 kann dann mit dem Zuführpfad 7 kommunizieren; der Einspritzvorgang beginnt.
[0030] Das Öffnen der Düsennadel 3 erfolgt aufgrund der Mitnehmerkopplung 29 sehr direkt,
was es ermöglicht, die Öffnungszeit der Düsennadel 3 recht exakt vorzugeben. Durch
ein Verhältnis von zweiter Kopplungsfläche 26 zu Steuerfläche 14 kann eine gewünschte
Übersetzung der Hubverstellung des Aktors 17 und des Öffnungshubs der Düsennadel 3
eingestellt werden. Zur Realisierung kleiner Öffnungshübe ist dabei keine große Übersetzung
erforderlich, so dass insbesondere ein Übersetzungsverhältnis von 1, also keine Übersetzung,
vorgesehen sein kann. Die zweite Kopplerfläche 26 ist dann gleichgroß wie die Steuerfläche
14. Mit Hilfe direktsteuerbarer kleiner Nadelhübe lassen sich extrem kurze Einspritzzeiten
und somit extrem kleine Einspritzmengen realisieren.
[0031] Um größere Einspritzmengen zu realisieren, wird der Aktor 17 länger betätigt. Die
Übersetzerfläche 22 ist üblicherweise größer als die erste Kopplerfläche 25. Dies
hat zur Folge, dass beim Öffnungshub des Übersetzerkolbens 18 das Volumen des Übersetzerraums
23 zunimmt. Dementsprechend kommt es auch im Übersetzerraum 23 zu einem Druckabfall.
Während der Druckabfall im Kopplerraum 27 durch die Öffnungsbewegung der Düsennadel
3 im wesentlichen kompensiert wird bzw. begrenzt ist (zumindest zunächst), sinkt der
Druck im Übersetzerraum 23 weiter ab, solange bis am Kopplerkolben 24 die an der zweiten
Kopplerfläche 26 angreifenden Kräfte gegenüber den an der ersten Kopplerfläche 25
angreifenden Kräfte überwiegen. Ab diesem Kräfteausgleich ist der Öffnungshub des
Kopplerkolbens 24 schneller als der Öffnungshub des Übersetzerkolbens 18, so dass
sich der Kopplerkolben 24 unter Verringerung des Abstands 45 auf den Übersetzerkolben
18 zubewegt. Diese Relativbewegung wird durch die erfindungsgemäße Mitnehmerkopplung
29 ermöglicht. In der Folge nimmt der Druckabfall im Kopplerraum 27 wieder zu, was
erneut die Düsennadel 3 in Öffnungsrichtung beschleunigt.
[0032] Für das Verhältnis von Öffnungshub des Aktors 17 zu Öffnungshub der Düsennadel 3
gilt nun das Verhältnis von Steuerfläche 14 zu Übersetzerfläche 22. Zweckmäßig ist
diese Übersetzerfläche 22 deutlich größer als die Steuerfläche 14, so dass ein bestimmter
Hub des Aktors 17 einen entsprechend größeren Hub an der Düsennadel 3 erzeugt. Die
Düsennadel 3 kann somit extrem rasch weit geöffnet werden. Dies ist zur Realisierung
von großen Einspritzmengen bei vergleichsweise kurzen Einspritzzeiten von Vorteil.
Die große Übersetzung gewährleistet dabei eine vergleichsweise kurze Baulänge für
den Aktor 17, wodurch die Einspritzdüse 1 insgesamt vergleichsweise kompakt bauen
kann.
[0033] Zum Schließen der Düsennadel 3 wird der Aktor 17 wieder bestromt, wodurch sich seine
Länge vergrößert und sich der Übersetzerkolben 18 wieder in Richtung des wenigstens
einen Spritzlochs 5 verstellt. Hierbei wird das Volumen des Übersetzerraums 23 verkleinert,
wodurch darin der Druck ansteigt. Dieser Druckanstieg bewirkt dann eine entsprechende
Verstellbewegung des Kopplerkolbens 24 in Richtung auf das wenigstens eine Spritzloch
5, wobei diese Verstellbewegung durch die Rückstellfeder 44 unterstützt ist. In der
Folge kommt es zu einem Druckanstieg im Kopplerraum 27, der einen entsprechenden Druckanstieg
an der Steuerfläche 14 auslöst, was die Kräfteverhältnisse an der Düsennadel 3 bzw.
am Nadelverband 9 soweit ändern, dass daraus eine Schließkraft resultiert, welche
die Düsennadel 3 in deren Sitz 6 antreibt.
[0034] Die Ausführungsformen der Fig. 2 und 3 arbeiten analog zur Variante gemäß Fig. 1
und müssen daher nicht näher erläutert werden.
[0035] Bei der vorliegenden Erfindung ist von entscheidendem Vorteil, dass der Nadelbereich
15 hinsichtlich Toleranzen und Ausrichtung der darin enthaltenen beweglichen Komponenten
völlig unabhängig vom Steuerbereich 16 hergestellt werden kann, da insbesondere keine
mechanische Kopplung zwischen Düsennadel 3 und Kopplerkolben 24 realisiert werden
muss. Die Ausgestaltung der Mitnehmerkopplung 29 ausschließlich im Steuerbereich 16
lässt sich erheblich einfacher realisieren, da die innerhalb des Steuerbereichs 16
einzuhaltenden Toleranzen in einem größeren Bereich liegen können.
[0036] Bezugszeichenliste
- 1
- Einspritzdüse
- 2
- Düsenkörper
- 3
- Düsennadel
- 4
- Einspritzraum
- 5
- Spritzloch
- 6
- Nadelsitz
- 7
- Zuführpfad
- 8
- Kraftstoffversorgung
- 9
- Nadelverband
- 10
- Öffnungsdruckfeder
- 11
- Dichthülse
- 12
- Zwischenplatte
- 13
- Steuerraum
- 14
- Steuerfläche
- 15
- Nadelbereich
- 16
- Steuerbereich
- 17
- Aktor
- 18
- Übersetzerkolben
- 19
- Lagerhülse
- 20
- Öffnungsdruckfeder
- 21
- Scheibe
- 22
- Übersetzerfläche
- 23
- Übersetzerraum
- 24
- Kopplerkolben
- 25
- erste Kopplerfläche
- 26
- zweite Kopplerfläche
- 27
- Kopplerraum
- 28
- Steuerkanal
- 29
- Mitnehmerkopplung
- 30
- erste Mitnehmerkontur
- 31
- zweite Mitnehmerkontur
- 32
- erster Mitnehmerraum
- 33
- Stange
- 34
- Kopf
- 35
- Verbindungskanal
- 36
- zweiter Mitnehmerraum
- 37
- Kopf
- 38
- Stange
- 39
- Verbindungskanal
- 40
- Koppelglied
- 41
- Stange
- 42
- Kopf
- 43
- Kopf
- 44
- Rückstellfeder
- 45
- Abstand
1. Einspritzdüse für eine Brennkraftmaschine, insbesondere in einem Kraftfahrzeug,
- mit einer Düsennadel (3), die in einem Düsenkörper (2) hubverstellbar gelagert ist
und mit der eine Einspritzung von Kraftstoff durch wenigstens ein Spritzloch (5) steuerbar
ist,
- mit einem Übersetzerkolben (18), der mit einem Aktor (17) antriebsgekoppelt ist,
- mit einem Kopplerkolben (24), der eine erste Kopplerfläche (25) und eine zweite
Kopplerfläche (26) aufweist,
- wobei der Übersetzerkolben (18) eine Übersetzerfläche (22) aufweist, die mit der
ersten Kopplerfläche (25) hydraulisch gekoppelt ist,
- wobei die Düsennadel (3) oder ein die Düsenadel (3) umfassender Nadelverband (9)
eine Steuerfläche (14) aufweist, die mit der zweiten Kopplerfläche (26) hydraulisch
gekoppelt ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Mitnehmerkopplung (29) vorgesehen ist, die zumindest zum Beginn eines zum Öffnen
der Düsennadel (3) dienenden Öffnungshubs des Übersetzerkolbens (18) den Kopplerkolben
(24) mit dem Übersetzerkolben (18) mechanisch antriebskoppelt.
2. Einspritzdüse nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Mitnehmerkopplung (29) zumindest eine mit dem Übersetzerkolben (18) fest verbundene
erste Mitnehmerkontur (30) und zumindest eine mit dem Kopplerkolben (24) fest verbundene
zweite Mitnehmerkontur (31) aufweist,
- dass die Mitnehmerkonturen (30, 31) zumindest zu Beginn des Öfkungshubs des Übersetzerkolbens
(18) indirekt über ein Koppelglied (40) oder direkt miteinander in Eingriff stehen.
3. Einspritzdüse nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest die eine Mitnehmerkontur (30, 31) einen Hinterschnitt bildet, den die andere
Mitnehmerkontur (30, 31) oder das Koppelglied (40) hintergreift.
4. Einspritzdüse nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Übersetzerkolben (18) und/oder der Kopplerkolben (24) einen zum jeweils anderen
Kolben (18, 24) hin offenen Mitnehmerraum (32, 36) aufweist/aufweisen, in dem die
dem jeweiligen Kolben (18, 24) zugeordnete Mitnehmerkontur (30, 31) ausgebildet ist.
5. Einspritzdüse nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die dem jeweils anderen Kolben (18, 24) zugeordnete Mitnehmerkontur (30, 31) oder
das Koppelglied (40) in den Mitnehmerraum (32, 36) hineinragt.
6. Einspritzdüse nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Mitnehmerraum (32, 36) mit einem Übersetzerraum (23) hydraulisch gekoppelt ist,
der von der Übersetzerfläche (22) und von der ersten Kopplerfläche (25) begrenzt ist.
7. Einspritzdüse nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Düsenkörper (2) eine Zwischenplatte (12) aufweist, die einen Nadelbereich (15),
in dem die Düsennadel (3) angeordnet ist, von einem Steuerbereich (16) trennt, in
dem der Aktor (17), der Übersetzerkolben (18) und der Kopplerkolben (24) angeordnet
sind,
- dass ein die zweite Kopplerfläche (26) mit der Steuerfläche (14) hydraulisch koppelnder
Steuerpfad durch die Zwischenplatte (12) hindurch geführt ist.
8. Einspritzdüse nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Mitnehmerkopplung (29) so ausgestaltet ist, dass sie eine Relativverstellung
zwischen Übersetzerkolben (18) und Kopplerkolben (24) ermöglicht, die einen Abstand
(45) zwischen Übersetzerkolben (18) und Kopplerkolben (24) reduziert, der zu Beginn
des Öffnungshubs des Übersetzerkolbens (18) vorliegt.
9. Einspritzdüse nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Rückstellfeder (44) vorgesehen ist, die sich einerseits am Übersetzerkolben
(18) und andererseits am Kopplerkolben (24) abstützt und die Übersetzerkolben (18)
und Kopplerkolben (24) voneinander weg antreibt.
10. Einspritzdüse nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Übersetzerfläche (22) und die erste Kopplerfläche (25) einen Übersetzerraum (23)
begrenzen,
- dass die zweite Kopplerfläche (26) einen Kopplerraum (27) begrenzt,
- dass die Steuerfläche (14) einen Steuerraum (13) begrenzt, der mit dem Kopplerraum (27)
hydraulisch gekoppelt ist,
- dass das Volumen des Übersetzerraums (23) größer ist als das Gesamtvolumen von Kopplerraum
(27) und Steuerraum (13).
11. Einspritzdüse nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Übersetzerfläche (22) größer ist als die erste Kopplerfläche (25) und/oder als
die Steuerfläche (14).