Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft ein Schlosssystem mit zumindest einem an einem Wertbehältnis
angebrachten und dieses verschließenden Schloss, wobei das Schloss mittels einer elektronischen
Schaltung über ein elektrisch ansteuerbares Stellglied aus einer Geschlossenenstellung
in eine Offenstellung ansteuerbar ist, wobei die elektronische Schaltung Mittel zum
Auslesen eines mobilen Datenträgers, einen Schlossprozessor mit einer internen Schlossprozessoruhr
sowie ein Schlossspeicherelement, worin ein Programm gespeichert ist, aufweist. Die
Erfindung betrifft des Weiteren ein Betriebsverfahren für ein solches Schlosssystem.
Stand der Technik und Hintergrund der Erfindung
[0002] Aus der Praxis ist ein Schlosssystem der eingangs genannten Art bekannt. Bei den
Wertbehältnissen handelt es sich beispielsweise um automatische Kassentresore, Geldautomaten
und andere Wertbehältnisse. Bei solchen Wertbehältnissen ist es regelmäßig erforderlich,
Wertinhalte zu entfernen oder auch aufzufüllen. Dies erfolgt in der Regel durch autorisierte
Personen, welche mit geeigneten Mitteln ausgestattet sind, das Schloss in die Offenstellung
zu betätigen. Solche Mittel umfassen beispielsweise die manuelle Eingabe eines Öffnungscodes,
eines Berechtigungscodes oder dergleichen. Auch können elektronisch auslesbare Datenträger
gleichsam wie ein mechanischer Schlüssel verwendet werden. In letzterem Fall wird
das Schloss nur dann in die Offenstellung angesteuert, wenn die aus dem Datenträger
ausgelesenen Daten die notwendigen Codes für einen berechtigten Zugriff enthalten.
Hierbei handelt es sich typischerweise um einen Festcode, i.e. der Code ist einem
Schloss zugeordnet und wird im normalen Betrieb nicht geändert.
[0003] Das Befüllen und Entleeren von Wertbehältnissen wird üblicherweise von Werttransportunternehmen
und ähnlichen Dienstleistern besorgt. Dabei fährt ein Werttransportfahrzeug gemäß
einem Fahrtplan verschiedene Wertbehältnisse nacheinander an und die Bedienpersonen
entleeren und/oder befüllen das jeweils angefahrene Wertbehältnis. Aufgrund der regelmäßig
hohen Werte sind dabei an die Sicherheitsaspekte sehr hohe Anforderungen zu stellen.
[0004] Bei dem vorstehend beschriebenen und aus der Praxis bekannten Betriebsverfahren reicht
der Besitz eines Öffnungscodes, Identifikationscodes oder Datenträgers zur Öffnung
eines Wertbehältnisses aus. Wird beispielsweise ein solcher Datenträger unbefugt kopiert,
so kann mittels der Kopie eine Öffnung des Wertbehältnisses erfolgen, ohne dass dies
durch beispielsweise das Werttransportunternehmen oder den Betreiber des Wertbehältnisses
ohne weiteres verhindert werden kann. Insofern sind die bekannten Schlosssysteme verbesserungsfähig.
[0005] DE 37 11 746 offenbart ein Schlosssystem mit einem elektronischen Schloss und einem von dem Schloss
beabstandeten und mit dem Schloss nicht verbundenen Zentralrechner, wobei das Schloss
mittels einer elektronischen Schaltung über ein elektrisch ansteuerbares Stellglied
aus einer Geschlossenstellung in eine Offenstellung ansteuerbar ist. Es wird auch
eine interne Schlossprozessoruhr sowie ein Schlossspeicherelement, worin ein Decodierprogramm
sowie ein dem Schloss zugeordneter Festcode gespeichert sind, gezeigt.
Technisches Problem der Erfindung
[0006] Der Erfindung liegt daher das technische Problem zugrunde, ein Schlosssystem anzugeben,
welches eine erhöhte Sicherheit aufweist, insbesondere gegen unbefugte Zugriffe besser
gesichert ist.
Grundzüge der Erfindung und bevorzugte Ausführungsformen
[0007] Zur Lösung dieses technischen Problems lehrt die Erfindung ein Schlosssystem gemäß
Anspruch 1 und ein Verfahren gemäß Anspruch 4. Das Schlosssystem ist ausgestattet
mit einer Mehrzahl von einem an einem Wertbehältnis angebrachten und dieses verschließenden
Schlössern, mit von den Schlössern beabstandeten und mit den Schlössern nicht verbundenen
Zentralenrechner und mit einem mobilen Datenträger, wobei jedes der Schlösser jeweils
mittels einer elektronischen Schaltung über ein elektrisch ansteuerbares Stellglied
aus einer Geschlossenstellung in eine Offenstellung ansteuerbar ist, wobei jede elektronische
Schaltung Mittel zum Auslesen des mobilen Datenträgers, einen Schlossprozessor mit
einer internen Schloss- prozessoruhr sowie ein Schlossspeicherelement, worin ein Decodierprogramm
sowie ein dem jeweiligen Schloss zugeordneter Festcode gespeichert sind, aufweist,
wobei der Zentralenrechner Mittel zum Beschreiben des mobilen Datenträgers, einen
Zentralenprozessor sowie ein Zentralenspeicherelement, worin ein Codierprogramm und
der jedem Schloss zugeordnete Festcode gespeichert sind, aufweist, wobei mittels des
Codierprogramms ein Datensatz erzeugbar und auf den Datenträger schreibbar ist, wobei
der Datensatz durch Auslesen des Festcodes aus dem Zentralenspeicherelement und dessen
Kombination mit einem dem Zentralenprozessor eingegebenen Sollzeitfenster erzeugbar
ist, wobei der Datensatz des Datenträgers mittels der Mittel zum Auslesen des Datenträgers
auslesbar ist, wobei im zugoerdneten Schlossprozessor mittels des Decodierprogramms
durch Auslesen des dem jeweiligen Schloss zugeordneten Festcodes aus dem zugoerdneten
Schlossspeicherelement das Sollzeitfenster bestimmbar ist und wobei durch Auslesen
der zugoerdneten Schlossprozessoruhr und Vergleich der ausgelesenen Uhrzeit mit dem
bestimmten Sollzeitfenster das Schloss in die Offenstellung ansteuerbar ist, wenn
die Uhrzeit innerhalb des Sollzeitfensters liegt. Wenn die ausgelesene Uhrzeit nicht
innerhalb des Sollzeitfensters liegt, versteht es sich, dass eine Ansteuerung in die
Offenstellung nicht stattfindet.
[0008] Der Zentralenrechner ist mit dem Schloss nicht verbunden in dem Sinne, dass keinerlei
unmittelbare Verbindung, sei es durch elektrische Leitungen oder durch drahtlose Übermittlung,
besteht. Es wird sich empfehlen, den Zentralenrechner, oder zumindest jenen Prozessor,
mittels welchem die Codierung erfolgt, mit fachüblichem Ausleseschutz und Sabotageschutz
auszustatten.
[0009] Dagegen ist die elektronische Schaltung unmittelbar mit dem Schloss verbunden, beispielsweise
mittels elektrischer Leitungen oder drahtloser Übermittelung von Signalen. Typischerweise
bildet sie sogar ein Bauteil des Schlosses.
[0010] Als Datenträger kommen grundsätzlich alle fachüblichen Datenträger in Frage. Beispiele
hierfür sind: Magnetkarte, Chipkarte, mobiler Speicherbaustein usw.. Im Falle der
Chipkarte, welche bevorzugt ist, kann diese passwortgeschützt sein, i.e. auf das Speicherelement
des Chips kann nur mittels eines Passwortes zugegriffen werden. Dann versteht es sichh,
dass im Rahmen des Schlossspeicherelementes das Passwort gespeichert ist und zur Auslesung
der Chipkarte zunächst an diese übertragen wird. Die für die vorstehenden Datenträger
benötigten Mittel zum Auslesen und Mittel zum Beschreiben sind dem Fachmann im übrigen
wohl vertraut und brauchen daher nicht näher beschrieben zu werden.
[0011] Die interne Schlossprozessoruhr stellt eine Systemuhrzeit zur Verfügung, deren Struktur
und Ablauf innerhalb des Schlossystems definiert und einheitlich ist. Das Format kann
hierbei grundsätzlich beliebig sein. Im einfachsten Fall umfasst das Format Jahr,
Monat, Tag, Stunde, Minute und ggf. Sekunde. Diese Zeitinformation kann verschlüsselt
sein, wobei der Verschlüsselungsalgorithmus dann im Zentralenrechner in analoger Weise
eingerichtet ist. Da bei einem erfindungsgemäßen Schlosssystem regelmäßig eine Vielzahl
von Schlössern umfasst sind, laufen die jeweiligen Schlossprozessoruhren nahezu synchron
zueinander. Im Rahmen beispielsweise jährlicher Wartungen kann eine Synchronisierung
eventueller Abweichungen durch Drift erfolgen, falls einzelne Schlossprozessoruhren
gegenüber einer Referenzzeit um mehr als ein definiertes Divergenzzeitinterval vor-
oder nachgehen.
[0012] Es versteht sich, dass die jeweiligen Speicherelemente in der Regel nicht baulich
separat von den Prozessoren ausgebildet sind, sondern Speicherbereiche innerhalb eines
im Prozessor integrierten Speichers sein können. Entsprechendes gilt für die Schlossprozessoruhr,
welche in der Regel integraler Bestandteil des Prozessors i.V. mit dem Betriebsprogramm
des Prozessors ist.
[0013] Ein einem Schloss zugeordneter Festcode ist einzigartig, ausschließlich für das betreffende
Schloss eingerichtet und im Schlossspeicherelement sowie im Zentralenspeicherelement
gespeichert. Die Festcodes verschiedener Schlösser unterscheiden sich folglich. Insofern
entspricht der Festcode gleichsam einem Namen für das zugeordnete Schloss. Im Zentralespeicher
sind alle Festcodes jeweils mit Zuordnung zu dem betreffenden Schloss, in welchem
ein Festcode abgespeichert ist, gespeichert, gleichsam einem Adressbuch mit dem Festcode
als Name und zumindest einer weiteren individualisierenden Information, wie beispielsweise
Standort, Betreiber, Laufnummer, Seriennummer etc..
[0014] Der mittels des Codierprogramms erzeugbare und mittels des hierzu komplementären
Decodierprogramms zerlegbare Datensatz enthält neben dem Festcode ein Sollzeitfenster.
Dieses Sollzeitfenster ist zur Erzeugung dem Zentralenprozessor beispielsweise durch
eine Bedienperson eingegeben worden. Das Sollzeitfenster steht für das Zeitintervall,
in welchem eine Öffnung des dem Festcode zugeordneten Wertbehältnisses durch eine
authorisierte Person zulässig und möglich sein soll. Eine Öffnung außerhalb dieses
Sollzeitfensters ist dagegen nicht möglich. Das einzugebende Sollzeitfenster entspricht
einem Wechselcode, da bei jeder zulässigen Öffnung dies zu jeweils anderen Zeitpunkten
und folglich in verschiedenen Sollzeitfenstern erfolgt. Im Ergebnis weist der Datensatz
einen Festcodeanteil und einen Wechselcodeanteil auf. Im einfachsten Fall besteht
ein Datensatz dabei aus einer Zeichenfolge, die den Festcode definiert, einer hieran
angeschlossenen Zeichenfolge, die den Anfangszeitpunkt des Sollzeitfensters definiert,
und einer angeschlossenen Zeichenfolgen, welche die Endzeit des Sollzeitfensters definiert.
Dann ist der Datensatz durch schlichte Aneinanderreihung von Festcode und zwei variablen
Codes gegeben. Die Decodierung umfasst dann lediglich eine Auftrennung der Zeichenfolge
des Festcodes an vorgegeben Zeichenstellen, wodurch wiederum die vorstehenden Komponenten
separiert sind. Anstelle einer solchen einfachen Aneinanderreihung können selbstverständlich
auch andere Algorithmen der Kombination verwendet werden. Beispielsweise kann beim
Codieren eine Multiplikation einer den Festcode bildenden Binärzahl mit einer Binärzahl,
die durch die Aneinanderreihung von Binärzahlen, welche den Anfangszeitpunkt und den
Endzeitpunkt des Sollzeitfensters darstellen, durchgeführt werden. Das Decodieren
erfolgt dann durch Division des Datensatzes durch den im Schlossspeicherelement gespeicherten
Festcode und folgender Zerlegung bzw. Separierung des Divisionsergebnisses, wodurch
wiederum die Binärzahlen des Anfangs- und des Endzeitpunktes erhalten werden. Weiterhin
ist es möglich, dass mittels eines Verschlüsselungsalgorithmus, welcher beispielsweise
mit einem Verschlüsselungscode arbeitet, der Festcode mit dem Sollzeitfenster verknüpft
wird. Dann ist der Verschlüsselungscode ebenfalls sowohl im Zentralenspeicherelelement
als auch im Schlosspeicherelement gespeichert. Durch Änderung des Verschlüsselungscodes
kann dann - bei Beibehaltung des eigentlichen Verschlüsselungsalgorithmus - eine Umstellung
im Falle einer festgestellten Sicherheitslücke, beispielsweise Abhandenkommen des
Datenträgers, erfolgen. Damit ein Vergleich der aus der Schlossprozessoruhr ausgelesenen
Uhrzeit mit dem Sollzeitfenster erfolgen kann, ist es ansonsten grundsätzlich lediglich
erforderlich, dass das Codierprogramm im Zentralenspeicherelement komplementär zum
Decodierprogramm im Schlossspeicherelement ist.
[0015] Mit einem erfindungsgemäßen Schlosssystem wird eine erhebliche Verbesserung der Sicherheit
dadurch erreicht, dass nicht nur ein Festcode zur Öffnung eines Schlosses erforderlich
ist, sondern dass vielmehr diese Öffnung auch innerhalb eines vorgegebenen Sollzeitfensters
erfolgen muss. Wird der Datenträger beispielsweise unbefugterweise kopiert und mit
dieser Kopie zu einem späteren Zeitpunkt ein Öffnungsversuch unternommen, so ist ein
solcher Öffnungsversuch zum Scheitern verurteilt, weil das Schloss aufgrund der Nichtübereinstimmung
der ausgelesenen Schlossprozessor-Uhrzeit mit dem ausgelesenen Sollzeitfenster nicht
in die Offenstellung ansteuerbar ist.
[0016] Auf dem Datenträger sind eine Mehrzahl von verschiedenen Datensätzen geschrieben,
wobei jeder Datensatz eine Kombination eines einem Schloss zugeordneten Festcodes
und eines Sollzeitfensters ist, wobei die Datensätze sich durch verschiedene, verschiedenen
Schlössern zugeordnete Festcodes und/oder durch verschiedene Sollzeitfenster unterscheiden.
Durch die Gruppe der Datensätze ist folglich gleichsam ein Öffnungszeitplan für die
Vielzahl verschiedener Schlösser eingerichtet. So kann beispielsweise mittels des
Zentralenrechners ein Abholplan für eine Person eines Werttransportunternehmens erstellt
werden, in welchem die Reihenfolge, mit Zeitintervallangaben, der Öffnung der Wertbehältnisse
vorgegeben ist.
[0017] In Weiterbildung der Erfindung ist es möglich, dass nach Auslesung eines Datensatzes
und Ansteuerung des Schlosses in die Offenstellung im Schlossprozessor eine erneute
Ansteuerung des Schlosses durch erneutes Auslesen desselben Datensatzes sperrbar ist
und/oder der Datensatz durch den Schlossprozessor von dem Datenträger gelöscht wird.
In dieser Ausführungsform wird verhindert, dass innerhalb des Sollzeitfensters eine
zweite Öffnung eines Wertbehältnisses erfolgt. Hierdurch ist beispielsweise sichergestellt,
dass durch Beobachtung einer berechtigten Person und zeitnaher Entwendung des Datenträgers
mit sofortigem erneutem Öffnungsversuch dieser misslingen muss. In der ersten Alternative
kann dies beispielsweise dadurch realisiert werden, dass im Schlossprozessor der bei
der ersten Öffnung ausgelesene Datensatz gespeichert wird. Im Rahmen einer Zusatzroutine
wird ein (erneut) ausgelesener Datensatz mit zuvor ausgelesenen und im Schlossprozessor
gespeicherten Datensätzen verglichen und bei Identität die Ansteuerung in die Offenstellung
gesperrt. Mit einer Auslesung wird ein Datensatz folglich gleichsam verbraucht. In
der zweiten Alternative umfasst die elektronische Schaltung auch Mittel zum Beschreiben
des mobilen Datenträgers. Dann wird ein verbrauchter Datensatz auf dem Datenträger
beispielsweise mit einem Null-Datensatz überschrieben, wobei andere Datensätze selbstverständlich
erhalten bleiben.
[0018] Eine zusätzlicher Erhöhung der Sicherheit wird erreicht, wenn das Schloss Mittel
zum Eingeben eines Identifikationscodes aufweist, wobei in dem Schlossspeicherelement
der Identifikationscode eingespeichert ist, und wobei eine Ansteuerung des Schlosses
in die Offenstellung bei Nichtübereinstimmung des gespeicherten Identifikationscodes
mit dem eingegebenen Identifikationscode durch den Schlossprozessor sperrbar ist.
Ein Identifikationscode kann grundsätzlich beliebiger Natur sein und ist individuell
für einen Datenträger, eine Bedienperson oder eine Bedienpersonengruppe und diesen
zugeordnet. Beispielsweise kann es sich hierbei um eine (vorzugsweise, aber nicht
zwingend, auf einem separaten Datenträger) abgespeicherte Zeichenfolge handeln. Ebenso
kann es sich um eine zeichenfolge handeln, die die Bedienperson sich gemerkt hat (sog.
PIN-Code). In diesen Fällen ist der Identifikationscode dem jeweiligen Datenträger
zugeordnet. Als Identifikationscodes kommen aber auch beispielsweise biometrische
Merkmale, wie Fingerabdruck, Irismuster oder Gesichtserkennung, in Frage. Die Mittel
zum Eingeben des Identifikationscodes umfassen jeweils entsprechende technische Baugruppen.
Im Falle eines Datenträgers handelt es sich dann um Mittel zum Auslesen des Datenträgers.
Dies können die gleichen Mittel sein, welche vorstehend im Rahmen der Erfindung verwendet
werden. Im Falle eines PIN-Codes umfassen die Mittel zum Eingeben beispielsweise eine
mit dem Schlossprozessor verbundene Tastatur. Im Falle der biometrischen Daten umfassen
die Mittel zum Auslesen des Datenträgers hierzu fachübliche Scanner in Verbindung
mit einem geeigneten Datenverarbeitungsprogramm zur Umsetzung der gescannten optischen
Informationen in den Identifikationscode. In dieser Ausführungsform der Erfindung
versteht es sich, dass einer oder mehrere Identifikationscodes von authorisierten
Bedienpersonen im Schlossspeicherelement gespeichert sein können. Die Eingabe des
Identifikationscodes kann vor oder nach dem Auslesen des Datenträgers erfolgen.
[0019] Erfindungsgemäß wird bei Betätigung des Schlosses aus der Offenstellung in die Geschlossenstellung
einen Quittierdatensatz durch den Schlossprozessor auf den Datenträger geschrieben.
[0020] In diesem Zusammenhang, aber auch in allgemeinen Zusammenhängen der vorliegenden
Erfindung kann eine Sensorik eingerichtet sein, die auf das Öffnen und Schließen des
Wertbehältnisses reagiert und mit dem Schlossprozessor verbunden ist. Im einfachsten
Fall kann es sich beispielsweise um einen Mikroschalter handeln, welcher im Bereich
des öffenbaren Bauteils des Wertbehältnisses oder auch im Bereich eines Sperrelementes
des Schlosses angeordnet ist, wobei der Mikroschalter in der Geschlossenstellung in
einem ersten Schaltzustand und in der Offenstellung in einem zweiten Schaltzustand
ist. Das Öffnen und Schließen ist dann durch verschiedene Flanken zwischen des Schaltzuständen
detektier- und unterscheidbar. Wird vom Schlossprozessor die Flanke der Betätigung
des Schlosses in die Geschlossenstellung detektiert, erfolgt dann die Quittierung,
wie vorstehend beschrieben.
[0021] Die Quittierdatensätzen können nach Abarbeitung des Abholplanes wiederum in den Zentralenrechner
eingelesen werden, wodurch der gesamte Abholvorgang dann abgeschlossen und protokolliert
ist.
[0022] Mit mehreren verschiedenen Datensätzen und der Einrichtung von Quittierdatensätzen
ist es möglich, dass durch den Schlossprozessor eine Ansteuerung des Schlosses in
die Offenstellung sperrbar ist, wenn zu einem Datensatz für ein anderes Schloss mit
zeitlich früherem Sollzeitfenster kein Quittierdatensatz auf dem Datenträger geschrieben
ist und/oder wenn zu einem Datensatz für ein anderes Schloss mit zeitlich späterem
Sollzeitfenster ein Quittierdatensatz auf den Datenträger geschrieben ist. Hierdurch
wird erreicht, dass eine Betätigung des Schlosses trotz positivem Vergleich von Festcode-
und Wechselcodeanteil, i. e. des Datensatzes, nicht möglich ist, wenn von dem vorgegebenen
Abholplan gemäß der Gruppe abgespeicherter Datensätze abgewichen worden ist. Hierdurch
wird die Sicherheit zusätzlich erhöht.
[0023] Die Erfindung betrifft des Weiteren ein Verfahren zum Betrieb eines erfindungsgemäßen
Schlosssystems gemäß Anspruch 4. Bevorzugt behältnisses (1) in die Geschlossenstellung
wird, ist es, wenn die Bedienperson bei jedem Schloss zusätzlich einen Identifikationscode
eingeben muss.
[0024] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Figuren näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1:
- eine schematische Darstellung eines Wertbehältnisses mit erfindungsgemäß einsetztem
Schloss,
- Figur 2:
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäß eingesetzten Zentralenrechners,
- Figur 3:
- ein Ablaufdiagramm eines erfindungsgemäßen Betriebsverfahrens.
[0025] In der Figur 1 erkennt man als eine erste Komponenten des Schlsossystems, die typischerweise
in einer Mehrzahl eingerichtet ist, ein an einem Wertbehältnis 1 angebrachten und
dieses verschließenden Schloss 2. Das Schloss 2 weist ein mittels einer elektronischen
Schaltung 4 elektrisch ansteuerbares Stellglied 14, welches ein Sperrelement 15 aus
einer Geschlossenstellung in eine Offenstellung bewegt. In der gezeigten Darstellung
ist das Sperrglied in der Geschlossenstellung und wird in die Offenstellung nach rechts
bewegt. Die Ausführung der elektromechanischen Komponenten des Schlosses 2 ist grundsätzlich
beliebig. In Frage kommt beispielsweise eine Ausführung, wie in der Literaturstelle
DE 195 35 065.0 A beschrieben. Die elektronische Schaltung 4 weist einen Kartenleser 5 zum Auslesen
einer Chipkarte 6 auf. Der Kartenleser 5 kann die Chipkarte 6 nicht nur auslesen,
sondern auch beschreiben. Die Chipkarte 6 ist mit einer an sich bekannten passwortgeschützten
Auslesesperre versehen, die hier nicht näher erläutert zu werden braucht. Des Weiteren
sind ein Schlossprozessor 7 mit einer internen Schlossprozessoruhr 8 sowie ein Schlossspeicherelement
9, worin ein Decodierprogramm sowie ein dem Schloss 2 zugeordneter Festcode gespeichert
sind, eingerichtet. Weiterhin erkennt man eine Tastatur 13 zum Eingeben eines Identifikationscodes
bzw. einer PIN. Die PIN (neben anderen PIN für andere authorisierte Bedienpersonen)
ist in dem Schlossspeicherlement 9 eingespeichert. Eine Ansteuerung des Schlosses
2 in die Offenstellung ist bei Nichtübereinstimmung der gespeicherten PINs mit der
eingegebenen PIN durch den Schlossprozessor 7 gesperrt. Schließlich erkennt man ein
Display 19, welcher der Dialogführung mit einer Bedienperson dient, sowie einen Treiber
17 für das Stellglied 14. Der Übersichtlichkeit halber nicht dargestellt ist, dass
eine Handhabe zur Bewegung des Wertbehältnisverschlusses zwischen einer Offenstellung
und einer Geschlossenstellung eingerichtet ist. Auch ist es möglich, dass das Stellglied
14 nicht unmittelbar auf das Sperrelement 15 wirkt, sondern auf ein Verriegelungselement,
welches in der Geschlossenstellung das Sperrelement in seiner Geschlossenstellung
fixiert. In der Offenstellung des Verriegelungselementes gibt dieses dann das Sperrelement
15 frei, welches dann entweder mittels des gleichen oder eines weiteren Stellgliedes
oder durch manuelle Betätigung über eine Handhabe in seine Offenstellung gebracht
werden kann.
[0026] In der Figur 2 erkennt man als weitere Komponente des erfindungsgemäßen Schlosssystems
einen Zentralenrechner 3. Dieser umfasst Mittel 10 zum Beschreiben der Chipkarte 6,
einen Zentralenprozessor 11 sowie ein Zentralenspeicherelement 12, worin ein Codierprogramm
und der dem in der Figur 1 dargestellten Schloss 2 zugeordnete Festcode gespeichert
sind. Für andere Schlösser sind ebenfalls (verschiedene) Festcodes eingespeichert.
Weiterhin erkennt man ein Terminal 17 mit Tastatur 18 und Display 19, mittels welchem
eine Bedienperson Daten, beispielsweise einen Abholplan, eingeben kann. In Einzelnen
erkennt man, dass der Zentralenprozessor 11, das Zentralenspeicherelement 12 und das
Mittel 10 zum Beschreiben der Chipkarte 6 in einer separaten baulichen Einheit, einer
Sicherheitsbox 20, eingerichtet sind. Diese Sicherheitsbox 20 ist mechanisch und/oder
elektrisch gegen unbefugte Eingriffe (beispielsweise Manipulation oder Sabotage) mit
üblichen und nicht näher dargestellten Maßnahmen der Sicherungstechnik gesichert.
Das Mittel 10 zum Beschreiben der Chipkarte 6 kann alternativ zur Darstellung auch
außerhalb der Sicherheitsbox 20 eingerichtet sein.
[0027] Aus einer vergleichenden Betrachtung der Figuren 1 und 2 erkennt man, dass zwischen
dem Schloss 1 und dem Zentralenrechner keinerlei elektrische oder drahtlose Datenübertragung
stattfindet. Die Datenübertragung erfolgt ausschließlich durch Transport des Datenträgers
6.
[0028] In der Figur 3 sind die Abläufe einer einfachen Variante eines erfindungsgemäßen
Verfahrens dargelegt. In Stufe A wird dem Zentralenprozessor 3 mittels des Terminals
17 ein Abholplan eingegeben. Ein Abholplan umfasst dabei die Zuordnung jeweils eines
Sollzeitfensters zu einem anzufahrenden Schloss 2, welches beispielsweise durch den
Standort identifiziert ist. Mittels des Codierprogramms wird dann für jedes Schloss
2 ein Datensatz erzeugt und auf den Datenträger 6 geschrieben (Stufe B). Jeder Datensatz
wird dabei durch Auslesen des jeweiligen Festcodes eines Schlosses 2 aus dem Zentralenspeicherelement
12 und dessen Kombination mit dem eingegebenen Sollzeitfenster erzeugt. Der eingegebene
Abholplan wird zudem in Klartext ausgedruckt und an eine Bedienperson zusammen mit
der beschriebenen Chipkarte 6 übergeben (Stufe C).
[0029] Die Bedienperson fährt sodann in Stufe D das erste Schloss 2 mit der Maßgabe an,
dass die Ankunftszeit innerhalb des zugeordneten Sollzeitfensters liegt. Die Chipkarte
6 wird dann in den Kartenleser 5 eingeführt. Hierauf wird die Bedienperson mittels
des Display 16 zur Eingabe ihrer PIN aufgefordert. Dies erfolgt dann über die Tastatur
13 in üblicher Weise (Stufe E). Es erfolgt in Stufe F ein Vergleich der eingegebenen
PIN mit allen gespeicherten PINs durch den Schlossprozessor 7. Ist dieser Vergleich
negativ, so erfolgt ein Abbruch des Vorganges, eine Sperrung des Schlosses 2 in der
Geschlossenstellung sowie optional ein Alarm. Die Chipkarte 6 wird nicht wieder ausgegeben.
Ist der Vergleich positiv, so wird die Chipkarte 6 ausgelesen (Stufe G). Der Schlossprozessor
7 bestimmt dann mittels des Decodierprogramms durch Auslesen des dem Schloss 2 zugeordneten
Festcodes aus dem Schlossspeicherelement 9 das Sollzeitfenster. Dann erfolgt ein Auslesen
der Schlossprozessoruhr 8 und Vergleich der ausgelesenen Uhrzeit mit dem bestimmten
Sollzeitfenster (Stufe H). Ist dieser Vergleich negativ, so erfolgt ein Abbruch des
Vorganges, eine Sperrung des Schlosses 2 in der Geschlossenstellung sowie optional
ein Alarm. Wenn die Uhrzeit innerhalb des Sollzeitfensters liegt, so wird das Schloss
2 in die Offenstellung angesteuert (Stufe I). Es erfolgt dann das Ent- oder Beladen
des Wertbehältnisses 1 durch die Bedienperson (Stufe K). Bei Betätigung des Schlosses
2 aus der Offenstellung in die Geschlossenstellung wird durch den Kartenleser 5 auf
die immer noch eingeführte Chipkarte 6 ein Quittierdatensatz geschriebenn (Stufe K).
[0030] Sodann wiederholen sich die Stuffen D bis K nach Maßgabe des Abholplanes. Nach Abarbeitung
des Abholplanes werden dann mittels des Kartenlesers 10 des Zentralenprozessors 3
die Quittierdatensätze ausgelesen und zu Dokumentationszwecken abgespeichert.
[0031] In der Figur 3 der Übersichtlichkeit halber nicht dargestellt ist, dass nach Auslesung
eines Datensatzes und Ansteuerung des Schlosses 2 in die Offenstellung im Schlossprozessor
7 eine erneute Ansteuerung des Schlosses 2 durch erneutes Auslesen desselben Datensatzes
gesperrt ist. Dies verhindert, dass sofort nach Stufe K die Stufen D bis K beim gleichen
Schloss nochmals durchlaufen werden. Die Sperrung kann auf verschiedenste Weise erfolgen.
Beispielsweise kann das Schloss 2 eine übliche Zeitsteuerung aufweisen, die ein erneutes
Öffnen nach einer Öffnung für einen vorgegebenen Zeitraum, beispielsweise 1 bis 24
Stunden, seit der letzten Öffnung, sperrt. Auch kann eine Sperrung erfolgen im Falle
des Auslesen eines Quittierdatensatzes von der Chipkarte 6, deren Quittierzeit im
Sollzeitfenster liegt. In einer besonders einfachen Variante wird der Datensatz durch
den Schlossprozessor 7 in einer der Stufen G bis K von der Chipkarte 6 gelöscht.
[0032] Zusätzlich Sicherheit wird gewährleistet, wenn über die Darstellung der Figur 3 hinaus
durch den Schlossprozessor 7 eine Ansteuerung des Schlosses 2 in die Offenstellung
sperrbar ist, wenn zu einem Datensatz für ein anderes Schloss 2 mit zeitlich früherem
Sollzeitfenster kein Quittierdatensatz auf den Datenträger 6 geschrieben ist und/oder
wenn zu einem Datensatz für ein anderes Schloss 2 mit zeitlich späterem Sollzeitfenster
ein Quittierdatensatz auf den Datenträger 6 geschrieben ist. Anschließend an die Stufe
E prüft dabei der Schlossprozessor 7 alle Datensätze sowie alle Quittierdatensätze.
Datensätze mit bereits geendeten Sollzeitfenstern müssen dabei mit Quittierdatensätzen
korreliert sein. Datensätze mit noch nicht begonnenen Sollzeitfenstern dürfen nicht
mit einem Quittierdatensatz korreliert sein. Ist eine dieser Bedingungen nicht erfüllt,
so erfolgt Abruch.
[0033] Als allgemeine Vorteile der Erfindung ergeben sich: i) Es brauchen keine Codes mehr
über drahtgebundene oder drahtlose Telekommunikationsverbindungen übertragen werden,
ii) keine offenen Listen mit "Einmalcodes" sind mehr erforderlich, und iii) die Verwaltungssoftware
des Zentralenprozessors ist sehr einfach und effizient gestaltbar. Vorteile der konkreten
Ausführungsformen sind: i) Die Datensätze sind auslese- und kopiergeschützt auf dem
Datenträger gesichert, ii) die Datensätze werden automatisch in der Sicherheitsbox
und somit extern von dem Terminal erzeugt, und iii) die Software und Datenspeicher
des zentralenprozessors sind wirksam gegen unbefugte Eingriffe gesichert.
1. Schlosssystem
mit einer Mehrzahl von jeweils an einem Wertbehältnis (1) angebrachten und dieses
verschließenden Schlössern (2),
mit einem von den Schlössern (2) beabstandeten und mit den Schlössern (2) nicht verbundenen
Zentralenrechner (3), und
mit einem mobilen Datenträger,
wobei jedes der Schlösser (2) jeweils mittels einer elektronischen Schaltung (4) über
ein elektrisch ansteuerbares Stellglied (14) aus einer Geschlossenstellung in eine
Offenstellung ansteuerbar ist,
wobei jede elektronische Schaltung (4) Mittel (5) zum Auslesen des mobilen Datenträgers
(6), einen Schlossprozessor (7) mit einer internen Schlossprozessoruhr (8) sowie ein
Schlossspeicherelement (9), worin ein Decodierprogramm sowie ein dem jeweiligen Schloss
(2) zugeordneter Festcode gespeichert sind, aufweist,
wobei der Zentralenrechner (3) Mittel (10) zum Beschreiben des mobilen Datenträgers
(6), einen Zentralenprozessor (11) sowie ein Zentralenspeicherelement (12), worin
ein Codierprogramm und der jedem Schloss (2) zugeordnete Festcode gespeichert sind,
aufweist,
wobei mittels des Codierprogramms ein Datensatz erzeugbar und auf den Datenträger
(6) schreibbar ist, wobei der Datensatz durch Auslesen des Festcodes aus dem Zentralenspeicherelement
(12) und dessen Kombination mit einem dem Zentralenprozessor (11) eingegebenen Sollzeitfenster
erzeugbar ist,
wobei der Datensatz des Datenträgers (6) mittels der Mittel (5) zum Auslesen des Datenträgers
(6) auslesbar ist, wobei im zugeordneten Schlossprozessor (7) mittels des Decodierprogramms
durch Auslesen des dem jeweiligen Schloss (2) zugeordneten Festcodes aus dem zugeordneten
Schlossspeicherelement (9) das Sollzeitfenster bestimmbar ist, wobei durch Auslesen
der zugeordneten Schlossprozessoruhr (8) und Vergleich der ausgelesenen Uhrzeit mit
dem bestimmten Sollzeitfenster das Schloss (2) in die Offenstellung ansteuerbar ist,
wenn die Uhrzeit innerhalb des Sollzeitfensters liegt, und wobei auf den Datenträger
(6) eine Mehrzahl von verschiedenen Datensätzen geschrieben ist, wobei jeder Datensatz
eine Kombination eines einem Schloss (2) zugeordneten Festcodes und eines Sollzeitfensters
ist, wobei die Datensätze sich durch verschiedene, verschiedenen Schlössern (2) zugeordnete
Festcodes und durch verschiedene Sollzeitfenster unterscheiden,
dadurch gekennzeichnet,
dass jeder Schlossprozessor so angepasst ist,
dass bei Betätigung des Schlosses (2) aus der Offenstellung in die Geschlossenstellung
ein Quittierdatensatz durch den Schlossprozessor (7) auf den Datenträger (6) geschrieben
wird, und
dass durch den Schlossprozessor (7) eine Ansteuerung des Schlosses (2) in die Offenstellung
gesperrt wird, wenn zu einem Datensatz für ein anderes Schloss (2) mit zeitlich früherem
Sollzeitfenster kein Quittierdatensatz auf den Datenträger (6) geschrieben ist und/oder
wenn zu einem Datensatz für ein anderes Schloss (2) mit zeitlich späterem Sollzeitfenster
ein Quittierdatensatz auf den Datenträger (6) geschrieben ist.
2. Schlosssystem nach Anspruch 1, wobei nach Auslesung eines Datensatzes und Ansteuerung
des Schlosses (2) in die Offenstellung im Schlossprozessor (7) eine erneute Ansteuerung
des Schlosses (2) durch erneutes Auslesen desselben Datensatzes sperrbar ist und/oder
der Datensatz durch den Schlossprozessor (7) von dem Datenträger (6) gelöscht wird.
3. Schlosssystem nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei das Schloss (2) Mittel (13)
zum Eingeben eines Identifikationscodes aufweist, wobei in dem Schlossspeicherelement
(9) ein Identifikationscode eingespeichert ist, und wobei eine Ansteuerung des Schlosses
(2) in die Offenstellung bei Nichtübereinstimmung des gespeicherten Identifikationscodes
mit dem eingegebenen Identifikationscode durch den Schlossprozessor (7) sperrbar ist.
4. Verfahren zum Betrieb eines Schlosssystems nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
a) wobei durch den Zentralenprozessor (11) eine Mehrzahl verschiedener Datensätze
codiert und auf den Datenträger (6) geschrieben wird,
b) wobei eine Bedienperson den Datenträger (6) sowie einen Abholplan für die Entleerung
und/oder Befüllung mehrerer verschiedener Wertbehältnisse (1) erhält, wobei jedem
Wertbehältnis (1) ein Sollzeitfenster zugoerdnet ist,
c) wobei die Bedienperson ein Wertbehältnis (1) nach Maßgabe des Abholplans aufsucht
und durch den Schlossprozessor (7) des im Rahmen des Wertbehältnisses (1) eingerichteten
Schlosses (2) die Datensätze aus dem Datenträger (6) auslesen lässt,
d) wobei im Schlossprozessor (7) die Datensätze decodiert werden und bei Übereinstimmung
der aus der Schlossprozessoruhr (8) ausgelesenen Uhrzeit mit einem Sollzeitfenster
das Schloss (2) in die Offenstellung angesteuert wird,
e) wobei nach Ansteuerung des Schlosses (2) des Wertbehältnisses (1) in die Offenstellung
die Wertbehältnisse (1) durch die Bedienperson entleert und/oder befüllt werden,
f) wobei das geöffnete Schloss (2) durch Schließen des Wertbehältnisses (1) in die
Geschlossenstellung gebracht wird,
g) wobei durch den Schlossprozessor (7) ein Quittierdatensatz auf den Datenträger
(6) geschrieben wird, und
h) wobei sich die Verfahrensschritte c) bis g) jeweils für verschiedene Wertbehältnisse
(1) bzw. Schlösser (2) wiederholen, wobei durch den Schlossprozessor (7) eine Ansteuerung
des Schlosses (2) in die Offenstellung gesperrt wird, wenn zu einem Datensatz für
ein anderes Schloss (2) mit zeitlich früherem Sollzeitfenster kein Quittierdatensatz
auf den Datenträger (6) geschrieben ist und/oder wenn zu einem Datensatz für ein anderes
Schloss (2) mit zeitlich späterem Sollzeitfenster ein Quittierdatensatz auf den Datenträger
(6) geschrieben ist.
5. Verfahren nach Anspruch 4, wobei die Bedienperson bei jedem Schloss zusätzlich einen
Identifikationscode eingibt.
1. Lock system with a plurality of locks (2), each of which is fixed to and locks a valuables
container (1), a central computer (3) at a distance from the locks (2) and not connected
to the locks (2), and a mobile data medium, each of the locks (2) being actuable in
each case by means of an electronic circuit (4) via an electrically actuable actuator
(14) from a closed position into an open position, each electronic circuit (4) comprising
means (5) for reading the mobile data medium (6), a lock processor (7) with an internal
lock processor clock (8) and a lock storage element (9) in which a decoding program
and a secure code assigned to the respective lock (2) are stored, the central computer
(3) comprising means (10) for writing to the mobile data medium (6), a central processor
(11) and a central storage element (12) in which a coding program and the secure code
assigned to each lock (2) are stored, it being possible to generate a data record
and write said record to the data medium (6) by means of the coding program, it being
possible to generate the data record by reading the secure code from the central storage
element (12) and combining said code with a desired time window which is entered in
the central processor (11), the data record of the data medium (6) being readable
by the means (5) for reading the data medium (6), it being possible to determine the
desired time window in the assigned lock processor (7) using the decoding program
by reading the secure code assigned to the respective lock (2) from the assigned lock
storage element (9), it being possible, by means of reading the assigned lock processor
clock (8) and comparing the read time with the specified desired time window, to actuate
the lock (2) into the open position if the time is within the desired time window,
and a plurality of different data records being written to the data medium (6), each
data record being a combination of a secure code, assigned to a lock (2), and a desired
time window, the data records differing from one another by different secure codes
assigned to different locks (2) and by different desired time windows, characterised in that each lock processor is adapted such that, when the lock (2) is actuated from the
open position into the closed position, an acknowledgement data record is written
to the data medium (6) by the lock processor (7), and in that actuation of the lock (2) into the open position is blocked by the lock processor
(7) if no acknowledgement data record is written to the data medium (6) for a data
record for another lock (2) having an earlier desired time window and/or if an acknowledgement
data record is written to the data medium (6) for a data record for another lock (2)
having a later desired time window.
2. Lock system according to claim 1, wherein, following the reading of a data record
and the actuation of the lock (2) into the open position, re-actuation of the lock
(2) resulting from the same data record being read again can be blocked in the lock
processor (7) and/or the data record is erased from the data medium (6) by the lock
processor (7).
3. Lock system according to either claim 1 or claim 2, wherein the lock (2) comprises
means (13) for entering an identification code, wherein an identification code is
stored in the lock storage element (9), and wherein actuation of the lock (2) into
the open position can be blocked by the lock processor (7) in the event of a mismatch
between the stored identification code and the entered identification code.
4. Method for operating a lock system according to any of claims 1 to 3,
a) wherein a plurality of different data records are coded and written to the data
medium (6) by the central processor (11),
b) wherein an operator receives the data medium (6) and a collection plan for emptying
and/or filling a plurality of different valuables containers (1), wherein a desired
time window is assigned to each valuables container (1),
c) wherein the operator searches for a valuables container (1) in accordance with
the collection plan and, by means of the lock processor (7), initiates reading the
data records from the data medium (6) for the lock (2) fitted in the frame of the
valuables container (1),
d) wherein the data records are decoded in the lock processor (7) and the lock (2)
is actuated into the open position if the time read from the lock processor clock
(8) corresponds to a desired time window,
e) wherein, after actuation of the lock (2) of the valuables container (1) into the
open position, the valuables containers (1) are emptied and/or filled by the operator,
f) wherein the opened lock (2) is moved into the closed position by closing the valuables
container (1),
g) wherein an acknowledgement data record is written to the data medium (6) by the
lock processor (7), and
h) wherein the method steps c) to g) are each repeated for different valuables container
(1) or locks (2) respectively, wherein actuation of the lock (2) into the open position
is blocked by the lock processor (7) if no acknowledgement data record is written
to the data medium (6) for a data record for another lock (2) having an earlier desired
time window and/or if an acknowledgement data record is written to the data medium
(6) for a data record for another lock (2) having a later desired time window.
5. Method according to claim 4, wherein the operator additionally enters an identification
code for each lock.
1. Système de verrou
avec une pluralité de verrous (2) respectivement montés sur un coffre-fort (1) et
fermant celui-ci,
avec un ordinateur central (3) éloigné des verrous (2) et non relié aux verrous (2),
et avec un support de données mobile,
chacun des verrous (2) pouvant être commandé respectivement à l'aide d'un circuit
électronique (4) par l'intermédiaire d'un organe de réglage (14) à commande électrique
d'une position fermée vers une position ouverte,
chaque circuit électronique (4) comprenant des moyens (5) permettant de lire le support
de données mobile (6), un processeur de verrou (7) avec une horloge de processeur
de verrou interne (8) ainsi qu'un élément de mémoire de verrou (9), dans lequel un
programme de décodage et un code fixe, respectivement correspondant au verrou (2),
sont stockés,
l'ordinateur central (3) comprenant des moyens (10) permettant d'écrire sur le support
de données mobile (6), un processeur central (11) et un élément de mémoire centrale
(12), dans lequel un programme de codage et le code fixe correspondant à chaque verrou
(2) sont stockés,
un ensemble de données pouvant être générés à l'aide du programme de codage et pouvant
être écrits sur le support de données (6), l'ensemble de données pouvant être généré
par la lecture du code fixe provenant de l'élément de mémoire centrale (12) et de
sa combinaison avec une fenêtre de temps de consigne entrée dans le processeur central
(11),
l'ensemble de données du support de données (6) pouvant être lu à l'aide des moyens
(5) de lecture du support de données (6), la fenêtre de temps de consigne pouvant
être déterminée dans le processeur de verrou (7) correspondant à l'aide du programme
de décodage par la lecture du code fixe correspondant au verrou (2) et provenant de
l'élément de mémoire centrale (9) correspondant, la lecture de l'horloge de processeur
de verrou (8) correspondante et la comparaison entre l'heure lue et la fenêtre de
temps de consigne déterminée permettant de commander le passage du verrou (2) à la
position ouverte si l'heure se trouve à l'intérieur de la fenêtre de temps de consigne
et, sur le support de données (6), sont écrits une pluralité d'ensembles de données,
chaque ensemble de données étant une combinaison d'un code fixe correspondant à un
verrou (2) et d'une fenêtre de temps de consigne, les ensembles de données se différenciant
par différents codes fixes correspondant à différents verrous (2) et par différentes
fenêtres de temps de consigne,
caractérisé en ce que
chaque processeur de verrou est conçu de façon à ce que, lors de l'actionnement du
verrou (2) pour le passage de la position ouverte vers la position de fermeture, un
ensemble de données d'acquittement est écrit par le processeur de verrou (7) sur le
support de données (6) et
grâce au processeur de verrou (7), une commande du verrou (2) pour le passage vers
la position ouverte est bloquée lorsque, pour un ensemble de données pour un autre
verrou (2), avec une fenêtre de temps de consigne antérieur dans le temps, aucun ensemble
de données d'acquittement n'est écrit sur le support de données (6) et/ou si, pour
un ensemble de données pour un autre verrou (2), avec une fenêtre de temps de consigne
plus tardive dans le temps, un ensemble de données d'acquittement est écrit sur le
support de données (6).
2. Système de verrou selon la revendication 1, une nouvelle commande du verrou (2) pouvant
être bloquée, après la lecture d'un ensemble de données et la commande du verrou (2)
vers la position de fermeture dans le processeur de verrou (7), par une nouvelle lecture
du même ensemble de données et/ou l'ensemble de données étant effacé du support de
données (6) par le processeur de verrou (7).
3. Système de verrou selon l'une des revendications 1 ou 2, le verrou (2) comprenant
des moyens (13) d'entrée d'un code d'identification, un code d'identification étant
stocké dans l'élément de mémoire de verrou (9) et une commande du verrou (2) vers
la position ouverte si le code d'identification stocké ne correspond pas au code d'identification
entrée peut être bloquée par le processeur de verrou (7).
4. Procédé d'utilisation d'un système de verrou selon l'une des revendications 1 à 3
a) le processeur central (11) permettant de coder une pluralité de différents ensembles
de données et de les écrire sur le support de données (6),
b) un opérateur recevant le support de données (6) ainsi qu'un plan de ramassage pour
le vidage et/ou le remplissage de différents coffres-forts (1), une fenêtre de temps
de consigne correspondant à chaque coffre-fort (1),
c) l'opérateur recherchant un coffre-fort (1) selon le plan de ramassage et ordonnant
au processeur de verrou (7) du verrou (2) inséré dans le cadre du coffre-fort (1)
de faire lire les ensembles de données sur le support de données (6),
d) les ensembles de données étant décodés dans le processeur de verrou (7) et si l'heure
lue sur l'horloge du processeur de verrou (8) correspond à une fenêtre de temps de
consigne, le verrou (2) est commandé vers la position ouverte,
e) suite à la commande du verrou (2) du coffre-fort (1) vers la position ouverte,
les coffres-forts (1), étant vidés et/ou remplis par l'opérateur,
f) le verrou (2) ouvert étant mis en position fermée par la fermeture du coffre-fort
(1),
g) le processeur de verrou (7) permettant d'écrire un ensemble de données d'acquittement
sur le support de données (6), et
h) les étapes du procédé c) à g) étant respectivement répétées pour différents coffres-forts
(1) ou verrous (2) respectivement, le processeur de verrou (7) bloquant une commande
du verrou (2) vers la position ouverte si, pour un ensemble de données, pour un autre
verrou (2) avec une fenêtre de temps de consigne plus tôt dans le temps, aucun ensemble
de données d'acquittement n'est écrit sur le support de données (6) et/ou si, pour
un ensemble de données, pour un autre verrou (2) avec une fenêtre de temps de consigne
plus tard dans le temps, un ensemble de données d'acquittement est écrit sur le support
de données (6).
5. Procédé selon la revendication 4, l'opérateur entrant en outre pour chaque verrou
un code d'identification.