[0001] Die Erfindung betrifft ein Siegelgerät gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1, einen Sterilgutverpackungsbeutel gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 5 sowie
einen Lagerraum für Sterilgutverpackungsbeutel gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
8.
[0002] Ein Siegelgerät sowie entsprechende Sterilgutverpackungsbeutel sind nach der
DE 20 2004 008 007 U1 bekannt. Ein solches Siegelgerät weist einen Drucker zum Bedrucken von auf den Sterilgutverpackungen
aufzubringenden Etiketten auf. Dem Etikett können Daten wie das Sterilisationsdatum,
das Verfallsdatum, die Chargennummer, der sogenannte Bar-Code oder dergleichen entnommen
werden. Allen aufgedruckten Daten ist dabei gemein, dass sie optisch abgelesen werden
müssen, d. h. entweder werden die Daten mit dem menschlichen Auge oder mit einem Bar-Code-Leser
erfasst.
[0003] Da dies mit einem erheblichen Aufwand verbunden ist, besteht die Aufgabe der Erfindung
darin, sowohl das Anbringen der Daten am Sterilgutverpackungsbeutel als auch das Auslesen
der Daten zu vereinfachen.
[0004] Diese Aufgabe ist bezüglich des Siegelgerätes durch die im Kennzeichen des Patentanspruchs
1 aufgeführten Merkmale gelöst. Bezüglich des Sterilgutverpackungsbeutel sind die
lösungsgemäßen Merkmale im Kennzeichen des Patentanspruchs 5 angegeben. Schließlich
sind die lösungsgemäßen Merkmale bezüglich des Lagerraums im Kennzeichen des Patentanspruchs
8 genannt.
[0005] Nach der Erfindung ist also siegelgerätseitig vorgesehen, dass dieses eine Sende-Empfangs-Einheit
zur Datenübertragung zu einem RFID-Chip an einer Verpackung umfasst (umfasst bedeutet
dabei im weitesten Sinne: mit einer Sende-Empfangs-Einheit in Verbindung stehend).
Sterilgutverpackungsbeutelseitig ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass dieser zur Datenübertragung
zu einer Sende-Empfangs-Einheit mit einem RFID-Chip versehen ist. Lagerraumseitig
ist schließlich erfindungsgemäß, vorgesehen, dass auch dieser mit einer Sende-Empfangseinheit
versehen ist. - Erfindungswesentlich ist somit die Verwendung sogenannter RFID-Chips,
um die Daten berührungslos abspeichern und auslesen zu können.
[0006] Die sogenannte RFID-Technik (
Radio
Frequenzy
Identification) ist (siehe hierzu beispielsweise http://wikipedia.org) eine Methode,
um Daten berührungslos und ohne Sichtkontakt lesen und speichern zu können. RFID wird
als Oberbegriff für die komplette technische Infrastruktur verwendet. Sie umfasst
den sogenannten Transponder (RFID-Chip), die Sende-Empfangs-Einheit (auch Reader genannt)
sowie die Integration mit Servern, Diensten und sonstigen Systemen wie z. B. Kassensystemen
oder Warenwirtschaftssystemen.
[0007] Dabei werden die Daten mittels der Sende-Empfangs-Einheit auf den RFID-Transponder
gespeichert. Das Auslesen bzw. Schreiben der Informationen erfolgt per Radiowellen.
Bei niedrigen Frequenzen geschieht dies induktiv über ein Nahfeld, bei höheren Frequenzen
über ein elektromagnetisches Fernfeld. Die Entfernung, über die ein RFID-Transponder
ausgelesen werden kann, schwankt aufgrund der Ausführung (aktiv [mit eigenem Energiespeicher]/passiv),
benutztem Frequenzband, Sendestärke und Umwelteinflüssen zwischen wenigen Zentimetern
bis derzeit maximal 1000 Metern.
[0008] Mittels dieser an sich bekannten Technik ist es also möglich, mittels eines eine
Sende-Empfangs-Einheit aufweisenden Siegelgerätes Daten auf Sterilgutverpackungsbeuteln
zu speichern und diese im Bedarfsfall wieder auszulesen. Dies ist insbesondere vorteilhaft
bei einem Lagerraum für Sterilgutverpackungsbeutel, da auf diese Weise sehr einfach
der gesamte Lagerbestand einschließlich aller gespeicherten Daten überprüfbar ist.
Der Einsatz der RFID-Technik bei schweißversiegelten Verpackungen führt somit zu einer
erheblich effektiveren Lagerverwaltung und Handhabung der sterilisierten Verpackungen.
[0009] Andere vorteilhaft Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Siegelgerätes, des erfindungsgemäßen
Sterilgutverpackungsbeutels bzw. des erfindungsgemäßen Lagerraums ergeben sich aus
den jeweils abhängigen Patentansprüchen.
[0010] Das erfindungsgemäße Siegelgerät, der erfindungsgemäße Sterilgutverpackungsbeutel
bzw. der erfindungsgemäße Lagerraum jeweils einschließlich ihrer vorteilhaften Weiterbildungen
werden nachfolgend anhand der zeichnerischen Darstellung zweier Ausführungsbeispiele
näher erläutert.
[0011] Es zeigt
- Figur 1
- in perspektivischer Ansicht das erfindungsgemäße Siegelgerät mit integrierter Sende-Empfangs-Einheit;
- Figur 2
- in perspektivischer Ansicht das erfindungsgemäße Siegelgerät mit im separaten Gehäuse
zugeordneter Sende-Empfangs-Einheit;
- Figur 3
- in Draufsicht einen erfindungsgemäßen Sterilgutverpackungsbeutel mit RFID-Chip; und
- Figur 4
- in perspektivischer Ansicht der erfindungsgemäße Lagerraum in Form eines Schrankes
mit einer mit einem Computer verbundenen Sende-Empfangs-Einheit.
[0012] In Figur 1 und 2 ist jeweils ein erfindungsgemäßes Siegelgerät zum Schweißversiegeln
von Verpackungen, insbesondere Sterilgutverpackungen in Form von Verpackungsbeuteln,
dargestellt. Wesentlich für beide Geräte ist, dass sie jeweils eine Sende-Empfangs-Einheit
1 zur Datenübertragung zu einem RFID-Chip 2 an einer Verpackung umfassen. Beim Siegelgerät
gemäß Figur 1 ist die Sende-Empfangs-Einheit 1 dabei integraler Bestandteil des Siegelgerätes,
während sie beim Siegelgerät gemäß Figur 2 in einem separaten Gehäuse angeordnet ist.
[0013] Beide Ausführungsformen sind praktikabel, erstere kommt dabei vorzugsweise bei neu
zu verkaufenden Geräte in Betracht; Variante 2 insbesondere als Ergänzung bzw. Zusatzausstattung
zu bereits verwendeten, älteren Siegelgeräten.
[0014] Im Falle der Anordung in einem separaten Gehäuse (Figur 2) ist darüber hinaus vorteilhaft
vorgesehen, dass im Gehäuse 3 zusätzlich auch ein Drucker zum Bedrucken von Etiketten
angeordnet ist. Neben der datenmäßigen Codierfunktion kann der Verpackungsbeuteln
auf diese weise auch noch effektiv beschriftet werden, falls eine optisch ablesbare
Kennzeichnung erforderlich ist. Gegebenenfalls kann auch der RFID-Chip 2 mit auf den
Sterilgutverpackungsbeutel aufgedruckt werden.
[0015] In Figur 3 ist der erfindungsgemäße Sterilgutverpackungsbeutel dargestellt, der zur
Datenübertragung zu einer Sende-Empfangs-Einheit 1, 6 mit einem RFID-Chip 2 versehen
ist. Diese Sende-Empfangs-Einheit 1 kann, wie oben erläutert, Bestandteil eines Siegelgerätes
sein.
[0016] Ferner ist erfindungsgemäß aber auch noch ein Lagerraum vorgesehen, der gemäß Figur
4 vorzugsweise schrankartig ausgebildet ist. In diesem Lagerraum ist ebenfalls eine
Sende-Empfangs-Einheit 6 zur Datenübertragung zu bzw. von einem RFID-Chip 2 an einem
Sterilgutverpackungsbeutel vorgesehen, wobei diese zur erleichterten Lagerhaltung
beispielsweise mit einem typischen Personal-Computer 7 in Verbindung steht.
[0017] Der Sterilgutverpackungsbeutel kann gemäß Figur 3 mit einem Etikett 5 versehen sein,
wobei der RFID-Chip 2 vorzugsweise als integraler Bestandteil des Etiketts 5 ausgebildet
ist.
[0018] Um die Sterilgutverpackungsbeutel nicht mit einer eigenen Stromversorgung (z. B.
Batterie) ausstatten zu müssen, ist schließlich vorgesehen, dass der RFID-Chip 2 in
an sich bekannter Weise als passives Bauteil ausgebildet ist.
Bezugszeichenliste
[0019]
- 1
- Sende-Empfangs-Einheit
- 2
- RFID-Chip
- 3
- Gehäuse
- 4
- Drucker
- 5
- Etikett
- 6
- Sende-Empfangs-Einheit
- 7
- Computer
1. Siegelgerät zum Schweißversiegeln von Verpackungen, insbesondere Sterilgutverpackungen
in Form von Verpackungsbeuteln,
dadurch gekennzeichnet,
dass dieses eine Sende-Empfangs-Einheit (1) zur Datenübertragung zu einem RFID-Chip (2)
an einer Verpackung umfasst.
2. Siegelgerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sende-Empfangs-Einheit (1) integraler Bestandteil des Siegelgerätes ist.
3. Siegelgerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sende-Empfangs-Einheit (1) in einem separaten Gehäuse (3) angeordnet ist.
4. Siegelgerät nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass im Gehäuse (3) ein Drucker (4) angeordnet ist.
5. Sterilgutverpackungsbeutel,
dadurch gekennzeichnet,
dass dieser zur Datenübertragung zu einer Sende-Empfangs-Einheit (1, 6) mit einem RFID-Chip
(2) versehen ist.
6. Sterilgutverpackungsbeutel nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass dieser ein Etikett (5) aufweist und der RFID-Chip (2) als integraler Bestandteil
des Etiketts (5) ausgebildet ist.
7. Sterilgutverpackungsbeutel nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der RFID-Chip (2) als passives Bauteil ausgebildet ist.
8. Lagerraum für Sterilgutverpackungsbeutel,
dadurch gekennzeichnet,
dass in diesem eine Sende-Empfangs-Einheit (6) zur Datenübertragung zu bzw. von einem
RFID-Chip (2) an einem Sterilgutverpackungsbeutel vorgesehen ist.
9. Lagerraum nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass dieser schrankartig ausgebildet ist.
10. Lagerraum nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sende-Empfangs-Einheit (6) mit einem Computer (7) in Verbindung steht.