[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung von Detergens-Additiven zur Verringerung
oder Verhinderung der Bildung von Ablagerungen in den Einspritzsystemen von direkteinspritzenden
Dieselmotoren und insbesondere in Common-Rail-Einspritzsystemen.
[0002] Bei in direkteinspritzenden Dieselmotoren wird der Kraftstoff durch eine direkt in
den Brennraum reichende Mehrloch-Einspritzdüse des Motors eingespritzt und feinst
verteilt (vernebelt), anstatt wie beim klassischen (Kammer-)Dieselmotor in eine Vor-
oder Wirbelkammer eingeführt zu werden. Der Vorteil der direkteinspritzenden Dieselmotoren
liegt in ihrer für Dieselmotoren hohen Leistung und einem dennoch geringen Verbrauch.
Außerdem erreichen diese Motoren ein sehr hohes Drehmoment schon bei niedrigen Drehzahlen.
[0003] Zur Zeit werden im Wesentlichen drei Verfahren eingesetzt, um den Kraftstoff direkt
in den Brennraum einzuspritzen: Die konventionelle Verteilereinspritzpumpe, das PumpeDüse-System
(Unit-Injector-System bzw. Unit-Pump-System) und das Common-Rail-System.
[0004] Beim Common-Rail-System wird der Dieselkraftstoff von einer Pumpe mit Drücken bis
zu 2000 bar in eine Hochdruckleitung, der Common-Rail (wörtlich "gemeinsame Leitung")
gefördert. Ausgehend von der Common-Rail laufen Stichleitungen zu den verschiedenen
Injektoren, die den Kraftstoff direkt in den Brennraum injizieren. Dabei liegt auf
der Common-Rail stets der volle Druck an, was eine Mehrfacheinspritzung oder eine
spezielle Einspritzform ermöglicht. Bei den anderen Injektionssystemen ist dagegen
nur eine Einspritzung möglich. Die Einspritzung beim Common-Rail wird im Wesentlichen
in drei Gruppen unterteilt: (1.) Voreinspritzung, durch die im Wesentlichen eine weichere
Verbrennung erreicht wird, so dass harte Verbrennungsgeräusche ("Nageln") vermindert
werden und der Motorlauf ruhig erscheint; (2.) Haupteinspritzung, die insbesondere
für einen guten Drehmomentverlauf verantwortlich ist; und (3.) Nacheinspritzung, die
insbesondere für einen geringen NO
x-Wert sorgt. Bei dieser Nacheinspritzung wird der Kraftstoff in der Regel nicht verbrannt,
sondern durch Restwärme im Zylinder verdampft. Das dabei gebildete Abgas/Kraftstoffgemisch
wird zur Abgasanlage transportiert, wo der Kraftstoff in Gegenwart geeigneter Katalysatoren
als Reduktionsmittel für die Stickoxide NO
x wirkt.
[0005] Durch die variable, zylinderindividuelle Einspritzung kann beim Common-Rail-Einspritzsystem
der Schadstoffausstoß des Motors, z.B. der Ausstoß von Stickoxiden (NO
x), Kohlenmonoxid (CO) und insbesondere von Partikeln (Ruß) positiv beeinflusst werden.
Dies ermöglicht beispielsweise, dass mit Common-Rail-Einspritzsystemen ausgerüstete
Motoren der Euro 4 Norm theoretisch auch ohne zusätzlichen Partikelfilter genügen
können.
[0006] Die Abgasvorschriften der Euro 4 Norm (EU 4), die zu einer verbesserten Luftreinheit
in Europa führen sollen, verlangen die Einhaltung bestimmter Grenzwerte, die nicht
nur bei Werkeinstellung, sondern auch nach 100000 km Laufzeit des Motors noch eingehalten
werden müssen und unter bestimmten Prüfbedingungen gemessen werden. So beträgt der
Grenzwert für den Partikelausstoß von Dieselmotoren 0,025 g/km.
[0007] Versuche der Anmelderin haben festgestellt, dass es im Laufe des Motorenbetriebs
von direkteinspritzenden Dieselmotoren und insbesondere von solchen mit einem Common-Rail-Einspritzsystem
zur Bildung von Ablagerungen im Einspritzsystem kommt. Beispielsweise können sich
Verkokungsablagerungen an der Einspritzdüse bilden; es kommt aber auch zu Ablagerungen
an anderen Teilen des Einspritzsystems. Insbesondere kommt es zur Bildung von Ablagerungen
in den Injektoren, was bewirkt, dass diese ein verändertes Ansprechverhalten zeigen,
wodurch der Kraftstoff nicht mehr in der richtigen Dosierung eingespritzt wird, d.h.
die eingespritzte Menge weicht nach oben oder unten von der ursprünglichen Einstellung
ab. Die Ablagerungen können auch bewirken, dass der Kraftstoff nicht mehr ausreichend
fein, d. h. nicht mehr mit einer ausreichend kleinen Tröpfchengröße, und/oder nicht
mehr mit der richtigen Geometrie vernebelt wird. Insgesamt führt die Bildung von Ablagerungen
dazu, dass mit zunehmender Kilometerzahl die Verbrennung immer suboptimaler, insbesondere
immer unvollständiger und damit unter Verkokung/Rußbildung verläuft, wodurch die Partikelmenge
in den Abgasemissionen des Motors zunimmt und letzten Endes die Grenzwerte der Euro
4 Norm nicht über längere Zeiträume oder nur mit Hilfe aufwendiger Partikelfilter
einzuhalten sind.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es daher, Additive bereitzustellen, welche
die Bildung von Ablagerungen in den Einspritzsystemen von direkteinspritzenden Dieselmotoren,
speziell in Common-Rail-Einspritzsystemen, verringern oder verhindern sollen.
[0009] Die Aufgabe wird gelöst durch die Verwendung von Detergens-Additiven zur Verringerung
oder Verhinderung der Bildung von Ablagerungen in den Einspritzsystemen von direkteinspritzenden
Dieselmotoren. Insbesondere wird die Bildung von Ablagerungen in Common Rail Einspritzsystemen
und dort vor allem in den Injektoren verringert oder verhindert.
[0010] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung hat der Begriff "Partikel" die gleiche Bedeutung
wie in der Euro 4 Norm. Detergens-Additive
[0011] Vorzugsweise handelt es sich bei den Detergens-Additiven um amphiphile Substanzen,
die mindestens einen hydrophoben Kohlenwasserstoffrest mit einem zahlengemittelten
Molekulargewicht (M
n) von 85 bis 20000 und mindestens eine polare Gruppierung besitzen, die ausgewählt
ist unter:
(a) Mono- oder Polyaminogruppen mit bis zu 6 Stickstoffatomen, wobei mindestens ein
Stickstoffatom basische Eigenschaften hat;
(b) Nitrogruppen, gegebenenfalls in Kombination mit Hydroxylgruppen;
(c) Hydroxylgruppen in Kombination mit Mono- oder Polyaminogruppen, wobei mindestens
ein Stickstoffatom basische Eigenschaften hat;
(d) Carboxylgruppen oder deren Alkalimetall- oder Erdalkalimetallsalzen;
(e) Sulfonsäuregruppen oder deren Alkalimetall- oder Erdalkalimetallsalzen;
(f) Polyoxy-C2-C4-alkylengruppierungen, die durch Hydroxylgruppen, Mono- oder Polyaminogruppen, wobei
mindestens ein Stickstoffatom basische Eigenschaften hat, oder durch Carbamatgruppen
terminiert sind;
(g) Carbonsäureestergruppen;
(h) aus Bernsteinsäureanhydrid abgeleiteten Gruppierungen mit Hydroxy- und/oder Amino-
und/oder Amido- und/oder Imidogruppen; und/oder
(i) durch Mannich-Umsetzung von substituierten Phenolen mit Aldehyden und Mono- oder
Polyaminen erzeugten Gruppierungen;
[0012] Der hydrophobe Kohlenwasserstoffrest in den obigen Detergens-Additiven, welcher für
die ausreichende Löslichkeit im Kraftstoff sorgt, hat ein zahlengemitteltes Molekulargewicht
(Mn) von 85 bis 20000, insbesondere von 113 bis 10000, vor allem von 300 bis 5000.
Als typischer hydrophober Kohlenwasserstoffrest, insbesondere in Verbindung mit den
polaren Gruppierungen (a), (c), (h) und (i), kommen längerkettige Alkyl- oder Alkenylgruppen,
insbesondere der Polypropenyl-, Polybutenyl- und Polyisobutenylrest mit jeweils Mn
= 300 bis 5000, insbesondere 500 bis 2500, vor allem 700 bis 2300, in Betracht.
[0013] Als Beispiele für obige Gruppen von Detergens-Additiven seien die folgenden genannt:
[0014] Mono- oder Polyaminogruppen (a) enthaltende Additive sind vorzugsweise Polyalkenmono-
oder Polyalkenpolyamine auf Basis von Polypropen oder konventionellem (d. h. mit überwiegend
mittenständigen Doppelbindungen) Polybuten oder Polyisobuten mit Mn = 300 bis 5000.
Geht man bei der Herstellung der Additive von Polybuten oder Polyisobuten mit überwiegend
mittenständigen Doppelbindungen (meist in der beta- und gamma-Position) aus, bietet
sich der Herstellweg durch Chlorierung und anschließende Aminierung oder durch Oxidation
der Doppelbindung mit Luft oder Ozon zur Carbonyl- oder Carboxylverbindung und anschließende
Aminierung unter reduktiven (hydrierenden) Bedingungen an. Zur Aminierung können hier
Amine, wie z. B. Ammoniak, Monoamine oder Polyamine, wie Dimethylaminopropylamin,
Ethylendiamin, Diethylentriamin, Triethylentetramin oder Tetraethylenpentamin, eingesetzt
werden. Entsprechende Additive auf Basis von Polypropen sind insbesondere in der
WO-A-94/24231 beschrieben.
[0015] Weitere bevorzugte Monoaminogruppen (a) enthaltende Additive sind die Hydrierungsprodukte
der Umsetzungsprodukte aus Polyisobutenen mit einem mittleren Polymerisationsgrad
P = 5 bis 100 mit Stickoxiden oder Gemischen aus Stickoxiden und Sauerstoff, wie sie
insbesondere in
WO-A-97/03946 beschrieben sind.
[0016] Weitere bevorzugte Monoaminogruppen (a) enthaltende Additive sind die aus Polyisobutenepoxiden
durch Umsetzung mit Aminen und nachfolgender Dehydratisierung und Reduktion der Aminoalkohole
erhältlichen Verbindungen, wie sie insbesondere in
DE-A-196 20 262 beschrieben sind.
[0017] Nitrogruppen (b), gegebenenfalls in Kombination mit Hydroxylgruppen, enthaltende
Additive sind vorzugsweise Umsetzungsprodukte aus Polyisobutenen des mittleren Polymerisationsgrades
P = 5 bis 100 oder 10 bis 100 mit Stickoxiden oder Gemischen aus Stickoxiden und Sauerstoff,
wie sie insbesondere in
WO-A-96/03367 und
WO-A-96/03479 beschrieben sind. Diese Umsetzungsprodukte stellen in der Regel Mischungen aus reinen
Nitropolyisobutenen (z. B. α,β-Dinitropolyisobuten) und gemischten Hydroxynitropolyisobutenen
(z. B. α-Nitro-β-hydroxypolyisobuten) dar.
[0018] Hydroxylgruppen in Kombination mit Mono- oder Polyaminogruppen (c) enthaltende Additive
sind insbesondere Umsetzungsprodukte von Polyisobutenepoxiden, erhältlich aus vorzugsweise
überwiegend endständige Doppelbindungen aufweisendem Polyisobuten mit Mn = 300 bis
5000, mit Ammoniak, Mono- oder Polyaminen, wie sie insbesondere in
EP-A-476 485 beschrieben sind.
[0019] Carboxylgruppen oder deren Alkalimetall- oder Erdalkalimetallsalze (d) enthaltende
Additive sind vorzugsweise Copolymere von C
2-C
40-Olefinen mit Maleinsäureanhydrid mit einer Gesamt-Molmasse von 500 bis 20000, deren
Carboxylgruppen ganz oder teilweise zu den Alkalimetall- oder Erdalkalimetallsalzen
und ein verbleibender Rest der Carboxylgruppen mit Alkoholen oder Aminen umgesetzt
sind. Solche Additive sind insbesondere aus der
EP-A-307 815 bekannt. Derartige Additive dienen hauptsächlich zur Verhinderung von Ventilsitzverschleiß
und können, wie in der
WO-A-87/01126 beschrieben, mit Vorteil in Kombination mit üblichen Kraftstoffdetergenzien wie Poly(iso)butenaminen
oder Polyetheraminen eingesetzt werden.
[0020] Sulfonsäuregruppen oder deren Alkalimetall- oder Erdalkalimetallsalze (e) enthaltende
Additive sind vorzugsweise Alkalimetall- oder Erdalkalimetallsalze eines Sulfobernsteinsäurealkylesters,
wie er insbesondere in der
EP-A-639 632 beschrieben ist. Derartige Additive dienen hauptsächlich zur Verhinderung von Ventilsitzverschleiß
und können mit Vorteil in Kombination mit üblichen Kraftstoffdetergenzien wie Poly(iso)butenaminen
oder Polyetheraminen eingesetzt werden.
[0021] Polyoxy-C
2-C
4-alkylengruppierungen (f) enthaltende Additive sind vorzugsweise Polyether oder Polyetheramine,
welche durch Umsetzung von C
2-C
60-Alkanolen, C
6-C
30-Alkandiolen, Mono- oder Di-C
2-C
30-alkylaminen, C
1-C
30-Alkylcyclohexanolen oder C
1-C
30-Alkylphenolen mit 1 bis 30 mol Ethylenoxid und/oder Propylenoxid und/oder Butylenoxid
pro Hydroxylgruppe oder Aminogruppe und, im Falle der Polyetheramine, durch anschließende
reduktive Aminierung mit Ammoniak, Monoaminen oder Polyaminen erhältlich sind. Derartige
Produkte werden insbesondere in
EP-A-310 875,
EP-A-356 725,
EP-A-700 985 und
US-A-4 877 416 beschrieben. Im Falle von Polyethern erfüllen solche Produkte auch Trägeröleigenschaften.
Typische Beispiele hierfür sind Tridecanol- oder Isotridecanolbutoxylate, Isononylphenolbutoxylate
sowie Polyisobutenolbutoxylate und -propoxylate sowie die entsprechenden Umsetzungsprodukte
mit Ammoniak.
[0022] Carbonsäureestergruppen (g) enthaltende Additive sind vorzugsweise Ester aus Mono-,
Di- oder Tricarbonsäuren mit langkettigen Alkanolen oder Polyolen, insbesondere solche
mit einer Mindestviskosität von 2 mm
2/s bei 100 °C, wie sie insbesondere in
DE-A-38 38 918 beschrieben sind. Als Mono-, Di- oder Tricarbonsäuren können aliphatische oder aromatische
Säuren eingesetzt werden, als Esteralkohole bzw. -polyole eignen sich vor allem langkettige
Vertreter mit beispielsweise 6 bis 24 C-Atomen. Typische Vertreter der Ester sind
Adipate, Phthalate, iso-Phthalate, Terephthalate und Trimellitate des iso-Octanols,
iso-Nonanols, iso-Decanols und des iso-Tridecanols. Derartige Produkte erfüllen auch
Trägeröleigenschaften.
[0023] Aus Bernsteinsäureanhydrid abgeleitete Gruppierungen mit Hydroxy- und/oder Amino-
und/oder Amido- und/oder Imidogruppen (h) enthaltende Additive sind vorzugsweise entsprechende
Derivate von Alkyl- oder Alkenyl-substituiertem Bernsteinsäureanhydrid und insbesondere
die entsprechenden Derivate von Polyisobutenylbernsteinsäureanhydrid, welche durch
Umsetzung von konventionellem oder hochreaktivem Polyisobuten mit Mn = 300 bis 5000
mit Maleinsäureanhydrid auf thermischem Weg oder über das chlorierte Polyisobuten
erhältlich sind. Von besonderem Interesse sind hierbei Derivate mit aliphatischen
Polyaminen wie Ethylendiamin, Diethylentriamin, Triethylentetramin oder Tetraethylenpentamin.
Bei den Gruppierungen mit Hydroxy- und/oder Amino- und/oder Amido- und/oder Imidogruppen
handelt es sich beispielsweise um Carbonsäuregruppen, Säureamide von Monoaminen, Säureamide
von Di- oder Polyaminen, die neben der Amidfunktion noch freie Amingruppen aufweisen,
Bernsteinsäurederivate mit einer Säure- und einer Amidfunktion, Carbonsäureimide mit
Monoaminen, Carbonsäureimide mit Di- oder Polyaminen, die neben der Imidfunktion noch
freie Amingruppen aufweisen, oder Diimide, die durch die Umsetzung von Di- oder Polyaminen
mit zwei Bernsteinsäurederivaten gebildet werden. Derartige Kraftstoffadditive sind
insbesondere in
US-A-4 849 572 beschrieben. Durch Mannich-Umsetzung von substituierten Phenolen mit Aldehyden und
Mono- oder Polyaminen erzeugte Gruppierungen (i) enthaltende Additive sind vorzugsweise
Umsetzungsprodukte von Polyisobuten-substituierten Phenolen mit Formaldehyd und Mono-
oder Polyaminen wie Ethylendiamin, Diethylentriamin, Triethylentetramin, Tetraethylenpentamin
oder Dimethylaminopropylamin. Die Polyisobutenylsubstituierten Phenole können aus
konventionellem oder hochreaktivem Polyisobuten mit Mn = 300 bis 5000 stammen. Derartige
"Polyisobuten-Mannichbasen" sind insbesondere in der
EP-A-831 141 beschrieben.
[0024] Zur genaueren Definition der einzelnen aufgeführten Kraftstoffadditive wird hier
auf die Offenbarungen der oben genannten Schriften des Stands der Technik ausdrücklich
Bezug genommen.
[0025] Besonders bevorzugt sind Detergens-Additive aus der Gruppe (h). Hierbei handelt es
sich vorzugsweise um die Umsetzungsprodukte von Alkyl- oder Alkenyl-substituierten
Bernsteinsäureanhydriden, insbesondere von Polyisobutenylbernsteinsäureanhydriden,
mit Aminen. Es versteht sich von selbst, dass diese Umsetzungsprodukte nicht nur bei
Einsatz von substituiertem Bernsteinsäureanhydrid, sondern auch bei Verwendung von
substituierter Bernsteinsäure oder geeigneten Säurederivaten, wie Bernsteinsäurehalogenide
oder -ester, erhältlich sind.
[0026] Besonders bevorzugte Detergens-Additive sind Polyisobutenyl-substituierte Bernsteinsäureimide,
speziell die Imide mit aliphatischen Polyaminen. Besonders bevorzugte Polyamine sind
dabei Diethylentriamin, Tetraethylenpentamin und Pentaethylenhexamin, wobei Tetraethylenpentamin
besonders bevorzugt ist. Der Polyisobutenylrest besitzt ein zahlenmittleres Molekulargewicht
M
n von vorzugsweise 500 bis 5000, besonders bevorzugt von 500 bis 2000 und insbesondere
von etwa 1000.
[0027] Es versteht sich von selbst, dass die Detergens-Additive allein oder in Kombination
mit wenigstens einem der vorstehend genannten Detergens-Additive eingesetzt werden
können.
[0028] In einer bevorzugten Ausführungsform wird das Detergens-Additiv in Kombination mit
wenigstens einem Trägeröl verwendet.
Trägeröle
[0029] Geeignete mineralische Trägeröle sind bei der Erdölverarbeitung anfallende Fraktionen,
wie Brightstock oder Grundöle mit Viskositäten wie beispielsweise aus der Klasse SN
500 - 2000; aber auch aromatische Kohlenwasserstoffe, paraffinische Kohlenwasserstoffe
und Alkoxyalkanole. Brauchbar ist ebenfalls eine als "hydrocrack oil" bekannte und
bei der Raffination von Mineralöl anfallende Fraktion (Vakuumdestillatschnitt mit
einem Siedebereich von etwa 360 bis 500 °C, erhältlich aus unter Hochdruck katalytisch
hydriertem und isomerisiertem sowie entparaffiniertem natürlichen Mineralöl). Ebenfalls
geeignet sind Mischungen oben genannter mineralischer Trägeröle.
[0030] Beispiele für erfindungsgemäß verwendbare synthetische Trägeröle sind ausgewählt
unter: Polyolefinen (Polyalphaolefine oder Polyinternalolefine), (Poly)estern, (Poly)alkoxylaten,
Polyethern, aliphatischen Polyetheraminen, alkylphenolgestarteten Polyethern, alkylphenolgestarteten
Polyetheraminen und Carbonsäureester langkettiger Alkanole.
[0031] Beispiele für geeignete Polyolefine sind Olefinpolymerisate mit Mn = 400 bis 1800,
vor allem auf Polybuten- oder Polyisobuten-Basis (hydriert oder nicht hydriert).
[0032] Beispiele für geeignete Polyether oder Polyetheramine sind vorzugsweise Polyoxy-C
2-C
4-alkylengruppierungen enthaltende Verbindungen, welche durch Umsetzung von C
2-C
60-Alkanolen, C
6-C
30-Alkandiolen, Mono- oder Di-C
2-C
30-alkylaminen, C
1-C
30-Alkylcyclohexanolen oder C
1-C
30-Alkylphenolen mit 1 bis 30 mol Ethylenoxid und/ oder Propylenoxid und/oder Butylenoxid
pro Hydroxylgruppe oder Aminogruppe und, im Falle der Polyetheramine, durch anschließende
reduktive Aminierung mit Ammoniak, Monoaminen oder Polyaminen erhältlich sind. Derartige
Produkte werden insbesondere in
EP-A-310 875,
EP-A-356 725,
EP-A-700 985 und
US-A-4,877,416 beschrieben. Beispielsweise können als Polyetheramine Poly-C
2-C
6-Alkylenoxidamine oder funktionelle Derivate davon verwendet werden. Typische Beispiele
hierfür sind Tridecanol- oder Isotridecanolbutoxylate, Isononylphenolbutoxylate sowie
Polyisobutenolbutoxylate und -propoxylate sowie die entsprechenden Umsetzungsprodukte
mit Ammoniak.
[0033] Beispiele für Carbonsäureester langkettiger Alkanole sind insbesondere Ester aus
Mono-, Di- oder Tricarbonsäuren mit langkettigen Alkanolen oder Polyolen , wie sie
insbesondere in der
DE-A-38 38 918 beschrieben sind. Als Mono-, Di- oder Tricarbonsäuren können aliphatische oder aromatische
Säuren eingesetzt werden, als Esteralkohole bzw. -polyole eignen sich vor allem langkettige
Vertreter mit beispielsweise 6 bis 24 C-Atomen. Typische Vertreter der Ester sind
Adipate, Phthalate, iso-Phthalate, Terephthalate und Trimellitate des Isooctanols,
Isononanols, Isodecanols und des Isotridecanols, wie z. B. Di-(n- oder Iso-tridecyl)phthalat.
[0035] Beispiele für besonders geeignete synthetische Trägeröle sind alkoholgestartete Polyether
mit etwa 5 bis 35, wie z. B. etwa 5 bis 30, C
3-C
6-Alkylenoxideinheiten, wie z. B. ausgewählt unter Propylenoxid-, n-Butylenoxid- und
i-Butylenoxid-Einheiten, oder Gemischen davon. Nichtlimitierende Beispiele für geeignete
Starteralkohole sind langkettige Alkanole oder mit langkettigem Alkyl-substituierte
Phenole, wobei der langkettige Alkylrest insbesondere für einen geradkettigen oder
verzweigten C
6-C
18-Alkylrest steht. Als bevorzugte Beispiele sind zu nennen Tridecanol und Nonylphenol.
[0036] Weitere geeignete synthetische Trägeröle sind alkoxylierte Alkylphenole, wie sie
in der
DE-A-10 102 913.6 beschrieben sind.
[0037] Bevorzugte Trägeröle sind synthetische Trägeröle, wobei Polyether besonders bevorzugt
sind.
[0038] Das Detergens-Additiv, gegebenenfalls in Kombination mit einem Trägeröl, wird dem
Einspritzsystem vorzugsweise mit dem Dieselkraftstoff zugeführt.
[0039] Dabei wird dem Dieselkraftstoff das Detergens-Additiv bzw. das Gemisch verschiedener
Detergens-Additive in einer Menge von vorzugsweise 10 bis 2000 Gew.-ppm, besonders
bevorzugt von 20 bis 1000 Gew.-ppm, stärker bevorzugt von 50 bis 500 Gew.-ppm und
insbesondere von 50 bis 200 Gew.-ppm, z.B. von 70 bis 150 Gew.-ppm, zugegeben.
[0040] Wenn ein Trägeröl verwendet wird, so wird dieses dem Dieselkraftstoff in einer Menge
von vorzugsweise 1 bis 1000 Gew.-ppm, besonders bevorzugt von 10 bis 500 Gew.-ppm
und insbesondere von 20 bis 100 Gew.-ppm zugesetzt.
[0041] Außerdem kann der Dieselkraftstoff weitere übliche Coadditive enthalten, wie Kaltfließverbesserer,
Korrosionsinhibitoren, Demulgatoren, Dehazer, Antischaummittel, Cetanzahlverbesserer,
Verbrennungsverbesserer, Antioxidantien oder Stabilisatoren, Antistatika, Metallocene,
Farbstoffe und dergleichen.
[0042] Diese üblichen Coadditive werden, wenn gewünscht, in hierfür üblichen Mengen zugesetzt.
Dieselkraftstoffe
[0043] Bei den Dieselkraftstoffen handelt es sich beispielsweise um Erdölraffinate, die
üblicherweise einen Siedebereich von 100 bis 400 °C haben. Dies sind meist Destillate
mit einem 95%-Punkt bis zu 360 °C oder auch darüber hinaus. Dies können aber auch
so genannte "Ultra Low Sulfur Diesel" oder "City Diesel" sein, gekennzeichnet durch
einen 95%-Punkt von beispielsweise maximal 345 °C und einem Schwefelgehalt von maximal
0,005 Gew.-% oder durch einen 95%-Punkt von beispielsweise 285 °C und einem Schwefelgehalt
von maximal 0,001 Gew.-%. Neben den durch Raffination erhältlichen Dieselkraftstoffen
sind solche, die durch Kohlevergasung oder Gasverflüssigung ("gas to liquid" (GTL)
Kraftstoffe) erhältlich sind, geeignet. Geeignet sind auch Mischungen der vorstehend
genannten Dieselkraftstoffe mit regenerativen Kraftstoffen, wie Biodiesel oder Bioethanol.
[0044] Besonders bevorzugt handelt es sich bei den Dieselkraftstoffen um solche mit niedrigem
Schwefelgehalt, das heißt mit einem Schwefelgehalt von weniger als 0,05 Gew.-%, vorzugsweise
von weniger als 0,02 Gew.-%, insbesondere von weniger als 0,005 Gew.-% und speziell
von weniger als 0,001 Gew.-% Schwefel.
[0045] Durch die erfindungsgemäße Verwendung von Detergens-Additiven wird erreicht, dass
in den Abgasemissionen von direkteinspritzenden Dieselmotoren, insbesondere von Dieselmotoren
mit einem Common-Rail-Einspritzsystem, nach 100000 km Motorenbetrieb vorzugsweise
höchstens die 2,5-fache Menge, besonders bevorzugt höchstens die 2,2-fache Menge und
insbesondere höchstens die 2-fache Partikelmenge im Vergleich zu der Werkeinstellung
enthalten ist. Insbesondere bleiben dabei die im Ausstoß enthaltenen Partikelmengen
deutlich unter dem Grenzwert der Euro 4 Norm. Die angegebenen Werte beziehen sich
auf die direkt hinter dem Motor ("engine out") entnommenen Abgasemissionen, d. h.
vor einem eventuell eingebauten Partikelfilter, der ja die Partikelmenge im Ausstoß
reduzieren würde. Mit Werkeinstellung ist derjenige Zustand des direkteinspritzenden
Dieselmotors bzw. des Einspritzsystems gemeint, wie er am Werk, d. h. vor der Auslieferung
an die Händler bzw. Endverbraucher, eingestellt ist (sozusagen Kilometer 0). Durch
die erfindungsgemäße Verwendung von Detergens-Additiven wird nicht nur eine Einhaltung
der Grenzwerte für Partikelemissionen gemäß Euro 4 Norm auch ohne zusätzlichen Partikelfilter
über eine Motorlaufzeit von 100000 km gewährleistet, sondern auch für eine deutlich
darüber hinaus gehende Betriebszeit.
Beispiel
[0046] Ein Motor mit einem Common-Rail-Einspritzsystem wurde mit einem Dieselkraftstoff
gemäß EN 590, der mit 90 Gew.-ppm Kerocom PIBSI (ein Detergens-Additiv der BASF AG,
der ein Polyisobutylenbernsteinsäureimid enthält) additiviert war, 70000 km betrieben.
Zum Vergleich wurde ein baugleicher Motor mit einem Dieselkraftstoff gemäß EN 590,
der kein Detergens-Additiv enthielt, unter gleichen Bedingungen ebenfalls 70000 km
betrieben. Die im Ausstoß enthaltenen Partikelmengen wurden direkt hinter dem Motor
("engine out") gemessen. Die Ergebnisse sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt.
Tabelle
| Dieselkraftstoff |
Partikelmenge bei 0 km [g/km] |
Partikelmenge nach 70000 km [g/km] |
| ohne Detergensadditiv |
0,008 |
0,019 |
| mit Detergensadditiv |
0,008 |
0,011 |
[0047] Wie die Ergebnisse zeigen, führt die Verwendung von Detergensadditiven zu einer verringerten
Partikelmenge in den Abgasen.