[0001] Die Erfindung betrifft eine Pumpe, die bei einem kostengünstigen Aufbau eine hochgenaue
Dosierung des zu pumpenden Mediums ermöglicht.
[0002] Dies wird durch eine Pumpe nach dem Anspruch 1 erreicht, wobei durch die Rollmembran
an den Kolben eine Trennung des zu pumpenden Mediums von der Atmosphäre erreicht wird,
sodass das zu pumpende Medium von der umgebenden Atmosphäre nicht kontaminiert werden
kann. Bei kleinen Abmessungen der selbstansaugenden Pumpe können große Fördermengen
und relativ hohe Drücke erreicht werden, sodass sich ein weites Anwendungsfeld bei
einem sehr guten Wirkungsgrad ergibt.
[0003] Die Erfindung wird beispielsweise anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- in einer perspektivischen Ansicht den Aufbau der Pumpe mit nur einem Teil eines Gehäuses,
- Fig. 2
- eine Ansicht der einander gegenüberliegenden Kolben mit einer Antriebseinrichtung,
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht eines Kolbens mit ausgefahrener Rollmembran,
- Fig. 4
- eine perspektivische Ansicht des Kolbens mit eingerollter Rollmembran,
- Fig. 5
- eine Ansicht der Verbindungsstange zwischen den Kolben,
- Fig. 6
- in einer Schnittansicht und in einer Draufsicht den Ventilaufbau,
- Fig. 7
- einen Längsschnitt durch einen Kolben, und
- Fig. 8
- eine perspektivische Ansicht der Pumpe mit Gehäuse.
[0004] Fig. 1 und 2 zeigen zwei an den Enden einer Verbindungsstange 1 starr befestigte
Kolben 2a und 2b, die jeweils in einem hülsenförmigen Zylinder 3a und 3b geführt sind,
die in einem in Fig. 1 wiedergegebenen Gehäuseteil 4 montiert sind. An den äußeren
Enden der Zylinder 3a, 3b ist jeweils eine schlauchförmige Rollmembran 5a, 5b auf
dem Umfang an einer Scheibe 6a, 6b befestigt. Das gegenüberliegende Ende der schlauchförmigen
Rollmembran ist am zugeordneten Kolben auf dessen Umfang befestigt, wie dies Fig.
3 und Fig. 7 zeigen. Bei dem in Fig. 3 dargestellten Ausführungsbeispiel ist der nach
innen gebogene Rand der Rollmembran zwischen dem Kolben 2a und einem Kolbenkörper
2c fluiddicht eingeklemmt, sodass die Rollmembran 5a den Außenumfang des Kolbens 2a
umgibt. Der Außendurchmesser des Kolbenkörpers 2c entspricht in Fig. 3 und 4 dem des
Kolbens 2a oder ist - wie in Fig. 2 dargestellt - kleiner als dieser. Wie Fig. 3 zeigt,
ist der Rand des außen liegenden Endes der rohrförinigen Rollmembran 5 nach außen
gewendet, sodass sich ein Flanschabschnitt 5c ergibt, der zwischen der Scheibe 6a,
6b und einem in Fig. 6 wiedergegebenen Flansch 3c des Zylinders 3a, 3b fluiddicht
eingeklemmt ist.
[0005] Der mit der Scheibe 6a bzw. 6b verbundene Zylinder 3 a, 3b hat jeweils einen Innendurchmesser,
der größer als der Außendurchmesser des Kolbens 2 ist, sodass bei der Pumpebewegung
zwei Lagen der Rollmembran 5 zwischen Kolbenaußenumfang und Zylinderinnenumfang ausgebildet
werden können, wie dies Fig. 4 und 7 zeigen, wobei in Fig. 4 und 7 wie auch in Fig.
3 die Zylinderhülse 3a zur Verdeutlichung der Darstellung nicht wiedergegeben ist.
[0006] Die aus einer Folie bestehende Rollmembran kann eine Dicke von etwa 0,03 mm haben.
Sie trennt das Fördermedium von der umgebenden Atmosphäre. Bei der Hubbewegung eines
Kolbens entsteht ein Betriebsdruck, der die Rollmembranfolie gegen die Wand des Zylinders
3 und gegen den Kolben drückt. Der Spalt zwischen Kolben und Zylinder kann sehr klein,
beispielsweise 0,5 mm ausgelegt werden, sodass nur eine geringe wirksame Druckfläche
an der Umlenkstelle der Rollmembran entsteht. Wenn beispielsweise der Innendurchmesser
des Zylinders 7 mm und der Außendurchmesser des Kolbens 6,5 mm beträgt und die Rollmembran
eine Dicke von 0,05 mm hat, ergibt sich bei einem Betriebsdruck von 10 bar eine auf
die Rollmembran wirkende Kraft von 5 N. Durch diese Krafteinwirkung tritt keine Längenänderung
an der Rollmembran auf, sodass sich eine gute Steifigkeit des Pumpsystems ergibt.
[0007] Zwischen einer Anschlussscheibe 16a, 16b und der Scheibe 6a bzw. 6b ist eine in Fig.
6 erkennbare Scheibe 7 aus einer weichen Folie eingespannt, die mit Ventilen in der
Form von Folienklappen 7a, 7b versehen ist. Fig. 6a zeigt, wie durch Pfeile angedeutet,
die Ventilstellung beim Abgabehub des in Fig. 6 nicht wiedergegebenen Kolbens und
Fig. 6b den Ansaughub. Die Folienklappe 7b bildet ein Ansaugventil, während die Folienklappe
7a ein Abgabeventil bildet. In der Scheibe 6b sind beabstandet Bohrungen 6c ausgebildet,
die den Zylinderraum mit dem Ventilbereich verbinden, wobei in der Stirnfläche der
Scheibe 6b eine etwa ovale bzw. langgestreckte Ausnehmung 6e mit abgerundeten Enden
ausgebildet ist, in die hinein sich die Folienklappe 7b bewegen kann, wie Fig. 6b
zeigt. Eine entsprechende Ausnehmung 16e ist in der Anschlussscheibe 16b für die Folienklappe
7a ausgebildet. Die Bohrungen 6c münden am jeweils radial innenliegenden Bereich der
Ausnehmungen 6e bzw. 16e. Am radial äußeren Ende der Ausnehmungen ist in der Anschlussscheibe
16b jeweils eine Bohrung 16c ausgebildet, die in eine größere Anschlussbohrung 16d
übergeht, an der entsprechende Anschlussleitungen eingesetzt werden können.
[0008] Die die Ventile 7a, 7b bildende Folie 7 ist derart weich ausgelegt, dass partikelförmige
Fremdkörper beim Anlegen der Folie an der jeweiligen Anschlagfläche an der Scheibe
6a, 6b bzw. 16a, 16b eingebettet werden können.
[0009] Zwischen den beiden Kolben 2a und 2b ist ein Seil 8 (Fig. 2 und 5) gespannt, das
jeweils an einer am Kolbenkörper 2c ausgebildeten Öse oder in anderer Weise z. B.
an den Enden der Verbindungsstange 1 in einer Querbohrung 2e (Fig. 3 und 5) befestigt
ist. Zur Vorspannung und zur Kompensation von Längenänderungen des Seils 8 ist an
einem Seilende eine Spiralfeder 8a integriert, über die das Seilende mit der zugeordneten
Befestigungsstelle verbunden ist. Das Seil 8 ist um eine Antriebswelle 9 geschlungen,
die sich quer zum Seil 8 erstreckt und in Lagerböcken 4a des Gehäuses verdrehbar gelagert
ist. Vorzugsweise ist die Antriebswelle 9 zur Reibungsminderung beidseitig auf gehärteten
Spitzen 9a (Fig. 2) in Lagerkörpem 9b gelagert. Für den Eingriff mit dem Seil 8 kann
die Welle 9 auf dem Außenumfang aufgerauht sein.
[0010] Mit der Antriebswelle 9 sind bei dem Ausführungsbeispiel in Fig. 1 und 2 zwei beabstandete
Scheiben 10, 10' drehfest verbunden, an deren Außenumfang jeweils zwei Piezoantriebe
11.1 bis 11.4 angreifen, die die Scheiben 10, 10' impulsweise in eine Drehbewegung
versetzen, sodass die Antriebswelle 9 eine schrittweise Drehbewegung ausführt und
über das Seil 8 die Kolben 2a, 2b zum Ausrühren einer Hub- und Saugbewegung antreibt.
[0011] Das Seil 8 kann zur Erzielung eines festen Reibschlusses mehrfach um die Antriebswelle
9 gewickelt sein. Das um die Welle 9 gewickelte Seil 8 bildet ein Schlingbandgetriebe,
durch das sich ein z. B. gegenüber einem Zahnradantrieb spielfreier Antrieb ergibt,
durch den zudem ein hohes Übersetzungsverhältnis erzielbar ist.
[0012] Bei dem dargestellten Ausführunsbeispiel werden an sich bekannte Piezo-Motoren 11.1
bis 11.4 verwendet. In einer Maximalausstattung können bis zu acht Piezo-Motore vorgesehen
werden, wobei jeweils vier eine Scheibe bzw. ein Rad 10 bzw. 10' antreiben. Ein derartiger
Piezo-Motor erzeugt eine Umfangskraft von 0,3 bis 0,5 N. Zur Erhöhung des Drehmomentes
kann ein Schlingbandgetriebe mit einem Übersetzungsverhältnis von 15 bis 25 vorgesehen
werden zwischen Durchmesser eines Rades 10 und dem der Welle 9.
[0013] Dreht sich das Rad 10, 10' durch Einwirken der Piezo-Motoren, so dreht sich auch
die Antriebswelle 9 synchron. Dadurch entsteht eine Linearkraft in Achsrichtung der
beiden Kolben, die eine Doppelkolbenpumpe bilden.
[0014] Fig. 5 zeigt den Aufbau der Verbindungsstange 1 mit Kolben 2 in der in Fig. 2 wiedergegebenen
Bauform, während Fig. 3 und 4 einen abgewandelten Aufbau wiedergeben. Die Zylinderhülsen
3a und 3b sind in Fig. 5 weggelassen. Wie dargestellt, sind die Kolben 2a, 2b mit
dem Kolbenkörper 2c verschraubt, wobei die in Fig. 5 nicht wiedergegebene Rollmembran
über eine konische Fläche an der Rückseite der Kolben 2a, 2b fluiddicht eingeklemmt
wird in eine entsprechend konische Innenfläche am Kolbenkörper 2c. Das Seil 8 kann
wie dargestellt in einer Querbohrung der Verbindungsstange 1 oder an einem Stift an
den Enden der Verbindungsstange befestigt sein, der quer durch die Verbindungsstange
geführt ist.
[0015] Fig. 7 zeigt einen Längsschnitt durch einen Kolben mit Rollmembran 5a, wobei der
Kolben 2a über ein Gewinde auf das Ende der Verbindungsstange 1 aufgeschraubt ist
und mit einer konischen Fläche an der Rückseite in eine entsprechend trichterförmige
Fläche an dem Kolbenkörper 2c eingreift, um das Ende der Rollmembran 5a dazwischen
fluiddicht einzuklemmen. Von der Klemmstelle zwischen dem Kolben 2a und dem Kolbenkörper
2c erstreckt sich die Rollmembran 5a über die Länge des Kolbenkörpers 2c bis zu der
Umlenkstelle Sd, von der aus sich die Rollmembran bis zu dem Flanschabschnitt 5c erstreckt,
an dem sie zwischen den Scheiben 6 und 16 (Fig. 1 und 2) eingeklemmt ist. Der Kolbenkörper
2c ist durch einen Sicherungsring 2d auf der Verbindungsstange 1 gehalten.
[0016] Bei einer anderen Ausführungsform ist in dem Gehäuse 4 keine Antriebseinrichtung
vorgesehen, sondern die Antriebswelle 9 entweder aus dem Gehäuse seitlich herausgeführt,
um mit einer außerhalb des Gehäuses angeordneten Antriebseinrichtung verbunden zu
werden, oder es ist ein Eingriffsbereich 9c der Welle 9 seitlich am Gehäuse freiliegend
ausgebildet, in den ein Verbindungsstück eingesetzt und drehfest mit der Welle 9 verbunden
werden kann, wie dies Fig. 8 zeigt. Bei dieser Ausführungsform wird die Antriebswelle
9 beispielsweise durch einen Schrittmotor (nicht dargestellt) in Drehung versetzt,
der außerhalb des Gehäuses der Pumpe positioniert ist.
[0017] Fig. 8 zeigt eine perspektivische Ansicht des geschlossenen Pumpengehäuses mit einem
Oberteil 4', das über Schrauben mit dem unteren Gehäuseteil 4 verbunden ist. Bei der
Ausführungsform nach Fig. 8 sind an den gegenüberliegenden Enden des Pumpengehäuses
Ventilgehäuse 20a und 20b vorgesehen, in denen die Ansaug- und Druckventile und Leitungsführungen
untergebracht sind. Bei 21 ist eine Anschlussbohrung für eine Saugleitung an dem Ventilgehäuse
20a wiedergegeben. An dem gegenüberliegenden Ventilgehäuse 20b ist eine entsprechende
Anschlussbohrung für die anzuschließende Druckleitung ausgebildet. Mit 22 und 23 sind
Verbindungsleitungen zwischen den beiden Ventilgehäusen wiedergegeben, die in Verbindung
mit der Leitungsfürung in den Ventilgehäusen 20a, 20b ermöglichen, dass nur eine Anschlussbohrung
21 auf einer Seite der Pumpe vorgesehen ist, während bei der Ausführungsform nach
Fig. 6 zwei Anschlussbohrungen 16d auf jeder Seite vorgesehen sind. Die Verbindungsleitung
22 ist in einer Nut des oberen Gehäuseteils 4' geführt. Entsprechend ist die Verbindungsleitung
23 in einer Nut im unteren Gehäuseteil 4 geführt.
[0018] Vorzugsweise ist die Rollmembran mit Teflon beschichtet, damit die aneinander liegenden
Seiten beim Abrollen nicht aneinander haften.
1. Pumpe, umfassend
zwei an den Enden einer Verbindungsstange (1) angebrachte Kolben (2a, 2b), die jeweils
in einem Zylinder (3a, 3b) geführt und mit einer Rollmembran (5a, 5b) verbunden sind,
die zwischen Kolbenumfang und Zylinderinnenwand abrollbar ist, wobei ein Seil (8)
zwischen den Kolben (2a, 2b) gespannt ist, das um eine Antriebswelle (9) geschlungen
ist, die von einer Antriebseinrichtung in Drehbewegung versetzt wird.
2. Pumpe nach Anspruch 1, wobei die Pumpe in einem Gehäuse (4, 4') angeordnet ist, aus
dem die Antriebswelle (9) herausragt oder an dem ein Eingriffsbereich (9c) der Welle
(9) freiliegt, um mit einem Antriebsmotor verbunden zu werden.
3. Pumpe nach Anspruch 1, wobei innerhalb eines Gehäuses (4, 4') der Pumpe zumindest
ein Piezo-Antriebsmotor (11) angeordnet ist, der die starr miteinander verbundenen
Kolben (2a, 2b) antreibt.
4. Pumpe nach Anspruch 3, wobei zwei beabstandete Räder (10) mit der Antriebswelle (9)
verbunden sind und auf dem Außenumfang der Räder wenigstens ein Piezo-Motor (11.1
bis 11.4) angreift.
5. Pumpe nach Anspruch 3 oder 4, wobei die Antriebswelle (9) beidseitig auf gehärteten
Spitzen gelagert ist.
6. Pumpe nach Anspruch 1, wobei eine Feder (8a) in das Seil (8) integriert ist.
7. Pumpe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei an den gegenüberliegenden Enden
der beiden Zylinder (3 a, 3b) scheibenförmige Elemente (6, 16) mit einer Ventilscheibe
(7) dazwischen angeordnet sind, in der Ventilklappen (7a, 7b) zwischen Bohrungen der
beiden Scheibenelemente (6, 16) ausgebildet sind.
8. Pumpe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein Ende der Rollmembran zwischen
einem Kolben (2a, 2b) und einem Kolbenkörper (2c) fluiddicht eingeklemmt ist und das
gegenüberliegende Ende der Rollmembran (5) zwischen einem flanschförmigen Endabschnitt
des Zylinders und einer Scheibe (6) eingeklemmt ist.
9. Pumpe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Rollmembran (5) mit Teflon
oder einer anderen die Haftung vermindernden Beschichtung versehen ist.