[0001] Die Erfindung betrifft eine Faseranordnung mit den Merkmalen des Oberbegriffs des
Anspruchs 1.
[0002] Bekannt sind Fasern aus zwei unterschiedlichen Materialien, die in einem Arbeitsgang
hergestellt und fest miteinander verbunden sind, wobei ein Material auf der Innenseite
des zweiten, mit einem sichelartigen Querschnitt ausgebildeten Materials angeordnet
ist (vgl.
EP 0 378 194 B1).
[0003] Ferner sind Faseranordnungen bekannt, bei denen die einzelnen Fasern im Wesentlichen
parallel zueinander verlaufend mehr oder weniger aneinander anliegend angeordnet sind.
[0004] So ist aus der
JP 62-110916 A eine Faseranordnung bekannt, bei der eine Vollfaser in einer seitlich offenen C-förmigen
Hohlfaser angeordnet ist. Die Herstellung erfolgt aus einer Faser mit einem etwa kreisförmigen
Vollprofil mittels Auflösens einer löslichen Zwischenschicht, die zwischen der Vollfaser
und der C-förmigen Hohlfaser angeordnet ist, so dass zwischen der Vollfaser und der
C-förmigen Hohlfaser ein Spalt verbleibt.
[0005] Derartige Faseranordnungen lassen noch Wünsche offen.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, eine Faseranordnung der eingangs
genannten Art zu verbessern. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Faseranordnung
mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand
der Unteransprüche.
[0007] Erfindungsgemäß ist eine Faseranordnung bestehend aus mindestens zwei Fasern vorgesehen,
wobei mindestens eine erste Faser mit einem seitlich offenen Hohlprofil eine zweite,
getrennt von der ersten ausgebildete Faser, wobei es sich auch um eine Faser mit einem
seitlich offenen Hohlprofil handeln kann, zumindest teilweise umgreift und unter Kontakt
mit derselben, bevorzugt mit flächigem, formschlüssigem Kontakt, insbesondere bevorzugt
in Längserstreckung im Bereich ihrer Enden, in ihrem Hohlraum aufnimmt. Hierbei ist
die zweite Faser bevorzugt ebenfalls als eine Faser mit einem Hohlprofil, insbesondere
mit einem offenen Hohlprofil ausgebildet, und insbesondere bevorzugt weist die Faseranordnung
insgesamt ein geschlossenes Hohlprofil auf. Erfindungsgemäß wird hierbei aus mehreren
Fasern, bevorzugt aus zwei Fasern mit seitlich offenen Hohlprofilen, eine Faseranordnung
zusammengesetzt, die vorzugsweise einen durchgehenden, endseitig offenen Hohlraum
(Lumen) aufweist. Die Fasern sind hierbei vorzugsweise gegeneinander verspannt, vorzugsweise
auf Grund einer elastischen Verformung, bevorzugt der äußeren Faser. Die Öffnungen
der Hohlprofile sind bevorzugt gegeneinander versetzt angeordnet, so dass insgesamt
aus zwei offenen Hohlprofilen ein geschlossenes Hohlprofil gebildet wird, wobei ein
offenes Hohlprofil das andere Hohlprofil zumindest im Bereich der Öffnung umgreift
und an dem Hohlprofil anliegt. Bevorzugt besteht keine stoffschlüssige Verbindung
der Fasern.
[0008] Fasern mit einem derartigen C-förmigen Profil, wie sie bei einer erfindungsgemäßen
Faseranordnung verwendet werden, können beispielsweise gegossen, extrudiert oder gesponnen
und gegebenenfalls anschließend gestreckt werden, so dass minimale Abmessungen bis
hin zu Mikro- oder gar Nanofasern möglich sind. Die Fasern, sofern es sich um keramische
Fasern handelt, können beispielsweise nach dem in der
EP 1 015 400 B1 oder der
DE 197 01 751 A1 offenbarten Verfahren hergestellt werden. Die Herstellung eines C-förmigen Profils
kann auch durch Abschaben der Faser von einem massiven Block bestehend aus dem Ausgangsmaterial,
vergleichbar mit dem Abschaben einer Butterflocke, erfolgen. Ebenfalls ist ein Rollen
eines enstprechend ausgebildeten Folienstreifens oder einer Folie mit nachfolgendem
Abtrennen des die Faser bildenden Streifens möglich. Ferner kann ein Ätzen einer Faser
mit Voll- oder Hohlprofil erfolgen. Auf Grund der zusammengesetzten Ausgestaltung
kann aus relativ kurzen Einzelfasern auf einfachste Weise durch versetzte Anordnung
der Einzelfasern eine zusammengesetzte Faseranordnung von beliebiger Länge erzeugt
werden. Wülste, Flansche o.ä. zum Verbinden sind nicht erforderlich.
[0009] Plastische, grüne oder braune keramische Fasern oder Folien können oberflächenbehandelt
werden und anschließend in einem thermischen Prozess getempert, geglüht, gebrannt
oder gesintert und anschließend zur Faseranordnung zusammengesetzt werden.
[0010] Das Zusammenfügen der Fasern zu einer Faseranordnung erfolgt indem die äußere Faser
aufgeweitet und die innere Faser eingezogen wird. Das Aufweiten und Einziehen im Falle
von Mikro- und Nanostrukturen erfolgt insbesondere mittels einer Sonde eines Kraftmikroskops,
welche insbesondere eine Spitze bestehend aus einem einzigen Molekül hat.
[0011] Prinzipiell ist ein Auseinandernehmen der Faseranordnung, Behandeln der einzelnen
Fasern und erneutes Zusammensetzen möglich.
[0012] Bei entsprechender Ausgestaltung der einzelnen Fasern können auch mehr als zwei Fasern
zusammengefügt werden. Hierbei sollte jedoch die äußerste Faser derart bemessen sein,
dass ein ausreichendes Umgreifen der nächstinneren Faser möglich ist.
[0013] Der Vorteil einer zusammengefügten Faseranordnung gegenüber einer Hohlfaser liegt
insbesondere darin, dass verschiedene Materialien mit unterschiedlichen Längenausdehnungen
kombiniert und dass Strukturen einfacher auf der Innenmantelfläche angebracht werden
können. Dabei wird eine Innenbeschichtung, insbesondere bei Mikro- und Nanostrukturen,
vereinfacht oder in vielen Fällen auch erst möglich.
[0014] Die Fasern können auch vor oder nach dem Zusammenfügen bearbeitet und/oder mit Oberflächenbeschichtungen,
beispielsweise mit bioaktiven und/oder elektrisch leitenden Oberflächenbeschichtungen,
versehen werden. Insbesondere können elektrisch leitende Strukturen ein- und/oder
aufgebracht werden.
[0015] So kann die erfindungsgemäße Faseranordnung bei entsprechender Ausgestaltung als
Thermoelement, insbesondere als Thermogenerator, verwendet werden. Dabei handelt es
sich beispielsweise um eine Bipolar-Ausführung, insbesondere mit zwei distanzierten
Isolationsschicht-Flächenfolien. Zwischen den Folien befindet sich das oder die Thermoelemente
und die sonstige Installation mit einer Höhe von vorzugsweise bis zu ca. 100 µm (Wandstärke),
jedoch sind auch größere Abmessungen möglich. Dabei wird die Nano- oder Mikro-Röhrchen
Ausformung durch eine erfindungsgemäße Faseranordnung gebildet, wobei eine entsprechende
Kontaktierung vorgesehen ist. Insbesondere sind hierbei zwei Serien-Thermoelemente
vorgesehen, wobei der Durchmesser einem hydraulisch gleichwertigen Durchmesser von
ca. 70 µm entspricht und hierbei noch textile Eigenschaften aufweist.
[0016] Die menschliche Hautoberflächen-Temperatur wird durch Direktkontaktauflage gefühlt
und mit der distanzierten Folientemperatur (Umgebungstemperatur) verglichen. Als Ergebnis
der Temperaturdifferenz fließt in Folge des Seebeck-Effekts ein elektrischer Strom.
Mit bekannten Folien-Thermogeneratoren ist eine derartig große Ladungsdichte auf dem
kleinen Raum nicht erreichbar und damit die textile erfindungsgemäße Ausführung eine
wesentliche Verbesserung. Ferner behindert die isolierenden Folien gemäß dem Stand
der Technik, direkt auf der menschlichen Haut angelegt, die Aspiration und ist für
den Träger unangenehm. Durch einen aus erfindungsgemäßen Faseranordnungen hergestellten
Stoff, insbesondere ein Gewebe, kann die Haut jedoch atmen und der Tragekomfort wird
deutlich erhöht, so dass auch großflächige Textilien mit entsprechend höherer elektrischer
Leistung ohne Störung des Komforts möglich sind. Die Thermogeneratoren gehören zu
den besonders ökologischen Elektrostromerzeugern, ohne jede Emission. Das Halbleitermaterial,
vorzugsweise Silizium, kommt nach Sauerstoff in der Erdrinde am zweithäufigsten vor
und ist deshalb günstig. Silizium als Rein-Silizium weist einen besonders großen Seebeck-Koeffizienten
auf, der bei der Thermogenerator-Nutzung wünschenswert ist.
[0017] Durch Umkehrung, d.h. durch die Anlegung einer entsprechenden elektrischen Spannung,
lassen sich gezielt Flächen eines Stoffes erwärmen oder aber abkühlen (Thermoelement).
[0018] Mit Temperaturdifferenzen-Elektrostromgewinnung liegt die Thermogenerator-Technologie
bei einem Tausendstel der heutigen spezifischen Feststoffelektrolyten der Brennstoffzellentechnologie-Oberfläche,
wobei die Brennstoffzelle ca. 10000 bis 15 000 W/m
2 liefert und durch C
nH
m-Aufoxidation auch Luft als Betriebsstoff benötigt. Im Vergleich hierzu liefert beispielsweise
ein Quadratmeter Silizium Thermogenerator-Oberfläche 10 bis 15 W, bei einer Temperaturdifferenz
von ca. 5 K.
[0019] Bevorzugt werden auf elektrisch isolierenden Konfektions-Textilien n- und p-dotierte
Thermogeneratoren an- bzw. aufgebracht und elektrisch in der textilen Struktur verschaltet.
Vorzugsweise werden auf Synthese-Filament-Faser-Oberflächen die Hohlfilamentfasern
angebracht, die aus erfindungsgemäßen anorganischen oder auch organischen Werkstoffen
bestehen. Nano-, Mikro-Hohlfasern aus Nitritkeramik, Glas, Oxidkeramik und sterilisierbaren
Polymeren sind bevorzugt.
[0020] Vorzugsweise werden für die Thermogeneratoren Silizium und andere geeignete Halbleiterwerkstoffe
als Nano- oder Mikrofasern eingesetzt.
[0021] Die Textilien sind vorzugsweise hydrophil sensibilisiert um die Differenzen der aspirationspsychometrischen
Daten von Trockenkugel- und Feuchtkugel-Temperaturen am Thermogenerator für die Elektrostromgewinnung
mit verwerten zu können. So ist auch die Nutzung des Ambiente-Wärmeinhalt (Enthalpie)
aus der Luft nach den h-x Diagrammdifferenzen zur Elektro-Gleichstromgewinnung möglich.
[0022] Vorzugsweise werden Silber oder Messing in Filamentfaserform als Elektrostrom-Ausleiter
mit geeigneten physiologischen und hygienischen Eigenschaften an die Thermogeneratoren
geführt. Silber und Messing haben fungizide, bakterizide und viruzide Eigenschaften,
bei guter menschlicher Hautverträglichkeit. Alternativ können hierfür auch insbesondere
elektrisch leitend dotierter Diamant oder elektrisch leitende Polymere verwendet werden.
[0023] Bevorzugt werden die n- und p-dotierten Thermogeneratoren in den Lumen, d.h. in das
Innere, der Faseranordnung eingebracht, wobei die Faseranordnungs-Außenumfangsflächen
die Isolierung der Thermogeneratoren im Filamentfaserlumen bilden.
[0024] Vorzugsweise kann der elektrische Ausleiter auch durch die Faserwandung durchgeleitet
werden, vorzugsweise mit Silber- oder Messing-Filamenten im Nano- oder Mikro-Isolationsfilament-Hohlfaserlumen.
Auch andere geeignete, elektrisch leitenden Werkstoffe sind möglich.
[0025] Bevorzugt ist der Faseranordnungs-Umfang in zwei Umfangoberflächen, vorzugsweise
in Richtung der Längsachse, aufgeteilt, wobei jede Faser einen Teil hiervon bildet.
Dabei bilden geometrische Längsverstärkungen die Wandungsverdickungen und beeinflussen
so die Wärmeleitung. Auf diese erfindungsgemäße Art und Weise wird die warme und kalte
Seite am Isolationsumfang aufgeteilt. Vorzugsweise ist eine Streifenversteifung am
Umfang vorgesehen, die, vorzugsweise um 180° versetzt, parallel verstärkend als Längsstreifen
aufgetragen oder ausgebildet ist, zur Aufteilung des Umfangs in eine kalte und eine
warme Hälfte. Dies erfolgt vorzugsweise durch zwei Ausstülpungen der äußeren Faser.
[0026] Vorzugsweise werden als Trägeroberflächen für die n- und p-dotierten Thermogeneratoren
vorzugsweise Materialien aus Silizium in/an Polyvinyl-, Alkoholate-, Zellulose-, Styrol-,
Viskose-, Acryl-, Gelatine-, Gel-, Solgel- und Proteine-Nano- und Mikro-Hohlfasern
eingesetzt. Als Trägerwerkstoffe sind Zirkoniumoxid mit anderen Oxiden besonders geeignet,
sowie Aluminiumoxide und Mischoxide, Glas und Spinelle, und als elektrische Leiter
auch Kohlenstoff (mit oder ohne Dotierung), Graphit, Ruß und Eisenbestandteile.
[0027] Gemäß einer anderen Verwendung wird der Thermogenerator zur Erzeugung von Energie
für Implantate, z.B. Hör- oder Sehhilfen, vorgesehen.
[0028] Der Thermogenerator kann mit Betriebsstoff-Medien um- oder durchströmt werden, z.B.
wie ein Wärmetauscher, um die kalte und warme Seite des Thermogenerators zu beeinflussen
oder zu regeln in Hinblick auf die Strom- und Spannungserzeugung. Damit kann auch
eine Funktions- und Betriebsüberwachung bzw. -sicherung erfolgen.
[0029] Ebenfalls können zwei Fasern Elektroden bilden und zwischen sich eine Feststoff-Elektrolyt-Membran,
welche eine dritte Faser bildet oder als elastische Folie zwischen den beiden Fasern
eingespannt ist, aufnehmen. Dies ermöglicht die Verwendung der erfindungsgemäßen Faseranordnung
in einer Brennstoffzelle. Auch lassen sich so Oberflächenbeschichtungen auf dem Feststoff-Elektrolyten
besser optimieren, verglichen mit einer Anordnung in einer Hohlfaser mit durchgehendem
Hohlprofil.
[0030] Gemäß einer weiteren Verwendung der erfindungsgemäßen Faseranordnung ist die innere
Faser mit einem Medium gefüllt und die äußere Faser dient als Verschluss. In Längsrichtung
der Faseranordnung sind vorzugsweise Unterteilungen des Lumens vorgesehen, so dass
die Faseranordnung als eine Reihe von Speichern dient. Dies ermöglicht beispielsweise
bei der Verwendung im medizinischen Bereich eine schnelle Bestimmung der gewünschten
Verabreichungsmenge. Die gewünschte Menge kann aseptisch abgetrennt und gegebenenfalls
vereinzelt werden. Das Abtrennen kann durch Abschneiden oder Abreißen erfolgen. Zur
einfachen Trennung sind vorzugsweise Perforationen und/oder Schlitze und/oder Einkerbungen
oder Vertiefungen im Bereich zwischen zwei Speichern vorgesehen, welche Sollriß- oder
Sollbruchstellen bilden. Auf diese Weise lässt sich einfach eine aseptische Trennung
oder Vereinzelung ermöglichen. Sollbruchstellen zwischen einer bestimmten Anzahl von
Speichern können als Dosierungshilfe andersartig ausgebildet sein, so dass die Trennung
an diesen Stellen bevorzugt erfolgt. Ein Abzählen erübrigt sich. Vielmehr kann über
eine Länge oder einen Längenvergleich mit einer Art Lehre die Dosierung bemessen werden.
[0031] Gemäß einer Ausführungsform ändert sich das Volumen der Speicher in Abhängigkeit
von einer Veränderung der erforderlichen Dosierung, wobei die Volumenänderung durch
eine Durchmesserveränderung und/oder eine Längenveränderung der einzelnen, miteinander
verbundenen Speicher bewirkt werden kann. Im Falle einer Durchmesserveränderung ändern
sich die Abmessungen der die Faseranordnung bildenden Fasern entsprechend. Eine zeitlich
gestreckte Freigabe der Wirkstoffe kann durch eine gezielte Veränderung der Wandstärke
ermöglicht werden.
[0032] Die einzelnen Speicher, d.h. die Faseranordnung, können auch Sollbruchstellen aufweisen,
durch welche bei Bedarf der im Speicher enthaltene Stoff freigeben werden kann. Die
Sollbruchstellen können bevorzugt gezielt geöffnet werden, beispielsweise durch ein
Zusammenwirken mit einem entsprechenden Wirkstoff.
[0033] Bevorzugt werden als Stoffe biologische sowie medizinische Wirkstoffe und vorzugsweise
homöopathische Wirkstoffe oder Nahrungsergänzungsmittel in den Speicher eingebracht.
Die Einbringung anderer Stoffe/Wirkstoffe ist möglich. Besonders bevorzugt werden
Zytostatika oder Virostatika, sowie Wirkstoffe zur Abwehr von Xenomikroorganismen
verwendet. So sind Ribavirin, Azido-Azethyl-Thymidin, Cancerostatika, vorzugsweise
mit Spindel, Boswellia Serrata, RFT RAS Farnesyltransferasehemmer bevorzugte Wirkstoffe,
die im Speicher enthalten sind. Die Speicher sind unter anderem auch für die Vakzination,
beispielsweise für die Malaria-Prophylaxe oder Influenz-Prophylaxe, geeignet. Ferner
sind extrem geringe Mengen von Wirkstoffen, beispielsweise zum Intrazellzugang von
Substanzen oder zum Verhindern von Zellteilungen möglich, die freigesetzte DNA und
RNA blockiert hierbei bösartiges Wachstum sequentiell durch den freigesetzten Wirkstoff.
[0034] Die Speicher können ferner Leichtmetalle und/oder seltene Erden und/oder Leichtmetall-Salze
und/oder deren Ionen und/oder fluoreszierende Wirkstoffe und/oder phosphoreszierende
Wirkstoffe und/oder sulphonierende Wirkstoffe und/oder Hämatit und/oder Magnit und/oder
Artemisinin und/oder Ionen- und/oder Protonenleiter enthalten. Die Verwendung von
fluoreszierenden, phosphoreszierenden und/oder sulphonierenden Wirkstoffen ermöglicht
die Spurenerkennung und kann die Überwachung der Funktion unterstützen.
[0035] Die Wirkstoffe, die in durch eine Faseranordnung gebildete Speichern abgefüllt und
eingeschlossen sind, werden vorzugsweise in einem menschlichen oder tierischen Körper
freigesetzt. Insbesondere soll nach Verabreichung die Reaktionszeit bestimmbar sein,
die Wirksamkeit kalkulierbar sein und die Verabreichung in vivo oder korporal stattfinden.
Eine intravenöse Verabreichung, insbesondere von vereinzelten Speichern, ist ebenso
wie eine orale Verabreichung möglich. Die Speicher können auch in den menschlichen
oder tierischen Körper eingesetzt werden, beispielsweise in einem Stent.
[0036] Bevorzugt liegen die Wirkstoffummantelungsstoffe, das heißt die Faseranordnung, in
lysierbarer, d.h. auflösbarer, peptisierbarer, d.h. von Gelen in Sole rückverwandelbarer,
Form vor, synthetisch hergestellt oder in natürlicher Form.
[0037] Gemäß einer weiteren Verwendung ist eine Strahlungsquelle mit Elektroden vorgesehen,
wobei die Elektroden und gegebenenfalls auch ein Reflektor in einer erfindungsgemäßen
Faseranordnung angeordnet sind, das heißt, die Strahlungsquelle hat die Form der Faseranordnung.
Die Form der Faseranordnung ist nicht näher beschränkt. So können neben im Wesentlichen
runden Faseranordnungen auch beispielsweise im Wesentlichen ovale oder mehreckig ausgebildete
Faseranordnungen verwendet werden.
[0038] Bevorzugt hat die Faseranordnung einen Außendurchmesser oder im Falle einer nichtzylinderförmigen
Ausgestaltung einen hydraulisch gleichwertigen Außendurchmesser von 0,1 µm bis 100
mm, insbesondere bevorzugt von 5 µm bis 200 µm. Bei derartigen Abmessungen sind Faseranordnungen
mit textilen Eigenschaften möglich, so dass die Strahlungsquelle, gegebenenfalls auch
gebündelt, beispielsweise verstrickt oder verwoben werden kann. Dabei ist ein derart
exaktes Verstricken oder Verweben möglich, dass die Strahlung beispielsweise nur auf
einer Seite eines Stoffes austritt, insbesondere bei entsprechend "flacher" Ausbildung
der Faseranordnung.
[0039] Die Faseranordnung weist eine Ausstrahlöffnung auf, welche bevorzugt durch eine der
Fasern gebildet ist und die bevorzugt mit Phosphor beschichtet ist. Eine Beschichtung
mit anderen fluoreszierenden Materialien ist möglich. Die Beschichtung kann jedoch
auch die gesamte Innenfläche der Faseranordnung bedecken. Insbesondere ist auch eine
Beschichtung mit 1-3 Atomschichten Platin oder anderer Elemente der 8-ter-Nebengruppe
möglich, welche in dieser Schichtdicke fluoreszierende Eigenschaften aufweisen. Im
Bereich der Elektroden ist bevorzugt ein Dielektrikum vorgesehen. Dabei weist das
Dielektrikum bevorzugt kleinste Öffnungen, insbesondere Bohrungen im nano-Bereich,
auf.
[0040] Bevorzugt sind die Elektroden aus Molybdän oder einem Element der 8-ter Nebengruppe
gefertigt. Die Elektroden können auch aus dotiertem Kohlenstoff, insbesondere dotiertem
Diamant, oder aus elektrisch leitenden Polymeren bestehen.
[0041] Die Faser(n) besteht vorzugsweise aus SiO
2 Al
2O
3, insbesondere Glas, Keramik, Porzellan, dotiertem Kohlenstoff, Diamant, Saphir, Leukosaphir,
Opal, Smaragd, Spinell, Zirkonoxid, Polyester, Polymer, fluoriertem Polymer, PTFE,
PEEK, Makrolon oder Plexiglas.
[0042] Der Reflektor besteht vorzugsweise aus Eloxal, Silber, Aluminium oder Platin. Er
bedeckt bevorzugt mindestens die Hälfte der Innenfläche der Faseranordnung, wobei
sich der Reflektor insbesondere in Längsrichtung der Faseranordnung erstreckt. Ein
Reflektor ist insbesondere bei einer Verwendung als Laser erforderlich. Soll keine
gerichtete Strahlung erzeugt werden, so kann auf einen Reflektor verzichtet werden
und im Wesentlichen der gesamte Umfang der Faseranordnung als Ausstrahlöffnung verwendet
werden.
[0043] Derartige Faseranordnungen können als Infrarot-Lichtquellen, UV-Lichtquellen oder
Laser-Lichtquellen genutzt werden. Als Verwendung derartiger Faseranordnungen, insbesondere
in Form von UV-Lichtquellen, kommt unter anderem die Herstellung von aseptischen Tischplatten
für den OP-Bereich in Frage. Dabei können die Faseranordnungen beispielsweise räumlich
verstrickt oder verwoben und anschließend eingegossen werden. Es können mittels Stricken
räumliche, zum Beispiel bienenwabenartige, Formen erzeugt, mittels einer strahlungsdurchlässigen
Gussmasse fixiert und oben und/oder unten mit strahlungsdurchlässigen Prepregs abgedeckt
werden (Sandwich-Honeycomb), wobei die Faseranordnungen auch in den Prepregs vorgesehen
sein können. Derartige Hohlkörper weisen ein geringes Gewicht bei hoher Festigkeit
auf.
[0044] Ebenfalls ist die Herstellung von aseptischen Vorhängen, Beuteln, Zelten, Tüchern
oder Verbandsmaterial möglich, wobei die Faseranordnungen beispielsweise als UV-Lichtquellen
ausgebildet sind. Somit kann beispielsweise ein Verbandsmaterial zur Verfügung gestellt
werden, das die Körpertemperatur eines Schwerstverletzten konstant hält.
[0045] Ebenfalls ist die Verwendung derartiger Faseranordnungen zur integrierten Beleuchtung
bei Überdachungen, Dachelementen, Decken, blendfreien Raumausleuchtungen, Hinweis-
oder Werbeschilder, Displays, Tastaturen, Vorhänge, Rollos, Planen, Abdeckungen, Textilien
usw. möglich.
[0046] Die Verwendung derartiger Faseranordnungen für Vorrichtungen zum Entkeimen, insbesondere
von Luft, Wasser, Lebensmitteln oder Blut, z.B. bei exkorporalen Blut-UV-Therapien,
wie sie insbesondere zur Behandlung von Krebs verwendet werden, ist möglich. Vorrichtungen
mit entsprechenden Faseranordnungen können auch in Venen eingeführt oder perkutan
eingebracht und durch eine beispielsweise zeitabhängige Steuerung mit elektrischer
Energie versorgt werden. Ist eine gesamte Behandlungsvorrichtung mit entsprechenden
Strahlungsquellen versehen, so ist ein kontaminationsfreies Behandeln möglich, insbesondere
in Verbindung mit Blut.
[0047] Durch entsprechende Vorrichtungen kann neben einer Entkeimung auch eine Ozonisierung,
Ionisierung und/oder elektrische Aufladung zu behandelnder Stoffe erfolgen.
[0048] Die Faseranordnungen können zur besseren Handhabbarkeit auch gerahmt sein, was insbesondere
bei kleinen Durchmessern sinnvoll ist.
[0049] Die Herstellung der Fasern für derartige Faseranordnungen kann beispielsweise mittels
einer Mehr-Komponenten-Spinndüse erfolgen, wobei insbesondere die Elektroden und das
Dielektrikum direkt in die Faser eingebracht werden können.
[0050] Gemäß einem anderen Herstellungsverfahren wird eine fertige Faseranordnung bereichsweise
ionisiert, so dass in diesen Bereichen gezielt Material abgelagert werden kann.
[0051] Ebenfalls ist eine nass-chemische Beschichtung, gegebenenfalls unter Beeinflussung
der Oberflächenspannung zur Erzeugung von Strukturen, wie der Elektroden, möglich.
Hierbei wird auf einer Seite der Faseranordnung ein Vakuum angelegt, so dass eine
Flüssigkeit in die Faseranordnung eingesaugt wird, welche sich an den Wänden oder
Bereichen der Wände niederschlägt.
[0052] Auf Grund der Anforderungen sind in der Regel keine besonderen Ansprüche in Hinblick
auf die Haftung eines gegebenenfalls vorgesehenen Reflektors an der Innenfläche der
Faseranordnung erforderlich.
[0053] Die Faseranordnung kann bei entsprechender Ausgestaltung auch zur Herstellung eines
bionischen Organersatzes verwendet werden, wobei auf der äußeren Oberfläche der Faseranordnung
insbesondere Zellkulturen anzüchtbar sind. Hierfür wird auf die
WO 00/06218 verwiesen.
[0054] Ebenfalls ist die Verwendung entsprechend der
DE 199 08 863 A1 als Vorrichtung zur Gewinnung von Synthesegas und entsprechend der
DE 100 16 591 C2 als Vorrichtung zur Gewinnung von Wasserstoff möglich.
[0055] Die Faseranordnung kann nach dem Zusammenfügen derart behandelt oder bearbeitet werden,
dass die einzelnen Fasern fest miteinander verbunden sind, beispielsweise stoffschlüssig.
Dabei kann auch eine Naht am Wandumfang vorgesehen sein.
[0056] Bevorzugt weist mindestens eine der Fasern der Faseranordnung einen Außendurchmesser
oder hydraulisch gleichwertigen Außendurchmesser von unter 1 mm, insbesondere von
5 µm bis 500 µm auf, das heißt, es handelt sich vorzugsweise um sogenannte Mikrofasern
oder gar Nanofasern, wobei insbesondere die Faseranordnung eine Mikro-Hohlfaser oder
Nano-Hohlfaser bildet.
[0057] Die Fasern weisen vorzugsweise eine über die Länge etwa gleichbleibende Wandstärke
auf, wobei der Wandverlauf gegebenenfalls auch nur bereichs- oder abschnittsweise
durchaus faltenbalgartig oder sägezahnartig sein kann, so dass textile Eigenschaften
ermöglicht oder unterstützt werden.
[0058] Die Faseranordnung weist vorzugsweise ein über die gesamte Länge der Fasern verlaufendes
Hohlprofil auf.
[0059] Eine Mehrzahl von erfindungsgemäßen Faseranordnungen mit textilen Eigenschaften werden
bevorzugt zu einem Stoff, insbesondere einem Gewebe, einem Gestrick oder zu einem
Vlies, verarbeitet. Dabei können eine, mehrere oder eine Vielzahl von Faseranordnungen
einen Faden bilden. Ferner sind, insbesondere bei der Verwendung in einem Kleidungsstück,
Mischfasern oder die gemeinsame Verarbeitung mit herkömmlichen Fasern möglich.
[0060] Im Folgenden ist die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen, teilweise unter
Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung im Einzelnen näher erläutert. In der Zeichnung
zeigen:
- Fig. 1
- einen schematisch dargestellten, stark vergrößerten Schnitt durch eine Faseranordnung
gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel entlang Linie I-I von Fig. 2, wobei nur die Schnittflächen
dargestellt sind,
- Fig. 2
- einen teilweise dargestellten, stark vergrößerten Längsschnitt der Faseranordnung
von Fig. 1, und
- Fig. 3a-3i
- verschiedene stark schematisiert dargestellte Schnitte durch erfindungsgemäße Faseranordnungen.
[0061] Fig. 1 zeigt einen Schnitt durch eine Faseranordnung 1 mit zwei als offene Hohlfasern
ausgebildeten Fasern 2, 3, welche jeweils einen C-förmigen Querschnitt aufweisen,
wobei die offenen Seiten der Fasern 2 und 3 in entgegengesetzte Richtung zeigen. Hierbei
umgreift oder umklammert die äußere Faser 3 die innere Faser 2 derart, dass die innere
Faser 2 zu mehr als der Hälfte in der äußeren Faser 3, d.h. in einem durch das Hohlprofil
der äußeren Faser 3 definierten Hohlraum, aufgenommen ist und durch die Enden des
Profils der Faser 3 gehalten wird. Die Faseranordnung 1 weist in Folge der entgegengesetzten
Anordnung der beiden Fasern 2 und 3 und des Umgreifens der einen Faser 3 ein durchgehendes
Hohlprofil auf. Vorliegend besteht keine stoffschlüssige Verbindung zwischen den beiden
Fasern 2 und 3, sondern die Verbindung hält insbesondere auf Grund des Formschlusses
im Endbereich der äußeren Faser 3, der Reibung in den Kontaktbereichen und der Federkraft
der äußeren Faser 3. Dabei ist die Verbindung zwischen beiden Fasern 2 und 3 derart
sicher, dass auch bei einer gewissen Druckdifferenz zwischen einem im Innenraum strömenden
Fluid und einem die Faseranordnung 1 umströmenden Fluid kein Aus- oder Eintreten von
Fluid erfolgt.
[0062] Die Abmessungen der Fasern 2 und 3 entsprechen einander, wobei beide Fasern 2 und
3 im getrennten, unverformten Zustand eine im Wesentlichen hohlzylindrische Gestalt
mit einem Öffnungswinkel von ca. 45° und einen mittleren Außendurchmesser von ca.
0,5 mm und eine Wandstärke von ca. 0,05 mm aufweisen.
[0063] Wie aus Fig. 2 zu entnehmen ist, weisen beide Fasern 2 und 3 über ihre Länge einen
durchgehend faltenbalgartigen Verlauf auf, so dass sie textile Eigenschaften aufweisen,
d.h. beispielsweise verknotbar sind. Hierfür schwankt der Außen- (und Innen-)Durchmesser
um +/-0,1 mm, d.h. der maximale Außendurchmesser beträgt 0,6 mm und der minimale Außendurchmesser
beträgt 0,4 mm, wobei die Wandstärke im Wesentlichen unverändert bleibt. Die faltenbalgartige
Ausgestaltung beider Fasern bewirkt zudem, dass keine Verschiebung in Längsrichtung
zueinander erfolgt.
[0064] Gemäß einem zweiten, nicht in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel ist
eine längsseitig etwas offene Faser mit einem ovalen Hohlprofil mit einer entsprechend
ausgebildeten, jedoch etwas geringere Abmessungen aufweisenden offenen Faser zu einer
Faseranordnung verbunden. Hierbei weisen beide Fasern ein über die Länge im Wesentlichen
gleichbleibendes Profil auf. Der maximale Außendurchmesser der äußeren Hohlfaser beträgt
ca. 0,1 mm, der minimale Außendurchmesser der äußeren Hohlfaser beträgt ca. 0,05 mm
und die Wandstärke beträgt ca. 0,01 mm. Der maximale Außendurchmesser der inneren
Hohlfaser beträgt ca. 0,99 mm, der minimale Außendurchmesser der inneren Hohlfaser
beträgt ca. 0,04 mm und die Wandstärke beträgt ca. 0,01 mm, so dass die Abmessungen
denen der äußeren Faser abzüglich einer Wandstärke entsprechen. Hierbei sind mehrere
einander entsprechende äußere Hohlfasern und innere Hohlfasern in Längsrichtung aneinandergereiht
angeordnet, wobei die Stöße der aufeinanderfolgenden äußeren und der aufeinanderfolgenden
inneren Hohlfasern versetzt angeordnet sind, so dass im Prinzip eine endlose Faseranordnung
gebildet werden kann.
[0065] Gemäß einem dritten, ebenfalls nicht in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel
ist die innere Faser mit einem C-förmigen offenen Hohlprofil ausgebildet, wobei die
Enden etwa parallel zueinander verlaufen. Die äußere Faser ist derart ausgebildet,
dass sie die innere Faser entsprechend den zuvor beschriebenen Ausführungsbeispielen
umgreift. Hierbei ist vorliegend die innere Faser mit einem Medium gefüllt und die
äußere Faser dient als Verschluss.
[0066] Gemäß einem ersten Anwendungsbeispiel des dritten Ausführungsbeispiels werden auf
bekannte Weise die beiden Faser, vorliegend Mikrofasern, aus einem lysierbaren Material
geformt, wobei die innere Faser eine hydraulisch gleichwirkenden Innendurchmesser
von ca. 15 µm und eine Wandstärke von ca. 5 µm aufweist und die äußere Faser geringfügig
größer ausgebildet ist. Diese innere Faser wird mit einem Zytostatika gefüllt und
mit der äußeren Faser verschlossen. Anschließend wird in einem Abstand von 50 µm der
zuvor durchgehende, gefüllte Hohlraum durch einen Umformvorgang verformt, wobei die
einander gegenüberliegenden Innenwände miteinander im Kontaktbereich verbunden werden,
so dass eine Vielzahl einzelner, miteinander verbundener Speicher gebildet werden.
Dabei ist die Durchmesseränderung, das heißt die Verbreiterung, in Folge der Verformung
nicht dargestellt. Die einzelnen Speicher können auf einfache Weise vereinzelt werden,
ohne dass die Speicher beschädigt werden und der Wirkstoff aus dem Speicher austritt.
Hierfür ist der Kontaktbereich entsprechend ausgebildet, gegebenenfalls sogar mit
einer Perforation o.ä. versehen.
[0067] Bei einem zweiten Anwendungsbeispiel des dritten Ausführungsbeispiels wird eine peptisierbare
Folie derart zugeschnitten und gerollt, so dass sie eine Faser mit einem C-förmigen
Profil bildet und durch eine entsprechende Faser abgedeckt. In der inneren Faser ist
ein medizinischer Wirkstoff oder ein Nahrungsergänzungsmittel enthalten. Die Unterteilung
in einzelne Speicher erfolgt gemäß dem zuvor beschriebenen Anwendungsbeispiel.
[0068] Vorliegend ist in allen zuvor beschriebenen Ausführungsbeispielen die äußerste Faser
derart um die nächst innere Faser angeordnet, dass die beiden Fasern ein in Faserlängsrichtung
durchgehendes nach außen abgeschlossenes Hohlprofil bilden.
[0069] Die Figuren 3a bis 3i zeigen beispielhaft verschiedene Querschnitte von erfindungsgemäßen
Faseranordnungen, wobei jeweils die innerste Faser auch eine Faser mit einem Vollprofil
oder eine Faser mit offenem oder geschlossenem Hohlprofil sein kann. Dabei kann die
innere Faser beispielsweise auch mit einem anderen Material und/oder einer anderen
Faser gefüllt sein.
1. Faseranordnung bestehend aus mindestens zwei Fasern (2, 3), dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine erste Faser (3) mit einem seitlich offenen Hohlprofil eine zweite,
getrennt von der ersten ausgebildete Faser (2) zumindest teilweise umgreift und unter
Kontakt mit derselben in ihrem Hohlraum aufnimmt.
2. Faseranordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Faser (2) ebenfalls als eine Faser mit einem offenen Hohlprofil ausgebildet
ist.
3. Faseranordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Faseranordnung (1) ein geschlossenes Hohlprofil aufweist
4. Faseranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass die Faser (2; 3) einen Außendurchmesser oder hydraulisch gleichwertigen Außendurchmesser
von unter 1 mm, insbesondere von 5 µm bis 500 µm aufweist.
5. Faseranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass die Fasern (2, 3) eine über die Länge etwa gleichbleibende Wandstärke aufweisen.
6. Faseranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass beide Fasern eine faltenbalgartige oder sägezahnartige Gestalt haben, wobei die Durchmesseränderungen
bei im Wesentlichen gleichbleibender Wandstärke derart sind, dass die Fasern textile
Eigenschaften aufweisen.
7. Faseranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Fasern (2, 3) zumindest bereichsweise aus Glas, Keramik, Porzellan,
dotiertem Kohlenstoff, Diamant, Saphir, Leukosaphir, Opal, Smaragd, Spinell, Zirkonoxid,
Polyester, Polymer, fluoriertem Polymer, PTFE, PEEK, Makrolon oder Plexiglas besteht
oder das Material der Faser (2, 3) in lysierbarer oder in peptisierbarer Form vorliegt.
8. Faseranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Fasern (2, 3) zumindest bereichsweise elektrisch leitend ist.
9. Faseranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Fasern (2, 3) zumindest bereichsweise elektrisch isolierend ausgebildet
ist.
10. Faseranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass ein elektrischer Kontakt zwischen den beiden Fasern (2, 3) vorgesehen ist.
11. Faseranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils mehrere erste und zweite Fasern (2, 3) vorgesehen sind, wobei die ersten
Fasern (3) und die zweiten Fasern (2) in Längsrichtung derart versetzt angeordnet
sind, dass aus kurzen ersten und zweiten Fasern (2, 3) eine lange Faseranordnung (1)
mit durchgehendem Profil resultiert.
1. A fiber assembly consisting of at least two fibers (2, 3) characterized by having at least one first fiber (3) with a laterally open hollow profile that at
least partially surrounds a second fiber (2) that is separate from the first fiber
and that harbors the same in its hollow space, while in contact with it.
2. The fiber assembly of Claim 1 characterized by having the second fiber (2) likewise embodied as a fiber with a hollow profile.
3. The fiber assembly of Claim 1 or 2 characterized by having a closed hollow profile for the fiber assembly (1) as a whole.
4. The fiber assembly of one of the preceding Claims characterized by having fibers (2, 3) with an outer diameter or hydraulically equivalent outer diameter
of less than one mm, specifically in the range of 5 µm to 500 µm.
5. The fiber assembly of one of the preceding Claims characterized by having an essentially constant wall thickness over the length of fibers (2, 3).
6. The fiber assembly of one of the preceding Claims characterized by having both fibers with a fold or saw tooth design, where the change in diameter
for essentially constant wall thickness is such that the fibers have textile properties.
7. The fiber assembly of one of the preceding Claims characterized by having at least some segment of at least one fiber (2,3) consist of glass, ceramics,
china, doped carbon, diamond, sapphire, leukosaphire, opal, emerald, spinell, zirkon
oxide, polyester, polymer, fluoridated polymer, PTFE, PEEK, Makrolon or acrylic glass
or where fiber (2,3) consists of lytic or peptogenic material.
8. The fiber assembly of one of the preceding Claims characterized by having at least one of fibers (2, 3) be electrically conductive in at least some
segment.
9. The fiber assembly of one of the preceding Claims characterized by having at least one of fibers (2, 3) be electrically non-conductive in at least some
segment.
10. The fiber assembly of one of the preceding Claims characterized by having an electrical contact between fibers (2, 3) included in the design.
11. The fiber assembly of one of the preceding Claims characterized by having in each case several first and second fibers (2, 3), where the first fibers
(3) and the second fibers (2) are offset in a longitudinal direction in such a manner
that short first and second fibers (2, 3) result in a long fiber assembly (1) with
continuous profile.
1. Système de fibres constitué d'au moins deux fibres (2, 3), caractérisé en ce qu'au moins une première fibre (3) entoure au moins partiellement une seconde fibre (2)
réalisée de manière séparée de la première avec un profil creux ouvert latéralement
et la reçoit dans son espace creux en contact avec celle-ci.
2. Système de fibres selon la revendication 1, caractérisé en ce que la seconde fibre (2) est également réalisée comme fibre avec un profil creux ouvert.
3. Système de fibres selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le système de fibres (1) présente un profil creux fermé.
4. Système de fibres selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la fibre (2 ; 3) présente un diamètre externe ou un diamètre externe équivalent hydrauliquement
inférieur à 1 mm, notamment de 5 µm à 500 µm.
5. Système de fibres selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les fibres (2, 3) présentent une épaisseur de paroi approximativement uniforme sur
la longueur.
6. Système de fibres selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les deux fibres ont une configuration en soufflet ou dents de scie, les changements
de diamètre avec une épaisseur de paroi sensiblement uniforme étant tels que lés fibres
présentent des propriétés textiles.
7. Système de fibres selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au moins une des fibres (2, 3) se compose au moins par région de verre, céramique,
porcelaine, carbone dopé, diamant, saphir, leuco-saphir, opale, smaragdin, spinelle,
oxyde de zirconium, polyester, polymère, polymère fluoré, PTFE, PEEK, macrolon ou
plexiglas ou le matériau de la fibre (2, 3) est présent sous forme pouvant être lysée
ou peptisée.
8. Système de fibres selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au moins une des fibres (2, 3) est électriquement conductrice au moins par région.
9. Système de fibres selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au moins une des fibres (2, 3) est réalisée de manière électriquement isolante au
moins par région.
10. Système de fibres selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un contact électrique est prévu entre les deux fibres (2, 3).
11. Système de fibres selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que plusieurs premières et secondes fibres (2, 3) sont à chaque fois prévues, les premières
fibres (3) et les secondes fibres (2) étant disposées de manière décalée dans la direction
longitudinale de sorte qu'un système de fibres long (1) à profil traversant résulte
de premières et secondes fibres courtes (2, 3).