Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einer Gehhilfe mit zumindest einer Stützvorrichtung nach
dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Es sind Gehhilfen mit einer als Krücke ausgebildeten Stützvorrichtung bekannt, die
bei einem Gehen eines Patienten mit einer geschädigten unteren Extremität eine Entlastung
dieser unteren Extremität von einem Teil des Körpergewichts erlauben.
[0003] Die konservative Bruchbehandlung (sekundäre Knochenheilung) verläuft über verschiedene
"Kallusstufen", bei denen der Kallus (instabile Knochenzellen) sekundär zu Knochen
umgebildet wird. Den Verlauf der Knochenheilung kann der Arzt im Röntgenbild meist
gut verfolgen. Davon abhängig gibt er dem Patienten die weitere Gewichtsbelastung
des Beins vor. Diese Belastung darf nicht überschritten werden, da dies zu einer massiven
negativen Beeinflussung des Heilungserfolgs führen würde.
[0004] Sowohl nach Frakturen (Brüchen) an Knochen des Gehapparats (Oberschenkel, Unterschenkel,
Fuß) als auch nach Operationen am Hüftgelenk, am Kniegelenk oder an Fußgelenken bedeutet
dies für den Patienten: Gehen mit Hilfe von Unterarm- oder Achselstützen mit Teilbelastung
(Druckbelastung) der geschädigten Partien, d.h. mit leichtem Auftreten auf dem geschädigten
Bein. Im Verlauf des Heilungsprozesses werden die Belastungen sukzessiv bis zur Vollbelastung
(mit dem gesamten Körpergewicht des Patienten) gesteigert.
[0005] Nach herrschender Meinung der Mediziner wird die Kallusbildung durch dosierte Belastungsreize
der Bruchstellen gefördert. Bei Knochenbrüchen schützt kontrollierte Teilbelastung
somit nicht nur vor Überlastung, sondern sie fördert den Heilungsprozess.
[0006] Aus der
EP 0 821 929 B1 ist ein Trainingsgerät bekannt, mit dem das Knochenwachstum gezielt gefördert werden
kann. Hierzu wird ein Schallsensor in der Nähe des beschädigten Knochens angeordnet
und die Geräuschbildung der Knochenreibung bei Bewegung der Knochen erfasst. Hierdurch
kann eine Überbelastung vermieden werden.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Hilfsmittel anzugeben, mit dem ein
Patient mit Frakturen oder nach einer Gelenkoperation, insbesondere an einer unteren
Extremität, eine Überbelastung des geschädigten Körperteils auf einfache Weise vermeiden
kann.
[0008] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
Weitere Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Beschreibung der Erfindung
[0009] Die Erfindung geht aus von einer Gehhilfe mit zumindest einer Stützvorrichtung, insbesondere
einer Krücke.
[0010] Es wird vorgeschlagen, dass die Gehhilfe eine als Anschlag ausgeführte Signalisiervorrichtung
aufweist, die dazu vorgesehen ist, ein Ende eines Federwegs zu signalisieren, wobei
der Federweg von einer auf die Stützvorrichtung wirkenden Kraft abhängt. Oder allgemeiner
formuliert: Es wird vorgeschlagen, dass die Gehhilfe eine Signalisiervorrichtung aufweist,
die dazu vorgesehen ist, einen Wert zumindest einer Kraftkenngröße zu signalisieren,
wobei die Kraftkenngröße zumindest von einer auf die Stützvorrichtung wirkenden Kraft
abhängt. Durch das Signalisieren des als Endes des Federwegs ausgeführten Werts kann
ein Bediener der Gehhilfe, der sich, z.B. bei einem Gehen, auf die Stützvorrichtung
stützt und dadurch eine Kraft auf die Stützvorrichtung ausübt, über diese Kraft vorteilhaft
informiert werden. Es kann dadurch beispielsweise eine Kontrolle der auf die Stützvorrichtung
ausgeübten Kraft erreicht werden, wobei eine Entlastung, z.B. einer geschädigten unteren
Extremität des Bedieners, einfach kontrolliert werden kann.
[0011] Unter einer "Kraftkenngröße" soll in diesem Zusammenhang insbesondere eine Kenngröße
verstanden werden, die dazu dient, eine Kraft zu bestimmen. Diese Kenngröße kann eine
mechanische Kenngröße, z.B. eine Länge, wie insbesondere ein Federweg, eine elektrische
Kenngröße, z.B. eine Spannung, ein Widerstand usw., und/oder eine, dem Fachmann als
sinnvoll erscheinende Kenngröße sein. Der Wert kann ein Grenzwert sein, wobei das
Signalisieren, z.B. bei einem Erreichen und/oder einem Überschreiten dieses Grenzwerts,
stattfinden kann. Alternativ und/oder zusätzlich kann der Wert ein aktueller Wert
der Kraftkenngröße sein, wodurch der Bediener präzise über eine Variation der ausgeübten
Kraft informiert werden kann.
[0012] Es wird außerdem vorgeschlagen, dass die Stützvorrichtung ein erstes Bauteil, ein
zweites Bauteil und eine Feder umfasst, die bei einer relativen Bewegung der Bauteile
um den Federweg gespannt wird, der von einer von dem ersten Bauteil auf das zweite
Bauteil wirkenden Kraft abhängig ist, und der Anschlag zur Begrenzung der relativen
Bewegung der beiden Bauteile zueinander vorgesehen ist. Dadurch kann eine besonders
einfache Ausgestaltung der Stützvorrichtung erreicht werden, wobei bestehende und/oder
kostengünstige Bauelemente eingesetzt werden können, und es kann ein einfaches Bedienen
der Gehhilfe erreicht werden.
[0013] Durch den Einsatz einer Feder und die Bildung der Kenngröße als ein Federweg kann
z.B. bei Erreichen eines Schwellwerts das Signalisieren auf mechanische Weise erfolgen,
ohne dass die Kraftkenngröße erfasst oder zusätzlich ermittelt werden muss. Durch
ein mechanisches Signalisieren können Kosten, die durch einen Einsatz von elektronischen
Teilen bedingt sind, z.B. ein Erwerben von Batterien, gespart werden. Als Feder können
z.B. eine Torsionsfeder, eine Biegefeder, eine Luftfeder und/oder weitere, dem Fachmann
als sinnvoll erscheinende Federtypen eingesetzt werden. Unter einem "Federweg" soll
in diesem Zusammenhang insbesondere eine Strecke verstanden werden, um welche die
Feder aus einer Ruhelage, in der sie nicht zwingenderweise entspannt sein muss, ausgelenkt
wird.
[0014] Allgemeiner wird in einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung vorgeschlagen, dass
die Gehhilfe eine Begrenzungsvorrichtung aufweist, die dazu vorgesehen ist, den signalisierten
Wert der Kraftkenngröße als einen Grenzwert vorzugeben. Dadurch kann ein Bediener
vorteilhaft darüber informiert werden, ob er bei einem Stützen auf die Stützvorrichtung
eine z.B. von einem Arzt empfohlene Entlastung einer unteren Extremität erreicht hat,
wobei eine gesteigerte Zuversichtlichkeit und eine damit verbundene Trittsicherheit
des Bedieners erreicht werden können.
[0015] Vorzugsweise ist die Begrenzungsvorrichtung von zumindest einem Anschlag gebildet,
der dazu dient, eine relative Bewegung zweier Bauteile zueinander zu begrenzen. Dadurch
kann ein mechanisches Begrenzen einer relativen Bewegung der Bauteile erreicht werden,
wobei eine robuste und/oder einfache Ausgestaltung der Begrenzungsvorrichtung erzielt
werden kann. Außerdem kann durch ein Anschlagen eine vorteilhafte taktile Signalisierung
des Grenzwerts erreicht werden, da das Anschlagen eines Bauteils auf den Anschlag
von einem Bediener, z.B. in seinem Unterarm, gespürt werden kann. Bis zum Erreichen
des Anschlags bzw. des Endes des Federwegs kann dem Patienten durch die Beweglichkeit
der Krücke ein instabiles Gefühl vermittelt werden, das den Patienten zum stärkeren
Aufdrücken auf die Gehhilfe bis zum Erreichen eines stabilen Gefühls durch das Erreichen
des Anschlags veranlasst, wodurch das geschädigte Körperteil entlastet wird.
[0016] Vorteilhafterweise umfasst die Signalisierungsvorrichtung eine Feder mit dem durch
den Anschlag begrenzten Federweg, wobei bei Erreichen des Anschlags durch die auf
die Stützvorrichtung wirkende Kraft eine stabile Verbindung zwischen einem Handgriff
für einen Bediener der Stützvorrichtung und einem zum Aufsetzen auf einen Boden vorgesehenes
Ende der Stützvorrichtung hergestellt wird. Der Anschlag ist dazu bestimmt, eine feste
Verbindung zwischen dem Arm des Bedieners und dem Boden herzustellen.
[0017] Es wird außerdem vorgeschlagen, dass die Gehhilfe eine Einstellvorrichtung zur Einstellung
des Endes des Federwegs der Feder aufweist. Dadurch kann eine hohe Flexibilität in
der Anwendung der Gehhilfe erreicht werden, wobei ein Wert eingestellt werden kann,
mittels dessen eine bestimmte, insbesondere vom Arzt vorgegebene Entlastung einer
unteren Extremität eines Bedieners signalisiert werden kann. Es kann ferner vorteilhaft
eine stufenweise Variation einer Entlastung der geschädigten unteren Extremität im
Verlauf eines Heilungsprozesses dieser unteren Extremität erreicht werden.
[0018] Vorteilhaft ist die Einstellvorrichtung dazu vorgesehen, einen maximalen Federweg
der Feder einzustellen. Es kann dadurch eine besonders einfache Ausgestaltung und/oder
Bedienung der Einstellvorrichtung erreicht werden, da die Einstellung des signalisierten
Wegs auf mechanische Weise erfolgen kann.
[0019] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform entsteht bei einem Erreichen des Werts eine
stabile Verbindung zwischen einem Bediener, der sich auf die Stützvorrichtung stützt,
und dem Boden. Es kann dadurch der Wert durch ein Stabilitätsgefühl des Bedieners
signalisiert werden. Unter einer "stabilen Verbindung" soll insbesondere eine Verbindung
verstanden werden, die mittels einer festen Stützvorrichtung, insbesondere einer Stützvorrichtung,
deren Länge fest ist, erreicht wird. Bei dem Erreichen des Werts, der einer bestimmten
Belastung der Stützvorrichtung mit einem Teil des Körpergewichts des Bedieners entspricht,
kann der Bediener, der eine stabile Verbindung mit dem Boden spüren kann, zuversichtlich
den Rest seines Körpergewichts auf eine geschädigte untere Extremität verlagern. Dabei
kann eine gesteigerte Trittsicherheit erreicht werden.
[0020] Die Signalisiervorrichtung ist vorteilhaft dadurch weitergebildet, dass sie dazu
vorgesehen ist, ein Erreichen des Werts durch eine taktile Signalisierung zu signalisieren.
Durch ein taktiles Signal, z.B. ein Vibrieren, einen leichten Schlag oder ein Anschlagen
oder leichtes Rasten, das der Bediener, z.B. in seiner Hand und/oder in seinem Unterarm,
spüren kann, kann er besonders effektiv über das Erreichen des Werts informiert werden.
Dies eignet sich besonders vorteilhaft für den Einsatz bei seh- und/oder hörgeschädigten
Bedienern. Alternativ und/oder zusätzlich kann die Signalisiervorrichtung dazu vorgesehen
sein, ein Erreichen des Werts akustisch zu signalisieren.
[0021] Eine weitere Ausgestaltung sieht vor, dass die Gehhilfe eine Einstelleinheit umfasst,
die dazu vorgesehen ist, eine Vorspannung der Feder einzustellen. Dadurch kann ein
gesteigerter Bedienungskomfort, insbesondere bei Bedienern mit hohem Körpergewicht,
erreicht werden, indem bei hohen Belastungen der Stützvorrichtung kurze Federwege
erzielt werden können.
[0022] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung umfasst die Gehhilfe eine Einstelleinheit
zur Einstellung einer dem Ende des Federwegs zugeordneten, auf die Stützvorrichtung
wirkenden Kraft bei gleich bleibendem maximalen Federweg bzw. Ende des Federwegs.
Die Gehhilfe kann auf einfache Weise an ein Gewicht oder eine gewünschte Belastung
angepasst werden, ohne dass der Wert der Kraftkenngröße, z.B. der Federwegwert, geändert
wird. Auch bei großen gewünschten Entlastungen des Patienten bzw. Belastungen der
Gehhilfe kann somit ein gewohnter Federwegwert erhalten bleiben.
[0023] Durch ein Dämpfungsmittel zur Dämpfung eines Anschlagens auf den Anschlag kann ein
hartes und unangenehmes Signalisieren vermieden werden.
[0024] Weist die Gehhilfe ein Mittel zur starren Überbrückung des Federwegs auf, so kann
die Gehhilfe auf einfache Weise ohne Signalisierung, also z.B. ohne Federweg, verwendet
werden. Hierbei werden die beiden Bauteile zweckmäßigerweise starr aneinander gekoppelt.
[0025] Ein weiterer Einsatzbereich der Gehhilfe kann erreicht werden, wenn die Feder zumindest
zwei Federelemente mit unterschiedlicher Federkonstante aufweist. Ein Federelement
kann mit einer kleinen Federkonstante ausgeführt werden für kleine Entlastungen und
die andere für große Entlastungen ausgelegt sein, wodurch eine hohe Dynamik der Signalisiervorrichtung
erreichbar ist.
[0026] Ferner wird vorgeschlagen, dass die Gehhilfe eine Einstelleinheit umfasst, die dazu
vorgesehen ist, eine Federhärte der Feder einzustellen. Dadurch kann eine Härte der
Feder eingestellt werden, die z.B. an ein Körpergewicht eines Bedieners angepasst
ist. Insbesondere bei dem Einsatz einer Luftfeder kann dieses Einstellen durch ein
Einstellen eines Luftdrucks einfach realisierbar sein.
[0027] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist die Gehhilfe eine Dämpfungseinheit
auf, die dazu vorgesehen ist, eine Entspannung der Feder zu verzögern. Dadurch kann
ein hoher Bedienungskomfort der Gehhilfe erzielt werden, indem eine in der Feder aufgenommene
Energie mit Verzögerung abgegeben werden kann. Dies kann z.B. durch eine gezielte
Reibung bei der Entspannung der Feder bzw. eine Umwandlung dieser Energie in Form
von Wärme realisiert werden.
[0028] Des Weiteren ist es auch denkbar, dass die Gehhilfe ohne zusätzliche Ausgestaltung
als ein Trainingsgerät benutzt werden kann, beispielsweise als Expander oder dergleichen.
Hiermit kann durch beispielsweise einen Anschlag eine Obergrenze für eine zulässige
Belastung eines Arms oder Armgelenks signalisiert werden. Ebenfalls vorteilhaft ist
die Verwendung der Stützeinrichtung in Gehhilfen, wie z.B. Stöcken für "Nordic Walking",
um durch ein Aufstützen eines oder beider Arme eine gezielte Entlastung der Beine
zu erreichen.
Zeichnung
[0029] Weitere Vorteile ergeben sich aus der folgenden Zeichnungsbeschreibung. In der Zeichnung
sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Die Zeichnung, die Beschreibung
und die Ansprüche enthalten zahlreiche Merkmale in Kombination. Der Fachmann wird
die Merkmale zweckmäßigerweise auch einzeln betrachten und zu sinnvollen weiteren
Kombinationen zusammenfassen.
[0030] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Patienten, der sich auf zwei Krücken stützt und gerade ein beschädigtes Bein
belastet,
- Fig. 2
- eine der Krücken aus Figur 1 mit einer Torsi-onsfeder und einem Anschlag,
- Fig. 3
- eine Detailansicht der Krücke aus Figur 2,
- Fig. 4
- eine Krücke mit einer einstellbaren Federvor-spannung,
- Fig. 5
- eine Krücke mit einer Luftfeder,
- Fig. 6
- einen Ausschnitt einer Krücke mit einer verdeckten Einstellung,
- Fig. 7
- einen Ausschnitt einer anderen Krücke mit einer kontinuierlichen Einstellung von unten,
- Fig. 8
- einen Ausschnitt einer weiteren Krücke mit einer einstellbaren Vorspannung und
- Fig. 9
- eine Krücke mit optischen und taktilen Signalisiervorrichtungen.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0031] Die Erfindung beruht auf einer Kombination von menschlicher Sensorik und einer mechanischen
Vorrichtung und kann daher unter anderem als "Mensch-Maschine-System" angesehen werden.
Dieses besteht aus einem Bediener 36 mit einem nur teilbelastungsfähigen Bein 44 und
sensorischer Wahrnehmung in den Händen/Armen und dessen Gehhilfe, die zwei, als Krücke
ausgebildete Stützvorrichtungen 10a umfasst. Das in den Figuren 1 und 2 betrachtete
Beispiel geht von folgenden Annahmen aus: das Körpergewicht des Patienten oder Bedieners
36 beträgt 70 kg und zu einem optimalen Heilungsverfahren seines geschädigten Beins
44 wurde von einem Arzt eine maximale Belastung des Beins 44 von 10 kg vorgegeben.
Um eine möglichst genaue Belastung des geschädigten Beins 44 von 10 kg zu erreichen,
müssen die beiden Stützvorrichtungen 10a mit insgesamt 60 kg belastet werden. Bei
gleichmäßiger Verteilung wird also jede Stützvorrichtung 10a mit 30 kg belastet.
[0032] Figur 2 zeigt die als Krücke ausgebildete Stützvorrichtung 10a aus Figur 1. Sie weist
ein erstes Bauteil 28a auf, das ein Stück 46 mit einem Handgriff 48, ein Zwischenstück
50 mit Löchern 52 zur Höhenverstellung der Krücke und ein mit dem Zwischenstück 50
verschweißtes Rohr 54 umfasst. Ferner weist die Stützvorrichtung 10a ein zweites Bauteil
30a auf, das Löcher 56 umfasst. In einem der Löcher 56 ist eine als Anschlag ausgebildete
Begrenzungsvorrichtung 32a angeordnet. Das zweite Bauteil 30a ist relativ zu dem ersten
Bauteil 28a beweglich, wobei die relative Bewegung im Rohr 54 des ersten Bauteils
28a geführt ist. In diesem Rohr 54 ist eine als Schraubenfeder ausgebildete Feder
26 angeordnet, die an dem Zwischenstück 50 und an dem zweiten Bauteil 30a anliegt.
Die Feder 26 ist im Rohr 54 leicht vorgespannt.
[0033] Bei einem Stützen des Bedieners 36 auf die Stützvorrichtung 10a setzt eine auf den
Handgriff 48 wirkende Kraft das erste Bauteil 28a in Bewegung. Dabei gleitet das Rohr
54 um das zweite Bauteil 30a, und die Feder 26 wird um einen Federweg x gespannt,
bis das Rohr 54 an die als Bügel ausgebildete und als Anschlag verwendete Begrenzungsvorrichtung
32a anschlägt. Der Anschlag bildet so ein voreingestelltes Ende des Federwegs x und
bei diesem Anschlagen ist die Feder 26 um einen maximalen Federweg X gespannt. Dieser
maximale Federweg X entspricht der gewünschten Belastung der Stützvorrichtung 10a,
nämlich 30 kg. Der maximale Federweg X ist mittels einer Einstellvorrichtung 34a einstellbar,
die von den Löchern 56 des zweiten Bauteils 30a gebildet ist. Durch ein Verstellen
der Begrenzungsvorrichtung 32a in ein unteres oder oberes Loch 56 kann ein längerer
bzw. kürzerer maximaler Federweg X eingestellt werden, um eine größere bzw. geringere
Belastung der Stützvorrichtung 10a zu erreichen.
[0034] Bei einer Belastung der Stützvorrichtung 10a von nur wenigen kg empfindet der Bediener
36 in den Armen ein unsicheres, "schwammiges" Gefühl, das erst verschwindet, wenn
bei einer Belastung von 30 kg die Begrenzungsvorrichtung 32a von dem Rohr 54 angeschlagen
wird und die Hände in der Gehhilfe eine stabile Stütze finden. Wenn dieser stabile
Punkt erreicht ist, kann der Bediener 36 unbesorgt den Rest seines Gewichts (in diesem
Beispiel also 10 kg) auf das geschädigte Bein 44 verlagern. Der Bediener 36 spürt
das Anschlagen des Rohrs 54 auf das zweite Bauteil 30a in seiner Hand bzw. in seinem
Unterarm, und dieses Anschlagen kann daher als ein taktiles Signalisieren bei einem
Erreichen des gewünschten maximalen Federwegs X betrachtet werden. Die als Anschlag
ausgebildete Begrenzungsvorrichtung 32a und das erste Bauteil 28a bilden in diesem
Zusammenhang eine Signalisiervorrichtung 20.
[0035] Figur 3 zeigt das zweite Bauteil 30a der Stützvorrichtung 10a, das bezüglich seiner
Darstellung in Figur 2 um 90° gedreht ist. Um ein Herausfallen des zweiten Bauteils
30a aus dem Rohr 54 zu verhindern, ist eine als Arretierstift ausgebildete und in
Figur 2 gezeigte Haltevorrichtung 33 vorgesehen. Diese bewegt sich zusammen mit dem
Rohr 54 und ist in einem Langloch 58 des zweiten Bauteils 30a beweglich. Bei jedem
Loch 56 der Einstellvorrichtung 34a ist eine Größe in kg angezeigt, die bezüglich
des maximalen Federwegs X der Belastung der Stützvorrichtung 10a entspricht. Wenn
bei Fortschritt der Heilung eine um 10 kg höhere Belastung vom Arzt vorgegeben wird,
wird die Begrenzung an beiden Stützvorrichtungen 10a um je 5 kg verringert. Die sich
hieraus ergebende Verlängerung der Krücke kann durch eine Verstellung mit Hilfe der
Löcher 52 zur Höhenverstellung der Krücke ausgeglichen werden.
[0036] Die Figuren 4 - 9 zeigen weitere Stützvorrichtungen 10b - g, wobei gleiche oder gleich
wirkende Bauteile grundsätzlich mit den gleichen Bezugszeichen versehen sind. Ferner
kann bezüglich gleich bleibender Merkmale und Funktionen auf die Beschreibung zum
Ausführungsbeispiel in den Fig. 1 - 3 verwiesen werden. Die nachfolgenden Beschreibungen
beschränken sich im Wesentlichen auf die Unterschiede zum Ausführungsbeispiel in den
Fig. 1 - 3.
[0037] Figur 4 zeigt einen Teil einer weiteren, als Krücke ausgebildeten Stützvorrichtung
10b, die eine als Schraubenfeder ausgebildete Feder 26 und eine als Einstellring ausgebildete
Einstelleinheit 38b umfasst. Mittels dieser Einstelleinheit 38b kann die Vorspannung
der Feder 26 eingestellt werden, und zwar durch ein Drehen eines Einstellrings. Durch
die Einstellung der Vorspannung können mit einem bestimmten maximalen Federweg X mehrere
Belastungen der Stützvorrichtung 10b realisiert werden, wobei zweckmäßigerweise auf
eine geringe Vorspannung zu achten ist, um eine Fehlinterpretation der "festen Stütze"
durch den Patienten zu vermeiden. Ferner weist die Stützvorrichtung 10b ein erstes
Bauteil 28b und ein zweites Bauteil 30b auf, das mehrere Löcher 56 umfasst, an denen
eine Belastung in kg für verschiedene Einstellungsstufen der Vorspannung der Feder
26 angezeigt ist. Dabei kann eine Einstellungsstufe einer Mehrzahl von Drehungen des
Einstellrings entsprechen. Außerdem weist die Stützvorrichtung 10b eine als Ventileinheit
ausgebildete Dämpfungseinheit 42 auf, mittels der eine Entspannung der Feder 26 verzögert
werden kann.
[0038] Figur 5 zeigt einen Teil einer weiteren, als Krücke ausgebildeten Stützvorrichtung
10c mit einem ersten Bauteil 28c, einem zweiten Bauteil 30c und einer als Luftfeder
ausgebildeten Feder 26. Um die Härte der Feder 26 einzustellen, ist eine Einstelleinheit
38c vorgesehen, die eine Einstellung des Luftdrucks innerhalb der Feder 26 erlaubt.
Dies erfolgt durch ein Entfernen einer Klappe 60 und ein Anschließen einer Luftpumpe
an einen Luftkanal 62.
[0039] Figur 6 zeigt eine weitere Stützvorrichtung 10d mit einem ersten Bauteil 28d und
einem zweiten Bauteil 30d. Das erste Bauteil 28d umfasst ein Zwischenstück 50 mit
Löchern 52 zur üblichen Höhenverstellung und eine Einstellvorrichtung 34d, mit der
ein maximaler Federweg X einer Feder 26 in Stufen einstellbar ist. Ein Bolzen 39,
der mit einer Federlasche 40 an einem Rohr 41 des ersten Bauteils 28d gehalten ist,
ist hierbei gleichzeitig Teil der Einstellvorrichtung 34d und einer Begrenzungsvorrichtung
32d, die außerdem einen Anschlag 43 mit einem als Gummipuffer ausgeführten Dämpfungsmittel
45 umfasst. Der Anschlag 43 ist durch einen weiteren Bolzen 37 mit einem Rohr 35 des
zweiten Bauteils 30d fest verbunden, wobei der Bolzen 37 in einer Bohrung im Anschlag
43 gehalten und durch ein Langloch im Rohr 41 durch das Rohr 41 geführt ist.
[0040] Bei einer Belastung der Stützvorrichtung 10d wird das erste Bauteil 28d gegen die
Feder 26 nach unten zum zweiten Bauteil 30d bewegt, bis der Bolzen 39 an den Anschlag
43 bzw. dessen Dämpfungsmittel 45 anschlägt und dem Bediener die gewünschte Kraft
auf die Stützvorrichtung 10d bzw. den gewünschten Wert des Federwegs x genügend weich,
aber dennoch deutlich signalisiert. Zur starren Überbrückung des Federwegs x kann
der Bolzen 39 in das unterste Loch der Begrenzungsvorrichtung 32d eingesteckt werden,
wodurch er direkt auf dem Dämpfungsmittel 45 aufliegt und die Feder 26 nicht mehr
zusammengedrückt werden kann. Hierbei sind die beiden Bauteile 20d, 30d starr miteinander
verbunden, wodurch eine normal wirkende Krücke hergestellt werden kann.
[0041] Eine weitere Stützvorrichtung 10e mit einem ersten Bauteil 28e und einem zweiten
Bauteil 30e ist in Figur 7 gezeigt. Hier weist eine Einstellvorrichtung 34e eine Gewindestange
auf, die gleichzeitig Bestandteil einer Begrenzungsvorrichtung 32e mit einem Dämpfungsmittel
45 ist. Ein Federweg x wird durch das Anschlagen des Dämpfungsmittels 45 an die Gewindestange
begrenzt, die in einem Teil 47 mit einem Innengewinde gehalten und darin stufenlos
verstellbar ist. Wie bei der Stützvorrichtung 10d sorgt ein Bolzen 37 in einem Langloch
eines Rohrs 41 dafür, dass das zweite Bauteil 30e nicht aus dem ersten Bauteil 28e
heraus fällt.
[0042] Figur 8 zeigt eine weitere Stützvorrichtung 10f mit einem ersten Bauteil 28f und
einem zweiten Bauteil 30f. Hier begrenzt eine Begrenzungsvorrichtung 32f den Federweg
x so, dass ein maximaler Federweg X bzw. gewünschter Wert des Federwegs x uneinstellbar
ist. Durch eine Einstelleinheit 38f mit einer in einem Teil 47 geführten Gewindestange
kann jedoch die Vorspannung einer Feder 26 stufenlos eingestellt werden. Hierdurch
ist bei stets gleichem maximalen Federweg X eine gewünschte, dem maximalen Federweg
X zugeordnete Kraft des ersten Bauteils 28f auf das zweite Bauteil 30f einstellbar,
so dass eine gewünschte Belastung eines Beins 44 des Bedieners 36 wie oben beschrieben
einstellbar ist.
[0043] Zur Erreichung einer hohen Dynamik kann die Feder 26 anstelle des einzigen in Figur
8 gezeigten Federelements zwei Federelemente mit jeweils unterschiedlicher Federkonstanten
aufweisen, und zwar eine dünne Schraubenfeder und eine dickere Schraubenfeder. Bei
Einstellung einer harten Vorspannung, also einer großen Entlastung des Beins 44 des
Bedieners 36, kann die dünnere Schraubenfeder ganz zusammengedrückt werden, so dass
nur noch die dickere Schraubenfeder zum Einsatz kommt und mit ihrer harten Spannung
den Kraftwert, der dem maximalen Federweg zugeordnet ist, bestimmt.
[0044] Es ist auch möglich, anstelle der beiden Federelemente eine oder mehrere Federelemente
mit nichtlinearer Kennlinie zu verwenden. Des Weiteren kann die Feder 26 ganz allgemein
mehrere in Reihe oder parallel angeordnete Federelemente aufweisen. Hierbei können
Druck- oder Zugfedern verwendet werden. All dies gilt selbstverständlich ganz allgemein
für die Erfindung und für alle angesprochenen Ausführungsbeispiele.
[0045] Figur 9 zeigt eine weitere, als Krücke ausgebildete Stützvorrichtung 10g mit zwei
Signalisiervorrichtungen 22 und 24, wobei die Signalisiervorrichtung 22 von einem
LED-Anzeiger und die Signalisiervorrichtung 24 von einer taktilen Signalisiereinheit
gebildet ist. Eine Drucksensoreinheit 64 umfasst ein in der Figur nicht dargestelltes
piezoelektrisches Element, mittels dessen eine Spannung erfasst werden kann, die eine
Kraftkenngröße für eine auf die Stützvorrichtung 10g wirkende Kraft bildet. Diese
Kraft wird in einer für einen Bediener 36 leicht verständlichen Ausgabeform, und zwar
in Form einer numerischen Größe in kg, mittels der Signalisiervorrichtung 22 angezeigt.
Wenn die Spannung einen Grenzwert erreicht, der einer gewünschten Belastung der Stützvorrichtung
10g entspricht, kann der Bediener 36 zusätzlich einen leichten Schlag von der Signalisiervorrichtung
24 in seiner Hand spüren, mit der er einen Handgriff 66 hält.
Bezugszeichen
[0046]
- 10a-g
- Stützvorrichtung
- 20,
- Signalisier-
- 22,
- vorrichtung
- 24
- 26
- Feder
- 28a-f
- erstes Bauteil
- 30a-f
- zweites Bauteil
- 32a,
- Begrenzungs-
- d,e
- vorrichtung
- 33
- Haltevorrichtung
- 34a,
- Einstellvorrichtung
- d, e
- 35
- Rohr
- 36
- Bediener
- 37
- Bolzen
- 38b,
- Einstelleinheit
- c,f
- 39
- Bolzen
- 40
- Federlasche
- 41
- Rohr
- 42
- Dämpfungseinheit
- 43
- Anschlag
- 44
- Bein
- 45
- Dämpfungsmittel
- 46
- Stück
- 47
- Teil
- 48
- Handgriff
- 50
- Zwischenstück
- 52
- Loch
- 54
- Rohr
- 56
- Loch
- 58
- Langloch
- 60
- Klappe
- 62
- Luftkanal
- 64
- Drucksensoreinheit
- 66
- Handgriff
- x, X,
- Federweg
1. Gehhilfe mit zumindest einer Stützvorrichtung (10a-g), insbesondere einer Krücke,
gekennzeichnet durch eine als Anschlag ausgeführte Signalisiervorrichtung (20, 22, 24), die dazu vorgesehen
ist, ein Ende eines Federwegs (x) zu signalisieren, wobei der Federweg (x) von einer
auf die Stützvorrichtung (10a-g) wirkenden Kraft abhängt.
2. Gehhilfe nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Stützvorrichtung (10a-g) ein erstes Bauteil (28a-f), ein zweites Bauteil (30a-f)
und eine Feder (26) umfasst, die bei einer relativen Bewegung der Bauteile (28a-f,
30a-f) um den Federweg (x) gespannt wird, der von einer von dem ersten Bauteil (28a-f)
auf das zweite Bauteil (30a-f) wirkenden Kraft abhängig ist, und der Anschlag (43)
zur Begrenzung der relativen Bewegung der beiden Bauteile (28a-f, 30a-f) zueinander
vorgesehen ist.
3. Gehhilfe nach Anspruch 1 oder 2,
gekennzeichnet durch eine Einstellvorrichtung (34a, 34d, 34e) zur Einstellung des Endes (X) des Federwegs
(x) der Feder (26).
4. Gehhilfe nach Anspruch 2 oder 3,
gekennzeichnet durch eine Einstelleinheit (38b, 38f), die dazu vorgesehen ist, eine Vorspannung der Feder
(26) einzustellen.
5. Gehhilfe nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
gekennzeichnet durch ein Dämpfungsmittel (45) zur Dämpfung eines Anschlagens auf den Anschlag (43).
6. Gehhilfe nach einem der Ansprüche 2 bis 5,
gekennzeichnet durch ein Mittel zur starren Überbrückung des Federwegs (x).
7. Gehhilfe nach einem der Ansprüche 2 bis 6,
gekennzeichnet durch eine Einstelleinheit (38c), die dazu vorgesehen ist, eine Federhärte der Feder (26)
einzustellen.
8. Gehhilfe nach einem der Ansprüche 2 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die Feder (26) zumindest zwei Federelemente mit unterschiedlicher Federkonstante
aufweist.
9. Gehhilfe nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass vor Erreichen des Endes des Federwegs (x) die Stützvorrichtung (10a-g) einem Bediener
(36) ein instabiles, bewegliches Gefühl vermittelt und bei dessen Erreichen eine stabile
Verbindung zwischen einem Bediener (36), der sich auf die Stützvorrichtung (10a-g)
stützt, und dem Boden entsteht.
10. Gehhilfe nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch eine Einstelleinheit (38f) zur Einstellung einer dem Ende des Federwegs (x) zugeordneten,
auf die Stützvorrichtung (10f) wirkenden Kraft bei gleich bleibendem maximalen Federweg
(X).