[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Positionieren einer Hinterkante von vorzugsweise
in einer Kombifalzmaschine bewegten blattförmigen Gegenständen, gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Bei kombinierten Taschenschwertfalzmaschinen, so genannten Kombifalzmaschinen, werden
die Parallelbrüche in einer ersten Falzstation im Taschenfalzprinzip gefalzt, während
die nachfolgenden Kreuzbrüche mit einem vertikal arbeitenden Falzschwert ausgeführt
werden. Hierzu werden die gefalzten Bogen nach dem Parallelbruchausgang zu einer Kreuzbruchstation
mittels Transportbändern schlupffrei transportiert. Um einen tatsächlich schlupffreien
Transport zu gewährleisten, muss das transportierte flächige Gut niedergehalten und
vertikal auf das Transportband gedrückt werden. Zur Erzeugung der hierzu erforderlichen
vertikalen Anpresskraft werden sowohl Belastungskugeln als auch Führungsrollen eingesetzt.
Derartige Belastungskugelsysteme sind beispielsweise aus dem deutschen Gebrauchsmuster
DE 84 06 391 bekannt. In der letzten Zeit hat sich jedoch der Einsatz von Führungsrollen vermehrt
durchgesetzt, die beispielsweise im deutschen Gebrauchsmuster
DE 93 04 281 beschrieben sind. Diese weisen gegenüber dem Belastungskugelsystem besondere Vorteile
auf, die beispielsweise darin bestehen, dass mit Führungsrollen eine spurgenaue Bogenführung
erreicht werden kann. Zudem kann der Bogen ohne Gewichtsbelastung gefalzt werden.
Darüber hinaus ist es bei Verwendung von Führungsrollen möglich, ein Zurückspringen
des Bogens von den Anschlägen zu vermeiden.
[0003] Zum Vermeiden des Zurückspringens des Bogens von den Anschlägen werden auch Bürsten
oder eine Bürstenleiste an die Falzbogenhinterkante zur Endlagenfixierung des Falzbogens
gestellt. Die Bürstenleiste, die die Falzbogenoberseite abbremst ist allerdings gerade
für Falzbogen mit einem geringen Flächengewicht nachteilig, da eine symmetrische Anlage
und damit ein gleichmäßiges Abbremsen nur schwer möglich ist. Zudem ist die Einstellung
und Positionierung der Bürsten oder Kugelleisten zeitaufwendig.
[0004] Voraussetzung für die oben genannten Vorteile der Führungsrollen ist es, dass die
dem Kreuzbruchanschlag am nächsten liegende Führungsrolle exakt positioniert ist,
das heißt also, dass der Bogen "frei" zwischen dem Vorderkantenanschlag und der Führungsrolle
liegt. Um dies zu gewährleisten, muss die Führungsrolle so positioniert werden, dass
sich die Rolle gerade noch dreht und weder auf der Bogenhinterkante noch direkt auf
dem Falzbogen steht. Eine derartige Vorrichtung ist aus der deutschen Gebrauchsmusterschrift
DE 299 047 57 bekannt. Hierin wird eine Vorrichtung zum Niederhalten und Belasten von bewegten
blattförmigen Gegenständen vorgeschlagen, bei der zum Niederhalten der Gegenstände
eine oder mehrere Führungsrollen vorgesehen sind. Zur genauen Positionierung der Führungsrollen
ist wenigstens eine dieser Führungsrollen mit einer Markierung ausgestattet.
[0005] Dabei werden in den genannten Falzmaschinen zum Teil auch mehrere Schwertfalzwerke
hintereinander angeordnet. Beim Ausrichten der Bogen mit Vorderkanten- und Hinterkantenanschlägen
im ersten Schwertfalzwerk wir der Falzbogen längsmittig zum nachfolgenden Schwertfalzwerk
ausgerichtet. Bei einer Formatänderung der Bogen muss entsprechend dem neuen Format
der Vorderanschlag als auch der Hinterkantenanschlag bewegt werden. Die Größe des
Bogens vor dem ersten Schwertfalzwerk hängt von der Größe des ungefalzten Bogens als
auch von der Art ab, wie der Bogen bis zum Erreichen des ersten Schwertfalzwerks bereits
gefalzt wurde. Der dabei zurückzulegende Stellweg teilt sich wegen der längsmittigen
Ausrichtung gleichmäßig auf die Verstellung des Vorderkantenanschlags und des Hinterkantenanschlags
auf. Beispielsweise sind die Abweichungen des Formats des Bogens vor dem ersten Schwertfalzwerk
48 cm. Im oben genannten Fall wäre also ein Stellweg von bis zu 24 cm erforderlich.
[0006] Nachteilig an den gattungsgemäßen Vorrichtungen aus dem Stand der Technik ist gerade
dieser lange Stellweg, den eine derartige Vorrichtung in Bogenlaufrichtung aufweist,
da der Stellweg frei gehalten werden muss. Dadurch würde ein Bogen über eine entsprechend
große Distanz nicht geführt, was sich negativ auf das Falzergebnis auswirken kann,
insbesondere für kleine Bogen.
[0007] Diese Aufgabe wird mit einer Vorrichtung zum Positionieren einer Hinterkante von
vorzugsweise in einer Kombifalzmaschine bewegten blattförmigen Gegenständen mit den
im Kennzeichen des Anspruchs 1 genannten Merkmalen gelöst. Weitere Merkmale ergeben
sich aus den Unteransprüchen.
[0008] Aus dem Stand der Technik ist nun bekannt, dass der so genannte Hinterkantenbereich,
also der Bereich, in dem die Hinterkante eines zu falzenden Bogens auf Grund des zu
verarbeitenden Formats des Bogens beziehungsweise vorangegangene Arbeitschritte liegen
könnte, um noch mit der Falzmaschine verarbeitet werden zu können, kleiner als der
Hinterkantenpositionierungsbereich sein muss. Dabei ist mit dem Hinterkantenpositionierungsbereich
jener Bereich gemeint, in dem ein Positioniermittel eine Positionierung vornehmen
kann. Ist das Positioniermittel fest, so hat der Hinterkantenpositionierungsbereich
keine Ausdehnung, ist das Positioniermittel entlang eines Stellweges verstellbar,
so geben die Grenzen dieser Verstellbarkeit gerade den Hinterkantenpositionierungsbereich
an, da außerhalb dieses Hinterkantenpositionierungsbereichs keine Hinterkantenpositionierung
durch dieses Positioniermittel möglich ist. Wäre der Hinterkantenbereich aber nicht
durch den Hinterkantenpositionierungsbereich abgedeckt, könnten einige der Bogen nicht
eine Positionierung der Hinterkante erfahren, und damit nicht ordnungsgemäß an den
Vorderkantenanschlag angeschlagen werden.
[0009] Die Erfindung beruht dementsprechend darauf, dass eine Überdeckung des Hinterkantenbereichs
durch eine Mehrzahl von Hinterkantenpositionierungsbereichen erzielt wird. Da der
Hinterkantenpositionierungsbereich nicht größer als der Stellweg ist, kann durch diese
Maßnahme eine Verkürzung des Stellwegs erzielt werden. Dadurch bleibt Raum, in dem
andere Elemente, beispielsweise Niederhalter unterbringbar sind, so dass eine verbesserte
Führung der Bogen auf dem Weg zum Vorderkantenanschlag gewährleistet werden kann.
[0010] In einer vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung überlappen
die Hinterkantenpositionierbereiche der einzelnen Positioniermittel nicht. Das bedeutet,
dass die Hinterkantenpositionierungsbereiche sich direkt und lückenlos aneinander
in Transportrichtung anschließen, um den Hinterkantenbereich komplett zu überdecken.
Dies bedeutet aber nicht, dass der Stellweg des Trägers ebenfalls die gleiche Länge
der einzelnen Hinterkantenpositionierbereiche der einzelnen Positioniermittel hat,
vielmehr ist Vorteilhafterweise der Stellweg in Transportrichtung des Trägers etwas
länger als die Länge der einzelnen Hinterkantenpositionierbereiche der einzelnen Positioniermittel.
Der Verzicht auf Überlappung der Hinterkantenpositionierungsbereiche erleichtert die
Steuerung des Antriebs des Trägers, da jeder möglichen Hinterkantenposition nur genau
ein Hinterkantenpositionierungsbereich zugeordnet ist. Andererseits wird durch den
etwas längeren Stellweg mit ausreichender Sicherheit gewährleistet, dass auch tatsächlich
jeder Punkt in dem jeweiligen Hinterkantenpositionierungsbereich ansteuerbar ist.
[0011] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung
handelt es sich bei den Positioniermitteln um unter der Einwirkung von Federkräften
stehenden Führungsrollen. Derartige Führungsrollen haben sich auch in vergleichbaren
Anwendungen bereits bewährt.
[0012] In einer vorteilhaften Weiterentwicklung dieser Ausführungsform sind den Führungsrollen
Gegendruckmittel, etwa ein gemeinsames Band oder einzelne Gegenrollen zugeordnet.
[0013] In einer vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind Aktivierungsmittel
den Positioniermitteln zugeordnet, wobei die Aktivierungsmittel derart ausgestaltet
sind, dass damit die Positioniermittel in eine aktive oder passive Arbeitsstellung
bewegbar sind. In der passiven Arbeitsstellung sind die Positioniermitteln nicht in
Kontakt mit dem Bogen. Typischerweise befinden sich all jene Positioniermittel in
einer passiven Arbeitsstellung, die sich zum Zeitpunkt des Falzens oberhalb des Bogens
befinden, um das Falzen nicht durch Reibung zu behindern oder möglicherweise Markierungen
auf dem Bogen zu hinterlassen. In der aktiven Arbeitsstellung befindet sich das Positioniermittel
in Wechselwirkung mit einem Gegendruckmittel und kann zwei Funktionen erfüllen. Die
erste ist das Positionieren der Hinterkante, in dem das Positioniermittel sich gerade
an der Stelle befindet, an der die Hinterkante zu liegen kommen soll. Die zweite Funktion
ist das Niederhalten des Bogens auf dem Weg zum Vorderkantenanschlag. Diese Funktion
erfüllen alle Positioniermittel, die stromaufwärts von dem Positioniermittel angeordnet
sind, das die Positionierung der Hinterkante vornimmt.
[0014] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung dieser Ausführungsform sind die Aktivierungsmittel
derart ausgestaltet, dass die Arbeitsstellung aller Positioniermittel durch ein gemeinsames
Zugmittel verstellbar ist. Dabei handelt es sich beispielsweise bei dem Zugmittel
um einen Zahnriemen oder eine verstellbare Betätigungsleiste. Alternativ ist aber
auch denkbar, jedem Positioniermittel ein eigenes Aktivierungsmittel zuzuordnen, etwa
kleine Stellmotoren mit einer entsprechenden Steuerung.
[0015] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung dieser Ausführungsform sind die Aktivierungsmittel
derart ausgestaltet, dass nach dem Bewegen eines in Transportrichtung hinter dem ersten
Positioniermittel angeordneten Positioniermittel in eine aktive Arbeitsstellung alle
stromaufwärts angeordneten Positioniermittel in einer aktiven Arbeitsstellung sind.
[0016] In einer weiteren besonders vorteilhaften Ausgestaltung dieser Ausführungsform sind
die Aktivierungsmittel derart ausgestaltet sind, dass nach dem Bewegen eines in Transportrichtung
hinter dem ersten Positioniermittel angeordneten Positioniermittel in eine passive
Arbeitsstellung alle stromabwärts angeordneten Positioniermittel in einer passiven
Arbeitsstellung sind.
[0017] Bevorzugte Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Vorrichtung werden im Folgenden
unter Bezugnahme auf die Zeichnung im Einzelnen näher beschrieben. Es zeigen in schematischer
Darstellung:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht der wesentlichen Teile der erfindungsgemäßen Vorrichtung mit einem
aktiven Positioniermittel;
- Fig. 2
- eine isometrische Ansicht der Vorrichtung mit Vorderkantenanschlag bei größtmöglichem
Bogen;
- Fig. 3
- eine Seitenansicht der wesentlichen Teile der erfindungsgemäßen Vorrichtung mit fünf
aktiven Positioniermitteln;
- Fig. 4
- eine isometrische Ansicht der Vorrichtung mit Vorderkantenanschlag bei kleinstmöglichem
Bogen.
- Fig. 5
- eine Seitenansicht der wesentlichen Teile einer weiteren erfindungsgemäßen Vorrichtung
mit einem aktiven Positioniermittel;
- Fig. 6
- eine isometrische Ansicht einer weiteren erfindungsgemäßen Vorrichtung mit Vorderkantenanschlag
bei größtmöglichem Bogen;
- Fig. 7
- eine Seitenansicht der wesentlichen Teile einer weiteren erfindungsgemäßen Vorrichtung
mit fünf aktiven Positioniermitteln;
- Fig. 8
- eine isometrische Ansicht einer weiteren erfindungsgemäßen Vorrichtung mit Vorderkantenanschlag
bei kleinstmöglichem Bogen.
- Fig. 9
- eine Seitenansicht einer weiteren erfindungsgemäßen Vorrichtung mit einem durchgehenden
Gegendruckband
[0018] Die Figuren zeigen die wesentlichen Teile von einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung 100. In den Figuren wurden dem Fachmann bekannte Elemente wie Antriebe,
Kurven, Gehäuse, Steuerungen usw. nur stark vereinfacht gezeigt, wenn sie im Belieben
des Fachmanns liegen.
[0019] Die gezeigte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung 100 ist Teil einer
Kombifalzmaschine und ist dort dem ersten Schwertfalzwerk vorgeordnet. Kombifalzmaschinen
und Schwertfalzwerke sind dem Fachmann aus dem Stand der Technik in großer Anzahl
bekannt. In einer solchen Kombifalzmaschine werden die Parallelbrüche in einer ersten
Falzstation im Taschenfalzprinzip gefalzt, während die nachfolgenden Kreuzbrüche mit
einem vertikal arbeitenden Falzschwert ausgeführt werden. Hierzu werden die gefalzten
Bogen 1, 2 nach dem Parallelbruchausgang zu einer Kreuzbruchstation mittels nicht
gezeigten Transportbändern schlupffrei transportiert. Um einen tatsächlich schlupffreien
Transport zu gewährleisten, muss das transportierte flächige Gut niedergehalten und
vertikal auf das Transportband gedrückt werden.
[0020] Beim Ausrichten der Bogen 1,2 mit Vorderkanten- und Hinterkantenanschlägen im ersten
Schwertfalzwerk wird der Falzbogen längsmittig zum nachfolgenden Schwertfalzwerk ausgerichtet.
Dabei kann die Hinterkante HK des Bogens 1, 2 in Abhängigkeit von der Größe des Bogens
1, 2 in einem Hinterkantenbereich HKB zu liegen kommen. Der Hinterkantenbereich HKB
wird einerseits durch die größte Ausdehnung eines Bogens 1, 2 in der Transportrichtung,
die mit dem Pfeil mit dem Bezugszeichen B gekennzeichnet ist, den die Falzmaschine
noch verarbeiten kann, begrenzt und andererseits durch die kleinste Ausdehnung eines
Bogens 1, 2 in der Transportrichtung B, die noch von der Falzmaschine verarbeitet
werden kann, begrenzt. Die Ausdehnung L1, L2 des Bogens 1, 2 in Transportrichtung
B hängt dabei sowohl von den ungefalteten Abmessungen des Bogens 1, 2 ab, als auch
von möglichen vorangegangenen Arbeitsschritten in den Taschenfalzwerken. Der Hinterkantenbereich
entspricht dabei gerade der Hälfte der Differenz zwischen der größtmöglichen Länge
L1 des größtmöglichen Bogens 1 und der kleinstmöglichen Länge L2 des kleinstmöglichen
Bogens 2. Dies liegt daran, dass der Falzbogen längsmittig um die Mittellinie ML des
Bogens 1, 2 gefalzt wird, siehe Fig. 2 und Fig. 4 und das Falzschwert zu diesem Zweck
nicht verfahren wird. Die Hälfte der Distanz entfällt auf eine Verschiebung des Vorderkantenanschlags
90. Im Übrigen ist die Art der Verstellung des Vorderkantenanschlags 90 um einen Stellweg
SWA für die Erfindung nicht wesentlich.
[0021] Wie in den Fig. 1 bis Fig. 4 zu sehen ist, sind entlang dieses Transportpfads B des
Bogens eine Mehrzahl von Positioniermitteln 10, 20, 30, 40, 50 angeordnet. Bei diesen
Positioniermitteln 10, 20, 30, 40, 50 handelt es sich insbesondere um Führungsrollen
10, 20, 30, 40, 50. Jeder dieser Führungsrollen 10, 20, 30, 40, 50 ist eine Gegendruckrolle
70 zugeordnet. In einer nicht gezeigten, besonders vorteilhaften Ausführungsform ist
den Führungsrollen 10, 20, 30, 40, 50 als gemeinsames Gegendrückmittel ein Transportband
zugeordnet. Vorteilhafterweise wird ein derartiges Transportband durch entsprechende
Gegendruckrollen 70 gegenüber den Führungsrollen 10, 20, 30, 40, 50 unterstützt, es
ist aber auch denkbar, dass das Transportband lediglich in einer passenden Nut läuft.
[0022] Die Führungsrollen 10, 20, 30, 40, 50 sind an einem gemeinsamen Träger 80 angebracht.
Der Träger 80 ist mit einem mit dem Bezugszeichen 82 bezeichneten Antrieb entlang
des Transportpfades um einen Stellweg SWT verschiebbar. Die Verschiebung des Trägers
80 erfolgt Vorteilhafterweise automatisch in Wechselwirkung mit Informationen hinsichtlich
der Solllage der Hinterkante HK eines Bogens 1, 2. Diese Informationen werden mit
einer Steuerung 61 ausgetauscht, mit der zumindest die beiden Antriebe 62, 82 in Wechselwirkung
stehen und Daten untereinander austauschen. Durch den Stellweg des Trägers SWT kann
jedes einzelne Positionicrelement 10, 20, 30, 40, 50 innerhalb eines Hinterkantenpositionierungsbereichs
HKPB1, HKPB2, HKPB3, HKPB4, HKPB5 verschoben werden. Dabei ist die Länge des Stellwegs
des Trägers SWT derart, dass sie die Länge jedes einzelnen Hinterkantenpositionierungsbereichs
HKPB1, HKPB2, HKPB3, HKPB4, HKPB5 etwas übersteigt. Die einzelnen Hinterkantenpositionierungsbereiche
HKPB1, HKPB2, HKPB3, HKPB4, HKPB5 überlappen nicht, sondern stoßen direkt aneinander
an. In der Summe überragen die Hinterkantenpositionierungsbereiche HKPB1, HKPB2, HKPB3,
HKPB4, HKPB5 den Hinterkantenbereich HKB etwas. Es ist auch eine teilweise gegenseitige
Überlappung der Hinterkantenpositionierungsbereiche HYPB1, HKPB2, HKPB3, HKPB4, HKPB5
denkbar. Die Länge eines Hinterkantenpositionierungsbereichs HKPB1, HKPB2, HKPB3,
HKPB4, HKPB5 entspricht gerade dem Abstand D zweier benachbarter Führungsrollen 10,
20, 30, 40, 50 zueinander. Allerdings ist es auch denkbar, die Führungsrollen 10,
20, 30, 40, 50 nicht äquidistant zu gestalten, allerdings ist die äquidistante Ausführungsform
der Führungsrollen 10, 20, 30, 40, 50 praktischer. Der Hinterkantenbereich HKB wird
letztlich in diesem Ausführungsbeispiel in 5 Hinterkantenpositionierungsbereiche HKPB1,
HKPB2, HKPB3, HKPB4, HKPB5 unterteilt und der erforderliche Stellweg des Trägers STW
auf etwa ein Fünftel reduziert.
[0023] Die einzelnen Führungsrollen 10, 20, 30, 40, 50 sind in der vorliegenden Ausführungsform
im Uhrzeigersinn um ein Rollenachse 12, 22, 32 ,42 ,52 frei drehbar. Die Führungsrollen
10, 20, 30, 40, 50 sind gegen die Gegendruckrollen 70 angefedert. Dazu weisen alle
Führungsrollen 10, 20, 30, 40, 50 einen Schwenkarm 14, 24, 34, 44, 54 auf, vermittels
dessen sie um eine entsprechende Schwenkachse 16, 26, 36, 46, 56 verschwenkbar sind.
Dabei ist die in Transportrichtung erste Führungsrolle 10 stets in einer aktiven Arbeitsstellung
und steht damit dauernd in Wechselwirkung mit der entsprechenden Gegendruckrolle 70.
Die erste Führungsrolle 10 verschwenkt um die Schwenkachse 16 wenn sie durch die Dicke
eines einlaufenden Bogens 1, 2 von der Gegendrückrolle 70 gegen die Federkraft abgehoben
wird.
[0024] Alle stromabwärts folgenden Führungsrollen 20, 30, 40, 50 sind mit einem Aktivierungsmittel
60 verbunden, einem Zahnriemen 60, der um ein entsprechendes Zahnrad 28, 38, 48, 58
geschlungen ist und durch Spannrollen 63, 64, 65, die zwischen den Führungsrollen
10, 20, 30, 40, 50 angeordnet sind, gespannt ist. Zudem umfassen die Aktivierungsmittel
einen mit dem Bezugszeichen 62 bezeichneten Antrieb, der eine Bewegung des Zahnriemens
60 und damit eine Drehung der Zahnräder 28, 38, 48, 58 bewirkt. Das jeweilige Zahnrad
28, 38, 48, 58 weist jeweils einen Mitnehmer 29, 39, 49, 59 auf, der mit dem jeweiligen
Schwenkarm 24, 34, 44, 54 der entsprechenden Führungsrolle 20, 30, 40, 50 in Kontakt
ist, wenn sich die Führungsrolle in einer passiven Arbeitsstellung befindet. Dabei
ist die Position des Mitnehmers 29, 39, 49, 59 bei eingebautem Zahnriemen 60 von Führungsrolle
20, 30, 40, 50 zu Führungsrolle 20, 30, 40, 50 stromabwärts im Uhrzeigersinn um einige
Winkelgrad verschoben. Dadurch ergibt sich, wie in Fig. 1 und Fig. 2 gezeigt, dass
die Führungsrolle 20, 30, 40, 50 in Transportrichtung B immer weiter vom entsprechenden
Gegendruckmittel 70 entfernt ist. Das hat den Effekt, dass bei einer Bewegung des
Zahnriemens 60 in Transportrichtung B zuerst die zweite Transportrolle 20, dann die
dritte Transportrolle 30, dann die vierte Transportrolle 40 und zuletzt auch dann
die fünfte Transportrolle 50 abgesenkt wird. Dabei entfernen sich die Mitnehmer 29,
39, 49 bei den vorangegangenen Führungsrollen 20, 30, 40 immer weiter von der Kontaktstelle
mit dem Schwenkarm 24, 34, 44, sobald die Wechselwirkung der jeweiligen Führungsrolle
20, 30, 40 mit dem zugehörigen Gegendruckmittel 70 einsetzt. Dieser Zustand ist in
Fig. 3 und Fig. 4 gezeigt.
[0025] Eine alternative Ausführungsform ist in den Figuren 5 bis 8 dargestellt.
[0026] Die einzelnen Führungsrollen 10, 20, 30, 40, 50 sind in dieser Ausführungsform im
Uhrzeigersinn um eine Rollenachse 12, 22, 32, 42, 52 frei drehbar. Die Führungsrollen
10, 20, 30, 40, 50 sind ebenfalls gegen die Gegendruckrollen 70 angefedert. Dazu weisen
alle Führungsrollen 10, 20, 30, 40, 50 einen Schwenkarm 14, 24, 34, 44, 54 auf vermittels
dessen sie um eine entsprechende Schwenkachse 16, 26, 36, 46, 56 verschwenkbar sind.
Dabei ist die in Transportrichtung erste Führungsrolle 10 stets in einer aktiven Arbeitsstellung
und steht damit dauernd in Wechselwirkung mit der entsprechenden Gegendruckrolle 70.
Die erste Führungsrolle 10 verschwenkt um die Schwenkachse 16, wenn sie durch die
Dicke eines einlaufenden Bogens 1, 2 von der Gegendruckrolle 70 gegen die Federkraft
abgehoben wird.
[0027] Die stromabwärts folgenden Führungsrollen 20, 30, 40, 50 weisen an ihrem einen Ende
des Schwenkarms 24, 34, 44, 54 eine Verstellfläche 112 auf. Diese Verstellfläche 112
wirkt mit Stiften 111 zusammen, die an einer verstellbaren Betätigungsleiste 110 befestigt
sind. Diese verstellbare Betätigungsleiste 110 ist mit einem mit dem Bezugszeichen
62 bezeichneten Antrieb verbunden, der die Leiste in eine lineare Bewegung versetzt.
Die Stifte 111 sind auf der Leiste 110 derart angeordnet, dass sie die Verstellflächen
112 sequentiell berühren und damit die Rollen 20, 30, 40, 50 sequentiell von einer
passiven in eine aktive Arbeitsstellung bringen.
[0028] Dadurch ergibt sich, wie den Figuren 5 und 6 gezeigt, dass die Führungsrollen, 20,
30, 40, 50 in Transportrichtung B immer weiter vom entsprechenden Gegendruckmittel
70 entfernt sind. Das hat den Effekt, dass bei einer Bewegung der verstellbaren Betätigungsleiste
110 in Transportrichtung B zuerst die Transportrolle 20, dann die dritte Transportrolle
30, dann die vierte Transportrolle 40 und zuletzt auch dann die fünfte Transportrolle
50 abgesenkt wird. Dabei entfernen sich die Stifte 111 bei den vorangegangenen Führungsrollen
20, 30, 40 immer weiter von der Verstellfläche 112 an den Schwenkarmen 24, 34, 44,
sobald die Wechselwirkung der jeweiligen Führungsrolle 20, 30, 40 mit dem zugehörigen
Gegendruckmittel 70 einsetzt. Dieser Zustand ist in Fig. 7 und 8 gezeigt.
[0029] In einer weiteren Ausführungsform sind die Gegendruckrollen 70 als ein durchgehendes
Band 113 ausgeführt, wie in Fig. 9 dargestellt ist.
[0030] Wird nun ein Wechsel zwischen zwei Bogengrößen durchgeführt, wird zunächst ermittelt,
in welchen Hinterkantenpositionierungsbereich HKPB1, HKPB2, HKPB3, HKPB4, HKPB5 die
Hinterkante HK des Bogens 1, 2 fällt. Dann wird das dem Hinterkantenpositionierungsbereich
HKPB1, HKPB2, HKPB3, HKPB4, HKPB5 zugeordnete Positioniermittel 10, 20, 30, 40, 50
innerhalb des verfügbaren Stellwegs des Trägers STW an die entsprechende Position
und der Vorderkantenanschlag 90 ebenfalls in die entsprechende Position gebracht.
Fällt nun beispielsweise die Hinterkante HK eines Bogens 1, 2 in den Hinterkantenpositionierungsbereich
HKPB3 der dritten Führungsrolle 30, so würde die dritte Führungsrolle 30 gerade am
Ort der Hinterkante HK des Bogens 1, 2 positioniert, die stromaufwärts liegenden Führungsrollen
10, 20 wären ebenfalls in einer aktiven Arbeitsstellung, in der sie den Bogen auf
dem Weg zum Vorderkantenanschlag möglichst lange niederhalten. Die stromabwärts liegenden
Führungsrollen 40, 50 wären dagegen in einer passiven Arbeitsstellung, in der sie
das Falzen des Bogens 1, 2 nicht behindern.
[0031] Eine solche erfindungsgemäße Vorrichtung ist in allen Schwertfalz- oder Kombifalschmaschinen
einsetzbar, insbesondere auch im zweiten und dritten Kreuzbruch, aber auch in anderen
Vorrichtungen, bei denen eine möglichst lange Führung der zu bearbeitenden Produkte
gewährleistet werden soll, bei gleichzeitigem schnellen Formatwechsel und hoher Positioniergenauigkeit.
Liste der Bezugszeichen
[0032]
- 1,2
- Bogen
- 10, 20, 30, 40, 50
- Führungsrolle
- 12, 22, 32, 42, 52
- Rollenachse
- 14, 24, 34, 44, 54
- Schwenkarm
- 16, 26, 36, 46, 56
- Schwenkachse
- 28, 38, 48, 58
- Zahnrad
- 29, 39, 49, 59
- Mitnehmer
- 60
- Zahnriemen
- 61
- Steuerung
- 62
- Antrieb
- 63, 64, 65
- Spannrolle
- 70
- Gegendrückrolle
- 80
- Träger
- 82
- Trägerstellmittel
- 90
- Vorderkantenanschlag
- 100
- erfindungsgemäße Vorrichtung
- 110
- verstellbare Betätigungsleiste
- 111
- Stift
- 112
- Verstellfläche
- 113
- Gegendruckband
- B
- Transportrichtung
- D
- Abstand zwischen zwei benachbarten Führungsrollen
- HK
- Hinterkante
- HKB
- Hinterkantenbereich
- HKPB 1
- Hinterkantenpositionierungsbereich der ersten Führungsrolle
- HKPB2
- Hinterkantenpositionierungsbereich der zweiten Führungsrolle
- HKPB3
- Hinterkantenpositionierungsbereich der dritten Führungsrolle
- HKPB4
- Hinterkantenpositionierungsbereich der vierten Führungsrolle
- HKPB5
- Hinterkantenpositionierungsbereich der fünften Führungsrolle
- L1
- Länge des größtmöglichen Bogens in Transportrichtung
- L2
- Länge des kleinstmöglichen Bogens in Transportrichtung
- ML
- Mittellinie des Bogens
- SWA
- Stellweg des Vorderkantenanschlags
- SWT
- Stellweg des Trägers
1. Vorrichtung (100) zum Positionieren von vorzugsweise in einer Kombifalzmaschine bewegten
Bogen (1, 2), insbesondere von Bogen (1, 2) aus Papier oder anderen Materialien, mit
einem Hinterkantenbereich (HKB), in dem in Abhängigkeit von den Abmessungen des Bogens
(1, 2) die Hinterkante (HK) des Bogens (1, 2) in Transportrichtung (B) zu positionieren
ist, sowie Positioniermittel (10, 20, 30, 40, 50), vermittels der die Hinterkante
des Bogens (1, 2) positionierbar ist,
wobei die Positioniermittel (10, 20, 30, 40, 50) an einem Träger (80) befestigt sind,
sowie Trägerstellmittel (82) vorgesehen sind, vermittels der der Träger (80) in Transportrichtung
der Bogen (1, 2) um einen vorgegebenen Stellweg (SWT) bewegbar ist, so dass die Hinterkante
des Bogens (1, 2) innerhalb eines Hinterkantenpositionierbereichs (HKPB1, HKPB2, HKPB3,
HKPB4, HKPB5) positionierbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Mehrzahl von Positioniermitteln (10, 20, 30, 40, 50) derart an dem Träger (80)
befestigt sind, dass die jeweilig unterschiedlichen Hinterkantenpositionierbereiche
(HKPB1, HKPB2, HKPB3, HKPB4, HKPB5) der einzelnen Positioniermittel (10, 20, 30, 40,
50) in der Summe den gesamten Hinterkantenbereich (HKB) abdecken, aber jeder jeweilige
Hinterkantenpositionierbereich (HKPB1, HKPB2, HKPB3, HKPB4, HKPB5) in Transportrichtung
(B) kürzer als der Hinterkantenbereich (HKB) ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Hinterkantenpositionierbereiche (HKPB1, HKPB2, HKPB3, HKPB4, HKPB5) der einzelnen
Positioniermittel (10, 20, 30, 40, 50) nicht überlappen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Stellweg des Trägers (SWT) in Transportrichtung des Trägers (80) etwas länger
ist als die Länge der einzelnen Hinterkantenpositionierbereiche (HKPB I , HKPB2, HKPB3,
HKPB4, HKPB5) der einzelnen Positioniermittel (10, 20, 30, 40, 50).
4. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass es sich bei den Positioniermitteln (10, 20, 30, 40, 50) um unter der Einwirkung von
Federkräften stehende Führungsrollen (10, 20, 30, 40, 50) handelt.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass den Führungsrollen (10, 20, 30, 40, 50) Gegendruckmittel (70), etwa ein gemeinsames
Band (113) oder einzelne Gegenrollen (70), zugeordnet sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass Aktivierungsmittel (60, 62, 110, 111, 112) den Positioniermitteln (10, 20, 30, 40,
50) zugeordnet sind, wobei die (60, 62, 110, 111, 112) Aktivierungsmittel derart ausgestaltet
sind, dass damit die Positioniermittel (10, 20, 30, 40, 50) in eine aktive oder passive
Arbeitsstellung bewegbar sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Aktivierungsmittel (60, 62) derart ausgestaltet sind, dass die Arbeitsstellung
aller Positioniermittel (10, 20, 30, 40, 50) durch ein gemeinsames Zugmittel (60,
110) verstellbar ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Aktivierungsmittel (60, 62, 110, 111, 112) derart ausgestaltet sind, dass nach
dem Bewegen eines in Transportrichtung (B) hinter dem ersten Positioniermittel (10,
20, 30, 40, 50) angeordneten Positioniermittel (10, 20, 30, 40, 50) in eine aktive
Arbeitsstellung alle stromaufwärts angeordneten Positioniermittel (10, 20, 30, 40,
50) in einer aktiven Arbeitsstellung sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Aktivierungsmittel (60, 62, 110, 111, 112) derart ausgestaltet sind, dass nach
dem Bewegen eines in Transportrichtung hinter dem ersten Positioniermittel (10, 20,
30, 40, 50) angeordneten Positioniermittel (10, 20, 30, 40, 50) in eine passive Arbeitsstellung
alle stromabwärts angeordneten Positioniermittel (10, 20, 30, 40, 50) in einer passiven
Arbeitsstellung sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass das gemeinsame Zugmittel (60) ein Zahnriemen ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass das gemeinsame Zugmittel (110) eine verstellbare Betätigungsleiste ist.