[0001] Die Erfindung betrifft einen Bahnsteig mit Überdachung gemäß dem Oberbegriff des
Anspruchs 1.
[0002] Die Überbauung von Bahnkörpern mit Gebäuden zur Nutzung zumindest einiger Geschossebenen
dieser den Bahnkörper überspannenden Gebäude als Parkraum ist bereits bekannt. So
ist beispielsweise in der
DE 4340617 C2 ein Kraftfahrzeug-Parkhaus für einen Park & Ride-Bahnhof mit einem die Fahrzeuge
mittels Aufzügen in einem Hochregal-Lager abstellenden Palettensystem offenbart, wobei
das Hochregallager den Bahnkörper überspannt. Das Parkhaus ist dabei weitgehend in
Stahlbau realisiert, wobei Stahlstützen für Stabilität sorgen und Wände sowie Decken
aus Stahlbeton bestehen. Zwar bietet die Erschließung von Parkraum in unmittelbarer
Nähe von Bahnhöfen oder -stationen und insbesondere die gleichzeitige Nutzbarmachung
des Raums über der mit dem Bahnkörper bereits bebauten Fläche zahlreiche Vorteile
und Möglichkeiten, wie z.B. eine verbesserte Verzahnung des Individualverkehrs mit
den öffentlichen Verkehrsmitteln und eine damit einher gehende Erhöhung der Attraktivität
von letzteren. Ein beträchtlicher Nachteil des Konzepts von Parkhäusern zur Überbauung
von Bahnkörpern von Park & Ride-Bahnhöfen besteht jedoch darin, dass zum einen durch
das Parkhaus weiterer beträchtlicher Flächenbedarf zusätzlich zu der vom Bahnkörper
bereits überbauten Fläche entsteht, da das Parkhaus sich üblicherweise auch in der
Breite weit über die Flächenausdehnung des Bahnkörpers selbst hinaus erstreckt. Zum
anderen sind derartige Parkhäuser allein schon aufgrund der mit ihnen verbundenen
baulichen Maßnahmen sehr teuer zu erstellen und somit nur ab einer gewissen bereitgestellten
Kapazität an Parkraum lohnenswert. Sie kommen daher aufgrund der entstehenden Kosten
in der Regel nur für größere Bahnhöfe oder stark frequentierte Bahnstationen im Pendler-
und Regionalverkehr in Frage. Kleinere Bahnhöfe oder weniger stark frequentierte Bahnstationen
mussten demnach in der Vergangenheit auf konventionelle, ebenerdige Parkplätze ohne
die Überbauung des Bahnkörpers zurückgreifen, was jedoch wiederum zusätzliche zur
Verfügung stehende Flächen zur Nutzung als Parkraum voraussetzte. Zudem bringen aufwendige
und zeitraubende Baumaßnahmen, wie sie für derartige Parkhäuser üblicherweise zu veranschlagen
sind, regelmäßig lange Gleissperrzeiten mit sich, was zu einer zusätzlichen Störung
und unerwünschten Unterbrechung des Bahnbetriebs führt.
[0003] Der Erfindung liegt daher das technische Problem zugrunde, eine verbesserte Konstruktion
eines Bahnsteigs mit Überdachung zur Bereitstellung von Parkraum über dem Bahnsteig
zu schaffen, welche es insbesondere ermöglicht, mit relativ geringem baulichen Aufwand
und gegenüber herkömmlichen Lösungen reduziertem Flächenbedarf eine schnelle, kostengünstige
und einfache Bereitstellung von Parkplätzen für alle erdenklichen Bahnhofgrößen zu
ermöglichen.
[0004] Die Lösung des technischen Problems ergibt sich erfindungsgemäß durch den Gegenstand
des Anspruchs 1. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus
den Unteransprüchen.
[0005] Der Erfindung liegt dabei die Erkenntnis zugrunde, dass bei einer Nutzung des freien
Raums über einem Bahnsteig für Parkplätze durch eine Überbauung des Bahnsteigs der
Aufwand der baulichen Maßnahmen und die damit verbundenen Kosten und Sperrzeiten der
Gleise bei gleichzeitiger Schaffung zusätzlicher Nutzfläche erheblich reduziert werden
können, wenn eine Überdachung gewählt wird, die die bereits bei vielen Bahnsteigen
ohnehin vorgesehenen baulichen Gegebenheiten stärker ausnutzt. Dies wird erfindungsgemäß
gelöst, indem ein Bahnsteig mit einer Überdachung vorgeschlagen wird, wobei die Überdachung
auf Stützen ruht, für Kraftfahrzeuge befahrbar und mindestens teilweise als Parkplatz
ausgebildet ist und wobei der Bahnsteig ein Fundament aufweist, welches zur Aufnahme
und/oder Auflage von mindestens einer der Stützen der Überdachung ausgebildet ist.
Dient das Fundament als Auflage von mindestens einer der Stützen der Überdachung,
so erfolgt dies vorzugsweise ohne weitere unmittelbar zwischen Fundament und Stütze
befindliche Bauteile. Unter einem Parkplatz ist dabei eine für Kraftfahrzeuge befahrbare
Fläche zu verstehen, die mindestens einen Stellplatz für ein Kraftfahrzeug und dementsprechende
Zufahrtswege und andere Zuwegungen, beispielsweise Aufzüge, aufweist. Neben der Schaffung
zusätzlicher Nutzfläche bei verhältnismäßig geringem baulichen Aufwand bietet die
Ausführung einer Bahnsteigüberdachung als Parkplatz auch den Vorteil, dass keine zusätzlichen
Baumaßnahmen für Fußgängerbrücken oder Unterführungen mehr notwendig sind, um Fußgängern
zu ermöglichen von einer Bahnsteigseite auf die andere zu gelangen. Dies ist dann
in einfacher Weise über die sowohl von Fahrzeugen befahrbare als auch von Fußgängern
begehbare Bahnsteigüberdachung möglich. Das Fundament umfasst dabei bevorzugt wenigstens
einen Betonsockel, welcher zugleich zur Aufnahme und/oder zur Auflage von mindestens
einer der Stützen der Überdachung ausgebildet ist. Dies bietet den Vorteil, dass für
das Dach keine eigenen Fundamente gelegt werden müssen, sondern auf die Fundamentsockel
des Bahnsteigs zurückgegriffen werden kann, was baulichen und zeitlichen Aufwand und
somit Gleissperrzeiten verringert. Somit ist ein derartiger Bahnsteig mit Überdachung
schnell und preiswert herstellbar. Die Überdachung muss dabei gegenüber herkömmlichen
Bahnsteigüberdachungen sowohl hinsichtlich der Stützen, auf denen sie ruht, als auch
bezüglich der Fahrebene stabil genug ausgelegt sein, dass sie von Kraftfahrzeugen
zum einen befahren werden kann und zum anderen auch in der Lage ist, eine Vielzahl
dort parkender Kraftfahrzeuge zu tragen.
[0006] Des Weiteren ist vorstellbar, dass die Überdachung vorzugsweise einen oder mehrere
Sonnenkollektoren aufweist. Die Sonnenkollektoren können dabei z.B. als separate Baugruppe
auf der Überdachung an einer oder mehreren von Sonnenlicht bestrahlbaren Stellen installiert
sein. Es ist jedoch auch denkbar, dass die Sonnenkollektoren als Bestandteil der Oberfläche
der Überdachung, beispielsweise der Fahrebene oder einer zur Fahrebene benachbarten
Fläche, ausgebildet und vorzugsweise in diese flächig integriert sind. Es ist auch
denkbar, dass die Überdachung beispielsweise aufgeständerte Kollektoren trägt, wobei
sich letztere oberhalb des Fahrbereichs für die Fahrzeuge befinden. Beispielsweise
können diese aufgeständerten Kollektoren in Form von einzelnen z.B. geneigten Schilden
oder in Form eines Daches über dem Fahrbereich für die Fahrzeuge ausgebildet sein.
[0007] In einer vorteilhaften Ausführungsform sind die Betonsockel des Fundaments u-förmig
ausgebildet, jeweils quer zur Bahnsteiglängsachse ausgerichtet und mit Abstand zueinander
angeordnet und umfassen nach oben weisende Höcker. Dies bietet nicht nur den Vorteil
einer schnellen Errichtung des Bahnsteiges, sondern auch, dass durch Verwendung von
u-förmigen, auf Abstand gesetzten Betonsockeln unter der Bahnsteigoberfläche ein Hohlraum
entsteht, der für weitere Zwecke genutzt werden kann und beispielsweise für Inspektionen
betretbar ist. Die Betonsockel werden dabei in vordefiniertem Rasterabstand auf das
geebnete Erdreich gesetzt. Durch den Rasterabstand der Betonsockel wird auch der Abstand
der Stützen für die Überdachung festgelegt, da die Stützen in den Betonsockeln stabil
verankert sind. Die Betonsockel können dabei beispielsweise in ihrem Mittelteil Köcher
zum Einsetzen einer Stütze für die Überdachung aufweisen. Es sind des Weiteren jedoch
auch andere Befestigungsmittel für die Verankerung der Stützen in den Betonsockeln
denkbar.
[0008] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform liegen auf den Betonsockeln zueinander
parallele sich entlang der Bahnsteiglängsachse erstreckende Längsträger.
[0009] Diese Bauweise ermöglicht ebenfalls eine schnelle und preisgünstige Erstellung des
Bahnsteigs. Die Längsträger liegen dabei bevorzugt auf den Höckern der Betonsockel
auf und sind mit diesen mit Hilfe geeigneter Befestigungsmittel verbunden. So können
in den Höckern beispielsweise Ankerbolzen vorgesehen sein, auf die die Längsträger
während der Montage mit dafür vorgesehenen Aussparungen aufgestülpt werden. Zwischen
den Höckern und den Längsträgern kann dann bevorzugt nach Abschluss der Montage eine
die Fertigungstoleranzen ausgleichende Fügeschicht eingebracht werden und die Aussparungen
in den Längsträgern sind mit Vergussmasse ausgefüllt. Es ist jedoch auch denkbar,
dass stattdessen zum Ausgleich der Fertigungstoleranzen Elastomerlager zur Anwendung
kommen. Die Längsträger selbst sind dabei bevorzugt aus Beton ausgebildet. Es ist
jedoch durchaus auch denkbar, dass sie aus anderen geeigneten Materialien, wie beispielsweise
aus Stahlprofilen, ausgebildet sind.
[0010] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ruhen auf den Längsträgern in einem
Fugen bildenden Abstand Laufplatten, die die Längsträger quer überdecken und wenigstens
einseitig zur Bildung einer Fluchtnische überragen. Insbesondere der Bahnsteigunterbau
und die Lauffläche des Bahnsteigs können somit nach einer Art Baukastenprinzip, bestehend
aus Betonsockel, Längsträger und Laufplatten, zusammengesetzt werden, was wiederum
eine schnelle und preisgünstige Erstellung des Bahnsteigs begünstigt. Durch das seitliche
Auskragen der Laufplatten quer zur Bahnsteiglängsachse über die Längsträger wird seitlich
des Gleises ein von der Laufplatte überdeckter, zum Gleis hin offener Raum geschaffen,
welcher einerseits als Fluchtnische für Rangierer oder andere Personen dient und andererseits
ohne Hindernisse auf der Bahnsteigseite das maschinelle Durcharbeiten des Schotters
eines Gleisbettes mit Hilfe automatischer Bettungsreinigungsmaschinen ermöglicht.
Die Laufplatten können dabei aus Sicherheitsgründen bzw. zum Zwecke der Entwässerung
ein Gefälle zur Mitte der Laufplatte hin aufweisen. Die Fugen zwischen den Laufplatten
werden nach der Vormontage an der Baustelle bevorzugt mit einer Vergussmasse aus elastischem
Material vergossen, um eine ebene Lauffläche zu erhalten.
[0011] In einer bevorzugten Ausführungsform weist der Bahnsteig eine plattierte Laufebene
auf, unter der ein Hohlraum für eine Leitungstrasse ausgebildet ist. Dieser Hohlraum
kann beispielsweise zur Installation von Kabelkanälen oder Rohrleitungen genutzt werden.
Zudem können in der Laufebene Einstiegslöcher vorgesehen sein, durch die der Hohlraum
z. B. für Inspektionen betreten werden kann.
[0012] In einer weiteren Ausführungsform erstreckt sich die Überdachung entlang der Bahnsteiglängsachse.
Die Ausdehnung der als Parkplatz ausgebildeten Überdachung ist also in Richtung der
Bahnsteiglängsachse weitaus größer als quer zum Bahnsteig. Auf diese Weise wird der
Platzbedarf für die Bereitstellung von Parkraum an der Bahnstation gering gehalten.
Insbesondere wird vermieden, dass für die Bereitstellung des Parkraums auf der Überdachung
ein wesentlicher Bedarf an zusätzlichen Flächen neben der bereits ohnehin vom Bahnsteig
eingenommenen Fläche entsteht.
[0013] In einer bevorzugten Ausführungsform überdeckt der als Parkplatz ausgebildete Teil
der Überdachung quer zur Bahnsteiglängsachse höchstens die Bahnsteigbreite. Dies ist
insbesondere bei verhältnismäßig langen Bahnsteigen von Vorteil, wie z.B. Fernbahnsteigen
für Hochgeschwindigkeitszüge mit einer Länge von mehreren hundert Metern, da diese
in ihrer Längsrichtung ausreichend Platz bieten, um parkende Fahrzeuge über der vom
Bahnsteig selbst eingenommenen Fläche unterzubringen, ohne dass zusätzlicher Flächenbedarf
zur Schaffung des Parkraums, z.B. durch ein Gebäude, entsteht. Es ist aber des Weiteren
auch denkbar, dass nur der die Stellplätze für Fahrzeuge bildende Teil der als Parkplatz
ausgebildeten Überdachung ― d.h. ohne Einberechnung der entsprechenden Zufahrtswege
- quer zur Bahnsteiglängsachse höchstens die Bahnsteigbreite überdeckt.
[0014] Vorzugsweise sind die Stellplätze auf dem als Parkplatz ausgebildeten Teil der Überdachung
in allen denkbaren erfindungsgemäßen Ausführungsformen schräg zur Bahnsteiglängsachse
angeordnet. Weiter vorzugsweise sind die unmittelbaren Zufahrtswege zu den Stellplätzen
zumindest teilweise parallel zur Bahnsteigslängsachse ausgebildet. Somit wird das
Ein- und Ausparken von Fahrzeugen erleichtert und die Flächenausnutzung in Bahnsteiglängsrichtung
weiter verbessert. Weiter vorzugsweise ist insbesondere bei einer vergleichsweise
schmalen Ausführung der Überdachung, die z.B. die Bahnsteigbreite nicht übersteigt,
auch vorstellbar, dass die Stellplätze auf dem als Parkplatz ausgebildeten Teil der
Überdachung parallel zur Bahnsteiglängsachse angeordnet sind. So lässt sich der Flächenbedarf
auf der Überdachung quer zur Bahnsteiglängsachse noch weiter reduzieren.
[0015] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform weist die Überdachung mindestens
eine für Kraftfahrzeuge befahrbare Auf- und/oder Abfahrtrampe auf. Diese stellt eine
Verbindung zwischen dem Zufahrtsbereich des Bahnhofs bzw. der Bahnstation und dem
auf der Überdachung befindlichen Parkplatz her und erschließt letzteren für Kraftfahrzeuge
ausgehend von der Abfahrt einer in der Regel öffentlichen Zufahrtsstraße. Durch die
Auf- und/oder Abfahrtrampe wird es Kraftfahrzeugen ermöglicht, durch Befahren der
Rampe vom Höhenniveau der Zufahrtsstraße oder des Bahnsteigs auf das Höhenniveau des
auf der Bahnsteigüberdachung befindlichen Parkplatzes und den dort gelegenen Stellplätzen
zu gelangen und umgekehrt. Zwar verbindet die Auf- und/oder Abfahrtrampe vorzugsweise
unterschiedliche Höhenniveaus miteinander. Es ist aber dennoch prinzipiell auch denkbar,
dass die Erschließung des auf der Überdachung befindlichen Parkplatzes nicht über
eine Rampe im strengen Wortsinn, sondern über eine Zufahrt auf gleichem Höhenniveau,
beispielsweise einen Steg oder eine Brücke, erfolgt. Dies kann insbesondere dann vorteilhaft
sein, wenn der Bahnsteig an einem Hang oder neben einer Böschung gelegen ist oder
die Zufahrt zum auf der Bahnsteigüberdachung befindlichen Parkplatz von einer erhöht
gelegenen Straße aus erfolgen soll. Es ist des Weiteren auch denkbar, dass zur Beförderung
von Kraftfahrzeugen auf das Höhenniveau des auf der Überdachung befindlichen Parkplatzes
eine Aufzuganlage für Fahrzeuge zur Anwendung kommt.
[0016] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform sind die Auf- und/oder Abfahrtrampe(n)
in Richtung der Bahnsteiglängsachse stirnseitig vorne und/oder hinten an der Überdachung
angebracht. Dies bietet den Vorteil, dass durch die Errichtung einer Zufahrt zum auf
der Bahnsteigüberdachung befindlichen Parkplatz insbesondere quer zur Bahnsteigslängsachse
kein zusätzlicher Flächenbedarf entsteht und über dem Gleiskörper selbst keine baulichen
Maßnahmen, beispielsweise zur Überbrückung der Gleise getroffen werden müssen. Dadurch
werden die Kosten niedrig gehalten und lange Gleissperrzeiten für extensive Baumaßnahmen
verringert.
[0017] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist an der Überdachung ein Verbindungselement
zur Verbindung der Überdachung mit einer weiteren Überdachung und/oder zur Überbrückung
von mindestens einem Gleiskörper vorgesehen. Dies ist insbesondere dann von Vorteil,
wenn es sich um eine Bahnstation oder einen Bahnhof mit mehreren Gleisen und zugehörigen
Bahnsteigen handelt, auf deren Überdachungen jeweils Parkplätze vorgesehen sind, die
dann logistisch und physisch miteinander verbunden werden sollen. Dabei kann als Verbindungselement
ein für Kraftfahrzeuge befahrbarer Steg oder eine ebensolche Brücke vorgesehen sein.
[0018] In einer weiteren Ausführungsform besteht der Bahnsteig mit Überdachung mindestens
teilweise aus Betonfertigteilen und weist zumindest teilweise einen modularen Aufbau
auf. Dabei ist unter modularem Aufbau zu verstehen, dass bei der Endmontage auf der
Baustelle der Zusammenbau des Bahnsteigs mit Überdachung aus bereits vorgefertigten
Bauteilen und/oder vormontierten Baugruppen erfolgt. Dieses Vorgehen hilft die Sperrzeiten
für die betroffenen Gleise äußerst kurz und somit die Baukosten niedrig zu halten.
[0019] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform sind mindestens eine der Stützen
und mindestens einer der Betonsockel als ein Fertigbauteil ausgebildet. Durch eine
derartige Gruppierung zweier funktionaler Bauelemente zu einem gemeinsamen als Modul
ausgebildeten Fertigbauteil wird somit ein Arbeitsgang während der Endmontage eingespart
und dadurch wiederum ein schnelleres Fertigstellen des Bahnsteigs ermöglicht.
[0020] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist die Laufebene des Bahnsteigs
und/oder die Fahrebene der Überdachung aus nebeneinander und/oder hintereinander angeordneten
rasterartig verlegten Platten gebildet. Dies begünstigt wiederum eine besonders schnelle
Erstellung des Bahnsteigs mit Überdachung. Dabei sind die rasterartig verlegten Platten
bevorzugt als Fertigbauteile ausgeführt. Es ist jedoch prinzipiell auch denkbar, dass
die Platten aus Ortbeton gefertigt werden.
[0021] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform sind die Überdachung und/oder die
Stützen der Überdachung zumindest teilweise als Stahlkonstruktion ausgebildet. Die
zur Verwendung in einer Stahlkonstruktion benötigten Bauteile weisen gegenüber einer
Ausführung in Beton ein geringeres Volumen bzw. ein geringeres Gewicht auf. Zudem
erleichtert eine Stahlkonstruktion gegenüber der Verwendung von Betonteilen den Montageaufwand
an der Baustelle. Dies reduziert somit wiederum die Bauzeit und damit auch die Gleissperrzeiten.
[0022] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist die Laufebene des Bahnsteigs
von der Überdachung aus über mindestens eine Aufzuganlage erreichbar. Die Verwendung
einer Aufzuganlage erlaubt insbesondere eine behindertengerechte Erschließung des
Parkplatzes auf dem Bahnsteigdach auch von der Bahnsteigebene aus.
[0023] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform durchdringt die Aufzuganlage die
Überdachung mindestens teilweise. Wenn es auch prinzipiell denkbar ist, dass die Aufzuganlage
seitlich an der Überdachung angebracht ist, ohne diese zu durchdringen, so ist es
doch unter dem Gesichtspunkt des Flächenbedarfs vorteilhaft, wenn die Aufzugsanlage
die Überdachung teilweise oder ganz durchdringt. Wird die Überdachung ganz auf einer
vom horizontalen Umfang der Aufzuganlage eingefassten Fläche durchdrungen, so besteht
dann für die Bereitstellung der Aufzuganlage abgesehen von der ohnehin vom Bahnsteig
mit Überdachung beanspruchten Fläche kein weiterer Flächenbedarf. Es ist des Weiteren
auch denkbar, dass die Aufzuganlage nicht nur die Überdachung, sondern auch die Bahnsteigebene
selbst ganz oder teilweise durchdringt. Auf diese Weise können dann auch weitere ggf.
unterirdisch verlaufende Ebenen oder Unterführungen mit der Bahnsteigebene und/oder
der Überdachung verbunden werden.
[0024] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist die Laufebene des Bahnsteigs
von der Überdachung aus über mindestens eine Treppenanlage erreichbar. Diese Vorgehensweise
bietet eine gegenüber dem Anbringen einer Aufzuganlage preisgünstigere Methode der
Anbindung und Erschließung des auf dem Bahnsteigdach befindlichen Parkplatzes vom
Bahnsteig aus. Dabei kann die Treppenanlage alternativ zu einer Aufzuganlage oder
auch zusätzlich zu letzterer vorgesehen sein.
[0025] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform weist die Treppenanlage mindestens
einen Treppenlift auf. Dies bietet die Möglichkeit, auch bei der Verwendung einer
verhältnismäßig preisgünstigen Lösung in Form einer Treppenanlage zur Erschließung
des auf dem Bahnsteigdach befindlichen Parkplatzes dennoch einen behindertengerechten
Zugang zur Bahnsteigebene vom Parkplatz aus zu gewährleisten. Der Treppenlift kann
dabei dafür vorgesehen sein, neben älteren oder gebrechlichen Personen auch zugehörige
Rollstühle oder auch Kinderwagen zu transportieren.
[0026] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform durchdringt die Treppenanlage die
Überdachung mindestens teilweise. Zwar ist es prinzipiell denkbar, dass die Treppenanlage
seitlich an der Überdachung angebracht ist, ohne diese zu durchdringen. Doch ist es
unter dem Gesichtspunkt des Flächenbedarfs vorteilhaft, wenn die Treppenanlage die
Überdachung teilweise oder ganz durchdringt. Wird die Überdachung ganz auf einer vom
horizontalen Umfang des Zugangs der Treppenanlage eingefassten Fläche durchdrungen,
so besteht dann für die Bereitstellung der Treppenanlage außer der ohnehin vom Bahnsteig
mit Überdachung beanspruchten Fläche kein weiterer Flächenbedarf. Es ist des Weiteren
auch denkbar, dass die Treppenanlage nicht nur die Überdachung, sondern auch die Bahnsteigebene
selbst ganz oder teilweise durchdringt. Auf diese Weise können dann auch weitere ggf.
unterirdisch verlaufende Ebenen oder Unterführungen mit dem Bahnsteig und/oder der
Überdachung verbunden werden.
[0027] Die Erfindung wird nachfolgend anhand einiger bevorzugter Ausführungsbeispiele näher
erläutert. In den zugehörigen Zeichnungen zeigen
- Fig. 1
- die Seitenansicht einer Bahnstation, die Bahnsteige mit als Parkplatz ausgebildeter
Überdachung aufweist,
- Fig.2
- eine vergrößerte Detailansicht aus der gleichen Seitenansicht einer Bahnstation,
- Fig.3
- eine schematische Darstellung zweier Bahnsteige mit als Parkplatz ausgebildeter Überdachung,
die miteinander über ein Verbindungselement verbunden sind, und
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung eines Bahnkörpers, bestehend aus vier Gleisen mit einem
Mittelbahnsteig und zwei Außenbahnsteigen, welche jeweils miteinander verbundene als
Parkplatz ausgebildete Überdachungen aufweisen und durch eine Aufzuganlage und eine
Treppenanlage mit Treppenlift erschlossen sind,
- Fig. 5a
- eine Querschnittsansicht einer Bahnstation, welche eine bevorzugte Ausführungsform
von zwei Bahnsteigen mit als Parkplatz ausgebildeter Überdachung aufweist,
- Fig. 5b
- eine vergrößerte Querschnittsansicht einer Variante des Bahnsteigfundaments,
- Fig. 6
- eine Draufsicht einer Bahnstation, die die gleiche bevorzugte Ausführungsform von
zwei Bahnsteigen mit als Parkplatz ausgebildeter Überdachung aufweist,
- Fig. 7a
- einen Teilausschnitt einer Draufsicht einer weiteren bevorzugten Ausführungsform eines
Bahnsteigs mit als Parkplatz ausgebildeter Überdachung,
- Fig. 7b
- einen Teilausschnitt einer seitlichen Querschnittsansicht der gleichen bevorzugten
Ausführungsform eines Bahnsteigs mit als Parkplatz ausgebildeter Überdachung und
- Fig. 7c
- eine vergrößerte Querschnittsansicht des Bahnsteigfundaments der gleichen bevorzugten
Ausführungsform eines Bahnsteigs mit als Parkplatz ausgebildeter Überdachung.
[0028] Fig. 1 zeigt eine Bahnstation 1 in der Seitenansicht. Die Bahnstation 1 weist dabei
Bahnsteige 2 mit einer als Parkplatz ausgebildeten Überdachung 10 auf. Die Überdachung
10 ruht dabei auf Stützen 15, ist für Kraftfahrzeuge befahrbar und zumindest teilweise
als Parkplatz ausgebildet. Die Überdachung 10 bildet dabei eine Fahrebene 14, die
stabil genug ausgelegt ist, dass sie von Kraftfahrzeugen zum einen befahren werden
kann und zum anderen auch in der Lage ist, eine Vielzahl dort parkender Kraftfahrzeuge
zu tragen. Die Überdachung 10 und die Stützen 15 der Überdachung 10 sind teilweise
als Stahlkonstruktion ausgebildet. Die Überdachung 10 erstreckt sich entlang der Bahnsteiglängsachse
3, d.h. die Ausdehnung der teilweise als Parkplatz ausgebildeten Überdachung 10 ist
also in Richtung der Bahnsteiglängsachse 3 weitaus größer als quer zum Bahnsteig 2.
Zudem weist die Überdachung 10 zwei für Kraftfahrzeuge befahrbare Auf- bzw. Abfahrtrampen
11 auf. Diese stellen eine Verbindung zwischen dem Zufahrtsbereich der Bahnstation
1 und dem auf der Überdachung 10 befindlichen Parkplatz her und erschließen letzteren
für Kraftfahrzeuge ausgehend von einer Abfahrt 6 (s. Fig. 6) einer öffentlichen Zufahrtsstraße.
Durch die Auf- und Abfahrtrampen 11 wird es Kraftfahrzeugen ermöglicht, durch Befahren
der Rampen vom Höhenniveau der Zufahrtsstraße bzw. des Bahnsteigs 2 auf das Höhenniveau
des auf der Überdachung 10 befindlichen Parkplatzes zu gelangen und umgekehrt. Eine
Laufebene 27 des Bahnsteigs 2 ist von der Überdachung 10 aus über eine Aufzuganlage
30 erreichbar. Die Verwendung der Aufzuganlage 30 erlaubt dabei insbesondere eine
behindertengerechte Erschließung des Parkplatzes sowie der dort befindlichen Stellplätze
12 (s. Fig. 6) für Kraftfahrzeuge auf dem Bahnsteigdach auch von der Bahnsteigebene
aus. Zudem ist die Laufebene 27 des Bahnsteigs 2 von der Überdachung 10 aus auch über
eine Treppenanlage 32 erreichbar.
[0029] Fig. 2 zeigt eine vergrößerte Detailansicht der gleichen Ausführungsform der Erfindung
wie in Fig.1. Dabei ist zu erkennen, dass der Bahnsteig 2 ein Fundament aufweist,
welches Betonsockel 20 umfasst, die zur Aufnahme der Stützen 15 der Überdachung 10
ausgebildet sind. Die Betonsockel 20, die das Fundament bilden, sind dabei jeweils
quer zur Bahnsteiglängsachse 3 ausgerichtet und mit Abstand zueinander angeordnet.
Die Betonsockel 20 sind in vordefiniertem Rasterabstand auf das geebnete Erdreich
4 gesetzt. Durch den Rasterabstand der Betonsockel 20 wird auch der Abstand der Stützen
15 für die Überdachung 10 festgelegt, da die Stützen 15 in den Betonsockeln 20 stabil
verankert sind. Die Betonsockel 20 weisen dabei in ihrem Mittelteil Köcher 17 zum
Einsetzen einer Stütze 15 für die Überdachung 10 auf. Auf den Betonsockeln 20 liegen
zueinander parallele, sich entlang der Bahnsteiglängsachse 3 erstreckende Längsträger
24. Auf den Längsträgern 24 ruhen in einem Fugen bildenden Abstand Laufplatten 26,
die die Längsträger 24 quer überdecken. Der Bahnsteigunterbau und die Laufebene 27
des Bahnsteigs 2 können somit nach einer Art Baukastenprinzip, bestehend aus Betonsockel
20, Längsträger 24 und Laufplatten 26, zusammengesetzt werden. Dabei ist sowohl die
Laufebene 27 des Bahnsteigs 2 als auch die Fahrebene 14 der Überdachung 10 aus nebeneinander
angeordneten rasterartig verlegten Platten gebildet.
[0030] Fig. 3 zeigt schematisch zwei Bahnsteige 2a, 2b mit als Parkplatz ausgebildeter Überdachung
10, die miteinander über ein Verbindungselement 13 verbunden sind und die einen Gleiskörper
mit zwei Gleisen 5a, 5b erschließen. Dabei ist zu erkennen, dass die das Fundament
der Bahnsteige 2a, 2b bildenden Betonsockel 20 u-förmig ausgebildet und jeweils quer
zur Bahnsteiglängsachse 3 (s. Fig. 1 und 2) ausgerichtet sind. Des Weiteren weisen
sie nach oben weisende Höcker 22 auf. Durch Verwendung dieser u-förmigen, auf Abstand
gesetzten Betonsockel 20 entsteht unter der Bahnsteigoberfläche ein Hohlraum 28, der
für weitere Zwecke genutzt werden kann und beispielsweise für Inspektionen betretbar
ist. Die Längsträger 24 liegen dabei auf den Höckern 22 der Betonsockel 20 auf und
können mit diesen mit Hilfe geeigneter Befestigungsmittel verbunden sein. So sind
in den Höckern 22 beispielsweise Ankerbolzen (nicht dargestellt) vorgesehen, auf die
die Längsträger 24 während der Montage mit dafür vorgesehenen Aussparungen (nicht
dargestellt) aufgestülpt werden. Zwischen den Höckern 22 und den Längsträgern 24 ist
eine die Fertigungstoleranzen ausgleichende Fügeschicht (nicht dargestellt) eingebracht
und die Aussparungen in den Längsträgern 24 sind mit Vergussmasse (nicht dargestellt)
ausgefüllt, wobei stattdessen zum Ausgleich der Fertigungstoleranzen auch Elastomerlager
zur Anwendung kommen können. Die Laufplatten 26, die auf den Längsträgern 24 ruhen
und die die Längsträger 24 quer überdecken, überragen diese jeweils einseitig zur
Bildung einer Fluchtnische 29. Durch dieses seitliche Auskragen der Laufplatten 26
quer zur Bahnsteiglängsachse 3 über die Längsträger 24 wird seitlich der Gleise 5a,
5b ein von der Laufplatte 24 überdeckter, zum Gleis 5a, 5b hin offener Raum geschaffen,
welcher einerseits als Fluchtnische 29 für Rangierer oder andere Personen dient und
andererseits ohne Hindernisse auf der Bahnsteigseite das maschinelle Durcharbeiten
des Schotters eines Gleisbettes mit Hilfe automatischer Bettungsreinigungsmaschinen
ermöglicht. An der Überdachung 10 der Bahnsteige 2a, 2b ist ein Verbindungselement
13 zur Überbrückung des Gleiskörpers vorgesehen. Der Bahnsteig 2a, 2b mit Überdachung
10 besteht dabei aus Betonfertigteilen und weist einen modularen Aufbau auf. Dabei
ist unter modularem Aufbau zu verstehen, dass bei der Endmontage auf der Baustelle
der Zusammenbau des Bahnsteigs 2a, 2b mit Überdachung 10 aus bereits vorgefertigten
Bauteilen und vormontierten Baugruppen erfolgt.
[0031] Fig. 4 zeigt eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung. Dabei ist schematisch
ein Bahnkörper dargestellt, bestehend aus vier Gleisen 5c, 5d, 5e, 5f mit einem Mittelbahnsteig
2d und zwei Außenbahnsteigen 2c, 2e, welche jeweils über Verbindungselemente 13a,
13b miteinander verbundene als Parkplatz ausgebildete Überdachungen 10 aufweisen und
durch eine Aufzuganlage 30 und eine Treppenanlage 32a mit Treppenlift 34 erschlossen
sind. Die Überdachung 10 ruht dabei jeweils auf Stützen 15a, 15b, 15c. Dabei durchdringt
die Aufzuganlage 30 die Überdachung 10 vollständig auf einer vom horizontalen Umfang
der Aufzuganlage 30 eingefassten Fläche. Auch die Treppenanlage 32a durchdringt die
Überdachung 10 ganz auf einer vom horizontalen Umfang des Zugangs der Treppenanlage
32 eingefassten Fläche. Der an der Treppenanlage 32a vorgesehene Treppenlift 34 gewährleistet
einen behindertengerechten Zugang zur Bahnsteigebene vom auf dem Bahnsteigdach befindlichen
Parkplatz aus. Der Treppenlift 34 ist dabei dafür vorgesehen, neben älteren oder gebrechlichen
Personen auch zugehörige Rollstühle oder auch Kinderwagen zu transportieren.
[0032] Fig. 5a zeigt eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung. Dabei ist die
Querschnittsansicht einer Bahnstation 1 zu sehen, wobei die Bahnstation 1 zwei Bahnsteige
2f, 2g mit als Parkplatz ausgebildeter Überdachung 10 aufweist. Der Parkplatz weist
eine Mehrzahl von Stellplätzen 12 für Kraftfahrzeuge sowie entsprechende Zufahrtswege
auf. Die Überdachung 10 ruht dabei auf Stützen 15d, 15e. Die Bahnsteige 2f, 2g weisen
dabei Betonsockel 20a auf, von denen einige zur Aufnahme der Stützen 15d, 15e der
Überdachung 10 ausgebildet sind. Anders als in den in Fig. 3 und Fig. 4 dargestellten
Ausführungsformen sind die Betonsockel 20a jedoch nicht u-förmig ausgebildet, sondern
ruhen stattdessen jeweils auf einem eigenen Fundament 19. Ebenso wie in den in Fig.
3 und Fig. 4 dargestellten Ausführungsformen liegen jedoch auf den Betonsockeln 20
zueinander parallele sich entlang der Bahnsteiglängsachse 3 (s. Fig. 1 und Fig. 2)
erstreckende Längsträger 24. Auf den Längsträgern 24 ruhen Laufplatten 26, die die
Längsträger 24 quer überdecken und einseitig zur Bildung einer Fluchtnische 29 überragen.
Die Bahnsteige 2f, 2g weisen somit eine plattierte Laufebene 27 auf, unter der ein
Hohlraum 28 für eine Leitungstrasse 35 ausgebildet ist. Dieser Hohlraum 28 wird hier
beispielsweise zur Installation von Kabelkanälen genutzt. An der Überdachung 10 ist
ein Verbindungselement 13 zur Überbrückung des Gleiskörpers vorgesehen. Die Laufebene
27 des Bahnsteigs 2f ist von der Überdachung 10 aus über eine Aufzuganlage 30a erreichbar.
Die Aufzuganlage 30a ist dabei seitlich an der Überdachung 10 angebracht ist, ohne
diese zu durchdringen. Die Laufebene 27 des Bahnsteigs 2g ist von der Überdachung
10 aus über eine Treppenanlage 32 erreichbar. Die Treppenanlage 32 ist dabei seitlich
an der Überdachung 10 angebracht, ohne diese zu durchdringen.
[0033] Fig. 5b zeigt eine vergrößerte Querschnittsansicht einer Variante des in Fig. 5a
dargestellten Bahnsteigfundaments. Dabei ist der Betonsockel 20b zur Aufnahme der
Stützen 15d der Überdachung 10 (s. Fig. 5a) ausgebildet, wobei die Stützen 15d jeweils
in einem im Betonsockel 20b vorgesehenen Köcher 17 eingesetzt und verankert sind.
Auch hier ist der Betonsockel 20b, anders als bei den in Fig. 3 und Fig. 4 dargestellten
Ausführungsformen, nicht u-förmig ausgebildet, sondern als Einzelblock, welcher das
Fundament für die dem Gleis 5g (s. Fig. 5a) abgewandte Seite des Bahnsteigs 2f bildet.
Der Betonsockel 20b ist dabei als Fertigteil oder aus Ortbeton herstellbar. Ebenso
wie in den in Fig. 3 und Fig. 4 dargestellten Ausführungsformen liegen auf dem Betonsockel
20b zueinander parallele sich entlang der Bahnsteiglängsachse 3 (s. Fig. 1 und Fig.
2) erstreckende Längsträger 24. Hierzu ist in dem Betonsockel 20b eine Aufnahme 37
für Längsbalken 24 vorgesehen. Auf den Längsträgern 24 ruhen Laufplatten 26, die die
Längsträger 24 quer überragen.
[0034] Fig. 6 zeigt die Draufsicht einer Bahnstation 1, die die gleiche Ausführungsform
der Erfindung darstellt wie in Fig. 5a. Dabei ist zu erkennen, dass sich die Überdachung
10 entlang der Bahnsteiglängsachse 3 erstreckt, d.h. die Ausdehnung der als Parkplatz
ausgebildeten Überdachung 10 ist also in Richtung der Bahnsteiglängsachse 3 weitaus
größer als quer zu derselben. Die Überdachung 10 überspannt dabei einen Gleiskörper,
der aus (hier nur schematisch angedeuteten) Gleisen 5 besteht. Auf der Überdachung
10 ist eine Mehrzahl von Stellplätzen 12 für Kraftfahrzeuge vorgesehen. Dabei weist
die Überdachung 10 zwei für Kraftfahrzeuge befahrbare Auf- und Abfahrtrampen 11 auf.
Diese stellen eine Verbindung zwischen dem Zufahrtsbereich der Bahnstation 1 und den
auf der Überdachung 10 befindlichen Stellplätzen 12 her und erschließen letztere für
Kraftfahrzeuge ausgehend von der Abfahrt 6 einer öffentlichen Zufahrtsstraße (nicht
dargestellt). Durch die Auf- und Abfahrtrampen 11 wird es Kraftfahrzeugen ermöglicht,
durch Befahren der Rampen vom Höhenniveau der Zufahrtsstraße bzw. der Bahnsteige 2f,
2g (s. Fig. 5a) auf das Höhenniveau der auf der Überdachung 10 befindlichen Stellplätze
12 zu gelangen und umgekehrt. Dabei ist sowohl denkbar, dass die Überdachung 10 nur
in eine Richtung befahren werden soll, als auch, dass Gegenverkehr (wie in Fig. 6
durch Pfeilrichtungen angedeutet) zugelassen wird. Die Auf- und Abfahrtrampen 11 sind
in Richtung der Bahnsteiglängsachse 3 seitlich an der gleichen Seite der Überdachung
10 angebracht. Es ist jedoch ebenso denkbar, dass die beiden Auf- und Abfahrtrampen
11 jeweils an unterschiedlichen Seiten der Überdachung 10 angebracht sind. An der
Überdachung 10 ist ein durchgehendes Verbindungselement 13 zur Überbrückung des Gleiskörpers
vorgesehen, das sich über die gesamte Länge der Überdachung 10 in Bahnsteiglängsrichtung
3 erstreckt. Zu erkennen ist des Weiteren, dass auf beiden entlang der Bahnsteiglängsrichtung
3 verlaufenden Seiten der Überdachung 10 jeweils eine Aufzuganlage 30a und jeweils
eine Treppenanlage 32 angebracht sind, ohne die Überdachung 10 zu durchdringen, über
die die Laufebene 27 der Bahnsteige 2f, 2g von der Überdachung 10 aus erreichbar ist.
[0035] Fig. 7a zeigt einen Teilausschnitt einer Draufsicht einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
eines Bahnsteigs 2 mit als Parkplatz ausgebildeter Überdachung 10 (nicht dargestellt),
welcher sich von den anderen gezeigten Ausführungsformen in erster Linie durch die
Ausgestaltung des Fundaments unterscheidet. Dabei sind Betonsockel 20c, 20d zur Aufnahme
der Stützen 15 der Überdachung 10 (nicht dargestellt) ausgebildet. Auch in dieser
Ausführungsform sind die Betonsockel 20c, 20d, anders als bei den in Fig. 3 und Fig.
4 dargestellten Ausführungsformen, nicht u-förmig ausgebildet, sondern als Einzelblöcke,
welche die Fundamente für die dem Gleis (nicht dargestellt) abgewandte Seite des Bahnsteigs
2 bildet. Die Betonsockel 20c, 20d sind dabei als Fertigteile oder aus Ortbeton herstellbar.
Ebenso wie in den in Fig. 3 und Fig. 4 dargestellten Ausführungsformen liegen auf
den Betonsockeln 20c, 20d zueinander parallele sich entlang der Bahnsteiglängsachse
3 erstreckende Längsträger 24. Hierzu ist nur in den Betonsockeln 20c jeweils eine
Aufnahme 37 für Längsbalken 24 vorgesehen. Demgegenüber sind in den Betonsockeln 20d
keine Aufnahmen 37 für Längsbalken 24 vorgesehen. Die Betonsockel 20c mit Aufnahme
37 können dabei im Wechsel mit jeweils zwei Betonsockeln 20d ohne Aufnahme 37 angeordnet
sein. Beispielsweise können die Betonsockel 20c bevorzugt in einem Abstand von 7,50
m zueinander angeordnet sein. Auf den Längsträgern 24 ruhen Laufplatten 26, die die
Längsträger 24 quer überragen. Die Laufplatten können in Bahnsteiglängsrichtung 3
beispielsweise jeweils ein Rastermaß von 2,50 m aufweisen. Die Betonsockel 20c, 20d
sind jeweils mit dem benachbarten Betonsockel 20c, 20d über eine Verbindung 40, die
zur statischen Aussteifung der Anordnung dient, miteinander verbunden. Die Verbindung
40 ist nach oben hin als Wandscheibe 39 ausgebildet und dient als Absturzsicherung
für Personen, die sich auf dem Bahnsteig 2 befinden.
[0036] Fig. 7b zeigt einen Teilausschnitt einer seitlichen Querschnittsansicht der gleichen
bevorzugten Ausführungsform eines Bahnsteigs 2 mit als Parkplatz ausgebildeter Überdachung
(nicht dargestellt), wobei der Schnitt entlang der in Fig. 7a gezeigten Linie A-A
erfolgt. Dabei ist des Weiteren zu erkennen, dass die Stützen 15 der Überdachung 10
(nicht dargestellt) jeweils in einem in den Betonsockeln 20c, 20d vorgesehenen Köcher
17 eingesetzt und verankert sind. Die Höhe der Laufebene 27 des Bahnsteigs 2 kann
dabei je nach statischen Erfordernissen variieren, während die Höhe der nach oben
hin als Wandscheibe 39 ausgebildeten Verbindung 40 zwischen den Betonsockeln 20c,
20d entsprechend der geforderten Absturzsicherung für Personen, die sich auf dem Bahnsteig
befinden, gewählt ist.
[0037] Fig. 7c zeigt eine vergrößerte Querschnittsansicht des Bahnsteigfundaments der gleichen
bevorzugten Ausführungsform eines Bahnsteigs 2 (s. Fig. 7a und 7b) mit als Parkplatz
ausgebildeter Überdachung (nicht dargestellt), wobei der Schnitt entlang der in Fig.
7b gezeigten Linie B-B erfolgt. Dabei ist ein Betonsockel 20c zu erkennen, der eine
Aufnahme 37 für Längsbalken 24 aufweist, wobei auf den Längsbalken 24 die Laufplatten
26 ruhen. Dabei ist zudem zu erkennen, dass die Verbindung 40 zwischen den Betonsockeln
20c, 20d nach oben hin als Wandscheibe 39 ausgebildet ist, die als integrierte Absturzsicherung
dient. Die Verbindung 40 ist dabei in Form einer Verstärkung im Fußbereich der Wandscheibe
39 ausgebildet und gemeinsam mit der Wandscheibe 39 zur statischen Aussteifung in
den Betonsockel 20c eingebunden, welcher als Fundament dient und auf dem Erdreich
4 ruht. Wandscheibe 39 und Verbindung 40 können dabei eine oder mehrere Einheit(en)
bilden, die zwischen einigen oder allen Betonsockeln 20c, 20d und durch diese durchlaufend
angeordnet ist bzw. sind. Trennungen zwischen mehreren solcher Einheiten können aus
statischen bzw. konstruktiven Erfordernissen, beispielsweise alle 10 m, vorgesehen
sein.
Bezugszeichenliste
[0038]
- 1
- Bahnstation
- 2, 2a, 2b, 2c, 2d, 2e, 2f, 2g
- Bahnsteig
- 3
- Bahnsteiglängsachse
- 4
- Erdreich
- 5, 5a, 5b, 5c, 5d, 5e, 5f, 5g, 5h
- Gleis
- 6
- Abfahrt
- 10
- Überdachung
- 11
- Auf- bzw. Abfahrtrampe
- 12
- Stellplatz
- 13, 13a, 13b, 13c
- Verbindungselement
- 14
- Fahrebene
- 15, 15a, 15b, 15c, 15d, 15e
- Stütze
- 17
- Köcher
- 19
- Fundament
- 20, 20a, 20b, 20c. 20d
- Betonsockel
- 22
- Höcker
- 24
- Längsträger
- 26
- Laufplatten
- 27
- Laufebene
- 28
- Hohlraum
- 29
- Fluchtnische
- 30, 30a
- Aufzuganlage
- 32, 32a
- Treppenanlage
- 34
- Treppenlift
- 35
- Leitungstrasse
- 37
- Aufnahme für Längsbalken
- 39
- Wandscheibe
- 40
- Verbindung
1. Bahnsteig (2, 2a, 2b, 2c, 2d, 2e, 2f, 2g) mit Überdachung (10), wobei die Überdachung
(10) auf Stützen (15, 15a, 15b, 15c, 15d, 15e) ruht, für Kraftfahrzeuge befahrbar
und mindestens teilweise als Parkplatz ausgebildet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Bahnsteig (2, 2a, 2b, 2c, 2d, 2e, 2f, 2g) ein Fundament aufweist, welches zur
Aufnahme und/oder Auflage von mindestens einer der Stützen (15, 15a, 15b, 15c, 15d,
15e) der Überdachung (10) ausgebildet ist.
2. Bahnsteig (2, 2a, 2b, 2c, 2d, 2e, 2f, 2g) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Fundament wenigstens einen Betonsockel (20, 20a) umfasst, welcher zur Aufnahme
und/oder Auflage von mindestens einer der Stützen (15, 15a, 15b, 15c, 15d, 15e) der
Überdachung (10) ausgebildet ist.
3. Bahnsteig (2, 2a, 2b, 2c, 2d, 2e, 2f, 2g) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Betonsockel (20, 20a) des Fundaments u-förmig ausgebildet, jeweils quer zur Bahnsteiglängsachse
(3) ausgerichtet und mit Abstand zueinander angeordnet sind und nach oben weisende
Höcker (22) umfassen.
4. Bahnsteig (2, 2a, 2b, 2c, 2d, 2e, 2f, 2g) nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass auf den Betonsockeln (20, 20a) zueinander parallele sich entlang der Bahnsteiglängsachse
(3) erstreckende Längsträger (24) liegen.
5. Bahnsteig (2, 2a, 2b, 2c, 2d, 2e, 2f, 2g) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass auf den Längsträgern (24) in einem Fugen bildenden Abstand Laufplatten (26) ruhen,
die die Längsträger (24) quer überdecken und wenigstens einseitig zur Bildung einer
Fluchtnische (29) überragen.
6. Bahnsteig (2, 2a, 2b, 2c, 2d, 2e, 2f, 2g) nach einem der genannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass er eine plattierte Laufebene (27) aufweist, unter der ein Hohlraum (28) für eine
Leitungstrasse (35) ausgebildet ist.
7. Bahnsteig (2, 2a, 2b, 2c, 2d, 2e, 2f, 2g) nach einem der genannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Überdachung (10) entlang der Bahnsteiglängsachse (3) erstreckt.
8. Bahnsteig (2, 2a, 2b, 2c, 2d, 2e, 2f, 2g) nach einem der genannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der als Parkplatz ausgebildete Teil der Überdachung (10) quer zur Bahnsteiglängsachse
(3) höchstens die Bahnsteigbreite überdeckt.
9. Bahnsteig (2, 2a, 2b, 2c, 2d, 2e, 2f, 2g) nach einem der genannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Überdachung (10) mindestens eine für Kraftfahrzeuge befahrbare Auf- und/oder
Abfahrtrampe (11) aufweist.
10. Bahnsteig (2, 2a, 2b, 2c, 2d, 2e, 2f, 2g) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Auf- und/oder Abfahrtrampe(n) (11) in Richtung der Bahnsteiglängsachse (3) stirnseitig
vorne und/oder hinten an der Überdachung (10) angebracht sind.
11. Bahnsteig (2, 2a, 2b, 2c, 2d, 2e, 2f, 2g) nach einem der genannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Überdachung (10) ein Verbindungselement (13) zur Verbindung der Überdachung
(10) mit einer weiteren Überdachung und/oder zur Überbrückung von mindestens einem
Gleiskörper vorgesehen ist.
12. Bahnsteig (2, 2a, 2b, 2c, 2d, 2e, 2f, 2g) nach einem der genannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass er mindestens teilweise aus Betonfertigteilen besteht und zumindest teilweise einen
modularen Aufbau aufweist.
13. Bahnsteig (2, 2a, 2b, 2c, 2d, 2e, 2f, 2g) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Stützen (15, 15a, 15b, 15c, 15d, 15e) und mindestens ein Betonsockel
(20, 20a) als ein Fertigbauteil ausgebildet sind.
14. Bahnsteig (2, 2a, 2b, 2c, 2d, 2e, 2f, 2g) nach einem der genannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Laufebene (27) des Bahnsteigs (2, 2a, 2b, 2c, 2d, 2e, 2f, 2g) und/oder die Fahrebene
(14) der Überdachung (10) aus nebeneinander und/oder hintereinander angeordneten rasterartig
verlegten Platten gebildet ist.
15. Bahnsteig (2, 2a, 2b, 2c, 2d, 2e, 2f, 2g) nach einem der genannten Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Überdachung (10) und/oder die Stützen (15, 15a, 15b, 15c, 15d, 15e) der Überdachung
(10) zumindest teilweise als Stahlkonstruktion ausgebildet sind.
16. Bahnsteig (2, 2a, 2b, 2c, 2d, 2e, 2f, 2g) nach einem der genannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Laufebene (27) des Bahnsteigs (2, 2a, 2b, 2c, 2d, 2e, 2f, 2g) von der Überdachung
(10) aus über mindestens eine Aufzuganlage (30, 30a) erreichbar ist.
17. Bahnsteig (2, 2a, 2b, 2c, 2d, 2e, 2f, 2g) nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufzuganlage (30, 30a) die Überdachung (10) mindestens teilweise durchdringt.
18. Bahnsteig (2, 2a, 2b, 2c, 2d, 2e, 2f, 2g) nach einem der genannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Laufebene (27) des Bahnsteigs (2, 2a, 2b, 2c, 2d, 2e, 2f, 2g) von der Überdachung
(10) aus über mindestens eine Treppenanlage (32, 32a) erreichbar ist.
19. Bahnsteig (2, 2a, 2b, 2c, 2d, 2e, 2f, 2g) nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Treppenanlage (32, 32a) mindestens einen Treppenlift (34) aufweist.
20. Bahnsteig (2, 2a, 2b, 2c, 2d, 2e, 2f, 2g) nach einem der Ansprüche 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Treppenanlage (32, 32a) die Überdachung (10) mindestens teilweise durchdringt.