[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Hochdruckleitungssystem, insbesondere zum
Einspritzen von Kraftstoff, mit einer Hochdruckleitung und einem Hochdruckspeicher,
die von einem Fluid durchströmt werden.
[0002] Es sind Hochdruckleitungssysteme bekannt, insbesondere im Bereich von Kraftstoffeinspritzsystemen,
bei denen ein Fluid durch eine Hochdruckpumpe komprimiert und einem Hochdruckspeicher
zugeführt wird. Aus diesem Hochdruckspeicher wird dann das Fluid über einen Injektor
in kurzen Einspritzvorgängen einem Brennraum zugeführt. Sowohl durch die Hochdruckpumpe
als auch durch den Injektor können in dem Fluid Druckreflexionen verursacht werden,
die in einer von der Leitungslänge abhängigen Frequenz Pfeifenschwingungen erzeugen.
Diese können sich mit weiteren Druckschwingungen im System überlagern und den Einspritzverlauf
bzw. das Injektorsteuermodul empfindlich stören. Dieser Effekt kann sowohl bei positiven
Druckimpulsen, beispielsweise durch die Hochdruckpumpe, als auch bei negativen Druckimpulsen,
beispielsweise durch den Injektor auftreten.
[0003] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Hochdruckleitungssystem zu schaffen,
das die bei Druckimpulsen auftretenden Schwingungen minimiert.
[0004] Diese Aufgabe wird mit einem Hochdruckleitungssystem mit den Merkmalen des Anspruches
1 gelöst.
[0005] Erfmdungsgemäß ist am Übergang der Hochdruckleitung zu dem Hochdruckspeicher eine
Druckimpulsdrossel angeordnet, mittels der die Reflexion eines Druckimpulses stark
vermindert oder sogar eliminiert wird. Mit der Druckimpulsdrossel werden die Druckstöße
soweit absorbiert, dass störende Pfeifenschwingungen sich nicht ausbilden können.
Der vorliegenden Erfindung liegt dabei die überraschende Erkenntnis zugrunde, dass
trotz der Erhöhung des Strömungswiderstandes in dem Hochdruckleitungssystem durch
die Druckimpulsdrossel die Vorteile durch die Beseitigung der Reflexion der Druckimpulse
überwiegen.
[0006] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung weist die Druckimpulsdrossel
einen sich verjüngenden Strömungskanal auf. Dieser kann sich beispielsweise konisch
in Strömungsrichtung verjüngen, sodass der Durchflusswiderstand in der Druckimpulsdrossel
in eine Strömungsrichtung kleiner ist als gegen die Strömungsrichtung. Meist wird
in einem Hochdruckleitungssystem eine Hauptströmungsrichtung vorhanden sein, beispielsweise
von einer Hochdruckpumpe zu einem Injektor hin, sodass die Druckimpulsdrosseln entsprechend
ausgestaltet sein können, da die zu erwartenden Druckstöße jeweils aus einer Richtung
kommen.
[0007] Für eine gute Adsorption der Druckstöße können die Druckimpulse einen engsten Querschnitt
aufweisen, der bei kleiner 50% der Fläche des Querschnittes der Hochdruckleitung liegt.
[0008] Das erfindungsgemäße Hochdruckleitungssystem ist vorzugsweise mit einer Hochdruckleitung
versehen, die mit einer Hochdruckpumpe verbunden ist. Ferner kann eine weitere Hochdruckleitung
mit mindestens einem Injektor eines Einspritzsystems verbunden sein. Dann ist es besonders
vorteilhaft, wenn benachbart zu dem Hochdruckspeicher jeweils eine Druckimpulsdrossel
am Übergang zu der jeweiligen Hochdruckleitung angeordnet ist.
[0009] Für eine einfache Montage und stabile Festlegung kann die Druckimpulsdrossel an einer
Aussparung gehalten sein, die in einem Gehäuse für den Hochdruckspeicher vorgesehen
ist. Die Aussparung kann durch eine Bohrung gebildet sein, in die die Druckimpulsdrossel
beispielsweise mit Presssitz eingefügt ist.
[0010] Die Erfindung wird nachfolgend anhand mehrere Ausführungsbeispiele mit Bezug auf
die beigefügten Abbildungen näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Ansicht eines Ausführungsbeispieles eines erfindungsgemäßen Hochdruckleitungssystems;
- Figur 2
- eine schematische Ansicht eines erweiterten Hochdruckleitungssystems nach der Erfindung,
und
- Figur 3
- eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Hochdruckleitungssystems.
[0011] Ein Hochdruckleitungssystem umfasst eine Hochdruckleitung 1, die mit einem Hochdruckspeicher
2 verbunden ist. Über die Hochdruckleitung 1 strömt ein Fluid in den Hochdruckspeicher
2 ein, wobei im Mündungsbereich eine Druckimpulsdrossel 3 vorgesehen ist.
[0012] Die aus einem harten Werkstoff, vorzugsweise Metall bestehende Druckimpulsdrossel
3 weist einen Strömungskanal 4 auf, der sich von einer Eintrittsseite hin zu einer
Austrittsöffnung 5 hin konisch verjüngt.
[0013] Aus dem Hochdruckspeicher 2 strömt das Fluid über eine Öffnung 9 ab.
[0014] Wenn die Hochdruckleitung 1 instationär durchströmt wird, wird der dadurch entstehende
Druckimpuls in der Druckimpulsdrossel 3 soweit gedrosselt, dass eine Reflexion des
Druckimpulses stark vermindert oder eliminiert wird. Dabei kann die Druckimpulsdrossel
so ausgestaltet sein, dass sie Druckstöße aus allen Richtungen absorbiert, sodass
sich diese im Fluid nicht mehr oder nur noch abgeschwächt ausbilden können.
[0015] Durch die konische Ausbildung des Strömungskanals 4 wird der Durchflusswiderstand
in die Strömungsrichtung kleiner als in Gegenrichtung. Dadurch wird ein entsprechend
ungleichmäßiger Strömungswiderstand in die verjüngende Richtung des Strömungskanals
bzw. entgegengesetzt erreicht.
[0016] Bei dem in Figur 2 gezeigten Ausführungsbeispiel eines Hochdruckleitungssystems ist
ein Common-Rail-Einspritzsystem vorhanden, bei dem ein Hochdruckspeicher 2 über eine
Hochdruckleitung 1 mit einem Druckerzeuger 10, beispielsweise einer Hochdruckpumpe
verbunden ist. Im Mündungsbereich ist an der Hochdruckleitung 1 eine Druckimpulsdrossel
3 angeordnet. Bei positiven Druckstößen der Pumpenkolben des Druckerzeugers 10 werden
entsprechende Druckimpulse in der Druckimpulsdrossel 3 absorbiert, wie dies oben ausgeführt
ist.
[0017] Der Hochdruckspeicher 2 ist über ein oder mehrere Hochdruckleitungen 6 mit Injektoren
7 verbunden, die über nicht näher dargestellte Ventile das komprimierte Fluid einspritzen.
Um zu vermeiden, dass die dadurch entstehenden negativen Druckimpulse beim Eintritt
in den Hochdruckspeicher 2 reflektiert werden, sind Druckimpulsdrosseln 3 an dem Übergang
zu dem Hochdruckspeicher 2 vorgesehen. An den Hochdruckspeicher 2 können dabei ein
oder mehrere Injektoren 7 über Hochdruckleitungen 6 angeschlossen sein.
[0018] In Figur 3 ist ein Ausführungsbeispiel gezeigt, bei dem ein Hochdruckspeicher 2 an
oder in einem Injektor 11 angeordnet ist, wobei der Hochdruckspeicher 2 über eine
Druckimpulsdrossel 3 mit einem Strömungskanal 13 verbunden ist, der zu einer Einspritzdüse
14 führt. Die Einspritzdüse 14 ist über einen Ventilkörper 15 intermittierend zu öffnen,
sodass aus einem Einspritzkopf 16, der über einen Haltering 17 an dem Injektor 11
gehalten ist, ein Fluid ausgespritzt wird. Durch die resultierenden Druckstöße könnten
sich Druckimpulse bilden, die jedoch durch die Druckimpulsdrossel 3 zu dem Hochdruckspeicher
2 hin absorbiert werden. Der Hochdruckspeicher 2 wird über eine Öffnung 12 mit Fluid
befüllt.
[0019] Bei den dargestellten Ausführungsbeispielen weisen die Druckimpulsdrosseln 3 jeweils
einen sich konisch verjüngenden Strömungskanal 4 auf. Es ist natürlich auch möglich,
andere Querschnittsformen an der Druckimpulsdrossel 3 vorzusehen, beispielsweise gekrümmte
sich verjüngende Strömungskanäle, stufenförmige Strömungskanäle oder andere Geometrien,
die im Hinblick auf den jeweiligen Anwendungsfall optimiert sind.
[0020] Das Hochdruckleitungssystem weist vorzugsweise einen inneren Druck von mehreren 100
bar, insbesondere auch über 1.000 bar auf, sodass die Druckimpulse ohne Dämpfung zu
den vorerwähnten Effekten der Pfeifenschwingungen führen können. Ein bevorzugtes Anwendungsgebiet
sind Kraftstoffeinspritzsysteme, wobei das Hochdruckleitungssystem auch für andere
Bereiche einsetzbar ist.
1. Hochdruckleitungssystem, insbesondere zum Einspritzen von Kraftstoff, mit einer Hochdruckleitung
(1, 6) und einem Hochdruckspeicher (2), die mit einem Fluid durchströmt werden, dadurch gekennzeichnet, dass eine Druckimpulsdrossel (3) am Übergang der Hochdruckleitung (1, 6) zu dem Hochdruckspeicher
(2) angeordnet ist.
2. Hochdruckleitungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckimpulsdrossel (3) einen sich konisch in Strömungsrichtung verjüngenden Strömungskanal
aufweist und der Durchflusswiderstand in der Druckimpulsdrossel (3) in eine Strömungsrichtung
kleiner ist als gegen die Strömungsrichtung.
3. Hockdruckleitungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckimpulsdrossel einen engsten Querschnitt aufweist, der bei kleiner 50% der
Fläche des Querschnittes der Hochdruckleitung (1, 6) liegt.
4. Hochdruckleitungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Hochdruckleitung (1) mit einer Hochdruckpumpe (10) verbunden ist.
5. Hochdruckleitungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Hochdruckleitung (1) mit mindestens einem Injektor (7, 11) eines Einspritzsystems
verbunden ist.
6. Hochdruckleitungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Hochdruckspeicher (2) in einem Injektor-Gehäuse angeordnet ist und benachbart
zu dem Hochdruckspeicher (2) eine Aussparung mit der Druckimpulsdrossel (3) angeordnet
ist.
7. Hochdruckleitungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Hochdruckspeicher (2) über eine erste Hochdruckleitung (6) mit einer Hochdruckpumpe
(10) und über eine zweite Hochdruckleitung (1, 6) mit einem Injektor (7) verbunden
ist, und benachbart zu dem Hochdruckspeicher (2) an jeder Hochdruckleitung (1) jeweils
eine Druckimpulsdrossel (3) angeordnet ist.
8. Hochdruckleitungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass nach Fig. 2 die Druckimpulsdrossel (3) in den Anschlussnippel entweder der Hochdruckpumpenleitung
(1) oder der Leitung vom Hochdruckspeicher (2) zum Injektor (7) integriert ist.