[0001] Die Erfindung betrifft einen Rollenwechsler einer Rollenrotationsdruckmaschine mit
einem Antrieb mit zumindest einem Elektromotor gemäß den Merkmalen des Anspruchs 1.
[0002] Aus der
EP 1 155 987 A2 ist ein Rollenwechsler für eine Druckmaschine bekannt. Zum Antrieb der Vorratsrollen
in diesem Rollenwechsler sind dabei Drehstrom-Asynchronmotoren, allgemeine Drehstrom-
oder Wechselstrommotoren, Universalmotoren oder Gleichstrommotoren vorgesehen. Der
Antrieb der Vorratsrollen kann dabei nach einer Ausführungsform lediglich auf einer
Seite der Vorratsrolle erfolgen, wohingegen die Vorratsrolle auf der gegenüberliegenden
Seite antriebslos in einem Drehlager gelagert ist.
[0003] Aus der
DE 102 24 839 A1 ist ebenfalls ein Antrieb für einen Rollenwechsler an einer Druckmaschine bekannt.
[0004] Die
DE 94 09 754 U1 offenbart eine Wickelmaschine für Binden und Bandagen, wobei die Wickelachse von
einem Synchronmotor angetrieben sein kann.
[0005] Die
DE 41 26 392 C1 und die
DE 31 11 990 C2 beschreiben, dass es auf dem Gebiet der Wickelvorrichtungen bekannt ist, Synchronmotoren
zu verwenden.
[0006] Die nachveröffentlichte
EP 1 460 010 A2 beschreibt eine Maschine mit einem vorzugsweise als Synchronmotor ausgeführten und
zum Direktantrieb eines Wickelkerns einer Wickelrolle dienenden Elektromotors.
[0007] Aus der
DE 1 599 036 ist eine Wickelvorrichtung mit einem aus Segmenten zusammengesetzten Spreizkopf bekannt.
Die Segmente sind ringförmig um einen mit Nockenflächen versehenen, drehbaren Wickeldorn
angeordnet und lassen sich bei axialer Verstellung gegenüber dem Wickeldorn radial
auf die Achse des Dornes zu oder von dieser wegbewegen. Die Segmente werden durch
eine axial in einer Richtung wirkende Feder in ihrer Spreizstellung gehalten. Sie
sind durch einen druckmittelbeaufschlagten Kolben, der gegen die Kraft der Feder in
entgegengesetzter Richtung wirksam ist, aus der Spreizstellung lösbar.
[0008] Die
EP 0 981 443 B1 offenbart einen Hohlwellenmotor eines rotierenden Zylinders oder einer Walze in einer
Rotationsdruckmaschine.
[0009] Die
EP 1 155 987 A2 bezieht sich auf einen Antrieb für einen Rollenwechsler mit mindestens einem Motor
als Zentrumsantrieb einer Papierrolle. Das Drehmoment bzw. die Antriebskraft des Motors
wird über Spannzapfen auf den Kern einer Papierrolle übertragen.
[0010] Die
WO 02/24564 A1 beschreibt ein Stellelement für einen Spanndorn in einem Rollenwechsler. Auf dem
Spanndorn kann eine Hülse fixiert werden. Zur Fixierung der Hülse am Spanndorn werden
durch Druckfedern Kniehebel an vorgesehenen Spannbacken nach außen gedrückt. Ein Stellelement
kann zur Betätigung der Spannbacken in einer Hohlwelle axial durch einen fluidgetriebenen
Kolben verstellt werden, so dass die Spannbacken nach außen gedrückt werden und die
Hülse fixieren. Zum Abstreifen einer verbrauchten Hülse ist am Spanndorn eine Auswerfereinrichtung
angeordnet. Die Auswerfereinrichtung ist an der Hohlwelle axial verschiebbar gelagert
und rotiert zusammen mit der Hohlwelle um eine Mittelachse in einem Gehäuse.
[0011] Die nachveröffentlichte
WO 2005/056195 A1 offenbart einen Elektromotor mit Permanentmagneten für einen Rollenwechsler einer
Druckmaschine.
[0012] Die
WO 99/55533 A zeigt eine Walze oder Zylinder einer Druckmaschine, die von einem Elektromotor mit
Permanentmagneten angetrieben wird.
[0013] Bei bekannten Antrieben, die in einem Kernantrieb die Vorratsrolle ohne Zwischenschaltung
eines Getriebes oder eines Drehmomentübertragungsmittels, wie einem Gurt, direkt antreiben,
wird das Drehmoment über Konen form- und/oder reibschlüssig auf die Hülse einer Vorratrolle
übertragen. Die Konen lassen sich nicht spannen. Spannbare Konen sind bei Rollenwechsler
mit Gurtantrieb bekannt.
[0014] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Rollenwechsler einer Rollenrotationsdruckmaschine
mit einem Antrieb mit zumindest einem Elektromotor zu schaffen.
[0015] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0016] Ein Vorteil des Antriebs liegt insbesondere darin, dass als Elektromotor ein feldschwächbarer
Synchronmotor vorgesehen ist. Solche Synchronmotoren weisen ein außerordentlich breites
Leistungsspektrum auf und können kostengünstig hergestellt werden. Aufgrund ihrer
Motorcharakteristik sind sie besonders gut zum Antrieb von Rollenwechslern an einer
Druckmaschine geeignet.
[0017] Bei bekannten Antriebseinrichtungen für Rollenwechsler sind normalerweise Antriebskonen
vorgesehen, die auf der Innenseite der Hülse der Vorratsrolle drehmomentübertragend
zum Eingriff kommen. Diese Konen werden durch die Antriebswelle des zum Antrieb vorgesehenen
Elektromotors angetrieben. Um eine Vereinfachung und damit eine Kosteneinsparung zu
erreichen, ist es nach einer bevorzugten Ausführungsform des Antriebs vorgesehen,
dass die Antriebswelle des Synchronmotors selbst drehmomentübertragend an der Vorratsrolle,
insbesondere an der Hülse der Vorratsrolle, zum Eingriff bringbar ist. Am Läufer des
Synchronmotors ist der Antriebskonus direkt, insbesondere starr, angeordnet.
[0018] Die Mitnehmerelemente an der Antriebswelle, die zur Drehmomentübertragung vorgesehen
sind, sollten dabei vorzugsweise starr, insbesondere einstückig, mit der Antriebswelle
verbunden sein. Auf diese Weise lassen sich die ansonsten erforderlichen und außerordentlich
aufwendigen Stellmechanismen zur Verstellung der Mitnehmerelemente einsparen.
[0019] Ein Vorteil des Rollenwechslers, der lediglich auf einer Seite mittels eines Elektromotors
angetrieben wird, liegt insbesondere darin, dass das antriebslose Drehlager auch Axialkräfte
längs der Mittelsachse der Vorratsrolle, insbesondere während des Aufachsvorganges,
aufnehmen kann. Im Ergebnis ist es dadurch insbesondere möglich die Axiallagerung
auf der Seite des Elektromotors entsprechend schwächer zu dimensionieren.
[0020] Die Aufnahmen zur Lagerung der Vorratsrolle sollten dabei vorzugsweise auf beiden
Seiten der Vorratsrolle baugleich ausgebildet sein, um durch Verwendung entsprechender
Gleichteile Kosten einsparen zu können. Beide Aufnahmen sollten drehbar gelagert sein,
wobei nur eine Aufnahme von dem Synchronmotor angetrieben ist.
[0021] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform kann mit Hilfe des Synchronmotors
ein freier Anfang der Vorratsrolle auf die Vorratsrolle zurückgespult werden.
[0022] Ein weiterer Vorteil besteht insbesondere darin, die bisher bekannten Vorzüge eines
spannbaren Aufnahmedorns mit den Vorteilen eines direkten Zentralantriebs einer Vorratsrolle
zu kombinieren. Dadurch reduzieren sich der Bauteilaufwand und die Komplexität der
Mechanik. Die Vorrichtung ist insgesamt kompakter und einfacher bei mindestens genauso
hoher Funktionalität aufgebaut. Am Aufnahmedorn lässt sich eine Fixiervorrichtung
in eine Arbeitsstellung und in eine Ruhestellung verstellen, um die Hülse einer Vorratsrolle
an der Aufnahme zu fixieren und wieder zu lösen. Das Antriebsdrehmoment wird durch
eine Hohlwelle als Motorantriebswelle, die vorzugsweise einstückig mit der Aufnahme
ausgebildet ist, auf die Vorratsrolle übertragen.
[0023] Die Fixiervorrichtung an der Aufnahme kann durch ein in der Hohlwelle axial gelagertes
Stellelement betätigt werden. Die Hohlwelle weist Ausnehmungen auf, in denen eine
Federvorrichtung angeordnet ist. Die Federvorrichtung sorgt dafür, dass eine Hülsenspannung
auf das Stellelement wirkt, so dass das Stellelement die Fixiervorrichtung in eine,
die Vorratsrolle fixierende, Ruhestellung zurückführt. Am Stellelement ist auf der
der Aufnahme gegenüberliegenden Seite in axialer Lage eine Betätigungsvorrichtung
angeordnet, die das Stellelement in eine, die Vorratsrolle lösende, Arbeitsstellung
verschiebt. Es wird zusätzlich in der Ruhestellung eine Entkoppelung zwischen der
feststehenden Betätigungsvorrichtung und dem sich mit der Hohlwelle rotierenden Stellelement
durch einen Abstand zwischen diesen Beiden geschaffen, um eine Reibung zwischen der
feststehenden Betätigungsvorrichtung und dem sich drehenden Stellelement zu verhindern.
[0024] Praktischerweise ist die Betätigungsvorrichtung ein in der verlängerten axialen Richtung
des Stellelements angeordneter Membranzylinder. Um den Membranzylinder kleiner dimensionieren
zu können und die Vorrichtung kompakter auszubilden, ist die Betätigungsvorrichtung
ein Hebelmechanismus mit einem Hebelarm, der von einem Membranzylinder betätigbar
ist, der in paralleler Achsrichtung zum Elektromotor angeordnet ist.
[0025] Zwei Aufnahmedorne zur Führung einer Vorratsrolle können jeweils einen Elektromotor
als Antrieb aufweisen. Dadurch verteilt sich die benötigte Leistung des Drehmoments
von einem Elektromotor auf zwei Elektromotoren, die entsprechend kleiner dimensioniert
werden können.
[0026] In Achsrichtung konzentrisch zur Aufnahme kann eine Auswerfereinheit zum Abstreifen
der Materialrolle von der Aufnahme angeordnet werden. Zur Betätigung der Auswerfereinheit
kann entweder das Stellelement verwendet werden oder es können bevorzugt Pneumatikzylinder
vorgesehen sein, die parallel zur Mittelachse ausgebildet sind.
[0027] Ausführungsbeispiele sind in den Zeichnungen dargestellt und werden im Folgenden
näher beschrieben.
[0028] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Rollenwechsler im teilweise dargestellten Querschnitt;
- Fig. 2
- den Elektromotor zum Antrieb des Rollenwechslers gemäß Fig. 1 im Querschnitt;
- Fig. 3
- die zur Lagerung einer Vorratsrolle vorgesehene Aufnahme des Elektromotors gemäß Fig.
2 in seitlicher Ansicht;
- Fig. 4
- die Aufnahme gemäß Fig. 3 in Ansicht von vorne;
- Fig. 5
- eine zweite Ausführungsform eines antriebslosen Drehlagers im Querschnitt;
- Fig. 6
- einen schematisch dargestellten Rollenwechsler;
- Fig. 7
- einen Hohlwellenmotor schematisch im Querschnitt;
- Fig. 8
- einen Querschnitt eines Zentralantriebs mit in Achsrichtung verlängerter Betätigungsvorrichtung;
- Fig. 9
- einen Querschnitt eines Antriebs mit einem Hebelmechanismus;
- Fig. 10
- einen Querschnitt eines Antriebs mit einer Auswerfereinheit;
- Fig. 11
- einen Rollenwechsler in einer seitlichen Ansicht;
- Fig.12
- eine schematische Darstellung eines Zentralantriebs mit einer Bremse;
- Fig. 13
- eine grafische Darstellung einer Antriebsregelung.
[0029] In Fig. 1 ist ein Rollenwechsler 01, insbesondere einer Rollenrotationsdruckmaschine,
zur Lagerung einer Vorratsrolle 02 mit einer Breite von z. B. 300 mm bis 1000 mm,
auf die eine Materialbahn, insbesondere eine Bedruckstoffbahn, aufgespult ist, im
teilweisen Querschnitt dargestellt. Zum einseitigen Antrieb der Vorratsrolle 02 ist
ein Synchronmotor 03, vorgesehen. Der Synchronmotor 03 weist eine Antriebswelle 04
auf, die auf der zur Vorratsrolle 02 gerichteten Seite über das Gehäuse des Synchronmotors
03 übersteht. Diese überstehende Seite der Antriebswellen 04 dient als Aufnahme 06,
auf der die Vorratsrolle 02 drehbar gelagert werden kann.
[0030] Mittels einer Axialverstellung 07, die in der Art einer Scherenhebelmechanik ausgebildet
ist, kann ein am Rollenwechsler 01 schwenkbar gelagerter Tragarm 08 in Richtung der
Längsachse der Vorratsrolle 02 verstellt werden, so dass die Aufnahme 06 des Synchronmotors
03 auf der Innenseite der an der Vorratsrolle 02 vorgesehenen Hülse 09 zum Eingriff
kommt. Zur Drehmomentübertragung von der Antriebswelle 04 auf die Hülse 09 sind an
der Aufnahme 06 radial überstehende Mitnehmerelemente 11 vorgesehen, die einstückig
an das Material der Antriebswelle 04 angeformt sind und ein Drehmoment form- und reibschlüssig
auf die Vorratsrolle 02 übertragen können.
[0031] Auf der gegenüberliegenden Seite des Rollenwechslers 01 ist ein weiterer Tragarm
12 vorgesehen, der ebenfalls mittels einer Axialverstellung 13 in Richtung der Längsachse
der Vorratsrolle 02 verstellbar ist. Am Tragarm 12 ist ein antriebsloses Drehlager
14 vorgesehen, das auf der dem Synchronmotor 03 gegenüberliegenden Seite die Gewichtskräfte
der Vorratsrolle 02 aufnimmt. Auf der zur Vorratsrolle 02 weisenden Seite des Drehlagers
14 steht eine Aufnahme 16 über, die im Wesentlichen baugleich zur Aufnahme 06 ausgebildet
ist und ebenfalls auf der Innenseite der Hülse 09 zum Eingriff kommt. Auf der der
Aufnahme 16 gegenüberliegenden Seite des Drehlagers 14 ist eine antriebslose Welle
17 vorgesehen, mit der das Drehlager 14 in Richtung der Längsachse der Vorratsrolle
02 am Tragarm 12 abgestützt ist, so dass auch größere Axialkräfte vom Drehlager 14
aufgenommen werden können.
[0032] Mindestens die Abstände der Lagerstellen der beiden Aufnahmen 06; 16 sind gleich.
Jeweils eine Lagerstelle der Aufnahme 06; 16 ist an den gegenüberliegenden Seiten
des Tragarmes 08; 12 angeordnet. Ein Abstand der beiden Lagerstellen der Aufnahme
06; 16 entspricht annähernd der Breite des Tragarmes 08; 12.
[0033] In Fig. 2 ist der Aufbau des Synchronmotors 03 vergrößert im Querschnitt dargestellt.
Die Aufnahme 06 mit den Mitnehmerelementen 11 wird durch entsprechend geeignete Bearbeitungsverfahren
aus der Antriebswelle 04 herausgearbeitet. Ein zusätzlicher Konus zwischen Hülse 09
und Antriebswelle 04 kann damit entfallen.
[0034] Der Synchronmotor 03 ist in der Art eines feldschwächbaren Synchronmotors 03 ausgebildet,
wobei er mit einer Feldschwächung bis zu einem Verhältnis 1 : 10 betrieben werden
kann. Der Motor 03 weist sechs Pole und eine elektrische Erregung auf. Der Läufer
des Synchronmotors 03 weist Pole aus Permanentmagneten auf und der Stator des Synchronmotors
03 weist eine elektrische Erregung auf.
Die Permanentmagnete weisen vorzugsweise Selten-Erde-Werkstoffe auf.
[0035] Ein Dauerstillstandsmoment des Synchronmotor 03 liegt im Bereich von 100 Nm bis 200
Nm. Ein maximales Drehmoment liegt im Bereich von 600 Nm bis 800 Nm, insbesondere
bei ungefähr 700 Nm. Weiter weist der Synchronmotor 03 eine theoretische Leerlaufdrehzahl
im Bereich von 500 U/min. bis 600 U/min auf.
[0036] Dem Synchronmotor 03 ist ein Frequenzumformer zur Drehzahlregelung vorgeschaltet.
[0037] Außerdem ist am Motor 03 ein Drehwinkelsensor vorgesehen. Eine Rotationsachse dieses
Drehwinkelsensors ist koaxial zur Rotationsachse des Läufers des Synchronmotors 03
angeordnet. Des weiteren sind eine Rotationsachse der Vorratsrolle 02 und eine Rotationsachse
des Läufers des Synchronmotors 03 koaxial zueinander angeordnet.
[0038] Am Synchronmotor 03 ist eine Kühleinrichtung vorgesehen, die in der Art eines Lüfterrades
ausgebildet ist. Im Generatorbetrieb ist der Synchronmotor 03 selbst als Bremseinrichtung
einsetzbar.
[0039] Eine weitere Kühlmöglichkeit des Motors 03 ist die Kühlung mittels Wassers oder eines
Kühlfluids. Dabei können mehrere Motoren 03 an einer gemeinsamen Kühlmittelversorgung
angeschlossen sein.
[0040] In einer besonderen Ausführungsform ist der Synchronmotor 03 als Aufsteckmotor ausgebildet.
[0041] In einer bevorzugten Ausführungsform ist eine Bremseinrichtung 24, insbesondere eine
Reibbremse, am Synchronmotor 03 angeordnet (Fig. 12).
[0042] Die Bremseinrichtung 24 ist vorzugsweise als Scheibenbremse ausgebildet. Die Bremse
24 unterstützt zum Einen die Bremswirkung des Motors 03, z. B. beim Abbremsen der
Materialrolle 02 beim normalen Halt, insbesondere beim Schnellstop oder bei Regelvorgängen.
Zum Anderen dient die Bremse 24 als Festhaltebremse um z. B. die Klebevorbereitung
an der Materialrolle 02 durchzuführen. Die Bremse ist regelbar, insbesondere bremskraftveränderbar,
ansteuerbar oder in einer anderen Ausführungsform ist sie getaktet ein- und ausschaltbar.
[0043] Die Bremseinrichtung 24, insbesondere eine Scheibe einer Scheibenbremseinrichtung,
ist vorzugsweise konzentrisch zu dem Läufer des Elektromotors 03 angeordnet und drehfest
mit diesem, insbesondere mit der Hohlwelle 04, verbunden.
[0044] In Fig. 3 und Fig. 4 ist die Aufnahme 06 mit den Mitnehmerelementen 11 vergrößert
dargestellt.
[0045] Fig. 5 zeigt eine zweite Ausführungsform eines antriebslosen Drehlagers 18, das an
einem Rollenwechsler 01 eingesetzt werden kann. Wiederum ist zur Abfangung von Axialkräften
eine antriebslose Welle 19 vorgesehen, mit der das Drehlager 18 auf der der Aufnahme
16 gegenüberliegenden Seite abgestützt wird.
[0046] Fig. 6 zeigt einen schematisch dargestellten Rollenwechsler 01 im Querschnitt. Die
Antriebswelle 04 steht auf der zur Vorratsrolle 02 gerichteten Seite über das Gehäuse
des nicht dargestellten Synchronmotors 03 über und dient als Aufnahme 06; 16 für die
Vorratsrolle 02. Die beiden Aufnahmen 06; 16 des Rollenwechslers 01 weisen jeweils
einen eigenen Stellmotor 21 zur Verstellung der Aufnahme 06; 16 in axialer Richtung
der Vorratsrolle 02 auf. Die Stellmotoren 21 sind mit den Aufnahmen 06; 16 bewegbar.
Dazu ist z. B. eine Zahnstange am Träger des Rollenwechslers 01 angeordnet, in die
jeweils von den Stellmotoren 21 angetriebene Zahnräder eingreifen.
[0047] In Fig. 7 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel für einen Rollenwechsler 01 mit einem
Synchronmotor 03, wie er bereits beschrieben wurde, schematisch vereinfacht im Querschnitt
dargestellt.
[0048] Der Elektromotor 03, hat als Antriebswelle 04 eine Hohlwelle 04, die mit einer Aufnahme
05, vorzugsweise einstückig, verbunden ist und gleichzeitig Rotor des Elektromotors
03 ist. Der Aufnahmedorn 05 ist ein Spanndorn 05 und hat als Fixiervorrichtung 26
verstellbare Spannbacken 26, die in Fig. 7 abstrahiert und symbolisiert als Konus
dargestellt sind. Mit den Spannbacken 26 lässt sich die Hülse 27 einer Vorratsrolle
02 fixieren. In der Hohlwelle 04 befindet sich ein Stellelement 29. Das Stellelement
29 ist eine zur Mittelachse des Elektromotors 03 axial angeordnete Betätigungswelle
29, die auf der Seite zum Aufnahmedorn 05 mit den Spannbacken 26 durch eine aus dem
Stand der Technik bekannte Mechanik, wie sie beispielsweise in der
WO 02/24564 A1 offenbart ist, verbunden ist.
[0049] Durch Verschiebung der Betätigungswelle 29 werden die Spannbacken 26 entweder nach
außen gegen die Hülse 27 gedrückt oder nach innen zur Mittelachse eingezogen. Die
Spannbacken 26 werden eingezogen, wenn eine neue Vorratsrolle 02 aufgenommen werden
soll oder die Hülse 27 der Vorratsrolle 02 vom Aufnahmedorn 05 wieder gelöst werden
soll.
[0050] Die Betätigungswelle 29 wird von einer Betätigungsvorrichtung 30 an dem dem Aufnahmedorn
05 abgewandten Ende verstellt. Die Betätigungsvorrichtung 30 kann jede aus dem Stand
der Technik bekannte Vorrichtung sein, die einen Körper unter Druck und/oder Zug in
mindestens zwei Positionen verschieben kann. Die Betätigungsvorrichtung 30 kann ein
aus dem Stand der Technik bekannter fluidangetriebener Kolben sein, der seine Druckkräfte
in axialer Richtung auf die Betätigungswelle 29 aufbringt und ist deshalb symbolisch
als Pfeil in Fig. 7 dargestellt.
[0051] Die Hohlwelle 04 hat von der dem Aufnahmedorn 05 abgewandten Seite Ausnehmungen 31
in Form eines axialen Zylinders, in dem Tellerfedern 32 als Federvorrichtung 32 angeordnet
sind. Die Tellerfedern 32 werden von einem Kolben 33 begrenzt, der mit der Betätigungswelle
29 fest verbunden ist. Die Tellerfedern 32 befinden sich also in einem hülsenförmigen
Zwischenraum 31, der auf der zum Spanndorn 05 gerichteten Seite durch einen ortsfesten
Anschlag in der Hohlwelle 04 und dem beweglichen Kolben 33 auf der entgegengesetzten
Seite gebildet wird. Sind die Tellerfedern 32 in einem entspannten Ruhezustand, so
sind die Spannbacken 26 im Aufnahmedorn 05 maximal nach außen gedrückt. Wird der Kolben
33 in einem Arbeitszustand von der Betätigungsvorrichtung 30 in Richtung Aufnahmedorn
05 gedrückt, so bewegen sich die Spannbacken 26 zur Mittelachse nach innen. Die Hülse
27 einer Vorratsrolle 02 kann dann vom Aufnahmedorn 05 gelöst werden und eine neue
Hülse 27 kann aufgenommen werden. Die Hohlwelle 04 ist im Elektromotor 03 über Wälzlager
34 drehbar gelagert.
[0052] Die Fig. 8 zeigt eine weitere Ausführungsform des Zentralantriebs, der zumindest
an einer von zwei zur Aufnahme einer Materialrolle 02 angeordneten Aufnahmedornen
05 in einem bekannten Rollenwechsler 01 vorgesehen ist. Die Fig. 8 zeigt einen teilweise
aufgeschnittenen Querschnitt des Elektromotors 03 mit der Hohlwelle 04. Die Hohlwelle
04 ist mittels Wälzlagern 34 drehbar gelagert und bildet gleichzeitig die Antriebswelle
04 des Elektromotors 03 aus. Aus Gründen der Vereinfachung ist der bekannte Spanndorn
05 nicht dargestellt. Am Stellelement 29 ist der Kolben 33 angeschraubt. Die Hohlwelle
04 bildet mit der Betätigungswelle 29 und dem Kolben 33 einen hülsenförmigen Hohlraum
31, in dem die Tellerfedern 32 angeordnet sind. Es hat sich als praktisch erwiesen,
vorzugsweise 45 - 57 Tellerfedern 32 einzusetzen. Der Kolben 33 wird von einer Betätigungsvorrichtung
30 in Richtung des nicht dargestellten Aufnahmedorns 05 in eine Arbeitsstellung gedrückt,
um die, in Fig. 7 gezeigten Spannbacken 26 nach innen zu schwenken. Die Betätigungsvorrichtung
30 ist in dieser besonderen Ausführungsform axial in verlängerter Richtung der Betätigungswelle
29 angeordnet. Die Betätigungsvorrichtung 30 umfasst einen Membranzylinder 35, der
pneumatisch angesteuert wird. Dies ist vorteilhaft, da Pressluft in einer Fertigungsumgebung
gewöhnlich vorhanden ist. In der Ruhestellung, im entspannten Zustand der Tellerfedern
32, berühren sich der Kolben 33 und ein Anschlagstößel 36 des Membranzylinders 35
nicht. Somit wird einer Reibung zwischen dem stehenden Anschlagstößel 36 und dem sich
drehenden Kolben 33 vermieden.
[0053] Zur Steuerung des Synchronmotors 03 ist ein sogenannter Geber 37 über Riemen oder
eine Zahnkette an die Antriebswelle 04 gekoppelt. Mit dem Geber 37 wird die genaue
Stellung und die Geschwindigkeit des Elektromotors 03 detektiert und der Elektromotor
03 entsprechend angesteuert. Im Übrigen wird auf die speziell gezeigte Anordnung,
auf deren zeichnerische Darstellung ausdrücklich als wesentlich verwiesen.
[0054] Die Fig. 9 zeigt den Zentralantrieb aus Fig. 8. Der wesentliche Unterschied ist hier,
dass die Betätigungsvorrichtung 30 als Hebelmechanismus ausgebildet ist. Ein Hebelarm
38 wird von einem Membranzylinder 35 betätigt. Der Membranzylinder 35 ist mit einer
parallelen Achse zur Mittelachse des Elektromotors 03 angeordnet. Der Hebelarm 38
erstreckt sich quer über den Radius des Elektromotors 03 mit einem verlängerten Ende.
Am äußeren Radius des Elektromotors 03 am kürzeren Ende des Hebelarms 38 ist ein feststehender
Schwenkpunkt angeordnet. Am gegenüberliegenden Ende ist der Hebelarm 38 in axialer
Richtung beweglich und wird vom Membranzylinder 35 verstellt. In Höhe des bewegbaren
Kolbens 33 befindet sich ein Ring oder eine Kugel, die auf den Kolben 33 zur Betätigung
des Stellelements 29 drückt, wenn der Hebelarm 38 vom Membranzylinder 35 in axialer
Richtung zum Spanndorn 05 geschwenkt wird. Das Hebel- bzw. Übersetzungsverhältnis
des Hebelarms 38 beträgt hier vorzugsweise i = 3,4, d. h. der vom Membranzylinder
35 betätigte Hebelarm 38 entspricht vorzugsweise 440 Längeneinheiten, wobei der auf
den Kolben 33 drückende Hebelarm 38 vorzugsweise 130 Längeneinheiten entspricht. Somit
kann der Membranzylinder 35 entsprechend kleiner als in der Ausführungsform nach Fig.
8 dimensioniert werden. Dies senkt die Fertigungskosten und den benötigten Fluiddruck
für den Zylinder 35. Eine solche Anordnung gestaltet den Zentralantrieb kompakter
als die Ausführungsform gemäß Fig. 2.
[0055] Die Fig. 10 zeigt eine dritte Ausführungsform des Zentralantriebs. In dieser Ausführungsform
sind zwei Pneumatikzylinder 39, mit einem Hub von vorzugsweise 125 mm, parallel zur
Mittelachse des Elektromotors 03 angeordnet, um eine Auswerfereinheit 40 auszubilden.
Die Auswerfereinheit 40 schiebt die Hülse 27 der Vorratsrolle 02 vom Spanndorn 05,
wenn die Vorratsrolle 02 ausgewechselt werden soll. Die Auswerfereinheit 40 ist ortsfest
konzentrisch zum Aufnahmedorn 05 am Zentralantrieb positioniert und bewegt sich somit
nicht mit der Vorratsrolle 02 mit. Die Fig. 10 zeigt im Querschnitt deutlich die Spannbacken
26 des Aufnahmedorns 05, die die Hülse 27 der Vorratsrolle 02 zur besseren Fixierung
radial leicht auseinander drücken. Eine solche feste Fixierung ist wichtig, da eine
Vorratsrolle 02 ein Gewicht von über 1000 kg haben kann und somit große Drehmomente
auftreten können. Die dazugehörige Mechanik für derartige Spannbacken 26 ist aus dem
Stand der Technik bekannt und deshalb nicht dargestellt. Der Zentralantrieb ist ferner
wie in Fig. 7 bis 9 beschrieben aufgebaut.
[0056] In Fig. 11 ist ein Rollenwechsler mit zwei Synchronmotoren 03 dargestellt. Der Rollenwechsler
01 weist zwei Paare von Aufnahmen 05; 06; 16 zur Aufnahme 05; 06; 16 jeweils einer
Vorratsrolle 02 auf. Der Antrieb erfolgt hier ebenfalls durch Synchronmotoren 03.
[0057] Beide Paare von Aufnahmen 05; 06; 16 sind mit zwei aufgeachsten Vorratsrollen 02
bzw. Restrollen um eine gemeinsame Schwenkachse schwenkbar. Diese Schwenkbewegung
wird über einen Stellmotor 22 ermöglicht. Jedes Paar von Aufnahmen 05; 06; 16 ist
dabei nur einseitig mittels eines Antriebsmotors 03 angetrieben. Auch ist es möglich,
die beiden Antriebsmotoren 03 der beiden Paare von Aufnahmen 05; 06; 16 auf der gleichen
Seite des Rollenwechslers 01 anzuordnen. Die Verstellung der Aufnahme 05; 06; 16 in
axialer Richtung der Vorratsrolle 02 erfolgt über einen eigenen Stellmotor 21.
[0058] Der sich ständig ändernde Durchmesser der Rolle (d
Rolle) und die konstante Bahnspannung (F
Bahn) bewirken über die Beziehung M
Rolle = F
Bahn * d
Rolle / 2 die Notwendigkeit eines weiten Stellbereiches des Bremsmomentes (M
Rolle) der Rolle, der dem Durchmesser entsprechend gesteuert oder über einen Zugkraftregler
geregelt werden muss.
[0059] Um die Zugspannung der Bahn mit einer hohen Genauigkeit auf dem gewünschten Sollwert
zu halten ist es nötig, den genauen Durchmesser der Rolle zu bestimmen. Da Rollen
mit unterschiedlichen Anfangsradien verwendet werden, ist es sinnvoll, die Bestimmung
des Rollendurchmessers automatisch mit Hilfe des Maschinenleitwertes vorzunehmen.
Ist der Durchmesser bekannt, wird über die Beziehung M
Rolle = F
Bahn *d
Rolle / 2 der gewünschte Kraftsollwert an der Bahn gesteuert. Dabei werden geschwindigkeitsabhängige
Nichtlinearitäten ebenso kompensiert wie die Reibung der Rolle. Ein optionaler, überlagerter
PID-Regler gleicht zusätzlich unbekannte Störgrößen sowie Veränderungen der Systemgrößen
mit Hilfe des Bahnspannung-Ist-Wertes aus.
[0060] Die Momentsteuerung der Motoren ist durch einen digitalen Drehzahlregler mit Begrenzer
realisiert. Dieser Drehzahlregler mit dem Sollwert 0 verhindert bei einem Bahnriss,
dass die Rolle unkontrolliert beschleunigt, in dem er die Rolle in diesem Fall bis
zum Stillstand abbremst und elektrisch hält.
[0061] Zusätzlich lässt sich die Bahnspannung bei Stillstand auf einen vordefinierten Wert
absenken.
[0062] Die Fig. 13 zeigt beispielhaft ein Diagramm zur Antriebsregelung.
Bezugszeichenliste
[0063]
- 01
- Rollenwechsler
- 02
- Vorratsrolle, Materialrolle
- 03
- Motor, Elektromotor, Synchronmotor, Antriebsmotor
- 04
- Antriebswelle, Hohlwelle
- 05
- Aufnahme, Aufnahmedorn, Spanndorn
- 06
- Aufnahme
- 07
- Axialverstellung
- 08
- Tragarm
- 09
- Hülse
- 10
- -
- 11
- Mitnehmerelement
- 12
- Tragarm
- 13
- Axialverstellung
- 14
- Drehlager
- 15
- -
- 16
- Aufnahme
- 17
- Welle
- 18
- Drehlager
- 19
- Welle
- 20
- -
- 21
- Stellmotor
- 22
- Stellmotor
- 23
- -
- 24
- Bremseinrichtung, Bremse
- 25
- -
- 26
- Fixiervorrichtung, Spannbacken
- 27
- Hülse
- 28
- -
- 29
- Stellelement, Betätigungswelle
- 30
- Betätigungsvorrichtung, Auswerfereinheit
- 31
- Ausnehmungen, Zwischenraum, Hohlraum
- 32
- Federvorrichtung, Tellerfedern
- 33
- Kolben
- 34
- Wälzlager
- 35
- Zylinder, Membranzylinder
- 36
- Anschlagstößel
- 37
- Geber
- 38
- Hebelarm
- 39
- Pneumatikzylinder
- 40
- Auswerfereinheit