[0001] Die Erfindung betrifft Folienmaterialien mit präzisen passergenau positionierten
Merkmalen auf Vorder- und Rückseite des Sicherheitselements.
[0002] Folienmaterialien, die für Sicherheitselemente verwendet werden, mit Merkmalen, die
auf der Vorder- und Rückseite passergenau positioniert sind, sind bekannt. Solche
Merkmale können beispielsweise gedruckte Buchstaben, Zeichen, Symbole und dergleichen
sein.
Üblicherweise werden derartige Sicherheitsmerkmale durch passergenaues und registergenaues
Kaschieren von mindestens zwei bedruckten Trägersubstraten hergestellt.
[0003] Ein derartiges Verfahren ist beispielsweise in der
DE - A 198 53 444 beschrieben.
[0004] Dieses Verfahren ist jedoch sehr aufwändig. Ferner sind bei den bekannten Kaschierverfahren
die Toleranzen der Register- und Passergenauigkeit relativ groß, sodass ein präzises
passgenaues Erscheinungsbild auf Vorder- und Rückseite nicht gewährleistet ist. Zudem
ist bei opaken Trägersubstraten die Herstellung der beschriebenen Sicherheitselemente
durch Kaschieren nur schwer möglich.
[0005] Aufgabe der Erfindung war es Folienmaterial bereitzustellen, die auf Vorder- und
Rückseite im präzisen Längs- und Seitenregister angeordnete Merkmale aufweisen, wobei
auch die Verwendung opaker Trägersubstrate möglich ist.
[0006] Gegenstand der Erfindung ist daher ein Folienmaterial, das auf Vorder- und Rückseite
im präzisen Längs- und Seitenregister angeordnete Sicherheitsmerkmale aufweisen, dadurch
gekennzeichnet, dass ein Trägersubstrat beidseitig passergenau mit den entsprechenden
Merkmalen bedruckt wird, wobei die Toleranz maximal +/- 100 µm beträgt.
[0007] Vorzugsweise beträgt die Toleranz bis maximal +/- 70 µm, besonders bevorzugt bis
+/- 50 µm.
[0008] Als Trägersubstrat für das erfindungsgemäße Sicherheitsmerkmal kommen beispielsweise
Trägerfolien vorzugsweise flexible Kunststofffolien, beispielsweise aus PI, PP, MOPP,
PE, PPS, PEEK, PEK, PEI, PSU, PAEK, LCP, PEN, PBT, PET, PA, PC, COC, POM, ABS, PVC
in Frage. Die Trägerfolien weisen vorzugsweise eine Dicke von 5 - 700 µm, bevorzugt
5 - 200 µm, besonders bevorzugt 5 - 50 µm auf.
[0009] Ferner können als Trägersubstrat auch Metallfolien, beispielsweise Al-, Cu-, Sn-,
Ni-, Fe- oder Edelstahlfolien mit einer Dicke von 5 - 200 µm, vorzugsweise 10 bis
80 µm, besonders bevorzugt 20 - 50 µm dienen. Die Folien können auch oberflächenbehandelt,
beschichtet oder kaschiert beispielsweise mit Kunststoffen oder lackiert sein.
[0010] Ferner können als Trägersubstrate auch Papier oder Verbunde mit Papier, beispielsweise
Verbunde mit Kunststoffen mit einem Flächengewicht von 20 - 500 g/m
2, vorzugsweise 40 - 200 g/m
2. verwendet werden.
[0011] Ferner können als Trägersubstrate Gewebe oder Vliese, wie Endlosfaservliese, Stapelfaservliese
und dergleichen, die gegebenenfalls vernadelt oder kalandriert sein können, verwendet
werden. Vorzugsweise bestehen solche Gewebe oder Vliese aus Kunststoffen, wie PP,
PET, PA, PPS und dergleichen, es können aber auch Gewebe oder Vliese aus natürlichen,
gegebenenfalls behandelten Fasern, wie Viskosefaservliese eingesetzt werden. Die eingesetzten
Gewebe oder Vliese weisen ein Flächengewicht von etwa 20 g/m
2 bis 500 g/m
2 auf. Gegebenenfalls können diese Gewebe oder Vliese oberflächenbehandelt sein.
[0012] Ferner kommen als Trägersubstrat auch Folienverbunde in Frage, wobei beispielsweise
zwei gleichartige oder unterschiedliche Kunststofffolien oder Folien verschiedener
Dicke miteinander verbunden sein können.
Die Folien dieser Folienverbunde können gegebenenfalls vorzugsweise an der einander
zugewandten Seite mit einer funktionellen oder dekorativen Schicht, versehen sein.
[0013] Diese funktionelle oder dekorative Schicht kann beispielsweise eine metallische oder
eine metallisch erscheinende oder eine reflektierende, diffus streuende Schicht sein.
[0014] Das Trägersubstrat wird nun auf der ersten Seite mit funktionellen Merkmalen versehen.
Diese funktionellen Merkmale können beispielsweise gedruckte Zeichen, Buchstaben,
Symbole, Ziffern, Schriftzüge, Linien, geometrische Formen und dergleichen sein. Diese
Merkmale können im Positiv- oder Negativdruck aufgebracht sein. Sie können als Mikro-
oder Makrotext oder als Kombination von Mikro- und Makrotext aufgebracht sein.
Unter Mikrotext werden in diesem Zusammenhang Buchstaben, Symbole, Zeichen, Linien
und deren Abfolgen verstanden, die eine Größe von 70 - 600 µm aufweisen.
Als Makrotext werden in diesem Zusammenhang Buchstaben, Symbole, Zeichen, Linien und
deren Abfolgen verstanden, die eine Größe von etwa 600 µm und größer aufweisen.
[0015] Anschließend wird das einseitig bedruckte Trägersubstrat über eine Wendestation geführt
und auf der zweiten gegenüberliegenden Seite passer- und registergenau mit den entsprechenden
Merkmalen bedruckt.
[0016] Ferner können Vorder- und Rückseite nach dem in der
AT 412273 beschriebenen Verfahren bedruckt werden, wobei bei registergenauem Bedrucken von
Vorder- zu Rückseite des Substrats analog zu dem in der
AT 412273 geoffenbarten Verfahren vorgegangen wird.
[0017] Über eine vorgelagerte Messeinrichtung wird zwischen zwei oder mehreren Registermarken
der Materialbahn das Register der Länge nach vermessen und zwischen zwei oder mehreren
angesteuerten Zuggruppen auf die notwendige Registerlänge eingestellt.
[0018] Die Feststellung der korrekten Registerlänge erfolgt durch Inline-Vermessung der
Registermarken und die korrekte Registerlänge wird anschließend durch Schrumpfen mittels
eines Trockners oder Dehnen zwischen zwei oder mehreren Zuggruppen eingestellt. Weiters
wird die Materialbahn von einem Regelkreis, insbesondere einem Registerregler, über
eine Registerwalze vor dem ersten Druckwerk registergenau eingesteuert, wobei das
Seitenregister über eine Bahnsteuerung vorgesteuert und/oder über einen Schwenkrahmen
eingesteuert wird, worauf die Materialbahn passer- und registergenau zur bereits vorhandenen
Beschichtung auf der anderen Seite Materialbahn bedruckt wird.
[0019] Ferner können entsprechend der Zahl der gewünschten passer- und registergenau auf
Vorder- und Rückseite des Trägersubstrats vorhandenen Merkmale entsprechende weitere
Sicherheitsmerkmale aufgebracht werden oder bereits aufgebracht sein.
[0020] Diese Sicherheitsmerkmale können beispielsweise optische, wie zum Beispiel lumineszierende
(fluoreszierende oder phosphoreszierende) Eigenschaften aufweisen.
Ferner können diese Sicherheitsmerkmale elektrisch leitende und/oder magnetische und/oder
optisch aktive Eigenschaften aufweisen.
[0021] Zur Herstellung eines Merkmals mit elektrisch leitfähigen Eigenschaften können beispielsweise
Farben und Lacke mit elektrisch leitfähigen Pigmenten, beispielsweise, Graphit, Ruß,
leitfähige organische oder anorganische Polymere, Metallpigmente (beispielsweise Kupfer,
Aluminium, Silber, Gold, Eisen, Chrom und dergleichen), Metalllegierungen wie Kupfer-Zink
oder Kupfer-Aluminium oder auch amorphe oder kristalline keramische Pigmente wie ITO,
FTO, ATO und dergleichen verwendet werden. Weiters können auch dotierte oder nicht
dotierte Halbleiter wie beispielsweise Silicium, Germanium, Galliumarsenid, Arsen
oder lonenleiter wie amorphe oder kristalline Metalloxide oder Metallsulfide als Zusatz
verwendet werden. Ferner können zur Einstellung der elektrischen Eigenschaften der
Schicht polare oder teilweise polare Verbindungen wie Tenside, oder unpolare Verbindungen
wie Silikonadditive oder hygroskopische oder nicht hygroskopische Salze verwendet
oder zugesetzt werden. Ebenso können intrinsisch leitfähige organische Polymere wie
Polyanilin, Polyacetylen, Polyethylendioxythiophen und/oder Polystyrolsulfonat zugesetzt
werden.
[0022] Zur Herstellung eines Elements mit magnetischen Eigenschaften können paramagnetische,
diamagnetische und auch ferromagnetische Stoffe, wie Eisen, Nickel, Barium, und Cobalt
oder deren Verbindungen oder Salze (beispielsweise Oxide oder Sulfide) verwendet werden.
Besonders geeignet sind Fe(II)- und Fe(III)-Oxide, Barium- bzw. Cobaltferrite, seltene
Erden und dergleichen.
[0023] Die optischen Eigenschaften der Schicht lassen sich durch sichtbare Farben bzw. Pigmente,
lumineszierende Farbstoffe bzw. Pigmente, die im sichtbaren, im UV-Bereich oder im
IR-Bereich fluoreszieren oder phosphoreszieren, wärmeempfindliche Farben bzw. Pigmente,
Effektpigmente, wie Flüssigkristalle, Perlglanz-, Bronzen und/oder Multilayer-Farbumschlagspigmente
beeinflussen. Diese sind in allen möglichen Kombinationen einsetzbar.
[0024] Es können auch verschiedene Eigenschaften durch Zufügen verschiedener oben genannter
Zusätze kombiniert werden. So ist es möglich angefärbte und/oder leitfähige Magnetpigmente
zu verwenden. Dabei sind alle genannten leitfähigen Zusätze verwendbar.
Speziell zum Anfärben von Magnetpigmenten lassen sich alle bekannten löslichen und
nicht löslichen Farbstoffe bzw. Pigmente verwenden. So kann beispielsweise eine braune
Magnetfarbe durch Zugabe von Metallen in ihrem Farbton metallisch, beispielsweise
silbrig eingestellt werden.
[0025] Ferner kann eine Schicht auch optisch aktive Eigenschaften aufweisen. Hier kommen
beispielsweise Beugungsstrukturen, diffraktive Strukturen, Hologramme, Oberflächenreliefs
und dergleichen in Frage, die ggf. partiell metallisiert sein können.
Diese Strukturen werden vorzugsweise in thermoplastische oder UV-härtende Schichten
eingebracht.
[0026] Ferner kann beispielsweise auf ein Identifikationsmerkmal, bestehend aus folgenden
auf ein Trägersubstrat aufgebrachten Schichten: jeweils mindestens eine elektromagnetische
Wellen reflektierende Schicht, eine optisch transparent ausgebildete Abstandsschicht
und eine Schicht gebildet aus metallischen Clustern, wobei ein je nach Betrachtungswinkel
ein Farbumschlag zu beobachten ist, auf der Sichtseite des durch diesen Aufbau erzeugten
Farbumschlags wird ein Merkmal, beispielsweise in Form von Buchstaben, Zeichen Symbolen,
Linien, geometrischen Formen, Ziffern oder dergleichen mit einer zu den Farbumschlagsfarben
kontrastierenden Farbe aufgedruckt werden. Auf der der elektromagnetischen Wellen
reflektierenden Schicht naheliegenden Seite des Trägersubstrats wird dann ebenfalls
ein entsprechendes Merkmal wiederum in einer kontrastierenden Farbe aufgebracht.
Somit ist die erste Information beispielsweise nach einer Fenstereinbettung beispielsweise
in ein Wertdokument einen Datenträger oder dergleichen auf der Vorderseite im Auflicht
deutlich erkennbar und über die Kontrastbildung auf der Rückseite, die vollständig
im Substrat des Wertdokuments oder des Datenträgers liegt, erkennbar.
[0027] Dazu wird für die zu verwendenden Druckzylinder das Zylinderlayout entsprechend der
Anordnung der zu druckende Vorder- und Rückseite gestaltet.
[0028] Entscheidend für die Passermarken, die für den register- und seitengenauen Passer
aufgebracht werden müssen, ist die Tatsache der Layoutbestimmung jeweils im Schöndruck,
wobei berücksichtigt werden muss, dass die Ablaufrichtungen einander entgegengesetzt
oder zueinander verlaufen.
Dabei wird das Druckbild für den Rückseitendruck analog dem Vorderseitendruckbild
aufgebaut.
[0029] Beide Druckbilder sind auf dem Zylinder im Schöndruck oder im um die vertikale oder
horizontale Achse gespiegelten Schöndruck angeordnet. Die Unterscheidung, zwischen
Vorder- und Rückseitendruckzylinder wird mit dem Passermarkenfile des Druckprogramms
festgelegt.
[0030] Das Passermarkenfile für die Vorderseite wird im Zylinderlayout fest an eine Stelle
fixiert, z.B. Koordinate 0,0 bei einer Passermarkenlänge x. Die Passermarken für die
Rückseite werden vor dem Montieren um die horizontale Achse vertikal gespiegelt. Die
Passermarkenlänge x wird vom Zylinderumfang abgezogen (y) und dann die Koordinate
y,0 fixiert.
Dieser Aufbau der Zylinderlayouts garantiert eine längs- und seitenpasssergenaue Druckanordnung.
[0031] Die erfindungsgemäßen Folienmaterialien können gegebenenfalls nach Konfektionierung
in Form von Fäden, Bändem, Streifen, Patches oder anderen Formaten als Sicherheitselemente
für Datenträger, Wertdokumente, Verpackungen und dergleichen verwendet werden.
[0032] Ferner können die erfindungsgemäßen Folienmaterialien auch bei entsprechender Gestaltung
der Merkmale als Leiterplatten, Transponder, Antennen, Schaltkreise, elektronische
Bauteile und dergleichen verwendet werden.
Dabei werden auf Vorder- und Rückseite jeweils elektrisch leitfähige Strukturen aufgebracht,
das Trägersubstrat, das aus einer flexiblen Kunststofffolie besteht, wirkt als Isolator.
1. Folienmaterial, das auf Vorder- und Rückseite im präzisen Längs- und Seitenregister
angeordnete Sicherheitsmerkmale aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass ein Trägersubstrat beidseitig passergenau mit den entsprechenden Merkmalen bedruckt
wird, wobei die Toleranz maximal +/- 100 µm beträgt.
2. Folienmaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Toleranz maximal +/- 70µm beträgt.
3. Folienmaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Toleranz maximal +/- 50µm beträgt.
4. Folienmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Merkmale optische, elektrisch leitfähige und/oder magnetische Eigenschaften aufweisen.
5. Folienmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere unterschiedliche Merkmale passergenau auf Vorder- und Rückseite des Trägersubstrats
vorhanden sind.
6. Folienmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass weitere funktionelle Schichten zumindest auf einer Seite des Trägersubstrats vorhanden
sind.
7. Folienmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Folienmaterial mit einer Schutzlackschicht und/oder einer Klebebeschichtung versehen
ist.
8. Sicherheitselemente hergestellt aus einem Folienmaterial gemäß den Ansprüchen 1 bis
7.
9. Elektronische Schaltkreise oder Bauteile, wie Leiterplatten, Transponder, Antennen,
hergestellt aus einem Folienmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 7.