[0001] Die Erfindung betrifft einen Faserleitkanal gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1
sowie ein Verfahren zum Herstellen eines Faserleitkanals gemäß dem Oberbegriff des
Anspruchs 4.
[0002] Faserleitkanäle sind im Zusammenhang mit Offenend-Spinnvorrichtungen, insbesondere
mit Offenend-Rotorspinnvorrichtungen, seit langem bekannt und in zahlreichen Schutzrechtsanmeldungen
beschrieben.
[0003] An die Ausführung derartiger Faserleitkanäle, in denen ein pneumatischer Transport
von Einzelfasern stattfindet, sind insbesondere hinsichtlich der geometrischen Ausbildung
und der Oberflächengüte hohe Anforderungen gestellt.
Das heißt, die Strömungsverhältnisse innerhalb eines solchen Faserleitkanals müssen
gewährleisten, daß die Fasern während des Transportes weitestgehend gestreckt gehalten
bleiben oder gestreckt werden.
Außerdem muss die Oberfläche dieser Bauteile durchgängig glatt sein, damit sich während
des pneumatischen Transportes der Fasern keine Fasern festsetzen können. Dabei sollte
insbesondere vermieden werden, daß sich im Grenzschichtbereich des Faserleitkanals
schädliche Luftwirbel bilden können.
[0004] Bezüglich der Herstellung solcher Faserleitkanäle sind ebenfalls seit langem verschiedene
Fertigungsverfahren bekannt.
[0006] Gemäß
DE 28 00 795 A1 ist beispielsweise vorgesehen, dass in einem ersten Arbeitsschritt aus einem Stahlblech
zunächst eine Faserleitkanaleinrichtung gefertigt wird.
Dieses vorgefertigte Bauteil wird anschließend in einem Druckgusswerkzeug mit zum
Beispiel flüssigem Aluminium umgossen.
Dieses Herstellungsverfahren hat allerdings keinen Einzug in die Praxis gefunden,
da die auftretenden Probleme nicht zufriedenstellend zu lösen waren.
Es hatte sich beispielsweise herausgestellt, dass sich die aus Stahlblech vorgefertigte
Faserleitkanaleinrichtung im Druckgußwerkzeug aufgrund des hohen Druckes verformt
und daher aufwendig abgestützt werden muß.
Außerdem besteht bei diesem Herstellungsverfahren ständig die Gefahr, dass flüssiges
Gussmaterial in den Faserkanal eindringt, was sich sehr negativ auf dessen Oberflächengüte
auswirkt.
[0007] Die Faserleitkanaleinrichtung gemäß
DE 195 11 084 A1 ist ebenfalls als kaltgeformtes Stahlblechteil ausgeführt.
Bei dieser Einrichtung ist das Stahlblechteil jedoch auswechselbar in einer entsprechenden
Aufnahmebohrung eines vorgefertigten Auflösewalzengehäuses festlegbar und gegenüber
dem Auflösewalzengehäuse durch eine am Außenumfang der Faserleitkanaleinrichtung anliegende
O-Ringdichtung abgedichtet.
[0008] Gegenüber der Kanalplatte ist diese bekannte
Faserleitkanaleinrichtung mittels einer speziellen Schlauchtülle abgedichtet.
In der Praxis hat sich jedoch erwiesen, dass bei derartigen Stahlblechkonstruktionen
Dichtungsprobleme auftreten können, die einen ordnungsgemäßen Spinnbetrieb nicht zulassen.
[0009] Des weiteren sind, beispielsweise in der
DE 197 12 881 A1, Faserleitkanäle beschrieben, die als Druckgußteile ausgebildet sind.
Diese bekannten Faserleitkanäle weisen ein Fußteil mit einer Zentriereinrichtung sowie
einer Ringnut zur Aufnahme eines Dichtringes auf und können über dieses Fußteil winkelgenau
und luftdicht in einer entsprechenden Bohrung des Auflösewalzengehäuses festgelegt
werden.
Der Faserleitkanal mündet im Bereich einer zentralen Kanalplattenadapteraufnahme in
einer Bohrung, wobei dieser Bereich über eine entsprechende Dichtung ebenfalls luftdicht
verschlossen ist.
Die Faserleitkanäle gemäß
DE 197 12 881 A1 sind außerdem, zum Beispiel durch Eintauchen in ein Nickel-Dispersionsbad, mit einem
Verschleißschutz versehen.
[0010] Die vorgeschriebenen Faserleitkanäle haben sich in der Praxis im Prinzip bewährt
und sind in großer Anzahl in Offenend-Rotorspinnvorrichtungen im Einsatz.
Allerdings ist die Fertigung solcher Faserleitkanäle als Zink- oder Alu-Druckguß recht
aufwendig und führt zu dauerhaft hohen Werkzeugkosten.
Außerdem ist bei dieser Fertigungsmethode die Ausschußquote, insbesondere aufgrund
der hohen Qualitätsanforderungen an die Oberflächengüte der Faserleitkanäle, relativ
hoch.
[0011] Ausgehend vom vorgenannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
einen Faserleitkanal sowie ein Verfahren zum Herstellen von Faserleitkanälen zu entwickeln,
das eine kostengünstige, das heißt, möglichst ausschußarme Fertigung von Faserleitkanälen
ermöglicht, wobei auch hinsichtlich der Formgebung der Faserleitkanäle keine zu engen
Grenzen gesetzt sein sollen.
[0012] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Faserleitkanal gelöst, wie er im Anspruch
1 beschrieben ist.
[0013] Ein bevorzugtes Verfahren zum Herstellen eines solchen Faserleitkanals ist im Anspruch
4 beschrieben.
[0014] Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind Gegenstand der
Ansprüche 5 - 9.
[0015] Die erfindungsgemäßen Faserleitkanäle weisen insbesondere den Vorteil auf, dass sie
bezüglich ihrer Außen- und Innenform von verfahrenstechnischen Restriktionen weitestgehend
frei sind. Das heißt, die Faserleitkanäle sind hinsichtlich ihrer Formgebung auch
im Bereich ihres lichten Querschnittes kaum Einschränkungen unterworfen und können
auf einfache Weise mit einem strömungsoptimierten Kanalprofil versehen werden.
Da bei dem vorgesehenen Herstellungsverfahren außerdem die Ausschussquote äußerst
gering ist, ist auch ein kostengünstige Fertigung derartiger Faserleitkanäle möglich.
[0016] Die nach dem Sintern entstandenen Endkörper können dabei nahezu ohne weitere Nachbehandlung
in nachfolgenden Veredelungsprozessen nahezu allen denkbaren Wärmebehandlungs- und
Oberflächenbehandlungsverfahren unterzogen werden.
[0017] Das heißt, dadurch dass bei Faserleitkanälen, die nach dem vorbeschriebenen Fertigungsverfahren
hergestellt sind, ein Großteil der sonst üblichen, relativ aufwendigen Nacharbeiten
entfällt und die Ausschussquote sehr gering ist, können die erfindungsgemäßen Faserleitkanäle
prozeßstufenarm und damit kostengünstig sowie bei hoher Qualität gefertigt werden.
[0018] Ein entsprechendes Verfahren wird auch als MIM- bzw. PIM-Technologie (Metal Injection
Molding = MIM bzw. (Powder Injection Molding = PIM) bezeichnet.
Zur Herstellung von Faserleitkanälen nach der MIM- oder PIM-Technologie wird zunächst
ein organisches Bindemittel mit einem sinterbaren Stoff, beispielsweise einem sehr
feinem (< 20 µm), meist kugeligem Metallpulver oder einem oxydkeramischen Pulver zu
einer homogenen Masse vermischt bzw. zu sogenannten Pellets verarbeitet.
Der Volumenanteil des Metallpulvers bzw, des oxydkeramischen Pulver in dieser homogenen
Masse beträgt dabei in der Regel über 50 %.
Die erhaltene Masse wird anschließend analog zur Kunststoffverarbeitung auf Spritzgießmaschinen
gehandhabt. Das heißt, mittels einer Spritzgießmaschine werden aus dieser Masse Rohkörper
gefertigt, die schon alle typischen geometrischen Merkmale des zu fertigenden Faserleitkanals
aufweisen, jedoch noch ein um den Bindergehalt vergrößertes Volumen besitzen.
Anschließend werden in einem sogenannten Entbinderungsprozeß die organischen Binder
aus den Rohkörpern entfernt.
Die zurückbleibenden porösen Zwischenkörper werden dann durch Sintern unter verschiedenen
Schutzgasen oder Vakuum zu Faserleitkanälen mit den endgültigen Abmaßen verdichtet.
[0019] Die dabei auftretende Schwindung kann bis zu Enddichten größer 96 % führen.
[0020] Grundsätzlich besteht beim Einsatz der MIM- bzw. PIM-Technologie auch die Möglichkeit,
durch gezielte Massenkonzentration beispielsweise die Innenkontur bzw. die lichte
Weite der Faserleitkanäle zu beeinflussen.
Das heißt, durch verstärkte, äußere Masseanbringung in bestimmten Bereichen des Faserleitkanals
kann das Schrumpfungsverhalten des Rohkörpers gesteuert und damit beispielweise den
bei der Herstellung des Rohkörpers entstandenen Entformungsschrägen entgegen gewirkt
werden.
[0021] Durch den Werkstoff des sinterbaren Materials z.B. Metallpulver oder oxydkeramisches
Pulver, die Korngröße des sinterbaren Materials sowie die Auswahl der Entbinderungs-
und/oder Sinterparameter kann gezielt Einfluss auf die Oberflächenstruktur des Faserleitkanals
genommen werden.
Das heißt, die für eine weitere Bearbeitung bzw. Wärmebehandlung günstigste Oberflächenstruktur
kann bereits im Vorfeld festgelegt werden.
[0022] Bei der Anwendung des vorbeschriebenen Verfahrens besteht selbstverständlich die
Möglichkeit, die Faserleitkanäle entweder einteilig oder auch mehrteilig auszubilden.
[0023] Bei einer mehrteiligen Ausbildung ist es vorteilhaft, wenn wenigstens ein im Bereich
der Eintrittsöffnung des Faserleitkanals angeordnetes Einsatzstück, das die Faserabrißkante
bildet und damit einer hohen Belastung ausgesetzt ist, nach der MIM- bzw. PIM-Technologie
hergestellt wird, da ein solchermaßen hergestelltes Einsatzstück bereits sehr verschleißfest
ist und anschließend problemlos durch entsprechende Nachbehandlungen noch weiter verbessert
werden kann.
Das heißt, mit Faserleitkanälen die nach der MIM- bzw. PIM-Technologie hergestellt
sind, wird der sogenannte Eierschaleneffekt (= harte Schale jedoch weicher Kern) vermieden.
Die erstellten Bauteile weisen durchgängig eine hohe Verschleißfestigkeit auf.
Die mit den Fasern in Berührung kommenden Oberflächen können dabei zusätzlich auf
relativ einfache Weise beispielsweise durch Verchromen verbessert werden.
[0024] Auch bei einteiligen Faserleitkanälen kann insbesondere die Oberflächengüte des Faserleitkanals
durch Verchromen oder dgl. auf relativ einfache Weise optimiert werden.
Das heißt, durch eine entsprechende Beschichtung kann eine sehr glatte Oberfläche
des Faserleitkanals erstellt werden, was sich sehr positiv auf die Strömungsverhältnisse
innerhalb des Faserleitkanals und damit insgesamt auf das Spinnergebnis der gesamten
Einrichtung auswirkt.
[0025] Die erfindungsgemäß gefertigten Faserleitkanäle oder die Einsatzstücke können in
vorteilhafter Weise auch einer anderen an sich bekannten Wärmebehandlung, zum Beispiel
Nitrieren, Borieren etc., unterzogen werden.
Derartig wärmebehandelte Bauteile zeichnen sich auch durch eine lange Lebensdauer
aus.
[0026] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert.
[0027] Es zeigt:
- Fig. 1
- schematisch in Seitenansicht eine Offenend- Rotorspinnvorrichtung mit einem zwischen
Auflösewalzengehäuse und Spinnrotor eingeschalteten, erfindungsgemäßen Faserleitkanal,
- Fig. 2
- eine Vorderansicht auf ein Auflösewalzengehäuse mit einer ersten Ausführungsform eines
nach der MIM- bzw. der PIM-Technologie gefertigten einteiligen Faserleitkanals,
- Fig.3
- den in Fig.2 dargestellten Faserleitkanal in Seitenansicht,
- Fig.4
- eine zweite Ausführungsform eines nach der MIM- bzw. der PIM-Technologie gefertigten
einteiligen Faserleitkanals,
- Fig. 5
- einen mehrteiligen Faserleitkanal mit einem nach der MIM- bzw. der PIM-Technologie
gefertigten Einsatzstück.
[0028] Die in Figur 1 dargestellte Offenend-Rotorspinnvorrichtung 1 verfügt, wie bekannt,
über ein Rotorgehäuse 2, in dem ein Spinnrotor 3 mit hoher Drehzahl umläuft.
Der Spinnrotor 3 ist dabei mit seinem Rotorschaft 4 im Zwickel einer Stützscheibenlagerung
5 abgestützt und wird durch einen maschinenlangen Tangentialriemen 6, der durch eine
Andrückrolle 7 angestellt ist, beaufschlagt.
[0029] Das an sich nach vorne hin offene Rotorgehäuse 2 ist während des Betriebes durch
ein schwenkbar gelagertes Deckelelement 8, das eine Kanalplatte 37 mit einer Dichtung
9 aufweist, verschlossen und über eine entsprechende Pneumatikleitung 10 an eine Unterdruckquelle
11 angeschlossen, die den im Rotorgehäuse 2 notwendigen Spinnunterdruck erzeugt.
In einer nicht näher dargestellten Aufnahmeöffnung der Kanalplatte 37 ist ein vorzugsweise
auswechselbarer Kanalplattenfortsatz, ein sogenannter Kanalplattenadapter 12, angeordnet,
der eine Fadenabzugsdüse sowie den Mündungsbereich eines Faserleitkanals 13 aufweist.
[0030] Am Deckelelement 8, das um eine Schwenkachse 16 begrenzt drehbar gelagert ist, ist
ein Auflösewalzengehäuse 17 festgelegt. Das Deckelelement 8 weist außerdem rückwärtige
Lagerkonsolen 19, 20 zur Lagerung einer Auflösewalze 21 beziehungsweise eines Faserbandeinzugszylinders
22 auf.
Die Auflösewalze 21 wird im Bereich ihres Wirtels 23 durch einen umlaufenden, maschinenlangen
Tangentialriemen 24 angetrieben, während der Antrieb des Faserbandeinzugszylinders
22 vorzugsweise über eine (nicht dargestellte) Schneckengetriebeanordnung erfolgt,
die auf eine maschinenlange Antriebswelle 25 geschaltet ist.
[0031] Die Figur 2 zeigt das Auflösewalzengehäuse 17 in Vorderansicht, teilweise im Schnitt.
In einer Anschlussbohrung 31 des Auflösewalzengehäuses 17 ist ein einteiliger Faserleitkanal
13 positioniert, der nach der MIM- bzw. der PIM-Technologie hergestellt wurde.
Wie dargestellt, besitzt die Anschlußbohrung 31 eine Anschlagstufe 32, auf der sich
der Faserleitkanal 13 im Einbauzustand abstützt.
[0032] Die Anschlussbohrung 31 verfügt des weiteren über eine seitliche Aussparung 33, in
die eine am Faserleitkanal 13 angeordnete Lagefixiereinrichtung 34 eingreift.
Der Faserleitkanal 13 ist gegenüber der Anschlussbohrung 31 des Auflösewalzengehäuses
17 durch eine O-Ringdichtung 35 abgedichtet, die in einer entsprechenden Nut 36 positioniert
ist, die im Faserleitkanalfuß 44 angeordnet ist.
[0033] Die Abdichtung des Faserleitkanals 13 gegenüber der Kanalplatte 37 erfolgt beispielsweise
über eine
Schlauchtülle 38, die sich an einer Anlageschulter 41 am Faserleitkanal 13 abstützt.
[0034] In Figur 3 ist der in Fig. 2 in Vorderansicht dargestellte, nach der MIM- bzw. der
PIM-Technologie hergestellte Faserleitkanal 13 in Seitenansicht gezeigt.
Der Faserleitkanal 13 weist vorzugsweise, wie vorstehend bereits erwähnt, ein, in
Draufsicht gesehen, im Querschnitt kreisrundes Fußteil 44, einen teilweise konisch
verlaufenden Mittelabschnitt 45 sowie einen zylindrischen Mündungsbereich 46 auf.
Im Fußteil 44 ist eine Nut 36 zur Aufnahme einer O-Ringdichtung 35 angeordnet. Außerdem
weist das Fußteil 44 eine an die Auflösewalze 21 angepasste konkave Rundung 47 auf.
Die Rundung 47 erstreckt sich dabei von einer Faserabrisskante 50 in Rotationsrichtung
der Auflösewalze 21.
Der Faserleitkanal 13 weist im Bereich der Faserabrisskante 50, das heißt, in seinem
Eintrittsbereich 18 einen lichten Kanalquerschnitt mit einem Breiten-/HöhenVerhältnis
von etwa 3 : 1 auf und läuft, bezogen auf seine Breite B, auf seine Mündung 26 hin,
vorzugsweise unter einem Winkel α, konisch zu.
[0035] Wie aus Fig.2 ersichtlich, bleibt dagegen die Höhe H des Faserleitkanals 13 von seinem
Eintrittsbereich 18 bis zu seiner Mündung 26 im wesentlichen konstant.
[0036] Die Fig. 4 zeigt eine weitere Ausführungsform eines einteiligen Faserleitkanals 13.
Wie angedeutet weist der Faserleitkanal 13 im Bereich seiner Eintrittsöffnung 18 eine
Engstelle 15 auf, die den lichten Querschnitt des Faserleitkanals 13 im Bezug auf
seine Höhe H einschränkt.
Mit einer solchen Ausführungsform eines Faserleitkanals lässt sich die Strömungsgeschwindigkeit
der Transportluftströmung im Bereich der Eintrittsöffnung erhöhen.
[0037] Eine solche Erhöhung der Strömungsgeschwindigkeit der Transportluftströmung im Bereich
der Eintrittsöffnung lässt sich auch durch den Einsatz eines in Figur 5 dargestellten
mehrteiligen Faserleitkanals 13 erzielen.
Bei einer solchen Ausführungsform ist im Bereich der Eingangsöffnung 18 des Faserleitkanals
13 auswechselbar ein Einsatzstück 27 angeordnet.
Wenigsten das Einsatzstück 27 ist dabei nach der MIM- bzw. der PIM-Technologie gefertigt.
Das auswechselbare Einsatzstück 27, das den lichten Querschnitt des Faserleitkanals
13 in diesem Bereich deutlich verringert, stützt sich im eingebauten Zustand auf der
Anschlagstufe 32 der Aufnahmebohrung 31 des Auflösewalzengehäuses 17 ab.
Durch das Einsatzstück 27 kommt es, wie vorstehend angedeutet, zu einer Verkleinerung
der Eintrittsöffnung 18 des Faserleitkanals 13 und damit zu einer Beschleunigung der
in den Faserleitkanal 13 eintretenden, aufgrund des Unterdruckes im Rotorgehäuse wirksamen
Transportluftströmung.
[0038] In einer weiteren (nicht dargestellten) Ausführungsform kann das Einsatzstück 27
selbstverständlich auch so ausgebildet sein, dass der lichte Querschnitt des Faserleitkanals
13 nicht verengt wird.
Auch bei einem solchen mehrteilig ausgebildeten Faserleitkanal 13 ist wenigstens das
Einsatzstück 27 nach der MIM- bzw. der PIM-Technologie gefertigt.
1. Faserleitkanal für eine Offenend-Spinnvorrichtung, zum pneumatischen Transport von
Einzelfasern, die von einer in einem Auflösewalzengehäuse rotierenden Auflösewalze
aus einem Vorlagefaserband ausgekämmt werden, zu einem Spinnrotor, der mit hoher Drehzahl
in einem unterdruckbeaufschlagbaren Rotorgehäuse umläuft, wobei
der Faserleitkanal (13) als Hohlkörper ausgebildet ist, dessen lichter Querschnitt
in Richtung auf seine Mündung (26) hin abnimmt, dadurch gekennzeichnet,
dass der Faserleitkanal (13) wenigstens teilweise nach einem Fertigungsverfahren hergestellt
ist, bei dem aus einer Mischung aus einem sinterbaren Stoff und einem Bindemittel
durch Spritzgießen zunächst eine erste übermaßige Rohform erstellt wird, die durch
Entbindern in eine poröse Zwischenform umgewandelt und durch Sintern in eine nachbearbeitungsarme
Endform gebracht wird.
2. Faserleitkanal nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als sinterbarer Stoff ein Metallpulver zum Einsatz kommt.
3. Faserleitkanal nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als sinterbarer Stoff ein oxydkeramisches Pulver Verwendung findet, das mit dem Bindemittel
zu Pellets verarbeitet ist.
4. Verfahren zum Herstellen eines Faserleitkanals für eine Offenend-Spinnvorrichtung,
zum pneumatischen Transport von Einzelfasern, die von einer in einem Auflösewalzengehäuse
rotierenden Auflösewalze aus einem Vorlagefaserband ausgekämmt werden, zu einem Spinnrotor,
der mit hoher Drehzahl in einem unterdruckbeaufschlagbaren Rotorgehäuse umläuft,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Faserleitkanal (13) wenigstens teilweise mit folgenden Verfahrensschritten hergestellt
wird,
erstellen einer Mischung aus einem sinterbaren Stoff und einem Bindemittel,
aus dieser Mischung herstellen eines Rohkörpers durch Pulverspritzgießen,
befreien des Rohkörpers von seinen Bindemittelanteilen und verfestigen des porösen
Rohkörpers durch Sintern zu seiner Endform.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenkontur des Faserleitkanals durch gezielte Massenkonzentration am Außenumfang
beeinflusst werden kann.
6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenstruktur des Faserleitkanals durch den Werkstoff des sinterbaren Stoffes,
die Korngröße des Werkstoffes sowie die Entbinderungs- und Sinterparameter beeinflusst
werden kann.
7. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein im Bereich einer Eintrittsöffnung (18) des Faserleitkanals angeordnetes
Einsatzstück (27) nach den vorstehenden Verfahrensschritten gefertigt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Faserleitkanal (13) einer Wärmebehandlung (zum Beispiel Nitrieren, Borieren etc.)
unterworfen werden kann.
9. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mit den Einzelfasern in Kontakt kommende Oberfläche des Faserleitkanals (13)
beschichtet wird.
1. Fibre guide channel for an open end spinning device, for the pneumatic transportation
of individual fibres, which are combed out of a feed fibre band by an opening cylinder
rotating in an opening cylinder housing, to a spinning rotor running at a high speed
in a rotor housing that can be subjected to a negative pressure, wherein the fibre
guide channel (13) is configured as a hollow body, the internal cross-section of which
decreases toward its orifice (26),
characterised in that
the fibre guide channel (13) is produced at least partly according to a manufacturing
method, in which a first over-sized blank shape is initially produced by injection
moulding from a mixture of a sinterable material and a binder and is converted into
a porous intermediate shape by removing the binder and brought into a final shape
which requires little finishing by sintering.
2. Fibre guide channel according to claim 1, characterised in that a metal powder is used as the sinterable material.
3. Fibre guide channel according to claim 1, characterised in that an oxide ceramic powder is used as the sinterable material and is processed with
the binder to form pellets.
4. Method for producing a fibre guide channel for an open end spinning device, for the
pneumatic transportation of individual fibres, which are combed out of a feed fibre
band by an opening cylinder rotating in an opening cylinder housing, to a spinning
rotor running at a high speed in a rotor housing that can be subjected to a negative
pressure,
characterised in that
the fibre guide channel (13) is produced at least partly by means of the following
method steps: producing a mixture from a sinterable material and a binder, producing
a blank body from this mixture by powder injection moulding, releasing the blank body
from its binder portions and hardening the porous blank body by sintering into its
final shape.
5. Method according to claim 4, characterised in that the inner contour of the fibre guide channel can be influenced by targeted mass concentration
at the outer periphery.
6. Method according to claim 4, characterised in that the surface structure of the fibre guide channel can be influenced by the material
of the sinterable material, the grain size of the material and the binder removal
and sintering parameters.
7. Method according to claim 4, characterised in that at least one insertion piece (27) arranged in the region of an inlet opening (18)
of the fibre guide channel is manufactured according to the above method steps.
8. Method according to claim 4, characterised in that the fibre guide channel (13) can be subjected to a heat treatment (for example nitration,
boration etc.).
9. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the surface of the fibre guide channel (13) that comes into contact with the individual
fibres is coated.
1. Canal de guidage de fibres pour un dispositif de filature à bout ouvert, pour le transport
pneumatique de fibres individuelles, qui sont peignées à partir d'un ruban de fibres
de préparation par un rouleau-ouvreur rotatif dans un carter de rouleau-ouvreur, vers
un rotor de filature qui tourne à grande vitesse dans un carter de rotor pouvant être
soumis à une dépression, sachant que le canal de guidage de fibres (13) est réalisé
sous la forme d'un corps creux dont la section intérieure diminue en direction de
son embouchure (26),
caractérisé en ce que le canal de guidage de fibres (13) est fabriqué au moins en partie suivant un procédé
de fabrication selon lequel, à partir d'un mélange d'un matériau frittable et d'un
liant, on réalise tout d'abord par moulage par injection une première ébauche surdimensionnée,
qui est transformée par élimination du liant en une forme intermédiaire poreuse, puis
amenée par frittage sous une forme définitive ne nécessitant qu'un traitement ultérieur
minime.
2. Canal de guidage de fibres selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on utilise comme matériau frittable une poudre métallique.
3. Canal de guidage de fibres selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on utilise comme matériau frittable une poudre de céramique oxyde, qui est transformée
en pastilles avec le liant.
4. Procédé de fabrication d'un canal de guidage de fibres pour un dispositif de filature
à bout ouvert, pour le transport pneumatique de fibres individuelles, qui sont peignées
à partir d'un ruban de fibres de préparation par un rouleau-ouvreur rotatif dans un
carter de rouleau-ouvreur, vers un rotor de filature qui tourne à grande vitesse dans
un carter de rotor pouvant être soumis à une dépression,
caractérisé en ce que le canal de guidage de fibres (13) est fabriqué au moins en partie par les étapes
de procédé suivantes :
réalisation d'un mélange d'un matériau frittable et d'un liant,
fabrication, à partir de ce mélange, d'un corps brut par moulage par injection de
poudre,
élimination des parts de liant du corps brut, et
solidification, par frittage, du corps brut sous sa forme définitive.
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce qu'on peut modifier le contour intérieur du canal de guidage de fibres par une concentration
ciblée de la masse sur le pourtour extérieur.
6. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce qu'on peut modifier la structure de surface du canal de guidage de fibres par la nature
du matériau frittable, la grosseur de grain du matériau ainsi que les paramètres d'élimination
du liant et de frittage.
7. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce qu'au moins un élément d'insertion (27), disposé dans la région d'une ouverture d'entrée
(18) du canal de guidage de fibres, est fabriqué selon les étapes de procédé susmentionnées.
8. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que le canal de guidage de fibres (13) peut être soumis à un traitement thermique (par
exemple nitruration, boruration, etc.).
9. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la surface du canal de guidage de fibres (13) qui entre en contact avec les fibres
individuelles est revêtue.