[0001] Die Erfindung betrifft einen Schleifschuhbelag, insbesondere zur Verwendung mit einem
Schleifschuh zum Anpressen von Schleifbändern an Werkstücke in Segment- und Breitbandschleifmaschinen,
der mindestens eine ebene, gepolsterte und gleitfähige Anpressfläche aufweist, sowie
einen Schleifschuh zur Aufnahme eines Schleifschuhbelags und ein Verfahren zum Herstellen
eines Schleifschuhbelags.
[0002] Zum Schleifen von grossflächigen Werkstücken, insbesondere von Platten aus Rohwerkstoff,
wie Spanplatten, MDF, HDF und OSB-Platten werden in der Industrie Bandschleifmaschinen
verwendet. In diesen Bandschleifmaschinen wird ein breites Schleifband durch Walzen
angetrieben, und mittels eins Schleifschuhs gegen die Oberfläche des Werkstücks gedrückt
wird.
[0003] Ein Schleifschuh muss mehreren Anforderungen genügen. Zum einen muss die Reibung
zwischen Schleifband und Schleifschuh möglichst gering sein. Daher weist der Schleifschuh
einen Schleifschuhbelag auf, der im Betrieb gegen das Schleifband gepresst wird und
deshalb eine gleitfähige Oberfläche besitzt. Die durch die Anpressreibung entstehende
Wärme soll den Schleifschuhbelag nicht beeinträchtigen, daher wird in der Regel ein
wärmefestes Material verwendet.
[0004] Zum anderen soll ein über die Fläche gleichmässiger Andruck des Schleifschuhs gewährleistet
sein, auch wenn das Werkstück leichte Erhebungen aufweist, Schmutzpartikel zwischen
Schleifband und Werkstückgelangen gelangen oder Unebenheiten im Schleifband auftreten.
[0005] In der Regel ist der Schleifschuhbelag mit einer Polsterung aus einem elastischen
Material, wie Filz, Schaumstoff oder Moosgummi ausgestattet.
[0006] Aus dem Stand der Technik sind Schleifschuhe bekannt, in denen ein Schleifschuh mit
einem mehrlagigen Schleifschuhbelag versehen ist. Direkt auf dem Schleifschuh befindet
sich beispielsweise ein Antirutschbelag, darauf ein elastisches Polstermaterial und
abschliessend ist ein Gleitbelag vorgesehen, der beispielsweise Graphitteilchen enthält;
der Gleitbelag ist über das elastische Polstermaterial gespannt und mit einer Klemmleiste
seitlich am Schleifschuh befestigt.
[0007] Die Bestückung eines derartigen Schleifschuhs ist zeitraubend und erfordert eine
hohe handwerkliche Fähigkeit. Da für eine Neubestückung der gesamte Schleifschuh demontiert
werden muss, erfolgt dieser Prozess in der Regel häufig pro Schicht und unabhängig
von Verschleiss.
[0008] Insgesamt führt die Verwendung derartiger Schleifschuhe zu hohen Wartungskosten.
[0009] Aus
DE 2634829 ist ein Schleifschuh bekannt, in welchem ein schlauchförmiges Kissen, ein elastischer
Streifen und eine dämpfende Matte eine Druckelementeinheit bilden, die in den Schleifschuh
eingeschoben werden kann. Über die offene Seite des Schleifschuhs wird ein Gleitbelag
gespannt. Das Neubestücken des Schleifschuhs wird durch die schiebbare Druckelementeinheit
erleichtert, bleibt jedoch wegen des gespannten Gleitbelages aufwändig.
[0010] Eine andere Variante eines Schleifschuhs ist in
DE 20315291 vorgestellt. Der Schleifschuhbelag weist hier eine metallische Trägerschiene auf,
auf welcher ein Gleitbelag und eine Polsterschicht befestigt ist. Der Schleifschuhbelag
lässt sich mit der Trägerschiene in eine entsprechende Ausnehmung des Schleifschuhs
schieben.
[0011] Nach dem Austausch muss aber der verbrauchte Schleifschuhbelag von der Trägerschiene
getrennt werden und die Schiene muss neu mit einer Polsterschicht und einer Gleitschicht
beklebt werden.
[0012] Ausserdem ist die Trägerschiene sehr gut wärmeleitend, was zu einer schnellen Erhitzung
des Schleifschuhs führt.
[0013] Aufgabe der Erfindung ist es, die Nachteile des Bekannten zu vermeiden, insbesondere
also einen Schleifschuhbelag zu schaffen, der einfach aufgebaut ist, der auf kostengünstigen
Ausgangsmaterialien basiert, preiswert herzustellen und ohne Aufwand zu entsorgen
ist. Gleichzeitig soll die Funktion in der Segment- und Breitbandschleifmaschine verbessert
werden und die Handhabbarkeit für das Personal beim Austauschen, Neubestücken und
Entsorgen soll erleichtert werden.
[0014] Eine weitere Aufgabe besteht darin, ein Verfahren zum Herstellen eines derartigen
Schleifschuhbelages und einen Schleifschuh zur Aufnahme eines entsprechenden Schleifschuhbelages
vorzustellen.
[0015] Überraschend hat sich gezeigt, dass ein Belagträger aus nichtmetallischem Material
mit ausreichender Fertigkeit und besserer Funktion bereit gestellt werden kann.
[0016] Die erfindungsgemässe Aufgabe wird gelöst durch einen Schleifschuhbelag, der einen
Belagträger aus nichtmetallischem Material umfasst.
[0017] Nichtmetallische Materialien sind in der Regel schlechte Wärmeleiter, sodass die
beim Schleifprozess entstehende Reibungswärme nicht in wesentlichem Ausmass von dem
Schleischuhbelag aufgenommen wird und diesen womöglich beeinträchtigt, sondern durch
das sich bewegende Schleifband abgeführt wird.
[0018] Nichtmetallische Materialien basieren in der Regel auf preiswerten Ausgangsstoffen,
sind daher kostengünstig und benötigen keine weitere Beachtung bei der Entsorgung,
da eine Wiederverwertung nicht notwendig ist.
[0019] Der Schleifschuhbelag kann ausser dem Belagträger aus nichtmetallischem Material
Befestigungselemente aus Metall aufweisen, die sich für eine Entsorgung leicht von
dem Schleifschuhbelag entfernen lassen.
[0020] Der Belagträger dient als Auflageelement für die Polsterung und die Gleitfläche.
Das Polstermaterial und/oder die Gleitfläche kann auf dem Belagträger festgeklebt,
verschweisst, mit Befestigungselementen fixiert sein oder als haftender Belag aufgetragen
sein. Vorzugsweise besteht eine flächige Verbindung, die den durch das Schleifband
auftretenden Scherkräften standhält.
[0021] Der Belagträger sorgt dafür, dass das elastische Polstermaterial und/oder die Gleitschicht
nicht von dem vorbeilaufenden Band aus der vorgesehenen Position gebracht werden und
stellt eine Verbindung des Schleifschuhbelags zum Schleifschuh her.
[0022] Der Schleifschuhbelag kann auf den Schleifschuh geklebt, gespannt, mit oder ohne
zusätzliche Befestigungsmittel fixiert werden oder als haftender Belag aufgetragen
sein. Bevorzugt ist der Belagträger in eine Ausnehmung des Schleifschuhs schiebbar
und formschlüssig befestigbar.
[0023] In einer vorteilhaften Ausführung der Erfindung enthält der Belagträger einen Zellulosewerkstoff,
insbesondere einem Holzwerkstoff und/oder einem Baumwollwerkstoff. Ausserdem sind
andere Zellulosewerkstoffe verwendbar.
[0024] Wenn der Belagträger auf einem natürlichen Grundstoff basiert, so ist er und, je
nach Wahl des Polster- bzw. Gleitmaterials, der gesamte Schleifschuhbelag ohne Aufwand
zu entsorgen und somit als Einwegschleifschuhbelag zu verwenden.
[0025] Zellulosewerkstoffe sind kostengünstig, lassen sich leicht verarbeiten, sie sind
variabel bei der Formgebung und es kann eine hohe Formstabilität erzielt werden, welche
die Zellulosewerkstoffe als Trägermaterial geeignet machen. Dabei haben die Zellulosewerkstoffe
eine verglichen mit ähnlich haltbaren Trägermaterialien kleine Dichte und tragen somit
dazu bei, dass Schleifschuhbeläge von geringem Gewicht herstellbar sind. Ein geringes
Gewicht erleichtert die Montage und den Transport.
[0026] Bevorzugt handelt es sich bei dem Holzwerkstoff und/oder dem Baumwollwerkstoff um
einen Filz, ein MDF, ein HDF oder um ein Fibermaterial, das heisst, aufgeschlossene
Baumwolle. Die Auswahl zeigt die grosse Variabilität der Materialien hinsichtlich
ihrer Festigkeit oder Elastizität. Die Werkstoffe können in Kombination oder jeweils
allein vorliegen.
[0027] In einer vorteilhaften Ausführung der Erfindung weist der Schleifschuhbelag mindestens
eine Anschlagfläche zur Aufnahme von Querkräften auf, wobei die mindestens eine Anschlagfläche
mit einer Ebene parallel zu der Anpressfläche einen Winkel einschliesst. Die Anschlagfläche
kann an dem Schleifschuh oder an einem Befestigungselement zur Verbindung von Schleifschuhbelag
und Schleifschuh anliegen.
[0028] Der Winkel zwischen Anschlagfläche und Anpressfläche ist kleiner als 180° und grösser
als 90°, vorzugsweise beträgt er etwa 115° bis 130°.
[0029] Je weiter der Winkel von 90 Grad abweicht, desto grösser ist die Anschlagfläche bei
gegebener Dicke des Schleifschuhbelags, das heisst bei gegebener Ausdehnung senkrecht
zu der Anpressfläche.
[0030] Die Anschlagfläche nimmt die Querkräfte auf, die durch das laufende Schleifband auf
den Schleifschuhbelag wirken und gibt sie an den Schleifschuh weiter. Die Querkräfte
werden besser verteilt je grösser die Anschlagfläche ist. Die Anschlagflächen bewirken
gleichzeitig Formschluss zwischen dem Schleifschuhbelag und dem Schleifschuh.
[0031] Bevorzugt weist der Schleifschuhbelag Anschlagflächen an dem der Laufrichtung des
Schleifbandes zugewandten und dem der Laufrichtung des Schleifbandes abgewandten Ende
auf.
[0032] Bei den Anschlagflächen an einem Ende des Schleifschuhbelags kann es sich um eine
Fläche in einer Ebene handeln oder um zusammengesetzte Anschlagflächen, wie um ein
T-Profil. Dieses verteilt jedoch die Querkräfte nicht sehr gleichmässig auf den Anschlag.
Es kann an den Übergängen zwischen den Flächen zu unerwünschten Spannungen kommen.
[0033] Vorzugsweise weist der Querschnitt des Schleifschuhbelags ein schwalbenschwanzförmiges
Profil auf. Dieses leitet die Kräfte gleichmässig in den Schleifschuh.
[0034] Scherspannungen an Materialübergängen können vermieden werden, wenn der Schleifschuhbelag
einen Belagträger umfasst, dessen Querschnitt ein schwalbenschwanzförmiges Profil
aufweist. Die Anschlagfläche wird zum grossen Teil oder vollständig durch den Belagträger
gebildet. Insbesondere Belagträger aus formstabilem Material sind in der Lage, die
Kräfte aufzunehmen, ohne dass innere Spannungen entstehen.
[0035] In einer vorteilhaften Ausführungsform schliesst die Anschlagfläche des schwalbenschwanzförmigen
Profils mit der Ebene der Anpressfläche einen Winkel von 110-130 Grad, bevorzug 120
Grad, ein. In diesem Fall weist das Profil an der Innenseite der schwalbenschwanzartigen
Fortsätze einen 60 Grad Winkel auf.
[0036] Auf der so angeschrägten Anschlagfläche werden die entstehenden Querkräfte optimal
aufgenommen.
[0037] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung weist der Schleifschuhbelag
als Einlauf-Fläche für das Schleifband mindestens einen Schrägenbereich in einer von
dem Schleifschuh wegweisenden Oberfläche auf, in welchem die Oberfläche nicht parallel
zu der Anpressfläche verläuft, sondern mit dieser einen Winkel einschliesst. Der Schrägenbereich
kann als ebene Fläche ausgebildet sein, er kann jedoch auch eine abgerundete oder
facettierte Oberfläche besitzen.
[0038] Für das Schleifergebnis ist es wichtig, dass der Schleifschuh eine genügend grosse
Anpressfläche aufweist, welche entsprechend der Fläche des Werkstücks bzw. des Schleiftischs
positioniert ist.
[0039] Die Oberfläche des Schleifschuhs ist den Kräften, die durch das bewegte Schleifband
erzeugt werden in besonderem Masse ausgesetzt. Da der Schleifschuh das Schleifband
gegen das Werkstück drückt, schliessen die Anpressfläche und das Schleifband in den
Randbereichen einen Winkel ein. Die Beanspruchung des Schleifschuhbelags durch das
Schleifband kann reduziert werden, wenn die Form des Schleifschuhbelags an den Einlauf-Winkel
anpasst ist.
[0040] Da ähnliche Effekte auch auftreten, wenn das Schleifband vom Schleifschuh wegläuft,
ist es vorteilhaft, wenn der Schrägenbereich als Auslaufschräge zum Anpressen eines
von einem Werkstück weglaufenden Schleifbandes ausgebildet ist.
[0041] Bevorzugt weist also der Schleifschuhbelag eine Auslauf- und eine Einlaufschräge
auf.
[0042] Die Ausgestaltung des Schrägenbereichs hängt von der Anordnung der Segment- und Breitbandschleifmaschine
ab, von dem Abstand der Antriebswalzen, der Elastizität der Schleifbänder und anderem.
[0043] Für herkömmliche Segment- und Breitbandschleifmaschinen ist es vorteilhaft, wenn
der mindestens eine Schrägenbereich mit der Anpress-Fläche bzw. der Schleifebene einen
Winkel von 4-10 Grad einschliesst.
[0044] Der Anpressdruck in den Randbereichen kann besonders gut an die Anforderungen im
Einzelfall angepasst werden, wenn der Belagträger aus formstabilem Material besteht
und selbst im Randbereich abgeschrägt ist.
[0045] In einer vorteilhaften Ausführung der Erfindung ist auf dem Belagträger eine Polsterschicht
vorgesehen, die zumindest im Bereich der Anpressfläche mit einem gleitfähigen Material
versehen ist. Bevorzugt ist das gleitfähige Material auch in den Randbereichen vorgesehen,
sodass die gesamte Kontaktfläche zum Schleifband eine ausreichende Gleitfähigkeit
aufweist.
[0046] Bei der geschichteten Ausführung lassen sich für die Polsterschicht und das gleitfähige
Material Belagschichten verwenden, die sich bereits bei Schleifschuhen, die aus dem
Stand der Technik bekannt sind, bewährt haben.
[0047] Eine weitere Lösung der erfindungsgemässen Aufgabe besteht in einem Schleifschuhbelag,
der eine elastische Gleitschicht aufweist. Dadurch lässt sich die Herstellung weiter
vereinfachen. Ausserdem erlöst sich die mechanische Fertigkeit, weil die Klebeschicht
zwischen Polsterschicht und Gleitschicht wegfällt.
[0048] Die elastische Gleitschicht vereint Polsterfunktion und Reibungsreduzierung.
[0049] Bevorzugt ist diese elastische Gleitschicht auf einen Belagträger aufgebracht, bei
dem es sich vorzugsweise um einen nichtmetallischen Belagträger handelt.
[0050] Der Schleifschuhbelag besteht dann nur aus zwei Komponenten, von denen der Belagträger
die Halte- und Stützfunktion übernimmt und die elastische Gleitschicht, die Polsterfunktion
und die Gleitfähigkeit gegenüber dem Schleifband bietet.
[0051] Der Aufbau des Schleifschuhbelags wird dadurch vereinfacht, was zu einer Reduzierung
des Herstellungsaufwandes und damit der Herstellungskosten führt.
[0052] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist der Schleifschuhbelag mit
einem Polstermaterial versehen, welches zumindest auf einem Teil seiner Dicke mit
einem Gleitmaterial, bevorzugt Graphit oder einer Graphitverbindung, durchsetzt ist.
Die Dicke des Polstermaterials bezeichnet dabei die Ausdehnung senkrecht zur Anpressfläche.
[0053] Polstermaterial besitzt zumeist eine offenporige Struktur mit einer grossen Oberfläche,
an der sich das Gleitmaterial absetzen kann. Das Polstermaterial kann aber auch selbst
Komponenten aufweisen, die eine ausreichende Gleitfähigkeit garantieren. In beiden
Fällen liegt ein Polstermaterial vor, das eine gleitfähige Anpressfläche bietet.
[0054] Bevorzugt handelt es sich bei dem Polstermaterial um einen Schaumstoff, insbesondere
einen PU-Schaumstoff, und/oder einen Filz. Schaumstoffe und Filze haben sich als Polstermaterialien
bewährt und lassen sich gut mit Gleitmaterialien in Verbindung bringen.
[0055] Alternativ ist auch ein Gleitmaterial denkbar, das durch geeignete Zusatzstoffe oder
Trägermaterialien elastische Eigenschaften aufweist.
[0056] Die erfindungsgemässe Aufgabe wird auch durch ein Verfahren zur Herstellung eines
Schleifschuhbelags mit einer elastischen Gleitschicht gelöst, wobei ein Polstermaterial
in einem Fluid getränkt wird, welches eine Gleitmaterial, bevorzugt Graphit oder eine
Graphitverbindung enthält, sodass das Gleitmaterial zumindest teilweise das Polstermaterial
durchdringt, das Polstermaterial danach auf einen Belagträger aufgebracht wird, wobei
die weniger durchtränkte Seite des Polstermaterials zu dem Belagträger weist.
[0057] Beim Tränken, beispielsweise in einem Tauch-, Spitz- oder Streichprozess, dringt
die Flüssigkeit in die Poren oder die Struktur des Polstermaterials, setzt sich dort
auch die Oberfläche oder füllt die Struktur bzw. die Poren zumindest teilweise aus.
Auf diese Weise wird das Polstermaterial von dem Gleitmaterial durchdrungen.
[0058] Alternativ kann das Polstermaterial auch zuerst auf den Belagträger aufgebracht werden
und das Tränken in dem nachfolgenden Schritt vorgenommen werde.
[0059] Eine weitere Lösung der erfindungsgemässen Aufgabe besteht in einem Verfahren zur
Herstellung eines Schleifschuhbelags mit einer elastischen Gleitschicht, wobei bei
der Herstellung eines Polstermaterials den Ausgangsstoffen zur Bildung des elastischen
Polstermaterials Gleitmaterial, bevorzugt Graphit oder eine Graphitverbindung, zugesetzt
wird, sodass das Gleitmaterial im wesentlichen homogen in dem Postermaterial verteilt
ist und das Polstermaterial danach auf einen Belagträger aufgebracht wird.
[0060] Während sich bei dem Tränken das Gleitmaterial auf der Oberfläche des offenporigen
Materials verteilt, wird das Gleitmaterial bei einer Vermengung der Ausgangsstoffe
zu einem Teil des Gerüsts, welches das Polstermaterial bildet. Auf diese Weise kann
eine grosse Homogenität in der Verteilung des Gleitmaterials in dem Polstermaterial
erreicht werden.
[0061] Die Gleitfähigkeit bleibt auch erhalten, wenn sich ein Teil der elastischen Gleitschicht
beim Schleifprozess abnutzt.
[0062] In einer vorteilhaften Ausgestaltung des Herstellungsverfahrens wird ein PU-Werkstoff
vor dem Aufschäumen mit einem Gleitmaterial, insbesondere Graphit oder einer Graphitverbindung,
versetzt.
[0063] Die Ausgangsstoffe können vor dem Aufschäumen gut vermengt und eine gleichmässige
Verteilung ereicht werden.
[0064] Alternativ kann das Gleitmaterial dem PU-Werkstoff beim Aufschäumprozess beigefügt
werden.
[0065] In einer bevorzugten Ausführung des erfindungsgemässen Verfahrens werden die mit
Gleitmaterial versetzten Ausgangsstoffe für das Polstermaterial mittels eines Spritzverfahrens
auf einen Belagträger aufgebracht und bilden dort eine elastische Gleitschicht.
[0066] Das Herstellungsverfahren kann auf diese Weise weitgehend automatisiert und auf einer
Herstellungsstrasse ausgeführt werden, ohne dass manuelle Zwischenschritte, Umlagerungen
oder Transporte notwenig werden.
[0067] Die Aufgabe der erfindungsgemässen Aufgabe wird weiterhin gelöst durch einen Schleifschuh
zur Aufnahme eines Schleifschuhbelags wobei der Schleifschuh Ausnehmungen aufweist,
deren Querschnitt ein schwalbenschwanzförmiges Profil aufweisen.
[0068] Schleifschuh und Schleifschuhbelag kurze Umrüstzeit und einfache Austauschbarkeit.
[0069] Der erfindungsgemässe Schleifschuh nimmt die auftretenden Kräfte über die Anschlagflächen
in den Ausnehmungen auf, das heisst, die Kräfte werden auf den Korpus des Schleifschuhs
und nicht auf etwaige Halteelemente übertragen, was dem gesamten Schleifschuh Stabilität
verleiht.
[0070] Der Schleifschuh besitzt eine Ausnehmung mit einer Basisfläche, die bevorzugt parallel
zu der Anpressfläche bzw. der Anpressfläche verläuft und an welcher der Schleifschuhbelag
anliegt.
[0071] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Anschlagfläche des schwalbenschwanzförmigen
Profils gegenüber einer Ebene parallel zu der Anpressfläche, zum Beispiel der Basisfläche,
in einem Winkel von 40-70 Grad, bevorzug 60 Grad, angeordnet.
[0072] Die Erfindung ist im Folgenden in Ausführungsbeispielen anhand von Zeichnungen näher
erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Schnittdarstellung einer Bandschleifmaschine mit einer Schleifschuh,
- Figur 2
- eine schematische Schnittdarstellung eines Schleifschuhs mit einem ersten Beispiel
für einen Schleifschuhbelag,
- Figur 3
- eine schematische Seitenansicht eines zweiten Beispiels für einen Schleifschuhbelag,
- Figur 4
- eine schematisches Schnittdarstellung eines dritten Beispiels für einen Schleifschuhbelag,
- Figur 5
- eine schematische Schnittdarstellung eines vierten Beispiels für einen Schleifschuhbelag,
- Figur 6
- eine schematische Schnittdarstellung eines fünften Beispiels für einen Schleifschuhbelag,
- Figur 7
- eine schematische Schnittdarstellung eines sechsten Beispiels für einen Schleifschuhbelag,
- Figur 8a, 8b
- schematische Schnittdarstellungen zweier weiterer Beispiele für Schleifschuhbeläge,
- Figuren 9a, 9b
- schematische Schnittdarstellungen zweier Beispiele für Gleitschichten und
- Figur 10a, 10b
- schematische Schnittdarstellungen zweier weiterer Beispiele für Gleitschichten.
[0073] Figur 1 zeigt eine schematische Schnittdarstellung einer Bandschleifmaschine 1 mit
einem Schleifschuh 2 im Schnitt.
[0074] Ein Werkstück 3 wird auf einem Schleiftisch 4 unter einem umlaufenden Schleifband
5 gefördert. Das Schleifband 5 wird von drei Antriebswalzen 6 in einer Laufrichtung
7 angetrieben und durch den Schleifschuh 2 gegen das Werkstück gepresst.
[0075] Figur 2 zeigt den Schleifschuh 2 mit einem Träger 8 und einem Schleifschuhbelag 101.
Der Schleifschuhbelag 101 weist einen Belagträger 111 aus MDF auf, auf den eine Polsterschicht
112 geklebt ist. Auf die Polsterschicht 112 ist eine Gleitschicht 113 geklebt.
[0076] Ein Träger 8 ist mit Ausnehmungen 9 zur Befestigung an der Bandschleifmaschine und
Ausnehmungen 10 versehen, in welche der Belagträger 111 des Schleifschuhbelags 101
eingeschoben werden kann.
[0077] Die Polsterschicht 112 ist lediglich im Bereich der Anpressfläche 114 vorgesehene.
In dem ersten Randbereich 115, an welchem das Schleifband 5 an den Schleifschuhbelag
101 anläuft, und in dem zweiten Randbereich 116, an welchem das Schleifband von dem
Schleifschuhbelag 101 wegläuft, ist der Belagträger 111 lediglich von der Gleitschicht
113 bedeckt.
[0078] Figur 3 zeigt eine schematische Seitenansicht eines zweiten Ausführungsbeispiels
für einen Schleifschuhbelag 201, der ebenfalls schichtweise aus einem Belagträger
211 mit schwalbenschwanzförmigem Profil 217, einer Polsterschicht 212 und einer Gleitschicht
213 besteht. Die Polsterschicht 212 ist dabei beidseitig angeschrägt und bildet eine
Einlaufschräge 218 und eine Auslaufschräge 219.
[0079] Figur 4 zeigt eine schematische Darstellung eines weiteren Ausführungsbeispiels für
einen Schleifschuhbelag 301, der ebenfalls einen Belagträger 311 mit schwalbenschwanzförmigem
Profil 317, eine Polsterschicht 312 und eine Gleitschicht 313 aufweist. Die Polsterschicht
312 und die Gleitschicht 313 bedecken die auf dem Belagträger 311 ausgebildete Einlaufschräge
318 und die entsprechende Auslaufschräge 319.
[0080] Der Belagträger 311 weist Anschlagflächen 320 zur Aufnahme von Querkräften auf.
[0081] Der Belagträger 311 ist aus einer MDF Platte hergestellt. Das schwalbenschwanzförmige
Profil 317, die Einlaufschräge 318 und die Auslaufschräge 319 sind gefräst.
[0082] Figur 5 zeigt eine schematische Schnittdarstellung eines vierten Beispiels für einen
Schleifschuhbelag 401, der schichtweise aus einem aus HDF bestehenden Belagträger
411 mit schwalbenschwanzförmigem Profil 417, einer Polsterschicht 412 und einer Gleitschicht
413 ist.
[0083] Figur 6 zeigt eine schematische Darstellung eines fünften Beispiels für einen Schleifschuhbelag
601, der schichtweise aus einem Belagträger 611 und einer elastischen Gleitschicht
621 aufgebaut ist. Die elastische Gleitschicht 621 ist ein Polstermaterial 624 aus
Filz, das auf einem Teil seiner Dicke 625 mit einem Gleitmaterial 626, bevorzugt Graphit
oder einer Graphitverbindung, durchsetzt ist. Ein solches Polstermaterial 624 ist
in Figur 9a näher dargestellt. Es lassen sich auch Ausführungen von Polstermaterial
und Gleitschicht realisieren, zum Beispiel wie im Zusammenhang mit Figur 9b und Figur
10b beschreiben.
[0084] Figur 7 zeigt ein schematisches Schnittbild eines sechsten Beispiels für einen Schleifschuhbelag
701.
[0085] In der Figur sind die von den jeweiligen Flächen eingeschlossenen Winkel erläutert.
[0086] Die Schrägenbereiche 722 schliessen mit der Schleifebene 723 einen Winkel A von bevorzugt
6 Grad ein.
[0087] Die Anschlagflächen 720 schliessen mit der Anpressfläche 714 einen Winkel B von bevorzugt
120 Grad ein.
[0088] Figur 8 zeigt schematische Schnittdarstellungen zweier weiterer Beispiele für Schleifschuhbeläge
801a, 801b.
[0089] In einem Beispiel für einen Schleifschuhbelag 801a weist der Belagträger 811 a eine
abgerundete Anschlagfläche 820a und einen abgerundeten Auslaufschräge 819a auf. Die
Ausnehmung 810a im Träger 808a besitzt eine entsprechende Form.
[0090] In einem weiteren Beispiel für einen Schleifschuhbelag 801b besitzt der Belagträger
811b in der Laufrichtung 807 des nicht gezeigten Schleifbandes eine erste abgeschrägte
Anschlagfläche 820b und eine zweite Anschlagfläche 820b', welche die durch das Schleifband
übertragene Kraft in Laufrichtung 807 auf den Träger 808b überträgt. Auf der der Laufrichtung
807b abgewandten Seite 827 eine nicht abgeschrägte Anschlagfläche 820b", an welcher
der Schleifschuhbelag 801b mittels eines Verbindungselements 828 an dem Träger 808b
befestigt ist.
[0091] Als Holzwerkstoff eignen sich insbesondere MDF oder HDF oder Spanplatten.
[0092] Vor allem MDF-Platten (Medium Density Fibre Platten) mit einer Dichte von 750 bis
950 kg/m
3 und einer UF oder MUF-Bindung sind besonders geeignet. Diese Platten sind in genormter
DIN 622 Teil 5 Ausführung von Herstellern wie Kronospan, CH-Menznau, oder Kaindl,
AT-Salzburg, unter der Bezeichnung Standard MDF (z. Bsp. Flooring) erhältlich. MDF-Platten
können bevorzugt in einer Dicke von 3 bis 6 mm als Belagträger verwendet werden. Besonders
geeignet sind Dicken von 4,4 bis zu 5 mm.
[0093] Auch Fibermaterial, also in Schwefelsäure aufgeschlossene Baumwollfasern eignen sich
gut als Werkstoff. Fibermaterial ist erhältlich unter der Bezeichnung Vulkanfiber
oder Dynos-Fiber bei Sachsenröder, D- Wuppertal oder Troplast AG, D-Troisdorf. Fibermaterial
kann in Dicken von 0.38 mm bis 2.0 mm vorteilhaft verwendet werden.
[0094] Als weiterer Werkstoff sind Kunststoffe als Materila für den Belagträger geeignet.
Es eignen sich diverse Thermoplaste wie z.B. PES, PET, PA, ABS, alle auch in gefüllter
und verstärkter Form.
[0095] Ebenso Duroplaste wie z.B. Epoxide, Aminoharze oder Phenolharze. Als typische Handelsnamen
kann man Corean, Varior oder Resocel anfügen.
[0096] Nachstehend sind verschiedene Ausführungsformen von Polster- und Gleitschichten beschrieben,
die vorteilhaft bei der Erfindung zur Anwendung kommen können.
[0097] Als Polstermaterial eignet sich z.B. Filz-Auflagen in einer Dicke von 3 bis 4 mm,
bevorzugt von 3 bis 3,5 mm. Der Filz hat vorzugsweise ein Volumengewicht von ca. 0,2
bis 0,7 g/cm
3. Er ist z.B. unter der Bezeichnung Wollfilz bei VFG, D-Giengen erhältlich; der Filz
kann mit dem Belagträger z.B. mittels PU-Klebstoff verklebt werden.
[0098] In Figur 9a ist schematisch eine Polsterschicht 912 gezeigt, die mit einer gleitenden
Schicht 929 beschichtet ist.
[0099] Um den Filz, der als Polsterschicht dient gleitfähig zu machen, kann er z.B. mit
einer Graphit-Bindemittelmischung wenigstens auf der Anpressfläche derart gefüllt
werden, dass die Anpressfläche Gleiteigenschaften aufweist. Das Graphitmaterial kann
von Graphit Kropfmühl AG, D-Hauzenberg, bezogen werden. Wenn es zusammen mit einem
Bindemittel, wie z.B. Latex, Acrylat oder PUR in den Filz eingebracht wird, wird der
Filz ausreichend gefüllt. Wie schematisch in Figur 9b gezeigt ist, haftet der Graphitwerkstoff
930 in den Öffnungen 931 im Filz-Werkstoff 932. Je nach Anwendung kann der Fachmann
bestimmen, welche Menge Graphit dem Filz beigefügt werden muss. An Stelle eines Filzes
kann für diese Anwendung auch ein Vlies verwendet werden. Es können Nadelvliese wie
sie von sia Fibral oder chemisch gebundene Vliese wie sie z.B. von Resintex , IT-Mailand,
hergestellt werden.
[0100] Nach einem Schaumstoff wie z.B. einem offenporigen Polyurethan Schaumstoff lässt
sich ein Gleitmittel analog beifügen. Derartige Schaumstoffe sind z.B. mit folgenden
Eigenschaften PUR FCKW - freier PU-Schaum mit einer Dichte von 150 kg/m
3, alternativ 360 kg/m
3 erhältlich. Sie werden z.B. von Mayser, D-Lindenberg mit der Bezeichnung Inducon
geliefert.
[0101] Der PU-Schaumstoff wird vorzugsweise in einer Dicke von 3 bis 6 mm als Polsterschicht
verwendet.
[0102] Wie in Figur 10a schematisch gezeigt ist, kann die Polsterschicht 1012 aus Schaumstoff
in einem Graphitwerkstoff 1030 getränkt werden, sodass sich dieser in den Poren 1033
der Polsterschicht 1012 ablagert.
[0103] Es lassen sich auch andere Gleitmittel für den vorgesehenen Zweck verwenden. Durch
die Einbringung des Gleitmittels in die Polsterschicht wird eine elastische Schicht
mit eigener Gleiteigenschaft erzielt.
[0104] Polyurethanschäume werden durch Beifügen eines Aufschäummittels zur flüssigen Phase
hergestellt. Das Aufschäumen kann mechanisch oder als Reaktivkomponente erfolgen.
Diese Herstellungsverfahren sind allgemein bekannt und gebräuchlich. Wenn man dem
flüssigen Polyurethan Graphitpulver in einer Menge von 30% bis 95% vorzugsweise von
50% bis 90% bezogen auf das Gewicht des flüssigen Polyurethans beigibt, wird ein Polyurethan-Schaumstoff
mit Gleiteigenschaften erreicht, der sich unmittelbar als Gleitfähige Polsterschicht
einsetzen lässt.
[0105] Figur 10b zeigt schematisch eine elastische Gleitschicht 1021, in der ein Polyurethan-Schaumstoff
1034 vor dem Aufschäumen mit Graphitwerkstoff 1030 versetzt wurde.
[0106] Alternativ ist es auch denkbar, das Gleitmittel, z.B. Graphit mit einem Bindemittel,
wie z.B. einem flüssigen Polyurethanklebstoff oder einem Latex- oder Acrylat-Klebstoff
beizumengen und diese Schicht unmittelbar auf die Polsterschicht (z.B. eine Filzschicht
oder eine Schaumstoffschicht) aufzutragen. Diese Techniken sind im Stand der Technik
allgemein bekannt, weil bislang die Gleitschichten auf textile Bänder aufgetragen
werden und diese über die Polsterschichten gespannt oder mit den Polsterschichten
verklebt werden. Abweichend schlägt die Erfindung demgemäss vor, statt eine separate
textile Trägerschicht unmittelbar die Polsterschicht mit Gleitmittel zu beschichten.
1. Schleifschuhbelag, insbesondere zur Verwendung an einem Schleifschuh (2) zum Anpressen
eines Schleifbandes (5) an einem Werkstück in einer Segment- oder Breitbandschleifmaschinen
(1), der mindestens eine gleitfähige Anpressfläche (114) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Schleifschuhbelag (101; 201; 301; 401; 601; 701; 801a, 801b) einen Belagträger
(111; 211; 311; 411; 611; 811a, 811b) aufweist, der nichtmetallisches Material enthält
oder daraus besteht.
2. Schleifschuhbelag gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Belagträger (111; 211; 311; 411; 611; 811a, 811b) einen Zellulosewerkstoff, insbesondere
einen Holzwerkstoff und/oder einen Baumwollwerkstoff und/oder einen PolymerWerkstoff
enthält oder daraus besteht.
3. Schleifschuhbelag gemäss Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Holzwerkstoff und/oder Baumwollwerkstoff, MDF, HDF oder ein Fibermaterial enthält
oder daraus besteht.
4. Schleifschuhbelag, gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Schleifschuhbelag (101; 201; 301; 401; 601; 701; 801a, 801b), insbesondere der
Belagträger (111; 211; 311; 411; 611; 811a, 811b) mindestens eine Anschlagfläche (320;
420; 820a, 820b, 820b', 820b") zur Aufnahme von Querkräften aufweist, wobei die mindestens
eine Anschlagfläche (320; 420; 820a, 820b, 820b', 820b") mit einer Ebene parallel
zu der Anpressfläche (114) einen Winkel (B) einschliesst.
5. Schleifschuhbelag, insbesondere gemäss einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt des Schleifschuhbelags (101; 201; 301; 401; 601; 701; 801a, 801b)
ein schwalbenschwanzförmiges Profil (217; 317; 417) aufweist.
6. Schleifschuhbelag gemäss einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Anschlagfläche (320; 420; 820a, 820b, 820b', 820b") mit der Ebene der Anpressfläche
(114) einen Winkel (B) von 110-130 Grad, bevorzugt 120 Grad, einschliesst.
7. Schleifschuhbelag gemäss mindestens einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Schleifschuhbelag (101; 201; 301; 401; 601; 701; 801a, 801b) mindestens einen
Schrägenbereich (722) in einer von dem Schleifschuh wegweisenden Oberfläche aufweist,
in welchem die Oberfläche nicht parallel zur Anpressfläche (114; 714) verläuft, sondern
mit dieser einem Winkel (A) einschliesst.
8. Schleifschuhbelag gemäss Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Schrägenbereich (722) als Einlaufschräge (218; 318; 418) zum Anpressen eines
auf ein Werkstück (3) zulaufenden Schleifbandes (5) ausgebildet ist.
9. Schleifschuhbelag gemäss einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Schrägenbereich (722) als Auslaufschräge (219; 319; 419) zum Anpressen eines
von ein Werkstück (3) weglaufenden Schleifbandes (5) ausgebildet ist.
10. Schleifschuhbelag gemäss einem oder mehreren der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Schrägenbereich (722) mit der Schleifebene (723) einen Winkel
(B) von 4-10 Grad einschliesst.
11. Schleifschuhbelag gemäss einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Schrägenbereich (722) auf dem Belagträger (111; 211; 311; 411;
611; 811a, 811b) ausgebildet ist.
12. Schleifschuhbelag gemäss mindestens einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Belagträger (111; 211; 311; 411; 611; 811a, 811b) eine Polsterschicht (112;
212; 312; 412; 912) vorgesehen ist, die zumindest im Bereich der Anpressfläche (114;
714) mit einer gleitfähigen Schicht (929) bedeckt ist.
13. Schleifschuhbelag für einen Schleifschuhträger, insbesondere gemäss einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schleifschuhbelag eine elastische Gleitschicht (621; 1021) aufweist.
14. Schleifschuhbelag gemäss Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Schleifschuhbelag (101; 201; 301; 401; 601; 701; 801a, 801b) mit einem Polstermaterial
(624) versehen ist, welcher zumindest in einem Teil seiner Materialdicke (625) mit
einem Gleitmaterial (626), bevorzugt Graphit oder einem Graphitwerkstoff (930; 1030)
versehen, insbesondere durchsetzt ist.
15. Schleifschuhbelag gemäss Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Polstermaterial (624) um einen Schaumstoff, insbesondere einen PU-Schaumstoff
(1034), und/oder einen Filz-Werkstoff (932) handelt.
16. Verfahren zur Herstellung eines Schleifschuhbelags mit einer elastischen Gleitschicht
gemäss einem der Ansprüche 14 oder 15, gekennzeichnet dadurch, dass ein Polstermaterial (624) in einem Fluid getränkt wird, welches ein Gleitmaterial
(626), bevorzugt Graphit oder einen Graphitwerkstoff (930; 1030) enthält, sodass das
Gleitmaterial zumindest teilweise das Polstermaterial durchdringt, das Polstermaterial
(624) danach auf einen Belagträger (111; 211; 311; 411; 611; 811a, 811b) aufgebracht
wird.
17. Verfahren zur Herstellung eines Schleifschuhbelags mit einer elastischen Gleitschicht
gemäss einem der Ansprüche 14 oder 15, gekennzeichnet dadurch, dass bei der Herstellung eines Polstermaterials (624) den Ausgangsstoffen zur Bildung
des elastischen Polstermaterials (624) Gleitmaterial (626), bevorzugt Graphit oder
ein Graphitwerkstoff (930; 1030), zugesetzt wird, sodass das Gleitmaterial (626) im
wesentlichen homogen in dem Postermaterial (624) verteilt ist und das Polstermaterial
(624) danach auf einen Belagträger (111; 211; 311; 411; 611; 811a, 811b) aufgebracht
wird.
18. Verfahren zur Herstellung eines Schleifschuhbelags mit einer elastischen Gleitschicht
gemäss Anspruch 17, gekennzeichnet dadurch, dass ein PU-Schaumstoff (1034) vor dem Aufschäumen mit einem Gleitmaterial (626), insbesondere
Graphit oder einem Graphitwerkstoff (930; 1030), versetzt wird.
19. Verwendung eines elastischen, wenigstens oberflächig mit einem Gleitmittel, insbesondere
Graphit, versehenen Werkstoffs als Anpressfläche (114; 714) für einen Schleifschuhbelag
(101; 201; 301; 401; 601; 701; 801a, 801b) in einer Segment- oder Breitbandschleifmaschinen
(1).
20. Verwendung eines Werkstoffs nach Anspruch 19, mit einer Materialdicke von 0,5 bis
5 mm.
21. Verfahren zur Herstellung eines Schleifschuhbelags gemäss einem der Ansprüche 18 gekennzeichnet dadurch, dass die mit Gleitmaterial (626) versetzten Ausgangsstoffe für das Polstermaterial (624)
mittels eines Spritzverfahrens auf einen Belagträger (111; 211; 311; 411; 611; 811a,
811b) aufgebracht werden und dort eine elastische Gleitschicht (621; 1021) bilden.
22. Schleifschuh zur Aufnahme eines Schleifschuhbelags gemäss einem der Ansprüche 1 bis
20, dadurch gekennzeichnet, dass der Schleifschuh (2) einen Träger (8) umfasst, der Ausnehmungen (10) aufweist, deren
Querschnitt ein schwalbenschwanzförmiges Profil aufweisen.
23. Schleifschuh gemäss Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Anschlagfläche des schwalbenschwanzförmigen Profils gegenüber einer Ebene parallel
zu der Anpressfläche in einem Winkel von 40-70 Grad, bevorzug 60 Grad, angeordnet
ist.