[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Stiftspitzer zum Anspitzen eines Schreib-, Mal-
oder Kosmetikstiftes.
[0002] Herkömmliche Stiftspitzer, wie sie beispielsweise aus der
DE 668 717 C sowie der
DE 27 43 120 A1 bekannt sind, umfassen einen Spitzerkörper, welcher einen Stiftführungskanal definiert
und eine schräg bezüglich einer Achse des Stiftführungskanals angestellte Messerhalterung
für ein Schälmesser aufweist. Zur Verbesserung der Handhabbarkeit eines herkömmlichen
Stiftspitzers sind zudem häufig an einander gegenüberliegenden Seiten des Spitzerkörpers
Griffmulden vorgesehen, die als Anlage für einen oder mehrere Finger einer den Spitzerkörper
beim Spitzvorgang haltenden Hand vorgesehen sind. Die innerhalb einer solchen Griffmulde
gebildete Grifffläche ist dabei oft mit einer geriffelten Oberfläche versehen, damit
der Spitzer rutschsicher gegriffen werden kann.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Stiftspitzer hinsichtlich seiner
Handhabbarkeit zu verbessern.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale des Anspruchs 1. Danach
ist an einer an dem Spitzerkörper eines Stiftspitzers vorgesehenen Grifffläche mindestens
ein Griffkissen vorgesehen, das aus einem gegenüber dem Material des Spitzerkörpers
weichen Material gebildet ist.
[0005] Durch das bzw. die weichen Griffkissen wird einerseits erreicht, dass der Spitzer
besonders rutschsicher gegriffen werden kann, wobei gleichzeitig ein hoher Bedienkomfort
erreicht wird, indem sich der erfindungsgemäße Stiftspitzer infolge des weichen Kissenmaterials
sehr angenehm greifen lässt.
[0006] In einer bevorzugten Ausführung der Erfindung ist die oder jede Grifffläche mit einem
Griffkissen versehen, das die Grifffläche insbesondere im Wesentlichen vollständig
ausfüllt. Alternativ sind mehrere Griffkissen der oder einer jeden Grifffläche zugeordnet.
Diese Griffkissen sind insbesondere stegartig ausgebildet, so dass die Griffkissen
eine Art Rippenmuster bilden. Alternativ sind die Griffkissen noppenartig ausgebildet,
bilden somit innerhalb der zugeordneten Grifffläche ein Punktmuster aus.
[0007] Vorzugsweise sind sowohl der Spitzerkörper als auch das bzw. die Griffkissen aus
einem Kunststoffmaterial hergestellt, wobei für den Spitzerkörper ein vergleichsweise
harter Kunststoff, und für das oder jedes Griffkissen ein vergleichsweise weicher
Kunststoff, insbesondere ein Elastomer, herangezogen ist. Herstellungstechnisch besonders
günstig ist hierbei insbesondere eine einstückige Herstellung des Spitzerkörpers mit
dem oder jedem Griffkissen als Kunststoffspritzgussteil, das unter Verwendung eines
Zweikomponenten-Spritzgussverfahrens hergestellt ist.
[0008] Die oder jede Grifffläche bildet zweckmäßigerweise gegenüber der umgebenden Außenfläche
des Spitzerkörpers eine Mulde oder Vertiefung aus, um die Ergonomie des Stiftspitzers
zu verbessern. Bevorzugt trägt der Spitzerkörper weiterhin zwei einander etwa diametral
gegenüber angeordnete Griffflächen, die als Anlage für Daumen und Zeigefinger der
den Stiftspitzer beim Spitzen haltenden Hand dienen.
[0009] Gemäß einer vorteilhaften Variante umfasst der Spitzerkörper einen Spanfangbehälter,
an dem das jeweilige Griffkissen angeordnet ist. Der Spitzerkörper setzt sich somit
ein- oder mehrteilig zusammen aus einem das Schälmesser tragenden Spitzergrundkörper
und dem mantelaußen- oder umfangsseitig die Griffmulden bzw. die Griffkissen aufweisenden
Spanfangbehälter.
[0010] In vorteilhafter Ausgestaltung dieser Variante ist ein taillierter Spanfangbehälter
vorgesehen. Insbesondere aus optischen, designerischen oder ergonomischen Gründen
ist der Spanfangbehälter mit umlaufenden und in Richtung der Behälterlängsachse übereinander
liegenden torus- oder wulstartigen Rippen versehen oder in dieser Formgebung ausgeführt.
Die Griffkissen sind wiederum zweckmäßigerweise an gegenüberliegenden Seiten des Spanfangbehälters
angeordnet.
[0011] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand einer Zeichnung näher
erläutert. Darin zeigen:
- Fig. 1
- in perspektivischer Darstellung eine erste Ausführungsform des Stiftspitzers,
- Fig. 2
- in einem Schnitt II (gemäß Fig. 1) entlang einer horizontalen Mittelebene den Stiftspitzer
gemäß Fig. 1,
- Fig. 3
- in Darstellung gemäß Fig. 1 eine alternative Ausführungsform des Stiftspitzers,
- Fig. 4
- in einem Schnitt IV den Stiftspitzer gemäß Fig. 3, und
- Fig. 5 und 6
- einen Stiftspitzer mit einem einen Spanfangbehälter umfassenden Spitzerkörper in ersten
bzw. um 90° gedrehten zweiten Seitenansicht .
[0012] Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren stets mit den gleichen Bezugszeichen
versehen.
[0013] Der in Fig. 1 und 2 dargestellte Stiftspitzer 1 umfasst einen näherungsweise quaderförmigen
Spitzerkörper 2 aus einem vergleichsweise harten Kunststoffmaterial. Der Spitzerkörper
2 weist an einer Oberseite 3 eine Messerhalterung 4 auf, in der ein Schälmesser 5
etwa parallel zu der Oberseite 3 einliegt. Das Schälmesser 5 ist durch eine (nicht
näher dargestellte) Befestigungsschraube in der Messerhalterung 4 fixiert. An einer
Vorderseite 6 des Spitzerkörpers 2 mündet ein nach Art einer Bohrung innerhalb des
Spitzerkörpers 2 ausgebildeter Stiftführungskanal 7, in den ein (nicht näher dargestellter)
Stift für den Spitzvorgang eingeschoben werden kann. Im Bereich einer Einführöffnung
8 weist der Stiftführungskanal 7 zunächst einen zylindrischen Abschnitt 9 auf. An
das von der Einführöffnung 8 abgewandte Ende dieses Abschnitts 9 schließt ein konischer
Abschnitt an, der im Folgenden als Spitzkonus 10 bezeichnet ist.
[0014] Der Stiftführungskanal 7 ist bezüglich seiner Achse 11 schräg zu den Grundflächen
des Spitzerkörpers 2 ausgerichtet, so dass die Wand des Stiftführungskanals 7 im Bereich
des Spitzkonus 10 etwa die Oberseite 3 des Spitzerkörpers 2 tangiert. Im Bereich dieser
Tangente ist der Stiftführungskanal 7 über einen Schneidschlitz 12, in den das Schälmesser
5 mit einer Schneidkante hineinsteht, zur Oberseite 3 hin geöffnet. Der Schneidschlitz
12 dient in bekannter Weise zum Auswurf der beim Spitzvorgang abgeschälten Späne des
Stiftmaterials.
[0015] An zwei einander gegenüberliegenden Seitenflächen 13 ist der Spitzerkörper 2 jeweils
mit einer Griffmulde 14 versehen, deren bezüglich des Spitzerkörpers 2 nach innen
gewölbte Fläche eine Grifffläche 15 definiert. Die Griffmulden 14 bzw. Griffflächen
15 sind als Anlage für Daumen und Zeigefinger einer den Spitzerkörper 2 beim Spitzvorgang
haltenden Hand vorgesehen und dienen dabei insbesondere der besseren Greifbarkeit
des Spitzerkörpers 2. Um diese Greifbarkeit noch weiter zu verbessern, trägt der Spitzerkörper
2 im Bereich einer jeden Grifffläche 15 vier stäbchen- oder stegförmige Griffkissen
16. Jedes Griffkissen 16 besteht aus einem gegenüber dem Material des Spitzerkörpers
2 weicheren und insbesondere elastischen Kunststoffmaterial, das beim manuellen Festhalten
des Spitzerkörpers 2 zwischen Daumen und Zeigefinger nach Art eines Kissens nachgibt
. Die Griffkissen 16 sind hierbei teilweise in das Material des Spitzerkörpers 2 eingebettet
und stehen nach Art von parallelen Stegen über die Oberfläche des Spitzerkörpers 2
hervor. Hierdurch ist im Bereich der Grifffläche 15 durch die Griffkissen 16 eine
weiche Rippenstruktur gebildet.
[0016] Der Spitzerkörper 2 ist zusammen mit den eingebetteten Griffkissen 16 als einstückiges
Teil in einem Zweikomponenten-Spritzgussverfahren hergestellt.
[0017] Anstelle von stäbchen- oder stegförmigen Griffkissen 16 können auch noppenförmige
Griffkissen vorgesehen sein.
[0018] Die erfindungsgemäß mit Griffkissen 16 versehenen Griffflächen 15 können bei einem
beliebig geformten Spitzerkörper 2 eingesetzt sein. Eine vor allem hinsichtlich der
äußeren Formgebung des Spitzerkörpers 2 von dem vorstehend beschriebenen Spitzspitzer
1 abweichende weitere Ausführungsform des Stiftspitzers 1 ist in den Fig. 3 und 4
gezeigt. Diese Ausführungsform des Stiftspitzers 1 ist wiederum mit zwei das Schälmesser
5 beidseitig flankierenden Griffflächen 15 versehen, denen im Unterschied zu dem vorstehend
beschriebenen Ausführungsbeispiel jeweils ein einziges Griffkissen 16 zugeordnet ist.
Dieses Griffkissen 16 füllt die Grifffläche 15 vollständig aus. Mit anderen Worten
bildet die von dem Griffkissen 16 eingenommene Fläche die Grifffläche 15. Das oder
jedes Griffkissen 16 kann, wie in Fig. 4 angedeutet, wiederum eine Mulde ausbilden.
Alternativ kann das Griffkissen 16 aber auch plan mit der umgebenden Außenwand des
Spitzerkörpers 2 abschließen.
[0019] Insbesondere in letzterem Fall ist für eine verbesserte Handhabbarkeit des Stiftspitzers
1 das oder jedes Griffkissen 16 optisch, insbesondere durch eine abweichende Farbgebung,
von dem Spitzerkörper 2 abgehoben. Zusätzlich oder alternativ kann das oder jedes
Griffkissen 16 mit einer rutschhemmenden Oberflächenstruktur, z.B. einer Rippung oder
Noppung, versehen sein.
[0020] Im Ausführungsbeispiel gemäß den Figuren 5 und 6 umfasst der Spitzerkörper 2 - in
einer von den in den Figuren 1 bis 4 dargestellten Ausführungsbeispielen abweichenden
mehrteiligen Ausführung - einen das Schälmesser 5 haltenden Grundkörper 2a (oder mehreren
solcher Grundkörper) und ein diesen (bzw. diese) umgebendes, nachfolgend als Spanfangbehälter
bezeichnetes Spanfanggehäuse 2b. Das bzw. die Griffkissen 16 sind bei dieser Ausführung
insbesondere am Au-βenumfang des Spanfangbehälters 2b und dort an einander gegenüberliegenden
Griffflächen 15 vorgesehen.
[0021] In der gezeigten Ausführungsform weist der Spanfangbehälter 2b eine taillierte Zylinderform
auf. Im taillierten Behälterbereich 17 sind an gegenüberliegenden Behälterseiten die
beiden Griffflächen 15 vorgesehen, die im Ausführungsbeispiel oval geformt sind. Der
Spanfangbehälter 2b des Spitzerkörpers 2 weist - in Richtung der Behälterlängsachse
19 übereinander liegend - eine Anzahl von Rippen, Wülsten oder Tori 18 auf. Der jeweilige
Außendurchmesser dieser wulstartigen Rippen 19 nimmt - ausgehend vom Behälterboden
20 - zum taillierten, mittleren Behälterbereich 17 hin ab und von dort aus wiederum
in gleichem Maße zu.
[0022] Die Griffkissen 16 können an den Spanfangbehälter 2b einstückig angespritzt sein.
Auch können - in mehrteiliger Ausführungsform - die Griffkissen 16 an den Spanfangbehälter
16 angesetzt, z. B. mit diesem verklebt sein. Zudem können die Griffkissen 16 aus
dem selben Material oder aus einem anderen Material wie der Spanfangbehälter 2b bestehen.
Bezugszeichenliste
[0023]
- 1
- Stiftspitzer
- 2
- Spitzerkörper
- 2a
- Grundkörper
- 2b
- Spanfangbehälter
- 3
- Oberseite
- 4
- Messerhalterung
- 5
- Schälmesser
- 6
- Vorderseite
- 7
- Stiftführungskanal
- 8
- Einführöffnung
- 9
- Abschnitt
- 10
- Spitzkonus
- 11
- Achse
- 12
- Schneidschlitz
- 13
- Seitenfläche
- 14
- Griffmulde
- 15
- Grifffläche
- 16
- Griffkissen
- 17
- taillierter Behälterbereich
- 18
- Rippe, Wulst, Torus
- 19
- Behälterlängsachse
- 20
- Behälterboden
1. Stiftspitzer (1) mit einem Spitzerkörper (2), welcher einen Stiftführungskanal (7)
definiert und eine schräg bezüglich einer Achse (11) des Stiftführungskanals (7) angestellte
Messerhalterung (4) für ein Schälmesser (5) aufweist,
- wobei der Spitzerkörper (2) mit mindestens einer Grifffläche (15) als Anlage für
einen oder mehrere Finger einer den Spitzerkörper (2) beim Spitzvorgang haltenden
Hand versehen ist, und
- wobei zumindest in einem Teilbereich der Grifffläche (15) mindestens ein Griffkissen
(16) aus einem gegenüber dem Spitzerkörper (2) weichen Material vorgesehen ist.
2. Stiftspitzer (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die oder jede Grifffläche (15) mit einem die Grifffläche (15) im Wesentlichen ausfüllenden
Griffkissen (16) versehen ist.
3. Stiftspitzer (1) nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch
mehrere auf der oder jeder Grifffläche (15) verteilte, noppen- oder stegförmige Griffkissen
(16).
4. Stiftspitzer (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Spitzerkörper (2) und das oder jedes Griffkissen (16) aus unterschiedlichen Kunststoffen
bestehen.
5. Stiftspitzer (1) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Spitzerkörper (2) zusammen mit dem oder jedem Griffkissen (16) als einstückiges
Kunststoffspritzgussteil ausgebildet ist.
6. Stiftspitzer (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Spitzerkörper (2) im Bereich der oder jeder Grifffläche (15) eine Mulde aufweist.
7. Stiftspitzer (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Spitzerkörper (2) zwei einander etwa diametral gegenüber angeordnete Griffflächen
(15) aufweist.