[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur kuppelbaren Verbindung der Schwungscheibe
eines Antriebsmotors, insbesondere eines Verbrennungsmotors, mit einer Abtriebswelle,
insbesondere einer Getriebewelle, mittels einer Kupplungseinrichtung, insbesondere
einer Kraftfahrzeugkupplungseinrichtung, wobei die Schwungscheibe zumindest zeitweise
mit einem Zahnkranz in Drehverbindung steht und wobei der Zahnkranz mit einem Startermotor
in Verbindung steht.
[0002] Zum Anlassen eines Verbrennungsmotors ist ein Startermotor erforderlich, der meist
über einen Zahnkranz auf die Schwungscheibe des Verbrennungsmotors wirkt. Bei Betätigung
des Startermotors wird über die Schwungscheibe die Kurbelwelle des Motors gedreht,
bis der Motor läuft.
[0003] Aus der
DE 30 46 612 A1 ist eine Kupplungsvorrichtung bekannt, bei der die Schwungscheibe und die Kurbelwelle
des Verbrennungsmotors mittels eines sperrbaren Freilaufs verbunden sind. Dadurch
kann im Schubbetrieb des Fahrzeugs die Drehverbindung zwischen Kurbelwelle und Schwungscheibe
unterbrochen werden, während durch die Freilaufsperre im Zugbetrieb die Drehverbindung
wieder herstellbar ist.
[0004] In manchen Anwendungsfällen ist es erforderlich oder zumindest wünschenswert, dass
die Drehmasse des Motors so gering wie möglich gehalten wird. Als Beispiel sei der
Rennsport genannt, bei dem regelmäßig eine geringe Drehmasse im Antriebsstrang angestrebt
wird, um eine hohe Dynamik des Fahrzeugs zu erreichen. Für diese Anwendungsfälle sind
spezielle Kupplungsvorrichtungen bekannt, die sich durch einen relativ kleinen Bauraum
auszeichnen.
[0005] Probleme ergeben sich, wenn eine solche spezielle (Renn-)Kupplungsvorrichtung an
sonst typische Serienbauteile angeschlossen werden soll. Namentlich ist es wünschenswert,
dass serienmäßige Startermotoren weiterhin verwendet werden können, die auf einen
Zahnkranz mit einem relativ großen Durchmesser wirken. Die Beibehaltung eines großen
Zahnkranzes ist auch unter dem Aspekt sinnvoll, dass dann ein relativ schwacher und
leichter Startermotor verwendet werden kann, der dennoch ein hinreichendes Antriebsdrehmoment
an der Schwungscheibe erzeugen kann.
[0006] Dadurch ist jedoch zumeist die Drehmasse des Systems relativ groß, was die Dynamik
des Verbrennungsmotors bzw. des ganzen Antriebsstranges negativ beeinflusst.
[0007] Bekannt ist es, Schwungscheiben besonders leicht auszubilden bzw. hohlzubohren, um
deren Drehmasse zu verringern. Allerdings haben solche Maßnahmen nur einen begrenzten
Einfluss auf die Drehmasse. Die damit erreichbaren Drehmassen sind für viele Anwendungsfälle
- insbesondere für motorsportliche Applikationen - immer noch zu groß.
[0008] Der Erfindung liegt daher die
Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art so weiterzubilden, dass im
Betrieb des Motors eine möglichst geringe Drehmasse vorliegt. Dennoch soll ein Zahnkranz
üblichen - großen - Durchmessers zur Anwendung kommen, wie er serienmäßig zum Einsatz
kommt, um einen leichten Startermotor bei hinreichendem Starterdrehmoment einsetzen
zu können. Weiterhin soll ein Konzept vorgeschlagen werden, das mit möglichst wenigen
sich im Betrieb des Verbrennungsmotors drehenden Teilen auskommt. Dabei soll es femer
möglich sein, keine Kompromisse eingehen zu müssen, was die Auslegung des Startermotors
hinsichtlich seiner Anordnung und Größe anbelangt.
[0009] Die
Lösung dieser Aufgabe durch die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerung
des Zahnkranzes relativ zur Schwungscheibe mit mindestens einem Lager erfolgt, dessen
einer Ring, insbesondere dessen Außenring, direkt oder indirekt mit einem ortsfesten
Teil der Vorrichtung verbunden ist und dessen anderer Ring, insbesondere dessen Innenring,
direkt oder indirekt mit dem Zahnkranz verbunden ist, wobei elektromagnetisch betätigbare
Mittel vorhanden sind, mit denen eine zeitweise direkte oder indirekte Kopplung des
Zahnkranzes mit der Schwungscheibe erfolgen kann.
[0010] Mit diesem Konzept wird es möglich, nur bei Bedarf, d. h. im wesentlichen, wenn der
Verbrennungsmotor angelassen werden soll, den Zahnkranz samt Startermotor auf elektromagnetischem
Wege anzukoppeln, die Kopplung im Betrieb jedoch wieder aufzuheben, so dass dann die
Drehmasse des Motors und des gesamten Antriebsstranges wesentlich verringert ist.
[0011] Eine erste Fortbildung sieht vor, dass der ortsfeste Teil der Vorrichtung, an dem
einer der Lagerringe festgelegt ist, der Zylinder eines Ausrückelements zur Erzeugung
eines axialen Verschiebeweges ist.
[0012] Die elektromagnetisch betätigbaren Mittel weisen dabei bevorzugt ein durch Magnetkraft
axial verschiebliches Element, insbesondere eine Ankerscheibe, auf, die Reibschluss
zwischen sich und mindestens einem weiteren Bauteil herstellen kann. Das axial verschiebliche
Element kann zumindest an einer seiner seitlichen Stirnflächen eine Beschichtung aufweisen.
Diese Beschichtung besteht insbesondere aus einem Material mit hohem Reibwert und/oder
hoher Verschleißbeständigkeit. Als bevorzugte Ausgestaltungen dessen kommt in Frage,
dass die Beschichtung ein aufgeklebter Reibbelag ist, dass die Beschichtung ein aufgesinterter
Belag ist oder dass die Beschichtung eine Aluminiumoxidschicht ist.
[0013] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass das axial verschiebliche
Element durch ein Federelement, insbesondere durch eine Membranfeder, elastisch in
einer vorgegebenen axialen Position gehalten wird. Die elektromagnetisch betätigbaren
Mittel können ferner eine elektromagnetische Spule aufweisen, die an oder in einem
Spulenträger angeordnet ist, der mit dem ortsfesten Teil der Vorrichtung verbunden
ist. Der Spulenträger kann dabei eine in seinem Seitenbereich eingebrachte Nut zur
Aufnahme der elektromagnetischen Spule aufweisen.
[0014] Der Zahnkranz ist bevorzugt mit einem Trägerelement verbunden. Dabei kann das Trägerelement
eine sich radial erstreckende Anlauffläche für das axial verschiebliche Element, insbesondere
für die Ankerscheibe, aufweisen; diese Anlauffläche kann mit einer Beschichtung versehen
sein, wobei auch hier wieder eine Beschichtung aus einem Material mit hohem Reibwert
und/oder hoher Verschleißbeständigkeit bevorzugt ist. Es kann sich bei der Beschichtung
wieder um die für die Ankerscheibe vorgesehenen Beschichtungen handeln.
[0015] Das Trägerelement hat vorzugsweise einen zylindrischen Sitzabschnitt zur Aufnahme
des mindestens einen Lagers.
[0016] Das Ausrückelement zur Erzeugung eines axialen Verschiebeweges kann einen Kolben
aufweisen, der in dem Zylinder geführt ist, wobei der Kolben einen Außendurchmesser
aufweist. Der Außendurchmesser des Kolbens ist vorzugsweise kleiner als der Innendurchmesser
des zylindrischen Sitzabschnitts des Trägerelements, der hülsenförmig ausgebildet
sein kann. Damit ist es möglich, den Kolben axial unter den zylindrischen Sitzabschnitt
eintauchen zu lassen, was zu einer sehr kompakten und axial kurzen Bauweise führt.
[0017] Das der Schwungscheibe zugewandte Ende des axial verschieblichen Kolbens ist bevorzugt
axial etwa in Höhe des axial verschieblichen Elements, insbesondere der Ankerscheibe,
angeordnet.
[0018] Als Lager kommt bevorzugt ein Wälzlager zum Einsatz, insbesondere ein Rillenkugellager.
Für eine stabile Lagerung des Trägerelements kann weiter vorgesehen sein, dass zwei
solche Lager im Abstand nebeneinander angeordnet sind.
[0019] Das Trägerelement besteht mit Vorteil aus Aluminium.
[0020] Bevorzugt kommt für die Kupplungsbetätigung ein sog. Zentralausrücker zum Einsatz.
Dabei ist ein am von der Schwungscheibe abgewandten Ende der Kupplungseinrichtung
angeordnetes Ausrückelement (Zentralausrücker) zur Erzeugung eines axialen Verschiebeweges
angeordnet. Durch diese Ausgestaltung kann eine besonders kompakte Bauweise erreicht
werden, die platzsparend ist.
[0021] Mit dem Erfindungsvorschlag ist es möglich, dass der Zahnkranz nach dem Starten des
Motors mit dem Startermotor mittels der elektromagnetisch betätigbaren Mittel von
der Schwungscheibe entkoppelt wird und anhalten kann, so dass im Betrieb durch den
Zahnkranz die Drehmasse des Motors nicht erhöht wird. Weiterhin ist es möglich, einen
serienmäßigen Zahnkranz auch im Falle der Verwendung einer für den Rennsport ausgebildeten
Kupplungsvorrichtung einzusetzen, ohne Nachteile hierdurch hinnehmen zu müssen. Ein
weiterer Vorteil der vorgeschlagenen Konzeption besteht darin, dass sich das den Zahnkranz
abstützende Lager im entkoppelten Zustand bei laufendem Motor nicht dreht. Die Zahl
der rotierenden Teile ist daher gering.
[0022] Das vorgeschlagene Konzept ermöglicht also eine Integration serienmäßiger Teile bei
der Verwendung spezieller Komponenten für den Rennsport.
[0023] Mit dem vorgeschlagenen Konzept ist es möglich, für den Rennsport optimierte Kupplungskomponenten
- mit relativ kleinen Durchmessern - einzusetzen, ohne auf den serienmäßigen Zahnkranz
und Startermotor verzichten zu müssen. Diese können vielmehr in vorteilhafter Weise
weiter verwendet werden, da durch den großen Zahnkranzdurchmesser ein leichter Startermotor
verwendet werden kann, mit dem dennoch ein großes Anlassdrehmoment erzeugt werden
kann.
[0024] Durch das Abkoppeln des Zahnkranzes über die elektromagnetisch betätigbaren Mittel
ist die Drehmasse durch den großen Zahnkranz jedoch nicht erhöht, sondern verringert,
was der Dynamik des Motors und des gesamten Antriebsstranges zugute kommt.
[0025] Die vorgeschlagene Konzeption kommt darüber hinaus mit relativ geringem axialen Bauraum
aus, so dass die Vorrichtung insgesamt klein baut.
[0026] Von besonderem Vorteil ist ferner, dass das das Trägerelement samt Zahnkranz lagernde
Lager nach dem Entkoppeln von der Schwungscheibe vollständig in Ruhe verharrt, d.
h. dessen Ringe rotieren dann nicht.
[0027] Wenngleich für Anwendungen im Rennsport bevorzugt eingesetzt, kann der Erfindungsvorschlag
für beliebige Vorrichtungen der gattungsgemäßen Art eingesetzt werden.
[0028] Mit dem Vorschlag ist es auch möglich, in gewissem Umfang Treibstoff einzusparen,
da ein verbessertes Betriebsverhalten des Verbrennungsmotors erreichbar ist.
[0029] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Es zeigen:
- Fig. 1
- die Ansicht einer Vorrichtung zur kuppelbaren Verbindung der Schwungscheibe eines
Verbrennungsmotors mit einer Getriebewelle in Achsrichtung betrachtet (Ansicht "B"
gemäß Fig. 2),
- Fig. 2
- den Schnitt A-A gemäß Fig. 1 und
- Fig. 3
- eine vergrößerte Ansicht der Vorrichtung als Ausschnitt aus Fig. 2, wobei die elektromagnetisch
betätigbaren Mittel zu erkennen sind.
[0030] In den Figuren ist eine Vorrichtung zur kuppelbaren Verbindung der Schwungscheibe
1 eines Verbrennungsmotors mit einer - nicht dargestellten - Getriebewelle skizziert,
wobei hierfür eine Kupplungseinrichtung 2 zum Einsatz kommt. Die Schwungscheibe 1
steht mit einem Zahnkranz 3 zeitweise in Drehverbindung; der Zahnkranz 3 wiederum
wird von einem Startermotor 4 angetrieben. Von dem Verbrennungsmotor ist neben der
Schwungscheibe 1 nur das Motorgehäuse 20 schematisch dargestellt.
[0031] Die Kupplungseinrichtung 2 ist als kompakt aufgebaute Vorrichtung konzipiert, wie
sie im Rennsport Verwendung findet. Beispielhaft ist hier das RCS-Baukastensystem
zu nennen ("
Racing
Clutch
System" aus dem Hause der Anmelderin), das Komponenten mit relativ kleinem Außendurchmesser
aufweist und dennoch hohe Leistungen übertragen kann. Der zum Einsatz kommende Zahnkranz
3 entspricht indes üblichen Serienteilen, d. h. er hat einen relativ großen Durchmesser
(Teilungsdurchmesser der Verzahnung am Außendurchmesser des Zahnkranzes d
3).
[0032] Die Kupplungseinrichtung 2 hat ein Gehäuse 21, das an seinem der Schwungscheibe 1
zugewandten axialen Ende mit dieser drehfest in Verbindung steht. Am anderen axialen
Ende des Gehäuses 21 ist ein Flansch 23 festgeschraubt.
[0033] Der Zahnkranz 3 wird von einem Trägerelement 16 getragen - der Zahnkranz 3 ist an
dem Trägerelement 16 angeschraubt -, wobei das Trägerelement 16 in seinem radial inneren
Bereich einen sich axial erstreckenden zylindrischen und hülsenförmig ausgebildeten
Sitzabschnitt 18 aufweist.
[0034] Der Sitzabschnitt 18 nimmt die Innenringe 8 zweier Rillenkugellager 5 auf, die sich
im Abstand zueinander befinden. Die Außenringe 6 der Lager 5 sitzen in einer Bohrung
22 eines Spulenträgers 14. Während im Ausführungsbeispiel schematisch vorgesehen ist,
dass sowohl die Außenringe 6 als auch die Innenringe 8 mittels geeignetem Presssitz
in der Bohrung 22 bzw. auf dem Sitzabschnitt 18 positioniert sind, um eine axiale
Bewegung zu verhindern, ist hierfür jede geeignete andere Lösung gleichfalls möglich,
z. B. Sicherungsringe. Damit ist sichergestellt, dass der Zahnkranz 3 und das diesen
tragende Trägerelement 16 an einem ortsfesten Teil 7 der Gesamtvorrichtung axial und
radial gelagert ist.
[0035] Das ortsfeste Teil 7 ist Teil eines Ausrückelements 10 zur Betätigung der Kupplungseinrichtung
2, nämlich der Zylinder dieses Elements. Vorliegend ist das Ausrückelement 10 als
Einheit ausgebildet, die einen Ausrücker, einen Nehmerzylinder und eine Führungshülse
inkorporiert. Diese auch als CSC (
Concentric
Slave
Cylinder) bekannte Einheit weist den axial festen Zylinder 7 auf, in dem ein axial
verschieblicher Kolben 19 geführt ist.
[0036] Der Außendurchmesser d
1 des Ausrückelements 10 und namentlich dessen Kolben 19 ist geringer als der Innendurchmesser
d
2 des zylindrischen Sitzabschnitts 18. Dies hat zur Folge, dass der Kolben 19 axial
unter den Sitzabschnitt 18 tauchen kann, was eine besonders kompakte Bauweise erlaubt.
[0037] Kernbestandteil des vorgeschlagenen Konzepts sind elektromagnetisch betätigbare Mittel
9. Diese umfassen zunächst eine elektromagnetische Spule 13, die in einer Nut 15 des
Spulenträgers 14 angeordnet ist und die mit nicht dargestellten Kabeln elektrisch
beaufschlagt werden kann, um ein Magnetfeld zu erzeugen.
[0038] Weiterhin ist ein axial verschiebliches Element 11 in Form einer Ankerscheibe vorhanden,
die mittels eines als Membranfeder ausgebildeten Federelements 12 in einer spannungslosen
Axialposition am Flansch 23 gehalten wird, wie sie in den Figuren dargestellt ist.
Die Membranfeder stellt gleichzeitig eine Drehverbindung zwischen dem Flansch 23 und
damit zwischen dem Gehäuse 21 der Kupplungseinrichtung 2 und der Ankerscheibe 11 her.
[0039] Das Trägerelement 16 weist eine sich radial erstreckende Anlauffläche 17 auf, die
durch Strombeaufschlagung der elektromagnetischen Spule 13 mit der Ankerscheibe 11
in Kontakt gebracht werden kann. Wird die Spule magnetisiert, zieht sie gegen den
Widerstand der Membranfeder 12 die Ankerscheibe in Fig. 3 nach rechts, so dass diese
an der Anlauffläche 17 des Trägerelements 16 anliegt. Durch die Anlagekraft wird eine
Reibkraft erzeugt, die das Trägerelement 16 bei Rotation des Gehäuses 21 mitdreht,
so dass auch der Zahnkranz 3 gekoppelt ist. Damit kann das Drehmoment des Startermotors
4 über den Zahnkranz 3, das Trägerelement 16 und das Gehäuse 21 auf die Schwungscheibe
1 zwecks Anlassen des Verbrennungsmotors übertragen werden.
[0040] Nach dem Starten des Verbrennungsmotors mittels des Startermotors 4 - insbesondere
im Rennsporteinsatz - wird der Anlasserzahnkranz 3 nicht mehr benötigt. In vorbekannten
Konstruktionen wird er jedoch bei jedem Hochdrehen des Verbrennungsmotors mit drehbeschleunigt,
da er zumeist drehfest mit der Schwungscheibe 1 bzw. der Kupplungseinrichtung 2 verbunden
ist. Dies bedeutet eine unnötig mitbeschleunigte Drehmasse, die der Motordrehbeschleunigung
entgegenwirkt.
[0041] Durch die Wegnahme des Stroms von der Spule 13 tritt die Entkopplung des Anlasserzahnkranzes
3 samt Trägerelement 16 von der Schwungscheibe 1 ein (die Ankerscheibe 11 federt in
die skizzierte Position zurück), so dass nach dem Startvorgang die zu beschleunigende
Masse reduziert werden kann, was die Dynamik des Motors verbessert.
[0042] Durch den ständigen Eingriff des Ritzels des Startermotors 4 in den Zahnkranz 3 und
durch das dem Startermotor 4 innewohnende Schleppmoment bei dessen Nicht-Antreiben
wird der Zahnkranz 3 und damit auch das Trägerelement 16 bei laufendem Verbrennungsmotor
im abgekoppelten Zustand (kein Strom auf der Spule 13) im Ruhezustand gehalten, d.
h. die genannten Elemente rotieren nicht.
[0043] Dies hat auch Vorteile bei einem Schnellstart bzw. nach dem "Abwürgen" des Motors,
weil der Anlasserdrehkranz dann nicht erst noch weiterdreht und das eingreifende Ritzel
des Startermotors belastet bzw. beschädigt.
[0044] Hierdurch wird die drehzubeschleunigende Masse gering gehalten, so dass die Dynamik
des Verbrennungsmotors hoch ist.
[0045] Der große Außendurchmesser des Zahnkranzes 3 ermöglicht die Verwendung eines leichten
und kleinen Startermotors, da dieser über den großen Durchmesser d
3 ein hinreichendes Drehmoment für das Anlassen des Verbrennungsmotors aufbauen kann.
[0046] Die elektromagnetisch betätigbaren Mittel 9 sind im Ausführungsbeispiel als arbeitsstrombetätigte,
elektromagnetische Polflächenkupplung ausgebildet. Durch Anlegen einer Gleichspannung
an die Magnetspule 13 bildet sich ein Magnetfeld. Dadurch wird die Ankerscheibe 11
an die Anlauffläche 17 des Trägerelements 16 angezogen, wodurch das Drehmoment durch
Reibschluss übertragen wird.
[0047] Daher kann es vorteilhaft sein, wenn die Kontaktseite der Ankerscheibe 11 und/oder
die Anlauffläche 17 mit einer die Reibung erhöhenden Beschichtung versehen ist.
[0048] Im stromlosen Zustand zieht die Membranfeder 12 die Ankerscheibe 11 wieder in die
in den Figuren dargestellte Position zurück, wodurch die Drehmomentübertragung aufgehoben
wird.
[0049] Wie ausgeführt, ermöglicht es die vorgeschlagene Lösung, die Drehmasse nach dem Start
des Verbrennungsmotors durch Abkopplung des Zahnkranzes samt Trägerelement zu reduzieren.
[0050] Das vorgeschlagenen Prinzip kann jedoch auch genutzt werden, um gegebenenfalls Drehmasse
zeitlich gesteuert zuzuschalten und abzuschalten, falls dies sinnvoll ist. Um beispielsweise
im Stadtbereich und im Stop-and-Go-Betrieb eines Kraftfahrzeugs ein komfortableres
Anfahrverhalten zu erreichen, kann während des Anfahrvorganges die Schwungmasse in
Form des Starterzahnkranzes zugeschaltet werden bzw. zugeschaltet bleiben. Dabei kann
eine entsprechende Steuerelektronik für die Spule 13 eingesetzt werden, so dass die
Ein- und Auskupplung der zusätzlichen Drehmasse (Zahnkranz 3 und Trägerelement 16)
automatisch in Abhängigkeit bestimmter Betriebsparameter erfolgt.
[0051] Möglich ist es auch, das Gehäuse 21 samt Flansch 23 einteilig auszuführen und dann
direkt am Gehäuse die Membranfeder 12 zu befestigen, was zu geringerer Bauteilvielfalt
führt.
[0052] Es ist ausreichend, wenn die Ankerscheibe 11 aus magnetisierbarem Material (aus ferritischem
Eisen) besteht. Falls das Trägerelement 16 jedoch zumindest im Bereich der Spule 13
ebenfalls aus magnetisierbarem Material besteht, wird die magnetische Feldstärke besonders
gut auf die Ankerscheibe 11 übertragen.
Bezugszeichenliste
[0053]
- 1
- Schwungscheibe
- 2
- Kupplungseinrichtung
- 3
- Zahnkranz
- 4
- Startermotor
- 5
- Lager
- 6
- Außenring
- 7
- ortsfester Teil (Zylinder)
- 8
- Innenring
- 9
- elektromagnetisch betätigbare Mittel
- 10
- Ausrückelement
- 11
- axial verschiebliches Element (Ankerscheibe)
- 12
- Federelement (Membranfeder)
- 13
- elektromagnetische Spule
- 14
- Spulenträger
- 15
- Nut
- 16
- Trägerelement
- 17
- Anlauffläche
- 18
- zylindrischer Sitzabschnitt
- 19
- Kolben
- 20
- Motorgehäuse
- 21
- Gehäuse
- 22
- Bohrung
- 23
- Flansch
- d1
- Außendurchmesser
- d2
- Innendurchmesser
- d3
- Durchmesser
1. Vorrichtung zur kuppelbaren Verbindung der Schwungscheibe (1) eines Antriebsmotors,
insbesondere eines Verbrennungsmotors, mit einer Abtriebswelle, insbesondere einer
Getriebewelle, mittels einer Kupplungseinrichtung (2), insbesondere einer Kraftfahrzeugkupplungseinrichtung,
wobei die Schwungscheibe (1) zumindest zeitweise mit einem Zahnkranz (3) in Drehverbindung
steht und wobei der Zahnkranz (3) mit einem Startermotor (4) in Verbindung steht,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Lagerung des Zahnkranzes (3) relativ zur Schwungscheibe (1) mit mindestens einem
Lager (5) erfolgt, dessen einer Ring, insbesondere dessen Außenring (6), direkt oder
indirekt mit einem ortsfesten Teil (7) der Vorrichtung verbunden ist und dessen anderer
Ring, insbesondere dessen Innenring (8), direkt oder indirekt mit dem Zahnkranz (3)
verbunden ist, wobei elektromagnetisch betätigbare Mittel (9) vorhanden sind, mit
denen eine zeitweise direkte oder indirekte Drehkopplung des Zahnkranzes (3) mit der
Schwungscheibe (1) erfolgen kann.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der ortsfeste Teil (7) der Vorrichtung der Zylinder eines Ausrückelements (10) zur
Erzeugung eines axialen Verschiebeweges ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die elektromagnetisch betätigbaren Mittel (9) ein durch Magnetkraft axial verschiebliches
Element (11), insbesondere eine Ankerscheibe, aufweist, das Reibschluss zwischen sich
und mindestens einem weiteren Bauteil herstellen kann.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das axial verschiebliche Element (11) zumindest an einer seiner seitlichen Stirnflächen
eine Beschichtung aufweist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung aus einem Material mit hohem Reibwert und/oder hoher Verschleißbeständigkeit
besteht.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung ein aufgeklebter Reibbelag ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung ein aufgesinterter Belag ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung eine Aluminiumoxidschicht ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das axial verschiebliche Element (11) durch ein Federelement (12), insbesondere durch
eine Membranfeder, elastisch in einer vorgegebenen axialen Position gehalten wird.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die elektromagnetisch betätigbaren Mittel (9) eine elektromagnetische Spule (13)
aufweisen, die an oder in einem Spulenträger (14) angeordnet ist, der mit dem ortsfesten
Teil (7) der Vorrichtung verbunden ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Spulenträger (14) eine in seinem Seitenbereich eingebrachte Nut (15) zur Aufnahme
der elektromagnetischen Spule (13) aufweist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Zahnkranz (3) mit einem Trägerelement (16) verbunden ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Trägerelement (16) eine sich radial erstreckende Anlauffläche (17) für das axial
verschiebliche Element (11), insbesondere für die Ankerscheibe, aufweist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die sich radial erstreckende Anlauffläche (17) eine Beschichtung aufweist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung aus einem Material mit hohem Reibwert und/oder hoher Verschleißbeständigkeit
besteht.
16. Vorrichtung nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung ein aufgeklebter Reibbelag ist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung ein aufgesinterter Belag ist.
18. Vorrichtung nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung eine Aluminiumoxidschicht ist.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Trägerelement (16) einen zylindrischen Sitzabschnitt (18) zur Aufnahme des mindestens
einen Lagers (5) aufweist.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausrückelement (10) zur Erzeugung eines axialen Verschiebeweges einen Kolben
(19) aufweist, der in dem Zylinder (7) geführt ist, wobei der Kolben einen Außendurchmesser
(d1) aufweist.
21. Vorrichtung nach Anspruch 19 und 20, dadurch gekennzeichnet, dass der Außendurchmesser (d1) des Kolbens (19) kleiner ist als der Innendurchmesser (d2) des zylindrischen Sitzabschnitts (18) des Trägerelements (16).
22. Vorrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass das der Schwungscheibe (1) zugewandte Ende des axial verschieblichen Kolbens (19)
axial etwa in Höhe des axial verschieblichen Elements (11), insbesondere der Ankerscheibe,
angeordnet ist.
23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass das Lager (5) ein Wälzlager ist.
24. Vorrichtung nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, dass das Lager (5) ein Rillenkugellager ist.
25. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Lager (5) im Abstand nebeneinander angeordnet sind.
26. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 25, dadurch gekennzeichnet, dass das Trägerelement (16) aus Aluminium besteht.