(19)
(11) EP 1 717 303 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
02.11.2006  Patentblatt  2006/44

(21) Anmeldenummer: 06008623.8

(22) Anmeldetag:  26.04.2006
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
C11D 3/39(2006.01)
C11D 1/83(2006.01)
C11D 17/00(2006.01)
C11D 1/825(2006.01)
C11D 3/386(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA HR MK YU

(30) Priorität: 27.04.2005 CH 7442005

(71) Anmelder: MIFA AG FRENKENDORF
CH-4402 Frenkendorf (CH)

(72) Erfinder:
  • Kleeli, Karin
    5432 Neuenhof (CH)
  • Heldmaier, Susanne
    4413 Büren (CH)
  • Leu, Thomas
    79618 Bad-Rheinfelden (DE)
  • Kilian, Hartmut
    79541 Lörrach-Haagen (DE)

(74) Vertreter: Blum, Rudolf Emil et al
E. BLUM & CO. Vorderberg 11
8044 Zürich
8044 Zürich (CH)

   


(54) Flüssigwaschmittel für Tieftemperaturprogramme und Kurzprogramme


(57) Es wird eine flüssige Waschmittelzusammensetzung beschrieben, die aus mindestens zwei Teilzusammensetzungen besteht, nämlich einer Bleichkomponente und einer Waschkomponente. Die Bleichkomponente enthält eine suspendierte organische Peroxosäure und die Waschkomponente mindestens ein Enzym und nichtionische Tenside, wobei mindestens ein Teil der nichtionischen Tenside ausgewählt ist aus mindestens einer mit Polyethylenglykol veresterten Fettsäure und mindestens einem mit Polyethylenglykol veretherten (ethoxylierten) Fettalkohol.


Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine flüssige Waschmittelzusammensetzung, insbesondere eine Waschmittelzusammensetzung, die aus mindestens zwei getrennt voneinander vorhandenen flüssigen Teilzusammensetzungen (Komponenten) aufgebaut ist.

[0002] Bei Waschmitteln, die in flüssiger Form vorliegen, vor allem bei wasserhaltigen Waschmitteln, kann es zu Inkompatibilitäten zwischen einzelnen Bestandteilen des Waschmittels kommen, was zu unzulänglichen Lagerstabilitäten resp. Verschlechterung des Waschergebnisses führt. Ein grosses Inkompatibilitätsproblem besteht z.B. zwischen bevorzugten Bleichmitteln und Enzymen und/oder Tensiden.

[0003] Zur Vermeidung solcher Probleme ist bereits vorgeschlagen worden, miteinander reagierende Bestandteile voneinander getrennt aufzubewahren und erst direkt vor resp. während des Waschvorgangs zu kombinieren (siehe z.B. WO 2004/053042). Die Aufbewahrung kann in separaten Behältern und anschliessender Dosierung aus diesen erfolgen oder - bevorzugt - aus Zwei- oder Mehrkammerflaschen oder Beuteln. Solche Behälter sind bekannt (siehe WO 2004/053042).

[0004] Viele Flüssigwaschmittel sind für sehr tiefe Waschtemperaturen, insbesondere 20 bis 30°C, und/oder Kurzprogramme nicht geeignet, da sie bei Zugabe zu kaltem Wasser gelieren und sich deshalb zu wenig oder zu langsam auflösen. Dieses Gelieren liegt mindestens zu einem grossen Teil an den nichtionischen Tensiden, die man - da diese z.B. das Hautfett entfernen - gerne in möglichst hoher Konzentration einarbeiten würde.

[0005] Ziel der vorliegenden Erfindung war es deshalb, ein Flüssigwaschmittel bereitzustellen, welches auch bei tiefer Temperatur und/oder im Kurzprogramm gute Waschergebnisse gibt.

[0006] Dieses Ziel wurde erreicht durch Bereitstellen eines Flüssigwaschmittels gemäss Anspruch 1, insbesondere eine flüssige Waschmittelzusammensetzung bestehend aus mindestens zwei flüssigen Teilzusammensetzungen, wovon mindestens eine flüssige Teilzusammensetzung eine Bleichkomponente enthaltend eine suspendierte organische Peroxosäure ist und wovon mindestens eine weitere flüssige Teilzusammensetzung eine Waschkomponente enthaltend mindestens ein Enzym ist, und das sich dadurch auszeichnet, dass die Waschkomponente zusätzlich nichtionische Tenside enthält, wobei mindestens ein Teil der nichtionischen Tenside ausgewählt ist aus mindestens einer mit Polyethylenglykol veresterten Fettsäure, wobei das Polyethylenglykol 5-15 Ethoxygruppen aufweist, und mindestens einem mit Polyethylenglykol veretherten (ethoxylierten) Fettalkohol, wobei das Polyethylenglykol 3-15 Ethoxygruppen aufweist. Spezielle Ausführungsformen sind den abhängigen Ansprüchen zu entnehmen.

[0007] Vorzugsweise beträgt die Anzahl Ethylenoxid-Gruppen im Fettsäureester 8-12 und im veretherten Fettalkohol 5-9.

[0008] Überraschenderweise wurde gefunden, dass sich durch den Einsatz des erfindungsgemässen Tensidsystems ein sehr hoher Anteil an nichtionischen Tensiden erzielen lässt, ohne dass die Waschkomponente beim Einbringen in kaltes Wasser geliert und dadurch die Waschwirkung vermindert wird. Das Verhältnis von Fettsäureester zu ethoxyliertem Fettalkohol beträgt üblicherweise von 1:1 bis 1:4, insbesondere von 1:1 bis 1:3, und das Tensidsystem wird üblicherweise in Mengen von 5 bis 70 Gew.-%, vorzugsweise von 15 bis 60 Gew.-%, insbesondere von 20 bis 55 Gew.-% bezogen auf die Waschkomponente eingesetzt.

[0009] Neben diesem speziellen Tensidsystem können weitere nichtionische und/oder ionische und/oder amphotere Tenside vorhanden sein, insbesonders sind üblicherweise auch anionischen Tenside vorhanden. Bevorzugte Vertreter sind nachstehend aufgeführt.

[0010] Anionische Tenside sind beispielsweise Alkansulfonate, Fettalkylethersulfate, Alkylbenzolsulfonate, Cumolsulfonat, Olefinsulfonate, Fettalkoholsulfonate und Mischungen derselben, insbesondere Alkansulfonate, Fettalkylethersulfate, Alkylbenzolsulfonate, Cumolsulfonat und Mischungen derselben.

[0011] Nichtionische Tenside sind beispielsweise Fettalkoholethoxylat, Fettsäurepolyglykolester, Sorbitanester, Alkylpolyglycosid, Aminoxid und Mischungen derselben, vorzugsweise Fettalkoholethoxylat und/oder Fettsäurepolyglykolester.

[0012] Amphotere Tenside sind beispielsweise ampholytische Tenside und Betaine.

[0013] Die anionischen Tenside werden üblicherweise in Mengen im Bereich von 5 bis 40 Gew.-%, vorzugsweise 5 bis 30 Gew.% und insbesondere 10 bis 15 Gew.-% bezogen auf das Gewicht der Gesamtkomponente eingesetzt, die neben dem erfindungsgemässen Tensidsystem allenfalls noch zusätzlich vorhandenen weiteren nichtionischen Tenside werden üblicherweise in Mengen im Bereich von 0 bis 20 Gew.-% eingesetzt und die amphoteren Tenside im Bereich von 1 bis 20 Gew.-%.

[0014] Als Enzyme kommen in dieser Waschkomponente alle herkömmlichen Enzyme wie Proteasen, Amylasen, Lipasen, Cellulasen, Glycosidasen, insbesondere Mannanasen und Glucosidasen, in Frage. Diese werden üblicherweise in Mengen bezogen auf das Gesamtgewicht der Komponente von 1 bis 10 Gew.-% übliche flüssge Handelsware, insbesondere von 2.5 bis 5 Gew.-% eingesetzt.

[0015] Die Waschkomponente kann Seifen enthalten muss aber nicht. Geeignete Seifen sind beispielsweise Natrium- und Kaliumseifen. Diese werden üblicherweise in Mengen bezogen auf das Gesamtgewicht der Komponente von 0 bis 20 Gew.-%, insbesondere von 1 bis 5 Gew.-% eingesetzt.

[0016] Weitere Stoffe, die in der Waschkomponente enthalten sind, sind Lösungsmittel, wie Glykole, Polyglykole, Alkohole und Wasser sowie Mischungen derselben, daneben vorzugsweise auch Entschäumer, beispielsweise handelsübliche Silikonentschäumer. Ebenfalls enthalten sein können Phosphonate und kationische Tenside sowie Stoffe ausgewählt aus der Gruppe umfassend organische und anorganische Basen, optische Aufheller, Parfümöle, Farbstoffe, Konservierungsmittel, Trübungsmittel und Verdickungsmittel. Alle diese Stoffe sind handelsüblich und können in der entsprechenden Qualität eingesetzt werden.

[0017] Lösungsmittel, wie Glykole, Polyglykole und Alkohole, werden üblicherweise in Gesamtmengen bezogen auf das Gesamtgewicht der Komponente von 0 bis 40 Gew.-%, insbesondere von 5 bis 30 Gew.-% eingesetzt, und Wasser in Mengen von 5 bis 60 Gew.-%, insbesondere in Mengen von 10 bis 45 Gew.-%. Übliche Mengen an Entschäumer sind 0 bis 3 Gew.-%, insbesondere ca. 0 bis 1.5 Gew.-% und von Phosphonaten 0 bis 1.5 Gew.-%, insbesondere 0 bis 0.75 Gew.-%. Kationische Tenside werden in Mengen von 0 bis 5 Gew.-%, insbesondere von 0 bis 0.5 Gew.-% eingesetzt. Weitere Stoffe aus der Gruppe umfassend Basen, optische Aufheller, Parfümöle, Farbstoffe, Konservierungsmittel und Trübungsmittel sind üblicherweise in Gesamtmengen von bis zu maximal etwa 1 Gew.-% vorhanden. Ein Verdickungsmittel, z.B. ein Polyacrylat, kann eingesetzt werden, um die Viskosität der Waschkomponente einzustellen. Ein Verdickungsmittel ist - falls überhaupt - üblicherweise in Mengen von 0 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise in Mengen von 0.5 bis 1.5 Gew.-%, vorhanden.

[0018] Die Waschkomponente hat üblicherweise einen pH-Wert von 3 bis 11, vorzugsweise von 6 bis 9.

[0019] Die erfindungsgemäss bevorzugte Waschkomponente ist bereits bei Temperaturen von 20-30°C sehr waschaktiv und dies auch im Öko- oder Kurzprogramm. Sie kann zusammen mit jeder Bleichkomponente eingesetzt werden, sie wird aber vorzugsweise zusammen mit einer speziellen Bleichkomponente eingesetzt, die sich insbesondere durch hohe Lagerstabilität auszeichnet. Zusammen mit einer solchen Bleichkomponente, die unten beschrieben wird, ergibt sie auch nach monatelanger Lagerung noch ein hervorragendes Waschergebnis.

[0020] Die erfindungsgemäss bevorzugte ein Bleichmittel enthaltende Bleichkomponente zeichnet sich dadurch aus, dass sie (i) als Bleichmittel eine organische Persäure enthält, insbesondere Phthalimido-peroxo-hexansäure (PAP), sowie (ii) ein Sulfosuccinat, und gegebenenfalls ein Phosphonat.

[0021] Vorzugsweise liegt die organische Persäure mindestens teilweise ungelöst, in Form kleiner Teilchen mit Teilchengrössen von 95 % kleiner 50 µm vor. Speziell bevorzugt liegt die Teilchengrösse von ca. 90 % der Teilchen im Bereich von 5 bis 10 µm. Durch die Verwendung kleiner Teilchen mit möglichst homogener Grössenverteilung wird einerseits deren rasche Auflösung während des Waschvorgangs gewährleistet, andererseits trägt die homogene Grössenverteilung zur Stabilisierung von Grösse und Morphologie der Kristalle bei.

[0022] Eine zusätzlich stabilisierende Wirkung wird erzielt, wenn der Suspension ein Sulfosuccinat beigegeben wird. Es wird - ohne an diese Theorie in irgendeiner Form gebunden sein zu wollen - angenommen, dass die Wirkung dieser spezifischen Tensidklasse darauf beruht, dass sie sich an die Oberfläche der suspendierten Teilchen anlagert und damit einerseits ebenfalls deren Grösse stabilisiert, andererseits zu einer gegenseitigen Abstossung der Teilchen führt und damit Agglomeratbildung verhindert.

[0023] Bevorzugte Sulfosuccinate sind Sulfosuccinate, wie Laureth-sulfosuccinate, di-2-Ethylhexyl-sulfosuccinat, di-iso-Decyl-sulfosuccinat, di-iso-Octyl-sulfosuccinat, Sulfosuccinate aus Fettsäurealkanolaminen und Mischungen solcher Succinate, insbesondere Laureth-sulfosuccinate, speziell bevorzugt Laureth-3-sulfosuccinat. Bevorzugte Sulfosuccinate sind die (di-)NatriumSalze.

[0024] Der positive Einfluss auf das Teilchenwachstum, resp. die Verhinderung eines solchen Wachstums, zeigt sich besonders schön, wenn eine erfindungsgemässe Zusammensetzung einem Temperatur-Schaukeltest ausgesetzt wird. Bereits bei Maximaltemperaturen von 40°C, wie Sie im Sommer mühelos erreicht werden, zeigt sich ein markanter Stabilitätsgewinn.

[0025] Einen zusätzlichen stabilisierenden Gewinn sowie eine Verbesserung der Waschleistung erhält man, wenn zusätzlich zum Sulfosuccinat ein Phosphonat beigemischt wird, insbesondere Hydroxyethyl-di-phosphonat (HEDP). Dieses dient als Komplexbildner für Schwermetallionen, welche die Persäure katalytisch zersetzen können, aber auch für die Härtebildner Ca2+, Mg2+.

[0026] Zusätzlich kann die Bleichkomponente ein Verdickungsmittel enthalten, z.B. ein Verdickungsmittel ausgewählt aus der Gruppe der Hydrocolloide wie Xanthan oder lösliche Cellulosederivate und Mischungen derselben.

[0027] Die Peroxosäure wird (bezogen auf das Gesamtgewicht der Bleichkomponente) üblicherweise in Mengen von 1 bis 17 Gew.-%, vorzugsweise von 2 bis 7 Gew.-%, speziell bevorzugt von 3 bis 6 Gew.-% eingesetzt, und das Sulfosuccinat üblicherweise in Mengen von 0.1 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 0.25 bis 3 Gew.-%, insbesondere von 0.5 bis 2 Gew.-%. Übliche Mengen an Phosphonat sind von 0.1 bis 2.5 Gew.-%, vorzugsweise 0.3 bis 2 Gew.-% insbesondere von 0.5 bis 1.5 Gew.-%. Das Verdickungsmittel wird in solchen Mengen eingesetzt, dass, gemessen bei 25°C mit einem Brookfield-Viskosimeter mit zylindrischer Spindel, eine Viskosität im Bereich von 300-1500 mPas, bevorzugt 600-1000 mPas resultiert.

[0028] Der pH-Wert der Bleichkomponente beträgt üblicherweise 1.5 bis 6.5, insbesondere 2.5 bis 4.5.

[0029] Neben Wasser als üblichem "Lösungsmittel" resp. flüssigem Träger kann die Bleichkomponente auch weitere Lösungsmittel resp. flüssige Träger enthalten, z.B. das bevorzugte Propylenglykol. Übliche Wassergehalte liegen im Bereich von 50 bis 95 Gew.-% und übliche Propylenglykolmengen im Bereich von 0 bis 10 Gew.-%.

[0030] Daneben kann die Bleichkomponente weitere Stoffe enthalten, wie weitere Tenside, z.B. Na-Alkansulfonat, Aminoxid, Alkylpolyglycosid, Fettalkoholethoxylat und Mischungen derselben.

[0031] Eine Bleichkomponente mit dieser Zusammensetzung eignet sich für die Verwendung in Kombination mit einer beliebigen Waschkomponente, z.B. im Verhältnis 1:1 bis 1:4 (Bleichkomponente:Waschkomponente).

[0032] Die Bleichkomponente kann durch einfaches Vermischen der Inhaltstoffe in den gewünschten Mengen hergestellt werden, wobei man beim Einsatz eines Verdickungsmittels, wie Xanthan, dieses in Wasser vorquellen lässt, worauf die restlichen Inhaltsstoffe in beliebiger Reihenfolge zugegeben werden. Die Herstellung der Waschkomponente ist unkritisch; sie kann durch einfaches Vermischen der Inhaltstoffe in der gewünschten enge hergestellt werden.

[0033] Das erfindungsgemässe flüssige Waschmittel kann in getrennten Behältern, z.B. als Kit, abgepackt werden, vorzugsweise aber in portionierten Zweikammerbehältern, z.B. Beuteln, die sich in der Waschmaschine rückstandsfrei auflösen oder in einem Applikator zur Anwendung kommen können, in welchem die Hülle z.B. durchstossen wird, oder in aufreissbaren 2-Kammerbehältern oder aber - speziell bevorzugt - in 2- oder Mehr-Kammer-Flaschen. Geeignete Behälter sind bekannt (siehe WO 2004/053042, insbesondere S. 3, 3. Abs. bis S. 5 Mitte).

[0034] Die Erfindung wird in der Folge anhand einiger Beispiele näher erläutert.

Beispiel 1:



[0035] Waschkomponenten, die für den Einsatz zusammen mit der ebenfalls erfindungsgemässen Bleichkomponente geeignet sind, können durch einfaches Vermischen der Inhaltsstoffe in den gewünschten Mengen hergestellt werden. Beispiele für Zusammensetzungen erfindungsgemässer Waschkomponenten sind in der nachfolgenden Tabelle 1 angegebenen.
Tabelle 1:
  T1 T2 T3 T4 T5 T6
Alkylbenzolsulfonat 15 -- -- -- -- --
Na-Alkansulfonat -- 15 10 7 8 --
Fettalkoholethoxylate 6-7 EO 20 20 22 20 25 25
Fettsäurepolyglycolester 10 EO 5 8 12 15 18 25
Betain -- 4 1 1 5 5
Na/K-Cumolsulfonat -- -- 2.4 2.6 2 --
Enzyme (Protease, Amylase, Li-pase, Cellulase und Mannanase als übliche Handelsware) 3.5 3 4 4 3 4
Seife 15 6 3 -- -- 5
Wacker S167 Silikon Anti-schaummittel -- -- -- 0.5 0.5 --
Alkylhydroxyethyl-di-methyl-ammoniumchlorid -- -- -- -- 0.02 --
Propylenglykol 25 9 5 5 25 20
Na-Salz der Dietylentriamin-pentamethylenphosphonsäure 0.2 0.2 -- 0.4 0.4 0.4
Alkohol 1 2.5 -- -- 2 3
optischer Aufheller, Parfümöle, Farbstoffe, Konservierungsmittel, Trübungsmittel als übliche Handelsware 1 0.5 1 1 1 0.5
entmineralisiertes Wasser 14.3 31.8 39.6 43.5 10.08 12.1

Beispiel 2:



[0036] Durch einfaches Vermischen der in der nachfolgenden Tabelle 2 angegebenen Inhaltsstoffe in den angegebenen Mengen in Gewichtsprozent wurden die Bleichkomponenten B1 bis B7 hergestellt, wobei das Xanthan in Wasser vorgequollen wurde, worauf die anderen Inhaltsstoffe zugegeben wurden.
Tabelle 2:
  B1 B2 B3 B4 B5 B6 B7
PAP-Suspension (Gew.-% bezogn auf 17%ige Handelsware)* 6 12 18 24 29 35 41
Dinatrium Laureth-3 Sulfosuccinat 0.5 0.6 2 0.5 1 3 0.1
Aminoxid 0.2 -- -- -- -- -- 0.3
Alkylpolyglycosid -- 0.4 0.5 -- -- 0.5 --
Fettalkoholethoxylat 3-8 EO 1 0.5 -- 0.5 -- -- 1
Hydroxyethyl-di-phosphonat 0.4 0.6 0.6 0.8 0.6 0.8 1
Xanthan 0.1 0.2 0.3 0.3 0.3 0.4 --
Propylenglykol 4 3 3 3 3 5 6
Wasser 87.8 82.7 75.6 70.9 66.1 55.3 50.6
* Product Eureco von Solvay, optimiert hinsichtlich Teilchengrössenverteilung

Beispiel 3: Lagerversuche der Bleichkomponente



[0037] Die Bleichkomponenten wurden einem Temperatur-Schaukeltest unterzogen. Je 500 ml der Bleichkomponenten wurden über einen Zeitraum von 3 Monaten in einem Klimaschrank gelagert, der alle 12 Stunden seine Temperatur von 4°C auf 40°C und umgekehrt ändert. Während des Zeitraums wurden die Proben optisch beurteilt und am Ende wurde zusätzlich der Gehalt an PAP bestimmt.

[0038] Verglichen wurde die spezielle Bleichkomponente B5 mit einer herkömmlichen Bleichkomponente folgender Zusammensetzung (Angaben in Gew.-%):

[0039] 29 Gew.-% PAP-Suspension (17%ige Handelsware), 0.6 Gew.-% Hydroxyethyl-di-phosphonat, 0.3 Gew.-% Xanthan, 3 Gew.-% Propylenglykol und 67.1 Gew.-% Wasser.

[0040] Die Resultate mit Bleichkomponente B5 und dem oben beschriebenen herkömmlichen Bleichmittel sind Tabelle 3 zu entnehmen.
Tabelle 3:
  Bleichkomponente B5 herkömmliche Bleichkomponente
nach 1 Monat die Suspension ist stabil Auftrennung von 1 mm an der Oberfläche
nach 2 Monaten die Suspension ist stabil Auftrennung von 5 mm an der Oberfläche, grössere Kristalle haben sich am Boden abgesetzt
nach 3 Monaten die Suspension ist stabil die Suspension ist zusammengebrochen
Stabilität des PAP nach 3 Monaten (Angaben in Gew.-%) 0% abgebaut 12% abgebaut

Beispiel 4: Waschversuche in der Waschmaschine



[0041] Die Versuche wurden in einer Miele Waschmaschine (Novotronic W300-75CH) mit dem 30°C-Temperatur-Kurzprogramm (Hauptwäsche und Stufenschleudern) unter Verwendung von 4kg Ballaststoff und 2 Stück WFK-Schmutzballastgewebe durchgeführt. Die Waschwirkung wurde als Remissionszunahme, an den Testanschmutzungen Pigment/Hautfett, Russ/Mineralöl, gebrauchtes Motorenöl, gealtertes Eigelb und Stärke/Pigment auf WFK-Baumwolle, gemessen. Es wurden jeweils 75 ml der Waschkomponente pro Waschgang eingesetzt.

[0042] Verglichen wurden die spezielle Waschkomponente T4 mit einer herkömmlichen Waschkomponente folgender Zusammensetzung (Angaben in Gew.-%):

[0043] 7 Gew.-% Na-Alkansulfonat, 35 Gew.-% Lutensol A07 (übliches nichtionisches Tensid), 1 Gew.-% Betain, 2.6 Gew.-% Na/K-Cumolsulfonat, 4 Gew.-% Enzyme, 0.5 Gew.-% Wacker S167 Silikon Antischaummittel, 5 Gew.-% Propylenglykol, 0.4 Gew.-% Na-Salz der Dietylentriaminpentamethylenphosphonsäure sowie insgesamt max. 1 Gew.-% weitere Inhaltsstoffe, nämlich optischer Aufheller, Parfümöle, Farbstoffe, Konservierungsmittel und Trübungsmittel (alles Handeslware), entmineralisiertes Wasser auf 100 Gew.-%.

[0044] Die Resultate sind in der Tabelle 4 aufgeführt
Tabelle 4:
Schmutz Waschkomponente T4 herkömmliche Waschkomponente
Pigment/Hautfett 67 63
Russ/Mineralöl 41 36
gebrauchtes Motorenöl 57 51
gealtertes Eigelb 76 74
Stärke/Pigment 46 43



Ansprüche

1. Flüssige Waschmittelzusammensetzung bestehend aus mindestens zwei flüssigen Teilzusammensetzungen, wovon mindestens eine flüssige Teilzusammensetzung eine Bleichkomponente enthaltend eine suspendierte organische Peroxosäure ist und wovon mindestens eine weitere flüssige Teilzusammensetzung eine Waschkomponente enthaltend mindestens ein Enzym ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Waschkomponente zusätzlich nichtionische Tenside enthält, wobei mindestens ein Teil der nichtionischen Tenside ausgewählt ist aus mindestens einer mit Polyethylenglykol veresterten Fettsäure, wobei das Polyethylenglykol 5-15 Ethoxygruppen aufweist, und mindestens einem mit Polyethylenglykol veretherten (ethoxylierten) Fettalkohol, wobei das Polyethylenglykol 3-15 Ethoxygruppen aufweist.
 
2. Flüssige Waschmittelzusammensetzung gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Fettsäure mit einem Polyethylenglykol mit 8-12 Ethoxygruppen verestert ist und wobei der Fettalkohol mit einem Polyethylenglykol mit 5-9 Ethoxygruppen verethert (ethoxyliert) ist.
 
3. Flüssige Waschmittelzusammensetzung gemäss irgendeinem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis von Fettsäureester zu ethoxyliertem Fettalkohol von 1:1 bis 1:4, insbesondere 1:1 bis 1:3 beträgt.
 
4. Flüssige Waschmittelzusammensetzung gemäss irgendeinem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Waschkomponente als Lösungsmittel ein Lösungsmittel ausgewählt aus der Gruppe umfassend Glykole, Polyglykole, Alkohole, Wasser und Mischungen derselben enthält.
 
5. Flüssige Waschmittelzusammensetzung gemäss irgendeinem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Waschkomponente zusätzlich mindestens einen Stoff ausgewählt aus der Gruppe umfassend weitere anionische und/oder nichtionische und/oder amphotere Tenside, Seife, Entschäumer, Basen, Phosphonate, kationische Tenside, Parfümöle, Farbstoffe, optische Aufheller, Konservierungsmittel und Trübungsmittel.
 
6. Flüssige Waschmittelzusammensetzung gemäss irgendeinem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Enzyme in Mengen von 1 bis 10 Gew.-% übliche flüssige Handelsware, insbesondere von 2.5 bis 5 Gew.-% vorhanden sind und/oder die mit Polyethylenglykol veresterten Fettsäuren und die mit Polyethylenglykol veretherten (ethoxylierten) Fettalkohole in Mengen von 5 bis 70 Gew.-%, vorzugsweise 15 bis 60 Gew.-% und insbesondere 20 bis 55 Gew.-% vorhanden sind.
 
7. Flüssige Waschmittelzusammensetzung gemäss irgendeinem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass weitere Inhaltsstoffe in den folgenden Mengen enthalten sind:

- anionische Tenside: 5 bis 40 Gew.-%, vorzugsweise 5 bis 30 Gew.% und insbesondere 10 bis 15 Gew.-%

- weitere nichtionische Tenside: 0 bis 20 Gew.-%

- amphotere Tenside: 1 bis 20 Gew.-%

- Seife: 0 bis 20 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 5 Gew.-%

- Entschäumer: 0 bis 3 Gew.-%, vorzugsweise 0 bis 1.5 Gew.-%

- Phosphonate: 0 bis 1.5 Gew.-%, vorzugsweise 0 bis 0.75 Gew.-%

- kationische Tenside: 0 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 0 bis 0.5 Gew.-%

- Parfümöle, Farbstoffe, optische Aufheller, Konservierungsmittel und Trübungsmittel: maximal etwa 1 Gew.-%

- Lösungsmittel: (ausser Wasser) 0 bis 40 Gew.-%, vorzugsweise 5 bis 30 Gew.-%

- Wasser: 5 bis 60 Gew.-%, vorzugsweise 10 bis 45 Gew.-%,

- Verdickungsmittel: 0 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 0.5 bis 1.5 Gew.-%.


 
8. Flüssige Waschmittelzusammensetzung gemäss irgendeinem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Waschkomponente einen pH-Wert von 3-11, vorzugsweise von 6-9 aufweist.
 
9. Flüssige Waschmittelzusammensetzung gemäss irgendeinem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bleichkomponente mindestens ein Sulfosuccinat enthält.
 
10. Flüssige Waschmittelzusammensetzung gemäss irgendeinem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bleichkomponente mindestens ein und bevorzugt ein Phosphonat enthält.
 
11. Flüssige Waschmittelzusammensetzung gemäss Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Sulfosuccinat ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Laureth-sulfosuccinaten, di-2-Ethylhexyl-sulfosuccinat, di-iso-Decyl-sulfosuccinat, di-iso-Octyl-sulfosuccinat, Sulfosuccinaten aus Fettsäurealkanolaminen und Mischungen solcher Succinate, insbesondere Laureth-sulfosuccinate, speziell bevorzugt di-Natrium-Laureth-3-sulfosuccinat, und/oder dass das Phosphonat Hydroxyethylen-di-phosphonat (HEDP) ist, und/oder dass die Peroxosäure Phthalimido-peroxo-hexansäure (PAP) ist.
 
12. Flüssige Waschmittelzusammensetzung gemäss irgendeinem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Peroxosäure in Form von Teilchen mit einer Teilchengrösse von 95 % < 50 µm vorliegt, wobei vorzugsweise 90 % der Teilchen Grössen zwischen 5 und 10 µm aufweisen.
 
13. Flüssige Waschmittelzusammensetzung gemäss irgendeinem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Bleichkomponente mindestens einer der folgenden Stoffe, insbesondere alle Stoffe in den folgenden Mengen bezogen auf das Gesamtgewicht der Komponente vorliegen:

- Phosphonat: 0.1 bis 2.5 Gew.-%, vorzugsweise 0.3 bis 2 Gew.-% insbesondere von 0.5 bis 1.5 Gew.-%.

- organische Persäure: 1-17 Gew.-%, vorzugsweise 2-7 Gew.-%, insbesondere 3-6 Gew.-%,

- Sulfosuccinat: 0.1-5 Gew.-%, vorzugsweise 0.25-3 Gew.-%, insbesondere 0.5-2 Gew.-%.


 
14. Flüssige Waschmittelzusammensetzung gemäss irgendeinem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bleichkomponente ein Verdickungsmittel umfasst, insbesondere ein Verdickungsmittel ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Hydrocolloiden, wie Xanthan oder wasserlöslichen Celluloseethern und Mischungen derselben, insbesondere in solchen Mengen, dass die Viskosität der Bleichkomponente (gemessen bei 25°C) im Bereich von 300-1500 mPas, bevorzugt im Bereich von 600-1000 mPas liegt.
 
15. Flüssige Waschmittelzusammensetzung gemäss irgendeinem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der pH-Wert der Bleichkomponente im Bereich von 1.5 bis 6.5 liegt, insbesondere im Bereich von 2.5 bis 4.5.
 
16. Verwendung einer Mischung aus mindestens einer mit Polyethylenglykol veresterten Fettsäure und mindestens einem mit Polyethylenglykol veretherten (ethoxylierten) Fettalkohol, wie in einem der vorangehenden Ansprüche definiert, in flüssigen Waschmitteln.
 





Recherchenbericht










Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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