[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Vliesleger mit einem Oberwagen und
einem Legewagen, die über einem endlosen Abliefertransportband quer zu dessen Transportrichtung
beweglich geführt sind, zwei Spannwagen und zwei luftdurchlässigen Legebändern, die
über den Oberwagen und den Legewagen sowie über jeweils einen der Spannwagen geleitet
sind und zwischen denen ein abzulegender Flor zumindest bereichsweise aufgenommen
und zu einer am Legewagen befindlichen Ablegestelle geführt ist. Ein Vliesleger dieser
Art ist aus
EP 0 865 521 B1 bekannt.
[0002] Bei bekannten Vlieslegern, wie beispielsweise in
EP 0 517 568 A1,
EP 0 609 907 A2 und
WO 91/15 618 beschrieben, sind die Legebänder luftundurchlässig. Dieses bereitet im Betrieb, insbesondere
bei hohen Geschwindigkeiten, ernste Probleme. Zur Abhilfe ist beispielsweise bei dem
Vliesleger nach
EP 0 865 521 B1 die Einlaufstrecke, wo der Flor vom Vliesleger entgegengenommen wird, spitzwinkelig
trichterförmig sich verengend ausgebildet, damit der Flor allmählich zusammengepresst
bzw. geklemmt werden kann und die darin enthaltene Luft über einen längeren Weg- und
Zeitabschnitt schonend hinausgedrückt werden kann. Zur Unterstützung der Luftabführung
aus dem Flor können gemäß
EP 0 865 521 B1 die Legebänder luftdurchlässig sein.
[0003] In der Praxis bestehen die Legebänder aus Gummi oder mit PVC durchgehend beschichteten
Geweben und haben eine sehr ebene Oberfläche, weil sie sich bei der Bewegung des Legewagens
dicht über dem abgelegten Vlies bewegen und dieses dabei berühren. Wären die Legebänder
luftdurchlässig, d.h. mit Löchern versehen, um eine Luftabführung aus dem Flor durch
die Legebänder hindurch zu ermöglichen, wäre die Oberfläche so rau, dass die Legebänder
bei ihrer Bewegung über das gelegte Vlies Fasern aus dem Vlies mitreißen würden. Tatsächlich
ist auf dem Markt bislang kein Vliesleger erschienen, der luftdurchlässige Legebänder
aufweist. Daher entspringt der erwähnte Hinweis in
EP 0 865 521 B1 auf eine Luftdurchlässigkeit der Legebänder wohl eher einem Wunschdenken.
[0004] Die sehr ebene Oberfläche der Legebänder hat zur Folge hat, dass die Legebänder relativ
fest aneinander haften und im übereinanderliegenden Zustand nicht gegeneinander in
Längsrichtung schlupfen oder in Querrichtung unabhängig voneinander gesteuert werden
können. Aus diesem Grunde müssen die Legebänder an dem Oberwagen und dem Legewagen
in dem Bereich, wo der Weg des zu legenden Flors umgelenkt wird, voneinander getrennt
und anschließend wieder zusammengeführt werden, wozu, wie in der eingangs genannten
EP 0 865 521 B1 anschaulich dargestellt ist, jeweils mehrere Umlenkwalzen für jeweils eines der Legebänder
vorgesehen sind. Dabei ergibt sich, dass ausgerechnet in den Wegbereichen, wo der
Flor die stärksten Fliehkräfte erfährt, er auf seiner radial außen liegenden Seite
unzureichend abgestützt ist. Ferner kann das Abheben der Legebänder voneinander und
das Trennen derselben vom Flor Sogwirkungen hervorbringen, die sich nachteilig auf
den Flor auswirken. Umgekehrt kann das Wiederheranführen des jeweils abgehobenen Legebandes
an den Flor zu Blaswirkungen führen, die den Flor seitlich verblasen.
[0005] Im Hochgeschwindigkeitsbetrieb neigen die Legebänder auch zum Flattern, was zur Folge
hat, dass der Flor seitlich verblasen wird. Es entsteht Faserflug, der den Maschinenbetrieb
stört, und das Erzeugnis hat ungleichförmige Qualität.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Vliesleger der eingangs genannten
Art anzugeben, der einen vereinfachten Aufbau zulässt und in dem der Flor schonend
geführt wird.
[0007] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung mit einem Vliesleger der eingangs genannten
Art gelöst, bei dem die Legebänder jeweils aus einem textilen Gewebe bestehen und
das Abliefertransportband in dem von der Ablegestelle überstrichenen Flächenbereich
von zwei endlosen, glatten, beweglichen Abdeckbändern überdeckt ist, die jeweils mit
einer Antriebseinrichtung verbunden sind.
[0008] In der Praxis sind die Legebänder also Siebbänder und bestehen vorzugsweise aus einem
Polyamid- oder Polyestergewebe aus Monofilamenten. Auch Stahlgewebebänder sind einsetzbar.
[0009] Legebänder der erfindungsgemäßen Art sind in der Lage, jegliche Schleppluft, die
in einem Flor enthalten ist, unverzüglich nach außen abzuleiten. Saug- oder Blaseffekte
können nicht auftreten, wenn sich die Legebänder voneinander trennen oder einander
annähern. Auch die erwähnten Flattereffekte bekannter Legebänder sind zumindest weitgehend,
wenn nicht sogar vollständig vermeidbar. Die Tatsache, dass die Legebänder aus Geweben
bestehen, macht ihre Oberfläche punktuell uneben, d.h. in der Oberfläche werden durch
die Überkreuzungspunkte der Gewebefilamente Dickstellen gebildet, neben denen sich
Dünnstellen befinden. Hierdurch wird vermieden, dass die Legebänder aneinander "kleben",
wie es bei den bekannten, mehr wie Folien ausgebildeten Legebändern der Fall ist und
dort an den Umlenkwalzen durch Trennen der Legebänder voneinander berücksichtigt werden
muss.
[0010] Ein besonderer Vorteil der erfindungsgemäßen Legebänder ist, dass sie aus einem sehr
glatten Material bestehen, was es möglich macht, sie gemeinsam unter sandwichartigem
Einschluss des zu legenden Flors um die Umlenkwalzen an den Ober- und Legewagen zu
führen, wo sie sich gegeneinander in Längsrichtung verschieben können. Eine komplizierte
Konstruktion mit besonderen zusätzlichen Umlenkwalzen derjenigen Art, wie sie in der
erwähnten
EP 0 865 521 B1 beschrieben ist und dort gewählt werden muss, um dem Problem der starken Haftung
der Legebänder aneinander Rechnung zu tragen, ist bei einem Vliesleger der vorliegenden
Erfindung vollkommen entbehrlich.
[0011] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind die Legebänder an dem
Oberwagen nämlich jeweils nur über eine Einlaufwalze und eine Umlenkwalze geführt
und bilden an den Umlenkwalzen einen Einlaufspalt zur Entgegennahme des Flors. Ein
erstes der Legebänder begleitet das zweite Legeband auf seinem Weg um dessen Umlenkwalze
am Oberwagen über einen Bogen von 90°, und am Legewagen sind die Legebänder jeweils
nur über eine Umlenkwalze geführt und bilden an diesen einen Abgabespalt zum Abgeben
des Flors an der Legestelle. Das zweite Legeband begleitet das erste Legeband auf
seinem Weg um dessen Umlenkwalze am Legewagen über einen Bogen von 90°. Ein gegenseitiger
Schlupf der Legebänder findet also nur auf den genannten 90°-Bogen und im Abschnitt
zwischen diesen Bögen statt. Auf Grund der glatten Oberfläche der Legebänder hat dieser
Schlupf keinen nachteiligen Einfluss auf den Betrieb der Vorrichtung und den zwischen
den Legebändern eingeschlossenen Flor.
[0012] Das Abliefertransportband, über dem der Legewagen verfahrbar ist, ist in dem von
der Ablegestelle des Legewagens überstrichenen Flächenbereich von zwei vorzugsweise
luftundurchlässigen, endlosen, beweglichen Abdeckbändern überdeckt, die jeweils mit
einer eigenen Antriebseinrichtung verbunden sind. Von diesen Abdeckbändern wird Faserflug
verhindert, und das gelegte Vlies kann nicht durch die unebene Oberfläche der Legebänder
gestört werden. Die Abdeckbänder sind vorzugsweise über je eine in dem Legewagen gelagerte
Umlenkwalze geführt. Die beiden die Abdeckbänder umlenkenden Umlenkwalzen sind nahe
den den Abgabespalt ausbildenden Umlenkwalzen gelagert und bilden zwischen sich einen
Durchleitspalt, durch den hindurch der aus dem Abgabespalt austretende Flor auf das
Abliefertransportband geleitet wird. Auf diese Weise gelangt der Flor vom Abgabespalt
auf einem geradlinigen Weg auf das Abliefertransportband.
[0013] Es ist vorteilhaft, wenn die Legebänder in gewissem Umfang dehnbar sind, weil dadurch
die Transportzustände an jenen Umlenkwalzen, an denen die Transportbänder gemeinsam
umgelenkt werden, verbessert werden.
[0014] Das Vorhandensein des Durchleitspalts zwischen den Abdeckbändern an deren am Legewagen
gelagerten Umlenkwalzen macht es in vorteilhafter Weise zugleich möglich, die Florstrecke
zwischen dem Abgabespalt und dem direkt darunter angeordneten Durchleitspalt als Streckzone
heranzuziehen, indem man den Abdeckbändern an ihren Umlenkwalzen eine höhere Oberflächengeschwindigkeit
verleiht, als den Legebändern. Der hier entstehende Streckeffekt kann in Abhängigkeit
vom jeweiligen Ort des Legewagens auf seiner Bewegungsbahn moduliert werden, so dass
es möglich wird, in dem gelegten Vlies ein vorbestimmtes Querschnittsprofil zu bilden.
[0015] Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf eine in der Zeichnung dargestellte
Ausführungsform näher erläutert.
[0016] Die einzige Zeichnung zeigt schematisch nur die wesentlichen Teile eines Vlieslegers
mit den Merkmalen der Erfindung. Die Grundmerkmale des Vlieslegers und deren Funktion
stimmen mit denen des Vlieslegers nach
EP 0 865 521 B1 überein. Zur Erläuterung kann daher ergänzend auf jene Druckschrift Bezug genommen
werden.
[0017] Der Vliesleger hat in einem Gehäuse oder Gestell (nur andeutungsweise dargestellt)
einen hier nur schematisch dargestellten Oberwagen 1 und einen ebenfalls nur schematisch
dargestellten Legewagen 2, der in einer gegenüber dem Oberwagen 1 niedrigeren Höhenlage
angeordnet ist. Der Vliesleger hat weiterhin zwei Spannwagen 3 und 4. Über den Oberwagen
1 und den Legewagen 2 sowie über jeweils einen der Spannwagen 3 und 4 sind mittels
geeigneter, ortsfest gelagerter Walzen zwei Legebänder 5 und 6 geführt, die jeweils
aus einem offenen Gewebe bestehen. Die vorgenannten Wagen 1 bis 4 sind über einem
Abliefertransportband 7 quer zur Transportrichtung desselben auf Schienen (mit gestrichelten
Linien angedeutet) verfahrbar geführt. Das erste Legeband 5 verläuft durch einen Beschickungsbereich
B, zu dem ein endlos umlaufendes Beschickungsband 8 zur Zuführung einer abzulegenden
Florbahn (nachfolgend nur "Flor" genannt) hinführt.
[0018] Unterhalb der sich quer über dem Abliefertransportband 7 erstreckenden Trums der
Legebänder 5 und 6 erstrecken sich zwei glatte Abdeckbänder 9 und 10, die dazu dienen,
die auf dem Abliefertransportband 7 abgelegten Florlagen gegen Luftturbulenzen zu
schützen, die durch das Ablegen des Flors mittels des Legewagens 2 erzeugt werden
können. Die Abdeckbänder 9 und 10 sind über mehrere ortsfest gelagerte Umlenkwalzen
geführt und laufen auch über zwei sich gegenüberstehende Umlenkwalzen 11 und 12, die
am Legewagen 2 drehbar gelagert sind, und über zwei Umlenkwalzen 13 und 14, die an
einem unterhalb des Abliefertransportbandes 7 quer zu dessen Transportrichtung verfahrbaren
Hilfswagen 15 drehbar gelagert sind. Wenigstens je eine der ortsfest gelagerten Umlenkwalzen
ist mit einer Antriebseinrichtung verbunden, was in der Zeichnung durch eine Sektormarkierung
der betreffenden Umlenkwalzen symbolisiert ist. An ihren Umlenkwalzen 11 und 12 am
Legewagen 2 bilden die Abdeckbänder 9 und 10 einen Durchleitspalt zum Hindurchleiten
des abzulegenden Flors auf das Abliefertransportband 7.
[0019] An dem Oberwagen 1 sind eine Führungswalze 16 und eine Umlenkwalze 17 für das erste
Legeband 5 sowie eine zweite Führungswalze 18 und eine zweite Umlenkwalze 19 für das
zweite Legeband 6 drehbar gelagert. An dem Legewagen 2 sind zwei sich dicht gegenüberstehende
Umlenkwalzen 20 und 21 für die Legebänder 5 und 6 drehbar gelagert.
[0020] Der Verlauf der Legebänder 5 und 6 durch den Vliesleger ist wie folgt. Das eine (erste)
Legeband 5 läuft vom Beschickungsbereich B etwa horizontal zur ersten Führungswalze
16 am Oberwagen 1, über die Umlenkwalze 17 am Oberwagen 1 und von dort horizontal
zur Umlenkwalze 21 am Legewagen 2 und umschlingt diese auf einem Bogen von 90°. Sodann
läuft es über die Umlenkwalze 20 am Legewagen 2, diese ebenfalls auf einem Bogen von
90° umschlingend, über eine ortsfest gelagerte Umlenkwalze zu einer am ersten Spannwagen
3 gelagerte Umlenkwalze und dann zum Beschickungsbereich B zurück. Wenigstens eine
der ortsfest gelagerten Umlenkwalzen ist mit einem Antrieb verbunden, was in der Zeichnung
durch eine Sektormarkierung der betreffenden Umlenkwalze symbolisiert ist.
[0021] Das andere (zweite) Legeband 6 läuft auf einem horizontalen Abschnitt zur Führungswalze
18 am Oberwagen 1 und um die Umlenkwalze 19 im Oberwagen 1 und legt sich dann an das
die andere Umlenkwalze 17 am Oberwagen 1 umschlingende erste Legeband 5 an, so dass
es dort einen Bogen von 90° beschreibt. Es begleitet dann den Weg des ersten Legebandes
zum Legewagen 2 und umschlingt dort seine Umlenkwalze 21 auf einem Bogen von 180°,
von wo aus das zweite Legeband 6 horizontal oberhalb des Abliefertransportbandes 7
verläuft und über zwei ortsfest gelagerte Umlenkwalzen zu einer in dem zweiten Spannwagen
4 gelagerten Umlenkwalze geführt wird. Nach Umschlingung derselben um 180° verläuft
das zweite Legeband 6 über eine weitere ortsfest gelagerte Umlenkwalze, diese um 180°
umschlingend, zur Führungswalze 18 am Oberwagen 1 zurück. Wieder ist wenigstens eine
der ortsfest gelagerten Umlenkwalzen mit einem Antrieb verbunden, was in der Zeichnung
durch eine Sektormarkierung der betreffenden Umlenkwalze symbolisiert ist.
[0022] Am Oberwagen 1 bilden die beiden Legebänder 5 und 6 einen etwa trichterförmigen Einlaufbereich,
der in einen von den beiden Legebändern 5 und 6 an den Umlenkwalzen 17 und 19 gebildeten
Einlaufspalt mündet. An den am Legewagen 2 gelagerten Umlenkwalzen 20 and 21 bilden
die beiden Legebänder 5 und 6 einen Abgabespalt, aus dem der zu legende Flor an eine
Ablegestelle A abgegeben wird, die über das Abliefertransportband 7 bewegbar ist.
[0023] Der Weg eines dem Vliesleger zugeführten Flors ist wie folgt: Der Flor gelangt über
das Beschickungsband 8 am Beschickungsbereich B auf den horizontalen oberen Abschnitt
(oberes Trum) des ersten Legebandes 5, der sich vom Beschickungsbereich B zum Oberwagen
1 erstreckt. Von der ersten Führungswalze 16 am Oberwagen 1 abgelenkt gelangt der
Flor in den Einlaufspalt zwischen den ersten und zweiten Legebändern 5 und 6 an den
im Oberwagen 1 gelagerten Umlenkwalzen 17 und 19, wird dann zwischen den beiden Legebändern
5 und 6 über die Umlenkwalze 21 am Legewagen 2 geführt, wo sich die beiden Legebänder
5 und 6 an dem Abgabespalt zwischen den beiden im Legewagen 2 gelagerten Umlenkwalzen
20 und 21 voneinander trennen. Der am Abgabespalt freigegeben Flor gelangt dann durch
einen Durchleitspalt hindurch, der zwischen den beiden Umlenkwalzen 11 und 12 vorhanden
ist, die die Abdeckbänder 9 und 10 umlenken, an der Ablegestelle A auf das Abliefertransportband
7.
[0024] Nachfolgend soll der Betrieb des Vlieslegers gemäß der Ausführungsform beschrieben
werden. Die Zeichnung zeigt den Vliesleger in einem Zustand, in dem sich der Legewagen
2 etwa in der Mitte seines Bewegungsweges über dem Abliefertransportband 7 befindet.
Der Oberwagen 1 ist in der Zeichnung rechts vom Legewagen 2 angeordnet. Flor wird
dem Vliesleger über das Beschickungsband 8 mit einer Geschwindigkeit v zugeführt.
Wenn der Flor auf seinem weg durch den Vliesleger nicht gestreckt werden soll, hat
das Legeband 5 im Beschickungsbereich B eine Geschwindigkeit, die ebenfalls v ist.
[0025] Es sei nun angenommen, dass sich der Legewagen 2 aus der dargestellten Stellung nach
rechts mit gleichförmiger Geschwindigkeit bewegt. Auch er hat dann die Geschwindigkeit
v. Weil dabei über die Umlenkwalzen 20 und 21 Flor mit der Umfangsgeschwindigkeit
der Umlenkwalzen abgegeben wird, die ebenso groß ist, wie die Bewegungsgeschwindigkeit
des Legewagens 2, bewegt sich der Oberwagen 1 mit der Geschwindigkeit v/2 ebenfalls
nach rechts. Dieses hat zur Folge, dass sich die Spannwagen 3 und 4 der Legebänder
5 und 6 jeweils mit der Geschwindigkeit v/2 nach links bewegen. Entsprechendes gilt
mit entgegengesetztem Vorzeichen, wenn sich der Legewagen 2 mit der Geschwindigkeit
v nach links bewegt. Der Oberwagen folgt ihm dann mit der Geschwindigkeit v/2, während
sich die Spannwagen 3 und 4 mit der Geschwindigkeit v/2 nach rechts bewegen.
[0026] Während der Bewegung des Legewagens 2 nach rechts ist die angetrieben Umlenkwalze
des Abdeckbandes 9 angehalten, so dass sich durch die Schleppbewegung des Legewagens
2 das Abdeckband 9 über seine Umlenkwalze 11 am Legewagen 2 auf den auf das Abliefertransportband
7 neu abgelegten Flor abwickelt. Der Hilfswagen 15 wird folglich nach links mit der
Geschwindigkeit v nachgezogen. Da am Durchleitspalt zwischen den beiden Umlenkwalzen
11 und 12 die Abdeckbänder 9 und 10 keinen Geschwindigkeitsunterschied haben dürfen,
muss das Abdeckband 10 an seiner am Legewagen 2 gelagerten Umlenkwalze 12 eine Umfangsgeschwindigkeit
haben, die gleich v ist. Weil sich ferner der Legewagen 2 mit der Geschwindigkeit
v nach rechts bewegt, bedeutet dieses, dass sich das Abdeckband 10 mit der doppelten
Geschwindigkeit, d.h. mit 2v nach rechts über die auf das Abliefertransportband 7
gelegten Florlagen bewegt. Dieses erfordert eine entsprechende Antriebsgeschwindigkeit
an seiner angetriebenen, ortsfesten Umlenkwalze. Wird die Bewegung des Legewagens
umgekehrt, wickelt sich das Abliefertransportband 10 auf den neu gelegten Flor ab,
während das andere Abdeckband 9 mit doppelter Geschwindigkeit 2v über die gelegten
Florlagen gleitet.
[0027] In den Randbereichen des Abliefertransportbandes 7 muss der Legewagen 2 bis auf die
Geschwindigkeit Null abgebremst werden. Da jedoch über das Beschickungsband 8 weiterhin
Flor mit der Geschwindigkeit v zugeführt wird und die Aufnahmegeschwindigkeit des
Legebandes 5 im Beschickungsbereich B demgegenüber nicht vermindert werden kann, wird
das Geschwindigkeitsverhältnis zwischen dem Oberwagen 1 und dem Legewagen 2 vorübergehend
verändert. Der Oberwagen 1 fährt etwas weiter, als dem ursprünglichen Geschwindigkeitsverhältnis
entspricht, so dass zwischen dem Oberwagen 1 und dem Legewagen 2 ein Zwischenspeicher
gebildet wird, dessen Volumen sich während der Abbremsphase des Legewagens 2 vergrößert
und nach der Bewegungsumkehr und anschließenden Beschleunigung des Legewagens 2 wieder
verkleinert.
[0028] Wie beschrieben wurde, liegt das untere Trum des in Bewegungsrichtung hinter dem
Legewagen befindlichen Abdeckbandes im Wesentlichen unbewegt auf dem im laufenden
Bewegungshub des Legewagens neu gelegten Flor auf, von der Relativbewegung zwischen
dem Abliefertransportband 7 und den Abdeckbändern 9 und 10, die durch die Transportbewegung
des Abliefertransportbandes 7 hervorgerufen wird, einmal abgesehen. Das untere Trum
des in Bewegungsrichtung des Legewagens vor diesem befindlichen Abdeckbandes streicht
hingegen mit der gegenüber der Geschwindigkeit des Legewagens verdoppelten Geschwindigkeit
über die im vorangehenden Legevorgang gelegte Florbahn hinweg. Da das Abdeckband glatt
ist, wird die Struktur der gelegten Florbahn durch diese Bewegung des Abdeckbandes
jedoch nicht gestört.
[0029] Andererseits liegen die Legebänder 5 und 6 sowohl am Oberwagen 1 als auch am Legewagen
2 jeweils auf einem Wegbogen von lediglich 90° unter Zwischenlage der transportierten
Florbahn aufeinander, wobei der Wegradius des Legebandes 5 auf seiner Umlenkwalze
17 am Oberwagen 1 kleiner ist als der des Legebandes 6, auf der Umlenkwalze 21 am
Legewagen 2 aber größer ist als derjenige des Legebandes 6. Weil gemäß der Erfindung
Textilgewebe für die Legebänder 5 und 6 verwendet werden, die nicht zu einem gegenseitigen
Anhaften neigen, können sich die Legebänder 5 und 6 leicht gegeneinander bewegen,
ohne dass die Gefahr besteht, dass der zwischen ihnen eingeschlossene Flor gestört
wird.
[0030] Die zuvor beschriebenen Geschwindigkeitsverhältnisse der Lege- und Abdeckbänder gelten
für den Fall, dass der Flor unverstreckt vom Vliesleger abgelegt wird. Soll mit Hilfe
des Vlieslegers eine Streckwirkung an dem Flor in dem Bereich zwischen dem Abgabespalt
zwischen den Umlenkwalzen 20 und 21 einerseits und den Umlenkwalzen 11 und 12 andererseits
hervorgerufen werden, sind der Abgabespalt an den Umlenkwalzen 20 und 21 und Durchleitspalt
zwischen den Umlenkwalzen 11 und 12 der Abdeckbänder so eng zu machen, dass dort jeweils
eine Klemmwirkung an dem Flor hervorgerufen wird, und der Antrieb beider Abdeckbänder
11 und 12 ist so zu steuern, dass deren Umfangsgeschwindigkeit an ihren Umlenkwalzen
11 und 12 größer ist, als die Umfangsgeschwindigkeit der Legebänder 5 und 6 an ihren
Umlenkwalzen 20 und 21. Wie schon erwähnt, kann bei beabsichtigter Profilbildung die
Geschwindigkeitsdifferenz vom jeweiligen Ort des Legewagens während der Legebewegung
gesteuert sein. Es ist aber auch möglich, das Dickenprofil des gelegten Vlieses quer
zu dessen Längserstreckung zu messen und mit einem Sollprofil zu vergleichen und mit
dem Vergleichsergebnis den Streckvorgang zu steuern, damit lassen sich auch Dickentoleranzen
im zugeführten Flor ausgleichen. Die Erfindung bietet also Vorteile an, die zu den
konstruktiven Vorzügen noch hinzutreten.
[0031] Sowohl die Legebänder als auch die Abdeckbänder können jeweils mehr als eine angetriebene
Walze haben, um die Traktion zu verbessern, wie das in der Zeichnung am Beispiel der
Abdeckbänder dargestellt ist.
1. Vliesleger mit einem Oberwagen (1) und einem Legewagen (2), die oberhalb eines endlosen
Abliefertransportbandes (7) quer zu dessen Transportrichtung beweglich geführt sind,
zwei Spannwagen (3, 4) und zwei luftdurchlässigen Legebändern (5, 6), die über den
Oberwagen (1) und den Legewagen (2) sowie jeweils über einen der Spannwagen (3, 4)
geleitet sind und zwischen denen ein abzulegender Flor zumindest bereichsweise aufgenommen
und zu einer unter dem Legewagen (2) befindlichen Ablegestelle (A) geführt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Legebänder (5, 6) jeweils aus einem textilen Gewebe bestehen und das Abliefertransportband
(7) in dem von der Ablegestelle (A) überstrichenen Flächenbereich von zwei endlosen,
glatten, beweglichen Abdeckbändern (9, 10) überdeckt ist, die jeweils mit einer Antriebseinrichtung
verbunden sind.
2. Vliesleger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckbänder (9, 10) luftundurchlässig sind.
3. Vliesleger nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Legewagen (2) unterhalb zweier die Legebänder (5, 6) umlenkenden Umlenkwalzen
(20, 21) zwei weitere Umlenkwalzen (11, 12) drehbar gelagert sind, die jeweils von
einem der Abdeckbänder (9, 10) umschlungen sind, die zwischen sich an den weiteren
Umlenkwalzen (11, 12) einen Durchleitspalt zum Hindurchleiten des abzulegenden Flors
auf das Abliefertransportband (7) ausbilden.
4. Vliesleger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Legebänder (5, 6) an dem Oberwagen (1) jeweils nur über eine Einlaufwalze (16,
18) und eine Umlenkwalze (17, 19) geführt sind und an den Umlenkwalzen (17, 19) einen
Einlaufspalt zur Entgegennahme des Flors ausbilden, wobei ein erstes (6) der Legebänder
das zweite Legeband (5) auf seinem Weg um dessen Umlenkwalze (17) am Oberwagen (1)
über einen Bogen von 90° begleitet, und dass die Legebänder (5, 6) am Legewagen (2)
jeweils nur über eine Umlenkwalze (20, 21) geführt sind und an diesen einen Abgabespalt
zum Abgeben des Flors an der Ablegestelle (A) ausbilden, wobei das zweite Legeband
(5) das erste Legeband (6) auf seinem Weg um dessen Umlenkwalze (20) am Legewagen
(2) über einen Bogen von 90° begleitet.
5. Vliesleger nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Abgabespalt zwischen den Umlenkwalzen (20, 21) der Legebänder (5, 6) am Legewagen
(2) und der Durchleitspalt zwischen den Umlenkwalzen (11, 12) der Abdeckbänder (9,
10) am Legewagen (2) jeweils so eng sind, dass ein dazwischen eingeschlossener Flor
geklemmt ist, und dass die Antriebe der Legebänder (5, 6) und der Abdeckbänder (9,
10) so eingerichtet sind, dass die Umfangsgeschwindigkeit der Umlenkwalzen (11, 12)
der Abdeckbänder (9, 10) wenigstens zeitweise größer ist als die Umfangsgeschwindigkeit
der Umlenkwalzen (20, 21) der Legebänder (5, 6).