Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einer Kraftfahrzeugvorrichtung mit einer Recheneinheit
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Für einen Autofahrer und sein Verkehrsumfeld besteht eine Gefahr, wenn er Verkehrszeichen
(Ge- oder Verbote) übersieht oder ignoriert und allgemeine Verkehrsregeln nicht beachtet
oder - z.B. im Ausland - nicht kennt.
[0003] Es gibt bereits verschiedene Vorschläge für technische Vorrichtungen und Verfahren,
die darauf abzielen, den Fahrer über die an seinem aktuellen Aufenthaltsort geltenden
Vorschriften und den Grad ihrer Verletzung durch sein Fahrverhalten zu informieren
und ggf. Steuersignale an die Fahrerassistenzsysteme zu übergeben.
[0004] Üblicherweise werden bei diesen Vorschlägen die folgenden Bauteile verwendet:
- 1. Zur Feststellung des eigenen Fahrverhaltens und der Fahrsituation:
Tacho, Abstandsradar/Laserentfernungsmesser.
- 2. Zur Erkennung und Charakterisierung des Verkehrsumfelds: Uhr, Kalender, Verkehrsfunk,
Rundfunksignale, Hygrometer, Helligkeitsmesser, aktive Sender oder passive Reflektoren
an Verkehrszeichen, Videokamera- oder Transponder-gestützte Mustererkennungssysteme,
Ortsbestimmung durch Satellitenortung (GPS, Galileo), Navigationssysteme mit digitaler
Landkarte, die auch Verkehrsvorschriften enthalten, Systeme zur Fahrspurerkennung
und andere Sensoren.
- 3. Verfahren zum Abgleich und zur Auswertung der Signale verschiedener Sensoren und
zum Abgleich des eigenen Fahrverhaltens mit der Umfeldsituation und den geltenden
Verkehrsbeschränkungen.
- 4. Instrumente zur Bewertung und Ausgabe von Regelverstößen: Digitaler Bußgeldkatalog
für die verschiedenen Geltungsbereiche (Länder), Vorrichtung zur Festlegung von absoluten
oder prozentualen Toleranzbereichen für Verstöße, die sich in Metern oder Geschwindigkeiten
ausdrücken lassen, Abschaltmöglichkeit von Ausgabesignalen.
- 5. Ausgabemedien:
Display, akustisches oder optisches Warnsignal, elektronischer Output an Fahrerassistenzsysteme
(bremsen, beschleunigen, Abstand verändern).
[0005] Ziel der bekannten Vorschläge ist es, aus den Signalen der Umfelderfassungssysteme,
den Informationen über das eigene Fahrverhalten und ggf. gespeicherten Mustern über
Unfallsituationen, Bedrohungen für das eigene Fahrzeug zu erkennen und an den Fahrer
bzw. die Fahrerassistenzsysteme verständliche Signale zur Vermeidung von Kollisionen
auszugeben.
[0006] Bezüglich der Überwachung von Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung werden bei
den bekannten Vorschlägen Überschreitungen der zulässigen (oder der mit einem Toleranzwert
beaufschlagten) Höchstgeschwindigkeit überwacht, angezeigt und ggf. mit der Strafe
aus dem Bußgeldkatalog kommentiert. In ähnlicher Weise werden auch einzelne ausgewählte
andere Verstöße, z.B. Parkvergehen, signalisiert. Toleranzwerte können bei diesen
Verfahren nur bei Geschwindigkeiten und Abständen gesetzt werden, bei anderen Verstößen
(überholen, parken, usw.) ist das nicht möglich.
[0007] Die aus dieser Erfindung entstehende Vorrichtung ist zwar zum Einbau in das Fahrzeug
gedacht, im Mittelpunkt der Betrachtung steht nicht, wie bei anderen Vorschlägen zu
Fahrzeuginternen Systemen, das individuelle Fahrzeug, dessen Fahrer und seine "Bedrohung"
durch das Verkehrsumfeld.
[0008] Hier wird das Fahrzeug als Teilnehmer am Gesamtsystem Verkehr gesehen. Dieser Vorschlag
geht von der Annahme aus, dass die Polizei- und Straßenbehörden die lokalen Gegebenheiten
der Verkehrswege und die Art, sie zu befahren, am besten kennen und den Verkehrsteilnehmer
über Verkehrszeichen auf Gefahrenschwerpunkte oder Vorrechte anderer Beteiligter hinweisen.
Verstöße gegen die Verkehrsregeln werden in den Bußgeldkatalogen der jeweiligen Geltungsbereiche
mit angemessenen Bußen bewertet.
[0009] Die Höhe der Buße ist ein Maß für die Schwere eines Verstoßes, durch den ein Verursacher
sich und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr bringt. Außerdem wird über die in Euro,
Monaten (Führerscheinentzug) oder Punkten (in einer Verkehrssünderdatei) ausgedrückten
Bußen die Schwere der Verstöße gegen die teilweise sehr komplexen Verkehrsbeschränkungen
messbar. Nur durch diese leicht verständlichen Informationen wird für viele Fahrzeugführer
das Ausmaß begreifbar, in dem sie sich und die anderen Verkehrsteilnehmer gefährden.
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde eine gattungsgemäße Kraftfahrzeugvorrichtung
bereitzustellen, die eine besonders große Vielzahl von Verkehrsregeln (im Idealfall
die kompletten Bußgeldkataloge aller Länder) flexibel verwalten kann und die einen
Fahrer bei jedem mit den gegebenen technischen Möglichkeiten feststellbaren Verstoß,
der einen bestimmbaren Grenzwert überschreitet, durch ein Warnsignal auf diesen hinweist
bzw. Steuersignale an die Fahrerassistenzsysteme übergibt. Das so erreichte bußengesteuerte
Fahrverhalten wird extreme, selbstverursachte Risiken minimieren.
[0011] Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Weitere
Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Vorteile der Erfindung
[0012] Die Erfindung geht aus von einer Kraftfahrzeugvorrichtung mit einer Recheneinheit,
mit einem Dateneingang zum Einlesen von verkehrsverhaltensrelevanten Daten und mit
einer Speichereinheit zum Speichern wenigstens einer fahrsituationsbezogenen Verkehrsregel,
wobei die Recheneinheit dazu vorgesehen ist, die verkehrsverhaltensrelevanten Daten
mit der Verkehrsregel zu vergleichen und wenigstens im Fall eines Verkehrsregelverstoßes
zumindest ein Steuersignal zu erzeugen. Die Verkehrsregel kann beispielsweise in einer
digitalen Landkarte der Speichereinheit oder eines Navigationsgeräts gespeichert sein.
[0013] Es wird vorgeschlagen, dass die Recheneinheit dazu vorgesehen ist, eine Kenngröße
für eine Schwere des Verkehrsregelversto-ßes aus einer Datenbank zu ermitteln und
das Steuersignal abhängig von der ermittelten Schwere des Verkehrsregelverstoßes zu
gestalten. Durch das Ermitteln der Kenngröße aus der Datenbank kann eine besonders
große Vielfalt von Verkehrsregeln berücksichtigt werden, insbesondere ist eine schnelle
und flexible Anpassung an einen anderen Geltungsbereich von Verkehrsregeln, in dem
sich ein die Kraftfahrzeugvorrichtung umfassendes Kraftfahrzeug bewegt, möglich. Dadurch,
dass das Steuersignal abhängig von einer Schwere des Verkehrsregelverstoßes ist, kann
das Steuersignal in besonders schweren Fallen auch besonders wirkungsvoll bzw. eindringlich
ausgestaltet werden.
[0014] Insgesamt kann die Kraftfahrzeugvorrichtung zu einer Beruhigung eines Fahrverhaltens
eines das Kraftfahrzeug führenden Fahrers führen und hilft daher, Unfälle zu vermeiden.
Dies gilt insbesondere dann, wenn ein großer Teil der im Verkehr befindlichen Kraftfahrzeuge
mit einer erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugvorrichtung ausgestattet ist.
[0015] Als Verkehrsregeln kommen sowohl hoheitliche Verkehrsregeln als auch benutzerdefinierte
Verkehrsregeln in Betracht. Verkehrsregeln können ortsabhängig, zeitabhängig oder
abhängig von einer örtlichen Verkehrssituation sein. Die Recheneinheit und/oder die
Speichereinheit kann zur Anordnung in einem Kraftfahrzeug vorgesehen sein oder auch
als feststehender Server ausgebildet sein, der mit dem Kraftfahrzeug bzw. mit einer
im Kraftfahrzeug integrierten mobilen Einheit kommuniziert. Die mobile Einheit kann
besonders vorteilhaft die Funktionalität eines Navigationssystems für Kraftfahrzeuge
umfassen.
[0016] In einer Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass die Kraftfahrzeugvorrichtung
eine Anzeige- und/oder Signaleinheit zum Signalisieren wenigstens einer möglichen
Folge des Verkehrsregelverstoßes umfasst. Dadurch kann der Verkehrsregelverstoß einem
Kraftfahrzeugführer in einer besonders einprägsamen Weise signalisiert werden. Eine
solche Folge kann beispielsweise in einem polizeilich, ordnungsamtlich oder firmenintern
angedrohten Bußgeld, in einem Eintrag in einer Verkehrssünderkartei, in einem Führerscheinentzug
oder einer Gefängnisstrafe bestehen.
[0017] Die Anzeige- und/oder Signaleinheit kann die Folge entweder im Klartext, symbolhaft,
als Piktogramm oder akustisch signalisieren. Beispielsweise kann ein mit dem Verkehrsregelverstoß
verbundenes Bußgeld in Ziffern auf einem Display angezeigt werden.
[0018] Ein besonders akzeptanzfähiges und allgemeingültiges Maß für die Schwere des Verkehrsregelverstoßes
kann durch die Kenngröße gegeben sein, wenn die Kenngröße eine dem ermittelten Verkehrsregelverstoß
zugeordnete Ordnungsmaßnahme, beispielsweise eine Höhe eines Bußgelds, darstellt.
Dies kann besonders einfach dadurch erreicht werden, dass die Datenbank bzw. die Speichereinheit
einen Bußgeldkatalog umfasst.
[0019] Weist die Kraftfahrzeugvorrichtung ein Mittel zum Erfassen einer geographischen Position
des Kraftfahrzeugs auf, beispielsweise ein satellitengestütztes Navigationssystem
wie GPS, GLONASS oder GALILEO und eine digitale Landkarte, können vorteilhaft ortsbezogene
Verkehrsregeln, wie lokale Geschwindigkeitsbegrenzungen, Überholverbote, vorgeschriebene
Fahrtrichtungen, Ein- und Ausfahrtsverbote, Parkverbote, unterlassenes Anschnallen,
Handy-Nutzung während der Fahrt oder Ähnliches, berücksichtigt werden. Die Recheneinheit
kann die Kenngröße dann vorteilhaft ortsbezogen bzw. abhängig von der erfassten geographischen
Position bestimmen.
[0020] Eine stets auf dem neuesten Stand befindliche Datenbank kann gewährleistet werden,
wenn die Kraftfahrzeugvorrichtung ein Kommunikationsmittel zum selbsttätigen Aktualisieren
der Datenbank umfasst. Die Kraftfahrzeugvorrichtung kann über das Kommunikationsmittel
mit einem zentralen Server und/oder mit einem Verkehrsleitsystem kommunizieren.
[0021] Eine flexibel an einen Benutzer anpassbare Kraftfahrzeugvorrichtung kann erreicht
werden, wenn die Kraftfahrzeugvorrichtung eine Eingabeeinheit zur Eingabe benutzerspezifischer
und/oder kraftfahrzeugspezifischer Daten sowie eine Speichereinheit zum Speichern
solcher Daten umfasst.
[0022] Des Weiteren ist es vorteilhaft, wenn die Eingabeeinheit zur Eingabe von zumindest
einem Grenzwert für ein Bußgeld vorgesehen ist, wodurch der Komfort der Kraftfahrzeugvorrichtung
für einen Bediener erhöht werden kann. Für unterschiedliche Verstöße, wie beispielsweise
Geschwindigkeitsüberschreitung, Fahren mit zu geringem Abstand zum vorausfahrenden
Fahrzeug etc., kann hierbei der jeweilige Grenzwert unterschiedlich hoch eingestellt
werden. Zudem kann durch eine Ausgabe einer Überschreitung des Grenzwerts der Benutzer
darauf hingewiesen werden, sein Fahrverhalten zu ändern.
[0023] Ein gravierender Verkehrsregelverstoß kann automatisch vermieden werden, wenn die
Recheneinheit dazu vorgesehen ist, das Steuersignal an mindestens ein Fahrerassistenzsystem
oder eine Steuerung eines Kraftfahrzeugs zu übergeben. Durch die Steuerungseingriffe
kann die Recheneinheit beispielsweise einen Abstand zu einem vorausfahrenden Fahrzeug
abhängig von der Kenngröße und/oder von der Fahrgeschwindigkeit auf einen akzeptablen
Wert regeln oder begrenzen.
[0024] Zudem wird vorgeschlagen, dass die Recheneinheit dazu vorgesehen ist, das Signal
zur Warnung des Fahrers bzw. zur Übergabe an die Steuerung des Kraftfahrzeugs von
dem Grenzwert für ein Bußgeld abhängig zu betätigen. Hierbei kann in besonders einfacher
Weise die Steuerung der Geschwindigkeit abhängig von der Höhe des Bußgelds selbsttätig
durch die Recheneinheit erreicht werden.
[0025] Abrupte Bremsungen am Beginn einer Geschwindigkeitsbeschränkung oder beim Annähern
an ein vorausfahrendes Fahrzeug sind gemäß neuer Erkenntnisse der Verkehrsforschung
häufig die Ursache für eine plötzliche Staubildung und die dadurch verursachten Auffahrunfälle.
Zur Vermeidung abrupter Bremsungen kann die Vorrichtung bei einer Vorausschau auf
den in Kürze erreichten Streckenabschnitt die Beschränkung der Geschwindigkeit vorzeitig
und stufenweise signalisieren. D.h. es werden vorzeitig Bußen, die geringfügig oberhalb
des gesetzten Grenzwerts liegen, signalisiert, um den Fahrer oder die Fahrerassistenzsysteme
zu einem moderaten Verzögern zu veranlassen. Hierzu ist die Recheneinheit vorzugsweise
dazu vorgesehen, vorzeitig ein Signal zu erzeugen, um vorzeitig ein entsprechendes
Signal an den Fahrer auszugeben und/oder vorzeitig in eine Steuerung des Kraftfahrzeugs
einzugreifen, beispielsweise um das Kfz zu verzögern.
[0026] Bei Berücksichtigung der Signale eines am Fahrzeugheck angebrachten Fernbereich-Radarsystems
kann einem schnell auffahrenden Fahrzeug ("Drängler") in größerer Entfernung über
ein entsprechendes Signal und in sehr kurzer Entfernung per Heckdisplay sein Bußenrisiko
für enges Auffahren angezeigt werden. ("Sie riskieren gerade 150,-- € und 4 Punkte.")
Zeichnung
[0027] Weitere Vorteile ergeben sich aus der folgenden Zeichnungsbeschreibung. In der Zeichnung
ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Die Zeichnung, die Beschreibung
und die Ansprüche enthalten zahlreiche Merkmale in Kombination. Der Fachmann wird
die Merkmale zweckmäßigerweise auch einzeln betrachten und zu sinnvollen weiteren
Kombinationen zusammenfassen.
Es zeigen:
[0028]
- Fig. 1
- eine Kraftfahrzeugvorrichtung mit einem Dateneingang und mit einer Anzeige- und Signaleinheit
und
- Fig. 2
- ein Aufbauschema der Kraftfahrzeugvorrichtung aus Figur 1.
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
[0029] Figur 1 zeigt eine als Bordcomputer ausgebildete Kraftfahrzeugvorrichtung mit einer
als Mikrocomputer ausgebildeten Recheneinheit 10. Die Recheneinheit 10 umfasst einen
Prozessor 30 (Figur 2), eine als ein Satz von Cursortasten ausgebildete Eingabeeinheit
28 und eine Speichereinheit 14. Über einen Dateneingang 12 kommuniziert die Recheneinheit
10 mit einem CAN-Bus-System eines Kraftfahrzeugs. Die Eingabeeinheit 28 ist neben
einer Anzeige- und Signaleinheit 22 der Kraftfahrzeugvorrichtung angeordnet. Neben
der Recheneinheit 10 umfasst die Kraftfahrzeugvorrichtung eine Halterung 32 zum Befestigen
der Kraftfahrzeugvorrichtung in einem Cockpit des Kraftfahrzeugs.
[0030] Es sind auch Ausgestaltungen der Erfindung denkbar, in denen die Kraftfahrzeugvorrichtung
vollständig in das Cockpit des Kraftfahrzeugs und/oder in ein Navigationssystem integriert
ist. Über den Dateneingang 12 erfasst die Recheneinheit 10 eine Vielzahl von verkehrsrelevanten
Daten des Kraftfahrzeugs, und zwar insbesondere eine Fahrgeschwindigkeit v und einen
von einer Sensoreinheit des Kraftfahrzeugs erfassten Abstand d zu einem vorausfahrenden
Kraftfahrzeug. Die Kraftfahrzeugvorrichtung umfasst ein Mittel 26, das als GPS-Modul
mit dem "Global Positioning System" GPS kommuniziert und aus den durch Funksignale
erfassten Abständen zu mehreren, im Empfangsbereich des Mittels 26 befindlichen Satelliten
eine geographische Position des die Kraftfahrzeugvorrichtung umfassenden Kraftfahrzeugs
in Längengrad und Breitengrad bestimmt.
[0031] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kommuniziert die Recheneinheit mit
einem Mauterfassungssystem, das eine Vielzahl von Sendern umfasst, die an wichtigen
Straßen installiert sind. Es sind auch weitere satellitengestützte oder terrestrische
Systeme zum Bestimmen der geographischen Position des Kraftfahrzeugs einsetzbar.
[0032] In der Speichereinheit 14 der Recheneinheit 10 und/oder in einem Navigationsgerät
ist eine digitale Landkarte gespeichert. Über eine Schnittstelle 74 kann die Recheneinheit
10 optional mit einem Navigationsgerät kommunizieren und eine digitale Landkarte und
weitere Daten des Navigationsgeräts nutzen. Die Recheneinheit 10 ordnet dem von dem
Mittel 26 bestimmten Längen- und Breitengrad in einer an sich bekannten Weise einen
Punkt in der digitalen Landkarte zu und bestimmt dadurch die Position des Kraftfahrzeugs.
[0033] Die digitale Landkarte ist in einer Datenbank 20 (Figur 2) gespeichert, in der neben
dem Verlauf von Verkehrsstraßen auch ortsbezogene Verkehrsregeln, wie beispielsweise
Höchstgeschwindigkeiten, Überholverbote, Fahrtrichtungsbeschränkungen, Straßensperren
und Ähnliches, verzeichnet sind. In der digitalen Landkarte sind insbesondere Positionen
von Verkehrsschildern verzeichnet. Außerdem sind in der Datenbank regionale, nationale
und länderspezifische Verkehrsregeln zusammen mit einem länderspezifischen Bußgeldkatalog
24 gespeichert, der zu jeder Verkehrsregel wenigstens ein im Fall eines Verkehrsregelverstoßes
drohendes Bußgeld in einer vom Benutzer wählbaren Währung enthält. Ist die Währung
wählbar, so müssen auch aktuelle Wechselkurse eingegeben werden können oder durch
Fernabfrage ermittelbar sein.
[0034] Figur 2 zeigt ein Aufbauschema der Kraftfahrzeugvorrichtung aus Figur 1. Der Prozessor
30 ist über den Dateneingang 12 zur Kommunikation mit einer Uhr 42, einem Tachometer
44, einem Radargerät 46, einem Alkoholtestgerät 48, einer aktiven oder passiven Funksignaleinheit
50 zum Erkennen temporärer, mit Funkmarkierungen ausgestatteter Straßenschilder, einem
Heckradargerät 80 und weiterer Geräte 52 ausgestattet. Dazu müssten temporäre, nicht
in der digitalen Landkarte verzeichnete Straßenschilder mit entsprechenden Funkmarkierungen,
Strichcodes oder Ähnlichem ausgestattet werden. Die Funksignaleinheit 50 und die Funkmarkierungen
können beispielsweise nach dem unter dem Kürzel "RFID" bekannten Radiofrequenzidentifikationssystem
arbeiten.
[0035] Durch eine Plug-and-Play-Funktion einer in der Recheneinheit 10 implementierten Software
erkennt die Recheneinheit 10 selbsttätig, welches der oben aufgezählten Module im
Kraftfahrzeug vorhanden ist. Ist beispielsweise eine Kommunikationsverbindung mit
einem Tachometer 44 nicht vorhanden, berechnet die Recheneinheit 10 die Fahrgeschwindigkeit
v aus den Informationen des Mittels 26.
[0036] Durch das Radargerät 46 kann die Kraftfahrzeugvorrichtung insbesondere auch Abstände,
Relativgeschwindigkeiten und/oder Absolutgeschwindigkeiten von seitlich neben dem
Kraftfahrzeug fahrenden Fahrzeugen erfassen. Zudem sind mittels des Radargeräts 46
oder mittels eines Videokamerasystems eine Erkennung der vom Kraftfahrzeug befahrenen
Fahrspuren und/oder gegebenenfalls die Erkennung eines Fahrspurwechsels im Betrieb
der Kraftfahrzeugvorrichtung möglich. Dabei kann sowohl ein von einem Benutzer der
Kraftfahrzeugvorrichtung verursachter Fahrspurwechsel als auch ein von anderen Verkehrsteilnehmern
verursachter Fahrspurwechsel vom Radargerät 46 erkannt werden. Grundsätzlich sind
jedoch auch weitere, dem Fachmann als sinnvoll erscheinende Sensoren, wie beispielsweise
ein Videokamerasystem, denkbar.
[0037] Ferner kommuniziert der Prozessor 30 mit einem Navigationsgerät und mit der Speichereinheit
14. Ein als GSM-Modem ausgebildetes Kommunikationsmittel 34 dient der Verbindung mit
einem Servercomputer 36, über den die Recheneinheit 10 die Datenbank 20 in regelmäßigen
Abständen aktualisiert.
[0038] Die von den verschiedenen Modulen empfangenen verkehrsrelevanten Daten vergleicht
die Recheneinheit 10 permanent mit den in der Datenbank 20 bzw. in der digitalen Landkarte
gespeicherten Verkehrsregeln bzw. Verkehrsbeschränkungen und stellt fest, ob ein Verkehrsregelverstoß
vorliegt. Dazu vergleicht die Recheneinheit 10 beispielsweise die über den Tachometer
44 abgelesene Fahrgeschwindigkeit v mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit an
dem über das Mittel 26 ermittelten Ort. Liegt ein Verkehrsregelverstoß vor, so ermittelt
die Recheneinheit 10 aus dem Bußgeldkatalog 24 ein dem erkannten Verkehrsregelverstoß
zugeordnetes Bußgeld bzw. Verwarnungsgeld, das eine Kenngröße 18 für eine Schwere
des Verkehrsregelverstoßes ist.
[0039] Der Fahrer kann über die Eingabeeinheit 28 Grenzwerte eingeben, die in der Speichereinheit
14 gespeichert werden. Die Grenzwerte sind dabei auf eine bei einem Verstoß drohende
Bu-ße bezogen und können von einem Benutzer der Kraftfahrzeugvorrichtung selbst eingestellt
werden. Typische Maßeinheiten für die Grenzwerte sind also Beträge und Währungen,
Strafpunkte und relevante Register, Monate und Bußenart (Führerscheinentzug, Fahrzeugentzug,
Gefängnisstrafe usw.). Die Grenzwerte sind vom Benutzer für verschiedene Verkehrsverstoßarten
einstellbar, wie beispielsweise für eine Geschwindigkeitsüberschreitung, eine Unterschreitung
der Abstandsbegrenzung gegenüber einem vorausfahrenden Fahrzeug etc., wobei für die
verschiedenen Verkehrsverstoßarten jeweils unterschiedliche Grenzwerte einstellbar
sind. Der vom Benutzer eingegebene Grenzwert des Bußgelds für jeweils eine Verkehrsverstoßart
wird von einer Software und/oder einem Programm der Recheneinheit 10 in eine Geschwindigkeit,
einen Abstand zu einem vorausfahrenden Fahrzeug etc. umgerechnet. Die umgerechneten
Grenzwerte können so permanent mit den jeweiligen aktuellen Geschwindigkeitswerten
bzw. Abständen verglichen werden und bei Überschreitung der Grenzwerte über die Anzeige-
und/oder Signaleinheit 22 an den Bediener ausgegeben werden. Die Software und/oder
die Programme sind dabei in der Speichereinheit 14 gespeichert. Liegt der Wert der
Kenngröße 18 bzw. des Bußgelds oberhalb der benutzerdefinierten Grenzwerte, signalisiert
die Recheneinheit 10 auf der als Display ausgebildeten Anzeige- und Signaleinheit
22 eine mögliche Folge des Verkehrsregelverstoßes durch eine Anzeige der Kenngröße
18 in einem Feld 40 bzw. der Benutzer erhält eine Information, dass sein derzeitiges
Fahrverhalten ein Bußgeld verursachen könnte, das über dem von ihm gesetzten Grenzwert
liegt. Der Vergleich der Kenngröße 18 mit dem Grenzwert erfolgt in einem Filtermodul
68. Je nach Ausgestaltung des Kraftfahrzeugs und/oder den gewählten Einstellungen
des Fahrers wird das von der Recheneinheit 10 weitergegebene Signal auch an die Fahrerassistenzsysteme
des Fahrzeugs weitergeleitet und führt unmittelbar zu einem Eingriff in die Fahrzeugsteuerung
(z.B. Bremsen). Der Fahrer hat bei einem solchen Eingriff jedoch die Möglichkeit (z.B.
in Gefahrensituationen), durch eigene Eingriffe (z.B. Bremsen oder Beschleunigen)
die Automatik zu übersteuern.
[0040] Die Recheneinheit 10 erzeugt zum Anzeigen der Kenngröße 18 ein entsprechendes Steuersignal
16 zum Generieren der Anzeige. Das Steuersignal 16 ist daher abhängig von der Schwere
des Verkehrsregelverstoßes und der Filtereinstellung gestaltet.
[0041] Neben Geschwindigkeitsübertretungen kann die Recheneinheit 10 beispielsweise auch
Verstöße gegen ein Überholverbot und eine Vielzahl anderer Verkehrsregeln und/oder
Verkehrsbeschränkungen erkennen. Im Idealfall, d.h. soweit Verstöße durch die Sensoren,
die das Verkehrsgeschehen aufnehmen, ermittelbar sind, werden alle Bußgeldkataloge
zu allen Geltungsbereichen zur Verfügung gestellt. Es ist auch denkbar, dass ein Fahrer
sich selbst Verkehrsregeln vorgibt, die von der Recheneinheit 10 überwacht werden.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung blockiert die Recheneinheit 10 einen
Starter des Kraftfahrzeugs, wenn ein von dem Alkoholtestgerät 48 ermittelter Blutalkoholwert
einen Grenzwert überschreitet.
[0042] Neben dem Wert der Kenngröße 18 wird auf der Anzeige- und Signaleinheit 22 in einem
Feld 54 eine Deliktart im Klartext, in einem Feld 56 eine Art eines drohenden Eintrags
in einem Verkehrssünderregister, beispielsweise für die Bundesrepublik Deutschland
eine Zahl von Punkten in Flensburg, und in einem Feld 58 eine Dauer eines möglichen
Führerscheinentzugs in Monaten angezeigt.
[0043] Ein weiteres Feld 78 dient der Anzeige von Verkehrswarnhinweisen auf der aktuell
befahrenen Strecke, welche von der Recheneinheit 10 über das Kommunikationsmittel
34 erfasst und aktualisiert werden. Liegt beispielsweise ein Warnhinweis auf einen
Geisterfahrer auf der aktuell befahrenen Strecke vor, so kann dieser Warnhinweis auf
dem Feld 78 dargestellt werden.
[0044] Die Anzeige- und Signaleinheit 22 ist ein unformatiertes Display, und die Felder
54 - 58 sind von einer Software länder- und benutzerspezifisch erzeugt. Die Darstellung
wird durch die Software an eine Struktur eines in einem Land, in dem sich das Kraftfahrzeug
befindet, gültigen Bußgeldkatalogs 24 angepasst.
[0045] Es sind weitere Ausgestaltungen der Erfindung denkbar, in denen die Anpassung an
die länderspezifischen Verkehrsregeln manuell, beispielsweise durch Einlesen eines
Datenträgers, erfolgt.
[0046] Eine weitere Schnittstelle 76 dient dem Anschluss eines tragbaren Datenträgers, beispielsweise
eines USB-Sticks, in dem beispielsweise Daten zum Aktualisieren der digitalen Landkarte
und des benutzerspezifischen Datensatzes gespeichert sein können.
[0047] Um einen Verfall von Einträgen in das Verkehrssünderregister, einen Verfall von Vignetten
und/oder den Wechsel zwischen Sommer- und Winterreifen berücksichtigen zu können,
umfasst die Recheneinheit 10 einen hier nicht explizit dargestellten Kalender. Durch
den Kalender kann die Kraftfahrzeugvorrichtung den Fahrer zudem auf eine anstehende
TÜV- und/oder Abgasuntersuchung und auch auf einen möglichen Ablauf der Kraftfahrzeugversicherung
hinweisen. Dem Benutzer kann zusätzlich über die Anzeige- und/oder Signaleinheit 22
angezeigt werden, wie lange sich ein bereits erfolgter Verstoß bei einem weiteren
Verstoß auf die Höhe des Bußgelds bzw. auf eine Wirksamkeit seiner Fahrerlaubnis auswirken
würde. Dabei werden "Vorbelastungen", die über die Eingabeeinheit 28 als fahrerspezifische
Daten eingegeben wurden, beim Abgleich des aktuellen Fahrverhaltens mit den Vorschriften
des Bußgeldkatalogs und dem selbst gesetzten Grenzwert berücksichtigt.
[0048] Des Weiteren können dem Benutzer benutzerspezifische Datensätze, die er über die
Eingabeeinheit 28 eingegeben und/oder per USB-Stick transferiert hat und die in der
Speichereinheit 14 abgespeichert sind, über die Anzeige- und/oder Signaleinheit 22
angezeigt werden. Die benutzerspezifischen Datensätze können dabei sowohl Einträge
aus dem Verkehrssünderregister beinhalten als auch Informationen über bereits erfolgte
Verkehrsverstöße, die sich auf eine Höhe des Bußgelds bei einem weiteren möglichen
Verstoß auswirken könnten. Zudem können dem Benutzer drohende Bußen wegen fahrzeugspezifischer
Eigenschaften, wie z.B. einem überschrittenen TÜV-Termin und/oder Mängeln bei der
Ausrüstung des Kraftfahrzeugs, wie beispielsweise einem fehlenden Erste-Hilfe-Set
und/oder einem fehlenden Pannen-Set etc., oder bei einem Grenzübertritt wegen fehlender
oder abgelaufener Vignetten oder wegen einer nicht ausreichenden Anzahl von Sicherheitswesten
angezeigt werden.
[0049] Auch ist die Eingabe sonstiger Kosten, die in Verbindung mit einem Regelverstoß stehen,
und deren Einbeziehen bei Bußwarnungen denkbar, wie beispielsweise Abschleppkosten
beim Parken in einem Halteverbot.
[0050] Optional wird die Wirkung der Anzeige- und Signaleinheit 22 durch einen von einem
Tongenerator 60 erzeugten Warnton unterstützt.
[0051] Eine weitere Datenverbindung 72 besteht mit der Eingabeeinheit 28 und optional mit
einem Fahreridentifikationsmedium 38, das beispielsweise als Fingerabdruckscanner
ausgebildet sein kann. Im Normalfall identifiziert sich der Fahrer durch eine Auswahl
eines ihm zugeordneten Datensatzes aus einem scrollbaren Auswahlmenü mittels des Eingabemediums
28. Hat sich ein Fahrer identifiziert, so lädt die Recheneinheit 10 selbsttätig einen
Satz von benutzerdefinierten Werten und/oder Verkehrsregeln aus der Speichereinheit
14. Ist kein Fahreridentifikationsmedium 38 angeschlossen, kann der Fahrer über die
Anzeige- und Signaleinheit 22 aufgefordert werden, sich durch die Eingabeeinheit 28
zu identifizieren. Es können dann beispielsweise auch bestehende Einträge in das Verkehrssünderregister
bei der Bestimmung der Kenngröße 18 berücksichtigt werden. Betreibt der Fahrer das
Kraftfahrzeug ohne eine Identifikation, werden Defaultwerte genutzt. Zudem wird der
Fahrer aufgefordert, vor einem Fahrtbeginn die zur Benutzung des Kraftfahrzeugs vorgeschriebenen
Fahrzeugpapiere zu kontrollieren.
[0052] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung erzeugt die Recheneinheit 10 ein weiteres
Steuersignal 16', durch das die Recheneinheit 10 in eine Steuerung des Kraftfahrzeugs
eingreift bzw. Signale an verfügbare Fahrerassistenzsysteme übergibt. Das Steuersignal
16' wird erzeugt, wenn die Kenngröße 18 für die Schwere des Verkehrsregelverstoßes
einen zweiten Schwellenwert überschreitet, der ebenfalls benutzerdefiniert oder vorgegeben
sein kann. Durch das Steuersignal 16' wird beispielsweise die Fahrgeschwindigkeit
v und/oder ein Abstand d zu einem vorausfahrenden Fahrzeug durch entsprechende Gas-
und Bremseingriffe einer Kraftfahrzeugsteuereinheit 62 auf einen tolerierbaren Wert
begrenzt und/oder geregelt. Der Schwellenwert kann hierbei die Grenzwerte, die auf
eine bei einem Verstoß drohende Buße bezogen sind, umfassen. Das Fahrzeug kann somit
von der Kraftfahrzeugsteuereinheit 62 so gesteuert werden, dass die eine momentane
Geschwindigkeit bzw. ein Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug maximal den jeweiligen
bußgeldbezogenen Grenzwerten entspricht. Es wird somit ein Regelkreis mit den folgenden
Komponenten aufgebaut: aktuelles Fahrverhalten - gerade gültige Verkehrsvorschrift
- Übertretung - verstoßrelevantes Bußgeld - benutzerspezifische Daten - eingestellter
Grenzwert - Impuls an Fahrer oder Fahrassistenzsysteme - Reaktion von Fahrer oder
Fahrerassistenzsystem. Allerdings muss es dem Fahrer bei Einbeziehung eines Fahrerassistenzsystems
gegebenenfalls möglich sein, dieses zu übersteuern.
[0053] Dabei stellt die Recheneinheit 10 das Steuersignal 16' in wenigstens einem Betriebsmodus
so ein, dass die Kenngröße 18 für einen Verstoß gegen eine Verkehrsregel, die einen
Abstand d vom vorausfahrenden Kraftfahrzeug betrifft, einen konstanten Wert annimmt.
Eine solche Verkehrsregel ist beispielsweise in der Bundesrepublik Deutschland abhängig
von der Fahrgeschwindigkeit v. Der Fahrer kann dann beispielsweise einstellen, dass
in einer Schlange oder in zähflüssigem Verkehr der Abstand d zum Vordermann immer
auf einen Wert geregelt wird, der im Fall einer Abstandskontrolle zu einem Bußgeld
von einer vorbestimmten Höhe, beispielsweise 20,-- €, führen würde. Eine entsprechende
bußgeldabhängige Abstandsregelung kann über das Verstärkermodul 70 unter Zuhilfenahme
des Filtermoduls 68 erfolgen.
[0054] Zudem kann mit der Recheneinheit 10 eine Steuerung einer Fahrzeuggeschwindigkeit
so eingestellt werden, dass die Geschwindigkeit des Fahrzeugs bereits in einer Anfahrt
auf eine Geschwindigkeitsbegrenzung und/oder ein langsam vorausfahrendes Auto verringert
wird. Ein Abstand zu einem "Hindernis", ab dem die Geschwindigkeit verringert werden
soll, kann dabei sowohl benutzerdefiniert als auch auf vorgegebene Abstandswerte eingestellt
werden. Mittels der Recheneinheit 10 wird ein Steuersignal 16' erzeugt, das die Fahrzeuggeschwindigkeit
durch die entsprechenden Gas- oder Bremseingriffe der Fahrzeugsteuereinheit 62 auf
eine vom Benutzer einstellbare Maximalgeschwindigkeit bzw. maximale Bußgeldhöhe innerhalb
des geschwindigkeitsbegrenzten Bereichs langsam begrenzt.
[0055] Die Ansteuerung des Tongenerators 60, der Kraftfahrzeugsteuereinheit 62, eines Ringpuffers
64 und eines weiteren Aggregats 66 erfolgt über ein Verstärkermodul 70, in dem Kriterien
zur Aktivierung der genannten Einheiten überprüft werden.
[0056] Die Recheneinheit 10 speichert die erfassten verkehrsrelevanten Daten fortlaufend
in dem Ringpuffer 64 der Speichereinheit 14, so dass jederzeit ein Situationsprotokoll
über einen vorangegangenen Zeitraum in der Art einer Blackbox bzw. eines Fahrtenschreibers
abrufbar ist. Ein weiterer Datenausgang ist zum Anschluss des weiteren Aggregats 66
vorgesehen.
[0057] Durch die im Ringpuffer 64 gespeicherten Daten kann eine kritische Fahrsituation,
an welcher der Fahrer keine Schuld trägt, rekonstruiert werden, und der Fahrer kann
sich entlasten. Hat beispielsweise das Radargerät 46 unmittelbar vor einer fotografischen
Aufnahme der Verkehrssituation durch die Polizei oder vor einem Unfall ein das Kraftfahrzeug
rechts überholendes weiteres Kraftfahrzeug registriert, so kann dies durch die im
Ringpuffer 64 bzw. in der Blackbox gespeicherten Daten vorteilhaft belegt werden.
Auch können die Fahrgeschwindigkeit v und der Abstand d von einem vorausfahrenden
Kraftfahrzeug belegt werden. Um die im Ringpuffer 64 gespeicherten Daten hinsichtlich
einer Verwertbarkeit vor Gericht aufzuwerten, werden die Daten jeweils zusammen mit
einer über das Mittel 26 von Satelliten erfassten Atomuhrzeit gespeichert. Dies hat
insbesondere den Vorteil hoher Manipulationssicherheit.
[0058] Ferner ist es denkbar, dass sich ein zu geringer Abstand d mit Hilfe der im Ringpuffer
64 gespeicherten Daten auf ein scharfes Abbremsen oder ein Dazwischendrängen bzw.
Einscheren des vorausfahrenden Kraftfahrzeugs mit zu geringem Abstand zurückführen
lässt, so dass sich der Fahrer auch hierdurch entlasten kann. Selbstverständlich ist
umgekehrt auch eine Belastung des Fahrers durch Strafverfolgungsbehörden durch die
in dem Ringpuffer 64 gespeicherten Daten möglich.
[0059] Zudem wird mittels des Heckradargeräts 80 der Abstand d' zu einem hinterherfahrenden
Fahrzeug bestimmt. Unterschreitet der Abstand d' den gesetzlichen Mindestabstand bzw.
einen von dem Benutzer eingestellten Mindestabstand, so wird von der Recheneinheit
10 ein Steuersignal 16 generiert, das an ein Heckdisplay 82 weitergeleitet wird. Das
Heckdisplay 82 ist so ausgerichtet, dass eine Anzeige auf dem Heckdisplay 82 von einem
nachfolgenden Fahrer während der Fahrt gelesen werden kann. Auf diesem Heckdisplay
82 kann für den nachfolgenden Fahrer der entsprechende Verkehrverstoß bzw. die Höhe
eines möglichen Bußgelds etc. angezeigt werden.
[0060] Bezugszeichen
- 10
- Recheneinheit
- 12
- Dateneingang
- 14
- Speichereinheit
- 16
- Steuersignal
- 16'
- Steuersignal
- 18
- Kenngröße
- 20
- Datenbank
- 22
- Anzeige- und/oder Signaleinheit
- 24
- Bußgeldkatalog
- 26
- Mittel
- 28
- Eingabeeinheit
- 30
- Prozessor
- 32
- Halterung
- 34
- Kommunikationsmittel
- 36
- Servercomputer
- 38
- Fahreridentifikationsmedium
- 40
- Feld
- 42
- Uhr
- 44
- Tachometer
- 46
- Radargerät
- 48
- Alkoholtestgerät
- 50
- Funksignaleinheit
- 52
- Gerät
- 54
- Feld
- 56
- Feld
- 58
- Feld
- 60
- Tongenerator
- 62
- Kraftfahrzeugsteuereinheit
- 64
- Ringpuffer
- 66
- Aggregat
- 68
- Filtermodul
- 70
- Verstärkermodul
- 72
- Datenverbindung
- 74
- Schnittstelle
- 76
- Schnittstelle
- 78
- Feld
- 80
- Heckradargerät
- 82
- Heckdisplay
- v
- Fahrgeschwindigkeit
- d
- Abstand
- d'
- Abstand
1. Kraftfahrzeugvorrichtung mit einer Recheneinheit (10), mit einem Dateneingang (12)
zum Einlesen von verkehrsverhaltensrelevanten Daten (v, d) und mit einer Speichereinheit
(14) zum Speichern wenigstens einer fahrsituationsbezogenen Verkehrsregel, wobei die
Recheneinheit (10) dazu vorgesehen ist, die verkehrsverhaltensrelevanten Daten (v,
d) mit der Verkehrsregel zu vergleichen und wenigstens im Fall eines Verkehrsregelverstoßes
zumindest ein Steuersignal (16, 16') zu erzeugen,
dadurch gekennzeichnet, dass die Recheneinheit (10) dazu vorgesehen ist, eine Kenngröße (18) für eine Schwere
des Verkehrsregelverstoßes aus einer Datenbank (20) zu ermitteln und das Steuersignal
(16, 16') abhängig von der ermittelten Schwere des Verkehrsregelverstoßes zu gestalten.
2. Kraftfahrzeugvorrichtung nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch eine Anzeige- und/oder Signaleinheit (22) zum Signalisieren wenigstens einer möglichen
Folge des Verkehrsregelverstoßes.
3. Kraftfahrzeugvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kenngröße (18) eine dem ermittelten Verkehrsregelverstoß zugeordnete Ordnungsmaßnahme
darstellt.
4. Kraftfahrzeugvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Datenbank (20) einen Bußgeldkatalog (24) umfasst.
5. Kraftfahrzeugvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch ein Mittel (26) zum Erfassen einer geographischen Position eines Kraftfahrzeugs.
6. Kraftfahrzeugvorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die Recheneinheit (10) dazu vorgesehen ist, eine Kenngröße (18) abhängig von der
geographischen Position zu bestimmen.
7. Kraftfahrzeugvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch ein Kommunikationsmittel (34) zum selbsttätigen Aktualisieren der Datenbank (20).
8. Kraftfahrzeugvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch eine Eingabeeinheit (28) zur Eingabe benutzerspezifischer und/oder kraftfahrzeugspezifischer
Daten.
9. Kraftfahrzeugvorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass die Eingabeeinheit (28) zur Eingabe von zumindest einem Grenzwert für ein Bußgeld
vorgesehen ist.
10. Kraftfahrzeugvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Recheneinheit (10) dazu vorgesehen ist, über das Steuersignal (16') in eine Steuerung
eines Kraftfahrzeugs einzugreifen.
11. Kraftfahrzeugvorrichtung zumindest nach Anspruch 9 und 10,
dadurch gekennzeichnet, dass die Recheneinheit (10) dazu vorgesehen ist, die Steuerung des Kraftfahrzeugs von
dem Grenzwert für ein Bußgeld abhängig zu betätigen.
12. Kraftfahrzeugvorrichtung zumindest nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass die Recheneinheit (10) dazu vorgesehen ist, vorzeitig ein Signal zu erzeugen.