Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einer Kraftstoffeinspritzdüse nach der Gattung des Patentanspruchs
1.
[0002] Eine solche Kraftstoffeinspritzdüse für Brennkraftmaschinen ist beispielsweise aus
der
DE 199 39 420 A1 bekannt geworden.
[0003] Bei dieser bekannten hubgesteuerten Kraftstoffeinspritzdüse wird die Kraftstoffeinspritzung
über den in einem Steuerraum herrschenden Steuerdruck gesteuert. Der Steuerraum ist
über eine Zulaufdrossel an eine Hochdruckleitung angeschlossen und über ein Schaltventil
und eine Ablaufdrossel mit einem Ablauf verbindbar, um den Steuerraum zu entlasten
und dadurch eine Düsennadel aufzusteuern. Die Offnungsgeschwindigkeit der Düsennadel
ist im Wesentlichen durch das Drosselwiderstandsverhältnis der Zu- und Ablaufdrosseln
gegeben.
Vorteile der Erfindung
[0004] Die erfindungsgemäße Kraftstoffeinspritzdüse für Brennkraftmaschinen mit den kennzeichnenden
Merkmalen des Patentanspruchs 1 hat demgegenüber den Vorteil, dass die Offnungsgeschwindigkeit
der Düsennadel ab einem vorbestimmten Öffnungshub abgebremst wird. Dies ermöglicht
bis zum vorbestimmten Öffnungshub sehr hohe Offnungsgeschwindigkeiten und damit ein
gutes Strahleindringverhalten im Brennraum. Das gedämpfte Öffnen nach Erreichen des
Öffnungshubs sorgt für eine Reduzierung der Zündverzugsmenge, was schließlich zu verbesserten
Abgasemissionen führt.
[0005] Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen des Gegenstands der Erfindung sind
der Beschreibung, der Zeichnung und den Ansprüchen entnehmbar.
Zeichnung
[0006] Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Kraftstoffeinspritzdüse ist in der
Zeichnung dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Die einzige
Figur zeigt die erfindungsgemäße Kraftstoffeinspritzdüse in einem Längsschnitt.
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
[0007] Die in der Figur gezeigte Kraftstoffeinspritzdüse (Injektor)
1 für Brennkraftmaschinen weist einen zylindrischen Düsenkörper
2 auf, der mit seinem freien unteren Ende in einen nicht näher gezeigten Brennraum
der zu versorgenden Brennkraftmaschine ragt. In einer Bohrung
3 des Düsenkörpers 2 ist eine Düsennadel
4 axial verschiebbar geführt, die durch eine Schließfeder
5 in einen konischen Ventilsitz
6 am brennraumseitigen Ende der Bohrung 3 gepresst wird. Die Düsennadel 4 ist am brennraumseitigen
Ende von einem Ringspalt
7 umgeben, der sich bis an den Ventilsitz 6 erstreckt und über eine Kraftstoff-Hochdruckleitung
8 an einen Kraftstoff-Hochdruckspeicher (CommonRail)
9 angeschlossen ist. Im gezeigten geschlossenen Zustand der Kraftstoffeinspritzdüse
1 verhindert ein Dichtkonus
10 der Düsennadel 4 in Verbindung mit dem Ventilsitz 6, dass Kraftstoff aus dem Ringspalt
7 durch Spritzlöcher
11 in den Brennraum der Brennkraftmaschine gelangt.
[0008] Das brennraumabgewandte verdickte Ende
12 der Düsennadel 4 ist in der Längsbohrung (Führungsbohrung)
13 einer Steuerhülse
14 axial verschiebbar geführt, die innerhalb einer an die Hochdruckleitung 8 angeschlossenen
Kammer
15 eines Modulkörpers
16 angeordnet ist. In der Führungsbohrung 13 ist zwischen einem darin verschiebbar geführten
Steuerkolben
17 und der Düsennadel 4 ein erster Steuerraum
18 gebildet. Auf seiner dem ersten Steuerraum 18 abgewandten Seite begrenzt der Steuerkolben
17 in der Führungsbohrung 13 einen zweiten Steuerraum
19, der über eine Dichtkante
20 der Steuerhülse
14 gegenüber der Kammer 15 abgedichtet, also von dem darin herrschenden Hochdruck (Raildruck)
entkoppelt ist. Die Schließfeder 5 ist an der Steuerhülse 14 abgestützt, die dadurch
mit ihrer Dichtkante 20 gegen die Kammerwand
21 gedrückt wird. Die Führungsbohrung 13 weist im ersten Steuerraum 18 einen radial
nach innen gerichteten Ringvorsprung
22 auf, dessen Unterseite einen Anschlag für die Düsennadel 4 und dessen Oberseite einen
Anschlag für den Steuerkolben 17 bildet. Die an der Düsennadel 4 angreifende Schließfeder
5 ist im ersten Steuerraum 18 angeordnet und am Ringvorsprung 22 abgestützt. Der Steuerkolben
17 ist durch eine Vorspannfeder
23, die im zweiten Steuerraum 19 angeordnet und an der Kammerwand 21 abgestützt ist,
in Anlage an den Ringvorsprung 22 vorgespannt. Die Vorspannfeder 23 ist deutlich schwächer
als die Schließfeder 5 ausgelegt.
[0009] Eine Bohrung in der Hülsenwand der Steuerhülse 14 bildet eine Zulaufdrossel (Z-Drossel)
24, über die der erste Steuerraum 18 mit der Kammer 15 bzw. mit der Hochdruckleitung
8 verbunden ist. Eine im Steuerkolben 17 vorgesehene Bohrung bildet eine Dämpferdrossel
25, über welche die beiden Steuerräume 18, 19 miteinander verbunden sind. Eine Bohrung
in der Kammerwand 21 bildet eine Ablaufdrossel (A-Drossel)
26, die über ein 2/2-Wege-Schaltventil
27 mit einem Ablauf (Lecköl)
28 verbunden ist. Die Dämpferdrossel 25 weist einen höheren Drosselwiderstand als die
Zulaufdrossel 24 und als die Ablaufdrossel 26 auf.
[0010] Nachfolgend wird die Funktionsweise der erfindungsgemäßen Kraftstoffeinspritzdüse
1 beschrieben.
[0011] In der Figur ist das Schaltventil 27 nicht bestromt, so dass in beiden Steuerräumen
18, 19 Raildruck herrscht. Wird das Schaltventil 27 bestromt, wird zuerst der zweite
Steuerraum 19 über die Ablaufdrossel 26, deren Drosselwiderstand deutlich kleiner
als der Drosselwiderstand der Dämpferdrossel 25 ist, entlastet. Die Dämpferdrossel
25 und das kleine Führungsspiel des Steuerkolbens 17 in der Führungsbohrung 13 verhindern
einen sofortigen Druckabfall auch im ersten Steuerraum 18. Der Druck im zweiten Steuerraum
19 sinkt unter den Raildruck ab, so dass der Steuerkolben 17 nach oben bis zur Anlage
an der Kammerwand 21 verfährt. Dadurch vergrößert sich das Volumen des ersten Steuerraums
18, und der darin herrschende Druck sinkt unter Raildruck ab. Durch diesen Druckverlust
im ersten Steuerraum 18 reicht die Öffnungskraft, die über den Raildruck an einer
Druckschulter
29 der Düsennadel 4 wirkt, aus, die Düsennadel gegen die Wirkung der Schließfeder 5
und den im ersten Steuerraum 18 herrschenden Schließdruck aufzusteuern. Dabei verfährt
die Düsennadel 4 zunächst mit hoher Nadelgeschwindigkeit um einen bestimmten Öffnungshub,
der dem Hub des Steuerkolbens 17 entspricht. Wenn der Steuerkolben 17 an der Kammerwand
21 anliegt und die Düsennadel 4 das Volumen im ersten Steuerraum 18 komprimiert, wird
die Düsennadel 4 abgebremst und verfährt, da über die Dämpferdrossel 25 eine nur geringe
Steuermenge aus dem ersten Steuerraum 18 abgeführt wird, mit geringer Geschwindigkeit
weiter. Die Düsennadel 4 verfährt maximal bis zur Anlage am Ringvorsprung 22, dessen
düsennadelseitige Anschlagfläche so ausgebildet ist, dass keine hydraulischen Nebeneffekte
den Schließprozess beeinflussen.
[0012] Das Schließen der Düsennadel 4 wird mit dem Zurücksetzen des Schaltventils 1 begonnen,
wodurch der Durchfluss durch die Ablaufdrossel 26 gestoppt wird. Über die Zulaufdrossel
24, die einen möglichst hohen Durchfluss aufweist, werden nun die beiden Steuerräume
18, 19 befüllt. Die Düsennadel 4 verfährt zurück in ihren Ventilsitz 6, und die Einspritzung
ist beendet. Durch die Vorspannfeder 23 wird der Steuerkolben 17 zurück in seine in
der Figur gezeigte Ausgangstellung verfahren.
1. Kraftstoffeinspritzdüse (1) für Brennkraftmaschinen, mit einem Düsenkörper (2) mit
mindestens einem Spritzloch (11) und einer axial verschiebbaren Düsennadel (4), die
das mindestens eine Spritzloch (11) für die Einspritzung von unter Hochdruck stehendem
Kraftstoff gegen die Wirkung einer Schließfeder (5) freigibt oder verschließt,
gekennzeichnet durch:
- eine Führungsbohrung (13), in der die Düsennadel (4) und ein Steuerkolben (17) unter
Ausbildung eines dazwischen liegenden ersten Steuerraums (18) geführt sind und der
Steuerkolben (17) auf seiner dem ersten Steuerraum (18) abgewandten Seite einen zweiten
Steuerraum (19) begrenzt,
- ein Schaltventil (27), das zwischen dem zweiten Steuerraum (19) und einem Ablauf
(28) vorgesehen ist,
- eine Zulaufdrossel (24), über welche der erste Steuerraum (18) mit einer Hochdruckleitung
(8) verbunden ist,
- eine im Steuerkolben (17) vorgesehene Dämpferdrossel (25), über welche die beiden
Steuerräume (18, 19) miteinander verbunden sind, und
- eine Vorspannfeder (23), die den Steuerkolben (17) in Richtung auf die Düsennadel
(4) vorspannt.
2. Kraftstoffeinspritzdüse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsbohrung (13) durch die Längsbohrung einer Steuerhülse (14) gebildet ist,
welche in einer an die Hochdruckleitung (8) angeschlossenen Kammer (15) angeordnet
ist, wobei die Führungsbohrung (13) gegenüber der Kammer (15) abgedichtet ist.
3. Kraftstoffeinspritzdüse nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerhülse (14) durch die an der Düsennadel (4) abgestützte Schließfeder (5)
in dichtender Anlage an einer Kammerwand (21) gehalten ist.
4. Kraftstoffeinspritzdüse nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Zulaufdrossel (24) durch eine Bohrung in der Hülsenwand der Steuerhülse (14)
gebildet ist.
5. Kraftstoffeinspritzdüse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpferdrossel (25) einen höheren Drosselwiderstand als die Zulaufdrossel (24)
aufweist.
6. Kraftstoffeinspritzdüse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schließfeder (5) im ersten Steuerraum (18) angeordnet ist.
7. Kraftstoffeinspritzdüse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsbohrung (13) einen ersten Anschlag (22) aufweist, der den Öffnungshub
der Düsennadel (4) begrenzt.
8. Kraftstoffeinspritzdüse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsbohrung (13) einen zweiten Anschlag (22) aufweist, der den Hub des Steuerkolbens
(17) begrenzt.
9. Kraftstoffeinspritzdüse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorspannfeder (23) im zweiten Steuerraum (19) angeordnet ist.