[0001] Die Erfindung betrifft eine Verpackungseinheit für Lebensmittel.
[0002] Derartige Verpackungseinheiten sind in verschiedensten Ausführungen bekannt.
[0003] Als Beispiel sei die
DE 33 24 151 genannt werden, die eine Verpackungseinheit zeigt, die mit einem Deckel verschließbar
ist. Der Deckel ist dabei als Schiebedekkel ausgebildet, wobei für seine Führung und
Verbindung mit dem Behälter, dieser einen umgebördelten Rand aufweist, der mit korrespondierenden
Umbördelungen an zwei gegenüberliegenden Seiten des Deckels in Eingriff steht bzw.
bringbar ist. Die Umbördelungen am Behälter, die als Laschen bezeichnet werden, weisen
einen eingeschlossenen Winkel mit der Waagrechten auf, der größer als 0° ist, also
nach unten in Richtung des Behälterbodens abgewinkelt sind.
[0004] Aus der Praxis bekannt sind auch Verpackungseinheiten, die einen umlaufenden Rand
aufweisen, der in der Ebene der Öffnung des Behälters über dessen Außenumfang hinausragt,
das heißt der Winkel ist in diesem Fall gleich 0°.
[0005] Bei derartigen Verpackungseinheiten wird häufig eine Folie über die Öffnung des Behälters
gelegt und mit dem Rand des Behälters luftdicht verbunden, beispielsweise durch Verkleben
oder Verschweißen. Beim Verkleben wird ein Mittel verwendet, das ein Abnehmen der
Folie und ein anschließendes Wiederverschließen - mit weitgehender Dichtwirkung -
ermöglicht.
[0006] Nachteilig hierbei ist, dass das Verschließen nicht vollständig ist, weil die Folie
dazu neigt, sich zumindest teilweise vom Rand zu lösen oder abzubiegen. Um dennoch
einen weitgehenden Abschluß zu erreichen, werden häufig Deckel zusätzlich verwendet,
die z. B. über den Rand des Behälters einschnappend greifen.
[0007] Diese Deckel können sich aber schon vor dem Verkauf der Ware vom Behälter lösen,
so dass diese Verpackungsart nicht vorteilhaft ist.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es daher eine Verpackungseinheit zu schaffen, die verschließbar
ist, ohne das ein Verlust des Deckels etwa vor dem Verkauf auftreten kann. Insbesondere
soll die Verpackungseinheit aber so gestaltet sein, dass bei Verwendung eines Schiebedeckels
dennoch eine mit dem Rand des Behälters verbundene, insbesondere auch ein Wiederverschließen
ermöglichende Folie verwendbar ist.
[0009] Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäße durch eine Verpackungseinheit, mit einem
aus einer dünnen Folie bestehenden, im wesentlichen rechteckigen Behälter zur Aufnahme
des Lebensmittels, der einen den Behälteraußenumfang überragenden, in der Ebene der
Öffnung des Behälters umlaufenden, Rand aufweist, der zur lösbaren Verbindung mit
einer den Innenraum des Behälters abdichtend verschließenden Folie dient, die zum
Öffnen des Behälters entfernbar ist und mit einem Deckel, der mit an zwei gegenüberliegenden
Seiten seines Randes vorgesehenen Umbördelungen versehen ist, die den überragenden
Rand des Behälters an den zugeordneten Seiten umgreifen und ein geführtes Schieben
des Deckels über die Behälteröffnung zum Zwecke des Verschließens oder Öffnens des
Behälters ermöglichen, wobei der Deckel eine als Anschlag beim Aufschieben des Deckels
dienende Schürze aufweist, die in Richtung zum Behälterboden abgewinkelt ist und gleichzeitig
als Grifffläche beim Aufziehen oder Aufschieben des Deckels dient.
[0010] Wesentlich für die Lösung ist die Kombination mehrerer Merkmale, die die Ausgestaltung
der Verpackungseinheit kennzeichnen.
[0011] Einerseits weist der Behälter den besagten Rand auf, der in der Ebene der Behälteröffnung
liegt, also nicht abgewinkelt ist. Hierdurch ist es möglich auf diesen Rand die diese
Öffnung luft- und flüssigkeitsdicht verschließende Folie aufzubringen, und zwar mit
einer Verbindung, die auch lös- und verschließbar ist. Für die Haltbarkeit des verpackten
Lebensmittels ist dies ein sehr entscheidender Aspekt.
[0012] Weiterhin ist es für die gesamte Verpackungseinheit aber auch von Vorteil, weil die
üblichen Behälter und natürlich deren Herstellungsverfahren beibehalten bleiben können.
[0013] Zusätzlich kann nun aber ein weiterer Verschluß verwendet werden, der nach dem Kauf
der Ware, also bei dem dann folgenden Gebrauch seine Vorteile zeigt. Dieser zusätzliche
Verschluß besteht aus dem aufschiebbaren Deckel, der auch die vorher verwendete Folie
ersetzen kann.
[0014] Dieser Deckel lässt sich aufgrund seiner an den Seitenrändern vorgesehenen Umbördelungen
problemlos auf den Rand des Behälters aufschieben, wobei - und dies sei nochmals betont
- die verschließende Folie auch weiterhin auf dem Behälterrand verbleiben kann.
[0015] Um das Aufschieben des Deckels auf den Rand des Behälters zu erleichtern, weist die
Umbördelung am Deckel an den der Schürze abgewandten Enden derart aufgebogen ist,
dass eine verbreiterte Einführungsöffnung zum Aufschieben auf den Rand des Behälters
gebildet ist.
[0016] Die Schürze hat aber noch einen anderen, sehr entscheidenden Vorteil, weil sie mit
Aufdrucken versehbar ist, die die Ware und/oder den Hersteller oder Anbieter der Ware
kennzeichnen.
[0017] Verkaufsverpackungen werden häufig in Verkaufsregalen gestapelt. Im unglücklichsten
Fall ist die Aufschrift oder der Aufdruck weder auf den im Stapel befindlichen noch
auf der obersten Verpackungseinheit zu erkennen. Durch die Möglichkeit die Schürze
mit einem Aufdruck zu versehen, ist der Inhalt des Behälters oder der Hersteller des
Lebensmittels auch von der Seite problemlos erkennbar, was zur Verkaufsförderung erheblich
beiträgt.
[0018] Aus praktischen Gründen können am Deckel und/oder dem Rand des Behälters Anschläge
vorgesehen sein, die ein vollständiges Abziehen des Deckels beim Öffnen des Behälters
verhindern. Damit ist eine Art Verliersicherung gegeben.
[0019] Die Erfindung soll nachfolgend an in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen
erläutert werden. Dabei zeigt:
- Figur 1:
- den als Schiebedeckel ausgebildeten Deckel,
- Figur 2:
- den Behälter mit aufgeschobenem Deckel von schräg unten gesehen,
- Figur 3:
- eine entsprechende Ansicht bei Abziehen oder Abschieben des Deckels,
- Figur 4:
- den Deckel und die Stapelmöglichkeit der Verpackungseinheit und
- Figur 5:
- Ausbildungsvarianten vom Deckel und Behälter.
[0020] Der in der Figur 1 dargestellte Deckel 3 weist an zwei gegenüberliegenden Seiten
Umbördelungen 4 auf. Aus den Figuren 2 und 3 ist ersichtlich, dass diese Umbördelungen
4 mit dem Rand 2 des Behälters zusammenwirken, das heißt der Deckel 3 ist, den Rand
2 des Behälters 1 umgreifend, auf diesen aufschiebbar bzw. von diesem abziehbar. Um
bei einem vollständigen Abziehen des Deckels vom Behälter das anschließende Aufschieben
zu erleichtern, sind die Ecken der Umbördelung abgebogen, so dass Einführungsöffnungen
6 entstanden sind.
[0021] Beim Aufschieben des Deckels wird dieser Vorgang durch einen Anschlag begrenzt, der
unabhängig von der Schürze 5 vorgesehen sein kann.
[0022] Diese Schürze 5 ist noch einmal in der Figur 4 dargestellt, und dabei ist auch ersichtlich,
welchen Vorteil diese Schürze bei einer Stapelung 8 der Ware in einem Regal erbringt,
weil die Bezeichnung 7 der Ware oder beispielsweise der Hersteller von der Seite sichtbar
ist. Die Figur 5 zeigt schließlich noch Ausgestaltungsformen für den Deckel bzw. den
Behälter.
1. Verpackungseinheit für Lebensmittel, mit einem aus einer dünnen Folie bestehenden,
im wesentlichen rechteckigen Behälter (1) zur Aufnahme des Lebensmittels, der einen
den Behälteraußenumfang überragenden, in der Ebene der Öffnung des Behälters (1) umlaufenden,
Rand (2) aufweist, der zur lösbaren Verbindung mit einer den Innenraum des Behälters
abdichtend verschließenden Folie dient, die zum Öffnen des Behälters entfernbar ist
und mit einem Deckel (3), der mit an zwei gegenüberliegenden Seiten seines Randes
vorgesehenen Umbördelungen (4) versehen ist, die den überragenden Rand (2) des Behälters
(1) an den zugeordneten Seiten umgreifen und ein geführtes Schieben des Deckels (3)
über die Behälteröffnung zum Zwecke des Verschließens oder Öffnens des Behälters (1)
ermöglichen, wobei der Deckel (3) eine als Anschlag beim Aufschieben des Deckels dienende
Schürze (5) aufweist, die in Richtung zum Behälterboden abgewinkelt ist und gleichzeitig
als Grifffläche beim Aufziehen oder Aufschieben des Deckels dient.
2. Verpackungseinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Umbördelung (4) am Deckel (3) an den der Schürze (5) abgewandten Enden derart
aufgebogen ist, das eine verbreiterte Einführungsöffnung (6) zum Aufschieben auf den
Rand (2) des Behälters (1) gebildet ist.
3. Verpackungseinheit nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schürze (5) mit Aufdrucken (7) versehbar ist, die die Ware und/oder den Hersteller
oder Anbieter der Ware kennzeichnet.
4. Verpackungseinheit nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass am Deckel (5) und/oder Rand (2) des Behälters (1) Anschläge vorgesehen sind, die
ein vollständiges Abziehen des Deckels beim Öffnen des Behälters verhindern.