[0001] Die Erfindung betrifft eine Knopfloch-Nähmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruches
1.
Stand der Technik
[0002] Aus der
DE 103 04 821 B3 ist eine derartige Knopfloch-Nähmaschine bekannt, die ein Messer mit einem geradlinigen
Schneidenteil und an jedem Ende dieses geradlinigen Schneidenteils ein Augenschneidenteil
aufweist. Der einen Amboss als Gegenmesser mit einer Gegenfläche für das Messer aufweisende
obere Schneidblock ist motorisch stufenlos in Längsrichtung, also in y-Richtung, der
Nähmaschine verstellbar, so dass unterschiedliche Arten und Längen von Knopflöchern
geschnitten werden können. Es können Augenknopflöcher mit unterschiedlich langen geraden
Abschnitten geschnitten werden. Weiterhin können lediglich gerade Knopflöcher, also
einfache Knopflöcher unterschiedlicher Länge, d. h. Knopflöcher ohne Augenloch, geschnitten
werden. Darüber hinaus ist das Schneiden lediglich von Augenlöchern durchführbar.
Grundsätzlich kann das Messer oder der Schneidblock in y-Richtung verstellt werden;
näher erläutert ist aber lediglich eine Verstellung des Schneidblocks mit Amboss in
y-Richtung mittels eines in der Nähmaschine selber angeordneten Stellmotors über ein
verhältnismäßig aufwändiges Gestänge mit Schlittenführungen in y- und z-Richtung.
Diese Ausgestaltung ist für manche Anwendungsfälle von Vorteil; sie ist aber konstruktiv
aufwändig.
[0003] Aus der
US-PS 2,247,305 ist eine Vorrichtung zur Herstellung von Knopflöchern bekannt. Hierbei wirkt ein
Messer mit einem Schneidblock zusammen, wobei die Eingriffslänge, d. h. die Überdeckung
von Schneidblock und Messer, verstellbar ist, so dass in der Länge veränderliche Knopfloch-Schnitte
erzeugt werden können. Diese Ausgestaltung ist aufwändig und darüber hinaus nicht
ausreichend flexibel.
[0004] Aus der
DE 100 85 290 T1 ist eine Knopfloch-Nähmaschine bekannt, die eine Schneid-Vorrichtung zum Schneiden
von Augen-Knopflöchern aufweist. Hierbei können Schnitte unterschiedliche Form und
Größe durch jeweils mehrere Schneidbewegungen eines Messers erzeugt werden.
Aufgabenstellung
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Knopfloch-Nähmaschine der gattungsgemäßen
Art so auszugestalten, dass in konstruktiv einfacher Weise unterschiedliche Knopflöcher
geschnitten werden können.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale im Kennzeichnungsteil des Anspruches
1 gelöst. Durch die erfindungsgemäßen Maßnahmen ist es möglich, unterschiedliche Arten
von Knopflöchern zu schneiden. Durch die Quer-Verschiebbarkeit der beiden Messer in
x-Richtung können unterschiedliche Messer mit der Gegenfläche des Ambosses des Schneidblocks
in Eingriff gebracht werden. Durch die LängsVerschiebbarkeit des Ambosses in y-Richtung
können wiederum unterschiedliche Bereiche des jeweiligen Messers mit der Gegenfläche
des Ambosses in Eingriff gebracht werden.
[0007] Die Ansprüche 2 und 3 geben vorteilhafte Ausgestaltungen der beiden Messer wieder.
[0008] Die Ansprüche 4 und 5 geben wieder, dass die Messer-Einheit einerseits und der Schneidblock
andererseits jeweils als kompakte Baueinheiten ausgebildet sind, in die die jeweiligen
Antriebe konstruktiv integriert sind.
[0009] Die Ansprüche 6 und 7 geben besonders einfache und betriebssichere Ausgestaltungen
der Antriebe zum Verschieben der Messer bzw. des Ambosses wieder.
[0010] Die Ansprüche 8 bis 11 geben vorteilhafte konstruktive Einzelheiten wieder.
Ausführungsbeispiel
[0011] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigt
- Fig. 1
- eine Längsansicht einer Augen-Knopfloch-Nähmaschine mit einer Knopfloch-Schneid-Vorrichtung,
- Fig. 2
- einen horizontalen Teil-Schnitt durch die Nähmaschine entsprechend der Schnittlinie
II-II in Fig. 1 in gegenüber Fig. 1vergrößertem Maßstab,
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht einer Messer-Einheit,
- Fig. 4
- eine Ansicht der Messer-Einheit gemäß dem Sichtpfeil IV in Fig. 5,
- Fig. 5
- eine Seitenansicht der Messer-Einheit gemäß dem Sichtpfeil V in Fig. 4,
- Fig. 6
- einen vertikalen Querschnitt durch die Messer-Einheit gemäß der Schnittlinie VI-VI
in Fig. 5,
- Fig. 7
- eine perspektivische Ansicht eines Schneidblocks,
- Fig. 8
- eine Seitenansicht des Schneidblocks gemäß dem Sichtpfeil VIII-VIII in Fig. 9,
- Fig. 9
- eine Rück-Ansicht des Schneidblocks gemäß dem Sichtpfeil IX in Fig. 8,
- Fig. 10
- einen vertikalen Längsschnitt durch den Schneidblock gemäß der Schnittlinie X-X in
Fig. 9,
- Fig. 11
- eine Teil-Stirnansicht der Nähmaschine gemäß dem Sichtpfeil XI in Fig. 1 in einer
Endlage der Messer,
- Fig. 12
- eine schematische Seitenansicht des Schneidblocks in einer Endlage,
- Fig. 13
- eine schematische Ansicht des Schneidblocks in der anderen Endlage,
- Fig. 14
- eine Teil-Stirnansicht der Nähmaschine gemäß dem Sichtpfeil XIV in Fig. 1 in der anderen
Endlage der Messer,
- Fig. 15
- eine Knopflochnaht mit einem Knopfloch-Schnitt,
- Fig. 16
- eine Knopflochnaht mit einem Augenloch-Schnitt, und
- Fig. 17
- eine Schnürlochnaht mit einem Schnürloch.
[0012] Wie Fig. 1 entnehmbar ist, ist eine Knopfloch-Nähmaschine C-förmig ausgebildet, d.
h. sie weist einen oberen Arm 1, eine untere, gehäuseartig ausgebildete Grundplatte
2 und einen beide verbindenden, etwa vertikalen Ständer 3 auf. Im Arm 1 ist in üblicher
Weise eine Armwelle 4 gelagert, die von einem nicht dargestellten Antriebsmotor antreibbar
ist. Die Anordnung eines solchen Antriebsmotors an einer solchen Nähmaschine ist aus
DE 102 25 511 C1 und
DE 102 25 512 C1 bekannt. Von der Armwelle 4 werden in üblicher Weise der Antrieb einer vertikal verschiebbaren
Nadelstange 5 mit einer Nadel 6 und ein Schwingantrieb hierfür abgeleitet.
[0013] Auf der Grundplatte 2 ist ein x-y-Tisch 7 angeordnet, bei dem es sich also um einen
in zwei horizontalen Koordinatenrichtungen, nämlich der x-Richtung und der y-Richtung,
verschiebbaren Kreuzschlitten handelt. Der x-y-Tisch 7 ist in üblicher Weise ausgebildet,
wie es beispielsweise aus der
DE 198 07 771 C1 (entspr.
US 6,095,066) bekannt ist. Der Antrieb des x-y-Tisches 7 erfolgt mittels nicht dargestellter Antriebe,
nämlich eines x-Antriebes und eines y-Antriebes, bei denen es sich üblicher Weise
um positionierbare Elektromotoren, in der Regel also Schrittmotoren, aber auch regelbare
Gleichstrommotoren, handelt. Eine derartige Ausgestaltung ist aus der
DE 102 25 511 C1 und der
DE 102 25 512 C1 bekannt.
[0014] Auf dem x-y-Tisch 7 ist eine zweiteilige Stützplatte 8a, 8b angeordnet. Jeder Teil-Stützplatte
8a bzw. 8b ist eine Nähgutklammer 9a bzw. 9b zugeordnet, die jeweils eine auf der
jeweiligen Teil-Stützplatte 8a bzw. 8b angebrachte Teil-Auflageplatte 10a bzw. 10b
aufweist, denen jeweils eine Klemmplatte 11a bzw. 11b zugeordnet ist. Die Klemmplatten
11a bzw. 11b sind an doppelarmigen Lagerhebeln 12a bzw. 12b angebracht. Einzelheiten
des Aufbaus und des Antriebs der Nähgutklammern 9a, 9b ergeben sich aus der
DE 102 16 808 C2 (entsprechend
US 6,722,299 B2), auf die insoweit verwiesen wird.
[0015] In y-Richtung gesehen hinter der Nadelstange 5 befindet sich eine Knopfloch-Schneid-Vorrichtung
13, die eine untere, in der Grundplatte 2 vertikal, also in z-Richtung, ortsfest angeordnete
Messer-Einheit 14 und einen oberen Schneidblock 15 aufweist. Dem Schneidblock 15 ist
ein Schneid-Antrieb 16 zugeordnet, der als mehrstufiger pneumatisch beaufschlagbarer
Kolben-Zylinder-Antrieb ausgebildet ist und der im Einzelnen in
DE 102 25 511 C1 und
DE 102 25 512 C1 dargestellt und beschrieben ist. Der Schneid-Antrieb 16 durchsetzt den Ständer 3.
Das eine untere Ende des Schneid-Antriebs 16 ist in der Grundplatte 2 mittels eine
Gelenks 17 befestigt. Das andere obere Ende des Antriebs 16 ist mit einem zweiarmigen
Hebel 18 mittels eines Gelenks 19 verbunden, der wiederum mittels eines Schiebe-Dreh-Gelenks
20 an einer Antriebs-Stange 21 angelenkt ist, die in mindestens einem im Arm 1 angeordneten
Führungs-Lager 22 vertikal verschiebbar geführt ist. Der zweiarmige Hebel 18 ist etwa
in seiner Mitte um eine im Arm 1 gelagerte horizontale Schwenkachse 23 verschwenkbar.
[0016] Die untere Messer-Einheit 14 weist eine Aufnahme-Platte 24 auf, die mittels einer
sphärischen Lagerfläche 25 und Befestigungsschrauben 26 auf dem Bodenteil 27 der Grundplatte
2 befestigt ist. Durch diese Art der Befestigung kann die Aufnahme-Platte 24 ausgerichtet
werden, und zwar um eine durch die y-Richtung vorgegebene Achse und um eine horizontal
und quer hierzu verlaufende, durch die x-Richtung vorgegebene Achse.
[0017] Soweit die Nähmaschine bis hierher dargestellt und beschrieben ist, ist sie aus der
DE 103 04 821 B3 bekannt.
[0018] Auf der Aufnahme-Platte 24 ist ein Quer-Schlitten 28 in x-Richtung zwischen zwei
Endlagen verschiebbar gelagert. Dieser Schlitten 28 ist mittels eines Zwei-Stellungs-Linear-Antrieb
29 antreibbar, der durch einen zwischen der Aufnahme-Platte 24 und dem Quer-Schlitten
28 angeordneten, pneumatisch beaufschlagbaren Kolben-Zylinder-Antrieb gebildet ist.
Der Zylinder 30 dieses Antriebs 29 ist auf der Aufnahme-Platte 24 angebracht. Seine
Kolbenstange 31 ragt beidendig abgedichtet aus dem Zylinder 30 heraus und ist an ihren
Enden 32, 33 mit dem Quer-Schlitten 28 verbunden. Die Kolbenstange 31 trägt im Zylinder
30 einen gegenüber dem Zylinder 30 abgedichteten Kolben 34, so dass beidseitig des
Kolbens 34 zwei Zylinder-Kammern 35, 36 gebildet werden. In diese Kammern 35, 36 münden
Druckluftleitungen 37, 38 ein, die über ein als Magnet-Ventil ausgebildetes Steuer-Ventil
39 von einer Druckluft-Versorgungsleitung 40 je nach Ansteuerung mit Druckluft beaufschlagt
werden. Die Ansteuerung des Steuer-Ventils 39 erfolgt über die nur angedeutete Steuerung
41 mit Bedienfeld 42 der Nähmaschine. Je nach Druckluft-Beaufschlagung des Antriebs
29 befindet sich die Kolbenstange 31 mit Kolben 34 und dementsprechend der Quer-Schlitten
28 in einer der Endlagen, die durch den Anschlag des Kolbens 34 am Ende des Zylinders
30 vorgegeben ist.
[0019] An der Oberseite des Quer-Schlittens 28 sind zwei sich in y-Richtung erstreckende,
vertikal, also in z-Richtung aufragende Seiten-Stütz-Wände 43, 44 ausgebildet, zwischen
denen zwei Messer 45, 46 mit unterschiedlich ausgebildeten Schneiden 47, 48 lös- und
auswechselbar angeordnet sind. Sie werden mittels Klemmbacken 49 und Schrauben 50
auf den Quer-Schlitten 28 gespannt, so dass sie zwischen den Seiten-Stütz-Wänden 43,
44, dem Quer-Schlitten 28 und den Klemmbacken 49 in x-, y- und z-Richtung fest eingespannt
und damit gegenüber dem Quer-Schlitten 28 fest gehalten sind. Wie aus der vorstehenden
Beschreibung und den zugehörigen Zeichnungen erkennbar ist, ist also die untere Messer-Einheit
14 samt ihrem Antrieb 29 eine geschlossene Einheit bzw. Baugruppe, die als ganzes
Bauteil außerhalb der Nähmaschine vormontiert und eingesetzt werden kann.
[0020] An der Unterseite der Antriebs-Stange 21 ist eine Stütz-Platte 51 ausgebildet, an
deren Unterseite ein Antriebs-Gehäuse 52 mit einem Längs-Schlitten 53 angebracht ist,
der also in y-Richtung verschiebbar ist. In diesem Antriebs-Gehäuse 52 befindet sich
ein Zwei-Stellungs-Linear-Antrieb 54, der ebenfalls als pneumatisch beaufschlagbarer
Kolben-Zylinder-Antrieb ausgebildet ist. Er weist einen sich in y-Richtung erstreckenden
Zylinder 55 auf, in dem ein Kolben 56 abgedichtet geführt ist, der wiederum an einer
aus einem Ende des Zylinders 55 abgedichtet herausgeführten Kolbenstange 57 angebracht
ist. Der Kolben 56 unterteilt den Zylinder 55 in zwei Zylinder-Kammern 58, 59, die
jeweils über eine Druckluft-Leitung 60, 61 mit Druckluft beaufschlagbar sind. Die
Beaufschlagung erfolgt über ein Steuer-Ventil 62, dem die Druckluft über eine Druckluft-Versorgungsleitung
63 zugeführt wird. Die Ansteuerung des Steuer-Ventils 62 erfolgt ebenfalls von der
Steuerung 41 mit Bedienfeld 42.
[0021] Mit dem aus dem Zylinder 55 herausragenden Ende der Kolbenstange 57 ist der Längs-Schlitten
53 verbunden, an dem wiederum ein als Amboss 64 ausgebildetes Gegenmesser lös- und
auswechselbar angebracht ist. Dieser Amboss 64 ist in einer sich in y-Richtung erstreckenden
Führung 65 an der Unterseite des Antriebs-Gehäuses 52 verschiebbar geführt. In x-
und z-Richtung ist dieser Amboss 64 spielfrei gelagert. Je nach Druckluftbeaufschlagung
der einen oder der anderen Zylinder-Kammer 58 bzw. 59 mit Druckluft befindet sich
der Kolben 56 in einer der Endlagen des Zylinders 55. Entsprechend befindet sich der
Amboss 64 in einer seiner beiden Endlagen.
[0022] Wie sich aus dem Vorstehenden ergibt, ist der Schneidblock 15 eine in sich geschlossene,
an der Antriebs-Stange 21 angebrachte Einheit, in die auch der Zwei-Stellungs-Linear-Antrieb
54 integriert ist. Außer über die Antriebs-Stange 21 ist der Schneidblock 15 nur über
die flexiblen DruckluftLeitungen 60, 61 mit der Nähmaschine verbunden.
[0023] Die beiden Messer 45, 46 der unteren Messer-Einheit 14 haben unterschiedliche Formen.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel weist die Schneide 47 des Messers 45 ein geradliniges
Schneidenteil 66 und an einem Ende hiervon ein Augen-Schneidenteil 67 auf. Die Schneide
48 des Messers 46 weist im dargestellten Ausführungsbeispiel nur ein Augen-Schneidenteil
auf, das - bezogen auf die x-Richtung - sich neben dem Augen-Schneidenteil 67 des
Messers 45 befindet. Der Amboss 64 weist an seiner Unterseite, also den Messern 45,
46 zugewandt, eine ebene, in der x-y-Ebene verlaufende, Gegenfläche 69 auf, deren
Breite a (Fig.9) zumindestens an dem den Augen-Schneidenteilen 67, 68 zugewandten
Ende mindestens der Breite b dieser Augen-Schneidenteile 67, 68 (Fig. 6) in x-Richtung
entspricht.
[0024] Die Länge c der Gegenfläche 69 in y-Richtung (Fig. 12) entspricht im Wesentlichen
der Länge des kleinsten zu schneidenden Augen-Knopflochs.
[0025] Die Länge d des geradlinigen Schneidenteils 66 in x-Richtung (Fig. 5) ist in der
Regel größer als die Länge c der Gegenfläche 69. Weiterhin ist der Verschiebeweg e
des Ambosses 64 in y-Richtung (Fig. 13) mindestens so groß wie die Erstreckung f des
Augen-Schneidenteils 67 in y-Richtung (Fig. 5), so dass die Gegenfläche 69 außer Eingriff
mit diesem Augen-Schneidenteil 67 gebracht werden kann. Anstelle des einzelnen Augen-Schneidenteils
68 kann beispielsweise auch ein nicht dargestelltes kreisrundes Schnürloch-Schneidenteil
eingesetzt werden, mittels dessen ein sogenanntes Schnürloch geschnitten werden kann.
[0026] Die oben bereits geschilderte Einstellbarkeit der unteren Messer-Einheit 14 dient
dazu, die Schneidenteile 66, 67, 68 in eine exakte Anlage zur Gegenfläche 69 des Ambosses
64 zu bringen, so dass bei einer Betätigung der Knopfloch-Schneid-Vorrichtung 13 ein
sauberer Schnitt erzeugt wird.
[0027] Die Arbeitsweise ist wie folgt:
[0028] Mittels der Nähgutklammer 9a, 9b ist ein Nähgutteil 70 auf der Auflageplatte 10a,
10b gehalten, und zwar mit seiner späteren Sichtseite nach unten. Es wird eine Augen-Knopfloch-Naht
71 genäht, die zwei geradlinige raupenförmige Nahtabschnitte 72, 73 und einen diese
verbindenden ebenfalls raupenförmigen Augen-Abschnitt 74 aufweist. Nach dem Nähen
der Knopfloch-Nähte 71, 72, 73 wird der x-y-Tisch 7 derart in y-Richtung verfahren,
dass das Nähgutteil 70 in die richtige Position zwischen Messer-Einheit 14 und Schneidblock
15 gelangt.
[0029] Zum Schneiden des Augenloches 75 und des geradlinigen sogenannten Wäscheloches 76
gemäß Fig. 15 wird der Quer-Schlitten 28 der unteren Messer-Einheit 14 so verfahren,
dass das Messer 45 sich gemäß Fig. 11 unterhalb des Ambosses 64 befindet. Der Längs-Schlitten
53 mit dem Amboss 64 wird in die Endlage gemäß Fig. 12 verfahren, in der sich die
Gegenfläche 69 oberhalb des Augen-Schneidenteils 67 und oberhalb des geradlinigen
Schneidenteils 66 befindet. Durch Betätigung des Schneid-Antriebs 16 wird der obere
Schneidblock 15 mit dem Amboss 64 nach unten verfahren, so dass das Augenloch 75 und
das geradlinige Wäscheloch 76 durch Zusammenwirken des unteren Messers 45 mit dem
Amboss 64 geschnitten wird. Wenn der zu erzeugende Wäscheloch-Schnitt länger ist als
er beim ersten Schnitt erzeugt werden konnte, dann wird der Amboss 64 durch entsprechende
Betätigung des Antriebs 54 in die Position gemäß Fig. 13 verfahren, in der sich die
Gegenfläche 69 des Amboss 64 nur über dem geradlinigen Schneidenteil 66 des Messers
45 befindet. Durch entsprechendes Verfahren des x-y-Tisches 7 in y-Richtung wird das
Nähgutteil 70 derartig verfahren, dass beim nächsten Schnitt ein geradliniger Schnitt
angeschlossen wird, durch den der Wäscheloch-Schnitt 76 entsprechend verlängert wird.
Dies kann theoretisch wiederholt werden.
[0030] Wenn gemäß Fig. 16 lediglich ein Augenloch 75 geschnitten werden soll, dann wird
gemäß Fig. 14 der Quer-Schlitten 28 in seine andere Endlage verfahren, so dass sich
der Augen-Schneidenteil 68 unter der Gegenfläche 69 des Ambosses 64 befindet. Nach
dem Nähen der Nähte 71 bis 73 wird das Nähgutteil 70 in der bereits geschilderten
Weise zwischen Messer-Einheit 14 und Schneidblock 1 5 gefahren und dann die Knopfloch-Schneid-Vorrichtung
13 betätigt, so dass hier lediglich einen Augenloch-Schnitt 75 ausgeführt wird.
[0031] Wenn gemäß Fig. 17 ein Schnürloch 77 hergestellt werden soll, dann wird eine entsprechend
raupenförmige Schnürlochnaht 78 genäht. Das Schneiden des Schnürloches mit einen entsprechenden
kreisförmigen Messer erfolgt dann in der gleichen Weise wie das Schneiden des Augenloches
gemäß Fig. 16.
1. Knopfloch-Nähmaschine
- mit einer Grundplatte (2), einem oberen Arm (1) und einem den Arm (1) mit der Grundplatte
(2) verbindenden Ständer (3),
- mit einer auf- und abgehend bewegbaren Nadel (6),
- mit mindestens einer in einer y-Richtung verschiebbaren Nähgutklammer (9a, 9b),
- mit einer Knopfloch-Schneid-Vorrichtung (13), die
- - in y-Richtung von der Nadel (6) aus gesehen hinter der Nähgutklammer (9a, 9b)
angeordnet ist,
- - eine in der Grundplatte (2) angeordnete Messer-Einheit (14) mit einem Messer (45)
mit mindestens einem Schneidenteil (66, 67) aufweist,
- - einen mit dem Messer (45) zusammenwirkenden oberen Schneidblock (15) mit einem
Amboss (64) mit einer Gegenfläche (69) für das Messer (45) aufweist,
- - einen Schneid-Antrieb (16) zur Bewegung des Schneidblocks (15) in einer vertikalen
z-Richtung von oben gegen das Messer (45) aufweist, und
- - einen Antrieb (54) zur Verschiebung des Ambosses (64) in y-Richtung relativ zum
Messer (45) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Messer-Einheit (14) nebeneinander zwei Messer (45, 46) aufweist, und
dass ein Antrieb (29) zur Verschiebung der Messer (45, 46) in einer quer zur y-Richtung
und quer zur z-Richtung verlaufenden x-Richtung zwischen zwei Endlagen vorgesehen
ist, in denen jeweils nur ein Messer (45, 46) mit der Gegenfläche (69) des Ambosses
(64) zur Anlage bringbar ist.
2. Knopfloch-Nähmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Messer (45) ein in y-Richtung verlaufenden geradlinigen Schneidenteil (66) und
ein Augen-Schneidenteil (67) aufweist.
3. Knopfloch-Nähmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Messer (46) nur ein Augen-Schneidenteil (68) oder ein Schnürloch-Schneidenteil
aufweist.
4. Knopfloch-Nähmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb (54) zur Verschiebung des Ambosses (64) in den Schneidblock (15) integriert
ist.
5. Knopfloch-Nähmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb (29) zur Verschiebung der Messer (45, 46) in die Messer-Einheit (14)
integriert ist.
6. Knopfloch-Nähmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb zur Verschiebung des Ambosses (64) als pneumatisch beaufschlagbarer Zwei-Stellungs-Linear-Antrieb
(54) ausgebildet ist.
7. Knopfloch-Nähmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb zur Verschiebung der Messer (45, 46) als pneumatisch beaufschlagbarer
Zwei-Stellungs-Linear-Antrieb (29) ausgebildet ist.
8. Knopfloch-Nähmaschine nach den Ansprüchen 1, 4 und 6, dadurch gekennzeichnet,
dass der Amboss (64) mittels eines Längs-Schlittens (53) mit einer Kolbenstange (57) des
Antriebs (54) verbunden ist.
9. Knopfloch-Nähmaschine nach den Ansprüchen 1, 5 und 7, dadurch gekennzeichnet,
dass die Messer (45, 46) mittels eines Quer-Schlittens (28) mit einer Kolbenstange (31)
des Antriebs (29) verbunden sind.
10. Knopfloch-Nähmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Messer (45, 46) lös- und auswechselbar an der Messer-Einheit (14) angebracht
sind.
11. Knopfloch-Nähmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Amboss (64) lös- und auswechselbar am Schneidblock (15) angebracht ist.