[0001] Die Erfindung betrifft eine Befestigungsvorrichtung zum Aufbau einer Anordnung aus
einer Mehrzahl untereinander hängender Lautsprecherboxen, ein Anordnung aus einer
Mehrzahl untereinander hängender Lautsprecherboxen sowie Verfahren zum Aufbau einer
Anordnung aus einer Mehrzahl untereinander hängender Lautsprecherboxen.
[0002] In jüngster Zeit werden zur Beschallung von Zuhörerbereichen in Großveranstaltungen
vermehrt Anordnungen aus untereinander hängenden Lautsprecherboxen eingesetzt. Diese
werden auch als Line-Arrays bezeichnet. Ein typisches Line-Array 1 nach dem Stand
der Technik ist in Fig. 1 dargestellt. Das Line-Array 1 ist aus einer Vielzahl von
Lautsprechersystemen oder -boxen 2 zusammengesetzt, die Gehäuse an Gehäuse in einem
jeweils genau definierten Zwischenwinkel aneinander gehängt sind. Die gesamte Anordnung
wird an einem sogenannten Flugrahmen 5 aufgehängt und ausgerichtet. Das vertikale
Profil der entstehenden Wellenfront - bestimmt durch die Winkel zwischen den einzelnen
Lautsprecherboxen 2 - gibt die Schallpegelverteilung im Zuhörerbereich vor. Um diese
variabel zu gestalten, sind Verbindungselemente zwischen den einzelnen Gehäusen vorgesehen,
welche einerseits einen sicheren Zusammenhalt der einzelnen Gehäuse bei den auftretenden
hohen Belastungen gewährleisten und andererseits die Variabilität der Zwischenwinkeleinstellung
ermöglichen müssen. Ferner sind aus Kostengründen kurze Montage- und Demontagezeiten
für die Auf- und Abbauarbeiten derartiger Line-Arrays 1 von wesentlicher Bedeutung.
Darüber hinaus ist zu beachten, dass Befestigungssysteme für Line-Arrays 1 kostengünstig
sein sollen und hohen Sicherheitsanforderungen genügen müssen, wobei insbesondere
auch die Gefahr von Unfällen beim Auf- und Abbau so gering wie möglich gehalten werden
muss.
[0003] Üblicherweise werden die Gehäuse bzw. Lautsprecherboxen 2 im vorderen Bereich durch
an beiden Seiten der Lautsprecherboxen 2 vorgesehene gelenkige Verbindungselemente
3 - z.B. einen in einem Lautsprechergehäuse verankerten Drehzapfen und ein im anderen
Lautsprechergehäuse verankertes, den Drehzapfen aufnehmendes Lochblech - miteinander
verbunden. Die gelenkigen Verbindungselemente definieren jeweils die Drehachse zwischen
einem Lautsprecherpaar. Die Einstellung der Zwischenwinkel (Winkel zwischen den Abstrahlachsen
benachbarter Lautsprecherboxen) erfolgt üblicherweise im Rückbereich der Lautsprecherboxen
2. Üblicherweise sind die Lautsprecherboxen 2 dort mit seitlich angebrachten Lochblechen
4 ausgerüstet. Um die Lautsprecherboxen 2 unter dem gewünschten Zwischenwinkel aneinander
zu fixieren, müssen die Lautsprecherboxen 2 zueinander ausgerichtet werden und durch
Einschieben eines Sperrbolzens durch ein geeignetes Lochpaar zweier Lochbleche 4 in
ihrer Relativlage zueinander festgelegt werden.
[0004] Nachteilig bei diesem System ist, dass Montage und Demontage aufwändig sind. Eine
Montage/Demontage am hängenden System ist schwierig und unfallträchtig, da das Einstecken
bzw. Entnehmen der Sperrbolzen unter Last (Gewicht der Lautsprecherboxen) erfolgen
muss. Darüber hinaus besteht bei der Montage nicht die Möglichkeit der Vorwahl eines
Zwischenwinkels im noch nicht fixierten Zustand.
[0005] Ferner sind verschiedene Verbindungslösungen bekannt, bei welchen das hintere Verbindungselement
4 in Form eines verstellbaren Anschlags realisiert ist. Durch eine Verstellung des
Anschlags kann der Zwischenwinkel vorgewählt werden, bevor die Lautsprecherboxen 2
an ihren vorderen gelenkigen Verbindungselementen 3 aneinander gehängt bzw. hochgezogen
werden. Nachdem die Lautsprecherboxen 2 im vorderen Bereich über die gelenkigen Verbindungselemente
3 verbunden sind, hängen sie in gerader Linie (der Zwischenwinkel beträgt 0°) herunter.
Die Krümmung des Line-Arrays 1 erfolgt nun über einen Gurt, welcher an der untersten
Lautsprecherbox 2 angebracht ist und an der Rückseite des Line-Arrays 1 nach oben
(z.B. zum Flugrahmen 5 hin) geführt ist. Durch Spannen dieses Gurtes wird das Line-Array
1 soweit durchgekrümmt, bis durch die Wirkung der Anschläge zwischen den Lautsprecherboxen
2 die Endlage erreicht ist. Günstig bei diesem System ist, dass der oder die Zwischenwinkel,
unter welchen die Lautsprecherboxen 2 zueinander ausgerichtet werden sollen, vorwählbar
sind. Nachteilig ist jedoch, dass mit dem Gurt ein zusätzliches Befestigungselement
und mit dem Verspannen des Gurtes ein zusätzlicher Montageschritt benötigt werden.
[0006] Ein weiteres bekanntes Befestigungssystem nutzt für die hinteren Verbindungselemente
4 ebenfalls einen Anschlag, der jedoch - anders als beim oben geschilderten System
- den minimal möglichen Zwischenwinkel definiert (der maximal mögliche Zwischenwinkel
ist durch den trapezförmigen Querschnitt der Gehäuse 2 vorgegeben). Dieses System
weist den Nachteil auf, dass es typischerweise nur bei relativ kurzen Line-Arrays
1 eingesetzt werden kann, da bei langen Line-Arrays 1 und/oder starker Krümmung (nicht
nur Zugkräfte, sondern) auch Schubkräfte im Bereich der hinteren Verbindungselemente
4 auftreten können, für die ein derartiger Winkelanschlag unwirksam ist.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Befestigungsvorrichtung zum Aufbau
einer Anordnung aus einer Mehrzahl untereinander hängender Lautsprecherboxen zu schaffen,
welche eine einfache, zeitsparende und gleichzeitig sichere Montage/Demontage der
Anordnung (z.B. Line-Array) gestattet. Ferner zielt die Erfindung darauf ab, Verfahren
zum Aufbau einer Anordnung aus einer Mehrzahl untereinander hängender Lautsprecherboxen
anzugeben, die den vorstehenden Anforderungen genügen.
[0008] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabenstellung wird durch die Merkmale der
unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der
Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0009] Gemäß Anspruch 1 umfasst die erfindungsgemäße Befestigungsvorrichtung zum Aufbau
der Anordnung aus untereinander hängenden Lautsprecherboxen eine Rastverbindung, mit
welcher zwei in der Anordnung benachbarte Lautsprecherboxen zusammenschließbar sind.
Der besondere Vorteil der Rastverbindung besteht darin, dass die Verbindung infolge
der Verrastung selbsttätig gebildet wird. Die Verbindung lässt sich deshalb sowohl
unter Last (d.h. bei Montage von Lautsprecherboxen an ein bereits hängendes System)
als auch lastfrei ohne Schwierigkeiten realisieren. Dies verringert die Montagezeit,
ermöglicht unterschiedliche Montageabläufe und reduziert die Unfallgefahr bei der
Montage/Demontage.
[0010] Nach einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Rastverbindung
so ausgelegt, dass die zwei in der Anordnung benachbarten Lautsprecherboxen unter
einem voreinstellbaren Winkel zusammenschließbar sind. Dies ermöglicht die Vorwahl
einer gewünschten Winkelstellung, bei welcher der Rasteingriff selbsttätig ausgebildet
wird.
[0011] Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung kennzeichnet sich dadurch, dass die
Rastverbindung einen an einer Lautsprecherbox montierten Rasthaken und ein an einer
anderen Lautsprecherbox montiertes, mit dem Rasthaken zusammenwirkendes Halteelement
umfasst. In diesem Fall weist die Befestigungsvorrichtung vorzugsweise ein mit einem
Lochraster versehenes Profilteil auf, wobei das Halteelement ein in Löcher des Lochrasters
einsetzbarer Sperrbolzen ist. Vorzugsweise ist der Rasthaken verschwenkbar an dem
Profilteil angebracht, wodurch das Profilteil sowohl zur Befestigung des Halteelements
als auch zur Befestigung des Rasthakens dient.
[0012] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung kennzeichnet sich dadurch,
dass die Rastverbindung im eingerasteten Zustand mittels eines mechanischen Sicherungselements
gegen Lösen aus der Raststellung sicherbar ist. Durch das mechanische Sicherungselement
kann erreicht werden, dass die Rastverbindung auch Schubkräfte (welche in Richtung
zunehmender Zwischenwinkel wirken) aufnehmen kann, wodurch die Dimensionierbarkeit
der Anordnung aus untereinander hängend angeordneten Lautsprecherboxen erweitert wird.
Beispielsweise kann das Sicherungselement in Form eines Sicherungsbolzens realisiert
sein, welcher in ein im Hakenbereich des Rasthakens vorgesehenes Sicherungsloch einsetzbar
ist und mit Löchern des Lochrasters des Profilteils zusammenwirkt.
[0013] Bei einem ersten bevorzugten Verfahren zum Aufbau einer Anordnung aus einer Mehrzahl
untereinander hängender Lautsprecherboxen unter Verwendung der erfindungsgemäßen Befestigungsvorrichtung
werden Lautsprecherbox für Lautsprecherbox an die bereits hängende, teilaufgebaute
Anordnung aus einer Mehrzahl untereinander hängender Lautsprecherboxen angehängt.
Das Verfahren kennzeichnet sich durch die Schritte, dass eine (jede) Lautsprecherbox
z.B. an ihrem vorderen Bereich an die aktuell unterste Lautsprecherbox der teilaufgebauten
Anordnung (bzw. die oberste Lautsprecherbox an den Flugrahmen) angehängt wird, und
dass die angehängte Lautsprecherbox anschließend an ihrem hinteren Bereich angehoben
wird, bis die Rastverbindung einrastet. Auf diese Weise kann eine einfache schwebende
Montage einer solchen Anordnung ohne zusätzliche Hilfsmittel, wie Gurte etc., durchgeführt
werden.
[0014] Bei einem weiteren Verfahren zum Aufbau einer Anordnung aus einer Mehrzahl untereinander
hängender Lautsprecherboxen unter Verwendung der erfindungsgemäßen Befestigungsvorrichtung
werden Gruppen von Lautsprecherboxen im Stand (d.h. nicht hängend) vormontiert und
anschließend die Gruppen vormontierter Lautsprecherboxen Gruppe für Gruppe an die
bereits hängende, teilaufgebaute Anordnung aus einer Mehrzahl untereinander hängender
Lautsprecherboxen angehängt. Das Verfahren kennzeichnet sich durch die Schritte des
Übereinanderstapelns der vorzumontierenden Lautsprecherboxen einer Gruppe, des gelenkigen
Verbindens derselben z.B. in ihrem vorderen Bereich, des Einhängens der obersten Lautsprecherbox
des vormontierten Stapels (d.h. der Gruppe) von Lautsprecherboxen z.B. an ihrem vorderen
Bereich an einem Flugrahmen oder an der untersten Lautsprecherbox der teilaufgebauten
Anordnung, des Ausbildens der Rastverbindung zwischen dem Flugrahmen oder der untersten
Lautsprecherbox der teilaufgebauten Anordnung und der obersten Lautsprecherbox des
Stapels von Lautsprecherboxen und des Ausbildens der Rastverbindungen innerhalb des
Stapels von Lautsprecherboxen. Diese Verfahrensvariante profitiert von dem selbsttätigen
Ausbilden der Rastverbindungen zwischen den Lautsprecherboxen des Stapels beim Hochziehen
bzw. Anheben der vormontierten Gruppe von Lautsprecherboxen.
[0015] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme
auf die Zeichnungen näher erläutert; in diesen zeigt:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines Line-Arrays mit Flugrahmen und daran aufgehängten
Lautsprecherboxen;
- Fig. 2
- eine Explosionsdarstellung des Flugrahmens und zweier Lautsprecherboxen von vorne;
- Fig. 3
- eine Explosionsdarstellung des Flugrahmens und zweier Lautsprecherboxen von hinten;
- Fig. 4
- eine Querschnittsdarstellung von zwei Lautsprecherboxen mit eingerasteter und gesicherter
Befestigungsvorrichtung im Rückbereich der Lautsprecherboxen;
- Fig. 5
- eine perspektivische Ansicht eines U-förmigen Befestigungsprofils an der Rückseite
einer Lautsprecherbox;
- Fig. 6
- eine perspektivische Ansicht der Rastverbindung zwischen dem Flugrahmen und der daran
angehängten obersten Lautsprecherbox; und
- Fig. 7
- eine perspektivische Darstellung eines Montageteils am vorderen Bereich der Lautsprecherbox.
[0016] Erfindungsgemäß werden Lautsprecherboxen 2 nach den Figuren 2 und 3 gemäß der in
Fig. 1 gezeigten linearen Anordnung (Line-Array bestehend aus einer Reihe von hängend
untereinander angeordneten Lautsprecherboxen 2) an einem Flugrahmen 5 aufgehängt.
Im vorderen Bereich der Lautsprecherboxen 2 sind an beiden Seitenrändern einer Lautsprecherbox
2 jeweils zwei parallel verlaufende Stahlblechstreifen 30 vorgesehen, welche sich
seitlich benachbart zu der Frontseite (Abstrahlungsbereich 31) der Lautsprecherbox
2 über die Höhendimension der Lautsprecherbox 2 erstrecken. Die Stahlblechstreifenpaare
30 fassen jeweils eine Gehäuseseitenwand 36 der Lautsprecherbox 2 ein und sind fest
mit dieser verbunden. Die Stahlblechstreifenpaare 30 weisen, wie in Fig. 7 erkennbar,
an ihren Enden Befestigungslöcher 32 auf. An den Befestigungslöchern 32 kann eine
Lasche 33 mit einem Lagerauge 34 montiert sein. Die Lasche 33 mit dem Lagerauge 34
steht über die Oberseite der Lautsprecherbox 2 über. Zum gelenkigen Verbinden zweier
Lautsprecherboxen 2 werden die beiden Laschen 33 der unteren Lautsprecherbox an das
untere Ende der Stahlblechstreifen 30 der darüber liegenden Lautsprecherbox 2 gebracht
und es wird jeweils ein Lagerbolzen35 durch das Lagerauge 34 an dem Stahlblechstreifenpaar
30 der unteren Lautsprecherbox 2 und die Befestigungslöcher 32 im Stahlblechstreifenpaar
30 der oberen Lautsprecherbox 2 gesteckt. Diese Verbindung im vorderen Bereich definiert
die Schwenkachse zwischen den beiden Lautsprecherboxen 2. Die vordere Verbindung zwischen
dem Flugrahmen 5 und der obersten Lautsprecherbox 2 erfolgt in entsprechender Weise.
Neben der hier dargestellten Verbindung der Lautsprecherboxen 2 im Frontbereich können
auch andere Verbindungsmechaniken eingesetzt werden, welche eine Verschwenkung der
Lautsprecherboxen 2 relativ zueinander ermöglichen. Insbesondere können anstelle der
Stahlblechstreifenpaare 30 auch an das Gehäuse der Lautsprecherbox 2 montierte Vierkantrohre
oder U-Profile verwendet werden, wobei dann ein Gelenkelement mit zwei über ein Gelenk
verbundenen Befestigungsschenkeln in einander gegenüberliegende Vierkantrohre oder
U-Profile eingeschoben bzw. eingesetzt und durch Sperrbolzen beidseitig an seinen
Befestigungsschenkeln arretiert wird. In diesem Fall wird die Drehachse nicht durch
die Sperrbolzen, sondern durch das Gelenk im Gelenkelement realisiert.
[0017] Gemäß den Fig. 3 bis 6 weist jede Lautsprecherbox 2 an ihrer Rückseite ein hochfestes
Profil 20 mit einer breiten Grundplatte 21 und einem Doppelsteg 22 auf. Die Grundplatte
21 ist fest an der Rückwand 29 der Lautsprecherbox 2 verankert. Der Doppelsteg 22
bildet die Schenkel eines U und ist im oberen Bereich in Art eines Doppellochrasters
23 ausgebildet. Ferner befinden sich zwei gegenüberliegende Lagerlöcher 24 im unteren
Bereich des Doppelstegs 22.
[0018] Die Lagerlöcher 24 dienen zur schwenkbaren Lagerung eines Rasthakens 25 (in Fig.
5 nicht dargestellt). Der Rasthaken 25 kann gemäß dem Pfeil P in Fig. 4 um etwa 180°
verschwenkt werden. In einer Transportstellung (siehe Fig. 3, untere Lautsprecherbox
2) ist der Rasthaken 25 nach oben geschwenkt und zwischen den beiden Doppelstegen
22 verstaut. In seiner nach unten ausgeschwenkten Raststellung (siehe Fig. 4) steht
der Rasthaken 25 über die Unterseite der Lautsprecherbox 2 über. Dabei umgreift der
Rasthaken 25 in seiner verrasteten Stellung einen Sperrbolzen 26, welcher zuvor durch
ein Lochpaar im Doppellochraster 23 des Doppelstegs 22 einer Lautsprecherbox 2, welche
sich unter der den Rasthaken 25 tragenden Lautsprecherbox 2 befindet, eingesteckt
wurde. Um das Lösen der Rastverbindung zu verhindern, ist ein Sicherungsbolzen 27
vorgesehen, welcher durch ein weiteres Lochpaar in dem Doppellochraster 23 sowie durch
ein hierfür vorgesehenes Loch 28 im lagerfernen Hakenbereich des Rasthakens 25 geschoben
wird und die Rastverbindung sicher arretiert. Durch den Sicherungsbolzen 27 wird auch
erreicht, dass die Rastverbindung nicht nur Zugkräfte, sondern auch (hohe) Schubkräfte
aufnehmen und weiterleiten kann.
[0019] Das Doppellochraster 23 kann beispielsweise zwei oder mehr Lochreihen aufweisen,
wobei der Zwischenabstand zwischen den Löchern so gewählt ist, dass einerseits die
erforderliche Stabilität des Profils 20 garantiert werden kann und andererseits eine
ausreichend feine Winkeleinstellbarkeit ermöglicht wird. Es können wahlweise Löcher
der außenliegenden oder innenliegenden Lochreihe des Doppellochrasters 23 für den
Sperrbolzen 26 und den Sicherungsbolzen 27 eingesetzt werden.
[0020] Es wird darauf hingewiesen, dass anstelle des U-Profils 20 mit Doppelsteg 22 auch
ein T-förmiges Profil mit einem einzigen Steg möglich ist. Der Rasthaken 25 kann in
diesem Fall beispielsweise mit einem Längsschlitz für den Einzelsteg ausgeführt sein.
[0021] Der Rasthaken 25 ist vorzugsweise über einen Sicherungsstift in seiner Transportstellung
arretiert. Das Loch für den Sicherungsstift ist in Fig. 4 mit dem Bezugszeichen 40
bezeichnet. Dadurch wird gewährleistet, dass der Rasthaken 25 beim Transport nicht
beschädigt wird oder Beschädigungen/Verletzungen verursachen kann. Zur Herstellung
einer Rastverbindung wird der Sicherungsstift entfernt und der Rasthaken 25 aus seiner
Transportstellung herausgeklappt. Der Rasthaken 25 fällt infolge der Schwerkraft gegen
einen am Profil 20 der oberen Lautsprecherbox 2 vorgesehenen Anschlag (nicht dargestellt),
welcher bewirkt, dass der Rasthaken 25 in einer definierten Stellung (siehe Fig. 3,
obere Lautsprecherbox 2) ruht. Wird nun die untere, im vorderen Bereich angelenkte
Lautsprecherbox 2 der oberen Lautsprecherbox 2 durch eine Schwenkbewegung angenähert,
tritt der Sperrbolzen 26 mit dem als Prallfläche wirkenden stirnseitigen Schrägflächenbereich
41 des Rasthakens 25 in Eingriff und hebt den Rasthaken 25 dabei aus seinem Sitz.
Der gegenüber der Längserstreckung des Rasthakens 25 unter spitzem Winkel orientierte
Schrägflächenbereich 41 kann sich im Wesentlichen über die gesamte Stirnseite des
Rasthakens 25 erstrecken. Der Einrastvorgang erfolgt dann infolge der Schwerkraft
durch Zurückfallen des Rasthakens 25 über den Sperrbolzen 26, sobald der gewünschte
Zwischenwinkel erreicht ist.
[0022] Der Rasthaken 25 kann auch über eine Federmechanik (nicht dargestellt) so vorgespannt
sein, dass er einerseits in seiner Transportstellung verbleibt und andererseits -
nach einem manuellen Ausklappen - in seiner ausgeklappten Ruhestellung (siehe Fig.
3, obere Lautsprecherbox 2) gegen den Anschlag (nicht dargestellt), d.h. in Richtung
zur Rückwand 29 des Lautsprechergehäuses 2 der unteren Lautsprecherbox 2 gedrückt
wird. Dadurch wird der Rasthaken 25 ebenfalls beim Transport gesichert und darüber
hinaus sichert die Vorspannung die definierte Ruhestellung des Rasthakens 25 (und
gewährleistet somit das selbsttätige Einrasten der Rastverbindung) selbst im Fall
einer Montage der Lautsprecherbox 2 bei einer leicht nach oben gerichteten Abstrahlung
derselben.
[0023] Die Figuren 3 und 6 zeigen die Verbindung zwischen dem Flugrahmen 5 und der obersten
Lautsprecherbox 2. Der Flugrahmen 5 weist an seinem rückwärtigen Bereich einen Rasthaken
51 auf, welcher identisch mit dem Rasthaken 25 ausgeführt sein kann. Wie in Fig. 6
erkennbar, wird dieser Rasthaken 51 genauso wie der Rasthaken 25 durch einen Sperrbolzen
26 und einen Sicherungsbolzen 27 an dem Doppelsteg 22 des U-Profils 20 befestigt.
[0024] Es wird darauf hingewiesen, dass die erfindungsgemäße Rastverbindung in vielfältiger
Hinsicht abwandelbar ist. Beispielsweise kann anstelle eines Rasthakens ein anderes
Verrastungsteil, z.B. eine Zahnstange mit seitlich oder vorderund/oder rückseitig
angebrachten Rastzähnen und anstelle des Sperrbolzens 26 eine verschiebliche Sperrklaue
mit einer komplementär ausgebildeten Verzahnung vorgesehen sein. Die Vorwählbarkeit
der Winkelstellung kann in diesem Fall z.B. durch einen verstellbaren Anschlag für
die Zahnstange realisiert sein. Ferner wird darauf hingewiesen, dass die Rastverbindung
nicht notwendigerweise im rückseitigen Bereich der Lautsprecherboxen 2 vorgesehen
sein muss. Es ist grundsätzlich auch denkbar, die Drehachse zwischen benachbarten
Lautsprecherboxen 2 im Bereich der Gehäuserückseite anzuordnen und zum winkelrichtigen
Auseinanderspreizen benachbarter Lautsprecherboxen erfindungsgemäße Rastverbindungen
im vorderen Bereich der Lautsprecherboxen (anstelle der Stahlblechstreifenpaare 30)
vorzusehen. Darüber hinaus wird darauf hingewiesen, dass anstelle der im Ausführungsbeispiel
dargestellten einen erfindungsgemäßen Rastverbindung pro Lautsprecherbox 2 auch zwei
oder mehr Rastverbindungsstränge vorgesehen sein können.
[0025] Die einzelnen Lautsprecherboxen 2 können z.B. 60 kg wiegen. Beispielsweise können
die Lautsprecherboxen 2 die Maße 110 cm x 36 cm x 58 cm (Breite x Höhe x Tiefe) aufweisen.
Der Flugrahmen 5 kann für eine Systemlast von 1,5 t bei zehnfacher Sicherheit ausgelegt
sein. Die Lochraster 23 können so dimensioniert sein, dass ein Zwischenwinkel zwischen
den Lautsprecherboxen 2 im Bereich von 0° bis 7° in 1°-Schritten festgelegt werden
kann. Der trapezförmige Querschnitt der Lautsprecherboxen 2 kann so bemessen sein,
dass die Ober- und Unterseite benachbarter Lautsprecherboxen 2 bei einem Zwischenwinkel
von 0° (parallele Abstrahlung) einen Gehäusewinkel von 7,5° einschließen. Sämtliche
Verbindungselemente 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 51 sind so dimensioniert, dass
Zug- und Druckbelastungen von 20 kN pro Element bei einem Sicherheitsfaktor von 5
gewährleistet sind. Das Line-Array 1 kann mehr als 10, insbesondere mehr als 20 Lautsprecherboxen
2 tragen.
[0026] Nach einer ersten Aufbauvariante kann Lautsprecherbox 2 für Lautsprecherbox 2 angebracht
werden. Dies geschieht in der Weise, dass die Lautsprecherboxen 2 zunächst "vorgepinnt"
werden, d.h. die Sperrbolzen 26 in die gewünschten Montagelöcher des Doppellochrasters
23 im Doppelsteg 22 eingesetzt werden. Das Line-Array 1 wird dann von oben nach unten
durch sukzessives Anhängen von Lautsprecherboxen 2 aufgebaut. Hierfür wird jede Lautsprecherbox
2 zunächst vorne (am Stahlblechstreifen 30) eingehängt und dann hinten soweit angehoben,
bis der Rasthaken 25 selbsttätig in die vorgewählte Winkelposition rastet. Anschließend
wird der Sicherungsbolzen 27 eingeschoben, wodurch eine starre Verbindung an der Rückseite
des Line-Arrays 1 entsteht, die auch mit Schubkräften kein Problem hat.
[0027] Eine alternative Aufbauvariante besteht darin, die Lautsprecherboxen 2 in Gruppen
geeigneter Größe am Boden (d.h. nicht im hängenden Zustand) vorzumontieren und anschließend
die vormontierten Gruppen nacheinander aufzuhängen. Zunächst werden die Lautsprecherboxen
2 in der bereits beschriebenen Weise vorgepinnt. Dann werden z.B. jeweils vier Lautsprecherboxen
2 auf einem Wagen oder Rollbrett übereinander gestapelt und an den vorderen, gelenkigen
Verbindungselementen 30, 33, 35 miteinander verbunden. Da die z.B. vier Lautsprecherboxen
2 einer Gruppe Gehäuse an Gehäuse übereinander liegen und sich somit ein entsprechend
dem Gehäusewinkel (z.B. 7,5°) gekrümmter Gehäusestapel ergibt, ist es vorteilhaft,
wenn der Wagen/das Rollbrett keilförmig ist, um einer Neigung des Gehäusestapels entgegenzuwirken.
Die Rasthaken 25 befindet sich in ihrer heruntergeklappten Position. Die vormontierte
Gruppe aus Lautsprecherboxen 2 wird sodann vorne (an den Stahlblechstreifenpaaren
30 der obersten Lautsprecherbox 2) an den Flugrahmen 5 bzw. an die unterste Lautsprecherbox
2 des teilaufgebauten Line-Arrays 1 angehängt. Sofern möglich, wird nun die rückseitige
Rastverbindung zwischen dem Flugrahmen 5 bzw. der unteren Lautsprecherbox 2 des teilfertigen
Line-Arrays 1 und der obersten Lautsprecherbox 2 der vormontierten Lautsprechergruppe
gebildet, z.B. indem der Flugrahmen 5 geringfügig abgesenkt wird. Anschließend wird
der Flugrahmen 5 hochgezogen, wodurch sich die Rastverbindungen eine nach der anderen
innerhalb der Lautsprechergruppe realisieren. Eine alternative Möglichkeit zum Erzeugen
der einzelnen Rastverbindungen innerhalb der Gruppe vormontierter Lautsprecherboxen
2 besteht darin, dass nach dem Anhängen dieser Gruppe an den Flugrahmen 5 bzw. an
die unterste Lautsprecherbox 2 des teilaufgebauten Line-Arrays 1 jede einzelne Lautsprecherbox
2 der Gruppe beginnend mit der obersten Lautsprecherbox 2 an ihrer Rückseite etwas
angehoben wird, bis sich die entsprechende Rastverbindung mit der darüber liegenden
Lautsprecherbox 2 ergibt. Auf diese Weise werden die Lautsprecherboxen 2 der Gruppe
sukzessive von oben nach unten in der gewünschten Winkelstellung am Line-Array 1 fixiert.
Anschließend werden in der bereits beschriebenen Weise die Sicherungsbolzen 27 eingesetzt.
1. Befestigungsvorrichtung zum Aufbau einer Anordnung aus einer Mehrzahl untereinander
hängender Lautsprecherboxen,
gekennzeichnet durch
eine Rastverbindung (25, 26), mit welcher zwei in der Anordnung benachbarte Lautsprecherboxen
(2) zusammenschließbar sind.
2. Befestigungsvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rastverbindung so ausgelegt ist, dass die zwei in der Anordnung benachbarten
Lautsprecherboxen (2) unter einem voreinstellbaren Winkel zusammenschließbar sind.
3. Befestigungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rastverbindung (25, 26) ein an einer Lautsprecherbox (2) montiertes Verrastungsteil
(25) und ein an einer anderen Lautsprecherbox (2) montiertes, mit dem Verrastungsteil
(25) zusammenwirkendes Halteelement (26) umfasst.
4. Befestigungsvorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verrastungsteil ein Rasthaken (25) ist.
5. Befestigungsvorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Befestigungsvorrichtung ein mit einem Lochraster (23) versehenes Profilteil (20)
umfasst, wobei das Halteelement (26) ein in Löcher des Lochrasters (23) einsetzbarer
Sperrbolzen ist.
6. Befestigungsvorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Profilteil (20) als U-Profil mit Lochrastern (23) in den Profilschenkeln (22)
ausgebildet ist.
7. Befestigungsvorrichtung nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Rasthaken (25) verschwenkbar an dem Profilteil (20) angebracht ist.
8. Befestigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rastverbindung (25, 26) im eingerasteten Zustand mittels eines mechanischen Sicherungselementes
(27) gegen Lösen aus der Raststellung sicherbar und/oder zur Aufnahme von Schubkräften
auslegbar ist.
9. Befestigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Rasthaken (25) in der mit dem Halteelement (26) verrasteten Position mittels
eines in Löchern des Lochrasters (23) einsetzbaren Sicherungsbolzens (27) gegen Lösen
aus der Raststellung sicherbar ist.
10. Befestigungsvorrichtung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Rasthaken (25) mit einem Loch (28) für den Sicherungsbolzen (27) versehen ist.
11. Befestigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 10,
gekennzeichnet durch
einen als Prallfläche zur Betätigung des Rasthakens (41) wirkenden Schrägflächenbereich
(41) am stirnseitigen Ende des Rasthakens (25).
12. Befestigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 11,
gekennzeichnet durch
einen Anschlag, welcher den Rasthaken (25) entgegen der Schwerkraft in einer Position
hält, in welcher er beim Annähern des Halteelements (26) selbsttätig mit diesem verrastet.
13. Anordnung aus einer Mehrzahl untereinander hängender Lautsprecherboxen, die mindestens
zwei untereinander angeordnete Lautsprecherboxen (2) umfasst, welche insbesondere
im vorderen Bereich über eine Gelenkverbindung miteinander verbunden sind und die
insbesondere rückseitig über mindestens eine Befestigungsvorrichtung nach einem der
vorhergehenden Ansprüche verbunden sind.
14. Anordnung aus einer Mehrzahl untereinander hängender Lautsprecherboxen nach Anspruch
13,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwei Lautsprecherboxen (2) insbesondere rückseitig über mehrere Befestigungsvorrichtungen
miteinander verbunden sind.
15. Verfahren zum Aufbau einer Anordnung aus einer Mehrzahl untereinander hängender Lautsprecherboxen,
wobei die Lautsprecherboxen (2) mit Befestigungsvorrichtungen nach einem der Ansprüche
1 bis 12 ausgerüstet sind, mit den Schritten:
- Einhängen einer Lautsprecherbox (2) an ihrem vorderen oder hinteren Bereich an einem
Flugrahmen (5) oder an der untersten Lautsprecherbox (2) der teilaufgebauten Anordnung;
und
- Anheben der eingehängten Lautsprecherbox (2), bis die Rastverbindung einrastet.
16. Verfahren nach Anspruch 15,
gekennzeichnet durch den weiteren Schritt: Sichern der Rastverbindung (25, 26) im eingerasteten Zustand
mittels eines mechanischen Sicherungselementes (27) gegen Lösen aus der Raststellung.
17. Verfahren zum Aufbau einer Anordnung aus einer Mehrzahl untereinander hängender Lautsprecherboxen,
wobei die Lautsprecherboxen (2) mit Befestigungsvorrichtungen nach einem der Ansprüche
1 bis 12 ausgerüstet sind, mit den Schritten:
- Übereinanderstapeln von vorzumontierenden Lautsprecherboxen (2) ;
- gelenkiges Verbinden derselben an ihren vorderen oder hinteren Bereichen;
- Einhängen der obersten Lautsprecherbox (2) des vormontierten Stapels von Lautsprecherboxen
(2) im Bereich ihrer gelenkigen Verbindung an einem Flugrahmen (5) oder an der untersten
Lautsprecherbox (2) der teilaufgebauten Anordnung;
- Ausbilden der Rastverbindung zwischen dem Flugrahmen (5) oder der untersten Lautsprecherbox
(2) der teilaufgebauten Anordnung und der obersten Lautsprecherbox (2) des Stapels
von Lautsprecherboxen (2); und
- Ausbilden der Rastverbindungen zwischen den Lautsprecherboxen (2) des Stapels von
Lautsprecherboxen (2).
18. Verfahren nach Anspruch 17,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Ausbilden der Rastverbindungen zwischen den Lautsprecherboxen (2) des Stapels
von Lautsprecherboxen selbsttätig beim Hochziehen der Anordnung aus einer Mehrzahl
untereinander hängender Lautsprecherboxen (1) erfolgt.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 17 oder 18,
gekennzeichnet durch den weiteren Schritt: Sichern der Rastverbindung (25, 26) im eingerasteten Zustand
mittels eines mechanischen Sicherungselementes (27) gegen Lösen aus der Raststellung.