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EP 1 728 932 A2 |
(12) |
EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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Veröffentlichungstag: |
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06.12.2006 Patentblatt 2006/49 |
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Anmeldetag: 19.05.2006 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE
SI SK TR |
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Benannte Erstreckungsstaaten: |
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AL BA HR MK YU |
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Priorität: |
03.06.2005 DE 202005008652 U
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Anmelder: Buderus Guss GmbH |
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D-35576 Wetzlar (DE) |
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Erfinder: |
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- Künze, Manfred
65599 Dornburg (DE)
- Herber, Axel
65594 Runkel (DE)
- Weis, Stefan
65589 Haddamar (DE)
- Hoffmann, Rudolf
65604 Elz (DE)
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Vertreter: Buchhold, Jürgen |
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Patentanwälte Olbricht & Buchhold,
Am Weinberg 15 35096 Weimar/Lahn 35096 Weimar/Lahn (DE) |
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Schachtabdeckung oder Aufsatz |
(57) Schachtabdeckung oder einen Aufsatz, der aus einem Rahmen (1) und einem diesem zugeordneten
Deckel (2) oder Rost besteht. Ein in einer zugeordneten Aussparung (4) am Rahmen (1)
geführter Drehzapfen (5) am Deckel (2) oder Rost sorgt für dessen schwenkbare Lagerung.
Der Drehzapfen (5) und die Aussparung (4) sind nach Art eines zylindrischen Scharniers
gestaltet. Am Drehzapfen (5) selbst, im Bereich zwischen dessen beiden geführten Enden
und an der dem Deckel (2) oder Rost gegenüberliegenden Seite, ist ein parallel zur
Scharnierachse verlaufender nasenartiger Vorsprung (6) angeformt. Dieser sichert den
Deckel (2) oder Rost z. B. in vertikaler Position gegen unbeabsichtigtes Zuschlagen.
Dabei hintergreift der nasenartige Vorsprung (6) eine zugeordnete, parallel zur Scharnierachse
verlaufende Erhöhung im Bodenbereich der Aussparung.
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[0001] Die Neuerung betrifft eine Schachtabdeckung oder einen Aufsatz nach dem Oberbegriff
des Schutzanspruches 1.
Bei gattungsgemäßen Schachtabdeckungen oder Aufsätzen ist ein Deckel bzw. ein Rost
über horizontale Auflageflächen einem Rahmen zugeordnet, welcher in den Boden oberhalb
eines Schacht- oder Ablaufbauwerkes eingebaut werden kann. Für derartige Schachtabdeckungen
oder Aufsätze bestehen Sicherheitsanforderungen, da zum einen hohe Lasten beim Überfahren
aufgenommen werden müssen und andererseits der Deckel auch liegen bleiben muss, wenn
dynamische oder impulsartige Belastungen auftreten. Dies kann zum Beispiel durch mit
hoher Geschwindigkeit darüber fahrende Fahrzeuge verursacht werden. So wird bei Deckeln
bzw. Rosten entweder die Lagesicherung durch ein relativ hohes Eigengewicht oder durch
mindestens ein Drehgelenk, wahlweise in Verbindung mit Arretierungen an den gegenüberliegenden
Seiten, erreicht.
Eine Schachtabdeckung oder ein Aufsatz mit einem Deckel oder Rost, welcher einen in
einer zugeordneten Aussparung am Rahmen geführten Drehzapfen für dessen schwenkbare
Lagerung besitzt, ist aus der
DE 100 46 045 C1 bekannt. Dabei sind der Drehzapfen und die Aussparung nach Art eines zylindrischen
Scharniers gestaltet.
Aus Unfallschutzgründen sollte bei Deckeln bzw. Rosten mit Drehgelenk eine Sicherung
gegen unbeabsichtigtes Zuschlagen vorhanden sein. So ist beispielsweise aus der
EP 0 349 752 B1 eine Abdeckung für eine Bodenöffnung mit einem Deckel oder Rost bekannt. Dabei sind
Deckel oder Rost über einen zapfenartigen Fortsatz schwenkbar in einer Aussparung
im Rahmen gelagert. An diesem als Drehzapfen dienenden Fortsatz ist an der dem Deckel
oder Rost gegenüberliegenden Seite ein Versatz vorgesehen, welcher in der geöffneten,
etwa vertikalen Position des Deckels oder Rostes diesen sichert, indem dieser hinter
einen zugeordneten Versatz im Bodenbereich der Aussparung greift. Aus der Öffnungsposition,
vorzugsweise mit einem Öffnungswinkel von mehr als 90 Grad, kann der Deckel oder Rost
beim Schließen nur heraus bewegt werden, wenn man ihn in vertikaler Richtung anhebt
und gleichzeitig in Schließrichtung bewegt, um damit die Sicherung, nämlich die Höhe
des Versatzes, zu überwinden. Besonders bei großen Schachtabdeckungen mit hohen Deckelgewichten
erfordert dies entsprechend große Kraftanstrengungen, teilweise sind sogar zwei Personen
für ein sicheres Anheben des Deckels beim Schließen nötig.
[0002] Der Neuerung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, eine Schachtabdeckung oder einen
Aufsatz, insbesondere im Hinblick auf Wartungs- und Bedienungsfreundlichkeit, zu optimieren.
[0003] Neuerungsgemäß wurde dies mit den Merkmalen im Schutzanspruch 1 gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
Die neuerungsgemäße Schachtabdeckung ist dadurch gekennzeichnet, dass am Drehzapfen
des Scharniers, im Bereich zwischen dessen beiden geführten Enden und an der dem Deckel
oder Rost gegenüberliegenden Seite, ein parallel zur Scharnierachse verlaufender,
nasenartiger Vorsprung angeformt ist. Dieser sichert in der geöffneten, etwa vertikalen
Position des Deckels oder Rostes denselben gegen unbeabsichtigtes Zuschlagen, indem
er eine zugeordnete, parallel zur Scharnierachse verlaufende Erhöhung im Bodenbereich
der Aussparung hintergreift.
Dabei besitzen die beiden geführten Enden des Drehzapfens am Deckel oder Rost im jeweils
zugeordneten Bereich der Aussparung am Rahmen so viel Spiel, dass der Deckel oder
Rost beim Schließen ohne Anheben, ausschließlich mit geringfügigen horizontalen Pendelbewegungen
in Richtung der Scharnierachse, über die Erhöhung im Bodenbereich der Aussparung zu
bewegen ist. Dazu muss in dieser etwa bei einem Öffnungswinkel von 90 Grad liegenden
Position lediglich etwas Druck in Schließrichtung ausgeübt werden. Es ist so gut wie
kein Kraftaufwand dafür erforderlich, und nach dem Überwinden dieser Zuschlagsicherung
ist ein kontrolliertes Schließen von Deckel oder Rost sowie eine genaue Führung im
Drehgelenk gewährleistet. Der Vorsprung am Drehzapfen und/oder die Erhöhung im Bodenbereich
der Aussparung sind mindestens in Richtung der Scharnierachse ballig gestaltet oder
besitzen zu den beiden Seiten hin abfallende Stirnflächen. Dadurch wird die nötige
geringfügige horizontale Pendelbewegung in Richtung der Scharnierachse zum Überwinden
der Zuschlagsicherung unterstützt.
[0004] Der Bodenbereich der Aussparung bildet mitsamt der Erhöhung eine stetig zur Rahmeninnenseite
hin abfallende Fläche, um Schmutz aus dem Scharnier in den Schacht abzuführen. Beim
Öffnen von Deckel oder Rost wird durch die Bewegung des Vorsprungs am Drehzapfen das
Scharnier gereinigt, weil dieser zur Innenkontur des Rahmens und zum Bodenbereich
der Aussparung mitsamt der Erhöhung in Kontakt steht oder einen sehr geringen Abstand
dazu aufweist. Daher bleibt der direkte Bewegungsbereich des Scharniers, also der
Weg von der horizontalen Schließposition in die vertikale Öffnungsstellung, immer
sauber.
Neuerungsgemäß wird somit eine Schachtabdeckung oder einen Aufsatz im Hinblick auf
Wartungs- und Bedienungsfreundlichkeit optimiert. Es entsteht ein sicheres, dauerhaft
funktionierendes Scharnier mit selbstreinigenden Eigenschaften sowie einer guten Zuschlagsicherung,
welche ohne Kraftaufwand von nur einer Person gelöst werden kann.
[0005] Die Zeichnung stellt ein Ausführungsbeispiel der Neuerung dar. Eine Schachtabdekkung
zeigt:
- Fig. 1:
- Mit dem Scharnierbereich in der Seitenansicht bei geöffnetem Deckel,
- Fig. 2:
- in einem vertikalen Schnitt durch den Scharnierbereiches und
- Fig. 3:
- in der Draufsicht auf den Scharnierbereich im Rahmen ohne Deckel.
[0006] Die Schachtabdeckung besteht aus einem Rahmen 1 und einem zugeordneten Deckel 2 mit
einer ebenen Auflagefläche 3. In einer zugeordneten Aussparung 4 am Rahmen 1 wird
ein am Deckel 2 angeformter Drehzapfen 5 mit seinen beiden Enden geführt. Im Bereich
dazwischen, und an der dem Deckel 2 gegenüberliegenden Seite, ist am Drehzapfen 5
ein parallel zur Scharnierachse verlaufender, nasenartiger Vorsprung 6 angeformt.
Er greift in der geöffneten, etwa vertikalen Position des Deckels 2 auf der zum Inneren
der Schachtabdeckung zeigenden Seite hinter eine zugeordnete, parallel zur Scharnierachse
verlaufende Erhöhung 7 im Bodenbereich der Aussparung 4 am Rahmen 1 und bildet dadurch
eine Zuschlagsicherung.
Bezugszeichenliste
[0007]
- 1
- Rahmen
- 2
- Deckel
- 3
- Auflagefläche
- 4
- Aussparung
- 5
- Drehzapfen
- 6
- Vorsprung
- 7
- Erhöhung
1. Schachtabdeckung oder Aufsatz, bestehend aus einem Rahmen und einem zugeordneten Deckel
oder Rost mit einem in einer zugeordneten Aussparung am Rahmen geführten Drehzapfen
am Deckel oder Rost für dessen schwenkbare Lagerung, wobei der Drehzapfen und die
Aussparung nach Art eines zylindrischen Scharniers gestaltet sind, dadurch gekennzeichnet, dass am Drehzapfen (5), im Bereich zwischen dessen beiden geführten Enden und an der dem
Deckel (2) oder Rost gegenüberliegenden Seite, ein parallel zur Scharnierachse verlaufender,
nasenartiger Vorsprung (6) angeformt ist, welcher in der geöffneten, etwa vertikalen
Position des Deckels (2) oder Rostes diesen gegen unbeabsichtigtes Zuschlagen sichert,
indem dieser eine zugeordnete, parallel zur Scharnierachse verlaufende Erhöhung (7)
im Bodenbereich der Aussparung (4) hintergreift.
2. Schachtabdeckung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden geführten Enden des Drehzapfens (5) am Deckel (2) oder Rost im jeweils
zugeordneten Bereich der Aussparung (4) am Rahmen (1) so viel Spiel besitzen, dass
der Deckel (2) oder Rost beim Schließen ohne Anheben, mit horizontalen Pendelbewegungen
in Richtung der Scharnierachse, über die Erhöhung (7) im Bodenbereich der Aussparung
(4) zu bewegen ist.
3. Schachtabdeckung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorsprung (6) am Drehzapfen (5) und/oder die Erhöhung (7) im Bodenbereich der
Aussparung (4) mindestens in Richtung der Scharnierachse ballig gestaltet sind oder
zu den beiden Seiten hin abfallende Stirnflächen besitzen.
4. Schachtabdeckung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Bodenbereich der Aussparung (4) mitsamt der Erhöhung (7) eine stetig zur Rahmeninnenseite
hin abfallende Fläche bildet.
5. Schachtabdeckung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass im direkten Bewegungsbereich des Scharniers, von der horizontalen Schließposition
in die vertikale Öffnungsstellung, der Vorsprung (6) am Drehzapfen (5) zur Innenkontur
des Rahmens (1) und zum Bodenbereich der Aussparung (4) mitsamt der Erhöhung (7) in
Kontakt steht oder einen sehr geringen Abstand aufweist.
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