[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von Haftelementen auf einem Trägermaterial
mittels Einsatz mindestens eines Kunststoffmaterials, das in mindestens ein Formgebungselement
eingebracht wird, wobei als Kunststoffmaterialien anorganische und organische Elastomere,
insbesondere Polyvinylsiloxan, additionsvernetzende Silikon-Elastomere, auch in der
Form von Zwei-Komponenten-Systemen, sowie Acrylate eingesetzt werden.
[0002] Durch die
WO 94/23610 A1 ist ein Verfahren zum Herstellen eines Haftverschlußteils bekannt, bei dem ein Träger
mit einer Vielzahl von vorzugsweise einstückig mit ihm verbundenen Stengeln erstellt
wird. Als Anwendungsmöglichkeit eines solcher Art hergestellten Haftverschlußteils
wird insbesondere die Bildung eines Haftverschlusses für Babywindeln oder für Krankenhauskleidung
offenbart. Um Haftverschlußteile, die in Haftver-schlüssen derartiger Kleidungsstücke
verwendet werden können, herzustellen, benötigt man eine relativ hohe Anzahl von Verhakungsmitteln
pro Quadratzentimeter, was zu entsprechend hohen Produktionskosten führt, da die zur
Bildung der Verhakungsmittel verwendete Formwalze im Stand der Technik die entsprechende
Anzahl von offenen Hohlräumen aufweisen muß, die erst aufwendig einzuprägen sind.
Die derart hergestellten Haftverschlußteile weisen auf einem folienartigen Trägermaterial
einstückig angeordnete und in vertikaler Richtung vorstehende Stengel auf, die an
ihrem freien Ende mit einer kopfseitigen Verbreiterung versehen sind, die zum Herstellen
des lösbaren Haftverschlusses mit einem korrespondierenden Flausch- oder Schlaufenmaterial
zusammenwirken, welches sich mechanisch mit der Unterseite der kopfartigen Verbreiterung
des Stengelmaterials verhakt. Dahingehende Verschlußsysteme werden im deutschsprachigen
Raum auch häufig mit der Markenbezeichnung Kletten
®-Haftverschlüsse beworben. Nachteil dieser bekannten Kletten
®-Haftverschlußsysteme ist es, dass diese für eine wirksame Verhaftung, also zur Bildung
des eigentlichen Haftverschlusses, immer mit korrespondierenden Verschlußteilen (Flausch-
oder Schlingenware) zusammenwirken müssen, wobei moderne Verschlußsysteme heute auch
die Möglichkeit aufzeigen, gleich ausgebildete Kopfverschlußteile miteinander unter
Bildung des Haftverschlusses zu verbinden, indem die kopfseitigen Enden des einen
Verschlußteils in die Abstände zwischen die kopfseitigen Enden und Stengel des anderen
Verschlußteils eingreifen und die sich radial gegenüber den Stengeln verbreiterten
Kopfteile verhaken sich dann mit ihren einander zugewandten Randflächen gegenseitig,
wobei auch die dahingehenden Verschlußsysteme lösbar ausgestaltet sind.
[0003] Des weiteren sind im Stand der Technik Verfahren zur Herstellung von fibrillierten
Folien aus Polypropylen oder Polyethylen bekannt (
DE 198 37 499 A1,
US 6,432,347 B1), bei denen unter Verwendung der vorhandenen Anlagentechnik (Folienextrusionsanlagen
für Flachfolie, Blasfolie oder zum Einsatz von Chill-Roll-Verfahren) durch spezielle
Maßnahmen in der Technologie und an den Anlagen Folien ohne Aufteilung in Bändchen
komplex gereckt, fibrilliert und aufgewickelt werden und so eine netzartige Folie
mit unterschiedlicher Breite und großer Länge herstellbar ist. Aufgrund des monoaxialen
Reckens bei dieser bekannten Lösung kommt es zu einer verbesserten molekularen Faserorientierung
und die derart herstellbaren Gewebe finden ihre Anwendung als Geotextilien oder im
Bauwesen als Armierung. Ferner sind in der deutschen Auslegeschrift 1 175 385 sowie
in dem
US-Patent 6,432,347 eine Fibrillierung von Folienmaterial durch Einsatz einer Wirbeldüse bzw. mit einem
gepulsten Wasserstrahl mit hohem Druck beschrieben, um dergestalt zu einem verbesserten
Filtermaterial zu gelangen oder zu einem folienartigen Werkstoff mit verbesserten
thermischen und akkustischen Isolationseigenschaften.
[0004] Um zu neuen Effekten in der Verbindungstechnologie bezogen auf Haftverschlußteile
zu gelangen, ist in der nachveröffentlichten
DE 103 25 372 A1 bei einem Haftverschlußteil vorgeschlagen worden, zumindest einen Teil der freien
Enden der Stengel des Haftverschlußmaterials mit einer Vielzahl von Einzelfasern zu
versehen, wobei der Durchmesser der jeweiligen Faser sehr dünn gewählt ist, so dass
am freien Ende einer jeden Einzelfaser nur eine sehr kleine Kontaktfläche zur Verfügung
steht, beispielsweise in der Größenordnung von 0,2 bis 0,5
µm. Bei bevorzugten Ausgestaltungen kann der Dickenbereich dieser Struktur in Form
der Stengel, an die sich die Einzelfasern anschließen, aber auch im Nanometerbereich,
beispielsweise bei 100 bis 400 Nanometern, liegen. Diese Größenordnungen genügen,
damit eine Wechselwirkung mit dem korrespondierenden Teil (Oberfläche), an dem das
Haftverschlußteil festgelegt werden soll, über die sog. Van-der-Waals-Kräfte erfolgen
kann.
[0005] Van-der-Waals-Kräfte sind nach Van der Waals benannte zwischenmolekulare Kräfte,
die als schwache Bindungskräfte zwischen inerten Atomen und gesättigten Molekülen
auftreten. Während bei der Wechselwirkung zwischen Atomen lediglich die sog. Dispersionskräfte
zum Tragen kommen, sind bei Molekülen die Wechselwirkungen induzierter bzw. eventuell
vorhandener permanenter Dipolmomente (Orientierungseffekt) als zusätzliche Anziehungskräfte
wirksam. Es sei darauf hingewiesen, dass zwar von manchen Autoren Van-der-Waals-Kräfte
als Synonym zu zwischenmolekularen Kräften angesprochen werden, dass aber mehrheitlich
unter Van-der-Waals-Kräften solche sehr weitreichenden Anziehungskräfte zwischen neutralen
Molekülen verstanden werden, deren Energie mit der 6. Potenz des Mol.-Abstands abnimmt.
Die Kräfte sind beispielsweise wirksam in Wirt-Gast-Beziehungen, in Molekülgitter-Kristallen,
Einschlußverbindungen, Molekülverbindungen und bei Phänomenen der Kolloidchemie, der
Grenzflächenund Oberflächenchemie, etc. zu beobachten (vgl. RÖMPPS CHEMIE LEXIKON,
8.Aufl., Franckh'sche Verlagshandlung Stuttgart).
[0006] Um die dahingehenden Einzelfasern zu erhalten, werden auf einem bandartigen Trägerteil,
aus Kunststoffmaterial zunächst vorstehende zylindrische Stengel erzeugt, die man
aus einem Formwalzvorgang mittels eines Siebes, einem Kalandriervorgang oder formwerkzeugfrei
über ein Tröpfchen-Auftragverfahren erhält und anschließend werden die Stielenden
chemisch, mechanisch oder elektrisch in die Einzelfilamente bzw. Einzelfasern aufgeteilt.
Das derart erhaltene Haftverschlußteil oder Haftelement findet seine Entsprechung
in der Natur, beispielsweise bei den Füßen eines Geckos, der in der Lage ist, aufgrund
der Fußgestaltung unterhalb einer Decke oder auch entlang von senkrecht verlaufenden
Glasflächen sich zu bewegen. Die genannten Stiele, die in milliardenfacher Anordnung
bei einem Gecko-Fuß vorhanden sind, werden dabei in der Fachsprache mit "Seta" bezeichnet
und die sich am freien Stielende anschließenden Einzelfasern oder Einzelfilamente
als "Spatula".
[0007] So wurde in der
WO 01/49776 A1 schon vorgeschlagen, zum Aufbau von Haftverschlußteilen die Seta-Elemente vom lebenden
Objekt zu entnehmen und mit einem Trägerteil als Substrat zu verbinden, wobei als
Ersatz-Herstellverfahren hierzu bereits Abformverfahren mit Pipettiertechnik sowie
moderne Druckverfahren angedacht sind. Vergleichbar hierzu wird in der
WO 03/095190 A1 angedacht, die Seta-Elemente über eine erste Formgebungsschablone zu erstellen, an
der sich eine zweite Formgebungsschablone für die Bildung der Spatula deckungsgleich
anschließt. Neben den Problemen des Entformens bei der aufgezeigten Schablonentechnik
ist diese nur im Rahmen labortechnischer Umsetzung geeignet, ebenso wie die anderen
genannten Verfahren bezogen auf das künstliche Nachempfinden der Gecko-Fußstruktur.
Eine Nutzung der Van-der-Waals-Kräfte für ein Haftverschlußteil oder ein Haftteil
im großindustriellen Maßstab ist mit den genannten Verfahren nicht möglich.
[0008] Die
WO 03/099951 A2 zeigt mikrostrukturierte Oberflächen mit gesteigerter Adhäsion auf. Zur Herstellung
dieser Oberflächen wird ein Verfahren zum Herstellen von Haftelementen auf einem Trägermaterial
mittels Einsatz mindestens eines Kunststoffmaterials, das mit einem elektrostatischen
Beflockungsverfahren behandelt wird, verwendet, wobei als Kunststoffmaterialien organische
Elastomere, insbesondere Polyvinylsiloxan, eingesetzt werden.
[0009] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
die bekannten Herstellverfahren zum Erzeugen von Haftelementen, die auf der Basis
von Van-der-Waals-Kräften anhaften, dahingehend weiter zu verbessern, dass sie in
großindustriellem Maßstab kostengünstig herstellbar sind und dennoch in hohem Maße
eine Haftwirkung entfalten. Eine dahingehende Aufgabe löst ein Verfahren mit den Merkmalen
des Patentanspruches 1 in seiner Gesamtheit.
[0010] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass als jeweiliges Formgebungselement ein trommel-
oder bandförmiges Sieb eingesetzt wird, das mit mehr als 10.000, vorzugsweise jedoch
mit 16.000 Formhohlräumen pro cm
2 versehen ist. Sehr gute Verhaftungsresultate haben sich ergeben, sofern etwa 16.000
Haftelemente pro cm
2 Trägermaterial vorhanden sind, wobei die einzelnen Haftelemente dann nur noch eine
Größe, insbesondere Höhe von etwa 100
µm und kleiner aufweisen mit einem Durchmesser des verbreiternden Kopfendes von etwa
60
µm oder kleiner.
[0011] Dadurch, dass mit dem erfindungsgemäßen Verfahren Haftelemente herstellbar sind mit
verbreiterten Enden, deren Anhaftung überwiegend mittels der genannten Van-der-Waals-Kräfte
realisiert wird, werden die sehr guten Anhaftwerte eines Gecko-Fußes als biomechanisches
Modell erreicht, ohne dass gemäß den Vorgaben in der Natur eine Auffaserung der Haftstiele
zu erfolgen hat. Es ist für einen Durchschnittsfachmann auf dem Gebiet der Verschlußtechnologie
überraschend, dass er unter Abkehr des beschrittenen Weges die Natur identisch nachempfinden
zu müssen, zu Haftelementen gelangt mit sehr guten Anhafteigenschaften, überwiegend
erzeugt durch die Van-der-Waals-Kräfte, bei denen ohne Auffaserung an den Stielenden
verbreiterte Endflächen vorgesehen sind.
[0012] Das dahingehende Adhäsions- oder Haftteil läßt sich im großindustriellen Maßstab
sehr kostengünstig herstellen und dem Grunde nach mit jeder Oberfläche (Untergrund)
lösbar verbinden, um dergestalt beispielsweise ein mit den Haftelementen versehenes
Karosserieteil mit einem Fahrzeugrahmen zu verbinden oder dergestalt ein Bild oder
einen Bildschirm an die Wand ohne weiteres Verbindungsmittel aufzuhängen, indem die
Haftelemente mit ihren verbreiterten Enden direkt mit der Oberfläche über die angesprochenen
Van-der-Waals-Kräfte wechselwirken.
[0013] Sofern das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Haftelementteil Eingang
in die Bekleidungsindustrie findet, sind hier keine weiteren Modifikationen mehr notwendig,
insbesondere ist an Teilen der Bekleidung kein Schlaufen- oder Flauschmaterial anzuordnen,
um dergestalt eine Verhakung mit den sonst konventionellen Haftverschlußteilen (Pilz
oder Haken) sicherzustellen. Vielmehr kann hier unmittelbar das Verschlußteil mit
den Haftelementen über die freien verbreiterten Enden mit dem Material des Bekleidungsstoffes
zum Herstellen einer Verbindung wechselwirken. Es hat sich gezeigt, dass zum Lösen
der Haftelemente von einer Oberfläche diese vorzugsweise von der Oberfläche am besten
in einem Winkel von 90° abgeschält werden, um dergestalt die Verhaftung über die Van-der-Waals-Kräfte
zu lösen und den Verschluß von der Oberfläche beliebiger Natur wieder entfernen zu
können. Die dahingehenden Anbringungs- und Lösevorgänge können in Abhängigkeit der
Ausgestaltung des Verschlußsystems mehrfach, vorzugsweise mehrere tausend Mal, erfolgen.
[0014] Zum Herstellen des Verschlusses oder der bevorzugten Verbindung genügt es, die Haftelemente
mit den freien verbreiterten Enden der ansonsten stielförmigen Haftelemente flächig
an der Oberfläche aufzusetzen. Vorzugsweise ist dabei vorgesehen, dass die Länge der
Haftelemente derart gewählt ist, dass diese für jeden Stengel über ihre freien Enden
in einer gemeinsamen Ebene münden, da die Van-der-Waals-Kräfte nur über eine ausgesprochen
kurze Distanz wirken, so dass vorzugsweise vorzusehen ist, dass der Abstand der freien
Kontaktenden der verbreiterten Enden der Einzelstengel zu der vorgesehenen Oberfläche
im wesentlichen konstant ausfällt. Um zu vermeiden, dass die Haftelemente von der
zu kontaktierenden Oberfläche wegknicken können, weisen diese eine hinreichende Eigensteifigkeit
auf; um aber ein gutes Ablöseverhalten sicherstellen zu können, kann vorgesehen sein,
dass die verbreiterten Enden über eine entsprechende Durchmesserreduzierung im Übergangsbereich
zum Stengel derart mit diesen verbunden sind. Auf diese Art und Weise entsteht an
der Übergangsstelle eine Art Gelenk, so dass das bandartige Trägerteil mit den Stielen
bereits abgeschält wird und der dann noch anhaftende Flächenendkopf der Abschälbewegung
im Sinne einer Abrollbewegung über das jeweilige Gelenk nachfolgt.
[0015] Weitere vorteilhafte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind Gegenstand
der sonstigen Unteransprüche.
[0016] Im folgenden wird das erfindungsgemäße Verfahren anhand eines mit ihm erhaltenen
Haftelementeteiles nach der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigen in prinzipieller
und nicht maßstäblicher Darstellung die
- Fig.1
- eine Seitenansicht auf eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens;
- Fig.2
- in stark vergrößerter Darstellung einen Längsschnitt durch einen Formhohlraum gemäß
der Darstellung nach der Fig.1;
- Fig.3
- in stark vergrößerter Darstellung die auf einem Trägermaterial angeordneten Haftelemente,
hergestellt mit dem erfindungsgemäßen Verfahren.
[0017] Das in der Fig.3 gezeigte Ausgangsprodukt an Haftelementen im Sinne dieser Erfindung
läßt sich beispielsweise nach einem Verfahren, wie in der
DE 100 39 937 A1 beschrieben, erhalten.
[0018] Fig.1 zeigt dabei in schematischer Darstellung Teile einer Vorrichtung zum Durchführen
des erfindungsgemäßen Verfahrens mit einem Düsenkopf 1 als Zuführeinrichtung für plastischen
oder flüssigen sowie thixotropen Kunststoff, der als ein Band, dessen Breite derjenigen
des herzustellenden Haftelementeteils entspricht, dem Spalt zwischen einem Druckwerkzeug
und einem Formwerkzeug zugeführt wird. Gemäß der Darstellung nach der Fig.1 dient
als Druckwerkzeug eine Druckwalze 3 und bei dem Formwerkzeug handelt es sich um eine
als Ganzes mit 5 bezeichnete Formwalze. Beide Walzen sind in Fig.1 mit Bogenpfeilen
7 und 9 angegebenen Drehrichtungen angetrieben, so dass zwischen ihnen ein Förderspalt
gebildet wird, durch den das Kunststoffband in Transportrichtung gefördert wird, während
gleichzeitig im Spalt als Formgebungszone das Kunststoffband zum Träger 10 als Trägermaterial
der Haftverschlußelemente geformt wird und der Träger 10 an der der Formwalze 5 anliegenden
Seite durch die formgebenden Elemente der Formwalze 5 die zur Bildung der Haftelemente
erforderliche Formgebung erhält.
[0019] Zu diesem Zweck weist die Formwalze 5 am Umfang ein Sieb 11 auf mit einzelnen Formhohlräumen
12. Ein dahingehender Formhohlraum 12 als Formgebungselement ist beispielhaft in der
Fig.2 vergrößert dargestellt wiedergegeben. Die Einströmrichtung des Kunststoffmaterials
erfolgt dabei in Blickrichtung auf die Fig.2 gesehen im Bereich der Druckwalze 3 von
oben nach unten. Des weiteren sind die Formhohlräume 12, was nicht näher dargestellt
ist, über der Formwalze 5 mit ihrem Sieb 11 außenumfangsseitig regelmäßig verteilt,
wobei die Verteilung und die Anzahl wählbar sind; vorzugsweise sind jedoch mehr als
10.000 dieser Formhohlräume 12 pro cm
2 auf dem Sieb angeordnet und besonders günstig für die Ausgestaltung der Haftelemente
hat sich eine Anzahl von 16.000 Formhohlräumen 12 pro cm
2 erwiesen. Die Fig.2 gibt einen Längsschnitt wieder des jeweils eingesetzten Formhohlraumes
12, wobei die im Längsschnitt gegenüberliegenden Begrenzungswände 13 durchgehend mit
einem konvexen Bahnverlauf 14 versehen sind. Es versteht sich, dass die genannten
beiden Begrenzungswände 13 im Hinblick auf den rotationssymmetrischen Aufbau des Formhohlraumes
12 dem Grunde nach Teil einer abschließenden Formgebungswand 15 sind, die durch das
Siebmaterial 11 der Formwalze 5 begrenzt wird. Mit den dahingehenden Formhohlräumen
12 ist es möglich, Haftelemente herzustellen in Form jeweils eines mit einem Kopfteil
16 als verbreitertes Ende versehenen Stengelteils 17.
[0020] Wie die Fig.2 des weiteren zeigt, ist dabei die Krümmung des jeweiligen Bahnverlaufs
14 in Richtung des zu formenden Kopfteils 16 stärker ausgeführt als in Richtung eines
Fußteils 18, über das das Stengelteil 17 mit dem Träger 10 verbunden ist. Als besonders
vorteilhaft hat sich dabei erwiesen, wenn man von der Längsrichtung des Stengelteils
17 aus in Richtung des Kopfteils 16 gesehen den Bahnverlauf 14 mit seiner stärkeren
Krümmung oberhalb der Mitte vorzugsweise im oberen Drittel beginnend vorsieht.
[0021] Zum Erhalt der angesprochenen Formhohlräume 12 mit ihrem rotationssymmetrischen Aufbau
in Form eines Hyperboloids haben sich galvanische Beschichtungsverfahren, insbesondere
Elektro-Platinierungsverfahren, erwiesen, bei denen zunächst ein zylindrischer Formhohlraum
(nicht dargestellt) derart mit einem Beschichtungswerkstoff beschichtet bzw. platiniert
wird, bis sich der konvexe Bahnverlauf 14 einstellt. Ferner ließe sich gegebenenfalls
auch über ein Laserverfahren oder ein Ätzverfahren der konvexe Bahnverlauf 14 aus
einem Sieb oder Gitter-Vollmaterial erzeugen.
[0022] Die in der Fig.3 dargestellten Haftelemente lassen sich mit dem vorstehend beschriebenen
Verfahren und der Vorrichtung erhalten. Der symmetrische Aufbau ergibt sich unmittelbar
durch die Herstellung in einem Formhohlraum 12 nach der Fig.2. Anstelle der gezeigten
Vorrichtung nach der Fig.1 kann anstelle der Druckwalze 3 auch ein Aufrakelwerkzeug
(nicht dargestellt) treten, das direkt im Sinne eines Aufrakelvorganges das Kunststoffmaterial
in die Formhohlräume 12 verbringt. Auch kann die zylindrische Siebstruktur ein Band
ausbilden, das zwischen zwei zylindrischen Antriebswalzen (nicht dargestellt) umläuft,
wobei dann wiederum das Kunststoffmaterial vorzugsweise auf die Bandoberfläche aufgerakelt
wird. Sofern es sich um vernetzbare Kunststoffmaterialien handelt, kann darüber hinaus
eine Wärmequelle oder UV-Licht (nicht dargestellt) ein Nachvernetzen ermöglichen,
sobald die Haftelemente aus den Formhohlräumen 12 entformt sind. Das dahingehende
Nachvernetzen ist üblich, so dass an dieser Stelle hierauf nicht mehr näher eingegangen
wird. Vorzugsweise ist jedoch bei einem Formgebungsverfahren mittels Siebband ein
Vernetzen mit den angesprochenen Mitteln, mindestens auf einer Seite direkt in den
Formhohlräumen 12 vorgesehen.
[0023] Um ein Optimum bezogen auf die Van-der-Waals-Kräfte zu erhalten, sollen vorzugsweise
die freien verbreiterten Kopfenden als Kopfteil 16 nach außen hin plan verlaufen.
Da die einzelnen Formhohlräume 12 nach innen durch die Formwalze 5 verschlossen sind,
wäre insoweit nicht ausgeschlossen, dass die dort beim Formvorgang eingeschlossene
Luft in das freie Kopfteilende ein konkaves Luftpolster eindrückt. Um dem zu begegnen,
kann vorgesehen sein, innerhalb der Formwalze 5 eine Einrichtung vorzusehen, die die
Luft entweichen läßt oder die ein Absaugen der Luft im Formhohlraum 12, beispielsweise
über eine Vakuumeinrichtung od. dgl., ermöglicht. Im letztgenannten Fall ist jedoch
dann eine entsprechende Ansteuervorrichtung notwendig, um zielgerichtet die Vakuumisierung
zu veranlassen und um zu vermeiden, dass die planen Kopfenden in Richtung der Formwalze
5 ausbeulen, wobei aber eine leichte konvexe Krümmung des freien Kopfendes unschädlich
ist. Wie im Querschnitt die Stiel- und Kopfgestaltung aussieht, ergibt sich aus der
Darstellung nach der Fig.2. Das Kunststoffmaterial wird in den Formhohlraum 12 verdrängt
und kommt dort dann zur Ruhe und bildet dann insoweit die plane Kopfaußenseite aus.
Insoweit erstarrt das Kunststoffmaterial in der Form selbst und wird dann im vorerstarrten
Zustand aus dem Formhohlraum 12 entfernt oder bereits weitestgehend in diesem ausgehärtet;
allerdings nur insoweit, als ein Entformvorgang nicht beeinträchtigt ist. Die mittlere
Einschnürung, bedingt durch die Formgebung des Rotationshyperboloids läßt sich noch
dergestalt fortführen, dass bei einer weiter verengten Stelle eine Art Gelenk zwischen
Stengelteil 17 und Kopfteil 16 entsteht. Das dahingehende Gelenk ist, wie bereits
dargelegt, günstig für das Wirken des Van-der-Waals-Verschluß-Systems.
[0024] Geeignete Kunststoffmaterialien sind anorganische und organische Elastomere, insbesondere
Polyvinylsiloxan, sowie additionsvernetzende Silikon-Elastomere, auch in der Form
von Zwei-Komponenten-Systemen sowie Acrylate. Auch der Einsatz von Kautschukmaterialien
ist möglich.
[0025] Besonders günstig läßt sich das Verfahren gestalten, wenn das jeweils verwendete
Kunststoffmaterial thixotrop ist. Thixotropes Verhalten im Sinne der Erfindung soll
dabei die Verringerung der Strukturstärke bedeuten während der Scherbelastungsphase
und ihren mehr oder weniger schnellen aber vollständigen Wiederaufbau während der
nachfolgenden Ruhephase. Dieser Abbau/Wiederaufbau-Zyklus ist ein vollständig reversibler
Vorgang und thixotropes Verhalten ist als zeitabhängiges Verhalten definierbar. Ferner
haben sich Kunststoffmaterialien als günstig erwiesen, bei denen die mit einem Rotationsviskosimeter
gemessene Viskosität von 7.000 bis 15.000 mPas reicht, vorzugsweise jedoch ein Wert
von etwa 10.000 mPas bei einer Scherrate von

aufweist. Im Sinne einer sich selbst abreinigenden Oberfläche hat es sich darüber
hinaus als günstig erwiesen, Kunststoffmaterialien zu verwenden, deren Kontaktwinkel
aufgrund ihrer Oberflächenenergie für die Benetzung mit Wasser mindestens einen Wert
von größer 60 grd aufweist. Unter Umständen läßt sich die dahingehende Oberflächenenergie
auch durch nachträgliche Beschichtungsverfahren noch weiter verändern.
[0026] Um die Größen (Höhe)-Verhältnisse des erhaltenen Haftelementematerials zu verdeutlichen,
ist in der Fig. 3 mit X eine Länge bezeichnet, die der Größe von etwa 100
µm entspricht. Im folgenden werden die geometrischen Abmessungen der Haftelemente angegeben,
wobei die angegebenen Größenordnungen der besseren Darstellung wegen nicht direkt
ihren Niederschlag in der Fig.3 finden, die insoweit nur grundsätzlich den Aufbau
des Haftelementematerials wiedergibt. Bei der bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Haftelementematerials befinden sich mehr als 16.000 Haftelemente auf einem cm
2 Trägermaterial 10. Von Oberseite des Trägers 10 aus gerechnet bis zum Abschluß des
Haftelementes über die plane Kopfoberseite weist jedes Haftelement eine Höhe von etwa
100
µm auf, was dem Größenmaßstab X nach der Fig.3 entspricht. Die planen Kopfoberseiten
haben einen Durchmesser von etwa 50
µm und verringern sich in Richtung zum oberen Ende des Stengelteils 17 (Gelenk) auf
eine Größe von etwa 30
µm. Insoweit ist zwischen Kopfteil 16 und Stengelteil 17 an der Stelle des Übergangs
ein Hinterschnitt gebildet. Die Höhe des Kopfteils 16 beträgt etwa 10
µm und die Größe des radialen Überstandes von Kopfteil 16 zu oberem Ende von Stengelteil
17 beträgt ca. 10
µm. Die Abstände zwischen den Begrenzungen von einander benachbart gegenüberliegenden
Kopfteilen 16 betragen 30
µm bis 40
µm. Der Durchmesser des Stengelteils 17 liegt bei etwa 20
µm bis 35
µm. Die dahingehenden Größenverhältnisse sind nur beispielhaft und können im genannten
Größenrahmen geändert werden, wobei jedenfalls sichergestellt sein muß, dass gegenüber
den Stengelteilen 17 das Kopfteil 16 eine plane oder geringfügig konvexe Oberfläche
aufweist, die die Wirkung von Van-der-Waals-Kräften ermöglicht, sofern das Haftelementeteil
mit einer Oberfläche beliebiger Art in Berührung kommt. Bei dem hier großtechnisch
herstellbaren Haftelementeteil sind aufgrund der Nanogestaltung der Haftelemente diese
mit dem bloßen Auge nicht mehr zu erkennen und es ist überraschend, dass aufgrund
des Haftelementeaufbaus eine sehr sichere lösbare Verhaftung über die Van-der-Waals-Kräfte
erfolgt.
[0027] Sowohl die Kopfquerschnitte als auch die Stielquerschnitte können eckig, insbesondere
mit einer hexagonalen Querschnittsform versehen sein und das Aspektverhältnis eines
jeden Haftelementes liegt vorzugsweise zwischen 1:3 und 1:5. Mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren lassen sich Haftelemente auf der Verschlußcharakteristik mittels Van-der-Waals-Kräfte
kostengünstig und funktionssicher in großindustriellem Maßstab zur Verfügung stellen.
1. Verfahren zum Herstellen von Haftelementen auf einem Trägermaterial (10) mittels Einsatz
mindestens eines Kunststoffmaterials, das in mindestens ein Formgebungselement (12)
eingebracht wird, wobei dergestalt Haftelemente mit verbreiterten Enden entstehen,
deren Anhaftung überwiegend mittels Van-der-Waals-Kräften realisiert wird, wobei als
Kunststoffmaterialien anorganische und organische Elastomere, insbesondere Polyvinylsiloxan,
additionsvernetzende Silikon-Elastomere, auch in der Form von Zwei-Komponenten-Systemen,
sowie Acrylate eingesetzt werden, dadurch gekennzeichnet, dass als jeweiliges Formgebungselement ein trommel- oder bandförmiges Sieb (11) eingesetzt
wird, das mit mehr als 10.000, vorzugsweise jedoch mit 16.000 Formhohlräumen (12)
pro cm2 versehen ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass das jeweils verwendete Kunststoffmaterial thixotrop ist und eine mit einem Rotationsviskosimeter
gemessene Viskosität von 7.000 bis 15.000 mPas, vorzugsweise jedoch von etwa 10.000
mPas bei einer Scherrate von

hat.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der jeweilige Formhohlraum (12) in der Art eines Hyperboloids ausgestaltet wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Kunststoffmaterial ein solches eingesetzt wird, dessen Kontaktwinkel aufgrund
der Oberflächenenergie für die Benetzung mit Wasser mindestens einen Wert von größer
60 grd, vorzugsweise von größer 70 grd, ergibt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die verbreiterten Enden der Haftelemente im wesentlichen plan oder leicht konvex
ausgestaltet werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das jeweilige Haftelement aus einem Stengelteil (17) gebildet wird mit einer Höhe
von 50 µm bis 150 µm, vorzugsweise von etwa 90 µm, und einem Durchmesser von 10 µm bis 40 µm, vorzugsweise von etwa 30 µm, und dass die verbreiterten Enden als Kopfteile (18) auf den Stengelteilen (17)
einen Durchmesser von 15 µm bis 70 µm, vorzugsweise von etwa 50 µm, aufweisen.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass bei vernetzbaren Kunststoffmaterialien diese mit oder nach dem Erstellen der Haftelemente,
beispielsweise mit UV-Licht, nachvernetzt werden.
1. A process for producing adhesion elements on a substrate material (10) by using at
least one plastic material which is introduced into at least one shaping element (12),
adhesion elements with widened ends thus being produced, the adhesion of which is
accomplished predominantly by means of van-der-Waals forces, inorganic and organic
elastomers, in particular polyvinyl siloxane, addition-crosslinking silicone elastomers,
also in the form of two-component systems, and acrylates being used as plastic materials,
characterised in that a drum- or strip-shaped screen (11), which is provided with more than 10,000, but
preferably with 16,000 moulded cavities (12) per cm2, is used as the respective shaping element.
2. The process according to Claim 1, characterised in that the respectively used plastic material is thixotropic and has a viscosity of 7,000
to 15,000 mPas measured with a rotary viscosimeter, but preferably has a value of
approximately 10,000 mPas at a shear rate of 10 l/sec.
3. The process according to Claim 1 or 2, characterised in that the respective moulded cavity (12) is configured in the manner of a hyperboloid.
4. The process according to any of Claims 1 to 3, characterised in that the plastic material used is one with a contact angle which has at least a value
of greater than 60 degrees, preferably greater than 70 degrees due to the surface
energy for the crosslinking with water.
5. The process according to any of Claims 1 to 4, characterised in that the widened ends of the adhesion elements are made substantially flat or slightly
convex.
6. The process according to any of Claims 1 to 5, characterised in that the respective adhesion element is formed from a stem part (17) with a height of
50 µm to 150 µm, preferably approximately 90 µm, and a diameter of from 10 µm to 40
µm, preferably of approximately 30 µm, and that the widened ends have as head parts
(18) on the stem parts (17) a diameter of 15 µm to 70 µm, preferably of approximately
50 µm.
7. The process according to any of Claims 1 to 6, characterised in that for crosslinkable plastic materials they are re-crosslinked with or after preparation
of the adhesion elements, for example with UV light.
1. Procédé de fabrication d'éléments agrippants sur une matière (10) de support, en utilisant
au moins une matière plastique, qui est mise dans un élément (12) donnant la forme,
des éléments agrippants étant ainsi créés en ayant des extrémités élargies, dont l'agrippage
est réalisé principalement au moyen de forces de Van-der-Waals, en utilisant comme
matière plastique des élastomères minéraux et organiques, notamment du polyvinylsiloxane,
des élastomères de silicone se réticulant par addition, également sous la forme de
systèmes à deux composants, ainsi que des acrylates, caractérisé en ce qu'on utilise, comme élément respectif donnant la forme, un tamis (11) en forme de tambour
ou de bande, qui est pourvu de plus de 10 000, toutefois de préférence de 16000, empreintes
(12) de moule par cm2.
2. Procédé suivant la revendication 1,
caractérisé en ce que la matière plastique utilisée est thixotrope et a une viscosité, mesurée au viscosimètre
de rotation, de 7 000 à 15 000 mPas, toutefois de préférence d'environ 10 000 mPas,
à un gradient de cisaillement de
3. Procédé suivant la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que l'empreinte (12) de moule respective est conformée à la manière d'un hyperboloïde.
4. Procédé suivant l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'on utilise, comme matière plastique, une matière plastique dont l'angle de contact,
en raison de l'énergie superficielle pour le mouillage par de l'eau, donne au moins
une valeur plus grande que 60 degrés, de préférence plus grande que 70 degrés.
5. Procédé suivant l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que les extrémités élargies des éléments agrippants sont sensiblement planes ou légèrement
convexes.
6. Procédé suivant l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que l'élément agrippant respectif est formé d'une partie (17) de tige d'une hauteur de
50 µm à 150 µm, de préférence d'environ 90 µm, et d'un diamètre de 10 µm à 40 µm, de préférence d'environ 30 µm, et en ce que les extrémités élargies ont, en tant que parties (18) de tête sur les parties (17)
de tige, un diamètre de 15 µm à 70 µm, de préférence d'environ 50 µm.
7. Procédé suivant l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que, pour des matières plastiques réticulables, on les post-réticule, pendant ou après
la fabrication des éléments agrippants, par exemple par de la lumière UV.