[0001] Die Erfindung geht aus von einer mobilen Vorrichtung zum Superfinishen (Superfinishen
entspricht nach DIN 8589 dem Kurzhub-Außenhonen), wie sie bspw. an Drehmaschinen oder
Schleifmaschinen eingesetzt werden.
[0002] Diese Vorrichtungen zum Superfinishen weisen ein Werkzeug auf, entsprechend der DIN
8589-3.3 (geometrisch unbestimmte Schneide), das mit Hilfe eines Antriebs in eine
oszillierende Bewegung versetzt werden kann. Außerdem weisen sie Befestigungsmittel
auf, mit deren Hilfe die Vorrichtung an einer Bearbeitungsmaschine befestigt werden
kann.
[0003] Aus der
DE 86 84 10 C ist eine solche Vorrichtung bekannt, die als Zusatzgerät an einer normalen Drehmaschine
oder Rundschleifmaschine einsetzbar ist. Das Gehäuse dieser Vorrichtung hat bereichsweise
einen quadratischen Querschnitt und kann mit diesem Bereich des Gehäuses wie ein Drehmeißel
auf dem Support einer Drehmaschine eingespannt werden. Um die erforderliche Oszillationsbewegung
des Werkzeugs relativ zu einer Drehachse des Werkstücks zu erzeugen, weist diese Vorrichtung
einen Flanschmotor auf, der fest mit dem Gehäuse der Vorrichtung verbunden ist.
[0004] Wegen ihrer Mobilität und Flexibilität sind diese mobilen Vorrichtungen zum Superfinishen
vielseitig einsetzbar und erlauben in vielen Anwendungsfällen den Verzicht auf die
Anschaffung einer gesonderten Maschine.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine mobile Vorrichtung zum Superfinishen
weiter zu optimieren, insbesondere im Hinblick auf die Herstellungskosten und den
Bauraumbedarf. Außerdem soll der Anwendungsbereich der Vorrichtung zum Superfinishen
erweitert werden.
[0005] Diese Aufgabe wird bei einer Vorrichtung zum Superfinishen eines werkstücks mit einem
Werkzeug, mit Mitteln zum Antrieb des Werkzeuges und mit Befestigungsmitteln zum Befestigen
der vorrichtung auf einer Werkzeugmaschine erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die
Vorrichtung einen angetriebenen Werkzeughalter aufweist.
[0006] Durch den erfindungsgemäß beanspruchten angetriebenen Werkzeughalter kann auf einen
internen Antrieb bei der Vorrichtung zum Superfinishen verzichtet werden. Dadurch
ergeben sich naturgemäß erhebliche Kosteneinsparungen und der Bauraumbedarf der erfindungsgemäßen
Vorrichtung zum Superfinishen wird deutlich reduziert. Außerdem kann die erfindungsgemäße
Vorrichtung überall dort problemlos eingesetzt werden, wo ein Werkzeughalter, bevorzugt
ein genormter Werkzeughalter, vorhanden ist.
[0007] Bei einer besonders vorteilhaften variance der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist
der Werkzeughalter über zwei parallel zueinander angeordnete Blattfedern mit dem Werkzeug
gekoppelt. Durch diese Art der Kopplung wird eine ausreichend präzise und spielfreie
Parallelführung des Werkzeuges ermöglicht bei gleichzeitig geringen Herstellungskosten.
[0008] Besonders vorteilhaft ist es, wenn der angetriebene Werkzeughalter z.B. der DIN 69881,
DIN 6499B, DIN 69880, DIN 6358 und/oder DIN 1835 entspricht. Dadurch ist es möglich,
die erfindungsgemäße Vorrichtung an allen Werkzeugmaschinen einzusetzen, die einen
Antrieb aufweisen, der mit einem angetriebenen Werkzeughalter kompatibel ist.
Dies können bspw. Werkzeugrevolver von Drehmaschinen sein, bei denen mindestens eine
Aufnahme des Werkzeugrevolvers einen Antrieb aufweist. Selbstverständlich können auch
andere Antriebe, die bevorzugt mit einem werkzeughalter nach einer der oben genannten
Normen kompatibel sind, eingesetzt werden.
[0009] Die Kompatibilität zu bestehenden werkzeugaufnahmesystemen, insbesondere von Werkzeugaufnahmesystemen
mit Antrieb, erlaubt auch den Verzicht auf eine zusätzliche numerische Achse für die
erfindungsgemäße Vorrichtung zum Superfinishen, da in der Regel die angetriebenen
Werkzeuge einer NC-Bearbeitungsmaschine auch eine oder mehrere NC-Achsen haben mit
deren Hilfe sie steuerbar sind.
[0010] Um den Antrieb des Werkzeughalters zu ermöglichen, ist in weiterer vorteilhafter
Ausgestaltung der Erfindung an dem angetriebenen Werkzeughalter eine drehbar gelagerte
Spindel mit verschiedenen Kupplungen z.B. nach DIN 5481 und/oder DIN 5482 vorhanden.
[0011] Diese drehbar gelagerte Spindel treibt beispielsweise einen Exzenter an, der wiederum
die werkzeugaufnahme mindestens mittelbar in eine oszillierende Bewegung versetzt.
Durch diese einfache Konstruktion kann die Drehbewegung, die der erfindungsgemäßen
Vorrichtung von der Bearbeitungsmaschine zur Verfügung gestellt wird, auf einfache
Weise in die erforderliche oszillierende Bewegung des werkzeuges umgesetzt werden.
Selbstverständlich ist die Erfindung jedoch nicht auf Exzenterantriebe beschränkt,
sondern es sind auch andere konstruktive Lösungen, vom Erfindungsgedanken umfasst.
[0012] Die Umsetzung der Bewegung des Exzenters in eine oszillierende Bewegung des Werkzeuges
kann auf einfache Weise beispielsweise dadurch erfolgen, dass die Werkzeugaufnahme
eine Aufnahme für den Exzenter aufweist. Dadurch ist es möglich, das Werkzeug in einer
Richtung, die bevorzugt parallel zur Längsachse des zu bearbeitenden Werkstücks verläuft,
oszillieren zu lassen.
[0013] Es versteht sich von selbst, dass bei Bedarf zwischen der Spindel des angetriebenen
Werkzeughalters und dem Exzenter ein winkelgetriebe vorgesehen sein kann. Damit kann
die Bearbeitung von verschiedensten Werkstücken, unabhängig von der Lage des angetriebene
Werkzeughalters an der Bearbeitungsmaschine befestigt ist, vorgenommen werden.
[0014] Das Werkzeug kann sowohl als z.B. keramisch gebundener Stein als auch z.B. auf flexibler
Unterlage als Band ausgebildet sein. Wenn das Werkzeug als Band ausgebildet ist, hat
es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn das Werkzeug kontinuierlich oder getaktet weiter
bewegt wird, so dass der Verschleiß des Werkzeuges ausgeglichen werden kann und immer
wieder unverbrauchte Schleifkörner zum Einsatz kommen. Dadurch wird die Prozesssicherheit
und die Leistungsfähigkeit der Finish-Bearbeitung erhöht.
[0015] Des Weiteren ist es in vielen Anwendungsfällen vorteilhaft, wenn das Band von einem
Formkörper in die gewünschte Form gebracht wird, so dass die Genauigkeit des gefinishten
Werkstücks bezüglich zylindrizität, Rundheit und Welligkeit weiter verbessert wird.
[0016] Besonders vorteilhaft ist der Einsatz der erfindungsgemäßen Vorrichtung auf einer
Drehmaschine, insbesondere einer Hartdrehmaschine und/oder einer Schleifmaschine.
Wenn die erfindungsgemäße Vorrichtung bei einer Hartdrehmaschine eingesetzt wird,
kann in vielen Fällen auf das Schleifen verzichtet werden.
[0017] Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind der nachfolgenden
Zeichnung, deren Beschreibung und den Patentansprüchen entnehmbar.
[0018] Alle in der Zeichnung, deren Beschreibung und den Patentansprüchen genannten Vorteile
können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination miteinander erfindungswesentlich
sein.
Zeichnung
[0019] Es zeigen:
- Figur 1
- eine Ansicht von oben auf ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
zum Superfinishen in radialer Bauform und
- Figur 2
- eine Ansicht von oben auf ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
zum Superfinishen in axialer Bauform
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0020] Figur 1 zeigt eine Draufsicht auf ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung zum Superfinishen. Mit dem Bezugszeichen 1 ist ein zylindrisches werkstück
bezeichnet, das um seine Längsachse la von einer nicht dargestellten Drehmaschine
oder einer anderen Bearbeitungsmaschine in Drehung versetzt wird- Auch die Einspannung
des Werkstücks 1 ist nicht dargestellt.
[0021] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Superfinishen ist in ihrer Gesamtheit mit dem
Bezugszeichen 3 versehen- In Anlage an dem Werkstück 1 befindet sich ein Werkzeug
5, welches das zylindrische Werkstück 1 über einen Teil seines Umfangs umschließt.
Das Werkzeug 5 ist in einer Werkzeugaufnahme 5a aufgenommen. Im gezeigten Ausführungsbeispiel
umschließt das Werkzeug 5 das Werkstück 1 über einen größeren Winkelbereich, von beispielsweise
bis zu 120°. Während der Bearbeitung wird das Werkzeug 5 in eine oszillierende Bewegung
versetzt, die durch einen Doppelpfeil 7 angedeutet ist.
[0022] Die Werkzeugaufnahme 5a ist an parallel zueinander angeordneten Blattfedern 9 spielfrei
befestigt. An dem der Werkzeugaufnahme 5a abgewandten Enden der Blattfedern 9 sind
diese an einem angetriebenen werkzeughalter 13 befestigt. Der Werkzeughalter 13 besteht
im wesentlichen aus einem Zapfen 15, der z.B. in Übereinstimmung mit der DIN 69880,
auf die hiermit Bezug genommen wird, ausgestaltet ist.
[0023] An dem Zapfen 15 ist eine Abflachung 17 mit mehreren Nuten 19 ausgebildet. Im zapfen
15 ist eine Spindel 21 drehbar gelagert. Der Zapfen 15 in Verbindung mit der Spindel
21 und verschiedenen Kupplungsstücken 21a nach z.B. DIN 5481 oder DIN 5482 können
beispielsweise die Schnittstelle zu einem Werkzeugrevolver einer nicht dargestellten
Drehmaschine darstellen.
[0024] Mit Hilfe des Zapfens 15 kann die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Superfinishen
3 in dem Revolver einer Bearbeitungsmaschine befestigt werden. Mit Hilfe der Spindel
21 und der Kupplung 21a kann die erforderliche Antriebsleistung für die oszillierende
Bewegung des Werkzeuges 5 von der Bearbeitungsmaschine (nicht dargestellt) auf die
Vorrichtung zum Superfinishen 3 übertragen werden.
[0025] Eine Drehachse der Spindel 21 ist in Figur 1 und 2 mit dem Bezugszeichen 23 versehen.
über ein nicht dargestelltes Winkelgetriebe wird ein Exzenter 25, der wiederum in
der Werkzeugaufnahme 5a aufgenommen ist, angetrieben. Dabei wird die Bewegung des
Exzenters 25 über z.B. Passleisten 27 auf die Werkzeugaufnahme 5a übertragen.
[0026] Somit ist es möglich, die für das Superfinishen erforderliche Relativbewegung (siehe
Bezugszeichen 7)zwischen Werkstück 1 und Werkzeug 5 auf einfachste Weise bereitzustellen.
Dabei benötigt die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Superfinishen 3 keinen in die
vorrichtung zum Superfinishen 3 integrierten Antrieb Wegen der genormten Schnittstelle
zwischen der erfindungsgemäßen Vorrichtung 3 und der nicht dargestellten Bearbeitungsmaschine,
sind der Anschluss und die Einbindung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung 3 an viele
Bearbeitungsmaschinen ohne nennenswerten Aufwand möglich.
[0027] Figur 2 zeigt eine Draufsicht auf ein zweites Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung zum Superfinishen. Mit dem Bezugszeichen 1 ist ein Werkstück mit einer
Planfläche bezeichnet, das um eine Drehachse la gedreht wird. Daran soll veranschaulicht
werden, dass sowohl zylindrische als auch ebene Werkstückoberflächen mit der erfindungsgemäßen
Vorrichtung bearbeitet werden können.
[0028] Auch in dieser Darstellung sind weder die Aufnahme des Werkstücks 1 in einer Spannzange
oder einem anderen Spannmittel der Bearbeitungsmaschine noch der Revolver der Bearbeitungsmaschine
in der die erfindungsgemäße Vorrichtung 3 aufgenommen wird, dargestellt. Gleiche Bauteile
haben das gleiche Bezugszeichen wie in Figur 1 und es gilt das bezüglich Figur 1 Gesagte
entsprechend.
[0029] Bei diesem Ausführungsbeispiel ist ein Winkelgetriebe nicht unbedingt erforderlich.
1. Vorrichtung zum Superfinishen eines Werkstücks (1) mit Werkzeug (5), mit Mitteln zum
Antrieb des Werkzeuges(5) und mit Befestigungsmitteln zum Befestigen der Vorrichtung
(3) an einer Werkzeugmaschine, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung einen angetriebenen Werkzeughalter (13) aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, das Werkzeug (5) in einer Werkzeugaufnahme (5a) gehalten wird, und dass die Werkzeugaufnahme
(5a) über zwei parallel zueinander angeordnete Blattfedern (9) mit dem Werkzeughalter
(13) gekoppelt ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der angetriebene Werkzeughalter (13) z.B. der DIN 69 880, DIN 69 881, DIN 6499B,
DIN 69880, DIN 6358 und/oder DIN 1835 entspricht.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der angetriebene Werkzeughalter (13) einen Zapfen (15) umfasst.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Zapfen (15) mehrere Nuten (19) umfasst.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Zapfen (15) eine Abflachung (17) umfasst.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der angetriebene Werkzeughalter (13) eine drehbar gelagerten Spindel (21) aufweist.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Spindel (21) einen Exzenter (25) antreibt, und dass der Exzenter (25) die Werkzeugaufnahme
(5a) mindestens mittelbar in eine oszillierende Bewegung (7) versetzt.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Werkzeugaufnahme (5a) eine Aufnahme für den Exzenter (25) aufweist.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Spindel (21) und dem Exzenter (25) ein Winkelgetriebe und/oder ein Übersetzungsgetriebe
vorgesehen ist.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Spindel (21) und dem Exzenter (25) ein Getriebe vorgesehen ist.
12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug (5) der DIN 85893.3 mit geometrisch unbestimmter Schneide entspricht.
13. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (3) auf einer Drehmaschine, insbesondere einer Hartdrehmaschine,
und/oder einer Schleifmaschine eingesetzt wird.