[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Ventils, das einen Ventilkörper,
eine Ventilnadel und eine Ventilfeder umfasst und das einen Faltenbalg zum Abdichten
eines Hochdruckbereichs gegenüber einem Niederdruckbereich des Ventils aufweist.
[0002] Ein Ventil für ein direktes Einspritzen von Kraftstoff in einen Brennraum eines Ottomotors
weist eine Ventilnadel auf, die zum Zumessen des Kraftstoffs axial aus ihrer Schließposition
heraus bewegbar ist. Ein Kraftstoffdurchfluss durch das Ventil ist vorgegeben durch
einen Hub der Ventilnadel, einen Durchmesser eines Sitzes der Ventilnadel in dem Ventil
und einen Kraftstoffdruck in dem Ventil. Die Ventilnadel wird durch eine Federkraft
einer Ventilfeder und einer aus dem Kraftstoffdruck resultierenden hydraulischen Kraftkomponente
in ihrer Schließposition gehalten, wenn die Ventilnadel nicht durch einen Hubaktor
des Ventils aus ihrer Schließposition heraus bewegt ist. Ein Hub des Hubaktors, und
somit auch der Hub der Ventilnadel, ist abhängig von einer axialen Kraft, die einer
Auslenkung des Hubaktors entgegen wirkt und die zum Öffnen des Ventils durch den Hubaktor
überwunden werden muss. Ferner ist der Hub des Hubaktors abhängig von einer Ansteuerung
des Hubaktors.
[0003] Die Aufgabe der Erfindung ist, ein Verfahren zum Herstellen eines Ventils zu schaffen,
bei dem eine Streuung einer axialen Kraft zum Betätigen des Ventils gering ist.
[0004] Die Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale der unabhängigen Patentansprüche. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0005] Gemäß eines ersten Aspekts zeichnet sich die Erfindung aus durch ein Verfahren zum
Herstellen eines Ventils, das einen Ventilkörper, eine Ventilnadel und eine Ventilfeder
umfasst. Ferner weist das Ventil einen Faltenbalg zum Abdichten eines Hochdruckbereichs
gegenüber einem Niederdruckbereich des Ventils auf. Bei dem Verfahren wird eine eine
hydraulisch wirksame Querschnittsfläche des Faltenbalgs repräsentierende Größe ermittelt.
Die Ventilfeder wird bezogen auf ihre Federkraft abhängig von der die hydraulisch
wirksame Querschnittsfläche des Faltenbalgs repräsentierenden Größe ausgewählt. Die
Ventilnadel wird in dem Ventilkörper angeordnet und wird so über die Ventilfeder und
den Faltenbalg mit dem Ventilkörper gekoppelt, dass das Ventil mittels einer vorgegebenen
axialen Kraft, die auf die Ventilnadel wirkt, abhängig von einem in dem Niederdruckbereich
oder dem Hochdruckbereich vorherrschenden Fluiddruck zu öffnen oder zu schließen ist.
[0006] Durch das Auswählen der Ventilfeder abhängig von der hydraulisch wirksamen Querschnittsfläche
des Faltenbalgs kann die vorgegebene axiale Kraft besonders präzise und mit geringen
Streuungen erreicht werden. Dadurch kann die vorgegebene axiale Kraft für alle nach
diesem Verfahren hergestellten Ventile zuverlässig eingestellt werden. Ein zusätzlicher
Kalibrierschritt zum Einstellen der vorgegebenen axialen Kraft ist nach einer Montage
des Ventils somit nicht erforderlich. Ein gewünschter Durchfluss durch das Ventil
kann so einfach und zuverlässig erreicht werden, ohne für das Ansteuern des Ventils
eine individuell erforderliche axiale Kraft zum Öffnen oder Schließen des Ventils
berücksichtigen zu müssen.
[0007] Gemäß eines zweiten Aspekts zeichnet sich die Erfindung aus durch ein Verfahren zum
Herstellen eines Ventils, das einen Ventilkörper, eine Ventilnadel und eine Ventilfeder
umfasst. Das Ventil weist ferner einen Faltenbalg zum Abdichten eines Hochdruckbereichs
gegenüber einem Niederdruckbereich des Ventils auf. Eine Federkraft der Ventilfeder
wird ermittelt. Der Faltenbalg wird bezogen auf eine seine hydraulisch wirksame Querschnittsfläche
repräsentierende Größe abhängig von der Federkraft der Ventilfeder ausgewählt. Die
Ventilnadel wird in dem Ventilkörper angeordnet. Ferner wird die Ventilnadel so über
die Ventilfeder und den Faltenbalg mit dem Ventilkörper gekoppelt, dass das Ventil
mittels einer vorgegebenen axialen Kraft, die auf die Ventilnadel wirkt, abhängig
von einem in dem Niederdruckbereich oder dem Hochdruckbereich vorherrschenden Fluiddruck
zu öffnen oder zu schließen ist.
[0008] Durch das Auswählen des Faltenbalgs abhängig von der Federkraft der Ventilfeder kann
die vorgegebene axiale Kraft besonders präzise und mit geringen Streuungen erreicht
werden. Dadurch kann die vorgegebene axiale Kraft für alle nach diesem Verfahren hergestellten
Ventile zuverlässig eingestellt werden. Ein zusätzlicher Kalibrierschritt zum Einstellen
der vorgegebenen axialen Kraft ist nach der Montage des Ventils somit nicht erforderlich.
Der gewünschter Durchfluss durch das Ventil kann so einfach und zuverlässig erreicht
werden, ohne für das Ansteuern des Ventils die individuell erforderliche axiale Kraft
zum Öffnen oder Schließen des Ventils berücksichtigen zu müssen.
[0009] In einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens ist die die hydraulisch wirksame
Querschnittsfläche des Faltenbalgs repräsentierende Größe ein Außendurchmesser des
Faltenbalgs. Dem liegt die Erkenntnis zugrunde, dass bedingt durch das Fertigungsverfahren
des Faltenbalgs im Wesentlichen nur der Außendurchmesser des Faltenbalgs eine relevante
Abweichung von einem Sollwert des Außendurchmessers aufweist und andere Größen des
Faltenbalgs, z.B. ein Innendurchmesser oder eine Dicke oder Steifigkeit des Materials
des Faltenbalgs, im Wesentlichen ihrem jeweiligen Sollwert entsprechen. Somit ist
die hydraulisch wirksame Querschnittsfläche des Faltenbalgs im Wesentlichen abhängig
von dessen Außendurchmesser. Dadurch ist das Ermitteln der die hydraulisch wirksame
Querschnittsfläche des Faltenbalgs repräsentierenden Größe besonders einfach möglich,
da der Außendurchmesser des Faltenbalgs sehr einfach ermittelbar ist.
[0010] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind im Folgenden anhand der schematischen Zeichnungen
erläutert. Es zeigen:
Figur 1 ein Teil eines Ventils mit einem Ventilkörper,
Figur 2 ein erster Ausschnitt aus dem Teil des Ventils,
Figur 3 ein zweiter Ausschnitt aus dem Teil des Ventils,
Figur 4 ein Ablaufdiagramm eines ersten Verfahrens zum Herstellen des Ventils und
Figur 5 ein Ablaufdiagramm eines zweiten Verfahrens zum Herstellen des Ventils.
[0011] Elemente gleicher Konstruktion oder Funktion sind figurenübergreifend mit den gleichen
Bezugszeichen versehen.
[0012] Ein Ventil, z.B. ein Einspritzventil für eine Brennkraftmaschine, umfasst einen Ventilkörper
1, in dem eine Ventilnadel 2 angeordnet ist (Figur 1). An dem Ventilkörper 1 ist ein
Ventildeckel 3 dicht befestigt, z.B. durch Anschweißen, der einen Fluidzulauf 4 aufweist
und der einen Hochdruckbereich des Ventils innerhalb des Ventilkörpers 1 von einem
Niederdruckbereich des Ventils außerhalb des Ventilkörpers 1 trennt. Über den Fluidzulauf
4 kann dem Ventil ein Fluid, beispielsweise Kraftstoff, zugeführt werden. Vorzugsweise
wird das Fluid mit einem hohen Fluiddruck, z.B. 200 bar, zugeführt.
[0013] An dem Ventildeckel 3 ist ein erster Befestigungsring 5 dicht befestigt, z.B. durch
Anschweißen. Die Ventilnadel 2 ist in dem ersten Befestigungsring 5 axial bewegbar
angeordnet. An der Ventilnadel 2 ist ein zweiter Befestigungsring 6 befestigt, z.B.
durch Aufpressen. Ein Faltenbalg 7, der vorzugsweise als ein Metallfaltenbalg ausgebildet
ist, ist mit einem ersten axialen Ende an dem ersten Befestigungsring 5 und mit einem
zweiten axialen Ende an dem zweiten Befestigungsring 6 dicht befestigt, z.B. durch
Anschweißen. Dadurch ist der Hochdruckbereich des Ventils, dem das unter hohem Fluiddruck
stehende Fluid über den Fluidzulauf 4 zuführbar ist, gegenüber dem Niederdruckbereich
des Ventils, der sich auf einem der Ventilnadel 2 zugewandten Innenbereich des Faltenbalgs
7 befindet, auch bezüglich einer Durchführung der Ventilnadel 2 durch den Ventildeckel
3 zuverlässig abgedichtet.
[0014] In dem Ventilkörper 1 ist ferner eine Ventilfeder 8 zwischen dem Ventilkörper 1 und
einem Federteller 9 angeordnet. Der Federteller 9 ist mit dem zweiten Befestigungsring
6 gekoppelt. Dadurch wirkt eine Federkraft F3 der Ventilfeder 8 derart auf die Ventilnadel
2, dass diese in einen Ventilsitz 10 des Ventilkörpers 1 gezogen wird und das Ventil
somit verschließt. In einem dem Ventilsitz 10 abgewandten Ende der Ventilnadel 2 ist
in dem Niederdruckbereich des Ventils ein Hubaktor 11 angeordnet. Der Hubaktor 11
ist beispielsweise als ein Piezoaktor ausgebildet und ist so ausgebildet, dass die
Ventilnadel 2 abhängig von einer elektrischen Ansteuerung des Hubaktors 11 entgegen
der Federkraft F3 axial aus ihrer Schließposition heraus bewegbar ist. Ein Hub des
Hubaktors 11, und somit auch ein Hub der Ventilnadel 2, ist abhängig von der Ansteuerung
des Hubaktors 11 und von einer axialen Kraft, die einer Auslenkung des Hubaktors 11
entgegen wirkt und die so gerichtet ist, dass die Ventilnadel 2 in ihre Schließposition
gezogen wird.
[0015] Auf die Ventilnadel 2 wirken verschiedene axiale Kräfte. In Schließrichtung wirkt
die Federkraft F3 der Ventilfeder 8 und eine Federkraft des Faltenbalgs 7, die abhängig
ist von dessen Steifigkeit. Ferner wirkt in Schließrichtung eine hydraulisch schließende
Kraft F1, die abhängig ist von einem hydraulisch wirksamen Durchmesser D1 des Faltenbalgs
7 (Figur 2).
[0016] Eine hydraulisch wirksame Querschnittsfläche des Faltenbalgs 7 ist abhängig von dem
hydraulisch wirksamen Durchmesser D1 des Faltenbalgs 7. Der hydraulisch wirksame Durchmesser
D1 des Faltenbalgs 7 bzw. die hydraulisch wirksame Querschnittsfläche des Faltenbalgs
7 sind insbesondere abhängig von einem Außendurchmesser des Faltenbalgs 7, können
jedoch auch von einer anderen Größe des Faltenbalgs 7 abhängig sein. Bedingt durch
das Fertigungsverfahren des Faltenbalgs 7 kann die hydraulisch wirksame Querschnittsfläche
des Faltenbalgs 7 im Wesentlichen nur abhängig sein z.B. von dessen Außendurchmesser.
Der Außendurchmesser des Faltenbalgs 7 ist dann eine die hydraulisch wirksame Querschnittsfläche
des Faltenbalgs 7 repräsentierende Größe. Die die hydraulisch wirksame Querschnittsfläche
des Faltenbalgs 7 repräsentierende Größe kann jedoch ebenso z.B. die hydraulisch wirksame
Querschnittsfläche des Faltenbalgs 7 oder der hydraulisch wirksame Durchmesser D1
des Faltenbalgs 7 sein. Vorzugsweise wird die die hydraulisch wirksame Querschnittsfläche
repräsentierende Größe und ein Zusammenhang mit der hydraulisch wirksamen Querschnittsfläche
für einen Typ oder eine Bauform des Faltenbalgs 7 experimentell ermittelt, so dass
mittels der die hydraulisch wirksame Querschnittsfläche repräsentierenden Größe einfach
auf die hydraulisch wirksame Querschittsfläche des jeweiligen Faltenbalgs 7 dieses
Typs bzw. dieser Bauform geschlossen werden kann. Eine mathematische Herleitung des
Zusammenhangs ist gegebenenfalls für den Typ oder die Bauform des Faltenbalgs 7 ebenfalls
möglich.
[0017] In einem der Ventilnadel 2 abgewandten Außenbereich des Faltenbalgs 7, also in dem
Hochdruckbereich des Ventils, herrscht der hohe Fluiddruck, z.B. mehrere zehn oder
hundert bar. In dem Innenbereich des Faltenbalgs 7, also in dem Niederdruckbereich
des Ventils, herrscht der niedrige Fluiddruck, z.B. weniger als zehn bar. Eine solche
Druckdifferenz zischen dem Außenbereich und dem Innenbereich des Faltenbalgs 7 kann
zu einem Zusammenpressen des Faltenbalgs 7 führen, wodurch die hydraulisch schließende
Kraft F1 abhängig von einem Betrag der Druckdifferenz ist.
[0018] Eine hydraulisch öffnende Kraft F2 wirkt abhängig von dem Fluiddruck in dem Hochdruckbereich
des Ventils und abhängig von einem Dichtkreisdurchmesser D2 des Ventilsitzes 10 auf
die Ventilnadel 2 der hydraulisch schließenden Kraft F1 entgegen (Figur 3). Die hydraulisch
schließende Kraft F1 und die hydraulisch öffnende Kraft F2 sind vorzugsweise so aufeinander
abgestimmt, dass die hydraulisch schließende Kraft F1 mindestens so groß ist wie die
hydraulisch öffnende Kraft F2. Dadurch ist sichergestellt, dass auch mit zunehmendem
Fluiddruck in dem Hochdruckbereich des Ventils die Ventilnadel 2 in ihre Schließposition
in den Ventilsitz 10 gedrückt wird und das Ventil somit zuverlässig und dicht schließt.
Die Ventilfeder 8 stellt sicher, dass das Ventil auch dann geschlossen bleibt, wenn
der Fluiddruck in dem Hochdruckbereich des Ventils sehr gering ist, z.B. während einer
Betriebspause des Ventils.
[0019] Aufgrund von fertigungstechnisch unvermeidbaren Toleranzen kann die hydraulisch wirksame
Querschnittsfläche des Faltenbalgs 7 oder die Federkraft F3 der Ventilfeder 8 für
jeden hergestellten Faltenbalg 7 oder für jede hergestellte Ventilfeder 8 unterschiedlich
sein. Dies hat zur Folge, dass eine Bilanz der Federkraft F3, der hydraulisch schließenden
Kraft F1 und der hydraulisch öffnenden Kraft F2 von Ventil zu Ventil variieren kann.
Dadurch kann jedoch entsprechend auch die axiale Kraft variieren, die der Hubaktor
11 aufbringen muss, um die Ventilnadel 2 aus ihrer Schließposition heraus bewegen
zu können. Da der Hub des Hubaktors 11 ebenfalls abhängig von der auf den Hubaktor
11 wirkenden axialen Kraft ist, kann somit bei einer vorgegebenen Ansteuerung des
Hubaktors 11 auch ein Öffnungsgrad des Ventils variieren. Eine Einspritzmenge des
Fluids ist jedoch abhängig von dem Dichtkreisdurchmesser D2 und von dem Öffnungsgrad
des Ventils. Bei der vorgegebenen Ansteuerung des Hubaktors 11 kann somit auch die
Einspritzmenge des Fluids entsprechend variieren. Beispielsweise kann der Außendurchmesser
des Faltenbalgs 7 um etwa 0,2 Millimeter von seinem Sollwert abweichen. Dies kann
zu einer Abweichung der axialen Kraft um z.B. etwa 20 bis 30 Newton führen.
[0020] Um bei der vorgegebenen Ansteuerung des Hubaktors 11 mit jedem Injektor eine gleich
große Menge Fluid zumessen zu können, muss die auf den Hubaktor 11 wirkende axiale
Kraft für jedes Einspritzventil etwa gleich groß sein. Dies kann erreicht werden durch
Auswählen einer geeigneten Kombination der Ventilfeder 8 bezüglich ihrer Federkraft
F3 und dem Faltenbalg 7 bezüglich seiner hydraulisch wirksamen Querschnittsfläche
während der Montage des Ventils bzw. seiner die hydraulisch wirksame Querschnittsfläche
repräsentierenden Größe.
[0021] Figur 4 zeigt ein Ablaufdiagramm eines ersten Verfahrens zum Herstellen des Ventils.
Das Verfahren beginnt in einem Schritt S1. In einem Schritt S2 wird die die hydraulisch
wirksame Querschnittsfläche des Faltenbalgs 7 repräsentierende Größe ermittelt, z.B.
der Außendurchmesser des Faltenbalgs 7 oder der hydraulisch wirksame Durchmesser D1
des Faltenbalgs 7. In einem Schritt S3 wird abhängig von der die hydraulisch wirksame
Querschnittsfläche des Faltenbalgs 7 repräsentierenden Größe die Ventilfeder 8 bezogen
auf ihre Federkraft F3 ausgewählt.
[0022] Das Auswählen erfolgt z.B. für das in Figur 1 dargestellte Ventil derart, dass die
Federkraft F3 der Ventilfeder 8 umso größer gewählt wird, je kleiner die hydraulisch
wirksame Querschnittsfläche des Faltenbalgs 7 ist. Entsprechend wird die Federkraft
F3 der Ventilfeder 8 umso kleiner gewählt, je größer die hydraulisch wirksame Querschnittsfläche
des Faltenbalgs 7 ist.
[0023] Das Auswählen wird vorzugsweise automatisch ausgeführt, z.B. mittels eines Steuerprogramms.
Das Steuerprogramm hat beispielsweise zugriff auf die jeweilige Federkraft F3 der
für die Montage des Ventils verfügbaren Ventilfedern 8. Das Steuerprogramm ermittelt
z.B. aus der die hydraulisch wirksame Querschnittsfläche des Faltenbalgs 7 repräsentierenden
Größe diejenige Ventilfeder 8, deren Federkraft F3 im Zusammenwirken mit der die hydraulisch
wirksame Querschnittsfläche des Faltenbalgs 7 repräsentierenden Größe zu der axialen
Kraft führt, die von der vorgegebenen axialen Kraft möglichst wenig abweicht.
[0024] Der Faltenbalg 7 und die Ventilfeder 8 entsprechen zwei parallel angeordneten Federn,
deren Federkräfte sich addieren. Somit kann durch geeignetes Kombinieren des Faltenbalgs
7 bezüglich seiner die hydraulisch wirksame Querschnittsfläche repräsentierenden Größe
und der Ventilfeder 8 bezüglich ihrer Federkraft F3 eine axiale Kraft vorgegeben werden,
die auf die Ventilnadel 2 wirken soll.
[0025] In einem Schritt S4 wird die Ventilnadel 2 in dem Ventilkörper 1 angeordnet und über
die Ventilfeder 8 und den Faltenbalg 7 so mit dem Ventilkörper 1 gekoppelt, dass das
Ventil mittels der vorgegebenen axialen Kraft abhängig von dem in dem Niederdruckbereich
oder dem Hochdruckbereich vorherrschenden Fluiddruck zu öffnen oder zu schließen ist.
Das Verfahren endet in dem Schritt S5.
[0026] Figur 5 zeigt ein Ablaufdiagramm eines zweiten Verfahrens zum Herstellen des Ventils,
das in einem Schritt S6 beginnt. In einem Schritt S7 wird die Federkraft F3 der Ventilfeder
8 ermittelt. In einem Schritt S8 wird abhängig von der Federkraft F3 der Ventilfeder
8 der Faltenbalg 7 bezogen auf die seine hydraulisch wirksame Querschnittsfläche repräsentierende
Größe ausgewählt.
[0027] Die Auswahl erfolgt dabei derart, dass die hydraulisch wirksame Querschnittsfläche
des Faltenbalgs 7 umso größer gewählt wird, je kleiner die Federkraft F3 der Ventilfeder
8 ist, und umso kleiner gewählt wird, je größer die Federkraft F3 der Ventilfeder
8 ist.
[0028] Das Auswählen wird vorzugsweise automatisch ausgeführt, z.B. mittels des Steuerprogramms.
Das Steuerprogramm hat beispielsweise zugriff auf die jeweilige die hydraulisch wirksame
Querschnittsfläche repräsentierende Größe der für die Montage des Ventils verfügbaren
Faltenbälge 7. Das Steuerprogramm ermittelt z.B. aus der Federkraft F3 denjenigen
Faltenbalg 7, dessen die hydraulisch wirksame Querschnittsfläche repräsentierende
Größe im Zusammenwirken mit der Federkraft F3 zu der axialen Kraft führt, die von
der vorgegebenen axialen Kraft möglichst wenig abweicht.
[0029] In einem Schritt S9 wird die Ventilnadel 2 in dem Ventilkörper 1 angeordnet und über
die Ventilfeder 8 in dem Faltenbalg 7 so mit dem Ventilkörper 1 gekoppelt, dass das
Ventil mittels der vorgegebenen axialen Kraft, die auf die Ventilnadel 2 wirkt, abhängig
von dem in dem Niederdruckbereich oder dem Hochdruckbereich vorherrschenden Fluiddruck
zu öffnen oder zu schließen ist. Das Verfahren endet in einem Schritt S10.
[0030] Die beiden Verfahren zum Herstellen des Ventils ermöglichen das Herstellen einer
Vielzahl von Ventilen, die mit der gleichen vorgegebenen axialen Kraft betätigt werden
können, ohne dass nach der Montage des jeweiligen Ventils ein individuelles Kalibrieren
bezüglich der vorgegebenen axialen Kraft durchgeführt werden muss. Ferner kann das
Ermitteln der Federkraft F3 der Ventilfeder 8 oder der die hydraulisch wirksame Querschnittsfläche
des Faltenbalgs 7 repräsentierenden Größe und das Auswählen der geeigneten Kombination
der Ventilfeder 8 und des Faltenbalgs 7 zum Einstellen der vorgegebenen axialen Kraft
einfach automatisiert werden.
1. Verfahren zum Herstellen eines Ventils, das einen Ventilkörper (1), eine Ventilnadel
(2) und eine Ventilfeder (8) umfasst und das einen Faltenbalg (7) zum Abdichten eines
Hochdruckbereichs gegenüber einem Niederdruckbereich des Ventils aufweist, wobei bei
dem Verfahren
- eine eine hydraulisch wirksame Querschnittsfläche des Faltenbalgs (7) repräsentierende
Größe ermittelt wird,
- die Ventilfeder (8) bezogen auf ihre Federkraft (F3) abhängig von der die hydraulisch
wirksame Querschnittsfläche des Faltenbalgs (7) repräsentierenden Größe ausgewählt
wird, und
- die Ventilnadel (2) in dem Ventilkörper (1) angeordnet und über die Ventilfeder
(8) und den Faltenbalg (7) so mit dem Ventilkörper (1) gekoppelt wird, dass das Ventil
mittels einer vorgegebenen axialen Kraft, die auf die Ventilnadel (2) wirkt, abhängig
von einem in dem Niederdruckbereich oder dem Hochdruckbereich vorherrschenden Fluiddruck
zu öffnen oder zu schließen ist.
2. Verfahren zum Herstellen eines Ventils, das einen Ventilkörper (1), eine Ventilnadel
(2) und eine Ventilfeder (8) umfasst und das einen Faltenbalg (7) zum Abdichten eines
Hochdruckbereichs gegenüber einem Niederdruckbereich des Ventils aufweist, wobei bei
dem Verfahren
- eine Federkraft (F3) der Ventilfeder (8) ermittelt wird,
- der Faltenbalg (7) bezogen auf eine seine hydraulisch wirksame Querschnittsfläche
repräsentierende Größe abhängig von der Federkraft (F3) der Ventilfeder (8) ausgewählt
wird und
- die Ventilnadel (2) in dem Ventilkörper (1) angeordnet und über die Ventilfeder
(8) und den Faltenbalg (7) so mit dem Ventilkörper (1) gekoppelt wird, dass das Ventil
mittels einer vorgegebenen axialen Kraft, die auf die Ventilnadel (2) wirkt, abhängig
von einem in dem Niederdruckbereich oder dem Hochdruckbereich vorherrschenden Fluiddruck
zu öffnen oder zu schließen ist.
3. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei dem die die hydraulisch wirksame
Querschnittsfläche des Faltenbalgs (7) repräsentierende Größe ein Außendurchmesser
des Faltenbalgs (7) ist.