[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Überwachung, insbesondere Rotlichtüberwachung,
einer lichtzeichengeregelten Straßenstelle, insbesondere Kreuzung oder Einmündung.
Die Erfindung betrifft ferner eine entsprechende Vorrichtung.
[0002] Es ist bekannt, Kreuzungen mit Lichtzeichenanlagen oder Ampeln durch fest montierte
Kamera- und Blitzgeräte zu überwachen. Wenn ein Fahrzeug während einer Rotlichtphase,
insbesondere über eine Markierung, beispielsweise eine Haltelinie, in die Kreuzung
einfährt, wird das Fahrzeug durch die Kamera fotografisch erfasst. Hierfür ist das
Kamera- und Blitzgerät üblicherweise mit einer Induktionsschleife in der Fahrbahn,
die ein Signal abgibt, wenn ein Fahrzeug in die Kreuzung einfährt, und der Ampelsteuerung,
die bei einem Wechsel des Lichtzeichens ebenfalls ein Signal abgibt, verbunden.
[0003] Nachteilig bei derartigen Kamera- und Blitzgeräten ist jedoch, dass ein Rotlichtverstoß
lediglich zu einem bestimmten Zeitpunkt, zu dem sich das Fahrzeug üblicherweise bereits
in der Kreuzung befindet, dokumentiert wird. Insbesondere ist es nicht möglich, das
Fehlverhalten über einen längeren Zeitraum zu dokumentieren. Darüber hinaus muss in
der Fahrbahn eine Induktionsschleife vorhanden sein und das Kamera- und Blitzgerät
muss sowohl mit der Induktionsschleife als auch der Ampelsteuerung in Verbindung stehen.
Für die Installation eines derartigen Kamera- und Blitzgeräts ist folglich ein zusätzlicher
Aufwand nötig.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Möglichkeit zu schaffen, mit
möglichst geringem Aufwand eine Nichtbeachtung der Lichtzeichen einer Lichtzeichenanlage,
insbesondere über einen längeren Zeitraum, zu dokumentieren.
[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe für ein Verfahren dadurch gelöst, dass von einem
Bilderfassungssystem, insbesondere wenigstens einer Videokamera, kontinuierlich Bilder
erfasst und bereitgestellt werden, die Bildpunkte enthalten, die zumindest einem Teil
der Straßenstelle und zumindest einem Teil der Lichtzeichenanlage entsprechen, auf
der Basis der Bilder ein in die Straßenstelle einfahrendes Fahrzeug und/oder ein Wechsel
des Lichtzeichens der Lichtzeichenanlage, insbesondere auf Rot, erkannt wird, und
bei Einfahrt eines Fahrzeugs in die Straßenstelle nach dem Zeitpunkt des Wechsels
des Lichtzeichens oder nach einem Zeitpunkt, der einen vorgegebenen Abstand zu dem
Zeitpunkt des Wechsels des Lichtzeichens aufweist, Bilder abgespeichert werden, die
Bildpunkte enthalten, die zumindest einem Teil des Fahrzeugs, insbesondere dem Kennzeichen,
entsprechen.
[0006] Für eine Vorrichtung wird diese Aufgabe gelöst durch ein Bilderfassungssystem, insbesondere
wenigstens eine Videokamera, die zur Erfassung und Bereitstellung von Bildern ausgebildet
ist, die Bildpunkte enthalten, die zumindest einem Teil der Straßenstelle und zumindest
einem Teil der Lichtzeichenanlage entsprechen, eine mit dem Bilderfassungssystem verbundene
Datenverarbeitungseinrichtung, die zur Erkennung eines in die Straßenstelle einfahrenden
Fahrzeugs und/oder eines Wechsels des Lichtzeichens der Lichtzeichenanlage, insbesondere
auf Rot, auf der Basis der Bilder ausgebildet ist, und die bei Einfahrt eines Fahrzeugs
in die Straßenstelle nach dem Zeitpunkt des Wechsels des Lichtzeichens oder nach einem
Zeitpunkt, der einen vorgegebenen Abstand zu dem Zeitpunkt des Wechsels des Lichtzeichens
aufweist, zur Abspeicherung von Bildern ausgebildet ist, die Bildpunkte enthalten,
die zumindest einem Teil des Fahrzeugs, insbesondere dem Kennzeichen, entsprechen,
und einen Datenträger, auf dem die abzuspeichernden Bilder abspeicherbar sind.
[0007] Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass ein Bilderfassungssystem, insbesondere
wenigstens eine Videokamera, vorgesehen ist, das kontinuierlich Bilder erfassen kann.
Auf den Bildern sind zumindest ein Teil der zu überwachenden Straßenstelle, in die
Kraftfahrzeuge einfahren können, und zumindest ein Teil der Lichtzeichenanlage oder
Ampel, insbesondere das Lichtzeichen, dessen Aktivierung das Abspeichern von Bildern
auslöst, zu sehen.
[0008] Auf der Basis der Bilder kann mittels eines geeigneten, aus dem Stand der Technik
bekannten Objekterkennungsverfahrens ein in die überwachte Straßenstelle einfahrendes
Fahrzeug erkannt werden. Darüber hinaus kann ein Wechsel des Lichtzeichens der Lichtzeichenanlage,
beispielsweise von Grün auf Gelb oder von Gelb auf Rot, erkannt werden. Der Wechsel
des Lichtzeichens kann insbesondere über die sich ändernde Intensität der dem Lichtzeichen
entsprechenden Bildpunkte der Bilder erkannt werden.
[0009] Die Bilder werden kontinuierlich auf das Einfahren von Fahrzeugen in die Straßenstelle,
bevorzugt zumindest aus einer Richtung, und auf einen Wechsel des Lichtzeichens der
Lichtzeichenanlage, d.h. insbesondere auf ein Umschalten der Verkehrsampel, hin überwacht.
Wird festgestellt, dass nach einem bestimmten Zeitpunkt ein Fahrzeug noch in die Straßenstelle
einfährt, werden Bilder abgespeichert, die zumindest einen Teil des Fahrzeugs, insbesondere
dessen Kennzeichen, zeigen. Bei dem bestimmten Zeitpunkt kann es sich um den Zeitpunkt
des Wechsels des Lichtzeichens, insbesondere von Gelb auf Rot, oder aber auch um einen
Zeitpunkt, der einen vorgegebenen Abstand zu dem Zeitpunkt des Wechsels des Lichtzeichens
aufweist, handeln. Insbesondere kann der bestimmte Zeitpunkt vor oder nach dem Zeitpunkt
des Wechsels des Lichtzeichens liegen. Die abgespeicherten Bilder umfassen bevorzugt
zumindest Bilder, die ab dem bestimmten Zeitpunkt über einen bestimmten Zeitraum erfasst
werden.
[0010] Zur Erkennung eines in die Straßenstelle einfahrenden Fahrzeugs und/oder eines Wechsels
des Lichtzeichens der Lichtzeichenanlage ist eine Datenverarbeitungseinrichtung vorgesehen,
die bei einem vorschriftswidrigen Einfahren eines Fahrzeugs in die Straßenstelle die
abzuspeichernden Bilder auf dem Datenträger, insbesondere einem nichtflüchtigen Speicher,
beispielsweise einer Festplatte, abspeichert. Bevorzugt ist das Bilderfassungssystem
wetterfest und passt sich automatisch den jeweils gegebenen Lichtverhältnissen an.
[0011] Die einem vorschriftswidrig in die Straßenstelle eingefahrenen Fahrzeug zugeordneten
abgespeicherten Bilder umfassen Bildpunkte, die zumindest einem Teil des Fahrzeugs
entsprechen, aus denen eine Zuordnung des Fahrzeugs zu einem Fahrzeughalter möglich
ist. Insbesondere handelt es sich bei dem Teil des Fahrzeugs um das Kennzeichen des
Fahrzeugs. Bevorzugt werden jedoch Bilder abgespeichert, die nicht nur das Kennzeichen,
sondern zumindest einen Teil der Straßenstelle mit dem Kraftfahrzeug und den Teil
der Lichtzeichenanlage zeigen, der den Wechsel des Lichtzeichens anzeigt. Somit kann
insbesondere gleichzeitig einerseits die vorschriftswidrige Einfahrt des Fahrzeugs
in die Straßenstelle und andererseits das direkte Ampellicht der Lichtzeichenanlage
dokumentiert werden.
[0012] Für jedes Fahrzeug, das vorschriftswidrig in die Straßenstelle einfährt, wird folglich
ein Videofilm oder eine Bilderserie, die pro Zeiteinheit weniger Bilder umfassen kann
als der Videofilm, aufgenommen bzw. aufgezeichnet. Unter einer Einfahrt in die Straßenstelle
ist insbesondere zu verstehen, dass das einfahrende Fahrzeug eine auf der Fahrbahn
angebrachte Haltelinie oder eine fiktive Linie überfährt bzw. überquert, oder einen
gewissen Mindestabstand zu der erfindungsgemäßen Vorrichtung oder einem Bezugspunkt
der Straßenstelle über- oder unterschreitet.
[0013] Aufgrund der Erfindung kann auf eine in der Fahrbahn verlegte Induktionsschleife
verzichtet werden, da die Einfahrt eines Fahrzeugs in die Straßenstelle allein mittels
des Bilderfassungssystems erkennbar ist. Darüber hinaus kann mittels des Bilderfassungssystems
auch ein Wechsel des Lichtzeichens der Lichtzeichenanlage erkannt werden. Mit der
Erfindung ist es also möglich, ohne weitere Einrichtungen, wie beispielsweise eine
Induktionsschleife oder eine Verbindung zu der Ampelsteuerung, eine Verkehrsüberwachung,
insbesondere Rotlichtüberwachung, durchzuführen. Die erfindungsgemäße Vorrichtung
kann folglich ohne weitere Maßnahmen oder Vorkehrungen an beliebigen lichtzeichengeregelten
Straßenstellen installiert werden.
[0014] Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind auch in den Unteransprüchen, der
Beschreibung sowie der Zeichnung angegeben.
[0015] Nach einer besonderen Ausgestaltung der Erfindung werden Bilder, insbesondere ein
Videofilm, über einen vorgegebenen Zeitraum, beispielsweise mehrere Sekunden, abgespeichert.
Die Aufnahmelänge ist dann für alle Aufnahmen gleich. Alternativ können Bilder aber
auch über einen Zeitraum abgespeichert werden, der andauert, bis das Fahrzeug den
Sichtbereich des Bilderfassungssystems verlässt. Verschiedene Aufnahmen besitzen dann
unterschiedliche Aufnahmelängen, die davon abhängen, wie lange das jeweilige Fahrzeug
im Sichtbereich des Bilderfassungssystems verbleibt. Hierdurch kann sichergestellt
werden, dass das Verhalten des vorschriftswidrig in die Straßenstelle eingefahrenen
Fahrzeugs in zeitlicher Hinsicht vollständig dokumentiert wird.
[0016] Insbesondere können auch Bilder abgespeichert werden, die bereits während einer bestimmten
Zeit vor dem Zeitpunkt des Wechsels des Lichtzeichens erfasst wurden. Beispielsweise
kann bei einem Wechsel des Lichtzeichens von Gelb auf Rot, durch den das Abspeichern
von Bildern ausgelöst werden soll, der letzte Abschnitt der Gelbphase mit abgespeichert
werden. Soll das Abspeichern von Bildern durch einen Wechsel des Lichtzeichens von
Grün auf Gelb ausgelöst werden, kann der letzte Abschnitt der Grünphase mit abgespeichert
werden.
[0017] Vorzugsweise werden alle erfassten Bilder temporär zwischengespeichert. Besonders
vorteilhaft ist es hierbei, wenn der Zwischenspeicher nach Art einer Endlosschleife
kontinuierlich überschrieben wird. Typischerweise kann der Zwischenspeicher eine Speichergröße
besitzen, die eine Aufnahmezeit von ca. 10 bis 20 Sekunden erlaubt. Das Bilderfassungssystem
befindet sich gewissermaßen in einem permanenten Aufnahmemodus. Falls ein vorschriftswidriges
Einfahren eines Fahrzeugs in die Straßenstelle erkannt wird, können die entsprechenden
Bilder, insbesondere auch Bilder, die bereits während einer bestimmten Zeit vor dem
Zeitpunkt des Wechsels des Lichtzeichens erfasst wurden, dann auf dem Datenträger
abgespeichert werden.
[0018] Es ist weiterhin bevorzugt, dass die abgespeicherten Bilder Bildpunkte enthalten,
die zumindest einem Teil des Fahrers des Fahrzeugs entsprechen und insbesondere eine
Identifikation des Fahrers ermöglichen. Bei einer Auswertung der abgespeicherten Bilder
kann hierdurch der zu dem fraglichen Zeitpunkt tatsächlich am Steuer des Fahrzeugs
befindliche Fahrer ermittelt werden.
[0019] Des Weiteren kann auf der Basis der Bilder das Kennzeichen automatisiert identifiziert
werden. Es ist hierdurch somit nicht notwendig, eine manuelle Auswertung hinsichtlich
des Kennzeichens vorzunehmen, um eine Zuordnung des Fahrzeugs zu dem jeweiligen Fahrzeughalter
zu ermöglichen. Die jeweiligen Bilder können im Falle einer derartigen automatischen
Identifizierung dann unter dem Kennzeichen des Fahrzeugs abgespeichert oder abgelegt
werden.
[0020] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung wird mit der Erfassung der
Bilder die Uhrzeit und/oder das Datum erfasst und den Bildern zugeordnet. Hierdurch
wird dokumentiert, zu welcher Uhrzeit und/oder zu welchem Datum die jeweiligen Bilder
abgespeichert wurden. Insbesondere kann die erfasste Uhrzeit und/oder das Datum in
die jeweils zugeordneten Bilder eingeblendet werden. Zur Zeit- und/oder Datumserfassung
kann eine Funkuhr verwendet werden, so dass die Richtigkeit der Uhrzeit und/oder des
Datums gewährleistet ist. Die Funkzeiten können dabei in einer Protokolldatei erfasst
werden. Anstelle der Funkuhr kann beispielsweise auch eine geeignete Computeruhr verwendet
werden.
[0021] Weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Computerprogramm mit Programmcode-Mitteln,
um das erfindungsgemäße Verfahren durchzuführen, wenn das Programm auf einem Computer
ausgeführt wird.
[0022] Gegenstand der Erfindung ist auch ein Computerprogrammprodukt mit Programmcode-Mitteln,
die auf einem computerlesbaren Datenträger gespeichert sind, um das erfindungsgemäße
Verfahren durchzuführen, wenn das Computerprogrammprodukt auf einem Computer ausgeführt
wird.
[0023] Unter einem Computer wird hierbei eine beliebige Datenverarbeitungsvorrichtung verstanden,
mit der das Verfahren ausgeführt werden kann. Insbesondere können diese digitale Signalprozessoren
und/oder Mikroprozessoren aufweisen, mit denen das Verfahren ganz oder in Teilen ausgeführt
wird.
[0024] Die Erfindung wird im Folgenden beispielhaft unter Bezugnahme auf die Zeichnung beschrieben.
[0025] Die einzige Figur zeigt eine perspektivische Ansicht einer lichtzeichengeregelten
Kreuzung, an der eine erfindungsgemäße Vorrichtung aufgestellt ist.
[0026] Die erfindungsgemäße Vorrichtung 10 umfasst eine Videokamera, deren Sichtbereich
12 auf die zu überwachende Kreuzung gerichtet ist, eine mit der Videokamera verbundene
Datenverarbeitungseinrichtung oder einen Computer zur Auswertung von von der Videokamera
erfassten und bereitgestellten Bildern, einen Zwischenspeicher, in dem alle erfassten
Bilder temporär zwischengespeichert werden, wobei der Zwischenspeicher nach Art einer
Endlosschleife kontinuierlich überschrieben wird, und eine Festplatte, auf der abzuspeichernde
Bilder abspeicherbar sind. Die vorstehend aufgeführten Bestandteile der erfindungsgemäßen
Vorrichtung 10 sind jeweils nicht dargestellt.
[0027] An der durch die erfindungsgemäße Vorrichtung 10 zu überwachenden Kreuzung sind in
Längsrichtung pro Fahrtrichtung jeweils eine Ampel 14 und 16 aufgestellt. Die Ampeln
der Querrichtung sind der Einfachheit halber weggelassen. Die Ampeln 14 und 16 sowie
den Ampeln 14 und 16 zugeordnete Haltelinien 18 und 20 liegen jeweils im Sichtbereich
12 der erfindungsgemäßen Vorrichtung 10.
[0028] Im Betrieb erfasst die Videokamera der erfindungsgemäßen Vorrichtung 10 kontinuierlich
die Kreuzung inklusive der Haltelinie 18 sowie die Ampel 14, d.h. die von der Videokamera
erfassten Bilder enthalten Bildpunkte, die der Kreuzung und der Ampel 14 entsprechen.
[0029] Die Datenverarbeitungseinrichtung der erfindungsgemäßen Vorrichtung 10 kann anhand
der durch die Videokamera aufgenommen Bilder einen Wechsel der Lichtzeichen der Lichtzeichenanlage,
insbesondere von Gelb auf Rot, erkennen. Darüber hinaus kann die Datenverarbeitungseinrichtung
anhand der aufgenommenen Bilder in der Figur nicht dargestellte Fahrzeuge erkennen.
Insbesondere kann die Datenverarbeitungseinrichtung erkennen, ob ein in Richtung der
Ampel 14 auf die Kreuzung zufahrendes Fahrzeug die Haltelinie 18 überquert. Unter
dem Überqueren der Haltelinie 18 soll ein Einfahren in die Kreuzung im Sinne dieser
Anmeldung verstanden werden.
[0030] Stellt die Datenverarbeitungseinrichtung nun fest, dass ein Fahrzeug noch in die
Kreuzung eingefahren ist, obwohl die Ampel 14 bereits von Gelb auf Rot umgeschaltet
hat, so werden ab dem Zeitpunkt des Wechsels des Lichtzeichens von Gelb auf Rot die
von der Videokamera erfassten Bilder auf der Festplatte der Vorrichtung 10 abgespeichert.
Die Bilder werden dabei über einen Zeitraum abgespeichert, der andauert, bis das Fahrzeug
den Sichtbereich 12 der Videokamera verlassen hat.
[0031] Zeitgleich mit der Erfassung der Bilder wird mittels einer in der Figur nicht dargestellten
Funkuhr der erfindungsgemäßen Vorrichtung 10 die aktuelle Uhrzeit und das aktuelle
Datum erfasst und in die abzuspeichernden oder abgespeicherten Bilder eingeblendet.
Aus den Bildern kann mittels der Datenverarbeitungseinrichtung das Kennzeichen des
Kraftfahrzeugs automatisch identifiziert werden, unter dem die jeweiligen Bilder,
die einen Videofilm darstellen, dann abgespeichert werden.
[0032] Sind die beiden Ampeln 14 und 16 miteinander synchronisiert, d.h. schalten die beiden
Ampeln 14 und 16 zeitgleich oder in einem bekannten zeitlichen Abstand zueinander
um, so kann durch die erfindungsgemäße Vorrichtung 10 nicht nur der über die Haltelinie
18 in die Kreuzung einfahrende Verkehr, sondern auch der über die Haltelinie 20 in
die Kreuzung einfahrende Gegenverkehr überwacht werden. Der Gegenverkehr wird von
der erfindungsgemäßen Vorrichtung 10 frontal aufgenommen, wobei die durch die Videokamera
erfassten Bilder auch das Gesicht der jeweiligen Fahrer zeigen, so dass eine Identifikation
der jeweiligen Fahrer möglich ist. Alternativ kann die erfindungsgemäße Vorrichtung
10 auch nur zur Überwachung des Gegenverkehrs verwendet werden. Bevorzugt ist auf
beiden Seiten der Kreuzung eine erfindungsgemäße Vorrichtung angebracht, so dass für
beide Fahrtrichtungen jeweils eine Vorderansicht und/oder eine Rückansicht, oder für
ein Fahrzeug sowohl eine Vorder- als auch eine Rückansicht verfügbar ist.
Bezugszeichenliste
[0033]
- 10
- Vorrichtung zur Rotlichtüberwachung
- 12
- Sichtbereich der Videokamera
- 14
- Ampel
- 16
- Ampel
- 18
- Haltelinie
- 20
- Haltelinie
1. Verfahren zur Überwachung, insbesondere Rotlichtüberwachung, einer lichtzeichengeregelten
Straßenstelle, insbesondere Kreuzung oder Einmündung, mit einem Bilderfassungssystem,
insbesondere wenigstens einer Videokamera, bei dem
- von dem Bilderfassungssystem kontinuierlich Bilder erfasst und bereitgestellt werden,
die Bildpunkte enthalten, die zumindest einem Teil der Straßenstelle und zumindest
einem Teil der Lichtzeichenanlage entsprechen,
- auf der Basis der Bilder ein in die Straßenstelle einfahrendes Fahrzeug und/oder
ein Wechsel des Lichtzeichens der Lichtzeichenanlage, insbesondere auf Rot, erkannt
wird, und
- bei Einfahrt eines Fahrzeugs in die Straßenstelle nach dem Zeitpunkt des Wechsels
des Lichtzeichens oder nach einem Zeitpunkt, der einen vorgegebenen Abstand zu dem
Zeitpunkt des Wechsels des Lichtzeichens aufweist, Bilder abgespeichert werden, die
Bildpunkte enthalten, die zumindest einem Teil des Fahrzeugs, insbesondere dem Kennzeichen,
entsprechen.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass Bilder über einen vorgegebenen Zeitraum, beispielsweise mehrere Sekunden, abgespeichert
werden, oder
dass Bilder über einen Zeitraum abgespeichert werden, der andauert, bis das Fahrzeug den
Sichtbereich (12) des Bilderfassungssystem verlässt.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass auch Bilder abgespeichert werden, die bereits während einer bestimmten Zeit vor dem
Zeitpunkt des Wechsels des Lichtzeichens erfasst wurden, und /oder
dass alle erfassten Bilder temporär zwischengespeichert werden, wobei der Zwischenspeicher
bevorzugt nach Art einer Endlosschleife kontinuierlich überschrieben wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die abgespeicherten Bilder Bildpunkte enthalten, die zumindest einem Teil des Fahrers
des Fahrzeugs entsprechen und insbesondere eine Identifikation des Fahrers ermöglichen.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass auf der Basis der Bilder das Kennzeichen automatisiert identifiziert wird, wobei
die jeweiligen Bilder bevorzugt unter dem Kennzeichen des Fahrzeugs abgespeichert
werden.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass mit der Erfassung der Bilder die Uhrzeit und/oder das Datum erfasst und den Bildern
zugeordnet wird, wobei die erfasste Uhrzeit und/oder das Datum bevorzugt in die jeweils
zugeordneten Bilder eingeblendet wird, und/oder
dass zur Zeit- und/oder Datumserfassung eine Funkuhr verwendet wird und dass die Funkzeiten
in einer Protokolldatei erfasst werden.
7. Computerprogramm mit Programmcode-Mitteln, um das Verfahren nach einem der Ansprüche
1 bis 12 durchzuführen, wenn das Programm auf einem Computer ausgeführt wird.
8. Computerprogrammprodukt mit Programmcode-Mitteln, die auf einem computerlesbaren Datenträger
gespeichert sind, um das Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12 durchzuführen,
wenn das Computerprogrammprodukt auf einem Computer ausgeführt wird.
9. Vorrichtung zur Überwachung, insbesondere Rotlichtüberwachung, einer lichtzeichengeregelten
Straßenstelle, insbesondere Kreuzung oder Einmündung, mit
- einem Bilderfassungssystem, insbesondere wenigstens einer Videokamera, die zur Erfassung
und Bereitstellung von Bildern ausgebildet ist, die Bildpunkte enthalten, die zumindest
einem Teil der Straßenstelle und zumindest einem Teil der Lichtzeichenanlage entsprechen,
- einer mit dem Bilderfassungssystem verbundenen Datenverarbeitungseinrichtung, die
zur Erkennung eines in die Straßenstelle einfahrenden Fahrzeugs und/oder eines Wechsels
des Lichtzeichens der Lichtzeichenanlage, insbesondere auf Rot, auf der Basis der
Bilder ausgebildet ist, und die bei Einfahrt eines Fahrzeugs in die Straßenstelle
nach dem Zeitpunkt des Wechsels des Lichtzeichens oder nach einem Zeitpunkt, der einen
vorgegebenen Abstand zu dem Zeitpunkt des Wechsels des Lichtzeichens aufweist, zur
Abspeicherung von Bildern ausgebildet ist, die Bildpunkte enthalten, die zumindest
einem Teil des Fahrzeugs, insbesondere dem Kennzeichen, entsprechen, und
- einem Datenträger, auf dem die abzuspeichernden Bilder abspeicherbar sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Zwischenspeicher zur temporären Zwischenspeicherung aller erfassten Bilder vorgesehen
ist, und/oder
dass Mittel zur automatisierten Identifizierung des Kennzeichens auf der Basis der abgespeicherten
Bilder vorgesehen sind, und/oder
dass Mittel zur Erfassung der Uhrzeit und/oder des Datums, insbesondere eine geeichte
Computeruhr oder eine Funkuhr, und Mittel zur Zuordnung der Uhrzeit und/oder des Datums
zu den jeweiligen Bildern vorgesehen sind.