(19)
(11) EP 1 734 184 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
20.12.2006  Patentblatt  2006/51

(21) Anmeldenummer: 06115417.5

(22) Anmeldetag:  14.06.2006
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E01B 25/30(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA HR MK YU

(30) Priorität: 16.06.2005 DE 102005027751

(71) Anmelder: Ed. Züblin Aktiengesellschaft
D-70567 Stuttgart (DE)

(72) Erfinder:
  • Widmann, Horst
    72622, Nürtingen (DE)
  • Dr. Bachmann, Hubert
    75015, Bretten (DE)

   


(54) Austauschbare Befestigung der Fahrwegplatten einer Magnetschwebebahn auf einem Fahrwegträger


(57) Die Befestigung der über Lager (6) aufliegenden Fahrwegplatten (1) am Fahrwegträger (2) erfolgt über Ankerschrauben (3), die, ausgehend von der Fahrwegplatte (1), den Randbereich des Fahrwegträgers (2) durchlaufen und die Fahrwegplatte (1) über Zwischenlager (6) am Fahrwegträger (1) befestigen. Die Ankerschrauben (3) sind in Rohrhülsen (4a, 4b) geführt, die an ihren Enden Ankerplatten (7) aufweisen. Die Rohrhülsen (4a, 4b), innen mit Korrosionsschutzfett (5) gefüllt, sind teleskopartig ineinanderschiebbar ausgeführt. Dadurch wird der Beton beim Anziehen der Ankerschraube (3) zwischen den jeweiligen, gegeneinander verschieblichen Ankerplatten (7) der Rohrhülsen (4a, 4b) komprimiert. Dies verbessert die Dauerhaftigkeit der Befestigung.




Beschreibung

Technisches Gebiet



[0001] Die Erfindung betrifft die Befestigung der Fahrwegplatte am Fahrwegträger einer Magnetswebebahn

Stand der Technik



[0002] Ankerschrauben, die die Fahrwegplatte der Magnetschwebebahn über Lager am Fahrwegträger befestigen, werden nach der Justierung der Fahrwegplatten mit Mörtel im Fahrwegträger vergossen. Die Lager und Fahrwegplatten sind dadurch nur schwer austauschbar.

Aufgabe der Erfindung



[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, die über die Ankerschrauben am Fahrwegträger befestigten Fahrwegplatten und damit auch die Lager austauschbar zu befestigen und gleichzeitig die über die Ankerschrauben weitergereichten auftretenden Kräfte besser in den Beton abzuleiten.

Darstellung der Erfindung



[0004] Die Aufgabe wird durch die im Kennzeichen des Anspruchs 1 angegebenen Merkmale gelöst.

[0005] Hierzu verlaufen die Ankerschrauben (3) innerhalb des Fahrwegträgers (2) und/oder der Fahrwegplatte (1) in Rohrhülsen 4a, 4b) (bevorzugt mit Schmierfett (5) gefüllt), die in Längsrichtung parallel zur Ankerschraube (3) komprimierbar ausgestaltet sind. Bevorzugt geschieht dies, indem sie aus mindestens zwei ineinander gesteckten, zueinander verschieblichen Teilen bestehen (wie ein Teleskop). Alternativ können die Rohrhülsen (4a, 4b) aber auch ziehharmonikaartig ausgestaltet sein.

[0006] Wären die Ankerschrauben (3) in nicht komprimierbaren Hülsen geführt, so würden die beim Anziehen der Ankerschrauben (3) wirkenden komprimierenden Kräfte nur auf die Wandung der Hülsen übertragen und führten dort zu Spannungen, sie würden aber nicht in den Beton abgeleitet. Im schlimmsten Falle gäbe die Hülse nach und würde unkontrolliert etwas gestaucht, was durch die dabei auftretenden plötzlichen seitwärts gerichteten Kräfte leicht zu Abplatzungen des Betons führen könnte.

[0007] Wird hingegen eine Ankerschraube (3) in einer erfindungsgemäßen komprimierbaren Hülse (4a, 4b) angezogen, so kann die Rohrhülse (4a, 4b) der komprimierenden Kraft ohne Schaden zu nehmen ausweichen und sich geringfügig verkürzen. Dadurch wird über tellerartige Flächen (7, Ankerplatten) an den Enden der Rohrhülse (4a, 4b) eine komprimierende Kraft auf den zwischen den Ankerplatten (7) liegenden Beton ausgeübt. Damit verhält sich der Beton zwischen den beiden Ankerplatten (7) von seiner Festigkeit ähnlich wie Spannbeton. Er verhält sich wesentlich weniger spröde. Dadurch wiederum wird ein Abplatzen von Beton neben den Rohrhülsen (4a, 4b) verhindert, was also zu einer erhöhten Festigkeit des Betons und damit des Fahrweges der Magnetschwebebahn führt. Dies gibt aber auch die Möglichkeit, die Dimensionen der Verankerung und des Fahrweges bei sonst gleicher Betonqualität günstiger auszulegen.

[0008] Die Fig.1 zeigt beispielhaft die Befestigung einer Fahrwegplatte (1) auf dem Fahrwegträger (2) mittels Ankerschrauben (3), die in komprimierbaren Rohrhülsen (4a, 4b) geführt sind. Im Beispiel sind die Rohrhülsen (4a, 4b) zweiteilig und teleskopartig ineinander verschieblich ausgestaltet.

[0009] Die Fahrwegplatte (1) liegt mit der unteren Ankerplatte (7) der Fahrwegplattenrohrhülse (4a) über ein Stahllager (6) (also nicht elastisch gelagert) auf der oberen Ankerplatte (7) der Fahrwegträgerrohrhülse (4b) auf. Die obere Ankerplatte (7) der Fahrwegplattenrohrhülse (4a) ist im Beton der Fahrwegplatte (1) einbetoniert.

[0010] Die Fahrwegträgerrohrhülse (4b) durchquert den Randbereich des Fahrwegträgers (2). Ihre untere Ankerplatte (7) ist Widerlager für die Mutter der Ankerschraube (3).

[0011] Die Ankerplatten (7) bestehen bevorzugt aus Edelstahl.

[0012] Um das Ineinanderschieben der Rohrhülsen (4a, 4b) zu erleichtern, befindet sich am Ende der äußeren Hülse um die innere Hülse herum ein Wulst/Ring (10) aus komprimierbarem Material. Ohne diesen Wulst/Ring (10) würde beim Ineinanderschieben Beton am Ende der äußeren Rohrhülse, oder das Ende der Rohrhülse selbst, zerstört.

[0013] (Im Falle eines ziehharmonikaartigen Aufbaus der komprimierbaren Rohrhülse wäre dieser ziehharmonikaartige Teil bevorzugt von einer dünnen Schicht aus komprimierbarem Material umgeben, um Zerstörungen zu vermeiden.) Das Stahllager (6) zwischen Fahrwegplatte (1) und Fahrwegträger (2) weist bevorzugt eine PTFE-Beschichtung auf und ist zudem bevorzugt ebenfalls korrosionsfest in Edelstahl ausgeführt.

[0014] Im Beispiel gemäß Fig.1 weisen die zum Lager (6) gerichteten Ankerplatten (7) von Fahrwegplattenrohrhülse (4a) und Fahrwegträgerrohrhülse (4b) einen vorstehenden Fortsatz (9) auf, der in eine Ausnehmung (8) im Stahllager (6) paßt und je nach Passung zu einer Fixierung des Stahllagers (6) mit null-(also kein Freiheitsgrad) oder eindimensionaler Beweglichkeit zur Ankerplatte (7) und damit auch von Fahrwegplatte (1) zu Fahrwegträger (2) führt.

[0015] In Fig. 2 ist als Ausschnitt eine andere Variante der Lagerung dargestellt: Hier weisen die Ankerplatten (7) keinen Fortsatz (9), sondern eine Ausnehmung (8) auf, ebenso wie das Lager (6). In den sich dadurch zwischen Ankerplatte (7) und Lager (6) ergebenden Hohlräumen als Summe der beiden aufeinandertreffenden Ausnehmungen (8) befinden sich dann zur Übertragung der Horizontalkräfte Dübelscheiben (11).

[0016] Durch Verwendung von Dübelscheiben (11) wird die Herstellung der Ankerplatten (7), die bevorzugt aus einem Stück Vollmaterial ausgefräst werden, materialsparender. Außerdem ist es möglich, Dübelscheiben (11) aus einem ganz anderen Material zu verwenden und diese auch leichter auszutauschen.

Bezugszeichenliste



[0017] 
1
Fahrwegplatte
2
Fahrwegträger
3
Ankerschraube
4a
zweiteilige, ineinander verschiebliche Fahrwegplattenrohrhülse
4b
zweiteilige, ineinander verschiebliche Fahrwegträgerrohrhülse
5
Korrosionsschutzfett
6
Stahllager
7
Ankerplatte
8
Ausnehmung in Stahllager
9
hervorstehender Fortsatz auf Ankerplatte
10
Ring aus komprimierbarem Material
11
Dübelscheibe



Ansprüche

1. Befestigung der über Lager (6) auf dem Fahrwegträger (2) aufliegenden Fahrwegplatte (1) einer Magnetschwebebahn vermittels Ankerschrauben (3), die in Rohrhülsen (4a, 4b) geführt sind, welche im Beton von Fahrwegträger (2) und/oder Fahrwegplatte (1) eingebunden sind,
dadurch gekennzeichnet, daß die Rohrhülsen (4a, 4b) in ihrer Längsrichtung parallel zur Ankerschraube (3) komprimierbar ausgeführt sind.
 
2. Rohrhülse (4a, 4b) für eine Befestigung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Rohrhülse (4a, 4b) aus mindestens zwei teleskopartig ineinander verschieblichen, rohrartigen Teilen besteht.
 
3. Rohrhülse(4a, 4b) nach mindestens einem der Ansprüche 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, daß sich am Ende des äußeren rohrartigen Teils und um das innere rohrartige Teil herum ein Wulst/Ring (10) aus komprimierbarem Material befindet.
 
4. Rohrhülse (4a, 4b) für eine Befestigung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Rohrhülse (4a, 4b) einen ziehharmonikaartig komprimierbaren, rohrartigen Bereich aufweist.
 
5. Rohrhülse (4a, 4b) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß ihr ziehharmonikaartig komprimierbarer Teil von einer Schicht aus komprimierbarem Material umgeben ist.
 
6. Rohrhülse (4a, 4b) für eine Befestigung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß der komprimierbare Bereich sich zwischen zwei tellerartigen, an der Rohrhülse befestigten Flächen, den Ankerplatten (7), befindet.
 
7. Lagerkonstruktion für die Fahrwegplatte (1) einer Magnetschwebebahn auf einem Fahrwegträger (2) mit Hilfe von Rohrhülsen (4a, 4b) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die untere Ankerplatte (7) der Rohrhülse (4a) in der Fahrwegplatte (1) und die obere Ankerplatte (7) der Rohrhülse (4b) im Fahrwegträger (2) mit ihren aus dem Bauteil nach außen gerichteten Seiten die Kontaktflächen zum Lager (6, oder 6, 11) darstellen, auf dem die Fahrwegplatte (1) auf dem Fahrwegträger (2) ruht.
 
8. Lagerkonstruktion nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, daß das Lager (6) ein Stahlklötzchen ist und die Ankerplatten (7) Erhebungen (9) aufweisen, die in entsprechende Ausnehmungen (8) im Lager (6) genau oder, zur Erzeugung eines Bewegungsfreiheitsgrades, mit eindimensionalem Spiel passen,
oder daß die Ankerplatten (7) Ausnehmungen aufweisen, in die korrespondierende Erhebungen des Lagers passen.
 
9. Lagerkonstruktion nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ankerplatten (7) Ausnehmungen (8) aufweisen, ebenso wie das als Stahlklötzchen ausgeführte Lager (6), und daß sich in den Hohlräumen, die sich durch das Aufeinandertreffen der Ausnehmungen (8) des Lagers (6) und der Ankerplatte (7) bilden, zur Übertragung der Horizontalkräfte austauschbare Dübelscheiben (11) aus Stahl oder einem anderen Lagermaterial befinden.
 
10. Lagerkonstruktion mit Rohrhülsen (4a, 4b) nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß die dem Lager (6, bzw. 6, 11) zugewandten Ankerplatten (7) aus Edelstahl bestehen.
 
11. Lagerkonstruktion nach mindestens einem der Ansprüche 7 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß sich zwischen Lager (6, bzw. 6, 11) und Ankerplatte (7) eine Gleitschicht aus hochfluoriertem Polymer befindet.
 
12. Lagerkonstruktion nach Anspruch 11
dadurch gekennzeichnet, daß Lagerklötzchen (6), Dübelscheibe (11), oder beide, mit der Gleitschicht in festem Verbund beschichtet sind.
 




Zeichnung










Recherchenbericht