[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bearbeiten von Strassenbauflächen, insbesondere
Bankettfertiger, mit zumindest zwei Einbauwerkzeugen, welche miteinander verbunden
sind,
STAND DER TECHNIK
[0002] Beim Strassenbau müssen sowohl die eigentliche Strassenbaufläche als auch das benachbarte
Bankett bearbeitet werden. Als Bankett ist dabei ein Randstreifen aus nicht gebundenem
Material zu verstehen, während der eigentliche Strassenstreifen in der Regel aus Asphalt
oder Bitumen besteht. Ein Bankettfertiger ist beispielsweise in der
DE 31 01 216 C2 beschrieben.
[0003] Ein Strassenfertiger findet sich in der
DE 29 41 017 A1. In dieser Schrift wird auch ausgeführt, dass es sich bei den Einbauwerkzeugen von
derartigen Vorrichtungen in der Regel um Rüttelplatten oder Andrückplatten handelt.
[0004] Sowohl Strassenflächen als auch Bankettflächen haben oftmals unterschiedliche Breiten.
Das bedeutet, dass der entsprechende Fertiger entweder mehrmals diese Flächen bearbeiten
muss oder eine Breite des Einbauwerkzeugs veränderbar ist. In der
DE-OS 24 48 665 wird eine Vorrichtung zur stufenlosen Verstellung der Arbeitsbreite von Strassenfertigem
beschrieben. Dabei sind einer Hauptbohle seitlich ausfahrbare Verstellbohlen zugeordnet.
[0005] In der
DE-OS 18 09 886 wird ein Doppelfertiger beschrieben, bei dem zwei Traktorteile seitlich nebeneinander
starr durch eine lösbare Verbindungskonstruktion gekoppelt sind. Ebenfalls sind ihre
Einbauwerkzeuge durch Verbindungsorgane miteinander verbunden. Dies ergibt jedoch
nur eine sehr starre und auf eine bestimmte vorgegebene Breite begrenzte Anordnung.
AUFGABE DER ERFINDUNG
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung der o.g. Art zu schaffen,
mit der unterschiedlichen Arbeitsbreiten ohne Abstufung Rechnung getragen werden kann
und die wesentlich flexibler einsetzbar ist.
LÖSUNG DER AUFGABE
[0007] Zur Lösung der Aufgabe führt, dass die zumindest zwei Einbauwerkzeuge an einem Ausleger
angeordnet sind.
[0008] Mit dem Ausleger können die Einbauwerkzeuge in eine gewünschte Lage gebracht werden,
d.h., mit den Einbauwerkzeugen kann hinter dem Trägerfahrzeug oder neben dem Trägerfahrzeug
gearbeitet werden.
[0009] Bevorzugt sollen die Einbauwerkzeuge an einem Tragbalken angeordnet sein, der um
eine Längsachse des Auslegers oder um eine parallel zu dieser verlaufende Achse dreht.
D.h., dieser Tragbalken kann in Fahrtrichtung steiler oder weniger steil angestellt
werden, wodurch eine Arbeitsbreite der Einbauwerkzeuge ohne Abstufung wählbar ist.
Die grösste Arbeitsbreite ergibt sich dann, wenn der Tragbalken quer zur Fahrtrichtung
angestellt ist.
[0010] Des weiteren ist vorgesehen, dass dieser Tragbalken auch gegenüber der Längsachse
des Auslegers kippbar ist. Hierdurch wird es möglich, eine Neigung des Banketts je
nach Wunsch einzustellen bzw. zu bearbeiten. Dieses Kippen des Trägerbalkens kann
durch eine beliebige Anordnung erzielt werden. Bevorzugt wird hier eine hydraulische
Kolben-/Zylindereinheit, welche das Kippen des Tragbalkens durch entsprechende Hebelanordnungen
bewirkt. Diese hydraulische Einheit kann an die Hydraulik des Trägerfahrzeuges angeschlossen
werden.
[0011] Bevorzugt sind die beiden Einbauwerkzeuge durch eine Parallelogrammanordnung miteinander
verbunden. Dabei bildet der Trägerbalken einen Teil des Parallelogramms, während ein
anderer Teil durch eine parallel zum Trägerbalken verlaufende Verbindungsstange hergestellt
wird. Sowohl Trägerbalken als auch Verbindungsstange sollen dabei gelenkig mit beispielsweise
Bügeln der Einbauwerkzeuge verbunden sein.
[0012] Diese Parallelogrammeinrichtung hat den Vorteil, dass die Einbauwerkzeuge bei Verstellung
der Arbeitsbreite in einer zueinander vorgegebenen Lage gehalten werden. D.h., es
wird nur die Arbeitsbreite, nicht aber die sonstige Ausrichtung der Einbauwerkzeuge
verstellt.
[0013] Die oben erwähnten Bügel sollen ebenfalls drehbeweglich mit dem Rest des Einbauwerkzeuges
verbunden werden. Dieser besteht im wesentlichen aus einem Aufbau und weist eine Rüttelplatte
auf, wobei in dem Aufbau die entsprechenden Vibrationselemente angeordnet sind.
[0014] Ein weiterer Erfindungsgedanke bezieht sich darauf, dass gleichzeitig mit der Bearbeitung
des Banketts auch ein Bearbeiten der Bankettkante erfolgen soll. Hierzu wird an dem
äussersten Einbauwerkzeug eine Kantenplatte vorgesehen, die um ein Scharnier schwenkbar
ist. Dadurch kann ein gewünschter Winkel zwischen Kantenplatte und Einbauwerkzeug
hergestellt werden, welcher dem vorgegebenen Bankettkantenwinkel entspricht. Das Verstellen
der Kantenplatte gegenüber dem Einbauwerkzeug kann manuell oder durch jede entsprechende
hydraulische oder pneumatische Einrichtung erfolgen.
FIGURENBESCHREIBUNG
[0015] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnung; diese zeigt
in
- Figur 1
- eine Seitenansicht einer erfindungsgemässen Vorrichtung zum Bearbeiten von Strassenbauflächen;
- Figur 2
- eine Draufsicht auf Teile der erfindungsgemässen Vorrichtung gemäss Figur 1;
- Figur 3
- eine Seitenansicht der Teile der Vorrichtung gemäss Figur 2.
[0016] Eine erfindungsgemässe Vorrichtung zum Bearbeiten von Strassenbauflächen weist gemäss
Figur 1 zwei Einbauwerkzeuge 1 und 2 auf, die an einem Tragbalken 3 angeordnet sind.
Dieser Tragbalken 3 befindet sich an einem Ausleger 4 eines nicht näher gezeigten
Trägerfahrzeugs, wobei der Tragbalken 3 eine strichpunktiert angedeutete Drehachse
5 aufweist, die parallel zu einer Längsachse 6 des Auslegers 4 verläuft.
[0017] Zur Verbindung mit dem Ausleger 4 ragen von einer dem Tragbalken 3 zugeordneten Verbindungsplatte
7 zwei Gabellaschen auf, wobei in Figur 1 nur die frontwärtige Gabellasche gezeigt
ist. Diese Gabellaschen 8 nehmen zwischen sich den Ausleger 4 auf, wobei sie und der
Ausleger 4 von einem Drehbolzen 9 durchsetzt sind. Da die Gabellasche 8 dreieckförmig
ausgestaltet ist, befindet sich der Drehbolzen 9 in derjenigen Ecke des Dreiecks,
welche der Verbindungsplatte 7 fern ist.
[0018] Um diesen Drehbolzen 9 kann die gesamte Einheit aus Tragbalken 3 und Einbauwerkzeugen
1 und 2 geschwenkt werden. Hierzu ist eine entsprechende Einrichtung vorgesehen, die
aus einer Kolben-/Zylindereinheit 10 und zwei Hebelstreifen 11 und 12 besteht. Diese
drei Elemente sind über ein Gelenk 13 miteinander verbunden, wobei die Kolben-/Zylindereinheit
10 und die Hebellasche 12 miteinander einen stumpfen Winkel einschliessen. Dies wird
dadurch gewährleistet, dass die Hebellasche 11 das Gelenk 13 beabstandet von dem Ausleger
4 abstützt. Die Hebellasche 11 selbst weist eine weitere gelenkige Verbindung 14 mit
dem Ausleger 4 auf.
[0019] Jedes Einbauwerkzeug 1, 2 besitzt einen Bügel 15, über den das Einbauwerkzeug 1,
2 an einem Drehbolzen 16 am Tragbalken 3 hängt. Der Bügel 15 übergreift, wie insbesondere
in Figur 3 erkennbar, einen Aufbau 17, an den von unten her eine Rüttelplatte 18 anschliesst.
Die Verbindung zwischen Bügel 15 und Aufbau 17 erfolgt über eine Drehachse 19, so
dass der Aufbau 17 zusammen mit der Rüttelplatte 18 gegenüber dem Bügel 15 schwenkbar
ist. Dies wird durch eine Ausnehmung 20 in dem Aufbau 17 ermöglicht.
[0020] In Figur 2 ist weiterhin erkennbar, dass etwa parallel zum Tragbalken 3 eine Verbindungsstange
21 angeordnet ist, die zusammen mit dem Tragbalken 3 ein Parallelogramm bildet. Hierzu
ist die Verbindungsstange 21 mit den beiden Bügeln 15 der Einbauwerkzeuge 1 und 2
über ein Gelenk 22 bzw. 23 verbunden.
[0021] Des weiteren ist dem Einbauwerkzeug 1 eine Kantenplatte 24 zugeordnet, welche um
ein Scharnier 25 schwenkbar ist. Dieses Verschwenken kann manuell oder auch hydraulisch
durch eine nicht näher gezeigte bekannte Anordnung erfolgen.
[0022] Die Funktionsweise der vorliegenden Erfindung ist folgende:
[0023] Zum Bearbeiten eines Banketts fährt ein entsprechendes Trägerfahrzeug beispielsweise
auf einer gefertigten Strasse. Mit seinem Ausleger 4 senkt er die Einbauwerkzeuge
1 und 2 über das Bankett und bringt durch Drehen des Trägerbalkens 3 um die Drehachse
5 die Einbauwerkzeuge 1 und 2 in eine gewünschte Stellung. Beim Drehen des Trägerbalkens
3 um die Drehachse 5 werden die Einbauwerkzeuge 1 und 2 so ausgerichtet, dass die
von ihnen zu bearbeitende Gesamtbreite vermindert oder erhöht wird. Ihre Anordnung
in Fahrtrichtung des Fahrzeuges ändert sich jedoch nicht, da das von der Verbindungsstange
21 und dem Tragbalken 3 gebildete Parallelogramm gewährleistet, dass beispielsweise
die Bügel 15 immer parallel zueinander verlaufen. Lediglich ihr Abstand zueinander
in Fahrtrichtung wird verändert.
[0024] Wird beispielsweise ein leicht abgeschrägtes Bankett gewünscht, so kann der Tragbalken
3 durch Aus- oder Einfahren der Kolben-/Zylindereinheit 10 um den Drehbolzen 9 geschwenkt
werden.
[0025] In vielen Fällen ist es auch wünschenswert, dass eine Bankettkante gleichzeitig mit
bearbeitet wird. Dies geschieht durch die Kantenplatte 24, welche in einem bestimmten
Winkel w schräggestellt wird.
[0026] Damit ist mit der erfindungsgemässen Vorrichtung ein Bankett mit gewünschter Neigung,
Breite und Abwinkelung der Bankettkante gleichzeitig herstellbar.
1. Vorrichtung zum Bearbeiten von Strassenbauflächen, insbesondere Bankettfertiger, mit
zumindest zwei Einbauwerkzeugen (1, 2), welche miteinander verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zumindest zwei Einbauwerkzeuge (1, 2) an einem Ausleger (4) angeordnet sind.
2. Vorrichtung zum Bearbeiten von Strassenbauflächen, insbesondere Bankettfertiger, mit
zumindest zwei Einbauwerkzeugen (1, 2), welche miteinander verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass an dem äussersten Einbauwerkzeug (1) eine Kantenplatte (24) angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kantenplatte (24) über ein Scharnier (25) mit dem Einbauwerkzeug (1) verbunden
ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Winkel (w) zwischen Einbauwerkzeug (1) und Kantenplatte (24) einstellbar ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel durch hydraulisches Schwenken der Kantenplatte (24) verstellbar ist.
6. Vorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Einbauwerkzeuge (1, 2) an einem Tragbalken (3) angeordnet sind, der um eine Längsachse
(6) des Auslegers (4) oder um eine parallel zu dieser verlaufenden Achse (5) dreht.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Tragbalken (3) gegenüber der Längsachse (6) des Auslegers (4) kippbar ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass parallel zum Tragbalken (3) eine Verbindungsstange (21) gelenkig mit den Einbauwerkzeugen
(1, 2) verbunden ist, wobei Tragbalken (3) und Verbindungsstange (21) ein Parallelogramm
ausbilden.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass vom Einbauwerkzeug (1, 2) ein Bügel (15) aufragt, der etwa mittig eine Drehachse
(16) mit dem Tragbalken (3) ausbildet.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Bügel (15) mit seinen Bügelschenkeln drehbewegliche mit einem Aufbau (17) des
Einbauwerkzeuges (1,2) verbunden ist.
11. Vorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Einbauwerkzeug (1, 2) eine Rüttelplatte (18) aufweist.