[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Gebäudewandelement gemäß Anspruch 1 und eine Holzlagenverbundplatte
gemäß Anspruch 12.
[0002] Eine bekannte Bauweise für Holzhäuser ist die Blockbauweise. Bei der Blockbauweise
werden die Wände, die die tragenden Teile der Konstruktion darstellen, aus massiven
und horizontal übereinanderliegenden Balken hergestellt. Vor allem die nicht vermeidbare
Nachtrocknung bzw. Holzfeuchtezunahme und das damit verbundene Schwinden und Quellen
des Holzes stellen ein Problem dar, da es dadurch zu Setzungen bzw. Hebungen kommen
kann. Des Weiteren können sich die Balken mit der Zeit verziehen bzw. verformen, so
dass sie nicht mehr ausreichend dichtend übereinanderliegen. Das Verziehen der Balken
führt zu einer Undichtigkeit der Wände. Um diesen Nachteil zu vermeiden, werden üblicherweise
Wärmedämmungen an der Innenseite der Wände aufgebracht. Bauphysikalisch bringt dies
u.a. den Nachteil mit sich, dass die massiven Balken auf der Außenseite angeordnet
sind, also der kalten Seite zugewandt, wodurch die Wärmespeicherung der Wand vermindert
ist. Darüber hinaus wirkt sich die Anordnung einer Innendämmung negativ auf die Position
des Taupunkts in der Wand aus. Dieser befindet sich hinter der Innendämmung in der
Wand, was zu einer Tauwasserbildung (Feuchtezunahme) in diesem Bereich führt. Des
weiteren erhöhen zusätzlich angebrachte Winddichtungen die Gefahr der Tauwasserbildung.
[0003] Durch das Setzen und Heben im Blockhausbau können die erforderlichen Wärmedämmungen
beschädigt werden. Zumindest aber wird die Auswahl der möglichen Wärmedämmmaterialen
stark eingeschränkt.
[0004] Außerdem wird durch das Setzen und Heben eine maximale Gebäudehöhe eines Blockhauses
eingeschränkt.
[0005] Die
DE 34 08 608 C2 beschreibt einen gattungsgemäßen Aufbau eines Gebäudewandelements mit einer äußeren
und einer inneren Lage. Bei dieser Konstruktion sind die einzelnen Balken solcher
Balkenlagen ähnlich aufeinander geschichtet wie bei einer üblichen Blockhauswand.
Hier genügt es jedoch, dass die Balken eine geringere Dicke aufweisen. Die beiden
Balkenlagen sind mit einem Abstand zueinander angeordnet. Um der Blockhauswand der
beschriebenen Art eine ausreichende Stabilität und Steifigkeit zu verleihen, ist es
notwendig, die einzelnen Balken innerhalb der jeweiligen Balkenlage ausreichend fest
miteinander zu verbinden, und darüber hinaus auch für eine feste Verbindung der inneren
und äußeren Balkenlage zu sorgen. Hierzu dienen Stützen sowie Schwalbenschwanzverbindungen
zwischen den Stützen und den Balken. Jede Stütze greift schwalbenschwanzförmig in
Nuten ein, die sich über die gesamte Höhe der Balkenlagen erstrecken. Die Stütze besteht
dabei aus zwei Teilen, von denen das erste beide Nuten in Längsrichtung zunächst nur
teilweise ausfüllt, und das zweite bei der Montage bewegliche Teil in den zunächst
freigebliebenen Raum der Nuten eingreift. Der Aufbau einer Wand in der beschriebenen
Art erfordert zusätzliches Dämmmaterial im Raum zwischen den Lagen, was teuer und
deshalb unerwünscht ist. Darüber hinaus wird das Problem des Verziehens zwar aufgrund
der geringeren Querschnittsabmessungen der Balken verringert, das Problem des Hebens
und Setzens aber nicht gelöst.
[0006] Die
EP 1 097 032 B1 beschreibt ein vorgefertigtes Schichtholzelement mit mindestens drei miteinander
verbundenen von unmittelbar nebeneinander angeordneten brett- oder pfostenartigen
Hölzern, wobei diese Hölzer von zwei benachbarten Lagen unterschiedliche Richtungen
aufweisen. Das Schichtholzelement ist einstofflich aus Holz aufgebaut und die Verbindung
der einzelnen Lagen erfolgt durch Dübel, die die Lagen von Hölzern durchsetzen. Dieser
Aufbau beseitigt im Wesentlichen die beim Blockhausbau bekannten Setzprobleme. Um
aber gute Dämmeigenschaften und eine gute Winddichtigkeit zu erzielen, muss der Aufbau
einer Wand in der beschriebenen Art eine große Abmessung in Stärkenrichtung der Hölzer
oder zusätzliches Dämmmaterial aufweisen, was teuer und deshalb unerwünscht ist. Darüber
hinaus ist das Bohren der Löcher und das Einsetzen der Dübel aufwendig.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Wandelement und eine Holzplatte zu
schaffen, die maßhaltig sind und einfach sowie kostengünstig hergestellt werden können.
[0008] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe hinsichtlich des Wandelements durch ein Gebäudewandelement
mit mindestens zwei lagenweise nebeneinander angeordnete Hölzer aufweisenden Lagen
gelöst, die mittels einander gegenüberliegenden Nuten und darin fest eingesetzten
Gratleisten miteinander verbunden sind, wobei der Holzfaserverlauf der Hölzer parallel
zur Hauptlastrichtung verläuft; und diese Aufgabe wird hinsichtlich der Holzplatte
durch eine Holzlagenverbundplatte mit mindestens zwei Lagen aus lagenweise nebeneinander
angeordneten Hölzern gelöst, die mittels einander gegenüberliegenden Nuten und darin
fest eingesetzten Gratleisten miteinander verbunden sind, wobei der Holzfaserverlauf
der Hölzer parallel zu den Ebenen der mindestens zwei Lagen ist und die Hauptlastrichtung
quer zu diesen Ebenen verläuft.
[0009] Vorteilhafterweise sind das Gebäudewandelement bzw. die Holzlagenverbundplatte so
aufgebaut, dass lagenweise jeweils benachbarte Hölzer eine Steckverbindung mit mindestens
einem über die Länge der Hölzer verlaufenden Vorsprung haben und in gegenseitig dichtendem
Eingriff sind, wobei die Stirnfläche des jeweiligen Vorsprungs vom jeweils gegenüberliegenden
Holz beabstandet ist und eine Dehnfuge bildet. Durch die Steckverbindungen kann eine
im Wesentlichen dichte Verbindung zwischen den Hölzern der jeweiligen Lagen geschaffen
werden, die die Wärme- und Schalldämmung verbessert. Die Hölzer können trotzdem in
ihrer Breitenrichtung Schwinden und Quellen, ohne dass die Gesamtabmessungen des Gebäudewandelements
bzw. der Holzlagenverbundplatte verändert werden. Dabei kann die Dehnfuge auch eine
sich nach außen öffnende Fuge sein, um eine eventuell auftretende Kapillarwirkung
zu vermeiden.
[0010] Die Gratleisten können dabei in jeweils mindestens einen in dichtendem Eingriff stehenden
Bereich der Steckverbindungen eindringen. Dadurch wird eine Luftkonvektion zwischen
den durch die Leisten getrennten Lufträumen verhindert.
[0011] Bei einer bevorzugten Ausführungsform können die Gratleisten durch eine Volumenvergrößerung
infolge Quellen gegen nutbegrenzende Flächen der Nuten gedrückt werden, so dass eine
feste Verbindung der Hölzer und der zumindest zwei Lagen erreicht wird. Durch die
Fixierung mittels Quellen der Gratleisten entsteht ein Reinverbund also ein einstoffliches
Gebäudewandelement bzw. eine einstoffliche Holzlagenverbundplatte.
[0012] Eine Fixierung der Hölzer und der zumindest zwei Lagen kann auch durch Verbindungsmittel
erreicht werden, die zumindest eine Seitenfläche der Gratleiste und der Hölzer durchdringen.
[0013] Außerdem kann die Fixierung der Hölzer und der zumindest zwei Lagen durch eine Verleimung
erreicht werden. Die zuvor genannten Arten der Fixierung können auch kombiniert ausgeführt
werden.
[0014] Das Gebäudewandelement bzw. die Holzlagenverbundplatte können aus verschiedenen Holzarten
innerhalb desselben Elements aufgebaut sein. Diese Holzarten können entsprechend den
gewünschten Anforderungen eingesetzt werden, ohne die sonst im Holzbau erforderlichen
Symmetrieerfordernisse erfüllen zu müssen, was enorme Vorteile mit sich bringt. Die
Hölzer einer äußeren Lage können z.B. aus einer witterungsbeständigen Holzart, wie
beispielsweise Lärche oder Eiche, aufgebaut sein, während die Hölzer einer inneren
Lage aus günstigerem Fichtenholz aufgebaut sein können. Zudem könnten die Gratleisten
ebenfalls aus anderem Holz sein beispielweise aus sehr festem Buchenholz.
[0015] Bei dem Gebäudewandelement kann sich zwischen den zumindest zwei Lagen mindestens
ein Zwischenraum befinden, dessen Ausmaß in Stärkenrichtung zwischen 0 cm und 5 cm
beträgt. Somit entsteht eine wärmedämmende ruhende Luftschicht. Bei der Holzlagenverbundplatte
kann dieser Zwischenraum bis zu ca. 50 cm betragen.
[0016] In mindestens einem Zwischenraum zwischen zwei Lagen kann sich Dämmmaterial befinden.
[0017] Ein Winkel zwischen der Nut und dem Holzfaserverlauf der Hölzer kann ein rechter
Winkel sein oder kann vom rechten Winkel abweichen. Durch Variieren dieses Winkels
kann die Stabilität des Gebäudewandelements bzw. der Holzlagenverbundplatte an die
erwarteten Lastverhältnisse angepasst werden.
[0018] Die Holzlagenverbundplatte besteht in einer bevorzugten Ausführungsform aus mindestens
drei Lagen.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0019]
- Fig. 1
- zeigt eine perspektivische Schnittansicht eines Abschnitts eines Gebäudewandelements
gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung;
- Fig. 2
- zeigt eine Explosionszeichnung eines Abschnitts eines Gebäudewandelements gemäß dem
Ausführungsbeispiel der Erfindung;
- Fig. 3a
- zeigt eine Schnittansicht einer Steckverbindung gemäß dem Ausführungsbeispiel der
Erfindung;
- Fig. 3b
- zeigt eine Schnittansicht einer anderen Ausführungsform einer Steckverbindung;
- Fig. 4a
- zeigt eine Schnittansicht einer Leiste gemäß dem Ausführungsbeispiel der Erfindung;
- Fig. 4b
- zeigt eine Schnittansicht einer anderen Ausführungsform einer Leiste;
- Fig. 4c
- zeigt eine Schnittansicht einer wiederum anderen Ausführungsform einer Leiste;
[0020] Wenn das Gebäudewandelement von der vertikalen Anordnung in die Horizontale flachgelegt
wird, entsteht eine Holzlagenverbundplatte. Die Beschreibung der Konstruktion des
Gebäudewandelements kann sinngemäß auf die Holzlagenverbundplatte übertragen werden.
Bei dem Gebäudewandelement ist der Holzfaserverlauf der Hölzer parallel zur Hauptlastrichtung,
bei der Holzlagenverbundplatte hingegen ist der Holzfaserverlauf quer zur Hauptlastrichtung.
Beschreibung der bevorzugten Ausführungsbeispiele
[0021] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Figuren näher erläutert. Die Folgende
Beschreibung bezieht sich auf ein Gebäudewandelement gilt aber analog auch für eine
Holzlagenverbundplatte.
[0022] Gemäß Figur 1 und 2 besteht ein Gebäudewandelement gemäß dem Ausführungsbeispiel
aus vier jeweils lagenweise nebeneinander angeordnete Hölzer 2 aufweisenden Lagen
1, die mittels einander gegenüberliegenden Nuten 3 und darin eingesetzten Leisten
4 miteinander verbunden sind. Bei dem Gebäudewandelement verläuft der Holzfaserverlauf
der Hölzer 2 parallel zur Hauptlastrichtung, d.h. in Richtung des Eigengewichts der
Wand. Die Leisten 4 sind Gratleisten. In den Figuren 1 und 2 bezeichnet das Bezugszeichen
A eine Längsrichtung der Hölzer 2, B eine Breitenrichtung der Hölzer 2 und C eine
Stärkenrichtung der Hölzer. Die Richtung des Holzfaserverlaufs der Hölzer 2 entspricht
der Längsrichtung der Hölzer 2. Das Bezugszeichen 6 bezeichnet Zwischenräume zwischen
den Lagen 2. Gemäß dem vorliegenden Ausführungsbeispiel haben die Hölzer 2 eine Steckverbindung
5 mit über die Länge der Hölzer 2 verlaufenden Vorsprüngen 7, 9, wobei sich die Hölzer
2 in gegenseitig dichtendem Eingriff befinden, und wobei die Stirnfläche des jeweiligen
Vorsprungs 7, 9 vom jeweils gegenüberliegenden Holz 2 beabstandet ist und eine Dehnfuge
11 bildet, wie dies in den Figuren 1 bis 3a gezeigt ist. Die Figur 3a zeigt, dass
die Hölzer 2 an einer ihrer Seitenflächen bezüglich ihrer Breitenrichtung jeweils
zwei Vorsprünge 7 und drei Aussparungen 8 haben. An ihrer anderen Seitenfläche haben
die Hölzer 2 entsprechend drei Vorsprünge 9 und zwei Aussparungen 10.
[0023] Die Vorsprünge 7, 9 stehen mit den entsprechenden Aussparungen 8, 10 in Eingriff,
so dass eine dichte Verbindung entsteht und eine Dehnfuge 11 zwischen den Hölzern
2 bezüglich ihrer Breitenrichtung vorhanden ist. Somit können sich die Hölzer 2 zu
dieser Dehnfuge 11 hin relativ zueinander ausdehnen. Die Vorsprünge 7, 9 weisen vorzugsweise
jeweils gleiche Abmessungen auf. Die Leisten 4 dringen in jeweils einen in dichtendem
Eingriff stehenden Bereich ein. Dies ist durch eine gestrichelte Linie in den Figuren
3a und 3b kenntlich gemacht. Somit wird eine Luftkonvektion zwischen den durch die
Leisten 4 getrennten Zwischenräumen 6 verhindert, was die Wärmedämmung der Gebäudewandelements
verbessert.
[0024] Die Figur 3b zeigt eine andere Ausführungsform der Steckverbindung 5. Bei dieser
Ausführungsform steht lediglich ein Vorsprung 7 mit einer entsprechenden Aussparung
10 in Eingriff, so dass eine dichte Verbindung entsteht und eine Dehnfuge 11 zwischen
den Hölzern bezüglich ihrer Breitenrichtung vorhanden ist. Somit können sich die Hölzer
2 zu dieser Dehnfuge 11 hin relativ zueinander ausdehnen. Die Leisten 4 dringen auch
hier in jeweils einen in dichtendem Eingriff stehenden Bereich ein.
[0025] Durch die Steckverbindungen 5 kann eine im Wesentlichen dichte Verbindung zwischen
den Hölzern 2 der jeweiligen Lagen 1 geschaffen werden, die die Wärme- und Schalldämmung
verbessert. Die Hölzer 2 können trotzdem in ihrer Breitenrichtung Schwinden und Quellen,
ohne dass dies das Gebäudewandelement beeinflusst. Es entsteht ein maßhaltiges Gebäudewandelement.
[0026] Die Steckverbindung 5 ist dabei nicht auf die in den Figuren 3a und 3b gezeigte Form
beschränkt, sondern kann jede Form annehmen, die zu einer dichten Verbindung zwischen
den Hölzern 2 führt. Die Hölzer 2 können jeweils gegebenenfalls nur einen Vorsprung,
zwei, drei oder mehrere Vorsprünge und die entsprechende Anzahl von Aussparungen aufweisen.
Außerdem kann die Dehnfuge auch eine sich nach außen öffnende Fuge sein, um eine eventuell
auftretende Kapillarwirkung zu vermeiden.
[0027] Die Anordnung der vorstehend genannten Nut 3 bzw. der Leiste 4 ist in dem vorliegenden
Ausführungsbeispiel parallel zur Breitenrichtung der Hölzer 2. Die Anordnung der Nut
3 bzw. der Leiste 4 kann aber auch nicht parallel zur Breitenrichtung der Hölzer 2
ausgeführt sein. Wie aus den Figuren 1 und 2 ersichtlich ist, fixiert die Leiste 4
infolge Formschluss die Lagen 1 und die Hölzer 2 in zwei Richtungen, d.h. in der Stärkenrichtung
und in der Längsrichtung der Hölzer 2. Eine Fixierung bezüglich einer dritten Richtung,
d.h. die Breitenrichtung der Hölzer 2 (Längsrichtung der Leisten 4), erfolgt gemäß
dem vorliegenden Ausführungsbeispiel durch eine Volumenvergrößerung infolge Quellen
der eingesetzten Leisten 4, die vor dem Einsetzen getrocknet wurden. Die Abmessung
der Leiste 4 und der Nut 3 sind so bemessen, dass infolge der Volumenänderung eine
kraftschlüssige Verbindung zwischen den Hölzern 2 einer Lage 1 und der Leiste 4 erreicht
wird. Wie dies in der Figur 4a gezeigt ist, weist die Leiste 4 gemäß dem Ausführungsbeispiel
zwei zueinander verjüngt ausgebildete Teile 4a, 4b auf, wobei die Abmessung der Seitenflächen
4c, 4d in der Längsrichtung der Hölzer 2 größer ausgebildet ist als ein mittlerer
Bereich 4e.
[0028] Die Figuren 4b und 4c zeigen mögliche Abwandlungen der Leiste 4. Bei der in der Figur
4b gezeigten Ausführungsform ist ein mittlerer Bereich 4f bezüglich der Stärkenrichtung
der Hölzer 2 größer ausgeführt als der mittlere Bereich 4e aus der Figur 4a. Folglich
vergrößert sich die Abmessung der Gratleiste in Stärkenrichtung der Hölzer. Auf diese
Art und Weise kann der Zwischenraum 6 zwischen den Lagen 1 in Stärkenrichtung der
Hölzer 2 vergrößert werden.
[0029] Bei der in der Figur 4c gezeigten Ausführungsform ist ein mittlerer Bereich 4g bezüglich
der Stärkenrichtung der Hölzer 2 größer ausgeführt als der mittlere Bereich 4e aus
der Figur 4a und ragt jeweils in Längsrichtung der Hölzer 2 nach außen vor. Auf diese
Art und Weise kann sowohl der Form- als auch der Kraftschluss zwischen den Hölzern
2 einer Lage 1 und der Leiste 3 weiter verbessert werden.
[0030] Die Form einer Leiste 4 ist nicht auf die in den Figuren 4a bis 4c gezeigte beschränkt,
sondern kann jede Form annehmen, die mit einer Nut 3 nach Art einer Gratleiste in
Eingriff gebracht werden kann. Des weiteren können die Gratleisten auch aus einem
anderen Material wie Holz hergestellt sein, beispielsweise aus Metall oder Kunststoff.
[0031] Wenn auf die Fixierung mittels Volumenänderung der Leisten 4 verzichtet werden möchte,
kann die Fixierung der Hölzer an der Leiste 4 durch Verwendung von Dübeln, Nägeln,
Schrauben, Leim, etc. (systembekannte Verbindungsmittel) erreicht werden. Selbstverständlich
kann die Fixierung mittels Volumenvergrößerung und die Fixierung mittels systembekannter
Verbindungsmittel auch in Kombination ausgeführt werden.
[0032] Wie dies in den Figuren 1 und 2 gezeigt ist, sind die Lagen 1 gemäß dem Ausführungsbeispiel
versetzt zueinander angeordnet, so dass die Dichtigkeit und die Stabilität sowie die
Steifigkeit des Gebäudewandelements weiter verbessert werden. Alternativ dazu können
die Lagen 1 auch nicht versetzt zueinander angeordnet sein.
[0033] Die tragenden und die bauphysikalischen Eigenschaften des Gebäudewandelements können
durch die Anzahl der Lagen 1, die Abmessungen der Hölzer 2, die Abmessung der Zwischenräume
6 zwischen den Lagen 1, die Ausführung der Steckverbindung 5, die Anordnung der Lagen
1 zueinander und der Wahl der Holzart den gewünschten Anforderungen beliebig angepasst
werden. Dabei können bei dem erfindungsgemäßen Gebäudewandelement die üblicherweise
im Holzbau erforderlichen Symmetriebedingungen außer acht gelassen werden. Des Weiteren
kann zumindest ein Zwischenraum 6 zwischen zwei Lagen 1 mit Dämmmaterial o.ä. ausgefüllt
sein.
[0034] Obwohl das Gebäudewandelement entsprechend bestimmten Erfordernissen unsymmetrisch
ausgeführt sein kann, bleiben die Gesamtabmessungen des Gebäudewandelements trotz
Schwinden und Quellen der Hölzer 2 im Wesentlichen konstant. Aufgrund des erfindungsgemäßen
Aufbaus kann sich jedes Holz 2 einer Lage 1 in seiner Stärkenrichtung (Richtung C)
und Breitenrichtung (Richtung B) bewegen, ohne dass sich die Gesamtabmessungen des
Gebäudewandelements verändern. Der bekannte Nachteil von Holz, nämlich seine gerichtete
Volumenänderung, hat bei dem erfindungsgemäßen Aufbau keine negativen Auswirkungen
auf das Gesamtsystem. Es kommt zu keinen Setzungen und keinem Verziehen, so dass die
Dichtigkeit des Gebäudewandelements erhalten bleibt.
[0035] Die Erfindung kann nicht nur auf im Wesentlichen vertikal oder horizontal angeordnete
Konstruktionen (z.B. Wände und Decken) angewandt werden, sondern auch auf schräge
Konstruktionen (z.B. Dachkonstruktionen).
[0036] Bei dem Gebäudewandelement gemäß der Erfindung können die Hölzer einer Lage bezüglich
ihrer Breitenrichtung mittels einer Steckverbindung (z.B. eine Nut-Kamm-Verbindung)
verbunden sein. Dadurch entsteht zwischen den Hölzern einer Lage eine winddichte Verbindung,
die die Wärme- und Schalldämmung verbessert.
[0037] Ebenfalls ist ein Aufbau möglich, bei dem beispielsweise die äußere Lage Steckverbindungen
aufweist, wohingegen die restlichen Lagen keine Steckverbindungen aufweisen. Bei geringen
bauphysikalischen Anforderung kann auf die Steckverbindung verzichtet werden. Bei
hohen Anforderungen hingegen können Fremdmaterialien, wie beispielsweise Dämm- bzw.
Dichtstoffe, zwischen die Hölzer einer Lage eingearbeitet werden.
[0038] Bei einer bevorzugten Ausführungsvariante der Erfindung ist vorgesehen, dass die
Verbindung der Hölzer einer Lage im Wesentlichen durch eine Volumenvergrößerung infolge
Quellen der eingesetzten Leisten erfolgt. Die Anzahl der eingesetzten Leisten kann
entsprechend den gewünschten Erfordernissen beliebig variieren. Eine Fixierung infolge
Volumenvergrößerung der Leisten erfolgt, indem der Feuchtigkeitsgehalt der Leisten
unter den Feuchtigkeitsgehalt der Hölzer abgesenkt wird und die getrockneten Leisten
in die gegenüberliegenden durchgehenden Nuten eingesetzt werden. Dabei sind die Abmessungen
der Leiste und der Nut so bemessen, dass infolge der durch den Holzfeuchteausgleich
erzeugten Volumenänderung eine kraftschlüssige Verbindung zwischen den Hölzern einer
Lage und der Leiste erreicht wird. Die Fixierung der Lagen in der Längs- und der Breitenrichtung
der Hölzer erfolgt durch Formschluss mit den Leisten. Bei dieser bevorzugten Ausführungsvariante
entsteht ein einstoffliches Gebäudewandelement, das als Reinverbund bezeichnet werden
kann.
[0039] Zur Fixierung des Systems können zusätzliche Verbindungsmittel eingesetzt werden,
wenn der Feuchtigkeitsausgleich und damit die Volumenvergrößerung der Leiste noch
nicht stattgefunden hat. Außerdem kann die Leiste einer geeigneten Behandlung unterzogen
werden, um die Quellwirkung zu vergrößern.
[0040] Bei einer anderen Ausführungsvariante fixiert die Leiste, die als Gratleiste ausgebildet
ist, die Lagen und die Hölzer nur in zwei Richtungen, d.h. in der Stärkenrichtung
und in der Längsrichtung der Hölzer. Wenn auf die Volumenvergrößerung der Leiste verzichtet
wird, kann die Fixierung der Hölzer an der Leiste durch Verwendung von anderen, an
sich bekannten Verbindungsmitteln, erreicht werden. Selbstverständlich können die
Fixierung mittels Volumenvergrößerung und die Fixierung mit den Verbindungsmitteln
auch in Kombination ausgeführt werden.
[0041] Des Weiteren kann ein Gebäudewandelement mit Zwischenraum und ohne Zwischenraum zwischen
den Lagen bereitgestellt werden. Der erfindungsgemäße Aufbau ermöglicht beliebig viele
Lagen und somit beliebig viele Luftzwischenräume.
[0042] Auf diese Art und Weise kann auch ohne zusätzliche Dämmmaterialen ein hervorragender
Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert [W/m
2K]; früher k-Wert) und eine hervorragende Schalldämmung erzielt werden.
[0043] Bei der Ausführung mit Zwischenraum entsteht eine im Wesentlichen ruhende Luftschicht
zwischen den Lagen, die die Wärmedämmung des Bauteils erhöht. Der Abstand zwischen
den diese ruhende Luftschicht bildenden Lagen sollte bei dem Gebäudewandelement kleiner
als 5 cm sein, um eine Luftkonvektion zu vermeiden. Bei der Holzlagenverbundplatte
kann dieser Abstand bis zu ca. 50 cm betragen. Ein Zwischenraum zwischen den Lagen
kann auch mit Dämmmaterialen, wie beispielsweise Holzfaserplatten, Sand, bei Decken
Schüttungen, etc., ausgefüllt sein. Die Zwischenräume zwischen den Lagen können auch
für Gas-, Wasser-, und Elektroinstallationen etc. verwendet werden.
[0044] Das Gebäudewandelement bzw. die Holzlagenverbundplatte muss nicht symmetrisch aufgebaut
sein. Beispielsweise können die Hölzer einer äußeren Lage größere Querschnittsabmessungen
aufweisen als die Hölzer einer inneren Lage. Des Weiteren kann der Abstand zwischen
den Lagen entsprechend den gewünschten bauphysikalischen Erfordernissen angepasst
werden.
[0045] Die hohe statische und dynamische Belastbarkeit des erfindungsgemäßen Gebäudewandelements
ermöglicht einen mehrstöckigen Häuserbau.
[0046] Durch mehrere tragende Lagen wird eine hohe Feuerwiderstandsklasse erreicht. Im Reinverbund
können keine Metallteile bzw. Leimverbindungen infolge Hitzeeinwirkung ihre Funktion
verlieren.
[0047] Die im Vergleich zur Blockbauweise klein gehaltenen Querschnitte der Hölzer reduzieren
Schäden auf ein Minimum, die durch das im Blockhausbau bekannte Verziehen entstehen
können.
[0048] Der erfindungsgemäße Aufbau des Gebäudewandelements ermöglicht eine gute Ausbeute
des Rundholzes. Die außenliegenden Bereiche des Rundholzes können bei dem Gebäudewandelement
als Gratleiste eingesetzt werden.
[0049] Die Hölzer können sägerau oder gehobelt verwendet werden. Die Außenflächen der Hölzer
sind in Sichtqualität möglich.
[0050] Da das Gebäudewandelement einzig aus Holz hergestellt sein kann (Reinverbund), ergeben
sich gute bauphysiologische Eigenschaften. Beispielsweise kann es zu keinen durch
Bindungsstoffe verursachten Emissionen kommen. Da das erfindungsgemäße Gebäudewandelement
des weiteren keine Dampfsperre etc. benötigt, kann ein Feuchtigkeitsaustausch durch
das Gebäudewandelement stattfinden.
[0051] Die Lagen des erfindungsgemäßen Gebäudewandelements bestehen im Wesentlichen aus
Gleichteilen, das heißt alle Hölzer können gleich sein und alle Gratleisten können
gleich sein. Die geradlinig verlaufenden Steckverbindungen und die Nuten können auf
einfache Art und Weise in die Hölzer gefräst werden. Folglich kann das Gebäudewandelement
einfach maschinell gefertigt werden wobei ein großer Automatisierungsgrad möglich
ist.
1. Gebäudewandelement mit mindestens zwei lagenweise nebeneinander angeordnete Hölzer
(2) aufweisenden Lagen (1), die mittels einander gegenüberliegenden Nuten (3) und
darin fest eingesetzten Gratleisten (4) miteinander verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass der Holzfaserverlauf der Hölzer (2) parallel zur Hauptlastrichtung verläuft.
2. Gebäudewandelement gemäß Anspruch 1, wobei lagenweise jeweils benachbarte Hölzer (2)
eine Steckverbindung (5) mit mindestens einem über die Länge der Hölzer (2) verlaufenden
Vorsprung (7, 9; 7a; 9a) haben und in gegenseitig dichtendem Eingriff sind, wobei
die Stirnfläche des jeweiligen Vorsprungs (7, 9; 7a; 9a) vom jeweils gegenüberliegenden
Holz (2) beabstandet ist und eine Dehnfuge (11; 11a) bildet.
3. Gebäudewandelement gemäß Anspruch 2, wobei die Gratleisten (4) in jeweils mindestens
einen in dichtendem Eingriff stehenden Bereich eindringen.
4. Gebäudewandelement gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Gratleisten (4) durch
eine Volumenvergrößerung infolge Quellen gegen nutbegrenzende Flächen der Nuten (3)
gedrückt werden, so dass eine feste Verbindung der Hölzer (2) und der zumindest zwei
Lagen (1) erreicht wird.
5. Gebäudewandelement gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei eine Fixierung der Hölzer
(2) und der zumindest zwei Lagen (1,) durch Verbindungsmittel erreicht wird, die zumindest
eine Seitenfläche der Gratleiste (4) und der Hölzer (2) durchdringen.
6. Gebäudewandelement gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Fixierung der Hölzer
(2) und der zumindest zwei Lagen (1) durch eine Verleimung erreicht wird.
7. Gebäudewandelement gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei dieses aus verschiedenen
Holzarten aufgebaut ist.
8. Gebäudewandelement gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei sich zwischen den zumindest
zwei Lagen (1) mindestens ein Zwischenraum (6) befindet, dessen Ausmaß in Stärkenrichtung
zwischen 0 cm und 5 cm betragen kann.
9. Gebäudewandelement gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei sich in mindestens einem
Zwischenraum (6) zwischen zwei Lagen (1) Dämmmaterial befindet.
10. Gebäudewandelement gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei ein Winkel zwischen der
Nut (3) und dem Holzfaserverlauf der Hölzer (2) ein rechter Winkel ist.
11. Gebäudewandelement gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei der Winkel zwischen der
Nut (3) und dem Holzfaserverlauf der Hölzer (2) vom rechten Winkel abweicht.
12. Holzlagenverbundplatte mit mindestens zwei Lagen (1) aus lagenweise nebeneinander
angeordneten Hölzern (2), die mittels einander gegenüberliegenden Nuten (3) und darin
fest eingesetzten Gratleisten (4) miteinander verbunden sind, und der Holzfaserverlauf
der Hölzer (2) parallel zu den Ebenen der mindestens zwei Lagen (1) ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Hauptlastrichtung quer zu diesen Ebenen verläuft.
13. Holzlagenverbundplatte gemäß Anspruch 12, wobei diese aus mindestens drei Lagen (1)
besteht.
14. Holzlagenverbundplatte gemäß Anspruch 12 oder 13, wobei lagenweise jeweils benachbarte
Hölzer (2) eine Steckverbindung (5) mit mindestens einem über die Länge der Hölzer
(2) verlaufenden Vorsprung (7, 9; 7a; 9a) haben und in gegenseitig dichtendem Eingriff
sind, wobei die Stirnfläche des jeweiligen Vorsprungs (7, 9; 7a; 9a) vom jeweils gegenüberliegenden
Holz (2) beabstandet ist und eine Dehnfuge (11; 11a) bildet.
15. Holzlagenverbundplatte gemäß Anspruch 14, wobei die Gratleisten (4) in jeweils mindestens
einen in dichtendem Eingriff stehenden Bereich eindringen.
16. Holzlagenverbundplatte gemäß einem der Ansprüche 12 bis 15, wobei die Gratleisten
(4) durch eine Volumenvergrößerung infolge Quellen gegen nutbegrenzende Flächen der
Nuten (3) gedrückt werden, so dass eine feste Verbindung der Hölzer (2) und der mindestens
zwei Lagen (1) erreicht wird.
17. Holzlagenverbundplatte gemäß einem der Ansprüche 12 bis 16, wobei eine Fixierung der
Hölzer (2) und der mindestens zwei Lagen (1) durch Verbindungsmittel erreicht wird,
die zumindest eine Seitenfläche der Gratleiste (4) und der Hölzer (2) durchdringen.
18. Holzlagenverbundplatte gemäß einem der Ansprüche 12 bis 17, wobei die Fixierung der
Hölzer (2) und der zumindest zwei Lagen (1) durch eine Verleimung erreicht wird.
19. Holzlagenverbundplatte gemäß einem der Ansprüche 12 bis 18, wobei diese aus verschiedenen
Holzarten aufgebaut ist.
20. Holzlagenverbundplatte gemäß einem der Ansprüche 12 bis 19, wobei sich zwischen den
zumindest zwei Lagen (1) mindestens ein Zwischenraum (6) befindet, dessen Ausmaß in
Stärkenrichtung zwischen 0 cm und 50 cm betragen kann.
21. Holzlagenverbundplatte gemäß einem der Ansprüche 12 bis 20, wobei sich in mindestens
einem Zwischenraum (6) zwischen den Lagen (1) Dämmmaterial befindet.
22. Holzlagenverbundplatte gemäß einem der Ansprüche 12 bis 21, wobei ein Winkel zwischen
der Nut (3) und dem Holzfaserverlauf der Hölzer (4) ein rechter Winkel ist.
23. Holzlagenverbundplatte gemäß einem der Ansprüche 12 bis 21, wobei der Winkel zwischen
der Nut (3) und dem Holzfaserverlauf der Hölzer (2) vom rechten Winkel abweicht.