[0001] Die Erfindung betrifft einen Elektromagneten, bestehend aus einem in einem Ankerraum
beweglichen Anker und einer mit Strom beaufschlagbaren Spule, wobei diese bei Strombeaufschlagung
ein zur Bewegung des Ankers dienendes Magnetfeld erzeugt und der Anker auf eine Ankerstange
wirkt.
[0002] Die eingangs beschriebenen Elektromagneten sind hinlänglich bekannt. Sie dienen zum
Beispiel als Schalt- oder Regelelemente, wobei durch den Elektromagnet ein entsprechendes
Schalt- oder Regelglied bewegt wird. Diese Bewegung wird von dem Anker auf eine Ankerstange
übertragen, wobei die Ankerstange dann das Regel- beziehungesweise Schaltglied beeinflusst
oder betätigt. Für die Verbindungen zwischen Anker und Ankerstange ist es bekannt,
diese entweder starr miteinander zu koppeln oder aber lose miteinander zu verbinden.
[0003] Aus dem Stand der Technik ist auch ein Elektromagnetventil bekannt, welches zur Einstellung
eines Druckes und/oder eines Durchflusses eines Hydraulikfluids dient. Dieses Elektromagnetventil
mit Achsdämpfung dient der Reduzierung der bei dieser Art von Ventilen auftretenden
Schwingungen durch Änderung der Resonanzlage des aus dem Stand der Technik bekannten
Masse-Federsystems. Dieses Elektromagnetventil verfügt über einen Anker, welcher mittels
einer Spule verschiebbar ist.
[0004] Es gibt Anwendungsfälle, bei welchen nur ein gewisser Hub an der Ankerstange benötigt
wird. Wird ein verhältnismäßig geringer Hub benötigt, so muß unter Umständen hierfür
ein separater Elektromagnet mit dem geringen Hub entwickelt und entworfen werden,
was aufwendig ist. Die Erfindung hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, eine Anordnung
zu finden, mit der verschiedene Hubintervalle mit ein und denselben Elektromagneten
abgedeckt werden können.
[0005] Gelöst wird diese Aufgabe durch einen Elektromagneten wie eingangs beschrieben, wobei
vorgeschlagen wird, daß zwischen Anker und Ankerstange ein Wegumsetzer vorgesehen
ist. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, daß als Ankerstange der Bereich
verstanden wird, der die entsprechenden Betätigungselemente, zum Beispiel Dichtkörper,
Regel- oder Schaltglied usw. trägt. Es gehört auch eine Lösung zur Erfindung, bei
welcher die Ankerstange geteilt ist und der Wegumsetzer zwischen den beiden Ankerstangenteilen
angeordnet ist und die erste Ankerstangenhälfte, die dem Anker zugeordnet ist, von
diesem bewegt wird. Diese Ankerstangenhälfte ist als Anker zu sehen.
[0006] Es gelingt durch die Erfindung, daß zum Beispiel mit einer großen und daher billig
zu fertigenden Serie von Elektromagneten eine große Spannweite von unterschiedlichen
Hüben, die die Ankerstange zu betätigen hat, abgedeckt werden.
[0007] Diese erfindungsgemäße Lösung führt zu überraschenden Vorteilen. Mit diesem erfindungsgemäßen
Vorschlag wird aber auch erreicht, daß nun der Elektromagnet auf spezielle Bedürfnisse
optimiert werden kann, auch wenn diese Optimierungsarbeiten am Elektromagneten dazu
führen, daß der Anker einen größeren Hub ausführt. Durch die erfindungsgemäße Ausstattung
mit dem Wegumsetzer kann dieser erhöhte Hub wieder kompensiert werden und man erreicht
eine Optimierung des gesamten Elektromagneten bezüglich zum Beispiel seiner Kraftentfaltung
(beziehungsweise seiner Kennlinie) und dem Hub seiner Ankerstange. Es gelingt daher
unter Umständen, widerstrebende Eigenschaften des Elektromagneten gemeinsam zu optimieren
und zu einem deutlich verbesserten Gerät zu gelangen. Ein solch ausgestatteter Elektromagnet
weist daher eine hohe Flexibilität aus und ist für eine Vielzahl von Anwendungen einsetzbar.
[0008] Der erfindungsgemäße Elektromagnet weist dabei einen Wegumsetzer auf, der zunächst
keine Kraftwandlung ausführt. Abgesehen von Reibungsverlusten wird von dem Wegumsetzer
nur der Hub verändert. Alternativ sind natürlich auch Anordnungen möglich, bei welchen
der Wegumsetzer wie ein Getriebe oder eine Hebelanordnung ausgelegt ist und eine Kraftwandlung
ungefähr in dem Maße vollführt, wie auch eine reziproke Wegumsetzung unter Beachtung
der Energieerhaltung erfolgt. Eine solche Ausgestaltung macht die Anordnung nach der
Erfindung noch flexibler, da man auf den Elektromagneten gelieferten Kraftspektrum
nicht mehr unmittelbar beschränkt ist, sondern auch hier flexibler wird.
[0009] So wird nach einer erfindungsgemäßen Variante vorgesehen, daß durch den Wegumsetzer
eine Verringerung des Ankerstangenhubes im Verhältnis zum Ankerhub erfolgt. Die Bewegungen
des Ankerhubes werden durch den Wegumsetzer entsprechend reduziert und zu einem verringerten
Ankerstangenhub umgesetzt.
[0010] In einer bevorzugten Variante der Erfindung ist vorgesehen, daß der Wegumsetzer aus
mindestens einer komprimierbaren Feder besteht. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, daß
eine oder auch mehrere Federn in dem Wegumsetzer angeordnet sind. Die Anordnung der
Federn ist dabei in verschiedenen Weisen möglich. In der ersten Variante ist zum Beispiel
vorgesehen, daß mehrere komprimierbare Federn hintereinander angeordnet sind. In einer
anderen Variante sind mehrere Federn parallel nebeneinander angeordnet.
[0011] Durch die Bewegungen des Ankers erfolgt eine Kompression der Feder beziehungsweise
der Federn. Die Federn wirken also als Wegspeicher und nehmen eine entsprechende Strecke
auf, geben aber das gleiche Maß an Kraft an der anderen Seite an die Ankerstange weiter.
[0012] In einer bevorzugten Variante der Erfindung ist vorgesehen, daß der Wegumsetzer lose
zwischen der Ankerstange und dem Anker angeordnet ist. Eine solche Anordnung führt
zu einer verhältnismäßig einfachen Montage, da es auf spezielle Ausrichtungen des
Wegumsetzers zur Ankerstange beziehungsweise zum Anker nicht ankommt. Alternativ ist
es aber auch möglich, den Wegumsetzer zum Beispiel entweder fest mit der Ankerstange
oder fest mit dem Anker auszubilden und als vorgefertige Baugruppe zu verbauen.
[0013] In einer bevorzugten Variante der Erfindung wird vorgeschlagen, daß der Wegumsetzer
ein Gehäuse besitzt, welches die Feder und eine Aufnahme aufnimmt. Geschickterweise
ist die Feder zwischen der Aufnahme und dem Gehäuse angeordnet, wodurch eine platzsparende
Variante möglich ist. Insofern wirkt nämlich das Gehäuse als Führung für die Feder
beziehungsweise für die Aufnahme mit.
[0014] Dabei ist vorgesehen, daß zum Beispiel der Anker mit dem Gehäuse oder mit der Aufnahme
und die Ankerstange mit der Aufnahme oder mit dem Gehäuse zusammenwirkt. Die Erfindung
umfasst beide Varianten. Es ist möglich, daß der Anker sowohl mit dem Gehäuse zusammenwirkt
also an diesem anliegt oder aber mit der Aufnahme zusammenwirkt. Das andere Element,
die Ankerstange, wirkt dann zum Beispiel mit der Aufnahme oder mit dem Gehäuse zusammen.
[0015] In einer Weiterbildung der erfindungsgemäßen Lösung wird vorgeschlagen, daß die Ankerstange
von der oder den Federn über eine zylinderförmige beziehungsweise taschenartige Aufnahme
geführt ist. Im Gegensatz zu den aus dem Stand der Technik bekannten Lösungen wird
die Ankerstange nicht in einer Ausnehmung lose geführt, sondern ein topf- beziehungsweise
rohrartig ausgebildetes Gehäuse nimmt eine oder mehrere Federn sowie eine Aufnahme
auf. Die Federn stützen sich einerseits am Boden des Gehäuses und andererseits an
einem Flansch der Aufnahme ab. Die Ankerstange befindet sich in dieser Aufnahme und
zwar sogar anliegend am Boden. Die Ankerstange wird also gemäß der vorliegenden erfindungsgemäßen
Variante der Erfindung von den Federn über eine zylinderförmige beziehungsweise taschenartige
Aufnahme geführt und befindet sich nicht lose in einer Ausnehmung. Die Aufnahme bildet
dabei auch kein Betätigungsglied, wie dies bei aus dem Stand der Technik bekannten
Lösungen notwendig ist. Die zuvor beschriebene Variante ist demnach günstiger, weil
weniger aufwendig.
[0016] Eine Weiterbildung der Erfindung schlägt auch vor, daß die Ankerstange durch einen
am Anker anliegenden oder in diesen einstehenden Käfig geführt ist.
[0017] In einer bevorzugten Variante der Erfindung ist vorgesehen, daß die Aufnahme taschenartig
ausgebildet ist. Eine solche taschenartige Ausgestaltung wird als platzsparende Anordnung
realisiert. Die Anordnung ist dabei insbesondere so gewählt oder wählbar, daß die
Tasche im nicht komprimierten Falle innerhalb der Feder endet, im komprimierten Falle
aber das Gehäuse entsprechende Ausnehmung aufweist, die es erlaubt, daß die Aufnahme
aus der Feder nach unten heraus in das Gehäuse hineingedrückt werden kann, wodurch
ein größerer Federweg genutzt werden kann und trotzdem eine sehr platzsparende Anordnung
realisiert wird.
[0018] Bevorzugterweise wirkt die Ankerstange mit der Aufnahme zusammen, derart, daß die
Ankerstange am Boden der Aufnahme anliegt. Die Ankerstange ist oftmals im Durchmesser
deutlich kleiner als der Anker, wodurch sich eine solche geometrische Anordnung aus
Platzgründen anbietet. Natürlich ist auch eine umgekehrte Anordnung ebenfalls möglich.
[0019] Günstigerweise ist vorgesehen, daß die Aufnahme eine Abstützschulter oder einen Abstützflansch
für die Feder aufweist. Es ist gemäß der Erfindung möglich, daß eine oder mehrere
Federn parallel zueinander angeordnet sind. Gerade mehrere Federn, also ein parallel
angeordnetes Federpaket, stützt sich geschickterweise auf jeweilige Abstützschultern
ab. Ein Abstützflansch ist insbesondere bei einer Feder günstig, da dann der Aufnahme
umgebenden Feder eine einheitliche Abstützfläche als Abstützflansch zur Verfügung
gestellt wird.
[0020] Ein weiterer Aspekt der erfindungsgemäßen Lösung sieht gemäß einer Variante vor,
daß eine fliegende Lagerung der Ankerstange vorgesehen ist, derart, daß das Ende der
Ankerstange in einen als Federlagerung ausgebildeten Abstützflansch oder eine Abstützschulter
eintaucht. Demnach ist diese fliegende Lagerung derart ausgebildet, daß das Ende der
Ankerstange zwar in die Federlagerung eintaucht, aber in dieser nicht geführt ist.
Dabei ist insbesondere hervorzuheben, daß eine weitere Variante der Erfindung vorsieht,
daß explizit auf eine entsprechende Ausnehmung für die Führung der Ankerstange verzichtet
werden kann.
[0021] Wie beschrieben ist die Feder beziehungsweise das Federpaket zwischen der Aufnahme
einerseits und dem Gehäuse andererseits angeordnet. Die Feder stützt sich daher sowohl
an der Aufnahme durch die beschriebene Abstützschulter oder den Abstützflansch, andererseits
am Gehäuse ab. Das Gehäuse wird geschickterweise zum Beispiel topfartig ausgebildet,
wobei sich die Feder am Gehäuseboden abstützt.
[0022] Geschickterweise wird gemäß einer weiteren erfindungsgemäßen Variante vorgesehen,
daß die Wirkrichtung der Feder beziehungsweise der Federn, die Längserstreckung der
Ankerstange sowie die Ankerbewegung parallel beziehungsweise im Wesentlichen parallel
ist. Eine solche Anordnung bietet sich an, da ja eine gerade Bewegung des Ankers auf
die Ankerstange zu übertragen ist. Natürlich ist es möglich, entsprechend gelenkige
Anordnungen zu wählen, wenn zum Beispiel eine Abwinkelung der Bewegungsrichtung zum
Beispiel aufgrund begrenzter Einbaubedingungen notwendig ist. Von einer entsprechenden
parallelen Anordnung ist zum Beispiel bei einer Hebelanordnung abzuweichen, für welche
zum Beispiel mit Hilfe der Hebelgesetze auch Drehbewegungen usw. durchgeführt werden
können. Eine solche Anordnung kann zum Beispiel auch zur Kraftumlenkung verwendet
werden. Der Wegumsetzer leistet somit nicht nur eine Veränderung des Hubes sondern
gegebenenfalls auch eine Änderung der Wirkrichtung der Kraft.
[0023] In einer bevorzugten Variante der Erfindung wird vorgeschlagen, daß die Feder beziehungsweise
die Federn entsprechend dem Kompressionsgrad unterschiedliche Federkonstanten besitzt/besitzen.
Die Federkonstante ist definiert als die Längeneinrichtung einer Feder aufgrund einer
Krafteinprägung. Wird nun eine Anordnung gewählt, bei welcher entsprechend dem Kompressionsgrad
unterschiedliche Federkonstanten zur Verfügung stehen, kann damit die Übertragungslinie
des Wegumsetzers variiert werden. Es ist daher möglich, zum Beispiel in einem ersten
Federweg eine verhältnismäßig weiche, also gut komprimierbare Feder einzusetzten,
wodurch durch entsprechende Krafteinprägung eine große Wegkompensation, also eine
geringere Wegumsetzung, erfolgt. Wird ein entsprechender Kompressionsgrad der Federn
erreicht, wird dann zum Beispiel eine Feder mit einer anderen, wesentlich härteren
Federkonstante wirksam, die zu einer unmittelbaren Umsetzung der Ankerbewegung auf
die Ankerstange führt. Durch eine solche Ausgestaltung ist es möglich, auch ein nicht
lineares Übertragungsverhältnis in dem Wegumsetzer zu realisieren. Insbesondere ist
es möglich, die Anordnung so zu wählen, daß entsprechende Eigenschaften des Elektromagneten
kompensiert oder verstärkt werden. Die Ausgestaltung mit den unterschiedlichen Federkonstanten
erfolgt zum Beispiel derart, daß mehrere Federn mit jeweils unterschiedlichen Federkonstanten
vorgesehen sind, die in geeigneter Weise wirksam und nicht wirksam sind. Es ist aber
auch möglich, eine oder mehrere Federn einzusetzen, die jeweils unterschiedliche Federkonstanten
besitzen, also das gewünschte Verhalten bereits in sich tragen. Die Erfindung ist
in diesem Bereich sehr flexibel einsetzbar.
[0024] Eine Weiterbildung der Erfindung schlägt auch vor, daß der Ansatzpunkt oder die Ansatzpunkte
der Feder(n) axial versetzt am Ende der Ankerstange angeordnet ist/sind. Gegenüber
dem Stand der Technik, wie er weiter oben beschrieben wurde, sind der oder die Ansatzpunkte
der Feder am Ende der Ankerstange bezüglich dieser Lösung axial versetzt angeordnet.
Dennoch ist es gewährleistet, daß beispielsweise eine kreissymmetrische Anordnung
realisierbar ist, derart, daß die Aufnahme fast vollständig in der Feder steckt. Die
Anordnung ist insofern auch konzentrisch ausgestaltet, um Verkippungen möglichst zu
vermeiden.
[0025] Geschickterweise ist in einer Variante der Erfindung vorgesehen, daß der Wegumsetzer
bei einem Grenzkompression die Bewegung des Ankers unverändert auf die Ankerstange
überträgt. Die Grenzkompression ist zum Beispiel aufgrund der Ausgestaltung der Feder,
der Wahl der Federkonstante, die Wahl der geometrischen Abmessungen usw. beherrschbar.
Als Kompression wird dabei die Verringerung des Hubes des Ankers im Wegumsetzer verstanden,
um einen reduzierten Hub der Ankerstange zur Verfügung zu stellen. Bei einer Grenzkompression
sind zum Beispiel sämtliche Federwege der eingesetzten Federn aufgezehrt und der Anker
liegt auf Anschlag an der Ankerstange an. In diesem Falle wird die Bewegung des Ankers
unverändert auf die Ankerstange übertragen. Ein solches Verhalten ist zum Beispiel
bei Endlagen des Ankers im Elektromagneten günstig.
[0026] In einer bevorzugten Variante der Erfindung wird vorgesehen, daß der Anker, insbesondere
der vordere Ankerbereich, durch die vom Magnetfeld herrührenden Bewegungen in einen
Steuerkonus eintaucht und die mittlere Spaltweite zwischen dem Anker und dem Steuerkonus
sich mit der Eintauchstrecke des Ankers im Steuerkonus ändert. Durch eine solche Anordnung
wird ein Mittel zur Verfügung gestellt, wie die Wirkung des Elektromagneten, insbesondere
abweichend von dem linearen Zusammenhang, beinflusst wird. Die hier vorgestellte erfindungsgemäße
Variante führt insbesondere zur Ausbildung einer progressiven Regelkennlinie, weil
zum Beispiel im unteren Regelbereich (bei geringem Strom) Regelstromänderungen nur
zu einer verhältnismäßig kleinen Kraftänderung führt, im großen Strom beauftragten
Bereich aber die gleiche Stromänderung zu einer erheblich größeren Kraftänderung führt.
Ein solch progressives Verhalten ist zum Beispiel bei Druckregelventilen günstig.
Eine solche Anordnung ist insbesondere in der gleichzeitig mit dieser Anmeldung vom
gleichen Anmelder eingereichten deutschen Patentanmeldung mit dem Titel "Elektromagnet
mit Steuerkonus" ausführlich beschrieben. Auf den Inhalt dieser Patentanmeldung wird
an dieser Stelle vollumfänglich Bezug genommen. Oftmals ist es hierbei günstig, bei
einer solchen Regelkennlinie nachfolgend eine Wegumsetzung einzubauen, um die vom
Anker gelieferte Hubbewegung derart zu transformieren, um entsprechende Elemente,
zum Beispiel ein Ventil mit einer Ankerstange zu betätigen. Gerade das Zusammenwirken
dieser beiden Elemente ist in den entsprechenden Anwendungsfällen sehr günstig, da
es gelingt, den Elektromagneten beziehungsweise eine ebenfalls zur Erfindung zählendes
Druckregelventil auf verschiedene Parameter zu optimieren. Hiermit gelingt es damit
auch, Eigenschaften eigenständig zu optimieren, die ansonsten einander entgegengesetzt
sind.
[0027] So umfasst die Erfindung auch ein Druckregelventil, welches aus einem Elektromagneten,
wie beschrieben, besteht und bei welchem der Elektromagnet mit einem Ventil verbunden
ist, wobei die Ankerstange einen einen Dichtsitz verschließenden Dichtkörper trägt
und die Stellung des Ankers die Stellung des Dichtkörpers zum Dichtsitz regelt und
die Ankerstange außerdem auf einen zweiten Dichtkörper wirkt, der mit dem stromlosen
Zustand des Elektromagneten einen zweiten Dichtsitz verschließt.
[0028] Es ergibt sich nun, daß in der ersten Phase des Eintauchens des Ankers in den Steuerkonus
die Ankerstange den zweiten Dichtkörper aus dem zweiten Dichtsitz herausdrückt. Steht
nun aber dieser zweite Dichtkörper unter einem entsprechenden Druck, so ist es günstig,
daß bei der ersten Phase die Bewegung des Ankers der Wegumsetzer auch eine Kraftwandlung
leistet, damit die Ankerstange den zweiten Dichtkörper aus dem zweiten Dichtsatz herausdrückt.
[0029] Bei geschickter Anordnung des Ankers bezüglich des Steuerkonusses ist es aber auch
möglich, daß die Kraftentfaltung des Elektromagneten in der ersten Phase seiner Eintauchbewegung
in den Steuerkonus so groß ist, daß der zweite Dichtkörper aus dem Dichtsatz herausgedrückt
wird.
[0030] Die Erfindung ist schematisch in der Zeichnung gezeigt.
[0031] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Ansicht des erfindungsgemäßen Elektromagneten mit Ventil bzw. eines
der erfindungsgemäßen Druckregelventile,
- Fig. 2
- in einer vergrößerten Ansicht den Wegumsetzer des erfindungsgemäßen Elektromagneten.
[0032] Der erfindungsgemäße Elektromagnet 7 ergibt sich insbesondere aus Fig. 1. Der Elektromagnet
7 besteht aus einem in einem Ankerraum 22 bewegbaren Anker 2. Der Ankerraum 22 wird
umgeben von der Spule 1. Die Spule 1 erzeugt bei Strombeaufschlagung ein Magnetfeld,
welches bewirkt, daß der Anker 2 nach unten (Pfeil 23) bewegt wird.
[0033] In der in Fig. 1 dargestellten Ansicht befindet sich im unteren Bereich des Ankerraumes
22 der Steuerkonus 3. Bei Strombeaufschlagung bewegt sich der Anker 2 in den Steuerkonus
3, wobei die spezielle Ausgestaltung des Steuerkonusses 3 zu einem progressiven Kennlinienverlauf
führt.
[0034] Das in Fig. 1 gezeigte Anwendungsbeispiel zeigt ein mit dem Elektromagnet 7 angetriebenes
Ventil 8, welches zum Beispiel als Druckregelventil bezeichnet wird. Hierzu wirkt
der Anker 2 auf eine Ankerstange 6, die sich unterhalb des Ankers 2, außerhalb des
Ankerraumes 22 anschließt.
[0035] In dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel ist ein Wegumsetzer 4 zwischen dem Anker
2 und der Ankerstange 6 angeordnet. Der Wegumsetzer 4 bewirkt eine Hubwandlung des
von dem Anker 2 ausgeführten Hubes. Das bedeutet, daß der Hub des Ankers 2 nicht im
gleichen Maße auf die Ankerstange 6 übertragen wird, sondern in einem entsprechend
reduzierten Maße. Wie dargestellt, wird dabei eine oder mehrere Federn 41 des Wegumsetzers
4 komprimiert, wobei in diesem Anwendungsbeispiel eine Wegbeziehungsweise Hubreduktion
ohne eine Kraftwandlung erfolgt. Natürlich ist auch eine Wegwandlung mit entsprechender
Hubwandlung, zum Beispiel wie in einem Getriebe oder einer Hebelmechanik möglich.
Durch eine solche Anordnung wird zum Beispiel erreicht, daß ein verhältnismäßig großer
Hub des Ankers 2, der für die angestrebte Verwendung nicht notwendig ist, auf ein
entsprechendes Hubmaß beschränkt beziehungsweise begrenzt wird.
[0036] Auch eine Hubvergrößerung (als kinematische Umkehr) durch den Wegumsetzer 4 gehört
zur Erfindung.
[0037] Unterhalb des Wegumsetzers 4 schließt sich, wie beschrieben, die Ankerstange 6 an.
Die Ankerstange 6 ist daher relativ zum Anker 2 beweglich, der Wegumsetzer 4 weist
eine entsprechende Aufnahme- beziehungsweise Anschlußanordnung, sowohl für den Anker
2 einerseits als auch für die Ankerstange 6 andererseits auf.
[0038] Die gezeigte Anwendung als Druckregelventil findet zum Beispiel Verwendung bei entsprechenden
Hydraulikschaltungen. Der Hydraulikbetriebsdruck liegt als Druck P am Einlaß 80 an.
Der Einlaß 80 ist dabei Teil des Ventiles 8, welches sich unterhalb des Elektromagneten
7 anschließt.
[0039] Das untere Ende der Ankerstange 6 wirkt auf ein zweites Dichtelement 85, welches
hier zum Beispiel als Kugel ausgebildet ist. Im stromlosen Zustand ist der Anker 2
ganz nach oben verschoben, der vordere Bereich 20 des Ankers 2 taucht nicht in den
Steuerkonus ein. Aufgrund des Betriebsdruckes P wird das kugelartige zweite Dichtelement
85 in den zweiten Dichtsitz 86 gedrückt. Somit ist das Ventil sicher abgedichtet.
Mit einer gewissen Strombeaufschlagung wird der Anker 2 nach unten versetzt, die Ankerstange
6 folgt im gleichen oder entsprechend des Umsetzungsverhältnisses des Wegumsetzers
4 dieser Bewegung und drückt das zweite Dichtelement 85 aus dem Dichtsitz heraus.
Gleichzeitig bewegt sich das erste Dichtelement 83, welche auf der Ankerstange 6 fest
angeordnet ist, in Richtung des ersten Dichtsitzes 84 und verkleinert den hier noch
gezeigten Durchlaß. Durch die Regelcharakteristik des Elektromagneten erfolgt jetzt
hier eine entsprechende Druckregelung am Steuerauslaß 81. Über den zweiten Auslaß
82 erfolgt ein Ableiten der überflüssigen Hydraulikflüssigkeit. Die Anordnung ist
dabei so gewählt, daß bei voll strombeaufschlagen Elektromagneten das Magnetfeld der
Spule 1 den Anker 2 vollständig in den Steuerkonus 3 hineinzieht und so das erste
Dichtelement 83 fest, mit hoher Kraftauswirkung in den ersten Dichtsitz 84 drückt.
Die Anordnung ist dabei so bemessen, daß sichergestellt ist, daß die vom Elektromagneten
erzeugte Kraft sicher ausreicht, gegen einen entsprechenden Betriebsdruck P das Dichtelement
83 sicher im ersten Dichtsitz 84 zu halten. Dies wird durch eine entsprechend progressive
Kennlinie erreicht, wobei bei einer entsprechend kleinen Stromänderung bei hohen absolutem
Strom eine große Kraftänderung (bei einer Druckregelanwendung große Druckänderung)
resultiert.
[0040] In Fig. 2 ist insbesondere der Wegumsetzer nach Fig. 1 vergrößert im Detail gezeigt.
Die hier gezeigte Anordnung ist gerade andersherum wie in Fig. 1, das bedeutet, der
Anker 2 befindet sich in Fig. 1 oberhalb des Wegumsetzers 4, in Fig. 2 unterhalb.
[0041] Durch die Bewegung des Ankers 2 entlang des Pfeiles 23 bewegt sich der Anker 2 (in
Fig. 2) von unten nach oben. Der Anker 2 wirkt dabei auf den Wegumsetzer 4, der im
Wesentlichen von einem Gehäuse 40 gebildet wird. Das Gehäuse 40 ist dabei im Wesentlichen
topf- oder rohrartig ausgebildet und nimmt eine oder mehrere Federn 41 sowie die Aufnahme
42 auf.
[0042] Die Aufnahme 42 stellt die Verbindung mit der Ankerstange 6 her. Hierzu ist die Aufnahme
42 taschenartig ausgebildet und besitzt eine innere Weite, die ausreicht, die Ankerstange
6 aufzunehmen. In der hier gezeigten Ansicht ist die Aufnahme 42 U-artig ausgebildet,
wobei die Ankerstange 6 am Boden 45 der Aufnahme 42 (dem die Schenkel verbindenden
Steg des U's) anliegt. Dadurch wird die Kraft, die vom Anker 2 eingeleitet wird, auf
die Ankerstange 6 übertragen. Am oberen Ende der taschenartigen Aufnahme 42 ist der
Rand nach außen gebogen, um einen Anlagerand 43 (oder auch Abstützschulter 43 oder
Abstützflansch 43) für die Feder 41 zu bilden. Die Anordnung ist in diesem Fall zum
Beispiel kreissymmetrisch gewählt, die Aufnahme 42 steckt fast vollständig in der
Feder 41. Die Anordnung ist insofern auch konzentrisch ausgestaltet, um Verkippungen
möglichst zu vermeiden.
[0043] Die Feder 41 stützt sich somit einerseits an dem Anlagerand 43 der Aufnahme 42 ab
und auf der anderen Seite am Gehäuseboden 44 des topfartigen Gehäuses 40. Erfolgt
nun eine Bewegung des Ankers entsprechend dem Pfeil 23, so wird zunächst die Feder
41 um ein gewisses Maß komprimiert. Unter Umständen besitzt das Gehäuse 40 und/oder
auch der Bereich des Ankers 2 unterhalb der Aufnahme 42 eine weitere Ausnehmung, um
einen entsprechenden Rückfederbereich zu eröffnen. So erfolgt zunächst eine Komprimierung
des Wegumsetzers 4 und damit einhergehend eine Reduzierung des Ankerstangenhubes im
Verhältnis zum Ankerhub.
[0044] Der Wegumsetzer 4 ist dabei zum Beispiel im Elektromagneten am unteren Ende des Kernes
angeordnet, wobei oberhalb des Anlagerandes 43 noch ein entsprechender Freiraum besteht,
um die Bewegung des Ankers 6 beziehungsweise der Aufnahme 42 nicht zu schnell zu begrenzen.
[0045] Die jetzt mit der Anmeldung und später eingereichten Ansprüche sind Versuche zur
Formulierung ohne Präjudiz für die Erzielung weitergehenden Schutzes.
[0046] Sollte sich hier bei näherer Prüfung, insbesondere auch des einschlägigen Standes
der Technik, ergeben, daß das eine oder andere Merkmal für das Ziel der Erfindung
zwar günstig, nicht aber entscheidend wichtig ist, so wird selbstverständlich schon
jetzt eine Formulierung angestrebt, die ein solches Merkmal, insbesondere im Hauptanspruch,
nicht mehr aufweist.
[0047] Die in den abhängigen Ansprüchen angeführten Rückbeziehungen weisen auf die weitere
Ausbildung des Gegenstandes des Hauptanspruches durch die Merkmale des jeweiligen
Unteranspruches hin. Jedoch sind diese nicht als ein Verzicht auf die Erzielung eines
selbständigen, gegenständlichen Schutzes für die Merkmale der rückbezogenen Unteransprüche
zu verstehen.
[0048] Merkmale, die bislang nur in der Beschreibung offenbart wurden, können im Laufe des
Verfahrens als von erfindungswesentlicher Bedeutung, zum Beispiel zur Abgrenzung vom
Stand der Technik beansprucht werden.
[0049] Merkmale, die nur in der Beschreibung offenbart wurden, oder auch Einzelmerkmale
aus Ansprüchen, die eine Mehrzahl von Merkmalen umfassen, können jederzeit zur Abgrenzung
vom Stande der Technik in den ersten Anspruch übernommen werden, und zwar auch dann,
wenn solche Merkmale im Zusammenhang mit anderen Merkmalen erwähnt wurden beziehungsweise
im Zusammenhang mit anderen Merkmalen besonders günstige Ergebnisse erreichen.
1. Elektromagnet, bestehend aus einem in einem Ankerraum beweglichen Anker und einer
mit Strom beaufschlagbaren Spule, wobei diese bei Strombeaufschlagung ein zur Bewegung
des Ankers dienendes Magnetfeld erzeugt und der Anker auf eine Ankerstange wirkt,
dadurch gekennzeichnet, daß zwischen Anker (2) und Ankerstange (6) ein Wegumsetzer (4) vorgesehen ist.
2. Elektromagnet nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß durch den Wegumsetzer (4) eine Verringerung des Ankerstangenhubes im Verhältnis zum
Ankerhub erfolgt.
3. Elektromagnet nach einem oder beiden der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Wegumsetzer (4) auch eine Kraftwandlung leistet und/oder der Wegumsetzer (4)
als Getriebe ausgebildet ist und/oder der Wegumsetzer (4) aus mindestens einer komprimierbaren
Feder (41) besteht und/oder die Bewegung des Ankers (2) eine Kompression der Feder/n
(41) bewirkt.
4. Elektromagnet nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Wegumsetzer (4) lose zwischen der Ankerstange (6) und dem Anker (2) angeordnet
ist und/oder der Wegumsetzer (4) ein Gehäuse (40) besitzt, welches die Feder/n (41)
und eine Aufnahme (42) aufnimmt.
5. Elektromagnet nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Anker (2) mit dem Gehäuse (40) oder mit der Aufnahme (42) und die Ankerstange
(6) mit der Aufnahme (42) oder mit dem Gehäuse (40) zusammenwirkt und/oder die Ankerstange
(6) am Boden (45) der Aufnahme (42) anliegt und/oder die Ankerstange (6) durch einen
am Anker (2) anliegenden oder in diesem einstehenden Käfig geführt ist.
6. Elektromagnet nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Ankerstange (6) von der oder den Feder(n) (41) über eine zylinderförmige beziehungsweise
taschenförmige Aufnahme (42) geführt ist und/oder die Aufnahme (42) taschenartig ausgebildet
ist und/oder die Aufnahme (42) eine Abstützschulter (43) oder Abstützflansch (43)
für die Feder (41) aufweist.
7. Elektromagnet nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse (40) topfartig ausgebildet ist und sich die Feder (41) am Gehäuseboden
(44) abstützt und/oder die Feder/n (41) entsprechend dem Kompressionsgrad unterschiedliche
Federkonstanten besitzt/en.
8. Elektromagner nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine fliegende Lagerung der Ankerstange (6) vorgesehen ist, derart, daß das Ende
der Ankerstange (6) einen als Federlager ausgebildeten Abstützflansch (43) oder eine
Abstützschulter (43) eintaucht.
9. Elektromagnet nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Wegumsetzer (4) mehrere Federn (41) mit unterschiedlichen Federkonstanten aufweist
und/oder der Wegumsetzer (4) bei einer Grenzkompression die Bewegung des Ankers (2)
unverändert auf die Ankerstange (6) überträgt und/oder der oder die Ansatzpunkt(e)
der Feder(n) (41) axial versetzt am Ende der Ankerstange (6) angeordnet ist/sind.
10. Elektromagnet nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Anker (2), insbesondere der vordere Ankerbereich (20), durch die vom Magnetfeld
herrührende Bewegung in einen Steuerkonus (3) eintaucht und die mittlere Spaltweite
zwischen dem Anker (2) und dem Steuerkonus (3) sich mit der Eintauchstrecke des Ankers
(2) in den Steuerkonus (3) ändert und/oder die Ankerstange (6) auf mindestens ein
Dichtelement (81, 85) eines Ventiles (8) wirkt.
11. Druckregelventil, welches aus einem Elektromagneten nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche 1 bis 19 und einem mit dem Elektromagneten verbundenen Ventil (8) besteht,
wobei die Ankerstange (6) einen auch einen Dichtsitz (81) verschließenden Dichtkörper
(82) trägt und die Stellung des Ankers (2) die Stellung des Dichtkörpers (82) zum
Dichtsitz (81) regelt und die Ankerstange (6) des weiteren auf einen zweiten Dichtkörper
(85) wirkt, der im stromlosen Zustand des Elektromagneten einen zweiten Dichtsitz
(86) verschließt.
12. Druckregelventil nach dem vorhergehenden Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß in der ersten Phase des Eintauchens des Ankers (2) in den Steuerkonus (3) die Ankerstange
(6) den zweiten Dichtkörper (85) aus dem zweiten Dichtsitz (86) herausdrückt und/oder
bei der ersten Phase der Bewegung des Ankers (2) der Wegumsetzer (4) auch eine Kraftwandlung
leistet, damit die Ankerstange (6) den zweiten Dichtkörper (85) aus dem zweiten Dichtsitz
herausdrückt.