Anwendungsgebiet und Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Versorgung einer Induktionsheizeinrichtung
mit Leistung sowie eine Anordnung zur Leistungsversorgung einer Induktionsheizeinrichtung.
[0002] Derartige Induktionsheizeinrichtungen werden beispielsweise als Induktionsspulen
vielfach in Induktionskochfeldern eingesetzt. Dabei besteht der Wunsch nach immer
höheren Leistungen, um insbesondere Kochvorgänge größerer Mengen von Flüssigkeit,
beispielsweise Nudelwasser, schnell durchführen zu können.
[0003] Derzeit liegt bei etwa 3,2kW eine Grenze, ab welcher die für die Leistungsversorgung
notwendigen Frequenzumrichter durch Normen vorgegebene Grenzwerte hinsichtlich der
Oberschwingungen und Netzrückwirkungen überschreiten. Die Ursache für die starken
Auswirkungen der Oberschwingungen bzw. insbesondere der dritten Oberschwingung liegt
im wesentlichen darin, dass sich die Permeabilität der magnetischen Komponenten im
Frequenzumrichter mit der Amplitude des Induktorstromes, der durch die Induktionsspule
fließt, ändert. Bei hohen Stromamplituden sinkt die Permeabilität von Ferriten odgl.,
die in einer Induktionsspule zur Feldführung eingesetzt werden, und auch die des Topfmaterials.
Dadurch ändert sich wiederum die Induktivität der Induktionsspule im Verlauf einer
Halbwelle der Versorgungsspannung und daraus folglich auch die Resonanzfrequenz eines
Serienschwingkreises, wie er in der Leistungsversorgung verwendet wird. Dadurch wird
letztendlich die Stromaufnahme aus dem Netz verzerrt bzw. weicht in ihrem Verlauf
von dem vorgegebenen Verlauf der Versorgungsspannung ab.
Aufgabe und Lösung
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein eingangs genanntes Verfahren sowie
eine Anordnung zu schaffen, mit der Probleme des Standes der Technik vermieden werden
können und insbesondere höhere Leistungen bei Induktionsheizeinrichtungen erzeugt
werden können bzw. Netzrückwirkungen oder Verzerrungen der Stromaufnahme aus dem Versorgungsnetz
reduziert werden können.
[0005] Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1,
einer Anordnung mit den Merkmalen des Anspruchs 10 sowie die Anwendung des genannten
Verfahrens für ein Induktionskochfeld bzw. eine Induktionsheizeinrichtung. Vorteilhafte
sowie bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der weiteren Ansprüche
und werden im folgenden näher erläutert. Der Wortlaut der Ansprüche wird durch ausdrückliche
Bezugnahme zum Inhalt der Beschreibung gemacht. Manche der nachfolgend aufgezählten
Merkmale und Eigenschaften treffen sowohl auf das Verfahren als auch auf die Anordnung
zu. Sie werden teilweise nur einmal beschrieben, gelten jedoch unabhängig voneinander
sowohl für das Verfahren als auch die Anordnung und Anwendung.
[0006] Zur Leistungsversorgung der Induktionsheizeinrichtung dient eine Wechsel-Versorgungsspannung.
Des weiteren ist ein Frequenzumrichter vorgesehen mit schaltbaren Schaltmittein. Erfindungsgemäß
wird eine Arbeitsfrequenz der Schaltmittel bzw. des gesamten Frequenzumrichters im
Verlauf einer Halbwelle der Versorgungsspannung oder Betriebsspannung der Induktionsspule
leicht erhöht und dann wieder abgesenkt. Dies erfolgt dadurch, dass grundsätzlich
ein Frequenz-Grundwert der Arbeitsfrequenz festgelegt ist. Davon ausgehend wird die
Arbeitsfrequenz im Verlauf der Halbwelle zuerst leicht erhöht und dann wieder abgesenkt.
Dies erfolgt derart, dass zumindest an den Nulldurchgängen der Versorgungsspannung
die Arbeitsfrequenz mit dem Frequenz-Grundwert vorliegt und dazwischen erhöht ist.
[0007] So ist es möglich, durch ein zeitweises Erhöhen der Arbeitsfrequenz der Entstehung
von Oberwellen direkt entgegenzuwirken. Vor allem kann dadurch ein in einem Schwingkreis
der Leistungsversorgung fließender Strom proportional zur Versorgungsspannung gehalten
werden. Dadurch werden die Netzrückwirkungen erheblich vermindert.
[0008] In einer Weiterbildung der Erfindung kann der Frequenzumrichter bzw. die Leistungsversorgung
einen Serienschwingkreis aufweisen. Dieser besteht aus einer Induktionsspule, welche
die Leistungsübertragung für die Induktionsheizeinrichtung darstellt, Schwingkreiskondensatoren
und einer Halbbrücke mit den schaltbaren Schaltmitteln. Grundsätzlich ist ein derartiger
Serienschwingkreis für Induktionsheizeinrichtungen bekannt.
[0009] Es kann vorgesehen sein, dass die Arbeitsfrequenz dann ein Maximum erreicht, wenn
die Versorgungsspannung bzw. Betriebsspannung ihrerseits ein Maximum erreicht. Somit
kann also vorgesehen sein, dass der Verlauf der Arbeitsfrequenz während einer Halbwelle
der Versorgungsspannung demjenigen der Versorgungsspannung selber grundsätzlich ähnelt.
Unter Umständen kann es für eine vereinfachte Steuerung bzw. Beeinflussung der Arbeitsfrequenz
sogar möglich sein, ihr Zunehmen und Absenken proportional mit der Versorgungsspannung
zu verknüpfen.
[0010] Um Netzwirkungen vollständig oder weitgehend zu vermeiden, hat sich im Rahmen der
Erfindung herausgestellt, dass eine Erhöhung um maximal 15%, insbesondere sogar maximal
10%, über den Verlauf einer Halbwelle ausreicht, um die Änderung der Induktivität
der Induktionsspule auszugleichen.
[0011] Um eine Geräuschentwicklung in der Leistungsversorgung zu vermeiden, kann die Arbeitsfrequenz
möglichst kontinuierlich und stufenlos verändert werden. Dies ist durch eine entsprechende
Ansteuerung des Frequenzumrichters bzw. der Schaltmittel möglich.
[0012] Vorteilhaft ist vorgesehen, dass der Verlauf der Arbeitsfrequenz in einem ansteigenden
Abschnitt gleich demjenigen in einem absteigenden Abschnitt ist. Dies bedeutet, dass
der Verlauf der Arbeitsfrequenz während einer Halbwelle in etwa spiegelsymmetrisch
ist. Der Punkt der Spiegelsymmetrie liegt dabei am Maximum bzw. bei der halben Dauer
der Halbwelle.
[0013] Eine solche vorgenannte Arbeitsfrequenz liegt beispielsweise im Bereich von einigen
kHz, vorzugsweise 10kHz bis 60kHz, besonders bevorzugt bei etwa 20kHz.
[0014] Als Versorgungsspannung wird vorteilhaft normale Netzspannung in einem Haushalt verwendet,
insbesondere mit Frequenz 50Hz und einer Spannung von 230V. Dadurch sind Leistungen
von über 3kW bzw. sogar über 3,2kW oder 3,7kW ohne Überschreiten der Grenzwerte für
Netzrückwirkungen möglich.
[0015] Wird ein solches Verfahren in einer Induktionsheizeinrichtung eines Haushaltsgerätes
eingesetzt, insbesondere eines Induktionskochfeldes, so sind damit genannte Leistungswerte
von weitaus mehr als 3kW möglich, ohne vorgeschriebene Grenzwerte für Netzrückwirkungen
zu überschreiten.
[0016] Eine erfindungsgemäße Anwendung, mit der beispielsweise ein vorgenanntes Verfahren
durchgeführt werden kann, weist einen Frequenzumrichter auf, der einen vorbeschriebenen
Serienschwingkreis enthält. Für die Schaltmittel ist eine Ansteuereinrichtung vorgesehen.
Diese ist dazu ausgebildet, die Arbeitsfrequenz der Schaltmittel bzw. des Frequenzumrichters
so zu ändern, dass im Verlauf einer Halbwelle der Versorgungsspannung bzw. Betriebsspannung
die Arbeitsfrequenz von einem Frequenz-Grundwert ausgehend erst ansteigt bis zu einem
Maximum und dann wieder auf den Frequenz-Grundwert abfällt. Dies wurde vorstehend
bereits erläutert.
[0017] Diese und weitere Merkmale gehen außer aus den Ansprüchen auch aus der Beschreibung
und den Zeichnungen hervor, wobei die einzelnen Merkmale jeweils für sich allein oder
zu mehreren in Form von Unterkombinationen bei einer Ausführungsform der Erfindung
und auf anderen Gebieten verwirklicht sein und vorteilhafte sowie für sich schutzfähige
Ausführungen darstellen können, für die hier Schutz beansprucht wird. Die Unterteilung
der Anmeldung in einzelne Abschnitte sowie Zwischen-Überschriften beschränken die
unter diesen gemachten Aussagen nicht in ihrer Allgemeingültigkeit.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0018] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen im wesentlichen schematisch
dargestellt und wird im folgenden näher erläutert. In den Zeichnungen zeigt:
- Fig. 1
- die Verläufe der Impedanz Z = w·L der Induktionsspule, der Betriebsspannung und der
Amplitude des Induktorstromes über der Zeit gemäß dem Stand der Technik,
- Fig. 2
- ein Schaltbild einer Anordnung zur Leistungsversorgung einer Induktionsspule gemäß
der Erfindung und
- Fig. 3
- die Kurven ähnlich Fig. 1 bei Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens mit sich
ändernder Arbeitsfrequenz des Frequenzumrichters.
Detaillierte Beschreibung des Ausführungsbeispiels
[0019] In Fig. 1 ist für bekannte Verfahren der Verlauf der Betriebsspannung U, der Impedanz
Z = w·L der Induktionsspule L, des Induktorstromes I und der Arbeitsfrequenz f über
der Zeit dargestellt. Es ist zu erkennen, wie bei konstanter Arbeitsfrequenz f die
Impedanz Z der Induktionsspule L zum Hochpunkt einer Halbwelle der Betriebsspannung
U hin absinkt. Des weiteren weicht vor allem der Verlauf des Induktorstromes I von
dem der Betriebsspannung U ab, insbesondere weicht er von der Sinusform ab. Dies führt
zu den erwähnten negativen Netzrückwirkungen.
[0020] In Fig. 2 ist eine erfindungsgemäße Anordnung bzw. Schaltungsanordnung 11 dargestellt.
Eine Steuerung 13 steuert einen Frequenzumrichter 15 an mit zwei Schaltmitteln T
1 und T
2, beispielsweise Transistoren. Diese bilden zusammen mit einem Zwischenkreis-Kondensator
C
Zw und Schwingkreiskondensatoren C
s die Ansteuerung für die Induktionsspule L. Über die Steuerung 13 wird vor allem die
Arbeitsfrequenz für die Schaltmittel T
1 und T
2 und somit den Frequenzumrichter 15 vorgegeben.
[0021] Dieser Verlauf der Arbeitsfrequenz f und der sonstigen Größen gemäß Fig. 1 ist in
Fig. 3 beispielhaft dargestellt. Ausgehend von einem Frequenz-Grundwert f
G von hier etwa 20kHz steigt die Arbeitsfrequenz f ähnlich dem Verlauf der Betriebsspannung
U über einer Halbwelle an und geht dann wieder auf den Frequenz-Grundwert f
G zurück. Dadurch ergibt sich der dargestellte Verlauf für den Induktorstrom I ebenso
wie eine im wesentlichen konstante Impedanz Z der Induktionsspule L. Dieser Verlauf
des Induktorstromes I wiederum ist nun der Sinusform der Betriebsspannung U
b wieder angepasst. Damit lassen sich, wie zuvor ausführlich erläutert worden ist,
störende Netzrückwirkungen zuverlässig vermeiden.
[0022] Wird die Induktionsspule L in einer Induktionsheizeinrichtung bzw. einer Heizeinrichtung
für ein Induktionskochfeld eingesetzt, so sind damit Leistungen von sogar noch mehr
als 3kW bzw. 3,2kW möglich, beispielsweise 3,5kW bis 3,7 oder sogar 4kW. Somit können
stärkere Induktionskochfelder gebaut werden für schnellere Ankochvorgänge bzw. die
Übertragung höherer Leistungen. Der Aufwand für die Steuerung der Arbeitsfrequenz
f des Frequenzumrichters 15 bzw. der Schaltmittel T
1 und T
2 ist dabei nicht besonders gravierend. Insbesondere dann, wenn der Verlauf der Arbeitsfrequenz
f fest vorgegeben bzw. mit einem Steuervorgang gesteuert vorgegeben wird, hält sich
der Aufwand in Grenzen, da mit vorbekannten Verläufen gearbeitet werden kann.
[0023] In einer etwas aufwendigeren Weiterbildung der Erfindung ist es auch möglich, den
Verlauf der Impedanz Z der Induktionsspule L zu erfassen und die Arbeitsfrequenz f
so zu regeln, dass die Impedanz Z im wesentlichen konstant bleibt. Ebenso kann der
Induktorstrom I erfasst werden und die Arbeitsfrequenz f so geregelt werden, dass
der Induktorstrom I exakte Sinusform oder eine andere vorgegebene Form exakt aufweist.
1. Verfahren zur Leistungsversorgung einer Induktionsheizeinrichtung, wobei zur Leistungsversorgung
eine Wechsel-Versorgungsspannung (Ub) und ein Frequenzumrichter (15) mit schaltbaren Schaltmitteln (T1, T2) vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass eine Arbeitsfrequenz (f) der Schaltmittel bzw. des Frequenzumrichters im Verlauf
einer Halbwelle der Versorgungsspannung von einem Frequenz-Grundwert (fG) ausgehend zuerst leicht erhöht wird und dann wieder auf den Frequenz-Grundwert (fG) abgesenkt wird, so dass jeweils an den Nulldurchgängen der Versorgungsspannung (Ub) die Arbeitsfrequenz (f) den Frequenz-Grundwert (fG) beträgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Frequenzumrichter (15) einen Serienschwingkreis aufweist, der aus einer Induktionsspule
(L), Schwingkreiskondensatoren (Cs) und einer Halbbrücke mit den schaltbaren Schaltmitteln (T1, T2) besteht.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Arbeitsfrequenz (f) dann ein Maximum erreicht, wenn die Versorgungsspannung (Ub) ein Maximum erreicht.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Verlauf der Arbeitsfrequenz (f) in einem ansteigenden und einem absteigenden
Abschnitt jeweils gleich ist bzw. die Arbeitsfrequenz (f) spiegelsymmetrisch ist zu
einem Punkt an der halben Dauer einer Halbwelle der Versorgungsspannung (Ub).
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Erhöhung der Arbeitsfrequenz (f) maximal 15% beträgt, insbesondere maximal 10%.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Veränderung der Arbeitsfrequenz (f) stufenlos und kontinuierlich erfolgt.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Leistungsversorgung mit Werten über 3kW, vorzugsweise über 3,2kW.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Versorgungsspannung (Ub) NetzFrequenz aufweist mit 50Hz oder 60Hz, vorzugsweise mit einer Spannung von 230V
oder 240V.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Anwendung in einer Induktionsheizeinrichtung (L) eines Haushaltsgerätes, insbesondere
eines Induktionskochfeldes.
10. Anordnung zur Leistungsversorgung einer Induktionsheizeinrichtung mit einem Frequenzumrichter
(15), der einen Serienschwingkreis aufweist mit einer Induktionsspule (L), Schwingkreiskondensatoren
(Cs) und einer Halbbrücke mit schaltbaren Schaltmitteln (T1, T2), wobei eine Ansteuereinrichtung (13) zur Ansteuerung der Schaltmittel (T1, T2) mit einer Arbeitsfrequenz (f) vorgesehen ist, die ausgebildet ist zur Veränderung
der Arbeitsfrequenz (f) dahingehend, dass diese im Verlauf einer Halbwelle der Versorgungsspannung
(Ub) von einem Frequenz-Grundwert (fG) ausgehend erst ansteigt bis zu einem Maximum und dann wieder auf den Frequenz-Grundwert
(fG) zurückgeht.