| (19) |
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(11) |
EP 1 735 803 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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06.10.2010 Patentblatt 2010/40 |
| (22) |
Anmeldetag: 05.04.2005 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2005/051520 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2005/101435 (27.10.2005 Gazette 2005/43) |
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| (54) |
SCHALTVORRICHTUNG
SWITCHING DEVICE
DISPOSITIF DE COMMUTATION
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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DE ES FR GB IT TR |
| (30) |
Priorität: |
15.04.2004 DE 102004018275
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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27.12.2006 Patentblatt 2006/52 |
| (73) |
Patentinhaber: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT |
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80333 München (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- LEITL, Wolfgang
93173 Wenzenbach (DE)
- POHLE, Christian
04626 Nöbdenitz (DE)
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| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 339 131 DE-U- 1 776 082 US-A- 4 695 913
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DE-B- 1 062 327 GB-A- 1 053 936
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Schaltgerät.
[0002] Ein Schaltgerät oder auch Schutzschaltgerät dient zur gezielten Trennung bzw. Verbindung
eines oder mehrerer Strompfade unter Betriebs- bzw. Fehlerfallbedingungen. Je nach
Einsatzgebiet und Verwendungszweck kann bei derartigen Geräten neben einem oder mehreren
Phasenleitern auch ein Neutralleiter schaltbar sein. Eine in einem Strompfad befindliche
Last, beispielsweise ein Verbraucher, soll dabei im Betriebs- oder Fehlerfall jedoch
unter Last nur im Strompfad des zugehörigen Phasenleiters und demnach annähernd lastfrei
- also bei einem Strom, der im Verhältnis zu dem Bemessungsstrom des entsprechenden
Schaltgeräts klein ist - im Strompfad des Neutralleiters geschaltet werden.
[0003] Aus der
DE 10 62 327 B ist eine Schalteinrichtung für Stromversorgungs- bzw. Verteilanlagen mit selektiv
ansprechenden Leistungsschaltern für Kurzschlussstromstärken bekannt, bei der zur
selektiven Staffelung Schalter im Grunde gleichen Aufbaus in Bezug auf die beweglichen
Teile des Schalters und die mit dem beweglichen Kontakt zusammenwirkenden Auslöse-(Mechanik)
und Anrege-(Elektrik)Glieder mit Kontakten versehen sind, bei denen entweder ein über
die Kontakte fließender Strom eine kontaktabhebende oder eine kontaktdruckverstärkende
Wirkung ausübt.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Schaltgerät zu schaffen, das gegenüber
einer ersten Schaltstelle mit einfachen Mitteln ein zeitverzögertes Trennen einer
zweiten Schaltstelle gewährleistet.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst;
vorteilhafte Ausgestaltungen sind jeweils Gegenstand von weiteren Ansprüchen.
[0006] Durch die Zuordnung eines mit einem feststehenden Kontaktträger in einer elektrisch
leitenden Verbindung stehenden Stromleiters zu einem mit einer Betätigungskraft beaufschlagbaren
beweglichen Kontaktträger ist bei Stromfluss eine mit dem Stromleiter gleichsinnige
Stromflussrichtung erzielbar, so dass eine auf den beweglichen Kontaktträger einwirkende
Betätigungskraft eines Energiespeichers durch eine stromflussbedingte elektromagnetische
Rückhaltekraft im Sinne eines elektrodynamischen Fesseleffekts auf Grund eines damit
einhergehenden gemeinsamen Magnetfelds an dem Stromleiter und an dem beweglichen Kontaktträger
beeinflußt ist und dadurch eine zeitverzögerte Trennung einer Schaltstelle mit einfachen
Mitteln erreicht wird. Eine an einem zumindest zweipoligen Schaltgerät angeschlossene
Last, beispielsweise ein Verbraucher, wird demnach zuerst im Strompfad des zugehörigen
Phasenleiters und erst zeitlich verzögert im Strompfad des Neutralleiters geschaltet.
Dabei ist sichergestellt, dass durch eine im Bereich der dem Phasenleiter zugehörigen
Schaltstelle angeordnete Lichtbogenlöschkammer ggf. in Verbindung mit hochwertigen
Kontaktwerkstoffen sowie weiteren die Lasttrennung begünstigende Maßnahmen eine zuverlässige
und schnelle Trennung des Strompfades erfolgt. Aufwändige Maßnahmen, wie beispielsweise
eine separate Lichtbogenlöschkammer für die Schaltstelle im Strompfad des Neutralleiters,
abbrandfeste Kontaktwerkstoffe, Kontaktdruckfedern oder auch ein separater Auslöser
für den beweglichen Kontaktarm können somit auf Grund der lastfreien Kontaktöffnung
eingespart werden.
[0007] Vorteilhafterweise ist der Stromleiter bei in der ersten Schaltstellung befindlichem
beweglichen Kontaktträger im Wesentlichen parallel zu diesem angeordnet, so dass ein
sich über diese parallel verlaufenden Bauteilbereiche erstreckendes Magnetfeld eine
ausreichend hohe Rückhaltekraft erzeugt.
[0008] Mit Vorteil ist der Stromleiter gehäusefest gelagert, wodurch eine feste Halterung
in Bezug auf den beweglichen Kontaktträger und somit eine Gewähr für eine dauerhafte
Funktionsfähigkeit gegeben ist.
[0009] Vorteilhafterweise ist der Stromleiter stufenförmig, insbesondere als Stanz-Biegeteil,
aufgebaut; ein als Stanz-Biegeteil ausgeführtes Bauteil lässt sich besonderes materialeffizient
und wirtschaftlich herstellen.
[0010] Mit Vorteil ist der Stromleiter zusammen mit einer Strombahn zu einer einstückigen
Leiterschleife ausgeführt, wodurch eine leicht herstellbare und einfache Stromführung
realisiert ist.
[0011] Die Erfindung sowie vorteilhafte Ausgestaltungen gemäß Merkmalen der weiteren Ansprüche
werden im Folgenden anhand in der Zeichnung dargestellter Ausführungsbeispiele näher
erläutert, ohne dass insoweit eine Beschränkung der Erfindung erfolgt; darin zeigen:
- FIG 1
- ein schematisch dargestelltes Schaltgerät mit ei- ner Schaltstelle für den Strompfad
eines Neutral- leiters und mit einer weiteren Schaltstelle für den Strompfad eines
Phasenleiters gemäß Patentan- spruch 1; und
- FIG 2 bis 9
- unterschiedliche Ausführungsformen einer als Teil des Schaltgerätes vorgesehenen Leiterschleife
in verschiedenen Darstellungen.
[0012] In FIG 1 ist ein Schaltgerät 1 mit einem Gehäuse 2 gezeigt, welches eine Schaltvorrichtung
3 mit einer Schaltstelle 4 für den Strompfad eines Neutralleiters N und mit einer
weiteren Schaltstelle 5 für den weiteren Strompfad eines Phasenleiters P aufweist.
Die Strompfade des Neutralleiters N und des Phasenleiters P sind endseitig jeweils
auf schematisch dargestellte Anschlussklemmen 6 und 7 geführt, so dass einerseits
eine Stromquelle und andererseits eine Last, insbesondere ein Verbraucher, angeschlossen
werden können. Zu der Gruppe der ein- oder mehrpoligen Schaltgeräte gehören sowohl
Schütze, Relais und dergleichen als auch Schutzschaltgeräte, wie beispielsweise ein
Leitungsschutzschalter.
[0013] Die Schaltstelle 4 des Neutralleiters N setzt sich aus einem Festkontakt 8 und aus
einem Bewegkontakt 9 zusammen. Der Festkontakt 8 ist auf einem feststehenden Kontaktträger
10 platziert, der Teil einer G-förmigen Strombahn 11 ist. Die Strombahn 11 geht ihrerseits
über in einen diese kreuzenden Stromleiter 12, wodurch eine einstückige Leiterschleife
11,12 entsteht. Der Stromleiter 12 ist an ausgewählten Stellen durch Halterungen 13
gehäusefest gelagert und stufenförmig ausgeführt.
[0014] Der Bewegkontakt 9 der Schaltstelle 4 des Neutralleiters N befindet sich auf einem
beweglichen Kontaktträger 14, der gemäß FIG 1 in seiner Schließstellung gezeigt ist.
Dabei verläuft der Stromleiter 12 nahe und im Wesentlichen parallel zu dem beweglichen
Kontaktträger 14, während die Strombahn 11 auf Distanz zu dem Stromleiter 12 und dem
beweglichen Kontaktträger 14 angeordnet ist. An einer Achse 15 ist der bewegliche
Kontaktträger 14 drehbeweglich gelagert und somit in eine strichliert dargestellte
Öffnungsstellung verschwenkbar. Der bewegliche Kontaktträger 14 ist mit einer flexiblen
Leitung 16, insbesondere mit einer Litze, verbunden, die ihrerseits mit dem Strompfad
des Neutralleiters N in einer elektrisch leitenden Verbindung steht.
[0015] Mittels eines der weiteren Schaltstelle 5 körperlich zugeordneten Auslösers 18 und
einer damit einhergehenden - hier strichliert dargestellten - Auslösekraft F1, kann
der bewegliche Kontaktträger 14 mittelbar über die Betätigungseinheit 17 mit einer
- als Wirklinie dargestellten - Betätigungskraft F3 beaufschlagt werden. Die Betätigungseinheit
17 ist hierbei als Schaltmechanik, insbesondere als Schaltschloss, ausgeführt. Die
Auslösekraft F1 wirkt gleichzeitig auf einen weiteren beweglichen Kontaktträger 19
ein, der mit einem weiteren Bewegkontakt 20 versehen und achsgleich mit dem beweglichen
Kontaktträger 14 gelagert ist. Die beweglichen Kontaktträger 14,19 können auch auf
separaten Achsen gelagert werden. Zusammen mit einem auf einem weiteren feststehenden
Kontaktträger 21 sitzenden weiteren Festkontakt 22 ist die weitere Schaltstelle 5
für den Strompfad des Phasenleiters P gebildet. Der Strompfad des Phasenleiters P
erstreckt sich auf Seiten des weiteren feststehenden Kontaktträgers 21 über einen
ohrenförmigen Bereich bis hin zu einer schematisch dargestellten Lichtbogenlöschkammer
23. Auf Seiten des beweglichen Kontaktträgers 19 weist dieser - entsprechend der flexiblen
Leitung 16 - ebenfalls eine Litze auf, welche einen Wechsel des beweglichen Kontaktträgers
19 von einer Schließ- in eine Öffnungsstellung unter Beibehaltung einer elektrisch
leitenden Verbindung zu dem Strompfad des Phasenleiters P erlaubt.
[0016] Während dem bestimmungsgemäßen Einsatz des Schaltgeräts 1 fließt ein - schematisch
mittels Stromflusspfeilen dargestellter - Strom I im Strompfad des Phasenleiters P
über den weiteren feststehenden Kontaktträger 21, über die die beiden Kontakte 20,22
aufweisende weitere Schaltstelle 5, über den weiteren beweglichen Kontaktträger 19
und letztlich über die Litze bis hin zu einem gehäusefesten Abschnitt des Phasenleiters
P. Mittels eines zwischen dem Ende des Phasenleiters P und dem Beginn des Neutralleiters
N anschließbaren - hier nicht gezeigten - Verbrauchers lässt sich der Stromkreis vervollständigen,
wobei der symbolisierte Rückfluss des Stroms I über die flexible Leitung 16, den beweglichen
Kontaktträger 14, die Schaltstelle 4 mit den zugehörigen Kontakten 8,9, den feststehenden
Kontaktträger 10 und schließlich über die Leiterschleife 11,12 ermöglicht ist.
[0017] Erfolgt nun eine Ansteuerung bzw. eine Auslösung des Auslösers 18 in einem Betriebs-
oder Fehlerfall, wirkt die Auslösekraft F1 gleichermaßen auf den weiteren beweglichen
Kontaktträger 19 und auf die Betätigungseinheit 17 ein. Während der weitere bewegliche
Kontaktträger 19 daraufhin von seiner Schließstellung in seine Öffnungsstellung schwenkt,
wird die als Schaltmechanik ausgeführte Betätigungseinheit 17 durch die Auslösekraft
F1 entklinkt, so dass der bewegliche Kontaktträger 14 auf Grund eines hier nicht dargestellten
Energiespeichers, beispielsweise in Form einer Schaltfeder, und der dadurch gegebenen
Betätigungskraft F3 dazu tendiert, von seiner Schließstellung in seine Öffnungsstellung
zu wechseln. Die Schaltfeder kann hierbei Teil der Schaltmechanik sein. Unterstützt
wird das Aufreißen der weiteren Schaltstelle 5 durch einen elektrodynamischen Effekt,
der auf Grund der Stromflussrichtungen an dem weiteren feststehenden Kontaktträger
21 und dem weiteren beweglichen Kontaktträger 19 gegeben ist. Der elektrodynamische
Effekt kommt dabei in Form einer Abstoßungskraft F2 insofern zum Tragen, als sich
benachbart angeordnete und gegensinnig stromdurchflossene Bauteile abstoßen. Da der
Strom I, wie in FIG 1 gezeigt, einen U-förmigen Weg im Bereich der weiteren Schaltstelle
5 passieren muss, wird mittels der dabei entstehenden und unterschiedlich wirkenden
Magnetfelder der weitere bewegliche Kontaktträger 19 relativ zu dem weiteren feststehenden
Kontaktträger 21 abgestoßen.
[0018] Im Gegensatz zu der Stromführung in dem Strompfad des Phasenleiters P wird der Strom
I über die Schaltstelle 4 auf Grund der U-förmigen Ausgestaltung des feststehenden
Kontaktträgers 10 gemäß FIG 1 annähernd geradlinig geleitet und passiert im Nachgang
daran die Leiterschleife 11,12. Der als Teil der Leiterschleife 11,12 ausgeführte
Stromleiter 12 verläuft dabei parallel und mit geringem Abstand zu dem beweglichen
Kontaktträger 14, was eine gleichsinnige Stromflussrichtung zur Folge hat. Da sich
gleichsinnig stromdurchflossene Bauteile auf Grund eines gleichwirkenden Magnetfelds
gegenseitig anziehen, kann hierbei ein maßgeblicher elektrodynamischer Effekt genutzt
werden. Dieser elektrodynamische Effekt kommt allerdings durch eine Rückhaltekraft
F4 zum Ausdruck, die der Betätigungskraft F3 derart entgegenwirkt, dass eine Verminderung
der Betätigungskraft F3 gegeben ist.
[0019] Die Verminderung der Wirkung der Betätigungskraft F3 bedingt dabei im Vergleich zu
dem Betätigungszeitpunkt des weiteren beweglichen Kontaktträgers 19 eine zeitlich
versetzte Öffnung der Schaltstelle 4. Durch diese gezielte Stromflussführung kann
der elektrodynamische Effekt, wie er an der weiteren Schaltstelle 5 des Phasenleiters
P in Form einer Abstoßungskraft F2 vorkommt, umgekehrt und als Rückhalte- oder auch
Zuhaltekraft F4 nutzbar gemacht werden. Diese Maßnahme führt dazu, dass die Schaltstelle
4 durch ein Nacheilen des beweglichen Kontaktträgers 14 gegenüber dem weiteren beweglichen
Kontaktträger 19 erst nach der weiteren Schaltstelle 5 getrennt wird und somit zuerst
eine Trennung des lasttragenden Phasenleiters P und anschließend eine Trennung des
lastfreien Neutralleiters N erfolgt.
[0020] Dementsprechend belastet ein beim Betätigen oder Auslösen des Schaltgeräts 1 im Lastbetrieb
entstehender Lichtbogen unter Einhaltung der vorgegebenen Schaltreihefolge lediglich
die weitere Schaltstelle 5 des Phasenleiters P, welche mit der ohnehin vorhandenen
Lichtbogenlöschkammer 23 versehen ist, um den Lichtbogen schnellstmöglich zum Verlöschen
zu bringen. Da an der Schaltstelle 4 kein Lichtbogen entsteht, kann der Aufbau des
Strompfades des Neutralleiters N im Vergleich zu dem des Phasenleiters P mit einfacheren
Mitteln ausgeführt werden; dazu zählen ein kleineres Kontaktvolumen, günstigere Kontaktwerkstoffe,
kleinere Leiterquerschnitte und die Vermeidung sowohl eines eigenen Auslösers als
auch einer eigenen Lichtbogenlöschkammer.
[0021] So genannte Stromengekräfte, die an den beiden Schaltstellen 4 bzw. 5 in einem Stromengebereich
zwischen den Kontakten 8 und 9 bzw. zwischen den Kontakten 20 und 22 auftreten können,
beeinflussen nur in einem begrenzten Maß die elektrodynamischen Effekte an der Schaltstelle
4 des Neutralleiters N bzw. an der weiteren Schaltstelle 5 des Phasenleiters P. Sofern
durch den Stromengebereich an der Schaltstelle 4 eine partielle U-förmige Stromführung
und damit ein unerwünschter gegensinnig verlaufender Stromfluss mit der Folge einer
Abstoßungskraft gegeben sein sollte, wird mittels der durch den Stromleiter 12 erzeugten
Rückhaltekraft F4 nicht nur diese Abstoßungskraft kompensiert, sondern eine resultierende
und die Zeitverzögerung bestimmende Kraft gewährleistet.
[0022] Die Größe der Rückhaltekraft F4 ist dabei abhängig von der Höhe des Stroms I; je
höher der zu schaltende Strom I ausfällt, desto größer ist die Rückhaltekraft F4,
da die Stromstärke ein Maß für die Stärke des den beweglichen Kontaktträger 14 an
den Stromleiter 12 fesselnden Magnetfelds darstellt. Ebenso wird die Rückhaltekraft
F4 von der Länge und dem Abstand des in etwa parallel zu dem in der Schließstellung
befindlichen beweglichen Kontaktträger 14 angeordneten Stromleiters 12 bestimmt; je
länger der Stromleiter 12 parallel zu dem beweglichen Kontaktträger 14 verläuft und
je geringer der berührungsfreie Abstand zwischen diesen Bauteilen ist, desto größer
ist die Rückhaltekraft F4. Die bei einem Schaltvorgang ggf. auftretenden unerwünschten
Begleiterscheinungen, wie beispielsweise das Prellen, Erhitzen oder Verschweißen der
Kontakte 8,9 der Schaltstelle 4, können durch eine geeignete Auswahl vorgenannter
Parameter vermieden werden.
[0023] Um die beiden Schaltstellen 4,5 wieder zu schließen, d.h. die beiden beweglichen
Kontaktträger von der Öffnungs- in die jeweilige Schließstellung zu bewegen, kann
beispielsweise eine manuelle Rückstellung der Betätigungseinheit 17 mittels eines
Schalthebels oder auch durch einen Rückstellimpuls eines hier nicht dargestellten,
ggf. fernbedienbaren, Rückstellmittels erfolgen. Der Aufbau des Schaltgeräts 1 kann
dabei derart ausgeführt sein, dass beim Einschaltvorgang der bewegliche Kontaktträger
14 der Schaltstelle 4 seinen Bewegkontakt 9 früher in die Schließstellung mit seinem
zugehörigen Festkontakt 8 bringt als der weitere bewegliche Kontaktträger 19 seinen
weiteren Bewegkontakt 20 auf den weiteren Festkontakt 22 aufsetzt. Hierzu kann der
Kontaktabstand zwischen dem Fest- und Bewegkontakt 8 und 9 der Schaltstelle 4, auch
bei abgebrannten Kontakten und baulich bedingten Toleranzen, konstruktiv kleiner festgelegt
werden als der Kontaktabstand zwischen dem Fest- und Bewegkontakt 20 und 22 der weiteren
Schaltstelle 5.
[0024] In den FIG 2 und 3 bzw. 4 und 5 ist eine als Teil der Schaltvorrichtung bestimmte
Leiterschleife 11,12 in einer flächigen und in einer perspektivischen Darstellung
gezeigt. Die Leiterschleife 11,12 weist dabei als einstückige Einheit zum einen den
zweifach treppenförmig abgewinkelten Stromleiter 12 und zum anderen die zweifach gegen
den Uhrzeigersinn abgewinkelte Strombahn 11 auf, welche an ihrem freien Ende mit dem
feststehenden Kontaktträger 10 versehen ist. Die Leiterschleife 12 bzw. jedes ihrer
Bestandteile ist dabei gehäusefest lagerbar. Die Strombahn 11 ist in etwa G-förmig
ausgebildet und kann, wie in FIG 3 gezeigt, beispielsweise als Stanz-Biege-Teil aus
dem Basismaterial der Strombahn 12 hergestellt sein. Die auf Grund der Lage und Form
der Leiterschleife 11,12 in Bezug auf den beweglichen Kontaktträger 14 gemäß FIG 1
gegebene Stromführung gewährleistet den gewünschten, die Rückhaltekraft F3 hervorbringenden,
elektrodynamischen Effekt.
[0025] In den FIG 6 bis 9 sind weitere Ausgestaltungen der Leiterschleife 11,12 in verschiedenen
Darstellungen gezeigt. Die Strombahn 11 gemäß den FIG 6 und 7 weist dabei eine annähernd
S-förmige Gestalt auf, während gemäß den FIG 8 und 9 eine L-Form für die Strombahn
11 vorgesehen ist.
[0026] Die zuvor erläuterte Erfindung kann wie folgt zusammengefasst werden:
[0027] Um ein Schaltgerät 1 zu schaffen, das mit einfachen Mitteln ein zeitverzögertes Trennen
der Schaltstelle 4 im Strompfad eines Neutralleiters gewährleistet, ist vorgesehen,
dass der bewegliche Kontaktträger 14 in der Schließstellung dem Stromleiter 12 zugeordnet
ist, welcher in einer elektrisch leitenden Verbindung mit dem feststehenden Kontaktträger
10 steht und eine mit dem beweglichen Kontaktträger 14 gleichsinnige Stromflussrichtung
aufweist, derart dass die Kraftwirkung der auf den beweglichen Kontaktträger 14 einwirkende
Betätigungskraft F3 des Energiespeichers durch die Kraftwirkung der stromflussbedingten
elektromagnetischen Rückhaltekraft F4 reduziert wird und somit ein zeitverzögerter
Wechsel in die Öffnungsstellung erfolgt.
1. Schaltgerät (1)
- mit einem feststehenden Kontaktträger (10) und mit einem beweglichen Kontaktträger
(14) einer Schaltstelle (4) im Strompfad eines Neutralleiters;
- mit einem weiteren feststehenden Kontaktträger (21) und mit einem weiteren beweglichen
Kontaktträger (19) einer weiteren Schaltstelle (5) im Strompfad eines Phasenleiters;
- mit einem Auslöser (18) zur Beaufschlagung des weiteren beweglichen Kontaktträgers
(19) einerseits und zur Beaufschlagung einer Betätigungseinheit (17) andererseits;
- wobei mittels der Betätigungseinheit (17) der bewegliche Kontaktträger (14) und
mittels des Auslösers (18) der weitere bewegliche Kontaktträger (19) jeweils von einer
ersten Schaltstellung in eine zweite Schaltstellung bewegbar sind;
- wobei der bewegliche Kontaktträger (14) in der ersten Schaltstellung einem Stromleiter
(12) zugeordnet ist, der in einer elektrisch leitenden Verbindung mit dem feststehenden
Kontaktträger (10) steht und eine mit dem beweglichen Kontaktträger (14) gleichsinnige
Stromflussrichtung aufweist, derart dass eine auf den beweglichen Kontaktträger (14)
im Strompfad des Neutralleiters einwirkende Betätigungskraft (F3) eines Energiespeichers
durch eine stromflussbedingte elektromagnetische Rückhaltekraft (F4) vermindert bzw.
aufgehoben wird und somit gegenüber dem weiteren beweglichen Kontaktträger (19) im
Strompfad des Phasenleiters ein nacheilender Wechsel des beweglichen Kontaktträgers
(14) in die Öffnungsstellung erfolgt, wodurch eine annähernd lastfreie Trennung der
Schaltstelle im Strompfad des Neutralleiters gegeben ist.
2. Schaltgerät (1) nach Anspruch 1, wobei die Betätigungseinheit (17) als Schaltmechanik,
insbesondere als Schaltschloss, ausgeführt ist.
3. Schaltgerät (1) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei der Energiespeicher Teil
der Betätigungseinheit (17), insbesondere der Schaltmechanik, ist.
4. Schaltgerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der bewegliche Kontaktträger
(14) verschwenkbar ist.
5. Schaltgerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Stromleiter (12)
bei in der ersten Schaltstellung befindlichem beweglichen Kontaktträger (14) im Wesentlichen
parallel zu diesem angeordnet ist.
6. Schaltgerät (1) nach Anspruch 1 oder 5, wobei der Stromleiter (12) gehäusefest gelagert
ist.
7. Schaltgerät (1) nach einem der Ansprüche 1,5 oder 6, wobei der Stromleiter (12) stufenförmig,
insbesondere als Stanz-Biegeteil, aufgebaut ist.
8. Schaltgerät (1) nach einem der Ansprüche 1 oder 5 bis 7, wobei der Stromleiter (12)
zusammen mit einer Strombahn (11) zu einer einstückigen Leiterschleife (11,12) ausgeführt
ist.
9. Schaltgerät (1) nach Anspruch 8, wobei ein Teilbereich der Strombahn (11) zu dem Stromleiter
(12) einerseits und zu dem in der ersten Schaltstellung befindlichen beweglichen Kontaktträger
(14) andererseits beabstandet angeordnet ist.
10. Schaltgerät (1) nach Anspruch 8 oder 9, wobei die Strombahn (12) G-förmig, winkelförmig
oder annähernd S-förmig ausgebildet ist.
11. Schaltgerät (1) nach einem der Ansprüche 8 bis 10, wobei die Strombahn (11) als aus
dem Stromleiter (12) gewonnenes Stanz-Biegeteil ausgeführt ist.
12. Schaltgerät (1) nach einem der Ansprüche 1 oder 8 bis 11, wobei der feststehende Kontaktträger
(10) Teil der Strombahn (11) ist.
13. Schaltgerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Auslöser (18) eine
thermische und/oder elektromagnetische Funktion aufweist.
1. Switching unit (1)
- with a fixed contact carrier (10) and a moving contact carrier (14) of a switching
point (4) in the current path of a neutral conductor;
- with a further fixed contact carrier (21) and a further moving contact carrier (19)
of a further switching point (5) in the current path of a phase conductor;
- with a tripping device (18) for activating the further moving contact carrier (19)
and also for activating an actuating device (17);
- whereby by means of the actuating device (17) the moving contact carrier (14) and
by means of tripping device (18) the further moving contact carrier (19) can each
be moved from a first switching position to a second switching position;
- with the moving contact carrier (14) being associated with a current conductor (12)
in the first switching position, that is electroconductively connected to the fixed
contact carrier (10) and has the same direction of current flow as the moving contact
carrier (14), in such a way that an actuating force (F3) of an energy accumulator
acting on the moving contact carrier (14) in the current path of the neutral conductor.
(F4) is reduced or eliminated can be influenced by an electromagnetic retaining force
(F4) depending on the current flow and thus a changeover of the moving contact (14)
to the open position takes place with a lag compared with the further moving contact
carrier (19) in the current path of the phase conductor, thus resulting in an almost
load-free separation of the switching point in the current path of the neutral conductor.
2. Switching unit (1) according to Claim 1, with the actuating device (17) being designed
as a switching mechanism, especially as a switch lock.
3. Switching unit (1) according to one of Claims 1 or 2, with the energy accumulator
being part of the actuating device (17), especially of the switching mechanism.
4. Switching unit (1) according to one of the preceding claims, with the moving contact
carrier (14) being swivelable.
5. Switching unit (1) according to one of the preceding claims, with the current conductor
(12) being essentially arranged parallel to the moving contact carrier (14) when the
contact carrier (14) is in the first switching position.
6. Switching unit (1) according to Claim 1 or 5, with the current conductor (12) being
permanently fixed to the housing.
7. Switching unit (1) according to one of Claims 1, 5 or 6, with the current conductor
(12) being constructed in steps, especially as a stamped-bent part.
8. Switching unit (1) according to one of Claims 1 or 5 to 7, with the current conductor
(12) being formed together with a current path (11) as a single-piece conductor loop
(11, 12).
9. Switching unit (1) according to Claim 8, with a part-area of the current path (11),
on the one hand, being associated with the current conductor (12) and, on the other
hand, being spaced apart from the moving contact carrier (14) when said moving contact
carrier (14) is in the first switching position.
10. Switching unit (1) according to Claim 8 or 9, with the current path (12) being G-shaped,
angled or approximately S-shaped.
11. Switching unit (1) according to one of Claims 8 to 10, with the current path (11)
being embodied as a stamped-bent part obtained from the current conductor (12).
12. Switching unit (1) according to one of Claims 1 or 8 to 11, with the fixed contact
carrier (10) being part of the current path (11).
13. Switching unit (1) according to one of the preceding claims, with the tripping device
(18) having a thermal and/or electromagnetic function.
1. Dispositif de commutation (1)
- comprenant un porte-contacts stationnaire (10) et comprenant un porte-contacts mobile
(14) d'un point de commutation (4) dans la voie du courant d'un conducteur neutre
;
- comprenant un porte-contacts stationnaire supplémentaire (21) et comprenant un porte-contacts
mobile supplémentaire (19) d'un point de commutation supplémentaire (5) dans la voie
du courant d'un conducteur de phase ;
- comprenant un déclencheur (18) pour l'alimentation du porte-contacts mobile supplémentaire
(19) d'une part et pour l'alimentation d'une unité de commande (17) d'autre part ;
- le porte-contacts mobile (14) étant déplaçable d'une première position de commutation
dans une seconde position de commutation au moyen de l'unité de commande (17) et le
porte-contacts mobile supplémentaire (19) étant déplaçable d'une première position
de commutation dans une seconde position de commutation au moyen du déclencheur (18)
;
- le porte-contacts mobile (14), dans la première position de commutation, étant attribué
à un conducteur de courant (12) qui se trouve en liaison électroconductrice avec le
porte-contacts stationnaire (10) et qui présente une direction de flux du courant
dans le même sens que le porte-contacts mobile (14), de telle manière qu'une force
d'actionnement (F3) d'un accumulateur d'énergie, agissant sur le porte-contacts mobile
(14) dans la voie du courant du conducteur neutre, est diminuée resp. compensée par
une force de retenue (F4) électromagnétique due au flux du courant et qu'ainsi un
changement retardé en position d'ouverture du porte-contacts mobile (14) est réalisé
par rapport au porte-contacts mobile supplémentaire (19) dans la voie du courant du
conducteur de phase, sur quoi une séparation, approximativement sans charge du point
de commutation est donnée dans la voie du courant du conducteur neutre.
2. Dispositif de commutation (1) selon la revendication 1, l'unité de commande (17) étant
réalisée en tant que dispositif mécanique de commutation, notamment en tant que verrouillage
de connexion.
3. Dispositif de commutation (1) selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2, l'accumulateur
d'énergie faisant partie de l'unité de commande (17), notamment du dispositif mécanique
de commutation.
4. Dispositif de commutation (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
le porte-contacts mobile (14) pouvant être pivoté.
5. Dispositif de commutation (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
le conducteur de courant (12), lorsque le porte-contacts mobile (14) se trouve dans
la première position de commutation, étant essentiellement disposé parallèlement à
celui-ci.
6. Dispositif de commutation (1) selon l'une quelconque des revendications 1 ou 5, le
conducteur de courant (12) étant logé de manière stationnaire dans le boîtier.
7. Dispositif de commutation (1) selon l'une quelconque des revendications 1, 5 ou 6,
le conducteur de courant (12) étant réalisé en forme de marche, notamment en tant
que pièce estampée cintrée.
8. Dispositif de commutation (1) selon l'une quelconque des revendications 1 ou 5 à 7,
le conducteur de courant (12) étant réalisé en commun avec une voie de courant (11)
pour donner une boucle conductrice d'une seule pièce (11, 12).
9. Dispositif de commutation (1) selon la revendication 8, une zone partielle de la voie
de courant (11) étant disposée à distance du conducteur de courant (12) d'une part
et à distance du porte-contacts mobile (14) se trouvant dans la première position
de commutation d'autre part.
10. Dispositif de commutation (1) selon la revendication 8 ou 9, la voie de courant (12)
étant réalisée en forme de G, sous forme angulaire ou approximativement en forme de
S.
11. Dispositif de commutation (1) selon l'une quelconque des revendications 8 à 10, la
voie de courant (11) étant réalisée en tant que pièce estampée cintrée obtenue à partir
du conducteur de courant (12).
12. Dispositif de commutation (1) selon l'une quelconque des revendications 1 ou 8 à 11,
le porte-contacts stationnaire (10) faisant partie de la voie de courant (11).
13. Dispositif de commutation (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
le déclencheur (18) présentant une fonction thermique et/ou électromagnétique.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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