[0001] Die Erfindung betrifft eine Patiententransporteinrichtung für Passagierfahrzeuge,
insbesondere Passagierflugzeuge, welche über Sitzreihen aufstellbar ist, mit einem
Grundgestell mit im wesentlichen vertikalen Stützen, welches an Sitzschienen des Passagierfahrzeugs
bzw. Flugzeugs einstellbar fixiert ist, und mit einer Liegeeinrichtung mit einer Stützstruktur
sowie lösbaren Fixierelementen, mit denen die Liegeeinrichtung am Grundgestell fixierbar
ist. Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Adapter zur Verbindung einer Liegeeinrichtung
einer Patiententransporteinrichtung mit einem Traggestell und/oder Grundgestell.
[0002] Für den Liegendtransport von Patienten in der Luft gibt es speziell ausgerüstete
Ambulanzflugzeuge. Diese Flugzeuge weisen häufig spezielle Traggestelle zur Aufnahme
von Krankentragen auf. Diese Tragen werden dann sowohl zum Transport der Patienten
in das bzw. aus dem Flugzeug aus auch als Liegeflächen während des Fluges verwendet.
Wenn ein Patient während eines Fluges einer Intensivbehandlung bedarf, kann die Trage
ggf. aus diesem Traggestell auf eine sogenannte Intensive Care Unit an Bord des Flugzeuges
umgelagert werden.
[0003] Es ist ferner bekannt, kommerzielle Passagierflugzeuge für Krankentransporte einzusetzen.
Zur Installation von Intensive Care Units (auch Medivaceinheiten genannt) müssen Sitzreihen
entfernt werden, die Medivaceinheit als mobile Intensivstation wird dann in die Sitzschienen
am Flugzeugboden eingesetzt und dort verriegelt. Für den Transport von Patienten ohne
Intensivbehandlung versucht man jedoch, den aufwändigen Ausbau der Sitze zu vermeiden.
Bei einer üblichen Economy-Sitzkonfiguration werden die Rückenlehnen der Sitze nach
vorne geklappt und die Krankentragen werden über den Sitzen aufgebaut. Ein Grundgestell
wird zwischen zwei Sitzen in den Sitzschienen verankert und nimmt die über den Sitzen
angeordnete Krankentrage auf. Problematisch ist dabei, dass bei einer eng bestuhlten
Economy-Konfiguration zwischen zwei Sitzen nur wenig Platz für ein Untergestell zur
Verfügung steht, dass aber andererseits eine hinreichende Bauhöhe aufweisen muss,
um die Sitze zu überbrücken. Eine montierte Krankentrage mit daraufliegendem Patienten
muss für eine luftfahrtrechtliche Zulassung Belastungstests mit einer Beschleunigung
von 9g standhalten.
[0004] Aus
EP 0 885 604 B1 ist eine Patiententransporteinrichtung bekannt, die sehr aufwendig konstruiert ist.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Patiententransporteinrichtung der
Eingangs genannten Art zu schaffen, die einfach zu handhaben und kostengünstig ist.
Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung soll eine Möglichkeit geschaffen werden,
einen Patienten auf einer Liegeeinrichtung (Krankentrage) problemlos umzubetten, beispielsweise
von einem Traggestell auf eine Medivaceinheit.
[0006] Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung wird eine Patiententransporteinrichtung der
eingangs genannten Art geschaffen, die dadurch gekennzeichnet ist, dass die Fixierelemente
Knotenbleche zur Ableitung von Horizontalkräften aus der Stützstruktur der Liegeeinrichtung
in die im wesentlichen vertikalen Stützen des Grundgestells aufweisen, die in den
Lichtraum der Transporteinrichtung zwischen Stützstruktur und im wesentlichen vertikalen
Stützen ragen und an der Stützstruktur und den im wesentlichen vertikalen Stützen
befestigbar sind, wobei der Lichtraum der Transporteinrichtung zwischen Stützstruktur
und im wesentlichen vertikalen Stützen durch die Knotenbleche um höchstens 10% vermindert
wird.
[0007] Zunächst seien einige im Rahmen der Erfindung verwendete Begriffe erläutert. Die
erfindungsgemäße Patiententransporteinrichtung erlaubt dem Liegendtransport von Patienten
in Passagierfahrzeugen wie beispielsweise Schienenfahrzeugen oder Bussen, insbesondere
in Flugzeugen. Sie ist über Sitzreihen aufstellbar. Dies bedeutet, dass sie montiert
werden kann, ohne dass vorher die Passagiersitze in dem Bereich, in dem die Montage
erfolgen soll, entfernt werden müssen. Die Liegeeinrichtung mit der Liegefläche wird
oberhalb der Sitze angeordnet, bei denen ggf. die Rückenlehne zur Verminderung der
Sitzbauhöhe vorgeklappt werden kann.
[0008] Die Patiententransporteinrichtung weist ein Grundgestell auf. Der Begriff Grundgestell
ist funktional zu verstehen und umfasst jede Vorrichtung, die die Liegeeinrichtung
der Liegefläche oberhalb der Sitzreihen trägt und die insbesondere beim Beschleunigen
und Abbremsen (Start bzw. Landung) auf die Liegeeinrichtung einwirkenden Kräfte in
den Boden des Fahrzeugs bzw. Flugzeugs ableiten kann. Das Grundgestell weist zu diesem
Zweck im wesentlichen vertikale Stützen auf. "Im wesentlichen vertikal" ist im Sinne
der Erfindung nicht beschränkt auf Stützen, die mit dem Fahrzeug- bzw. Flugzeugboden
einen Winkel von 90° einschließen. Vielmehr soll durch dieses Merkmal ausgedrückt
werden, dass die vertikalen Stützen von der Liegeeinrichtung zwischen zwei Sitzen
bzw. zwei Sitzreihen nach unten zum Fahrzeug- bzw. Flugzeugboden ragen, ohne dabei
durch die unterhalb der Liegeeinrichtung angeordneten Sitze behindert zu werden.
Die Liegeeinrichtung weist eine Stützstruktur auf, dabei kann es sich beispielsweise
um einen Rahmen einer Krankentrage handeln. Mittels lösbarer Fixierelemente ist die
Liegeeinrichtung am Grundgestell befestigbar. Der Begriff Fixierelemente umfasst im
Sinne der Erfindung auch diejenigen Bauteile, die zur Ableitung der beispielsweise
bei Start und Landung eines Flugzeuges wirkenden hohen Beschleunigungskräfte in Horizontalrichtung
(etwa parallel zur Liegefläche) auftreten, von der Liegeeinrichtung bzw. deren Stützstruktur
in das Grundgestell. Im Stand der Technik gemäß
EP 0 885 604 B1 sind zur Ableitung dieser Beschleunigungskräfte zusätzliche Schrägverstrebungen (Bezugsziffer
19 in Figur 1 dieser Schrift) vorgesehen, die in mehrerlei Hinsicht nachteilig sind.
Sie verkomplizieren und verteuern Aufbau und Montage und schränken insbesondere den
zur Verfügung stehenden lichten Raum unterhalb der Liegeeinrichtung gravierend ein.
Unter dem Lichtraum der Transporteinrichtung zwischen Stützstruktur und dem wesentlichen
vertikalen Stützen ist derjenige Raum zu verstehen, der im montierten Zustand zur
Verfügung steht, um auf dem Fahrzeugboden unterhalb der Liegeeinrichtung verbleibende
Teile wie beispielsweise Sitze aufzunehmen. Im Stand der Technik gemäß
EP 0 885 604 B1 nimmt man diese Verkleinerung des Lichtraums durch die Fachwerkstreben 19 in Kauf,
ist dann aber gezwungen, dass Grundgestell so zu konstruieren, dass die vertikalen
Stützen lediglich eine Sitzreihe überspannen. Da der Sitzabstand einer Economy-Konfiguration
üblicherweise 80 cm oder weniger beträgt, kann das Grundgestell in Längsrichtung des
Flugzeugs auch nur diese Länge überspannen. Auf diesem sehr kurzen Grundgestell muss
jedoch eine lange Liegefläche (typischerweise wenigstens 1,90 m) angeordnet werden,
was konstruktiv aufwendig ist. Zudem stören die in Längsrichtung der Liegeeinrichtung
verhältnismäßig mittig angeordneten vertikalen Stützen einen behandelnden Arzt, der
an den Patienten auf der Liegeeinrichtung herantreten will.
[0009] Erfindungsgemäß ist daher vorgesehen, dass die Kraftableitung von der Liegeeinrichtung
bzw. deren Stützstruktur in das Grundgestell unter Zuhilfenahme sog. Knotenbleche
erfolgt. Der Begriff Knotenblech ist funktionell zu verstehen und bezeichnet diejenigen
Teile oder Bereiche der Fixierelemente, die in den Lichtraum zwischen Stützstruktur
und im wesentlichen vertikalen Stützen ragen. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass
dieser freie Lichtraum, d.h. der zur Verfügung stehende Raum, in den von unter her
massive Teile wie beispielsweise Sitze ragen können, durch die Knotenbleche um höchstens
10% vermindert wird. Der durch die Liegeeinrichtung und die im wesentlichen vertikalen
Stützen des Grundgestells eingeschlossene Lichtraum (bevorzugt gemeint ist hier der
Lichtraum in Längsrichtung der Patiententransporteinrichtung) wird also nur geringfügig
eingeschränkt. Das Grundgestell kann so ausgebildet sein, dass die vertikalen Stützen
in Längsrichtung einen deutlich größeren Abstand aufweisen und beispielsweise zwei
Economy-Sitzreihen überspannen. Eine höchstens 10%ige Verminderung des Lichtraums
bedeutet, dass dieser höchstens um den entsprechenden Anteil eingeschränkt wird, gegenüber
dem Zustand ohne diese Knotenbleche, in dem der Lichtraum definiert wird von der Liegeeinrichtung
bzw. deren Stützstruktur und dem im wesentlichen vertikalen Stützen.
[0010] Vorzugsweise wird der Lichtraum höchstens 8%, weiter vorzugsweise höchstens 5%, weiter
vorzugsweise höchstens 3% vermindert.
[0011] Die Knotenbleche sind bevorzugt so ausgebildet, dass die Kraftableitung in das Grundgestell
nicht punktuell, sondern flächig erfolgt. Beispielsweise können mehrere Befestigungspunkte
des Knotenblechs an der Stützstruktur der Liegeeinrichtung und/oder den vertikalen
Stützen des Grundgestells vorgesehen sein, bei einer bevorzugten Ausführungsform kann
ein Knotenblech entweder die Stützstruktur der Liegeeinrichtung oder bevorzugt die
im wesentlichen vertikalen Stützen des Grundgestells wenigstens teilweise (vorzugsweise
formschlüssig) umgreifen.
[0012] An dem im wesentlichen vertikalen Stützen kann eine Positioniereinrichtung angeordnet
sein, die einen unteren Anschlag für die Stütze wenigstens teilweise umgreifende Befestigungseinrichtung
aufweist bzw. bildet. Dies erleichtert die Montage der Liegeeinrichtung am Grundgestell,
da nach dem Ansetzen der Knotenbleche diese bereits vor der endgültigen Befestigung
durch die Positioniereinrichtung in der vorgesehenen Montageposition gehalten werden.
Zusätzlich ist es vorteilhaft, wenn die Positioniereinrichtung eine Klammereinrichtung
zur klemmenden Aufnahme wenigstens eines Teils der Unterkante der die Stütze wenigstens
teilweise umgreifenden Befestigungseinrichtung aufweist. Diese Klammereinrichtung
kann beispielsweise einen sich in Aufsetzrichtung des Knotenblechs verengenden Raum
zwischen vertikaler Stütze und Innenkante einschließen und so die Unterkante der Befestigungseinrichtung
des Knotenblechs führen und festklemmen.
[0013] Die vertikalen Stützen des Grundgestells und die Stützstruktur der Liegeeinrichtung
können Stranggussprofile, insbesondere Aluminiumstranggussprofile, mit hinterschnittenden
Nuten aufweisen. In diesen Nuten können Nutensteine mit Gewindebohrungen angeordnet
sein, die der Befestigung der Knotenbleche an der Stützstruktur der Liegeeinrichtung
und/oder den im wesentlichen vertikalen Stützen dienen. Solche Stranggussprofile werden
kommerziell in großen Mengen hergestellt und sind somit als Standardteile sehr kostengünstig.
Das Knotenblech kann sowohl an der Stützstruktur der Liegeeinrichtung als auch an
den vertikalen Stützen auf die genannte Art und Weise verschraubt sein. Vorteilhaft
ist es jedoch, wenn das Knotenblech lediglich an einer dieser beiden Baugruppen verschraubt
ist und zur Befestigung an der anderen Baugruppe (bevorzugt an den vertikalen Stützen)
die die Stütze wenigstens teilweise umgreifende Befestigungseinrichtung und die Stütze
selbst miteinander im Montagezustand fluchtende Bohrungen zur Aufnahme wenigstens
eines Verrieglungsstiftes aufweisen. Da die Befestigungseinrichtung die Stütze bereits
formschlüssig umgreift, kann mittels eines, ggf. mittels zwei Verriegelungsstiften
eine sichere Verbindung hergestellt werden.
[0014] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Adapter zur Verbindung einer Liegeeinrichtung
einer Patiententransporteinrichtung mit einem Traggestell oder Grundgestell. Dieser
Adapter kann im Rahmen einer erfindungsgemäßen Patiententransporteinrichtung eingesetzt
werden, jedoch auch unabhängig davon zur Verbindung anderer Liegeeinrichtungen oder
Tragen mit anderen Grundgestellen eingesetzt werden.
[0015] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass dieser Adapter eine Befestigungseinrichtung
zur Befestigung der Liegeeinrichtung aufweist, zusätzlich sind wenigstens zwei Befestigungseinrichtungen
zur wahlweisen Befestigung des Adapters an wenigstens zwei unterschiedlichen Trag-
und/oder Grundgestellen vorhanden. Mit Hilfe eines erfindungsgemäßen Adapters kann
eine Liegeeinrichtung problemlos auf unterschiedlichen Grundgestellen befestigt werden,
es ist also beispielsweise das Umsetzen eines Passagiers von einem Traggestell auf
eine Medivaceinheit oder in einen Krankenwagen möglich, ohne dass der Patient auf
eine andere Liege umgebettet werden muss. Bevorzugt sind die wenigstens zwei unterschiedlichen
Befestigungseinrichtungen zur wahlweisen Befestigung an den unterschiedlichen Trag-
und/oder Grundgestellen ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus:
a)horizontalen Stiften zur Aufnahme der Liegeeinrichtung in einer Aufnahmewanne gemäß
DIN 13025,
b)einem Tragegriff zur Aufnahme der Liegeeinrichtung in einem NATO-Littergestell,
c)Formstücken zum formschlüssigen Einsetzen in eine Aufnahme des Trag- und/oder Grundgestells,
d)Stiftaufnahmen zur Aufnahme von Verriegelungsstiften.
[0016] Die horizontalen Stifte zur Aufnahme der Liegeeinrichtung in einer Aufnahmewanne
gem. DIN 13025 können beispielsweise zur Aufnahme der Liegeeinrichtung in einem üblichen
Krankenwagen dienen, die solche Aufnahmewannen aufweisen. Die Stifte sind horizontal,
dass heißt sie erstrecken sich im wesentlichen parallel zur Liegefläche.
[0017] Die NATO-Streitkräfte verwenden für den Krankentransport häufig sogenannte NATO-Tragen,
die Handgriffe aufweisen, mit denen die NATO-Trage gleichzeitig in ein sogenanntes
NATO-Littergestell eingesetzt und dort gehaltert werden kann. Der erfindungsgemäße
Adapter kann ebenfalls einen solchen Tragegriff aufweisen.
[0018] Eine dritte Variante ist ein Formstück zum formschlüssigen Einsetzen in eine Aufnahme
des Trag- und/oder Grundgestells. Solche Aufnahmen finden sich häufig beispielsweise
auf Medivaceinheiten. Schließlich können noch Stiftaufnahmen zur Aufnahme von Verriegelungsstiften
vorgesehen sein.
[0019] Wenigstens eine der wenigstens zwei Befestigungseinrichtungen ist bevorzugt lösbar
mit dem Adapter verbunden. Auf diese Art und Weise kann diese Befestigungseinrichtung
nur bei tatsächlicher Notwendigkeit an dem Adapter angebracht werden.
[0020] Das Einsetzen einer Liegeeinrichtung in ein NATO-Littergestell ist mühsam, da die
Endstücke der Tragegriffe in entsprechende Aufnahmen des Littergestells gehoben werden
müssen. Erfindungsgemäß kann vorgesehen sein, dass der Tragegriff an seinem von der
Liegeeinrichtung wegweisenden Endbereich eine Rolle aufweist. Dies erleichtert das
Einsetzen in das Littergestell wesentlich, da mit Hilfe der Rollen die Liegeeinrichtung
in das Gestell eingeschoben werden kann. Bei einer weiteren Ausführungsform kann das
Formstück zum formschlüssigen Einsetzen einer Aufnahme des Trag- und/oder Grundgestells
zusätzlich eine Rolle aufweisen, die ebenfalls die Möglichkeit des Einschiebens in
die entsprechende Aufnahme bietet.
[0021] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im folgenden anhand der Zeichnung beschrieben.
Darin zeigen:
- Figur 1:
- Schematisch eine erfindungsgemäße Patiententransporteinrichtung;
- Figur 2:
- eine Ansicht des Knotenblechs;
- Figur 3:
- eine Detailansicht des Positionierbleches;
- Figur 4:
- ein erfindungsgemäßes Adapterstück;
- Fig. 5 bis 8:
- schematisch verschiedene Einbausituationen unter Verwendung des erfindungsgemäßen
Adapters.
[0022] Figur 1 zeigt schematisch eine Gesamtansicht einer erfindungsgemäßen Patiententransporteinrichtung.
Das insgesamt mit 1 bezeichnete Grundgestell weist Verriegelungselemente 2 auf, die
in den Sitzschienen am Boden eines üblichen Passagierflugzeugs verankert werden können.
Diese Befestigungselemente 2 tragen ein querverlaufendes Stranggussprofil 3, das als
Doppelprofil ausgebildet ist und an dem die vertikalen Stützen 4, 5 befestigt sind.
Die vertikalen Stützen 4, 5 sind durch eine Diagonalverstrebung 6 und eine Querverstrebung
7 stabilisiert.
[0023] Die Verbindung der einzelnen Teile des Grundgestells untereinander und mit der noch
zu erläuternden Stützstruktur der Liegeeinrichtung erfolgt durch Verbindungsbleche,
die an in den Nuten der Stranggussprofile angeordneten Nutensteinen festgeschraubt
werden.
[0024] Die Liegeeinrichtung weist eine Stützstruktur auf, die aus vier an den Enden über
Eck miteinander verbundenen Stranggussprofilen 8 besteht. Die Stützstruktur trägt
eine Liegefläche 9, die im Rahmen der Erfindung verstellbar ausgebildet sein kann.
Die Stützstruktur liegt auf den Oberseiten der vertikalen Stützen 4, 5 auf und wird
durch Befestigungsbleche 10 gehaltert. Diese Befestigungsbleche reichen jedoch nicht
aus, um die im Flugbetrieb auftretenden hohen Beschleunigungs- bzw. Verzögerungskräfte
bzw. die bei möglichen Unfällen auftretenden Kräfte sicher über das Grundgestell in
den Flugzeugboden abzuleiten.
[0025] Erfindungsgemäß sind daher zusätzliche Knotenbleche 11 vorgesehen, die in einer Einzelansicht
in Figur 2 dargestellt sind. Das Knotenblech weist einen langgestreckten Bereich 12
mit mehreren Bohrungen auf, mittels denen es an der Innenseite der Profile 8 der Stützstruktur
der Liegeeinrichtung festgeschraubt wird. In den Nuten dieser Stranggussprofile 9
befinden sich zu diesem Zweck die bereits beschriebenen Nutensteine mit Gewindebohrungen.
Zur Verbindung mit den vertikalen Stützen 4, 5 weist das Knotenblech einen Bereich
13 auf, der die Stützen 4, 5 von drei Seiten formschlüssig umgreift. Eine Bohrung
14 fluchtet im montierten Zustand mit einer entsprechenden Bohrung in den vertikalen
Stützen 4 bzw. 5, so dass diese fluchtenden Bohrungen einen Verriegelungsstift aufnehmen
können.
[0026] Die Unterkante des Bereichs 13 des Knotenbleches 11 schlägt im montierten Zustand
an ein Positionierblech 15 an, das an den vertikalen Stützen 4, 5 montiert ist. Dieses
Positionierblech 15 weist eine bei 16 (Figur 3) angedeutete Klemmeinrichtung in Form
eines sich kurvenförmig von den vertikalen Stützen 4, 5 weg erstreckenden Klemmbleches
16 auf. Das Klemmblech 16 schließt zwischen sich und der zugehörigen vertikalen Stütze
4, 5 einen sich aufgrund der Kurvenform verengenden Spalt ein, in dem die Unterkante
des Bereichs 13 festgeklemmt und gehaltert wird.
[0027] Zur Montage der erfindungsgemäßen Patiententransporteinrichtung werden die Befestigungselemente
2 des Grundgestells am Flugzeugboden verankert, beispielsweise zwischen zwei Sitzreihen.
Im Lichtraum zwischen dem Grundgestell und der Stützstruktur der Liegeeinrichtung
können die Sitzreihen (vorzugsweise mit vorgeklappter Rückenlehne) verbleiben, eine
Demontage ist nicht erforderlich. Die Knotenbleche 11 engen diesen Lichtraum kaum
ein, können aber die für eine luftfahrtrechtliche Zulassung erforderlichen Kräfte
aufnehmen und in das Grundgestell übertragen.
[0028] Figur 4 zeigt schematisch einen erfindungsgemäßen Adapter. Dieser weist eine Grundplatte
17 auf, die der Befestigung an der Stützstruktur einer Liegeeinrichtung dient. Vertikal
von der Grundplatte aufragende Bleche 18 dienen der sicheren Verankerung der Grundplatte
17 an einer zweiten Fläche der Stützstruktur.
[0029] Die Grundplatte 17 trägt an ihrer von der Stützstruktur wegweisenden Unterseite eine
Schiene 19, in der verschiedene Befestigungselemente zur Befestigung an unterschiedlichen
Trag- und/oder Grundgestellen einsetzbar sind. Ein Tragegriff 20 ist in diese Schiene
19 eingesetzt und mittels eines Verriegelungsstiftes 21 darin verriegelt. Der Tragegriff
20 dient zum manuellen Tragen und zur Aufnahme der Liegeeinrichtung in einem NATO-Littergestell.
Eine Rolle 22 an dem von der Liegeeinrichtung wegweisenden Endbereich des Tragesgriffes
20 erleichtert das Einschieben in ein NATO-Littergestell.
[0030] Die Bezugsziffer 23 bezeichnet ein Formstück zum formschlüssigen Einsetzen in eine
Aufnahme des Trag- und/oder Grundgestells. Eine daran angeordnete Rolle 24 kann das
Einschieben erleichtern. Die Bezugsziffer 25 bezeichnet eine Stiftaufnahme zur Aufnahme
eines Verriegelungsstiftes 26.
[0031] Die vierte Befestigungsmöglichkeit ist ein horizontaler Stift zur Aufnahme in eine
Aufnahmewanne gemäß DIN 13025. Dieser Stift ist in Figur 4 nicht zu erkennen, er erstreckt
sich parallel zur Grundplatte 17 von dem Formstück 23 und wird nachfolgend noch näher
erläutert.
[0032] Figur 5 zeigt die Verwendung des Adapters zur Befestigung einer Liegeeinrichtung
auf einer sogenannten Medivaceinheit mittels der Stiftaufnahmen 25. Der Adapter ist
an der Unterseite der Stützstruktur 8 einer Liegeeinrichtung montiert. Die Stiftaufnahme
25 und der Stift 26 verriegeln den Adapter mit einer entsprechenden Einrichtung 27,
die an der Medivaceinheit angeordnet ist.
[0033] Figur 6 zeigt die Halterung der Liegeeinrichtung in einem sogenannten NATO-Littergestell
unter Verwendung der Tragegriffe 20. Die Liegeeinrichtung wird in Schienen 28 dieses
Littergestells gelagert. Das seitliche Einschieben wird durch die Rollen 22 erleichtert.
[0034] Figur 7 zeigt die Halterung auf einer Medivaceinheit mittels der Formstücke 23. Diese
liegen formschlüssig an entsprechenden Gegenstücken 29, 30 der Aufnahme an und werden
darin gehaltert.
[0035] Figur 8 zeigt die Verwendung des Adapters zur Befestigung der Liegeeinrichtung in
eine Aufnahmewanne gemäß DIN 13025. Man erkennt hier den horizontalen Stift 31, mittels
dem die Liegeeinrichtung in die zugehörige und nach DIN 13025 genormte Aufnahme 32
eingesetzt wird.
1. Patiententransporteinrichtung für Passagierfahrzeuge, insbesondere Passagierflugzeuge,
welche über Sitzreihen aufstellbar ist, mit einem Grundgestell (10) mit im wesentlichen
vertikalen Stützen (4,5), welches an Sitzschienen des Fahrzeugs einstellbar fixiert
ist, und mit einer Liegeeinrichtung mit einer Stützstruktur (8) sowie lösbaren Fixierelementen,
mit denen die Liegeeinrichtung am Grundgestell fixierbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Fixierelemente Knotenbleche (11) zur Ableitung von Horizontalkräften aus der
Stützstruktur der Liegeeinrichtung in die im wesentlichen vertikalen Stützen (4, 5)
des Grundgestells aufweisen, die in den Lichtraum der Transporteinrichtung zwischen
Stützstruktur (8) und im wesentlichen vertikalen Stützen (4, 5) ragen und an der Stützstruktur
(8) und den im wesentlichen vertikalen Stützen befestigbar sind, wobei der Lichtraum
der Transporteinrichtung zwischen Stützstruktur (8) und im wesentlichen vertikalen
Stützen (4, 5) durch die Knotenbleche (11) um höchstens 10% vermindert wird.
2. Patiententransporteinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Lichtraum der Transporteinrichtung zwischen Stützstruktur (8) und im wesentlichen
vertikalen Stützen (4, 5) durch die Knotenbleche (11) um höchstens 8%, vorzugsweise
höchstens 5%, weiter vorzugsweise höchstens 3% vermindert wird.
3. Patiententransporteinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungseinrichtung (13) zur Befestigung der Knotenbleche (11) an den im
wesentlichen vertikalen Stützen diese Stützen (4, 5) wenigstens teilweise umgreift.
4. Patiententransporteinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass an den im wesentlichen vertikalen Stützen (4, 5) eine Positioniereinrichtung (15)
angeordnet ist, die einen unteren Anschlag für die die Stütze wenigstens teilweise
umgreifende Befestigungseinrichtung (13) aufweist.
5. Patiententransporteinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Positioniereinrichtung (15) eine Klammereinrichtung (11) zur klemmenden Aufnahme
wenigstens eines Teils der Unterkante der die Stütze wenigstens teilweise umgreifenden
Befestigungseinrichtung aufweist.
6. Patiententransporteinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die im wesentlichen vertikalen Stützen (4, 5) des Grundgestells und die Stützstruktur
(8) der Liegeeinrichtung Stranggussprofile mit hinterschnittenen Nuten aufweisen.
7. Patiententransporteinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass in den hinterschnittenen Nuten Nutensteine mit Gewindebohrungen angeordnet sind,
die der Befestigung der Knotenbleche (11) an der Stützstruktur (8) der Liegeeinrichtung
und/oder den wesentlichen vertikalen Stützen (4, 5) dienen.
8. Patiententransporteinrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die die Stütze (4, 5) wenigstens teilweise umgreifende Befestigungseinrichtung (13)
und die Stütze miteinander fluchtende Bohrungen (14) zur Aufnahme wenigstens eines
Verriegelungsstiftes aufweisen.
9. Adapter zur Verbindung einer Liegeeinrichtung einer Patiententransporteinrichtung
mit einem Traggestell und/oder Grundgestell,
gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
a) einer Befestigungseinrichtung (17, 18) zur Befestigung des Adapters an der Liegeeinrichtung,
b) wenigstens zwei Befestigungseinrichtungen zur wahlweisen Befestigung des Adapters
an wenigstens zwei unterschiedlichen Trag- und/oder Grundgestellen.
10. Adapter nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens zwei Befestigungseinrichtungen zur wahlweisen Befestigung des Adapters
an wenigstens zwei unterschiedlichen Trag- und/oder Grundgestellen ausgewählt sind
aus der Gruppe bestehend aus:
a) horizontalen Stiften (31) zur Aufnahme der Liegeeinrichtung in einer Aufnahmewanne
gemäß DIN 13025,
b) einem Tragegriff (20) zur Aufnahme der Liegeeinrichtung in einem NATO-Littergestell,
c) Formstücken (23) zum formschlüssigen Einsetzen in eine Aufnahme des Trag- und/oder
Grundgestells,
d) Stiftaufnahmen (25) zur Aufnahme von Verriegelungsstiften (26).
11. Adapter nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine der wenigstens zwei Befestigungseinrichtungen zur wahlweisen Befestigung
des Adapters an wenigstens zwei unterschiedlichen Trag- und/oder Grundgestellen lösbar
mit dem Adapter verbunden ist.
12. Adapter nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Tragegriff (20) zur Aufnahme der Liegeeinrichtung in einem NATO-Littergestell
an seinem von der Liegeeinrichtung wegweisenden Endbereich eine Rolle (22) aufweist.
13. Adapter nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Formstück (23) zum formschlüssigen Einsetzen in eine Aufnahme des Trag- und/oder
Grundgestells zusätzlich eine Rolle (24) aufweist.