[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Schleifprodukt mit einer gewirkten Unterlage,
welche eingewirkte Öffnungen aufweist und auch als Lochfilet bekannt ist. Diese Unterlage
wird nachfolgend als Velours bezeichnet und beschreibt ein Gewirke mit eingewirkten
Löchern und einseitig eingelegten oder gerauhten Schlingen.
[0002] Ein wesentliches Problem herkömmlicher Schleifprodukte, welche aus einer flächigen
Unterlage wie beispielsweise Papier, Gewebe oder Folie aufgebaut sind, besteht darin,
dass die Oberfläche derartiger Schleifprodukte durch Staub oder Agglomerate von Staub
verstopfen und somit die Schleifwirkung schnell abnimmt und letztendlich vollständig
verloren geht.
[0003] Herkömmlich werden daher Schleifprodukte mit einer Staub abweisenden Schicht aus
beispielsweise Stearat überzogen. Diese Schicht nutzt sich jedoch im Lauf der Zeit
ab und verliert daher seine Schutzwirkung.
[0004] Eine andere im Stand der Technik durchgeführte Massnahme besteht darin, das fertig
gestellte Schleiprodukt an bestimmten Stellen zu lochen, so dass es möglich ist, den
entstehenden Schleifstaub während des Schleifens abzusaugen. Hierbei wird das Schleifprodukt
mit Hilfe einer mit Lochpfeifen versehenen Walze oder direkt beim Stanzen der Scheiben
gelocht. Am weitesten verbreitet sind 6- oder 7-Lochscheiben mit einem Durchmesser
von 150 mm. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass gelochte Scheiben zwar weniger, aber
letztendlich dennoch verstopfen. Insbesondere hat sich gezeigt, dass die Absaugung
durch die Löcher zwar möglich aber unzureichend ist, weil durch die die Schleifmittelschicht
tragenden Stege keine Absaugung möglich ist und diese wegen des langen Weges des Schleifstaubs
zu den Löchern verstopfen. Die schlechtere Staubabsaugung zeigt sich auch in einem
höheren Staubanteil in der Raumluft und daran, dass mehr Staub auf dem Werkstück zurückbleibt.
[0006] Gelochte Produkte, welche aus reinen Fadenkonstruktionen bestehen, leiden grundsätzlich
unter dem Nachteil, dass durch das Lochen des fertigen Produkts Fäden in der Unterlage
durchtrennt werden, was zu einer Schwächung der Unterlage führt (grössere Neigung
zum Zerreisen oder Ausfransen). Zudem ist der Lochungsprozess aufwändig und teuer,
insbesondere wenn dieser wie bei
EP-A-0 781 629 durch eine mit Lochpfeifen bestückte Walze vollzogen wird. Durch das Einstanzen der
Löcher geht bis zu 20% der ursprünglichen Unterlage verloren.
[0007] Es ist weiterhin bekannt, Schleifprodukte bereitzustellen, bei den die Schleifunterlage
beispielsweise aus einem Velours besteht. So ist im Deutschen Gebrauchsmuster
DE-U-295 05847 ein direkt beschichteter Velours als Schleifprodukt offenbart, welcher gegebenenfalls
gelocht (mittels Perforation durch Stanzen) sein kann. Aufgrund der relativ lockeren
Struktur der Velours-Unterlage ist eine bedingte Staubabsaugung direkt durch die Unterlage
möglich.
[0008] Die erreichbare Staubabsaugung ist jedoch für manche Schleifanwendungen nicht ausreichend.
Beispielsweise entsteht beim Schleifen von Holz faseriger Schleifstaub, der nicht
durch die Unterlage abgesaugt werden kann. Ebenso ist das Schleifen mit gröberen Körnungen
problematisch, da zum einen im Velours durch den grösseren Korndurchmesser und der
naturgemäss höheren Kornmenge die zum Absaugen benötigten Zwischenräume stärker reduziert
werden und zum anderen mehr Schleifstaub anfällt. Durch diese divergent verlaufenden
Parameter neigt ein direkt beschichteter Velours beim Schleifen von Holz generell
zum Verstopfen. Das Problem des Verstopfens tritt zudem auch beim Schleifen fein zerspanbarer
Materialien im Grobkornbereich ab einer Korngrösse von P280 auf.
[0009] Es war die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Schleifprodukt bereitzustellen,
mit welchem die Nachteile aus dem Stand der Technik überwunden werden.
[0010] Erfindungsgemäss wird die vorstehende Aufgabe durch ein in den Ansprüchen definiertes
Schleifprodukt gelöst.
[0011] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Schleifprodukt, umfassend eine Velours-Unterlage,
welche in den Velours eingewirkte Öffnungen aufweist, und auf einer Oberfläche der
Unterlage eine Schleifmittel enthaltende Schicht.
[0012] Gemäss der vorstehenden Erfindung werden unter "Öffnungen" - auch als "Löcher" bezeichnet,
Leerstellen im Gewebe verstanden, welche in der Regel rund sind, aber auch eine andere
- beispielsweise rechteckige - Form aufweisen können.
[0013] Velours-Unterlagen mit eingewirkten Löchern sind bislang nicht als Schleifmittelunterlage
verwendet worden. Es wurde nun überraschend gefunden, dass das erfindungsgemässe Schleifprodukt
insbesondere für das Schleifen von Holz optimal geeignet ist. Die in den Velours eingewirkten
Löcher sorgen im Vergleich zu einer Velours-Unterlage ohne eingewirkte Löcher für
eine deutlich erhöhte Absaugbarkeit, welche gemäss einer bevorzugten Ausführungsform
zudem durch den überraschenden Effekt erhöht wird, dass beim erfindungsgemässen Schleifprodukt
eine Absaugung auch durch die beschichteten Schleifstege möglich ist. Mit anderen
Worten besitzt das erfindungsgemässe Schleifprodukt die Eigenschaft einer dualen Absaugbarkeit
(durch die eingewirkten Löcher und durch die beschichteten Schleifstege). Eine Absaugung
ist mit Hilfe handelsüblicher Schleifmaschinen und Schleifteller problemlos möglich.
[0014] Das erfindungsgemässe Schleifprodukt weist eine sehr lange Standzeit auf. Dies ist
einerseits durch die duale Absaugung bedingt, welche einem Verstopfen sehr gut entgegenwirkt,
aber andererseits durch die Tatsache, dass die Löcher bereits bei der Herstellung
der Unterlage in den Velours eingewirkt werden. Es tritt somit im Gegensatz zum Fall
des nachträglichen Einstanzens von Löchern keine Schwächung der Unterlage auf, da
keine Fäden durchtrennt werden. Zudem fällt bei der Herstellung kein Materialabfall
an.
[0015] Die Velours-Unterlage des erfindungsgemässen Schleifprodukts fungiert zudem als Kletthaftschicht.
Das erfindungsgemässe Schleifprodukt kann direkt auf einem Substrat wie einem Schleifteller
befestigt werden, ohne dass hierfür eine zusätzliche Kletthaftschicht vorgesehen werden
muss.
[0016] Aufgrund der offenen Struktur der gewirkten Velours-Unterlage weist das erfindungsgemässe
Schleifprodukt eine deutlich höhere Flexibilität auf als beispielsweise Schleifprodukte
mit einer Papierunterlage.
[0017] Die Staubabsaugung ist beim erfindungsgemässen Schleifprodukt so gut ausgeprägt,
dass in der Regel auf zusätzliche Massnahmen zur Staubabsaugung wie beispielsweise
die Bereitstellung einer Stearatschicht verzichtet werden kann.
[0018] Als Unterlage des erfindungsgemässen Schleifprodukts kann ein gerauhter Velours verwendet
werden, in welchen Löcher eingewirkt sind. Üblicherweise besteht die Unterlage aus
Kunststoffasern wie Nylon oder Polyester. Es können auch Mischfasern eingesetzt werden.
Die Unterlage kann auch aus Fasern unterschiedlicher Typen aufgebaut sein. Erfindungsgemäss
bevorzugt weist die Unterlage ein Flächengewicht von 45-300 g/m
2, bevorzugter von 50 bis 200 g/m
2 und am meisten bevorzugt von 60 bis 120 g/m
2 auf. Die Herstellung von gerauhtem Velours ist hinlänglich bekannt.
[0019] Während der Herstellung werden die gewünschten Löcher in den Velours eingewirkt.,
d.h. die Unterlage wird von Anfang an mit Löchern versehen. Es entfällt ein zusätzlicher
Stanzschritt, und es treten keine Abfallverluste auf. Das Verfahren zum Hineinwirken
von Löchern in einen Velours ist selbstverständlich bekannt und Routine. Gemäss der
vorliegenden Erfindung kann das Loch/Flächenverhältnis und somit die Grösse der hineingewirkten
Löcher in einem weiten Rahmen variieren. Erfindungsgemäss bevorzugt sollte die Unterlage
mehr Fläche als Löcher aufweisen, um auf der Fläche eine möglichst grosse Menge an
Schleifmittel aufbringen zu können. Erfindungsgemäss üblich ist ein Flächen/Lochverhältnis
von kleiner 100:1, vorzugsweise von kleiner als 50:1, bevorzugter von kleiner als
10:1.
[0020] Gemäss der vorliegenden Erfindung ist es bevorzugt, dass die eingewirkten Löcher
eine Grösse von 1 bis 3 mm aufweisen.
[0021] Je nach Anwendungsgebiet kann die eingewirkte Löcher aufweisende Velours-Unterlage
des erfindungsgemässen Schleifprodukts mit einer Appretur versehen werden. Appreturen
dienen im allgemeinen dazu, einer Unterlage bestimmte Eigenschaften wie beispielsweise
erhöhte Festigkeit oder Wasserdichtheit zu verleihen. Man unterscheidet grundsätzlich
zwischen weichen und harten Appreturen. Harte Appreturen können sich mit Baumwollfasern
vernetzen, weiche Appreturen hingegen nicht, allerdings sind selbstvernetzende Appreturen
einsetzbar. Die Appreturmaterialien sind dem Fachmann hinlänglich bekannt. Beispielsweise
seien genannt: Kunstharze wie Harnstoff-Formaldehydharze, Phenolharze, Epoxidharze,
Kunststoffdispersionen oder native Rohstoffe wie Hautleim oder Stärke, oder elastische
Rohstoffe auf der Basis von Latex wie Copolymeren aus Vinylacetat und Ethylen, Butadien-Styrol
Copolymeren, Acrylsäureestern oder Butadien-Acrylnitril-Styrol oder Polyurethanen
beziehungsweise deren Polymeren, oder Mischungen derselben.
[0022] Dem Fachmann ist bekannt, welche Appretur für welche Anwendung beziehungsweise Unterlage
auszuwählen ist. Für Anwendungen, bei denen eine hohe Flexibilität der Unterlage erforderlich
ist, ist vorzugsweise eine weiche Appretur heranzuziehen. Für robuste Unterlagen,
welche für ein Schleifen von harten Materialien vorgesehen sind, ist vorzugsweise
eine harte Appretur zu verwenden. Der Velours kann mit einer einseitigen oder einer
Vollbadappretur ausgerüstet sein.
[0023] Appreturen und Verfahren zu ihrer Auftragung sind hinlänglich bekannt. Es ist für
den Fachmann Routinetätigkeit, je nach Anwendungsgebiet die geeignete Appretur für
das erfindungsgemässe Schleifprodukt auszuwählen, wenn eine Appretur überhaupt erforderlich
ist.
[0024] Auf eine Oberfläche des Schleifprodukts wird ein Schleifmittel aufgebracht. Erfindungsgemäss
können übliche Schleifmittel wie beispielsweise alle Arten von Korund einschliesslich
Zirkonkorund und keramischem Korund, Siliciumcarbid, Aluminiumoxid, Granat, Flint
oder Schmirgel verwendet werden.
[0025] Wie vorstehend ausgeführt ist das erfindungsgemässe Schleifprodukt auch geeignet,
zusammen mit einem Schleifmittel einer gröberen Körnung eingesetzt zu werden. Im Gegensatz
zu den 6- bis 7-Lochscheiben aus dem Stand der Technik, oder auch wie sie beispielsweise
in der
EP-A-1 186 379 sowie in der
EP-A-0 781 629 beschrieben sind, kann das erfindungsgemässe Schleifprodukt auch Schleifmittel in
Korngrössen von P280 bis P4000 aufweisen, ohne dass es während des Gebrauchs zu einem
Verstopfen kommt. Üblicherweise umfasst das erfindungsgemässe Schleifprodukt Schleifmittel
mit Korngrössen im Bereich von P24 bis P4000.
[0026] Das Schleifmittel wird mit Hilfe eines Bindemittels direkt auf die Unterlage beschichtet.
In einer Ausführungsform, in welcher die Unterlage mit einer Appretur versehen worden
ist, wird die Schleifmittel enthaltende Bindemittelschicht auf die Appretur aufgebracht.
Gemäss der vorliegenden Erfindung können Bindemittel verwendet werden, welche üblicherweise
zum Aufbringen von Schleifmittel verwendet werden. Beispielhaft seien aufgeführt:
Harze und Dispersionen auf der Basis von Phenolharzen, Harnstoffharzen, Melaminharzen,
Epoxidharzen, Polyesterharzen, Urethanen, Acrylaten oder Styrol-Butadientypen.
[0027] Die Beschichtung einer Unterlage mit Bindemittel ist hinlänglich bekannt. Gemäss
der vorliegenden Erfindung können übliche Beschichtungsmethoden wie Aufspritzen, Tauchbeschichtung
oder bestimmte Walzenbeschichtungen eingesetzt werden.
[0028] Das Schleifmittel kann auf übliche Weise appliziert werden, beispielsweise indem
es dem Bindemittel vor dem Auftragen zugemischt und dann als Bindemittel-Schleifmittel-Mischung
aufgebracht wird oder indem es elektrostatisch oder mechanisch auf eine bereits aufgetragene
Bindemittelschicht appliziert wird. Diese Verfahren sind dem Fachmann wohlbekannt
und bedürfen keiner näheren Erläuterung.
[0029] Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform kann das Schleifmittel zur Fixierung mit
einer zusätzlichen Bindemittelschicht überzogen werden. Hierbei können die gleichen
Bindemittel wie vorstehend beschrieben eingesetzt werden.
[0030] Wie vorstehend bereits erwähnt ist es nicht nötig, dass das erfindungsgemässe Schleifprodukt
eine staubabweisende Schicht aufweist (wie beispielsweise eine Stearatschicht). Gemäss
einer alternativen Ausführungsform kann das erfindungsgemässe Schleifprodukt jedoch
eine solche Schicht aufweisen.
[0031] Die Dicke der Bindemittelschicht und gegebenenfalls der Appretur kann je nach gewünschter
Anwendung in dem Fachmann bekannten Grenzen variiert werden. Es ist erfindungsgemäss
jedoch sehr bevorzugt, Bindemittel und gegebenenfalls Appretur in einer Dicke aufzubringen,
dass der vorstehende Effekt der dualen Absaugung erhalten bleibt.
[0032] Die duale Absaugung wird grundsätzlich durch die offene Struktur der mit eingewirkten
Löchern versehenen Velours-Unterlage begründet, kann aber natürlich verloren gehen,
wenn die offene Struktur der Unterlage zu sehr verschlossen wird, mit anderen Worten
die auf die Stege zwischen den eingewirkten Löchern aufgebrachte Schleifmittelschicht
zu dicht wird. Für eine optimale Ausnutzung des dualen Effekts sollte das Bindemittel
so aufgetragen werden, dass es sich möglichst nur um die Fäden der Unterlage anordnet,
ohne deren offene Struktur zu sehr zu beeinträchtigen. Dies kann vorzugsweise durch
Aufspritzen des Bindemittels auf die Unterlage erreicht werden. Das Bindemittel sollte
hierbei eine derartige Viskosität aufweisen, dass es nicht in die Zwischenräume zwischen
die Stege hineinläuft. Die Einstellung der Viskosität des Bindemittels ist für den
Fachmann Routine.
[0033] Wird ein gröberes Schleifkorn (bis P240) verwendet, sollte das Schleifkorn möglichst
nur einlagig auf das Bindemittel aufgebracht werden, da sonst die Zwischenräume zwischen
den Stegen verstopft werden. Um den dualen Effekt wirksam nutzen zu können, sollten
hierbei nicht mehr als 50% der Zwischenräume der Stege verschlossen werden. Bei feinerem
Schleifkorn (>P240) ist der duale Absaugeffekt auch bei einer mehrlagigen Kornschicht
gewährleistet.
[0034] Das erfindungsgemässe Schleifprodukt kann grundsätzlich für sämtliche Schleifapplikationen
herangezogen werden. Es zeigt sowohl im Nass- als auch im Trockenschliff sehr gute
Schleifeigenschaften und Standzeiten. Insbesondere die erfindungsgemässe Ausführungsform
mit der Eigenschaft der dualen Absaugung kann aber auch dort eingesetzt werden, wo
normale Lochscheiben zu schnell verstopfen, d.h. beim Schleifen von Holz und bei Schleifprozessen,
bei welchem der Einsatz von grobkörnigerem Schleifmittel notwendig ist.
[0035] Der duale Absaugeffekt erweist seine besondere Wirksamkeit ebenfalls im Feinkornbereich
beim Schleifen zum Verstopfen neigender Werkstoffe wie Farben und Lacke oder Füller.
Bei herkömmlichen gelochten Scheiben muss der Schleifstaub zu den Löchern transportiert
werden, wobei dieser steter Reibung ausgesetzt wird und so erweicht und Agglomerate
bildet und die Schleifscheibe durch Aufschichten verstopft. Im erfindungsgemässen
Produkt wird der entstehende Schleifstaub durch die porösen Stege zu einem hohen Prozentsatz
direkt am Korn wo der Staub entstehet auch abgesaugt.
[0036] Die vorliegende Erfindung wird nachstehend anhand von nicht einschränkenden Beispielen
und Abbildungen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- ein erfindungsgemässes Schleifprodukt im Querschnitt; die unbeschichtete Seite wird
zur Direkthaftung auf Klett verwendet
- Fig. 2
- die mit Schleifmittel beschichtete Oberfläche eines erfindungsgemässen Schleifprodukts
- Fig. 3
- die mit Schleifmittel beschichtete Oberfläche eines erfindungsgemässen Schleifprodukts
in grösserem Massstab
- Fig. 4
- die Rückseite eines erfindungsgemässen Schleifprodukts
Beispiel 1
[0037] Ein Velours mit eingewirkten Löchern und einem Flächengewicht von 60 - 120g/m
2 wurde als Unterlage bereitgestellt. Auf eine Oberfläche der Unterlage wurde eine
Bindemittelschicht (eingefärbtes Phenolharz) durch Aufspritzen appliziert. In diese
Bindemittelschicht wurde das Schleifkorn (Aluminiumoxid, P120) im elektrostatischen
Feld appliziert. Nach einem Trocknungsschritt wurde das Korn mit einer zweiten Bindemittelschicht
(eingefärbtes Phenolharz) durch Aufspritzen überzogen. Korn und Bindemittel wurden
derart aufgebracht, dass die Rückseite der Unterlage nicht beschichtet wurde. Die
Rückseite der Unterlage konnte direkt auf einem mit Klett beschichtetem Schleifteller
befestigt werden.
[0038] Das so erhaltene Schleifprodukt konnte über einen Zeitraum von 7 min. zum Schleifen
einer Fichtenholzplatte verwendet werden, ohne dass ein Verstopfen auftrat (Bedingungen:
Excentermaschine Rupes, full speed, Schleifteller 7-Loch, Absaugung eingeschaltet,
Maschine mit 2.5kg belastet). Das Schleifergebnis war ausgezeichnet. Während des Schleifens
konnte der anfallende Staub effizient durch die eingewirkten Löcher und durch die
Schleifstege abgeführt werden.
1. Schleifprodukt, umfassend eine Velours-Unterlage, welche in den Velours eingewirkte
Öffnungen aufweist, und auf einer Oberfläche der Unterlage eine Schleifmittel enthaltende
Schicht.
2. Schleifprodukt nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Velours aus einer oder mehrerer Kunststoffasern aufgebaut ist, welche aus der
Gruppe bestehend aus Nylon und Polyester oder Mischungen davon ausgewählt ist.
3. Schleifprodukt nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterlage ein Flächengewicht von 45-300 g/m2, bevorzugter von 50 bis 200 g/m2 und am meisten bevorzugt von 60 bis 120 g/m2 aufweist.
4. Schleifprodukt nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterlage ein Flächen/Lochverhältnis von kleiner 100:1, vorzugsweise von kleiner
als 50:1, bevorzugter von kleiner als 10:1 aufweist.
5. Schleifprodukt nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass auf die Unterlage eine Appretur aufgebracht ist.
6. Schleifprodukt nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Schleifprodukt zusätzlich mit einer staubabweisenden Schicht versehen ist.
7. Schleifprodukt nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die das Schleifmittel enthaltende Schicht ein Bindemittel umfasst, welches ausgewählt
ist aus der Gruppe bestehend aus Harzen und Dispersionen auf der Basis von Phenolharzen,
Harnstoffharzen, Melaminharzen, Epoxidharzen, Polyesterharzen, Urethanen, Acrylaten
oder Styrol-Butadientypen.
8. Schleifprodukt nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass nicht mehr als 50% der Zwischenräume der Stege durch die Schleifmittelschicht verschlossen
sind.
9. Schleifprodukt nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Schleifmittel ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus allen Arten von Korund
einschliesslich Zirkonkorund und keramischem Korund, Siliciumcarbid, Aluminiumoxid,
Granat, Flint und Schmirgel.
10. Schleifprodukt nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Schleifmittel eine Korngrösse von P24 bis P4000, vorzugsweise von P80 bis P4000
aufweist.
11. Schleifprodukt nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Schleifmittel mit einer zusätzlichen Bindemittelschicht überzogen ist.
12. Verfahren zur Herstellung eines Schleifprodukts gemäss einem der Ansprüche 1 bis 11,
umfassend die Schritte
a) Bereitstellung eines mit eingewirkten Löchern versehenen Velours als Unterlage;
b) Aufbringen von Bindemittel und Schleifmittel auf eine Oberfläche der Unterlage.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Schritt b) eine Appretur auf die Unterlage aufgebracht wird.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass im Schritt b) zunächst das Bindemittel und anschliessend in die so gebildete Bindemittelschicht
das Schleifmittel appliziert wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Schleifmittel durch elektrostatische Streuung in die Bindemittelschicht eingebracht
wird.
16. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass im Schritt b) eine Bindemittel-Schleifmittel-Mischung bereitgestellt und auf die
Unterlage aufgebracht wird.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 16, zusätzlich umfassend den Schritt des
Aufbringens einer staubabweisenden Schicht.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 17, zusätzlich umfassend den Schritt des
Aufbringens einer zusätzlichen Bindemittelschicht auf das Schleifmittel.
19. Verwendung eines Schleifprodukts gemäss einem der Ansprüche 1 bis 11 zum Bearbeiten
von Oberflächen, insbesondere zum Bearbeiten von Holz-, Farb- oder Lackoberflächen.