[0001] Die Erfindung betrifft ein Schließsystem für eine Tür oder eine Klappe eines Kraftfahrzeuges,
mit einem mechanischen Schloss, einem an der Tür befestigbaren Türgriff, der ein außenliegendes
Griffelement aufweist, mit einem mit einer Steuereinheit verbundenen Zentralverriegelungsmotor,
der mit dem Schloss in Wirkverbindung steht, wodurch das Schließsystem in einen gesicherten
und in einen entsicherten Zustand bringbar ist, und mit einem Öffnungsmotor als Öffnungshilfe
und/oder einem Schließmotor als Zuziehhilfe für das Schloss.
[0002] Dem Fachmann sind eine Vielzahl von Schließsystemen mit Schließhilfen bekannt. In
der
DE 199 04 663 A1 ist ein Kraftfahrzeugtürschloss mit einem Schloss offenbart, das einen elektrischen
Schließhilfsantrieb und einen elektrischen Öffnungshilfsantrieb aufweist. Das Schloss
weist hierbei eine Schlossfalle und eine die Schlossfalle in der Hauptrast und der
Vorrast haltende Sperrklinke auf. Der Schließhilfsantrieb wird dann eingeschaltet,
nachdem die Schlossfalle eine Vorschließstellung erreicht hat und die Schlossfalle
dann motorisch in die Hauptschließstellung überführt.
[0003] Gemäß des genannten Standes der Technik wird der Öffnungshilfsantrieb dann aktiviert,
um die Sperrklinke aus der Hauptrast oder der Vorrast der Schlossfalle herauszuheben.
Die genannten Hilfsantriebe bestehen aus einem Antriebsmotor sowie aus einem Getriebe,
die unmittelbar in der Nähe des Schlosses angeordnet sind. Einer der wesentlichen
Nachteile ist, dass der Bauraum im Bereich des mechanischen Schlosses aufgrund der
Vielzahl an Funktionselementen, wie Hilfsmotoren etc. stark eingeschränkt ist. Hier
will die Erfindung insgesamt Abhilfe schaffen.
[0004] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Schließsystem für eine Tür oder eine
Klappe eines Kraftfahrzeuges zu schaffen, bei dem die genannten Nachteile vermieden
werden, insbesondere ein Schließsystem bereitgestellt wird, das einfach gestaltet
ist, ohne erheblichen Aufwand montiert werden kann und platzsparend ausgebildet ist.
Des Weiteren soll dem Benutzer ein komfortables und sicheres Schließsystem zum Öffnen
und Schließen der Kraftfahrzeugtür sowie zum Sichern und Entsichern des Schließsystems
bereitgestellt werden.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein Schließsystem mit dem Merkmalen des Anspruchs
1 vorgeschlagen. In den abhängigen Ansprüchen sind bevorzugte Weiterbildungen ausgeführt.
[0006] Dazu ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass der Türgriff einen Träger, der an der dem
Griffelement abgewandten Seite innenliegend angeordnet ist, zur Befestigung des Türgriffs
an der Tür aufweist. Dieser Träger ist für den Benutzer nicht sichtbar in der Türkarosserie
angeordnet, wobei der Träger in einer möglichen Ausführungsform der Erfindung aus
einem Metall oder einem Kunststoffmaterial bestehen kann. Das Kunststoffmaterial kann
beispielsweise ein Verbundwerkstoff sein. In einer weiteren Alternative der Erfindung
kann der Träger aus einem faserverstärkten Verbundwerkstoff bestehen, beispielsweise
aus in Kunststoff eingebetteten Fasern wie Glas, und/oder Kohlenstoff- und/oder Aramidfasern.
Der besondere Vorteil ist hierbei, dass der faserverstärkte Träger eine hohe Festigkeit
bei einem geringen Gewicht aufweist. Ein wesentlicher Vorteil der Erfindung ist, dass
an dem Träger der Öffnungsmotor und/oder der Schließmotor sowie der Zentralverriegelungsmotor
angeordnet sind. Der Öffnungsmotor und/oder der Schließmotor sowie der Zentralverriegelungsmotor
stehen über zumindest ein Kraftübertragungselement mit dem Schloss mittelbar oder
unmittelbar in Verbindung. Durch die Verlagerung des Zentralverriegelungsmotors sowie
der Hilfsmotoren in den Bereich des Türgriffes wird zusätzlich Platz für weitere Elemente
im Bereich des mechanischen Schlosses geschaffen. Aufgrund der reduzierten Anzahl
an Komponenten ist das mechanische Schloss wesentlich kompakter und einfacher ausgestaltet,
wodurch sich der Montageaufwand des erfindungsgemäßen Schlosses an der Kraftfahrzeugtür
wesentlich verringert. Die genannten Hilfsmotoren sowie der Zentralverriegelungsmotor
können beispielsweise über ein gemeinsames Kraftübertragungselement mit dem Schloss
verbunden sein. In einer weiteren Ausgestaltungsform der Erfindung ist es ebenfalls
denkbar, dass jeder Motor ein eigenes Kraftübertragungselement zum Schloss aufweist.
Bei dem Kraftübertragungselement handelt es sich vorzugsweise um einen Bowdenzug,
der leicht in einem noch so komplizierten Raum mit Hindernissen verlegt und fixiert
werden kann. Selbstverständlich sind alternative Kraftübertragungselemente wie Gestänge
etc. ebenfalls einsetzbar.
[0007] In einer vorteilhaften Ausführungsform des Schließelementes können der Öffnungsmotor
und der Schließmotor in einer Motoreinheit integriert sein. Das bedeutet, dass die
Öffnungshilfe und die Zuziehhilfe für das Schloss allein durch eine gemeinsame Motoreinheit
erfolgt. Damit der Montageaufwand des Schließsystems gering gehalten werden kann,
sind zweckmäßigerweise der Zentralverriegelungsmotor und/oder der Öffnungsmotor und/oder
der Schließmotor in einem einzigen Gehäuse aufgenommen. Die genannten Motoren sind
in dieser Ausführungsform der Erfindung in einer Moduleinheit zusammengefasst, wodurch
sich Einbau des Schließsystems an der Kraftfahrzeugtür erheblich reduzieren lässt.
[0008] Die genannten Hilfsmotoren sowie der Zentralverriegelungsmotor sind form- und/oder
kraft- und/oder stoffschlüssig am Träger befestigt. Beispielsweise sind hier Schraubverbindungen,
Schweißverbindungen insbesondere Laserschweißverbindungen, Klemm- oder Passsitzverbindungen
denkbar. Vorteilhafterweise kann auch das die Motoren aufnehmende Gehäuse am Träger
mittels der genannten Verbindungsarten befestigt sein.
[0009] Vorteilhafterweise kann die Steuereinheit mit dem Schließmotor und/oder mit dem Öffnungsmotor
elektrisch verbunden sein. Selbstverständlich ist in diesem Zusammenhang auch eine
drahtlose Verbindung beispielsweise durch Funk oder Infrarot möglich. Bei der genannten
Steuereinheit kann es um eine zentrale Motorsteuereinheit handeln, die mit dem Zentralverriegelungsmotor
sowie den Hilfsmotoren in Kommunikation steht. Ferner kann es sinnvoll sein, für das
Schließsystem eine zusätzliche Steuereinheit - neben der zentralen Motorsteuereinheit
- einzusetzen.
[0010] In einer alternativen Ausführungsform kann die Steuereinheit ebenfalls am Träger
des Türgriffes befestigt sein. In diesem Fall kann die Steuereinheit durch das genannte
Gehäuse ebenfalls aufgenommen sein.
[0011] Zweckmäßigerweise weist der Türgriff ein Sensorelement zur schlüssellosen Aktivierung
des Schließsystems auf, das als Berührungs- und/oder Näherungssensor ausgeführt ist
und mit der Steuereinheit in Verbindung steht. Neben einer elektrischen Verbindung
ist selbstverständlich auch eine drahtlose Verbindung zwischen Sensor und Steuereinheit
möglich. Der Benutzer kann beispielsweise mit seiner Hand durch eine Annäherung oder
eine Berührung (mit oder ohne Druck) des Griffelementes das Sensorelement ansprechen,
wodurch das Schließsystem in den gesicherten oder in den entsicherten Zustand gebracht
wird. Das Sensorelement kann durch diese genannte Ansprechung sofort ein Sichern oder
ein Entsichern des Schließsystems bewirken. Selbstverständlich ist es ebenfalls möglich,
dass zunächst eine Sicherheitsabfrage eingeleitet wird, die überprüft, ob der Benutzer
berechtigt ist, eine Sicherung oder Entsicherung der Fahrzeugtür durchzuführen. Derartige
Überprüfungsvorrichtungen sind beispielsweise in der
DE 103 31 440 A1 oder in der
DE 196 17 038 C2 beschrieben. Das Sensorelement kann als kapazitiver Sensor ausgeführt sein, welcher
einen geringen Ansprechabstand aufweist, der geringer als 30 cm und vorzugsweise geringer
als 1 cm beträgt. Der bewusst gering gewählte Ansprechabstand hat den Zweck, dass
eine Ansprechung des kapazitiven Sensors nur durch eine bewusste Annäherung der Hand
des Benutzers in der Nähe des Sensorelementes erfolgt.
[0012] Das Sensorelement, das innerhalb des Griffelementes angeordnet ist, kann als Piezo-Sensor
ausgebildet sein, so dass eine Aktivierung des Piezo-Sensors über eine Berührung des
Griffelementes im Bereich des Piezo-Sensors erfolgt. In dieser Ausführungsform ist
der Piezo-Sensor unmittelbar an der Oberfläche an der der Tür abgewandten Seite des
Griffelementes angeordnet. Hierbei reichen bereits geringe Belastungen durch eine
Zugkraft, Druckkraft oder eine Schubkraft aus, um eine Aktivierung einer Sicherung
oder Entsicherung des Schließsystems zu starten. Selbstverständlich sind auch andere
Arten von Sensoren für diese Verwendung einsetzbar, beispielsweise in Form eines Hall-Sensors.
[0013] Das Schließsystem bezieht sich auf einen Türgriff, der zum Beispiel als Klappgriff
oder als Ziehgriff oder als Revolvergriff ausgeführt sein kann. Das jeweilige Griffelement,
welches zur Aktivierung der Öffnungsfunktion der Tür manuell bewegt werden muss, kann
in einer möglichen Ausgestaltungsform verschwenkbar um eine Drehachse ausgebildet
sein, wobei der Türgriff ein innenseitiges Verbindungselement umfasst, das an seinem
freien Ende an der Drehachse angeordnet ist. Durch das manuelle Bewegen und/oder Verschwenken
des Griffelementes wird das mechanische Schloss über ein Kraftübertragungselement
im Schließsystem geöffnet, sofern der Zentralverriegelungsmotor das Schließsystem
zuvor in den entsicherten Zustand gebracht hat.
[0014] Eine weitere Alternative der Erfindung sieht vor, dass der Zentralverriegelungsmotor
mit einer Kupplung verbunden ist, die durch den Zentralverriegelungsmotor in einen
eingekuppelten und in einem ausgekuppelten Zustand bringbar ist und über ein Stellglied
mit dem Schloss in Wirkverbindung ist. Das Schließsystem ist im ausgekuppelten Zustand
gesichert und im eingekuppelten Zustand der Kupplung entsichert. Das bewegbare Griffelement
ist über ein Kraftübertragungselement mit der Kupplung verbunden. Im eingekuppelten
Zustand wird der durch die Bewegung des Griffelementes ausgelöste Bewegungsimpuls
über das Kraftübertragungselement zur Kupplung weitergeleitet. Die Kupplung leitet
im eingekuppelten Zustand diesen genannten Bewegungsimpuls auf das Stellglied weiter,
welches auf das Schloss entsprechend einwirkt. Im ausgekuppelten Zustand dagegen erfolgt
keine Weiterleitung des Bewegungsimpulses. Das Schloss ist gesichert.
[0015] Neben der beschriebenen manuellen Möglichkeit, einen Öffnungsvorgang der Kraftfahrzeugtür
zu erzielen, bezieht sich das Schließsystem alternativ ebenfalls auf Türgriffe, bei
denen ein Bewegen oder ein Verschwenken des Griffelementes für den Türöffnungsvorgang
nicht möglich beziehungsweise nicht vorgesehen ist. Die Griffelemente sind hierbei
starr und fest an der Tür angeordnet, wobei der Türgriff Aktivierungsflächen aufweist,
die der Benutzer lediglich berühren oder denen er sich auf einen bestimmen Abstand
für den Öffnungsvorgang nur nähern muss.
[0016] Vorteilhafterweise weist der Türgriff einen Notzylinder auf. Der Notzylinder ist
in einer bevorzugten Ausführungsform am Träger befestigt. Falls es zu einem Ausfall
der Elektronik (beispielsweise ID-Geber funktioniert nicht) kommen sollte, kann ein
Öffnen der Fahrzeugtür über diesen Notzylinder erfolgen. Der Notschlüssel wird in
einem Zylinderkern des Notzylinders eingesteckt und durch Schlüsselbetätigung aus
einer ersten Lage in eine entsicherte Drehlage oder gesicherte Drehlage überführt.
Beispielsweise kann der Zylinderkern im Ruhefall durch eine Impulsfeder in seiner
ersten Lage gehalten werden. Der Drehimpuls kann über Kraftübertragungsmittel der
Kupplung weitergeleitet werden, so dass ein Sichern und/oder Entsichern des Schlosses
erzielbar ist.
[0017] In einer weiteren Alternative der Erfindung ist der Zentralverriegelungsmotor im
Bereich des Notzylinders angeordnet, wobei der Notzylinder mit dem Zentralverriegelungsmotor
gekoppelt ist. Die Drehbewegung des Schlüssels kann unmittelbar auf den Zentralverriegelungsmotor
übertragen werden, der eine entsprechende Aktivierung am mechanischen Schloss oder
an der Kupplung vornimmt. Die Anordnung des Zentralverriegelungsmotors in der unmittelbaren
Nähe des Notzylinders hat sich als besonders vorteilhaft herausgestellt. Vorzugsweise
sind der Schließmotor und der Öffnungsmotor am Träger an der dem Zentralverriegelungsmotor
gegenüberliegenden Seite des Türgriffes befestigt.
[0018] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen,
der nachfolgenden Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnungen mehrere
Ausführungsbeispiele der Erfindung im Einzelnen beschrieben sind. Dabei können die
in den Ansprüchen und der Beschreibung erwähnten Merkmale jeweils einzeln für sich
oder in beliebiger Kombination erfindungswesentlich sein. Es zeigen:
- Figur 1
- eine stark vereinfachte Darstellung eines Schließsystems mit einem Türgriff, der an
der Kraftfahrzeugtür befestigt ist,
- Figur 2
- eine mögliche Ausführungsform des mechanischen Schlosses des in Figur 1 dargestellten
Schließsystems,
- Figur 3
- eine weitere Alternative eines Schließsystems und
- Figur 4
- eine Schnittansicht gemäß der Schnittlinie IV-IV gemäß Figur 3.
[0019] Figur 1 zeigt eine Ausführungsform des Schließsystems 1 für eine Kraftfahrzeugtür
2 mit einem mechanischen Schloss 3. Eine mögliche Ausgestaltungsform des mechanischen
Schlosses 3 ist in Figur 2 explizit dargestellt. Das mechanische Schloss 3 umfasst
eine Drehfalle 14 und ein Sperrelement 15. Die Drehfalle 14 kann in eine Hauptrast
und eine Vorrast gebracht werden, wobei die Funktionsweise aus dem Stand der Technik
bereits bekannt ist. Bei geschlossener Tür 2 wirkt das Sperrelement 15 unmittelbar
auf die Drehfalle 14, wobei gleichzeitig ein karosseriefestes Sicherungselement 16
aufgenommen ist und somit die Tür 2 in seinem geschlossenen Zustand zuverlässig gehalten
wird. Das Sicherungselement 16 kann beispielsweise als metallischer Kolben oder Bügel
ausgeführt sein. Alternative Ausführungsformen mechanischer Schlösser sind alternativ
ebenfalls einsetzbar.
[0020] Wie aus der Figur 1 zu erkennen ist, ist an der Tür 2 ein Türgriff 4 befestigt, der
ein außenliegendes Griffelement 5 aufweist. Das Griffelement 5 ist im vorliegenden
Ausführungsbeispiel ein Spritzgussteil aus Kunststoff, welches dünnwandig ausgeführt
ist und im Inneren einen Hohlraum 23 aufweist. Der Türgriff 4 weist einen Träger 6
zur Befestigung des Türgriffes 4 an der Tür 2 auf. Die Befestigungsbereiche des Trägers
6 an der Karosserie der Tür 2 sind in den dargestellten Ausführungsbeispielen nicht
explizit gezeigt.
[0021] Der innenseitig verlaufende Träger 6 besteht aus einem Kunststoffmaterial, der als
eine Art Bügel ausgeführt ist. Der Träger 6 sowie das Griffelement 5 sind Bestandteile
des Türgriffes 4 und als einzelne Bauteile ausgeführt. Die genannten Bauteile können
jedoch auch einstückig miteinander verbunden sein. Am Träger 6 ist ein Zentralverriegelungsmotor
8, ein Öffnungsmotor 9 als Öffnungshilfe und ein Schließmotor 10 als Zuziehhilfe für
das Schloss 3 befestigt. Der Zentralverriegelungsmotor 8 dient dazu, das Schließsystem
1 in einen gesicherten und entsicherten Zustand zu bringen. Die genannten Motoren
8, 9, 10 sind mit einer Steuereinheit 7 verbunden. In der dargestellten Ausführungsform
des Schließsystems 1 sind die Hilfsmotoren 9, 10 sowie der Zentralverriegelungsmotor
8 in einem gemeinsamen Gehäuse 12 aufgenommen. Das Gehäuse 12 besteht aus einem Kunststoffmaterial
und schützt die innenliegenden Motoren 8, 9, 10 vor etwaigen Beschädigungen, die beispielsweise
während des Montagevorganges auftreten können. Besonders vorteilhaft ist, dass die
Motoren 8, 9, 10 als Moduleinheit gemeinsam am Träger 6 befestigt werden können, welches
montagefreundlich in kürzester Zeit erfolgen kann. Selbstverständlich können diese
drei Motoren 8, 9, 10 auch individuell unmittelbar am Träger 6 befestigt werden. Innenseitig
ist der Türgriff 4 mit einem feststehenden Verbindungselement 19 an der Türkarosserie
befestigt.
[0022] Die genannten Hilfsmotoren 9, 10 sowie der Zentralverriegelungsmotor 8 sind über
Bowdenzüge 11, 12, 13 mit dem Schloss 3 verbunden. Hinter dem Träger 6 an der dem
Griffelement 5 abgewandten Seite befindet sich die Seitenscheibe 25.
[0023] Das Schließsystem 1 weist ferner einen Notzylinder 22 auf, der am Träger 6 angeordnet
ist und mit dem Zentralverriegelungsmotor 8 verbunden ist. In einer weiteren Alternative
kann der Notzylinder 22 auch unmittelbar mit dem Schloss 3 über ein Kraftübertragungselement
24 verbunden sein, welches in Figur 1 durch die gestrichelte Linie dargestellt ist.
Innerhalb des Hohlraumes 23 des Griffelementes 5 ist ein Sensorelement 17 angeordnet,
das im vorliegenden Beispiel ein kapazitiver Sensor ist. Das genannte Sensorelement
17 ist ein Teil einer nicht dargestellten Sensoreinheit, die in Form eines Einschubcontainers
innerhalb des Hohlraumes 23 eingeführt ist. Das Sensorelement 17, das sich auf einer
Platine befindet, ist mit der Steuereinheit 7 elektrisch verbunden. Selbstverständlich
ist auch eine kabellose Verbindung möglich.
[0024] Das vorliegende Schließsystem 1 kann sich beispielsweise auf ein aktives oder passives
Keyless-Entry System beziehen. Nähert sich die Hand des Benutzers dem kapazitiven
Sensor 17, wird dieses durch den Sensor 17 erkannt, der im Anschluss ein Signal an
die Steuereinheit 7 abgibt. Vorzugsweise erfolgt ein elektronisches Zugangskontrollverfahren,
welches bereits aus der
DE 103 31 440 A1 oder der
DE 196 17 038 C2 bekannt ist. Der Zentralverriegelungsmotor 8, der beispielsweise als ein Stellmotor
ausgeführt sein kann, führt anschließend über den Bowdenzug 11 einen Bewegungsimpuls
aus, wodurch das Schloss 3 entsichert werden kann. Anschließend wird der Öffnungsmotor
9 angesteuert, der über den Bowdenzug 12 den Öffnungsvorgang des Schlosses 3 begünstigt.
Beispielsweise kann der Öffnungsmotor 9 das Sperrelement 15 aus der Hauptrast oder
der Vorrast der Drehfalle 14 herausheben, wodurch eine Öffnung des Kraftfahrzeugtürschlosses
3 bewirkt wird.
[0025] Der Schließmotor 10 wird erst dann aktiviert, wenn die geöffnete Fahrzeugtür 2 in
Schließstellung gebracht wird. Hierbei überführt der Schließmotor 10 die Drehfalle
14 motorisch in die in Figur 2 dargestellte Hauptschließstellung. Bei einer Vorschließstellung
kann es sich um das Erreichen einer Vorrast handeln oder um das Erreichen einer bestimmten
Stellung der Kraftfahrzeugtür 2 gegenüber der Karosserie, beispielsweise mit einer
Restspalte von 6 mm. Mittels des Schließmotors 10 wird die Drehfalle 14 dann komfortabel
in die Hauptschließstellung überführt. Die Aktivierung des Schließmotors 10 erfolgt
ebenfalls durch die Steuereinheit 7. Die Steuereinheit 7 kann hierbei alternativ auch
am Träger 6 oder innerhalb des Griffelementes 5 im Hohlraum 23 angeordnet sein.
[0026] Eine Öffnung des Schließsystems 1 über den Notzylinder 22 ist manuell ebenfalls möglich.
Hierbei ist ein Schlüssel in den Notzylinder 22 einsteckbar, wobei durch eine Drehbewegung
des Schlüssels ein Bewegungsimpuls in Richtung Zentralverriegelungselement 8 übertragen
wird, der anschließend über den Bowdenzug 11 einen Entsicherungs- und/oder Öffnungsvorgang
des Schlosses 3 hervorruft.
[0027] Im Gegensatz zu dem Ausführungsbeispiel aus Figur 1 ist in Figur 3 ein Türgriff 4
dargestellt, der ein bewegliches Griffelement 5 aufweist. Das Griffelement 5 ist um
eine Drehachse 18 manuell verschwenkbar ausgebildet, wobei der Türgriff 4 ein innenseitiges
Verbindungselement 19 umfasst, das an seinem freien Ende an der Drehachse 18 angeordnet
ist. Durch ein manuelles Ziehen am Türgriff 5 soll für den Benutzer ein Öffnungsvorgang
der Kraftfahrzeugtür 2 ermöglicht werden. Auch in dieser Ausführungsform der Erfindung
weist das Griffelement 5 ein Sensorelement 17 auf, wie in Figur 1 beschrieben. Im
Gegensatz zur Ausführungsform gemäß Figur 1 weist das Schließsystem 1 eine Kupplung
20 auf, die zwischen dem Zentralverriegelungsmotor 8 und dem Schloss 3 angeordnet
ist. Der Zentralverriegelungsmotor 8 ist über den Bowdenzug 11 mit der Kupplung 20
in Wirkverbindung, die über ein Stellglied 21 mit dem mechanischen Schloss 3 verbunden
ist. Der Zentralverriegelungsmotor 8 sowie die Hilfsmotoren 9, 10 sind am Träger 6,
der bereits im Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 beschrieben worden ist, des Türgriffes
4 befestigt. Der Öffnungsmotor 9 sowie der Schließmotor 10 sind im Bereich der Drehachse
18 angeordnet, wobei das Verbindungselement 19 zwischen dem Schließmotor 10 und den
Öffnungsmotor 9 positioniert ist, welches in Figur 4 verdeutlicht ist. Der Schließmotor
10 sowie der Öffnungsmotor 9 sind am Träger 6 angeflanscht und stehen jeweils mit
einem Bowdenzug 12, 13 mit dem mechanischen Schloss 3 in Wirkverbindung. Im Bereich
des Notzylinders 22 ist der Zentralverriegelungsmotor 8 angeordnet, der ebenfalls
am Träger 6 befestigt ist. Das in Figur 3 dargestellte Schließsystem 1 ist mit einem
Schloss 3 gemäß Figur 2 ausgestattet.
[0028] Die in den beiden Ausführungsbeispielen genannten Hilfsmotoren 9, 10 sowie der Zentralverriegelungsmotor
8 können beispielsweise über das Bordnetz elektrisch versorgt werden. Selbstverständlich
ist es denkbar, den Zentralverriegelungsmotor 8 und/oder den Schließmotor 10 und/oder
den Öffnungsmotor 9 wahlweise über eine Hilfsbatterie zu betreiben. In einer bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung kann es Sinn machen, zumindest den Öffnungsmotor 9 mit
einer Hilfsbatterie zu betreiben, wodurch in einer Notfallsituation zumindest eine
Öffnung der Kraftfahrzeugtür 2 manuell möglich ist.
[0029] Im Ausführungsbeispiel gemäß Figur 3 kann die Steuereinheit 7 innerhalb des Griffelementes
5 oder am Träger 6 angeordnet sein. Das in Figur 3 beschriebene Schließsystem 1 kann
selbstverständlich auf einen Revolvergriff oder einen Klappgriff bezogen werden. Die
Kupplung 20 kann in einer weiteren, nicht dargstellten Ausführungsvariante auch am
Träger 3 befestigt sein.
B e z u g s z e i c h e n l i s t e
[0030]
- 1
- Schließsystem
- 2
- Tür
- 3
- mechanisches Schloss
- 4
- Türgriff
- 5
- Griffelement
- 6
- Träger
- 7
- Steuereinheit
- 8
- Zentralverriegelungsmotor
- 9
- Öffnungsmotor
- 10
- Schließmotor
- 11
- Kraftübertragungselement, Bowdenzug
- 12
- Kraftübertragungselement, Bowdenzug
- 13
- Kraftübertragungselement, Bowdenzug
- 14
- Drehfalle
- 15
- Sperrelement
- 16
- Sicherungselement
- 17
- Sensorelement
- 18
- Drehachse
- 19
- Verbindungselement
- 20
- Kupplung
- 21
- Stellglied
- 22
- Notzylinder
- 23
- Hohlraum (Griffelement)
- 24
- Kraftübertragungselement, Bowdenzug
- 25
- Seitenscheibe
1. Schließsystem (1) für eine Tür (2) oder eine Klappe eines Kraftfahrzeuges, mit einem
mechanischen Schloss (3),
einem an der Tür (2) befestigbaren Türgriff (4), der ein außenliegendes Griffelement
(5) aufweist,
mit einem mit einer Steuereinheit (7) verbundenen Zentralverriegelungsmotor (8), der
mit dem Schloss (3) in Wirkverbindung steht, wodurch das Schließsystem (1) in einen
gesicherten und in einen entsicherten Zustand bringbar ist,
und mit einem Öffnungsmotor (9) als Öffnungshilfe und/oder einem Schließmotor (10)
als Zuziehhilfe für das Schloss (3),
dadurch gekennzeichnet,
dass der Türgriff (4) einen Träger (6), der an der dem Griffelement (5) abgewandten Seite
innenliegend angeordnet ist, zur Befestigung des Türgriffs (4) an der Tür (2) aufweist,
wobei der Öffnungsmotor (9) und/oder der Schließmotor (10) sowie der Zentralverriegelungsmotor
(8) am Träger (6) angeordnet sind,
wobei der Öffnungsmotor (9) und/oder der Schließmotor (10) sowie der Zentralverriegelungsmotor
(8) über zumindest ein Kraftübertragungselement (11,12,13) mit dem Schloss (3) mittelbar
oder unmittelbar in Verbindung stehen.
2. Schließsystem (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Öffnungsmotor (9) und der Schließmotor (10) in einer Motoreinheit integriert
sind.
3. Schließsystem (1) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Zentralverriegelungsmotor (8) und/oder der Schließmotor (10) und/oder der Öffnungsmotor
(9) in einem gemeinsamen Gehäuse (12) aufgenommen sind.
4. Schließsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kraftübertragungselement (11,12,13) ein Bowdenzug ist.
5. Schließsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Träger (6) aus einem Kunststoffmaterial besteht.
6. Schließsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schloss (3) eine Drehfalle (14) und ein Sperrelement (15) umfasst, wobei bei
geschlossener Tür (2) das Sperrelement (15) auf die Drehfalle (14) wirkt, in der ein
karosseriefestes Sicherungselement (16) aufgenommen ist.
7. Schließsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinheit (7) mit dem Schließmotor (10) und/oder mit dem Öffnungsmotor (9)
verbunden ist.
8. Schließsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Türgriff (4) ein Sensorelement (17) zur schlüssellosen Aktivierung des Schließsystems
aufweist, das als Berührungs- und/oder Näherungssensor ausgeführt ist und mit der
Steuereinheit (7) in Verbindung steht.
9. Schließsystem (1) nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Aktivierungselement (17) als ein kapazitiver Sensor und/oder ein Hallsensor und/oder
ein Piezosensor ausgeführt ist.
10. Schließsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Türgriff (4) als Klappgriff oder als Ziehgriff oder als Revolvergriff ausgeführt
ist.
11. Schließsystem (1) nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Griffelement (5) manuell verschwenkbar um eine Drehachse (18) ausgebildet ist,
wobei der Türgriff (4) ein innenseitiges Verbindungselement (19) umfasst, das an seinem
freien Ende an der Drehachse (18) angeordnet ist.
12. Schließsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Zentralverriegelungsmotor (8) mit einer Kupplung (20) verbunden ist, die durch
den Zentralverriegelungsmotor (8) in einen eingekuppelten und in einen ausgekuppelten
Zustand bringbar ist und über ein Stellglied (21) mit dem Schloss (3) in Wirkverbindung
ist, wobei das Schließsystem (1) im ausgekuppelten Zustand gesichert und im eingekuppelten
Zustand entsichert ist.
13. Schließsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Türgriff (4) einen Notzylinder (22) aufweist, der am Träger (6) angeordnet ist.
14. Schließsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kupplung (20) und/oder die Steuereinheit (7) am Träger (6) angeordnet sind, insbesondere
im Gehäuse (12) angeordnet sind.
15. Schließsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Griffelement (5) des Türgriffs (4) als nicht bewegbares Griffelement (5) ausgebildet
ist, das an der Tür (2) angeordnet ist.
16. Schließsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schließmotor (10) und der Öffnungsmotor (9) im Bereich der Drehachse (18) angeordnet
sind, wobei das Verbindungselement (19) zwischen dem Schließmotor (10) und dem Öffnungsmotor
(9) positioniert ist.
17. Schließsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Zentralverriegelungsmotor (8) im Bereich des Notzylinders (22) angeordnet ist.
18. Kraftfahrzeug mit einem Schließsystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche.